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	<title>Henry Jolles - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T00:45:04Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Hardenacke: /* Literatur */ + wikilink</title>
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		<updated>2025-06-09T16:11:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; + wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Henry Jolles&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[28. November]] [[1902]] in [[Berlin]]; † [[16. Juli]] [[1965]] in [[São Paulo]]; eigentlich &amp;#039;&amp;#039;Heinz Jolles&amp;#039;&amp;#039;) war ein deutscher [[Pianist]] und [[Komponist]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung und Beruf ==&lt;br /&gt;
Im Alter von fünf Jahren nahm Jolles in seiner Heimatstadt Berlin Klavierunterricht bei Moritz Mayer-Mahr und später bei [[Rudolf Breithaupt]]. 1922 setzte er seine Studien zunächst bei [[Edwin Fischer]] und anschließend bei [[Artur Schnabel]] fort. Darüber hinaus studierte Jolles Komposition bei [[Paul Juon]] und nahm zusätzlich Privatunterricht bei dem zwei Jahre älteren [[Kurt Weill]], mit dem er befreundet war. Außerdem besuchte er musikwissenschaftliche Kurse an der [[Humboldt-Universität zu Berlin|Berliner Universität]] bei den Musikwissenschaftlern [[Max Friedlaender (Musikwissenschaftler)|Max Friedlaender]] und [[Johannes Wolf (Musikwissenschaftler)|Johannes Wolf]]. 1924 war Jolles Leiter der Klavierklasse am [[Klindworth-Scharwenka-Konservatorium]] in Berlin. Im Jahr darauf war er Solist der [[Berliner Philharmoniker]] und spielte [[Sergei Prokofjew]]s drittes Klavierkonzert in einer deutschen Erstaufführung. 1928 übernahm er an der [[Kölner Musikhochschule]] die Klavierklasse der Schulmusikabteilung und an der [[Rheinische Musikschule|Rheinischen Musikschule]] die Klavierausbildungsklasse. Nach einem Konzert als Solist des Gürzenich-Orchesters im Jahre 1932 nannte ihn der Kölner Stadtanzeiger „einen der besten der jungen Pianistengeneration“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Emigration und Exil in Brasilien ==&lt;br /&gt;
1933 wurde Jolles von den Nationalsozialisten öffentlich als Jude diffamiert und aus allen Ämtern entlassen. Er floh nach Paris, wo es ihm gelang sich im Musikleben der Stadt zu etablieren. Jolles gründete die Konzertgesellschaft „La Sonate“, die ihre Konzerte am Pariser Conservatoire veranstaltete. Frankreich wurde ihm zur zweiten Heimat, insbesondere nachdem er 1939 in Paris eine Französin geheiratet hatte. Doch als Hitler ein Jahr später mit der Okkupation Frankreichs begann, musste das Ehepaar Jolles nach Brasilien fliehen. 1940 erhielt Jolles eine Einreisegenehmigung für Brasilien, ließ sich mit seiner Frau in São Paulo nieder und änderte den für Südamerikaner unaussprechlichen Vornamen Heinz in Henry. Im Oktober 1945 kam ihr Sohn Oliver zur Welt. Wenig später erfuhr Jolles, dass seine Mutter und seine Schwester 1943 in das [[Konzentrationslager Auschwitz]] verschleppt und vergast worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tätigkeit in Brasilien ==&lt;br /&gt;
In den 1940er Jahren konzertierte Henry Jolles in mehr als 40 Städten in Brasilien und Uruguay. Dabei erweiterte er sein Repertoire um zeitgenössische brasilianische Klavierwerke, namentlich von Heitor Villa Lobos, Camargo Guarnieri, Paulo Guedes, Barroso Neto, Lorenzo Fernandez und Agostino Cantu. 1952 berief ihn der Komponist und Dirigent Hans-Joachim Koellreutter (ebenfalls ein deutscher Exilant) als Professor für Klavier an der Escola livre de musica in São Paulo. Auf seinen Europatourneen, die er von Brasilien aus nur mit Mühen selbst organisieren konnte, bestritt er den zweiten Teil seines Konzertprogramms immer häufiger allein mit brasilianischen Klavierwerken. Er spielte sie in Deutschland in allen großen Rundfunkanstalten ein und trat auch wieder als Solist der Berliner Philharmoniker auf. 1962–64 feierte Jolles seine letzten großen, sehr erfolgreichen Konzertreisen durch die USA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Jolles’ Kompositionen sind – soweit bekannt – im brasilianischen Exil entstanden. Tief erschüttert vom Freitod des ebenfalls vor den Nationalsozialisten geflohenen Ehepaars Zweig vertonte er 1942 mit &amp;#039;&amp;#039;Ultimo poema&amp;#039;&amp;#039; für Gesang und Klavier das „letzte Gedicht“ von Stefan Zweig. Weitere Kompositionen sind das Ballett &amp;#039;&amp;#039;Carmen&amp;#039;&amp;#039; (1943), eine Sonate für Violine und Klavier (1951), &amp;#039;&amp;#039;Schumanniana&amp;#039;&amp;#039; für Klavier (1956) und &amp;#039;&amp;#039;Pequeno notturno sobre um tema de F. Chopin&amp;#039;&amp;#039;, fis-moll für Klavier. Darüber hinaus schrieb er die Kadenzen zu Mozarts Klavierkonzerten selbst und ergänzte Fragmente von Franz Schubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Vilém Flusser]]: &amp;#039;&amp;#039;Henry Jolles&amp;#039;&amp;#039;, in: O Estado de S. Paulo, Suplemento Literário, OESP, 9 (440): 1, São Paulo, 31. Juli 1965, S. 1.&lt;br /&gt;
* Dirk Möller: Heinz (Henry) Jolles. „Oft denke ich, ich bin 1933 gestorben“, in: Musik im Exil. Folgen des Nazismus für die internationale Musikkultur, Hanns-Werner Heister, [[Claudia Maurer Zenck]], Peter Petersen (Hrsg.), Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch, 1993, S. 132–146.&lt;br /&gt;
* Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. International biographical dictionary of Central European emigrés 1933–1945, 4 Bde., [[Werner Röder]], [[Herbert A. Strauss]], Institut für Zeitgeschichte München (Hrsg.), München u. a.: Saur, 1983.&lt;br /&gt;
* Verdrängte Musik. Berliner Komponisten im Exil, Habakuk Traber, Elmar Weingarten (Hrsg.), Berliner Festspiele GmbH, Berlin: Argon, 1987.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Liste bekannter deutschsprachiger Emigranten und Exilanten (1933–1945)]]&lt;br /&gt;
* [[Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00002597?wcmsID=0003 Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit]&lt;br /&gt;
* [https://www.exilarchiv.de/?p=583 Henry Jolles (Kurzbiografie)] In: [[Exil-Archiv]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=127083332|LCCN=no2015076278|VIAF=39565701}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Jolles, Henry}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komponist (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klassischer Pianist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Emigrant in Brasilien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Opfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Klindworth-Scharwenka-Konservatorium)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1902]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1965]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Jolles, Henry&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Jolles, Heinz&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Pianist und Komponist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=28. November 1902&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=16. Juli 1965&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[São Paulo]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hardenacke</name></author>
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