<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hermann_Krumey</id>
	<title>Hermann Krumey - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hermann_Krumey"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hermann_Krumey&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-24T10:14:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hermann_Krumey&amp;diff=1541261&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ichigonokonoha am 2. Februar 2026 um 19:19 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hermann_Krumey&amp;diff=1541261&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-02T19:19:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Hermann Krumey at the Nuremberg Trials.jpg|mini|Hermann Krumey im Gewahrsam der US-Army]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hermann Alois Krumey&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[18. April]] [[1905]] in [[Šumperk|Mährisch Schönberg]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Taufmatrikel.&amp;#039;&amp;#039; Tom. XI. M.-Schönberg 1893–1905, pag. 455 ([https://digi.archives.cz/da/permalink?xid=29e3f91ac933f2f4:-5e1306df:14684cfd6d6:-7ff7&amp;amp;scan=8ea85704850a4e5faa4beccd63f625d0 digi.archives.cz] [Faksimile. Digitales Archiv des Landesarchivs in Opava, abgerufen am 14. Dezember 2024]).&amp;lt;/ref&amp;gt;; † [[27. November]] [[1981]] in [[Erftstadt]]) war ein deutscher [[Schutzstaffel|SS-Führer]], der während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] zentral an der [[Holocaust|Vernichtung der Juden]] beteiligt war. Als Leiter der [[Umwandererzentralstelle]] (UWZ) koordinierte Krumey von 1940 bis 1943 die [[Vertreibung]] von [[Polen (Ethnie)|Polen]] aus den vom [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutschen Reich]] [[Annexion|annektierten]] Gebieten [[Wartheland]], [[Danzig-Westpreußen]] und [[Ostoberschlesien]]. Als leitender Mitarbeiter im [[Eichmann-Kommando|Sondereinsatzkommando Eichmann]] organisierte er 1944 als Stellvertreter [[Adolf Eichmann|Eichmanns]] die [[Juden in Ungarn#Unter deutscher Besatzung (1944–1945)|Deportation der ungarischen Juden]] in die [[Vernichtungslager]]. Krumey wurde 1969 von deutschen Gerichten wegen [[Mord]]es zu [[Lebenslange Freiheitsstrafe|lebenslanger Haft]] verurteilt. Diese Haft saß er bis kurz vor seinem Tod 1981 ab. Das Urteil hatte im Kontext der [[NS-Prozesse|juristischen Aufarbeitung der NS-Taten]] in der Bundesrepublik durch die Art des [[Verurteilung#Strafprozess 2|Schuldspruchs]] (Verurteilung wegen Mordes und nicht wegen [[Beihilfe (Strafrecht Deutschlands)|Beihilfe]] zu Mord bei einem [[Schreibtischtäter]]) und die Höhe des [[Strafzumessung (Deutschland)|Strafmaßes]] einen „deutlichen Ausnahmecharakter“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freudiger-107&amp;quot;&amp;gt;Kerstin Freudiger: &amp;#039;&amp;#039;Die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen.&amp;#039;&amp;#039; Mohr Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 3-16-147687-5, S. 107.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Eintritt in die SS (1905–1939) ===&lt;br /&gt;
Krumey wurde 1905 im überwiegend deutschsprachigen nördlichen Teil [[Mähren]]s geboren, als dieses noch zur [[Österreich-Ungarn|k.u.k. Monarchie Österreich-Ungarn]] gehörte. Nach Ende des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] 1918 gehörte sein Heimatort Mährisch Schönberg dann als [[Šumperk]] zur [[Tschechoslowakei]]. Seine Eltern, die beide aus Mährisch Schönberg stammten, waren der Leinwanderzeuger Adolf Krumey und Rosalie Krannich&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Traumatrikel.&amp;#039;&amp;#039; Tom. IX. Mährisch Schönberg 1884–1899, pag. 98 ([https://digi.archives.cz/da/permalink?xid=be935c1c-f13c-102f-8255-0050568c0263&amp;amp;scan=9e2af6c244f44873b4d27c868f8a6ee7 digi.archives.cz] [Faksimile. Digitales Archiv des Landesarchivs in Opava, abgerufen am 14. Dezember 2024]).&amp;lt;/ref&amp;gt;. Krumey legte die Berufsausbildungsprüfung zum [[Drogist]]en ab und leitete später „zeitweise“ als [[Geschäftsführung (Deutschland)|Geschäftsführer]] eine [[Drogerie]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;freudiger-97&amp;quot;&amp;gt;Kerstin Freudiger: &amp;#039;&amp;#039;Die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen.&amp;#039;&amp;#039; Mohr Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 3-16-147687-5, S. 97.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1935 trat Krumey in die [[Sudetendeutsche Partei]] (SdP) (damals noch &amp;#039;&amp;#039;Sudetendeutsche Heimatfront&amp;#039;&amp;#039;) ein, die von [[Konrad Henlein]] geführt wurde. Nachdem im Oktober 1938 infolge des [[Münchner Abkommen]]s das [[Sudetenland]] dem [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutschen Reich]] zufiel, wurde die SdP aufgelöst und Krumey trat in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freudiger-97&amp;quot; /&amp;gt; Krumey hatte schon vor dem „Anschluss“ des Sudetenlandes [[Spionage|verdeckt]] für die [[Wehrmacht]] und den Auslandsgeheimdienst im [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SD]] gearbeitet. Im November 1938 wurde er hauptamtlich in die [[Schutzstaffel|SS]] übernommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;freudiger-97&amp;quot; /&amp;gt; (SS-Nummer 310.441)&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Poprzeczny: &amp;#039;&amp;#039;Odilo Globocnik, Hitler’s Man in the East.&amp;#039;&amp;#039; McFarland, Jefferson, North Carolina 2004, ISBN 0-7864-1625-4, S. 192.&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde schließlich [[SS-Obersturmbannführer]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee239&amp;quot;&amp;gt;{{BibISBN|9783100393333|Seite=239}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einsatz in Polen (1939–1944) ===&lt;br /&gt;
Im November 1939, nach Ende des [[Überfall auf Polen|Überfalls auf Polen]], wurde Krumey durch das [[SS-Hauptämter#SS-Personalhauptamt|SS-Personalhauptamt]] zum Stab des [[SS- und Polizeiführer|Höheren SS- und Polizeiführers]] (HSSPF) [[Wilhelm Koppe]] im [[Wartheland]] versetzt und dort dem „Amt für Umsiedlung der Polen und Juden“ unter SS-Obersturmbannführer [[Albert Rapp]] zugewiesen. Das Amt wurde im März 1940 dem [[Chef der Sicherheitspolizei und des SD]] unterstellt, der neue Name lautete [[Umwandererzentralstelle|Umwandererzentralstelle Posen]] (UWZ). Ein Teil des Amtes befand sich in [[Łódź]], es wurde als „Umwandererzentralstelle Posen/Dienststelle Lodz“ bezeichnet (Łódź wurde erst im April 1940 in Litzmannstadt umbenannt). Krumey wurde mit Termin der Umorganisation per März 1940 selbständiger Leiter der UWZ-Dienststelle Lodz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;freudiger-97-98&amp;quot;&amp;gt;Kerstin Freudiger: &amp;#039;&amp;#039;Die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen.&amp;#039;&amp;#039; Mohr Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 3-16-147687-5, S. 97–98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war Krumey nun als Mitglied der [[Hauptamt Sicherheitspolizei|Sicherheitspolizei]] (Sipo) bzw. des [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SD]] für die Deportation von „[[Fremdvölkische]]n“ (Polen und [[Juden]]) im [[Wartheland|Warthegau]] zuständig, der insgesamt über 390.000 Menschen zum Opfer fielen. Zu diesem Zweck unterhielt Krumey bis zu zwölf Außenstellen seines Amtes und betrieb mindestens fünf [[Konzentrationslager]] für die aus ihren Wohnstätten vertriebenen polnischen Familien. Im Rahmen der [[Aktion Zamość]], mit der große Teile des Bezirks Lublin „[[Germanisierung|germanisiert]]“ werden sollten, ließ er knapp 10.000 Polen vertreiben, wobei er eng mit [[Odilo Globocnik]] zusammenarbeitete. 1942 organisierte er mindestens sechs Transporte von Juden aus dem Lager Zamość in das [[KZ Auschwitz-Birkenau]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;freudiger-99&amp;quot;&amp;gt;Kerstin Freudiger: &amp;#039;&amp;#039;Die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen.&amp;#039;&amp;#039; Mohr Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 3-16-147687-5, S. 99.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1941 wurde ein Sonderkommando unter Krumeys Führung nach [[Unabhängiger Staat Kroatien|Kroatien]] gesandt, um dort die Internierung der Juden in Konzentrationslagern voranzutreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eberhard Jäckel]] u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Enzyklopädie des Holocaust]]. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;H–R.&amp;#039;&amp;#039; Argon, Berlin 1993, ISBN 3-87024-302-3, S. 831.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1942 wurden im [[Protektorat Böhmen und Mähren]] 98 Kinder elternlos, nachdem ihre Väter zusammen mit allen anderen Männern im [[Lidice#Massaker und Zerstörung 1942|Massaker von Lidice]] ermordet und ihre Mütter zusammen mit den anderen Frauen in das [[KZ Ravensbrück]] eingeliefert wurden. Nachdem drei der 98 Kinder von Vertretern des [[Rasse- und Siedlungshauptamt|SS-Rasse- und Siedlungshauptamts]] (RuSHA) vor Ort als „eindeutschungsfähig“ ausgewählt waren und sieben Kinder unter einem Jahr als noch zu jung für eine „rassische Musterung“ in ein Prager Kinderheim gegeben wurden, verblieben 88 Kinder im Alter zwischen einem bis 15 Jahren, die per Bahn in das [[Jugendverwahrlager Litzmannstadt|Jugendkonzentrationslager]] in der Gneisenaustraße in [[Łódź|Litzmannstadt]] deportiert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Isabel Heinemann]]: &amp;#039;&amp;#039;„Rasse, Siedlung, deutsches Blut“ – das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS und die rassenpolitische Neuordnung Europas.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein-Verlag, Göttingen 2003, ISBN 3-89244-623-7, S. 515–516.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Litzmannstadt wählte der dortige RuSHA-Leiter [[Walter Dongus]] weitere sieben „rückdeutschungsfähige Kinder“ aus, denen nach einer Zwischenstation in einem Heim in Puschkau deutsche Namen gegeben wurden, um sie dann deutschen Pflegefamilien zu überlassen. Krumey berichtete am 22. Juni 1942 in einem Fernschreiben an Standartenführer [[Hans Ehlich]] vom Referat III B des [[Reichssicherheitshauptamt|RSHA]], dass er sich wegen des Verbleibs der restlichen 81 Kinder an das RSHA-Referat IV B4 von [[Adolf Eichmann|Eichmann]] gewandt hätte, in der Annahme, die Kinder sollten einer „[[Sonderbehandlung]]“ zugeführt werden. Die 81 Kinder wurden daraufhin in das [[Vernichtungslager Kulmhof]] (Chełmno) gebracht, wo sie vergast wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Volker Koop]]: &amp;#039;&amp;#039;Dem Führer ein Kind schenken – die SS-Organisation „Lebensborn“ e.&amp;amp;nbsp;V.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-412-21606-1, S. 155–159.&amp;lt;/ref&amp;gt; 14 Tage nach Lidice wurden auch die Einwohner des böhmischen Dorfes [[Ležáky]] ermordet. Auch diesmal wurden zwölf „nicht-eindeutschungsfähige“ Waisenkinder (zusammen mit sechs weiteren Kindern zur „Eindeutschung“) zu Krumey nach Litzmannstadt geschickt, wo sie am 25. Juli 1942 der Gestapo übergeben wurden, die sie nach Kulmhof zur Vergasung brachte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Isabel Heinemann]]: &amp;#039;&amp;#039;“Until the Last Drop of Good Blood”: The Kidnapping of “Racially Valuable” Children and Nazi Racial Policy in Occupied Eastern Europe.&amp;#039;&amp;#039; In: A. Dirk Moses (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genocide and Settler Society. Frontier violence and stolen indigenous children in Australian history&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studies on war and genocide.&amp;#039;&amp;#039; Band 6). Berghahn Books, New York 2004, ISBN 1-57181-410-8, S. 251–252.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Fernschreiben von Krumey an Eichmann vom 22. Juni 1942 wurde als Beweisstück &amp;#039;&amp;#039;T/1094&amp;#039;&amp;#039; im [[Eichmann-Prozess]] verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Haim Gouri: &amp;#039;&amp;#039;Facing the Glass Booth. Reporting the Eichmann Trial.&amp;#039;&amp;#039; Wayne State University Press, Detroit, Mich. 2004, ISBN 0-8143-3087-8, S. 86–87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einsatz in Ungarn (1944) ===&lt;br /&gt;
Krumey meldete sich freiwillig von der [[Hauptamt Sicherheitspolizei|Sipo]]/[[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SD]] zum [[Reichssicherheitshauptamt]], wo er dem [[Eichmannreferat|Referat IV B 4]] zugeteilt wurde. Mit dem Beginn der Besetzung [[Ungarn im Zweiten Weltkrieg|Ungarns]] durch die Wehrmacht am 19. März 1944 („[[Operation Margarethe]]“) wurde Krumey nach Ungarn versetzt. Er war Teil des [[Eichmann-Kommando|Sonderkommandos Eichmann]], das den Auftrag zur sogenannten „[[Ungarn-Aktion]]“ hatte. Krumey war Stellvertreter von Adolf Eichmann und organisierte einen [[Judenrat]] und die Transporte nach Auschwitz. Er wurde durch die [[Waldsee (fiktiver Ort)|perfide Postkarten-Aktion aus dem thüringischen Kurort Waldsee]] bekannt. Zur Führung des Sonderkommandos gehörten neben Eichmann und Krumey ferner [[Otto Hunsche]] (Verwaltung und Rechtsfragen) und [[Dieter Wisliceny]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Verhandlungen mit einem Hilfskomitee unter Leitung von [[Joel Brand]] sonderte Krumey 21.000 Juden in das [[Durchgangslager Strasshof]] ab, um im Austausch der Gefangenen Hilfslieferungen zu erhalten, gefordert waren unter anderem 10.000 Lastwagen („Blut gegen Ware“). Die meisten der abgesonderten Gefangenen überlebten den Krieg, von den 377.000 aus Ungarn in [[Vernichtungslager]] deportierten Juden wurden mindestens 290.000 ermordet.&amp;lt;ref&amp;gt;Kerstin Freudiger: &amp;#039;&amp;#039;Die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen.&amp;#039;&amp;#039; Mohr Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 3-16-147687-5, S. 103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er leitete zuletzt die Außenstelle Wien des Sonderkommandos Eichmann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee239&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachkriegszeit und juristische Aufarbeitung (1945–1981) ===&lt;br /&gt;
Im Mai 1945 wurde Krumey in Italien von den [[Alliierte]]n festgenommen, aber auf Basis einer Aussage des Ungarn [[Rudolf Kasztner]] wieder freigelassen. Kasztner hatte auf jüdischer Seite an den Verhandlungen zu den 21.000 ungarischen Juden teilgenommen. Krumey ging nach Deutschland, wo ihn 1948 eine [[Spruchkammerverfahren|Spruchkammer]] im [[Entnazifizierung]]sverfahren als „Mitläufer“ einstufte. Als [[Heimatvertriebener (Bundesvertriebenengesetz)|Heimatvertriebener]] erhielt er einen Kredit über 12.000&amp;amp;nbsp;[[Deutsche Mark|DM]] und betrieb im hessischen [[Korbach]] ab 1956 die Hubertusdrogerie. Er war Abgeordneter des [[Gesamtdeutscher Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten|Bundes der Heimatvertriebenen und Entrechteten]] (BHE) im Kreistag von Korbach und Kreisobmann in der [[Sudetendeutsche Landsmannschaft|sudetendeutschen Landsmannschaft]].&amp;lt;ref&amp;gt;Thilo von Uslar: [https://www.zeit.de/1966/26/der-ehrenwerte-karmasin &amp;#039;&amp;#039;Der „ehrenwerte“ Karmasin.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; Nr. 26/1966 (Artikelanfang frei abrufbar).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Archivportal-d.de|Objekt=4HAIQRAXTUUYSPGBTNEOE7IXGWU2ZN4M|Linktext=&amp;#039;&amp;#039;Zeit-Artikel als Archivale im Bayerischen Hauptstaatsarchiv&amp;#039;&amp;#039;|Abruf=2024-12-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee239&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im April 1957 wurde Krumey erstmals festgenommen, jedoch im Juni 1957 mangels Fluchtverdachts wieder freigelassen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel-1965-07&amp;quot;&amp;gt;{{Der Spiegel|Autor=[[Gerhard Mauz]]|ID=46169395|Titel=Teufelskreis aus Blut und Tinte|Jahr=1965|Nr=7|Seiten=35–36}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Aussagen von Adolf Eichmann im [[Eichmann-Prozess]] begann die Strafverfolgung 1960 erneut.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel|ID=32417089|Titel=Der Endlöser|Jahr=1960|Nr=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 24. Mai 1960 wurde Krumey festgenommen und verblieb bis zu seiner ersten Verurteilung 1965 in [[Untersuchungshaft]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel-1965-07&amp;quot; /&amp;gt; Das Strafverfahren wurde gemeinsam gegen Krumey und Hunsche wegen „gemeinschaftlichen Mordes in einer unbestimmten Vielzahl von Fällen“ geführt und wurde als &amp;#039;&amp;#039;Krumey-Hunsche-Prozess&amp;#039;&amp;#039; bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach neunmonatiger Verhandlung verurteilte das [[Landgericht Frankfurt am Main]] Krumey im Februar 1965 wegen Beihilfe zum Mord an den ungarischen Juden zu fünf Jahren [[Zuchthaus]].&amp;lt;ref&amp;gt;LG Frankfurt/Main vom 3. Februar 1962, Aktenzeichen Ks 1/63.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Abzug der in Untersuchungshaft verbrachten Zeit kam Krumey frei, worauf sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung in [[Revision (Recht)|Revision]] gingen. Der [[Bundesgerichtshof]] hob das Urteil auf und verwies das Verfahren an das LG zurück, mit der Empfehlung, das Strafmaß für Krumey zu erhöhen.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH vom 22. März 1967, Aktenzeichen 2 StR 279/66.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im August 1969 wurde Krumey daraufhin zu lebenslanger Haft verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;LG Frankfurt/Main vom 29. August 1969, Aktenzeichen Ks 1/63.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Januar 1973 wurde die durch Krumey erneut eingelegte Revision vom BGH verworfen, so dass das Urteil rechtskräftig wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH vom 17. Januar 1973, Aktenzeichen 2 StR 186/72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 7. April 1976 wurde er aus gesundheitlichen Gründen aus der&lt;br /&gt;
[[Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt]] entlassen. Krumey starb am 27. November 1981 in Erftstadt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Kobbe: &amp;#039;&amp;#039;Eichmanns Helfershelfer in Ungarn. Umstrittener Judenretter.&amp;#039;&amp;#039; Hermann Krumey wurde als NS-Täter zu lebenslanger Haft verurteilt (= &amp;#039;&amp;#039;WLZ-FZ-Serie über den [[Internationaler Suchdienst|ITS]].&amp;#039;&amp;#039; Folge 19). In: &amp;#039;&amp;#039;[[Waldeckische Landeszeitung]] / [[Frankenberger Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 14. Dezember 2010 ({{Webarchiv |url=http://www.wlz-fz.de/Lokales/Serien/Internationaler-Suchdienst-ITS/Eichmanns-Helfershelfer-in-Ungarn-Umstrittener-Judenretter |text=wlz-fz.de |wayback=20150518062333}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Fritz Bauer]], [[Joachim Perels]], [[Irmtrud Wojak]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Humanität der Rechtsordnung. Ausgewählte Schriften.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt/Main 1998, ISBN 3-593-35841-7.&lt;br /&gt;
* Kerstin Freudiger: &amp;#039;&amp;#039;Die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen.&amp;#039;&amp;#039; Mohr Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 3-16-147687-5.&lt;br /&gt;
* [[Isabel Heinemann]]: &amp;#039;&amp;#039;„Rasse, Siedlung, deutsches Blut“ – das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS und die rassenpolitische Neuordnung Europas.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein, Göttingen 2003, ISBN 3-89244-623-7.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|9783100393333}}&lt;br /&gt;
* {{Der Spiegel|ID=46169395|Autor=[[Gerhard Mauz]]|Titel=Teufelskreis aus Blut und Tinte|Jahr=1965|Nr=7|Seiten=35–36|Kommentar=Zum Urteil im Krumey-Hunsche-Prozess}}&lt;br /&gt;
* Joseph Poprzeczny: &amp;#039;&amp;#039;Odilo Globocnik, Hitler’s Man in the East.&amp;#039;&amp;#039; McFarland, Jefferson NC 2004, ISBN 0-7864-1625-4.&lt;br /&gt;
* Nathalie Gerstle: &amp;#039;&amp;#039;Krumey-Hunsche-Prozess.&amp;#039;&amp;#039; In: Torben Fischer, [[Matthias N. Lorenz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Transcript, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89942-773-8, S. 142 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119537443}}&lt;br /&gt;
* [https://www.ghetto-theresienstadt.de/lexikon/krumey-hermann &amp;#039;&amp;#039;Krumey, Hermann.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Theresienstadt Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Jugendbegegnung in Theresienstadt/Terezín e.&amp;amp;nbsp;V.&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Marion Lilienthal |url=http://www.gedenkportal-korbach.de/pdf/krumey.pdf |titel=Hermann Krumey – Manager der Judenvernichtung |werk=gedenkportal-korbach.de |datum=2020-10-19 |sprache=de |format=PDF; 1,5&amp;amp;nbsp;MB |abruf=2024-12-13 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119537443|VIAF=97977140|LCCN=nr97040064}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Krumey, Hermann}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Polens 1939–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger des Eichmann-Kommandos]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Unabhängiger Staat Kroatien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (NS-Kriegsverbrechen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eichmann-Prozess]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SD-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SdP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GB/BHE-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Šumperk)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tschechoslowake]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1905]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1981]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Krumey, Hermann&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Krumey, Hermann Alois (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=sudetendeutscher Nationalsozialist und Täter des Holocaust&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=18. April 1905&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Šumperk|Mährisch Schönberg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=27. November 1981&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Erftstadt]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ichigonokonoha</name></author>
	</entry>
</feed>