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	<title>Helmut Seidel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-28T06:34:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Helmut_Seidel&amp;diff=2522297&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wolf1949H: /* Leben */ Arbeiter-und-Bauern-Fakultät der Universität Leipzig nach Gedenkveranstaltung für Jutta Seidel</title>
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		<updated>2025-08-04T00:14:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben: &lt;/span&gt; Arbeiter-und-Bauern-Fakultät der Universität Leipzig nach Gedenkveranstaltung für Jutta Seidel&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Helmut Seidel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[21. Juni]] [[1929]] in [[Rząsiny|Welkersdorf]]; † [[27. Juli]] [[2007]] in [[Leipzig]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Marxistische Philosophie|marxistischer Philosoph]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Seidel studierte nach dem Besuch der [[Arbeiter-und-Bauern-Fakultät]] der [[Universität Leipzig]] in Leipzig und [[Lomonossow-Universität Moskau|Moskau]] Philosophie. Er promovierte 1961 an der [[Universität Leipzig|Karl-Marx-Universität Leipzig]] mit einem Thema über [[Rosa Luxemburg]] und die [[Arbeiterbewegung in Deutschland|deutsche Arbeiterbewegung]]. 1966 habilitierte er sich, die Habilitationsschrift hatte den Titel &amp;#039;&amp;#039;Philosophie und Wirklichkeit. Zur Herausbildung und Begründung der marxistischen Philosophie&amp;#039;&amp;#039;. Ab 1962 war er Dozent an der Karl-Marx-Universität, ab 1979 ebendort ordentlicher Professor für [[Geschichte der Philosophie]]. Von 1970 bis 1974 war er Direktor der Sektion [[Marxismus-Leninismus|Marxistisch-Leninistische Philosophie]] / [[Wissenschaftlicher Sozialismus|Wissenschaftlicher Kommunismus]] der Karl-Marx-Universität.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Uni&amp;quot;&amp;gt;{{CPL|Seidel_1748}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Hochschullehrer in Leipzig widmete er sich hauptsächlich der [[Antikes Griechenland|griechischen Antike]], [[Baruch de Spinoza|Spinoza]], dem [[Deutscher Idealismus|deutschen Idealismus]], dem [[Junghegelianer|Linkshegelianismus]] und der [[Marxistische Philosophie|Marxistischen Philosophie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende der [[SED-Diktatur]] in der DDR 1990 schied er unfreiwillig aus der Universität in den [[Vorruhestand]] aus. Er war Gründungsmitglied der [[Rosa-Luxemburg-Stiftung]] in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helmut Seidel war mit der Historikerin [[Jutta Regine Seidel]] verheiratet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Philosophie ==&lt;br /&gt;
Seidels wichtigste These, die auf eine Neubegründung der marxistischen Philosophie (des dialektischen und historischen Materialismus) auf der Grundlage der Kategorie der [[Praxisphilosophie|Praxis]] zielt, lautet: „Weder Substanz noch Selbstbewußtsein ist der Ausgangspunkt für Marx, sondern die sinnlich-gegenständliche Tätigkeit der Menschen, die [[Arbeit (Philosophie)#Philosophie der Arbeit ab Mitte des 19. Jahrhunderts|Arbeit]], die gesellschaftliche Praxis. Die [[Kategorie (Philosophie)|Kategorie]] Praxis steht nicht nur im Mittelpunkt des historischen Materialismus, wie meist interpretiert wird; eben weil sie dort steht, ist sie die [[Zentrum|Zentralkategorie]] der marxistischen Philosophie überhaupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Seidel: &amp;#039;&amp;#039;Vom praktischen und theoretischen Verhältnis der Menschen zur Wirklichkeit&amp;#039;&amp;#039;. Zur Neuherausgabe des Kapitels l des I. Bandes der Deutschen Ideologie von K. Marx und F. Engels. Deutsche Zeitschrift für Philosophie. Heft 10/1966, S. 1182.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese These wird selbst von Anhängern unterschiedlich interpretiert. [[Volker Caysa]] meint, dass sich Seidels Vorschlag im Spannungsfeld von Arbeit und dialogischer [[Interaktion]] bewege. „Seidels Philosophie der Praxis geht davon aus, dass die vernünftige Reproduktion eines humanen Daseins von der Arbeit im Sinne der grundlegenden, elementaren Tätigkeitsform des Menschen, dem bewussten [[Handeln]], abhängig ist, und dass die formale, abstrakte Arbeit als elementare Gattungstätigkeit jedes einzelnen, als einfachste und allen gemeinsame Lebenstätigkeit ein sinnvolles und anerkanntes Dasein des Menschen erst ermöglicht.“&amp;lt;ref&amp;gt;Volker Caysa: &amp;#039;&amp;#039;Über die Transformation des Geistes der Leipziger Bloch-Zeit in der praxisphilosophischen Debatte um und vor 1968 in der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Linke – Erbe und Tradition&amp;#039;&amp;#039;, Teil 1 (Hrsg. [[Klaus Kinner]]), Berlin 2010, S. 194 ff&amp;lt;/ref&amp;gt; Caysa kann sich mit seiner Interpretation darauf berufen, dass Seidel den Begriff der Arbeit aus Marx’ ökonomischen Hauptwerk, [[Das Kapital. Band I|&amp;#039;&amp;#039;Das Kapital&amp;#039;&amp;#039; (Band 1)]], entleiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings zeigt ein Vergleich mit [[Karl Marx#Überblick über das Werk|Marx’ Frühschriften]], dass sich Seidels [[Entwerfen|Praxiskonzept]] eher auf [[Motiv (Psychologie)|Motive]] der &amp;#039;&amp;#039;[[Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844|Ökonomisch-philosophischen Manuskripte]]&amp;#039;&amp;#039; (1844) stützt als auf den entwickelteren philosophischen Ansatz von Marx und [[Engels]] in der &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Ideologie|Deutschen Ideologie]]&amp;#039;&amp;#039; (1845), geschweige denn auf Marx’ ([[Implizit|implizite]]) Philosophie im &amp;#039;&amp;#039;Kapital&amp;#039;&amp;#039; (1867).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Quaas]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Ausgangspunkt Marxschen Philosophierens&amp;#039;&amp;#039;. In: Volker Caysa, Helmut Seidel, Dieter Wittich (Hrsg.): Zum philosophischen Praxis-Begriff. Die zweite Praxis-Diskussion in der DDR. Leipzig 2002, S. 70–93.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das belegt u.&amp;amp;nbsp;a. folgende charakteristische Passage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Aus dem Ausgangspunkt des marxistischen Denkens folgt nämlich, daß man von der Arbeit aus sowohl in das Wesen des Menschen als auch in das Wesen der Natur eindringen kann; vollzieht sich doch in ihr das Werden der Natur für den Menschen wie auch der [[Selbsterzeugungsakt]] des Menschen. Der Mensch kann seine Wesenskräfte, einschließlich seines Erkenntnisvermögens, gar nicht entfalten, ohne sich die Natur zum Gegenstand zu machen; und er kann sich die Natur nicht zum praktischen, theoretischen oder ästhetischen Gegenstand machen, ohne seine subjektiven Wesenskräfte zu entfalten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Seidel: &amp;#039;&amp;#039;Vom praktischen und theoretischen Verhältnis der Menschen zur Wirklichkeit&amp;#039;&amp;#039;. Zur Neuherausgabe des Kapitels l des I. Bandes der Deutschen Ideologie von K. Marx und F. Engels. Deutsche Zeitschrift für Philosophie. Heft 10/1966, S. 1183.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen in der DDR ==&lt;br /&gt;
* 1984 [[Verdienstmedaille der DDR]]&lt;br /&gt;
* 1985 [[Gustav-Hertz-Preis]] der Karl-Marx-Universität Leipzig&amp;lt;ref name=&amp;quot;Uni&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
Publiziert hat Seidel eine Vielzahl von Broschüren, Zeitschriftenartikeln und Aufsätzen in Sammelwerken. 2001 veröffentlichte die Leipziger [[Rosa-Luxemburg-Stiftung]] einen Zusammendruck von Seidels Artikeln in der [[Deutsche Zeitschrift für Philosophie|Deutschen Zeitschrift für Philosophie]] aus dem Jahre [[1966]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Vom praktischen und theoretischen Verhältnis der Menschen zur Wirklichkeit. Zur Neuherausgabe des Kapitels I des I. Bandes der „[[Die deutsche Ideologie|Deutschen Ideologie]]“ von K. Marx und F. Engels&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Zeitschrift für Philosophie&amp;#039;&amp;#039;. Heft 10, 1966.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Von Thales bis Platon. Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie&amp;#039;&amp;#039;. Dietz Verlag, Berlin 1980.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Spinoza, Baruch&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Erhard Lange (Philosoph)|Erhard Lange]], [[Dietrich Alexander]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Philosophenlexikon.&amp;#039;&amp;#039;  Dietz Verlag, Berlin 1982, S.&amp;amp;nbsp;859–864.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Aristoteles und der Ausgang der antiken Philosophie. Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie&amp;#039;&amp;#039;. Dietz Verlag, Berlin 1984.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Scholastik, Mystik und Renaissancephilosophie. Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie&amp;#039;&amp;#039;. Dietz Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-320-01361-0&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Baruch de Spinoza|Spinoza]] zur Einführung&amp;#039;&amp;#039;. Junius, Hamburg 1994, ISBN 3-88506-905-9&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Johann Gottlieb Fichte]] zur Einführung&amp;#039;&amp;#039;. Junius, Hamburg 1997, ISBN 3-88506-957-1&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039; Philosophie und Wirklichkeit. Zur Herausbildung und Begründung der marxistischen Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Volker Caysa. Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, Leipzig 2011, ISBN 978-3-89819-325-2&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Von Francis Bacon bis Jean-Jacques Rousseau&amp;#039;&amp;#039; – Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie, Dietz Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-320-02236-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{WWW-DDR|id=helmut-seidel|lemma=Helmut Seidel|autor=Hans-Christoph Rauh|band=1|idNum=3259}}&lt;br /&gt;
* [[Lothar Mertens]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der DDR-Historiker. Biographien und Bibliographien zu den Geschichtswissenschaftlern aus der Deutschen Demokratischen Republik.&amp;#039;&amp;#039; Saur, München 2006, ISBN 3-598-11673-X, S. 567–568.&lt;br /&gt;
* Volker Caysa (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Philosophie vernünftiger Lebenspraxis. Helmut Seidel&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 2009.&lt;br /&gt;
* Volker Caysa, [[Klaus-Dieter Eichler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Praxis, Vernunft, Gemeinschaft. Auf der Suche nach einer anderen Vernunft. Helmut Seidel zum 65. Geburtstag&amp;#039;&amp;#039;, Weinheim 1994.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Kinner]]: &amp;#039;&amp;#039;Aktualität von Philosophiegeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Festschrift zum 75. Geburtstag von Helmut Seidel, Leipzig 2005.&lt;br /&gt;
* Giesela Neuhaus, [[Manfred Neuhaus]] (Red.): &amp;#039;&amp;#039;In Memoriam Helmut Seidel&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 2008, ISBN 978-3-89819-293-4.&lt;br /&gt;
* [[Georg Quaas]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Ausgangspunkt Marxschen Philosophierens&amp;#039;&amp;#039;. In: Volker Caysa, Helmut Seidel, Dieter Wittich (Hrsg.): Zum philosophischen Praxis-Begriff. Die zweite Praxis-Diskussion in der DDR. Leipzig 2002, S. 70–93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{CPL|Seidel_1748}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|130220574}}&lt;br /&gt;
* [[Andreas Eichler (Verleger)|Andreas Eichler]]: [https://web.archive.org/web/20150407034217/http://www.mironde.com/content/website.php?id=/index/litterata/reportagen/0721.htm Nachruf zum Tod von Helmut Seidel]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=130220574|LCCN=n/81/22867|VIAF=71406525}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Seidel, Helmut}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marxistischer Philosoph]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vertreter des Marxismus-Leninismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Leipzig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1929]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2007]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Seidel, Helmut&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher marxistischer Philosoph&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=21. Juni 1929&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Welkersdorf]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=27. Juli 2007&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Leipzig]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wolf1949H</name></author>
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