<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Herbert_Andorfer</id>
	<title>Herbert Andorfer - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Herbert_Andorfer"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Herbert_Andorfer&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-11T12:52:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Herbert_Andorfer&amp;diff=1453588&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-24621-31 am 22. April 2026 um 23:09 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Herbert_Andorfer&amp;diff=1453588&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-22T23:09:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Herbert Andorfer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[3. März]] [[1911]] in [[Linz]]; † [[17. Oktober]] [[2003]] in [[Anif]]) trat nach dem [[Anschluss Österreichs]] in den [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SS-Sicherheitsdienst]] (SD) ein, er war Lagerkommandant im [[KZ Sajmište]], anschließend Kommandant einer nach ihm benannten Einheit zur Bekämpfung des Widerstands in Norditalien, die schwere [[NS-Prozesse|Kriegsverbrechen]] beging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend ===&lt;br /&gt;
Herbert Andorfer wurde als uneheliches Kind am 3. März 1911 in Linz geboren. Er wuchs bei seiner Mutter in [[Salzburg]] auf, wo er 1929 seine Matura machte und eine Berufsausbildung zum [[Hotelfachmann]] begann. Bereits während der Schulzeit wurde er Mitglied einer deutschnationalen Studentenverbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Christiaan F 2012&amp;quot;&amp;gt;Christiaan F. Rüter, Dick W. de Mildt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Justiz und NS-Verbrechen]]. Sammlung (west-)deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen, 1945–2012,&amp;#039;&amp;#039; Bd. 31, Fall 700, Amsterdam, München 2004, S. 674–691 ([https://junsv.nl/westdeutsche-gerichtsentscheidungen Online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach seiner Berufsausbildung arbeitete er zwei Sommer in [[Bad Ischl]] als Hotelsekretär und war, abgesehen von einem Pensum als Tür-zu-Tür-Verkäufer, bis 1934 arbeitslos. Zum 2. Oktober 1931 trat er der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 610.869) sowie zum 20. September 1933 der [[Schutzstaffel|SS]] bei (SS-Nummer 309.600).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-III/514568&amp;lt;/ref&amp;gt; 1934 wurde er Ortsgruppenleiter von [[Sölden]] in der mittlerweile illegalen Partei. Von 1934 bis 1938 arbeitete er in einem Hotel in Sölden als Hotelsekretär oder Geschäftsführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Im Mai 1938 ging er nach [[Innsbruck]], um hauptamtlich im Stab der Allgemeinen SS, Abschnitt 36, zu arbeiten. Anschließend meldete er sich zum [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SD]] und wurde in der Abteilung III (Nachrichtendienst Inland) eingesetzt. Vier Semester studierte er vom SD-Dienst freigestellt ohne Abschluss [[Staatswissenschaften]] in Innsbruck und wurde 1940 nach Salzburg versetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{GedenkorteEuropa|id=1164/-|name=Andorfer, Herbert (1911–2007)}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort war Andorfer im [[Gehobener Dienst|gehobenen Dienst]] als SD-Sachbearbeiter im Nachrichtendienst tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Browning&amp;quot;&amp;gt;Christopher R. Browning: &amp;#039;&amp;#039;Fateful months: essays on the emergence of the final solution&amp;#039;&amp;#039;, Teaneck 1985, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;AnderlManoschek243&amp;quot;&amp;gt;[[Gabriele Anderl]], Walter Manoschek: &amp;#039;&amp;#039;Gescheiterte Flucht: der jüdische „Kladovo-Transport“ auf dem Weg nach Palästina. 1939–1942&amp;#039;&amp;#039;, 1993, S. 243.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Yad Vashem studies, Band 15&amp;#039;&amp;#039;, 1983, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von dort wurde er in das Ausbildungslager Pretzsch an der Elbe geschickt, wo für die Tätigkeit in den sog. Einsatzgruppen der SS im rückwärtigen Gebiet der Front ausgebildet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Christiaan F 2012&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einsatz auf dem Balkan 1941–1943 ===&lt;br /&gt;
Mit dem [[Balkanfeldzug (1941)|deutschen Angriffskrieg gegen Jugoslawien]] gelangte er als Angehöriger des Führungsstabs des SS-Einsatzkommandos Agram der [[Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD|Einsatzgruppe E]] nach [[Zagreb]]. Nach Einsätzen gegen [[Volksbefreiungsarmee (Jugoslawien)|Widerstandsgruppen]] in der Nähe von Marburg ([[Maribor]]) im Sommer 1941 wurde er zum 1. September 1941 zum [[SS-Untersturmführer]] befördert. Am 29. Oktober wurde er zum [[Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD]] (BdS) nach [[Belgrad]] versetzt. Bis Januar 1942 war er im [[Konzentrationslager]] [[Šabac]] eingesetzt. Dort waren auch Juden und Roma inhaftiert, von denen viele Hinrichtungen als „Vergeltungsmaßnahmen“ zum Opfer fielen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karola Fings]], [[Cordula Lissner]], [[Frank Sparing]]: &amp;#039;&amp;#039;„… einziges Land, in dem Judenfrage und Zigeunerfrage gelöst.“ Die Verfolgung der Roma im faschistisch besetzten Jugoslawien 1941–1945,&amp;#039;&amp;#039; Köln o. J. (1992), S. 35f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das für sein brutales Auftreten hinter der Front bekannte [[Reserve-Polizei-Bataillon 64]] war dort 1941 eingesetzt. Der SD, dem Andorfer angehörte, führte in Šabac „Verhöre“ von Häftlingen durch, die des Widerstands denunziert worden waren. Die Überlebenden der SD-Prozeduren wurden von Exekutionskommandos des Polizei-Bataillons erschossen. Etwa 1000 Menschen wurden im [[KZ Šabac]] Opfer der Ordnungspolizeieinheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Manoschek: &amp;#039;&amp;#039;„Serbien ist judenfrei“. Militärische Besatzungspolitik und Judenvernichtung in Serbien 1941/42&amp;#039;&amp;#039;. München 1993, S. 79.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Januar 1942 bis 1943 war Andorfer [[KZ-Kommandant|Kommandant]] des [[KZ Sajmište]], das von der deutschen Besatzung nach dem Abriss der bestehenden Bebauung im Belgrader Roma-Viertel Zemun (deutsch: Semlin) eingerichtet wurde und in dem vor allem Juden, [[Roma]] und Angehörige und mutmaßliche Sympathisanten der jugoslawischen &amp;#039;&amp;#039;Nationalen Befreiungsfront&amp;#039;&amp;#039; festgehalten wurden. Es diente als Sammellager für tausende Frauen und Kinder der als Geiseln erschossenen Juden und Roma. Es wurde von Angehörigen des Reserve-Polizei-Bataillons 64 bewacht,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Christiaan F 2012&amp;quot; /&amp;gt; das Andorfer aus Šabac kannte. Angehörige des Bataillons waren auch an der Erschießung von in Sajmište inhaftierten Juden beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Klemp: &amp;#039;&amp;#039;„Nicht ermittelt“. Polizeibataillone und die Nachkriegsjustiz. Ein Handbuch,&amp;#039;&amp;#039; Essen 2005, S. 37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Klemp: &amp;#039;&amp;#039;„50 Kommunisten aufgehängt, 350 Häuser niedergebrannt“ - Der Einsatz des Reserve-Polizei-Bataillons 64 auf dem Balkan 1941–1943,&amp;#039;&amp;#039; in: Alfons Kenkmann, Christoph Spieker (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Im Auftrag. Polizei, Verwaltung und Verantwortung&amp;#039;&amp;#039; (Villa ten Hompel, Schriften, Bd. 1), Essen 2001, S. 200–224.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensbedingungen KZ Sajmište waren unerträglich: Überfüllung, verfaulte Kartoffeln und Wassersuppen in Kleinstmengen als Ernährung. Ab März 1942 wurden unter Andorfer zwei Monate lang insgesamt zwischen 7500 und 8000 Juden mit einem [[Gaskammer (Massenmord)#Gaswagen|Gaswagen]] täglich jeweils durch Belgrad gefahren, auf der Fahrt umgebracht und dann auf einem Schießplatz an der Peripherie verscharrt. Andorfer begleitete im PKW regelmäßig diese Fahrten bis zum Ausladen der Leichen. Zu den Opfern gehörten auch die bis dahin Überlebenden des [[Kladovo-Transport]]s. Nach dem Ende der Morde wurde das serbische Entladungs- und Begräbniskommando, das von Angehörigen des Reserve-Polizei-Bataillons 64 bewacht wurde, erschossen. In der Literatur findet sich die Angabe, Roma-Häftlinge seien von der Mordaktion ausgenommen gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Manoschek: &amp;#039;&amp;#039;„Serbien ist judenfrei“. Militärische Besatzungspolitik und Judenvernichtung in Serbien 1941/42&amp;#039;&amp;#039;. München 1993, S. 178. Die Angabe des Autors wurde so in weitere Literatur übernommen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Inhaftierungen wurden nach dem Massenverbrechen fortgesetzt. Ihnen folgte ihn vielen Fällen die Ermordung im Lager.&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben in diesem Abschnitt, soweit nicht anders angegeben: Walter Manoschek: &amp;#039;&amp;#039;„Serbien ist judenfrei“. Militärische Besatzungspolitik und Judenvernichtung in Serbien 1941/42&amp;#039;&amp;#039;. München 1993, S. 177ff. mit Anm. 54, 230f.; Karola Fings, Cordula Lissner, Frank Sparing: &amp;#039;&amp;#039;„… einziges Land, in dem Judenfrage und Zigeunerfrage gelöst.“ Die Verfolgung der Roma im faschistisch besetzten Jugoslawien 1941–1945,&amp;#039;&amp;#039; Köln o. J. (1992), S. 34–36.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonderkommando Andorfer in Italien 1943–1945 ===&lt;br /&gt;
Im Herbst 1943 gelangte Andorfer nach Italien und wurde zum Kommandeur der nach ihm benannten [[Bandenbekämpfung]]seinheit ernannt. Das vom Kommando der Sicherheitspolizei und des SD in [[Verona]] abhängige &amp;#039;&amp;#039;mobile Sonderkommando Andorfer&amp;#039;&amp;#039; war an zahlreichen gegen vermeintliche [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus#Italien|Partisanen]] gerichtete Einsätze in der [[Lombardei]], [[Piemont]] und [[Ligurien]] beteiligt. Zum 9. November 1943 wurde Andorfer zum [[SS-Obersturmführer]] befördert. Im März 1944 wurde er mit der Leitung des SD-Außenpostens [[Savona]] und [[Imperia (Ligurien)|Imperia]] in Ligurien betraut. Zwischen dem 6. und 11. April 1944 war das Sonderkommando Andorfer an der [[Massaker von Benedicta|Razzia im Kloster Benedicta]] bei [[Bosio (Piemont)|Bosio]] beteiligt, in dessen Verlauf über 140 gefangen genommene Partisanen erschossen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Pierpaolo Rivello: &amp;#039;&amp;#039;Quale giustizia per le vittime dei crimini nazisti? L’eccidio della Benedicta e la strage del Turchino tra storia e diritto.&amp;#039;&amp;#039; Giappichelli, Turin 2002 ISBN  978-88-348-2234-0 S. 123&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gentile&amp;quot;&amp;gt;[[Carlo Gentile]]: &amp;#039;&amp;#039;Intelligence e repressione politica. Appunti per la storia del servizio di informazioni SD in Italia 1940-1945.&amp;#039;&amp;#039; S. 24 ([https://www.academia.edu/366435/I_servizi_segreti_tedeschi_in_Italia_1943-1945 PDF]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Residori&amp;quot;&amp;gt;Sonia Residori: &amp;#039;&amp;#039;Il massacro del Grappa. Vittime e carnefici del rastrellamento (21–27 settembre 1944).&amp;#039;&amp;#039; S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1944 übernahm er den Außenposten [[Macerata]] in den [[Marken]], bevor sein Sonderkommando einen Monat später der [[Luftflotte 2]] in [[Parma]] unterstellt und bei den Bandenbekämpfungsaktionen mit [[Decknamen deutscher Militäroperationen im Zweiten Weltkrieg|Decknamen]] Wallenstein I, II und III im [[Apennin]] zwischen der [[Emilia-Romagna]] und Ligurien eingesetzt wurde. Ab September 1944 war das Sonderkommando Andorfer in [[Rovereto]] und [[Feltre]] stationiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gentile&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Residori&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende September war das Sonderkommando an der [[Operation Piave]] in [[Venetien]] beteiligt, das sich sowohl gegen Partisanen als auch gegen Zivilisten richtete. Häuser von Verdächtigen wurden mit den Bewohnern abgebrannt, am 23. und 24. September 1944 wurden von einem deutschen Erschießungskommando 16 verdächtige Jugendliche in einer Kaserne erschossen.&amp;lt;ref&amp;gt;Geschichte von Bassano: &amp;#039;&amp;#039;Il Rastellamento del la Grappa e le rappresaglie,&amp;#039;&amp;#039; siehe: [http://www.storiadibassano.it/i-venti-mesi-della-resistenza/il-rastrellamento-del-grappa-e-le-rappresaglie.html storiadibassano.it].&amp;lt;/ref&amp;gt; Andorfer beabsichtigte auch, in jedem Dorf um den [[Monte Grappa]] 30 angebliche oder tatsächliche Widerstandskämpfer öffentlich hinzurichten. Nachdem die meisten potentiellen Opfer hatten fliehen können, ließ er plakatieren, jedem Mann das Leben zu lassen, der sich freiwillig zur Flak oder zur [[Organisation Todt]] melde. Eltern überredeten ihre Söhne, dorthin zu gehen, weil sie hofften, diese würden sich so retten können. Es meldeten sich 31 junge Männer. Andorfer gab den Befehl zu ihrer Ermordung, seine „rechte Hand“, der Waffen-SS-Rottenführer Karl Franz Tausch, der später den italienischen Beinamen „deutscher Henker“ erhielt, hatte die Verantwortung für die konkrete Umsetzung. Am 26. September 1944 ließ er die Opfer mit einem Karton mit der Aufschrift „Bandit“ auf der Brust von Angehörigen des italienischen faschistischen Jugendverbands an Telefonkabeln an den Bäumen dreier Straßen in [[Bassano del Grappa]] aufhängen. Sie würden, lautete der zynische Kommentar, so „die Ehre Italiens retten“. Opfern, die nach der Strangulation noch atmeten, hatten die jugendlichen Zwangshenker den Rumpf nach unten zu ziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Aldo Cazzullo]]: &amp;#039;&amp;#039;Viva l&amp;#039;Italia! Risorgiomento et Resistenza&amp;#039;&amp;#039;, Mailand 2010, S. 89; Sebastian Weißgerber: &amp;#039;&amp;#039;Wehrmachts-Verbrechen. Unter Verdacht,&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Rundschau,&amp;#039;&amp;#039; 25. September 2008, siehe auch: [https://www.fr.de/politik/unter-verdacht-11596276.html fr.de].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach kamen die Waffen-SS-Leute im &amp;#039;&amp;#039;Caffè Centrale&amp;#039;&amp;#039; und im &amp;#039;&amp;#039;Hotel Al Cardellino&amp;#039;&amp;#039; zusammen, um auf die Erschießungen wenige Tage zuvor und auf die Erhängungen „anzustoßen und um zu feiern“.&amp;lt;ref&amp;gt;Aldo Cazzullo, Viva l&amp;#039;Italia! Risorgiomento et Resistenza, Mailand 2010, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1945 wurde der Außenposten Rovereto aufgelöst und Andorfer mit der Leitung des Außenpostens [[Novara]] betraut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gentile&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andorfer wurde vom NS-Regime mit dem Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern (1942), dem Eisernen Kreuz II. Klasse (1944), dem Eisernen Kreuz I. Klasse (1945) und dem [[Bandenkampfabzeichen|SS-Bandenkampfabzeichen]] ausgezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Pfeifer, Zum Feier- und Bedenkjahr 2005:&lt;br /&gt;
Patriotische Einleitung, in: haGalil. Jüdisches Leben online, 1. Januar 2005, siehe: [http://www.hagalil.com/archiv/2005/01/einleitung.htm hagalil.com].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach dem Ende des NS-Regimes ===&lt;br /&gt;
Andorfer, der sich in der Endphase des [[Zweiter Weltkrieg|Kriegs]] 1945 aufgrund einer Verletzung „im Rahmen eines Bandeneinsatzes“, wie es im späteren Prozess hieß, entweder in einem Lazarett im italienischen grenznahen Como oder in einem Schweizer Lazarett befand, gelangte von dort auf einer [[Rattenlinien|Rattenlinie]] über Schweden und New York mit falschen Papieren, die auf den Namen „Hans Mayer“ lauteten, 1946 nach [[Venezuela]] und wurde dort eingebürgert. Mit seiner falschen Identität kehrte er später nach Österreich zurück. Er arbeitete unter seinem echten Namen erneut als Hotelsekretär und wurde mit dieser Identität von der Republik Österreich neu eingebürgert. Als Reiseleiter hielt er sich viel im Ausland auf, sodass seine Identität ständig überprüft wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Christiaan F 2012&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1964 hatte es Ermittlungen zu den Verbrechen im KZ Sajmište und zur Rolle Andorfers gegeben. Im Mai 1967 war er in Untersuchungshaft gekommen und am 30. Januar 1969 wurde er vom [[Landgericht Dortmund]] wegen Beihilfe zum Mord an „mindestens 5.500“ jüdischen Häftlingen des KZ Sajmište im Gaswagen zu 2½ Jahren Haft verurteilt. Das Gericht war der Meinung, „die für Beihilfe zum Mord vorgesehene gesetzliche Mindeststrafe von drei Jahren Zuchthaus“ könne „unterschritten werden“, da die Milderungsgründe „eindeutig überwiegen“ und die „doppelte Milderungsmöglichkeit“ anzurechnen sei. So könne ein Verbotsirrtum nicht ausgeschlossen werden und schließlich habe der „im übrigen untadelige“ Andorfer „durch seine Beihilfe bei der strafbaren Tötung“ der Tausende ein hartes „Nachkriegsschicksal“ erlitten: er sei „völlig heimatlos“ geworden. Haft sei überdies für Ältere schlimmer als für Jüngere. Da Andorfer die Untersuchungshaft in Österreich und in Deutschland komplett angerechnet wurde, war er mit Abschluss des Prozesses wieder auf freiem Fuß. Da er „zur Zeit der Tat keiner ehrlosen Gesinnung“ gewesen sei, wurden ihm die „bürgerlichen Ehrenrechte“ nicht aberkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Alle Angaben nach: Christiaan F. Rüter, Dick W. de Mildt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Justiz und NS-Verbrechen]]. Sammlung (west-)deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen, 1945–2012,&amp;#039;&amp;#039; Bd. 31, Fall 700, Amsterdam/München 2004, S. 674–691.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Andorfers SD-Tätigkeit im KZ Šabac sind keine Ermittlungen bekannt. In dem Dortmunder Verfahren wurde sein Aufenthalt dort nicht thematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die deutschen Verbrechen der „Operation Piave“ und insbesondere das [[Massaker]] von Bassano del Grappa in Italien allgemein bekannt waren, nahm erst im Juli 2008 ein italienischer Militärstaatsanwalt nach vom [[Simon-Wiesenthal-Zentrum]] initiierten Recherchen italienischer Historiker Ermittlungen dazu auf. Dadurch angeregt wurde dann auch durch die Staatsanwaltschaft Darmstadt ein Verfahren eingeleitet. Zu Anklagen und Verurteilungen konnte es jedoch weder in Italien noch in Deutschland noch kommen, da Andorfer inzwischen in einem Altersheim in [[Anif]] bei [[Salzburg]] verstorben war und Tausch im Laufe der Ermittlungen [[Selbstmord]] beging.&amp;lt;ref&amp;gt;„Ho visto il boia di Bassano“. Un giornalista dell&amp;#039;Espresso scova Tausch, in: La Tribuna di Treviso, 25. Juli 2008, siehe auch: [http://tribunatreviso.gelocal.it/regione/2008/07/25/news/ho-visto-il-boia-di-bassano-1.1455667 gelocal.it].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ilgazzettino.it/pay/vicenza_pay/per_diversi_decenni_stato_solo_un_nome_storpiato_sepolto_le_carte_dei-589047.html|werk=ilgazzettino.it |datum=2014-09-14|titel=Per diversi decenni è stato solo un nome storpiato, sepolto tra le carte |sprache=it |abruf=2019-09-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Tausch hatte seinen Lebensabend bis dahin in Langen (Hessen) verbracht. Er war 1947 in der ČSR aus anderen Gründen als NS-belastet zu 20 Jahren Haft und Arbeit in einem Bergwerk verurteilt, aber bereits 1954 amnestiert und in die Bundesrepublik entlassen worden. Dort war er zunächst mehrere Jahre als Kriminalpolizist in Ludwigshafen tätig, bevor er als Programmierer und EDV-Spezialist im In- und Ausland arbeitete. 16 Mal reiste er nach Italien, wo er in den Hotels stets seine richtigen Personalien angab.&amp;lt;ref&amp;gt;Wehrmachtsverbrechen Verdächtiger nimmt sich das Leben, in: Frankfurter Rundschau, 26. September 2008, siehe auch: [https://www.fr.de/politik/verdaechtiger-nimmt-sich-leben-11595337.html fr.de].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Christopher R. Browning]]: &amp;#039;&amp;#039;The Final Solution in Serbia. The Semlin Judenlager, a Case Study&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Yad Vashem Studies&amp;#039;&amp;#039; 15 (1983), S. 55–90.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Personenlexikon zum Dritten Reich]]. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8.&lt;br /&gt;
* [[Walter Manoschek]]: &amp;#039;&amp;#039;Serbien ist judenfrei.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg Verlag, München 1993, ISBN 978-3-486-56137-1.&lt;br /&gt;
* Sonia Residori: &amp;#039;&amp;#039;Il massacro del Grappa. Vittime e carnefici del rastrellamento (21–27 settembre 1944).&amp;#039;&amp;#039; IstreVi-Cierre edizioni, Verona 2007, ISBN 978-88-8314-442-4.&lt;br /&gt;
* Christian Wendt: &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Herbert Andorfer. Rechtliche Analyse des Urteils des Landgerichts Dortmund.&amp;#039;&amp;#039; Thesis, HSPV NRW, Münster 2024 ([http://www.sblq.de/files/Christian-Wendt,-Der-Fall-Herbert-Andorfer--Rechtliche-Analyse-des-Urteils-des-Landgerichts-Dortmund,-Bachelorarbeit-2024.pdf sblq.de] [PDF]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/50b49693-ae74-4b1a-92e0-03da11b95d84/ SS-Führerpersonalakte beim Bundesarchiv Berlin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GNDfehlt=ja|GNDCheck=2019-09-18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Andorfer, Herbert}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SD-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Jugoslawiens 1941–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Italiens 1943–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (NS-Kriegsverbrechen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rattenlinien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Venezolaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1911]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2003]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Andorfer, Herbert&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Waffen-SS-Obersturmführer, Kommandant des KZ Sajmište und beteiligt an Verbrechen eines SS-Kommandos in Norditalien&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=3. März 1911&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Linz]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. Oktober 2003&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Anif]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-24621-31</name></author>
	</entry>
</feed>