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	<title>Hemmoorer Eimer - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T15:43:51Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hemmoorer_Eimer&amp;diff=494429&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hartmann Linge: keine zwei Zahlen hintereinander</title>
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		<updated>2026-01-19T11:32:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;keine zwei Zahlen hintereinander&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Hemmoorer Eimer.jpg|mini|Hemmoorer Eimer aus [[Warstade]] – Typ 55 nach [[Hans Jürgen Eggers]]]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hemmoorer Eimer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden dünnwandige, zumeist zylindrische Metallgefäße mit abgerundetem Boden und einem Standring- oder Fuß bezeichnet. Neben aus [[Messing]] oder [[Bronze]] gefertigten Exemplaren sind auch einige wenige [[Silber|silberne]] [[Eimer]] bekannt. Sie stammen sämtlich aus [[Römisches Reich|römischer]] Produktion und wurden nach ihrem Fundort [[Hemmoor]] im [[Landkreis Cuxhaven]] benannt, wo 18 Stück von ihnen in den Jahren 1892 und 1893 entdeckt wurden. Bisher wurden insgesamt etwa 150 Hemmoorer Eimer gefunden. Einige sind, ähnlich den älteren [[Situla (Gefäß)|Situlen]], mit einem umlaufenden [[Relief]]-[[Fries]] verziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datierung und Funktion ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Escudella tipus &amp;quot;Hemmoor&amp;quot; i bol amb broc i coberta parcial, s. II - III dC, Museu Històric del Palatinat.JPG|mini|Hemmoorer Eimer aus dem [[Hortfund von Neupotz]]]]&lt;br /&gt;
Bei den Fundorten handelt es sich meist um [[Germanen|germanische]] [[Gräberfeld]]er, die eine Vielzahl römischer Metallgegenstände sowie Holz- und Keramikgefäße zu Tage brachten. Die Deponierung der Eimer erfolgte in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts. Die Eimer wurden als [[Bestattungsurne|Urnen]] zur Aufnahme des Leichenbrandes benutzt und vergraben. Ihre eigentliche Funktion war vermutlich prunkvolle Haushaltsausstattung bzw. Kücheninventar. Einen Hinweis darauf liefert das Relief auf dem [[Sarkophag von Simpelveld]] aus dem Süden der [[Provinz Limburg (Niederlande)|Provinz Limburg]] ([[Niederlande]]) im [[Rijksmuseum van Oudheden]], [[Leiden (Stadt)|Leiden]]. Es zeigt zwei der Eimer zusammen mit anderer Ausstattung. Der [[Matronenstein]] aus [[Römische Befunde in Soller (Vettweiß)|Soller]] (Gemeinde [[Vettweiß]], [[Kreis Düren]]), welcher von einem M. Aurelius Pacatus den vesuviahenischen Matronen gestiftet wurde, zeigt einen mit Obst gefüllten Eimer.&amp;lt;ref&amp;gt;{{CIL|13|7849|R=}} = [https://edh.ub.uni-heidelberg.de/edh/inschrift/HD079675 Epigraphische Datenbank Heidelberg HD079675].&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus provinzialrömischen Zusammenhängen sind auch einige originale Stücke bekannt, etwa die Silberexemplare im [[Schatz von Chaourse]]. Die Fundstücke aus dem [[Hortfund von Neupotz]] sind bei Plünderungszügen in Gallien erbeutet worden und gelangten bei der Rückkehr der „Barbaren“ in den Rhein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Heinrich Willers (Archäologe)|Heinrich Willers]] vermutete 1907, dass die Gefäße ursprünglich aus [[Capua]] importiert wurden. Ab etwa 150 n.&amp;amp;nbsp;Chr. sollen sie mit heimischem [[Smithsonit|Galmei]] hergestellt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Hemmoorer Eimer haben am oberen Rand einen 5 bis 7&amp;amp;nbsp;cm breiten umlaufenden Relieffries, der an Verzierungen auf [[Terra Sigillata]]-[[Keramik]]en erinnert. Die Form und die Verzierungen scheinen von den ab der 2.&amp;amp;nbsp;Hälfte des 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. bis zum 4.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert in Norditalien ([[Bologna]] und Este) gefertigten bronzenen [[Situla (Gefäß)|Situla]]-Gefäßen abgeleitet zu sein. Selten weisen die Verzierungen Silbertauschierungen und [[Email]]einlagen auf, wodurch ihr Charakter als Prunkgefäß noch gesteigert wird. Nahezu alle Eimer sind mit Henkeln oder Laschen für Henkel versehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellung ==&lt;br /&gt;
Die Hemmoorer Eimer bestanden zumeist aus dünnem Messingblech mit einer Wandstärke von nur 0,4 bis 1,0&amp;amp;nbsp;mm. In Fachkreisen wurde lange über die Herstellungsart der Eimer aus [[Messing]] spekuliert. So wurde der Guss in der [[Verlorene Form|Verlorenen Form]] mit anschließendem Überdrehen oder Treiben diskutiert. Letztendlich ergaben Untersuchungen der [[Hochschule Bielefeld]] Abteilung [[Maschinenbau]], dass die Eimer im Metalldrückverfahren in einer Hartholzform hergestellt wurden. Die Produktion erfolgte dabei mit sehr hohem fertigungstechnischem Geschick. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass das ursprüngliche Gewicht der Eimer ziemlich genau dem Vielfachen einer [[Unze|römischen Unze]] zu je 27,3&amp;amp;nbsp;g entsprach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Bronze]]eimer wurden wohl mittels eines [[Gießen (Metall)|Gusses]] in der [[Verlorene Form|verlorenen Form]] produziert. Der so entstandene, zunächst bodenlose, [[Werkstück|Rohling]] wurde anschließend auf der [[Drehbank]] nachbearbeitet. Dabei wurde vor allem die Wandstärke vermindert sowie die Oberfläche nachgeglättet. Im letzten Arbeitsschritt wurden der Boden sowie die Standvorrichtung eingepasst und festgehämmert. Abschließend wurde der Eimer poliert. Aus Bronze wurden offenbar fast ausschließlich glockenförmige Eimer gegossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer serienähnlichen Fertigung dieser Eimer sind bisher keine Exemplare gefunden worden, die sich in Größe, Form und Verzierung gleichen. Viele dieser Eimerrohlinge wurden vermutlich in gleichen Gussformen hergestellt und bei ihrer Weiterverarbeitung durch Verzierungen, angesetzte Füße, und in ihrer Größe individualisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der damaligen [[Smithsonit|Galmeilagerstätten]] im Umkreis der [[Vicus Gressenich|Gressenicher]] Höhe im Dreieck Mausbach / Hastenrath / Hamich im [[Raum Eschweiler-Stolberg]] im westlichen [[Rheinland]] (siehe [[Vicus Gressenich]]) wird dieses Gebiet als zentrales Herstellungsgebiet vermutet, weswegen die Messinggefäße gelegentlich auch als &amp;#039;&amp;#039;Gressenicher Eimer&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Metallurge der staatlichen französischen Museen, Jean R. Maréchal, schrieb 1962, dass man im Allgemeinen in vorgeschichtlichen Kupfer- und Bronzegegenständen kein Zink finde. Es gäbe allerdings einige Ausnahmen, bei denen Zink und Kupfererz seit der Eisenzeit aufträten. Er widerspricht den Annahmen von Heinrich Willers&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Willers: &amp;#039;&amp;#039;Neue Untersuchungen über die römische Bronzeindustrie&amp;#039;&amp;#039;. Hannover 1907.&amp;lt;/ref&amp;gt; und meint weiter, dass dieser Abbau mehr den Galmeiblöcken und für Bauzwecke gedient habe, jedoch nicht zur Zinkverwertung. Auf Grund mangelnder Erklärungen für den dortigen Ursprung einer Messingindustrie müsse man die Zinkvorkommen im Nordosten Frankreichs, des [[Rheinisches Schiefergebirge|rheinischen Schiefergebirges]] oder des [[Harz (Mittelgebirge)|Harzes]] etc. in Betracht ziehen. In der Nähe des letzteren liege ja auch das Hauptverbreitungsgebiet dieser Gefäße.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean R. Maréchal: &amp;#039;&amp;#039;Zur Frühgeschichte der Metallurgie&amp;#039;&amp;#039;. Junker, Lammersorf 1962.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem liegen [[Simpelveld]] und [[Vettweiß]] auf einer Achse, deren Mittelpunkt fast genau der Ort Gressenich bildet. Somit ist wohl zumindest durch den Vettweißer Stein ein gewisser Bezug hergestellt. Am genannten Ort wurden die bis zu fünf Meter hohen Schlackeschichten, welche allerlei römische Utensilien wie [[Haarnadel]]n, Münzen etc. enthielten, im 19. Jahrhundert weiter verwertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Andere Materialien ==&lt;br /&gt;
Aus [[Silber]] sind bisher nur wenige Exemplare bekannt. Hierbei handelt es sich wohl um eine besondere Prunkform, die wohl ähnlich den Eimern aus Bronze hergestellt wurden. Außerdem gibt es einige vergleichbare Stücke aus Glas.&amp;lt;ref&amp;gt;Donald B. Harden u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Glas der Caesaren.&amp;#039;&amp;#039; Ausstellungskatalog, Köln 1988, S. 127.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und regionale Grabsitte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bronzeeimer von Sasendorf in Halterung von oben.jpg|mini|hochkant|[[Bronzeeimer von Sasendorf]]]]&lt;br /&gt;
In [[Niedersachsen]] und Teilen [[Norddeutschland]]s wurden die Eimer sekundär als [[Bestattungsurne|Urnen]] verwendet, zum Beispiel bei [[Gessel]] in einem [[Germanen|germanischen]] [[Gräberfeld]] aus der [[Römische Kaiserzeit|Römischen Kaiserzeit]] des 2. und 3. Jahrhunderts oder bei dem [[Bronzeeimer von Sasendorf]]. Aus [[Skandinavien]] sowie aus [[Mecklenburg]], [[Polen]] der [[Ukraine]], [[Tschechien]] und aus [[Frankreich]] sind sie auch als Beigaben in Körpergräbern, in den Niederlanden aus Siedlungen bekannt. Gelegentlich kommen sie auch in [[Depotfund]]en vor, etwa im [[Hortfund von Neupotz]] oder Silberexemplare im [[Schatz von Chaourse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
1892 wurden bei der Erweiterung der Kalkbrüche in Hemmoor elf römische Messingeimer, zwei Holzeimer und ein trichterförmiges Tongefäß entdeckt. Ein Jahr später fand man, nur wenige Meter von der ersten Fundstelle entfernt, nochmals sieben gleichartige Messingeimer, einen Bronzekessel und mehrere Tongefäße. Die in Hemmoor gefundenen Eimer geben der gesamten Fundgruppe ihren Namen. Nach ihrem Auffinden wurden die Eimer aus Hemmoor an das damalige Provinzialmuseum (heute [[Niedersächsisches Landesmuseum Hannover|Niedersächsisches Landesmuseum]] in [[Hannover]]) verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1901 wurden sie im Rahmen einer Untersuchung zur [[Toreutik|Gefäßtoreutik]] von [[Heinrich Willers (Archäologe)|Heinrich Willers]] als eigenständiger Typ definiert. Erneut vorgelegt wurden einige der Eimer durch [[Hans Hahne (Prähistoriker)|Hans Hahne]], welcher als Erster die Fertigungsweise der Exemplare aus Messing erkannte. Die heute allgemein gültige Typologie der Hemmoorer Eimer geht aber auf [[Hans Jürgen Eggers]] zurück. Er unterschied in seiner 1951 erschienenen Arbeit zum Import im freien [[Germania magna|Germanien]] 15 Formen (Eggers Typ 52-66).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Willers (Archäologe)|Heinrich Willers]]: &amp;#039;&amp;#039;Die römischen Bronzeeimer von Hemmoor.&amp;#039;&amp;#039; Hannover/Leipzig 1901 ([http://docnum.univ-lorraine.fr/pulsar/RCR_54395221_E051WIL.pdf Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* [[Hans Jürgen Eggers]]: &amp;#039;&amp;#039;Der römische Import im freien Germanien&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Atlas der Urgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 1). Hamburgisches Museum für Völkerkunde und Vorgeschichte, Hamburg 1951.&lt;br /&gt;
* Michael Erdrich: &amp;#039;&amp;#039;Zu den Messingeimern vom Hemmoorer Typ. Verbreitung, Datierung und Herstellung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rom an der Niederelbe&amp;#039;&amp;#039; Katalog zur Ausstellung, Neumünster 1995, ISBN 3-529-01836-8, S. 71–80.&lt;br /&gt;
* Margareta Siepen: &amp;#039;&amp;#039;Hemmoorer Eimer – Made in Gressenich?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archäologie im Rheinland 2009.&amp;#039;&amp;#039; Theiss, Stuttgart 2010, S. 110–111 ([https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/air/article/view/112704 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.archaeologisch.de/fund_monat.html |text=www.archaeologisch.de Hemmoorer Eimer |wayback=20010205042300}} (Kopie im Internet Archive)&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.urgeschichte.de/fund/07_03/07_03.htm |text=Neue Funde aus Niedersachsen |wayback=20071101021709}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologische Fundgattung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hemmoor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niedersächsisches Landesmuseum Hannover]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Metallbehälter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Technik (Römisches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germania inferior]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fachbegriff (Germanen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römischer Import (Germania magna)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hartmann Linge</name></author>
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