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	<title>Herero - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Herero&amp;diff=16441&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-25500-44: Unbelegte und unlogische Angabe zur Gesamtpopulation entfernt. Nicht mehr aufrufbarer Einzelnachweis durch Link auf Internet-Archiv ersetzt.</title>
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		<updated>2026-04-26T14:01:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Unbelegte und unlogische Angabe zur Gesamtpopulation entfernt. Nicht mehr aufrufbarer Einzelnachweis durch Link auf Internet-Archiv ersetzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt das afrikanische Volk. Zu weiteren Bedeutungen siehe [[Herero (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Herero women.jpg|mini|hochkant=1.2|Herero-Frauen in Namibia mit typischem Kopfschmuck]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Namibie herero 0702a.jpg|mini|Herero-Frau in Namibia]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Herero&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Singular; eigentlich &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OvaHerero&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Ovaherero&amp;#039;&amp;#039;) sind ein die [[Bantusprache]] [[Otjiherero]] sprechendes südwest[[afrika]]nisches ehemaliges [[Hirtenvolk]]. Die Mehrheit von ihnen lebt in [[Namibia]] (knapp 179.000; Stand 2023),&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20241110234059/https://census.nsanamibia.com/wp-content/uploads/2024/10/2023-Population-and-Housing-Census-Main-Report-28-Oct-2024.pdf &amp;#039;&amp;#039;Namibia 2023 Population  and Housing Census, Main Report.&amp;#039;&amp;#039;] Website-Archiv: Namibia Statistics Agency, Oktober 2025, S. 21.&amp;lt;/ref&amp;gt; einige auch in [[Botswana]] und [[Angola]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Nachdem sie ab dem 17. Jahrhundert in das heutige Namibia eingewandert waren und Einheimische in Richtung Süden gedrängt hatten, kam es dort zu langen und verlustreichen Auseinandersetzungen mit [[Nama (Volk)|Nama]] und [[Orlam]]-[[Afrikaner (Stamm)|Afrikanern]]. Während der deutschen Kolonialzeit verübte die deutsche Besatzungsmacht unter der Führung [[Lothar von Trotha]]s einen [[Völkermord an den Herero und Nama|Völkermord an den Herero]], bei dem schätzungsweise 65.000 bis 85.000 Herero starben (etwa 80 Prozent des Hererovolkes).&amp;lt;ref&amp;gt;Medardus Brehl: &amp;#039;&amp;#039;„Diese Schwarzen haben vor Gott und Menschen den Tod verdient“ Der Völkermord an den Herero 1904 und seine zeitgenössische Legitimation&amp;#039;&amp;#039;. In: Irmtrud Wojak, Susanne Meinl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Völkermord. Genozid und Kriegsverbrechen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. Campus, Frankfurt am Main 2004, S. 77–97 (=Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust 8)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die OvaHerero in Namibia gliedern sich in ursprünglich drei Hauptgruppierungen:&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred O. Hinz: &amp;#039;&amp;#039;Customary Law Ascertained Volume 3: The Customary Law of the Nama, Ovaherero, Ovambanderu, and San communities of Namibia.&amp;#039;&amp;#039; UNAM Press, Windhoek 2016, ISBN 978-99916-42-12-3, S. 286ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Weiße Flagge (Zeraeua Royal House)&lt;br /&gt;
* Rote Flagge (Maharero bzw. Tjamuaha/OtjikaTjamuaha Royal House)&lt;br /&gt;
* Grüne Flagge (Ovambanderu)&lt;br /&gt;
Im November 2023 ist die &amp;#039;&amp;#039;Blaue Flagge&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(Erapi RotjiBlou)&amp;#039;&amp;#039; hinzugekommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://namibian.com.na/another-flag-for-the-ovaherero-people/ &amp;#039;&amp;#039;Another flag for the Ovaherero people.&amp;#039;&amp;#039;] The Namibian, 26. November 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Namibia verdienten Mitte des 20. Jahrhunderts Herero ihren Lebensunterhalt meist als [[Landarbeiter|Arbeiter]] auf großen Farmen oder in den Städten als Händler und Handwerker, während die nach Angola versprengten Herero sehr traditionell als Hirten leben. Ein oft als Teilgruppe behandeltes Volk sind die im [[Kaokoveld]] und in der südangolanischen [[Provinz Namibe]] lebenden Ova[[Himba]]. Die Zuordnung der angolanischen Mundimba und Vakuval(e) ist nicht völlig geklärt, wird aber überwiegend angenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe das Standardwerk von Carlos Estermann, &amp;#039;&amp;#039;Etnografia do Sudoeste de Angola&amp;#039;&amp;#039;, 3 Bde., Lissabon: Junta de Investigações do Ultramar, 1956&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== 16. bis 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Mitte des 16. Jahrhunderts wanderten die Herero mit ihrem Vieh – vermutlich zusammen mit den ebenfalls eine [[Bantusprachen|Bantusprache]] sprechenden [[Ovambo]] – aus Zentralafrika in das [[Betschuanaland]] (das heutige Botswana) ein. Die ackerbauenden Ovambo zogen im Norden weiter nach Westen zum oberen [[Kunene (Fluss)|Kunene]]-Fluss, der im südlichen Angola und an der angolanisch-namibischen Grenze liegt. Mit den bereits im Betschuanaland ansässigen [[Batswana]] kamen die weiter südlich ziehenden Herero in Streit. Infolge der Auseinandersetzungen trennten sich die Herero auf. Ein Teil, die Himba, zog mit dem Vieh im 17. und 18. Jahrhundert in den Norden des heutigen Namibia und siedelte dort am [[Kunene]], im [[Kaokoveld]]. Der andere Volksteil zog an den westlichen Rand des Beschuanalandes in Richtung auf den Ort [[Okahandja]] im heutigen Zentralnamibia. Dieser Volksteil wird &amp;#039;&amp;#039;Mbanderu&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Ostherero&amp;#039;&amp;#039;, kurz Herero, genannt. Im ausgehenden 18. Jahrhundert wurde Okahandja zum Zentrum des Hererovolkes. Ein bekannter traditioneller Führer der Herero in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der bei Okahandja lebende &amp;#039;&amp;#039;[[Tjamuaha ua Tjirue|Tjamuaha]]&amp;#039;&amp;#039;. Heute distanzieren sich die Herero von den Himba, die von ihnen als rückständig angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge einer längeren [[Dürre]]periode um 1830 dehnten die rinderzüchtenden Herero (Herero bedeutet ursprünglich Viehbesitzer) ihre Weidegebiete immer stärker nach Süden aus. Sie verdrängten dabei die dort seit ca. 1700 siedelnden [[Nama (Volk)|Nama]]. Den Nama kamen mit Beginn des 19. Jahrhunderts die aus der südafrikanischen [[Kapkolonie]] nachrückenden [[Orlam]] zur Hilfe. Besonders wichtig war die Unterstützung der [[Afrikaner (Stamm)|Afrikaner]] unter ihrem Häuptling [[Jonker Afrikaner]]. Gemeinsam gelang es den Nama und Orlam, die angreifenden Herero bis etwa auf die Höhe [[Windhoek|Windhuk]] zurückzudrängen. Das 19. Jahrhundert war in Namibia geprägt durch ständige Auseinandersetzungen und gegenseitige Raubzüge zwischen Herero einerseits und den Nama und Orlam andererseits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen|&amp;quot;maßgeblich gefördert&amp;quot; ist eine Einzelbeleg-pflichtige Wertung, die nur auf Grundlage eines nachgewiesenen konsolidierten Forschungsstandes erfolgen sollte}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese kriegerische Entwicklung wurde maßgeblich gefördert durch die mit Unterstützung der [[Missionar]]e ins Land gekommenen Händler: Sie verkauften neben Alkohol vor allem Schusswaffen und nahmen dafür Rinder in Zahlung. Extreme [[Handelsspanne]]n und hohe Kreditzinsen ließen die Stämme schnell verarmen und lösten zahlreiche Raubzüge zwischen den Stämmen aus, damit die Häuptlinge ihre Schulden bezahlen konnten. Die Orlam waren dabei am erfolgreichsten – es gelang ihnen Mitte des 19. Jahrhunderts die erste, fast völlige Ausrottung der Herero&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vedder |Titel=Das alte Südwestafrika |Seiten=369 |Zitat=„Das Hererovolk hat, soweit wir es kennen, aufgehört zu bestehen.“}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nach dem Tode des Afrikaner-Häuptlings [[Jonker Afrikaner]] im Jahre 1861 gelang den Herero unter ihrem Häuptling [[Maharero]] im Zusammenwirken mit dem in [[Otjimbingwe]] ansässigen schwedischen Unternehmer [[Karl Johan Andersson]] und dessen „Privatarmee“ sowie der „[[Rote Nation|Roten Nation]] von [[Hoachanas]]“ (Nama) eine Rückkehr zu alter Stärke und infolgedessen 1870 eine völlige Unterwerfung der Orlam-Afrikaner (&amp;#039;&amp;#039;10-Jahresfrieden von Okahandja&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutsche Kolonialzeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Herero.jpg|mini|Aus dem Bildbestand der [[Deutsche Kolonialgesellschaft|Deutschen Kolonialgesellschaft]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hereros ende 19 jahrhundert.jpg|links|mini|Herero, Ende 19. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Herero 3 Deutsch-Südwestafrika.jpg|mini|Herero um 1910 in Deutsch-Südwestafrika, aus: &amp;#039;&amp;#039;Die deutschen Kolonien&amp;#039;&amp;#039; von Kurt Schwab]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hererofrau (Christin) Deutsch-Südwestafrika.jpg|mini|Hererofrau um 1910, aus: &amp;#039;&amp;#039;Die deutschen Kolonien&amp;#039;&amp;#039; von Kurt Schwab]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende des 19. Jahrhunderts kamen die ersten eine dauerhafte Besiedlung anstrebenden Europäer ins Land. Im [[Damara]]land sowie auch im zentralen Hochland um die Stadt Windhoek herum erwarben deutsche Siedler von den Herero Land für den Aufbau von Farmen. Im Jahre 1883 schloss der Kaufmann [[Adolf Lüderitz|Franz Adolf Eduard Lüderitz]] einen Vertrag mit einheimischen Stammesältesten, der Grundlage späterer deutscher Kolonialherrschaft wurde. Südwest-Afrika wurde 1884 – nach Anerkennung durch die britische Krone – deutsche [[Kolonie]] (formalrechtlich [[Deutsche Kolonien|Deutsches Schutzgebiet]]) unter der Bezeichnung [[Deutsch-Südwestafrika]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen|diese historisch wichtigen Angaben sollten detailliert und kleinteilig nachgewiesen werden}}Zunächst herrschte ein gutes Einvernehmens zwischen der deutschen Kolonialverwaltung und den Herero. Bald kam es aber zu Konflikten zwischen den deutschen Kolonisten und den Herero-Hirten. Strittig waren oft Land- und Wasserrechte. Ein Konflikt entzündete sich am Bau der [[Otavibahn|Otavi-Bahn]]. Ein anderer Landkonflikt nahm seinen Ausgang in einem Kaufvertrag über mehrere „Meilen“ Land. Lüderitz hatte verschwiegen, dass es sich im Vertrag um deutsche [[Landmeile]]n zu ca. 7,5 km handelte. An sozialen Konflikten sind zu nennen die (rechtliche) [[Diskriminierung]], ungeahndete sexuelle Übergriffe auf Hererofrauen, [[Missionierung]], [[Unterdrückung]] und [[Ausbeutung]] der Einheimischen durch die Weißen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen|diese historisch wichtigen Angaben sollten detailliert und kleinteilig nachgewiesen werden}}Im Jahr 1897 trafen die von Südafrika her kommende [[Rinderpest]] und eine große [[Heuschreckenplage]] zusammen. Fast 70 % des Viehbestandes der Herero gingen verloren. Dies und die von den Händlern forcierten Kreditverkäufe führten zu einer nachhaltigen Verarmung der Herero und zwangen diese zu weiteren Landverkäufen sowie zur Lohnarbeit bei deutschen Farmern.&lt;br /&gt;
Diese Konflikte mündeten im Januar 1904, ausgelöst durch die Ungeschicklichkeit des deutschen Distriktchefs in Okahandja, Oberleutnant Ralf Zürn, in den [[Völkermord an den Herero und Nama|Hereroaufstand]], der unter Führung des Häuptlings [[Samuel Maharero]] mit der Plünderung der Stadt Okahandja seinen Anfang nahm. Die Vorplanung erfolgte durch brieflichen Austausch zwischen den Stammesführern, einige der Dokumente sind heute noch erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den anfänglichen Militärschlägen der Herero gegen die [[Kolonisation|Kolonisten]] gehörte das Niederbrennen aller Farmen und [[Siedlung]]en in ihrer Umgebung, wobei rund 150 deutsche Siedler, zumeist Männer, ermordet wurden. Da die Herero den Befehl ausgegeben hatten, [[Missionar]]e zu schonen, wurden diese später fälschlicherweise der Kollaboration beschuldigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Armee der aufständischen Herero war gut organisiert und mit Schusswaffen ausgerüstet. Die [[Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika]] unter Gouverneur [[Theodor Leutwein]] war zahlenmäßig weit unterlegen und war bereits durch einen „kleineren Aufstand der [[Bondelswart]]e“ im Süden des Landes gebunden. Nach den anfänglichen Erfolgen der Herero entsandte das [[Deutsches Kaiserreich|Deutsche Kaiserreich]] ein [[Expeditionskorps]] unter [[Lothar von Trotha]] mit etwa 15.000 Mann. Diese Truppe drängte die Herero rasch zurück. Die Deutschen suchten am [[Waterberg]] die Entscheidung. Die Herero verloren die [[Schlacht am Waterberg]] am 11. August 1904, jedoch konnten viele Hereros in die wasserarme [[Omaheke (Landschaft)|Omaheke]] flüchten. Die deutsche Schutztruppe und die mit ihnen verbündeten Orlam-[[Witbooi]] versuchten, die Omaheke abzuriegeln und die Hereros von den Wasserstellen zu vertreiben. Ausdrücklich wurde auch Frauen und Kindern die Möglichkeit verwehrt, sich den deutschen Soldaten zu ergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Trotha hatte bereits früh die Überzeugung erkennen lassen, dass die Nation der Herero vernichtet werden müsse. Sein Kommando resultierte im ersten [[Völkermord an den Herero und Nama|Völkermord ]] des 20. Jahrhunderts, der bis zu 80 Prozent des Hererovolkes das Leben kostete.&amp;lt;ref&amp;gt;Dominik J. Schaller: &amp;#039;&amp;#039;„Ich glaube, dass die Nation als solche vernichtet werden muss“: Kolonialkrieg und Völkermord in „Deutsch-Südwestafrika“ 1904–1907.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Genocide Research&amp;#039;&amp;#039;. 6:3, S. 398&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Krieg und danach kamen zwischen 25.000 und 100.000 Herero und 1749 Deutsche um. Nur etwa 1000 Herero gelang mit ihrem Häuptling Samuel Maharero die Flucht ins Betschuanaland. Eine unbekannte Anzahl kam nach Norden durch und wurde von den Ovambo aufgenommen. Einige Herero kehrten erschöpft und mutlos zurück und ergaben sich. Gefangene Herero internierten die Deutschen in [[Konzentrationslager in Deutsch-Südwestafrika|Konzentrationslager]] – eine Bezeichnung, die Reichskanzler [[Bernhard von Bülow|Bernhard Fürst von Bülow]] erstmals am 11. Dezember 1904 offiziell verwendete.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dhm.de/lemo/kapitel/kaiserreich/aussenpolitik/herero-krieg-1904.html &amp;#039;&amp;#039;Der Herero-Krieg 1904&amp;#039;&amp;#039;], LeMO, abgerufen am 25. August 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die auf deutscher Seite kämpfenden Witbooi waren über das Ausmaß der Vernichtung entsetzt. Einige flüchteten, da sie ein ähnliches Schicksal befürchteten. Nach dem Ausbruch des [[Völkermord an den Herero und Nama|Nama-Aufstandes]] wurden die restlichen Witbooi-Söldner entwaffnet und als Arbeitssklaven in die deutschen Kolonien [[Kamerun (Kolonie)|Kamerun]] und [[Togo (Kolonie)|Togo]] deportiert. Hier ging die Mehrzahl von ihnen zugrunde. In den Folgejahren kämpften einzelne Hereroabteilungen an der Seite der aufständischen Nama.&lt;br /&gt;
Im Betschuanaland führten die überlebenden Herero unter Samuel Maharero ein Minderheitendasein. Maharero starb 1923 im Exil, wurde am 23. August 1923 nach Okahandja überführt und dort unter Leitung des neuen Hererohäuptlings [[Hosea Kutako]] mit großem Zeremoniell beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachwirkungen des Völkermordes ===&lt;br /&gt;
Zum Gedenken an die [[Schlacht am Waterberg]] und an die in Okahandja bestatteten Hererohäuptlinge [[Tjamuaha ua Tjirue|Tjamuaha]], [[Maharero]], [[Samuel Maharero]] und [[Hosea Kutako]] wird alljährlich im August mit Schwerpunkt Okahandja der sogenannte [[Hererotag]] begangen. Er ist ein Tag des vom Stammesbewusstsein der Herero getragenen und in ihrem [[Ahnenkult]] begründeten Gedenkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 100. Jahrestag der Schlacht am Waterberg im August 2004 hat auch die deutsche Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit [[Heidemarie Wieczorek-Zeul]] vor Ort der Toten gedacht und sich dabei erstmals zur politischen und moralischen Schuld der deutschen Kolonialverwaltung bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Botschaft Windhuk: {{Webarchiv|text=Rede von Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul am 14. August 2004 in Okakarara |url=http://www.windhuk.diplo.de/Vertretung/windhuk/de/03/Gedenkjahre__2004__2005/Seite__Rede__BMZ__2004-08-14.html |wayback=20150711070123}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit dem 10. Juli 2015 erkennt die Bundesregierung die damaligen Ereignisse als [[Völkermord]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/politik/deutschland/namibia-massaker-bundesregierung-spricht-von-voelkermord-a-1043117.html &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Kolonialverbrechen: Bundesregierung nennt Herero-Massaker erstmals „Völkermord“&amp;#039;&amp;#039;] Spiegel Online, 10. Juli 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011 stellten Herero einen Antrag auf Rückführung der Herero-Schädel, die im Zuge der kolonialen Besetzung und des Völkermordes zu [[Rassismus|pseudowissenschaftlichen]] Untersuchungszwecken nach Deutschland exportiert worden waren. In der Berliner [[Charité]], bei der [[Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte]] und in Freiburger Universitätsgebäuden lagern noch immer viele dieser Schädel. Im November 2011 konnte eine Delegation von Herero die ersten Schädel in der Charité in Empfang nehmen und nach Namibia überführen. 2014 erfolgte eine zweite Übergabe in der Charité und auch eine erste Übergabe aus Freiburger Beständen.&amp;lt;ref&amp;gt;deutschlandfunk.de: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.deutschlandfunk.de/koloniale-skelettsammlungen-leichen-im-keller.740.de.html?dram:article_id=315706 Koloniale Skelettsammlungen – Leichen im Keller]&amp;#039;&amp;#039;, Zugriff am 12. Oktober 2015&amp;lt;/ref&amp;gt; Im August 2018 gab es eine weitere Übergabe von Gebeinen im Rahmen eines Gedenkgottesdienstes. Während der Zeremonie forderte die evangelische Bischöfin [[Petra Bosse-Huber]] die Anerkennung des Völkermords als Genozid ein. Staatsministerin [[Michelle Müntefering]] übergab die Gebeine an die namibische Delegation.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-08/kolonialgeschichte-rueckgabe-gebeine-namibia-gedenkgottesdienst-postkolonialismus | titel=Deutschland gibt Gebeine an Namibia zurück |  hrsg=Zeit online | datum=2018-08-29 | zugriff=2018-08-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr Details zu diesem Thema: siehe [[Völkermord an den Herero und Nama#Der Völkermord und die Bundesrepublik Deutschland|Der Völkermord und die Bundesrepublik Deutschland]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Hauptartikel ist auch hier: [[Völkermord an den Herero und Nama]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutsche Kolonialverbrechen  ===&lt;br /&gt;
Die Deutsche Bundesregierung bekennt sich zum „Deutschen Kolonialverbrechen“ in Namibia (Stand 2021). Die Nachfahren der Opfer des Verbrechens im Deutschen Kaiserreich werden finanzielle Unterstützung der Bundesregierung von Deutschland bekommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/politik/deutschland/genozid-an-herero-und-nama-namibia-begruesst-deutsche-anerkennung-des-voelkermords-a-5eae1b03-f9a6-4a50-af16-88a4ca9e9647 Spiegel.de - Politik - Deutsche Kolonialverbrechen - Namibia begrüßt die Anerkennung des Völkermords]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Heiko Maas]] benannte dieses Verbrechen der deutschen Kolonialtruppen als Völkermord.&amp;lt;ref&amp;gt;Spiegel.de - Politik - Deutschland - Genozid an Herero&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Herero in Angola ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Angola Ethnic map 1970-de.svg|mini|Karte der Volksgruppen in Angola, 1970 (orange: Gebiet der Herero)]]&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu Namibia ist die Geschichte der Herero in [[Angola]] wenig dramatisch. Sie haben sich als Hirtenvölker nördlich von Namibia in der heutigen [[Provinz Namibe]] ein Siedlungsgebiet ausgesucht, in dem es sonst lediglich kleine versprengte [[Khoisan]]-Gruppen gab. Dort führten und führen sie das Leben von Nomaden oder Halbnomaden. Der Besetzung dieses Teils von Angola durch die Portugiesen zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzten sie kaum Widerstand entgegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu einem kurzen und späten Aufflackern bei den Vakuval siehe [[René Pélissier]], &amp;#039;&amp;#039;Les guerres grises: Résistance et revoltes en Angola (1845–1941)&amp;#039;&amp;#039;, Montaments/Orgeval: Selbstverlag, 1977&amp;lt;/ref&amp;gt; Andererseits wurden sie aber auch von den Kolonialherren kaum behelligt, die an der Namibwüste und ihren spärlichen Bewohnern wenig Interesse hatten. Den Vakuval war es sogar recht, im Gebiet der heutigen Stadt [[Moçâmedes]], Saisonarbeit finden zu können, die ihnen die Möglichkeit einer Verbindung zu der Geldwirtschaft eröffnete, die sich langsam ausbreitete. Am antikolonialen Guerillakrieg in Angola (1961–1974) beteiligten sie sich nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als es 1974/75 zum bewaffneten Konflikt zwischen den drei Befreiungsbewegungen kam, wurden die Vakuval vom [[MPLA]] mit einem bescheidenen Kontingent an Waffen versorgt, um sie gegen [[FNLA]] und [[UNITA]] im Kampf um [[Lubango]] zu benutzen – an dem sie jedoch im Endeffekt praktisch nicht teilnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Mündliche Information des angolanischen Agronomen Júlio Artur de Morais, der über die Vakuval promoviert hat und sich damals in der Provinz [[Huíla]] aufhielt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der Unabhängigkeit Angolas (1975) setzten die Hererogruppen ihre Lebensweise wie gewohnt fort. Vom [[Bürgerkrieg in Angola]] (1975–2002) wurden sie kaum berührt, auch nicht durch die Errichtung von Basislagern der [[SWAPO]] im Südwesten Angolas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der wirtschaftlichen Entwicklung Angolas, die inzwischen teilweise auch diesen Landesteil erreicht hat, haben sie sich bisher kaum beeindrucken lassen – im Gegensatz etwa zu ihren Nachbarn, den [[Nhaneca-Humbe|Nyaneka-Nkhumbi]]. An übergreifenden Wirtschaftskreisläufen nehmen sie weiterhin nur begrenzt teil, nehmen Möglichkeiten zum Schulunterricht ihrer Kinder und zur Gesundheitsversorgung nur in Grenzen wahr und bleiben im Großen und Ganzen immun gegen Missionierungsversuche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Völkermord an den Herero und Nama]]&lt;br /&gt;
* [[Himba]]&lt;br /&gt;
* [[Ovatue]]&lt;br /&gt;
* [[Ovatjimba]]&lt;br /&gt;
* [[Ovazemba]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Kämpfe der deutschen Truppen in Südwestafrika. Auf Grund amtlichen Materials bearbeitet von der Kriegsgeschichtlichen Abteilung I des Großen Generalstabes&amp;#039;&amp;#039;,&lt;br /&gt;
** Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Der Feldzug gegen die Hereros. Mit 24 Abbildungen und 17 Skizzen&amp;#039;&amp;#039;, Ernst Mittler &amp;amp; Sohn, Königliche Hofbuchhandlung, Berlin 1906; [https://dds.crl.edu/item/39174 Digitalisat] vom [[Center for Research Libraries]] (CRL).&lt;br /&gt;
* Rachel Anderson: &amp;#039;&amp;#039;Redressing Colonial Genocide Under International Law – The Hereros’ Cause of Action Against Germany.&amp;#039;&amp;#039; 93 CALIF. L. REV. 1155 (2005).&lt;br /&gt;
* William Gervase Clarence-Smith: &amp;#039;&amp;#039;Slaves, Peasants and Capitalists in Southern Angola, 1840–1926.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge/New York 1979.&lt;br /&gt;
* [[Horst Drechsler]]: &amp;#039;&amp;#039;Südwestafrika unter deutscher Kolonialherrschaft.&amp;#039;&amp;#039; Akademie-Verlag, Berlin (DDR) 1984.&lt;br /&gt;
* Ruy Duarte de Carvalho: &amp;#039;&amp;#039;Eu fui lá visitar pastores.&amp;#039;&amp;#039; Gryphus, Rio de Janeiro 2000. (zu den Vakuval)&lt;br /&gt;
* Dag Henrichsen: &amp;#039;&amp;#039;Herrschaft und Alltag im vorkolonialen Zentralnamibia. Das Herero- und Damaraland im 19. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Basler Afrika Bibliographien&amp;#039;&amp;#039;). Basler Afrika Bibliographien und Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft, Basel bzw. Windhoek 2011, CH-ISBN 978-3-905758-23-8; NAM-ISBN 978-99916-40-98-3.&lt;br /&gt;
* Júlio Artur de Morais: &amp;#039;&amp;#039;Contribution à l’étude des écosystèmes pastoraux: Les Vakuval du Chingo.&amp;#039;&amp;#039; Doktorarbeit, Paris: Université de Paris VII, 1974.&lt;br /&gt;
* Toubab Pippa: &amp;#039;&amp;#039;Die Bosheit im Herzen der Menschen – Hendrik Witbooi und die schwarz-weiße Geschichte Namibias.&amp;#039;&amp;#039; Grüne Kraft Verlag, Löhrbach 2004, ISBN 3-922708-31-5.&lt;br /&gt;
* José Redinha: &amp;#039;&amp;#039;Etnias e culturas em Angola.&amp;#039;&amp;#039; Instituto de Investigação Científica de Angola, Luanda 1975.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Reith: &amp;#039;&amp;#039;Die Oberhäuptlinge des Hererovolkes – Von den Anfängen bis zum ungelösten Streit der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Brevi Manu, Windhoek 2017, ISBN 978-99916-895-1-7.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Helmut Rücker, Gerhard Ziegenfuß&lt;br /&gt;
   |Titel=Ein Schädel aus Namibia – Erhobenen Hauptes zurück nach Afrika&lt;br /&gt;
   |Auflage=3.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Anno-Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Ahlen&lt;br /&gt;
   |Datum=2018&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-939256-75-5&lt;br /&gt;
   |Kommentar=}}&lt;br /&gt;
* Theo Sundermeier: &amp;#039;&amp;#039;Die Mbanderu. Studien zu ihrer Geschichte und Kultur.&amp;#039;&amp;#039; Anthropos-Institut, St. Augustin 1977.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4024480-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4024480-5|LCCN=sh85060373|NDL=00576866}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herero| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kolonialgeschichte Afrikas]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Afrika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Namibia]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch-Südwestafrika]]&lt;/div&gt;</summary>
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