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	<title>Hektografie - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-27T06:09:08Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hektografie&amp;diff=333801&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;H-stt: Fotokopie</title>
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		<updated>2024-03-24T11:16:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Fotokopie&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
[[Datei:1876 Transfer-Tablet-Hektograph-Holcomb 1.jpg|mini|Das Holcomb-Transfer-Tablet (USA, 1876), Slogan: „Jedermann sein eigener Drucker“]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hektographiergeraet.jpg|mini|Im Januar 1989 wurde in [[Leipzig]] auf einem Hektografiergerät ein [[Flugblatt]] mit einer Auflage von 10.000 produziert.]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hektografie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hektographie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{grcS|ἑκατόν|hekatón|de=hundert}} und [[-graphie]], wörtlich „Hundertschreibung“, etwa „Verhundertfachung“) werden [[Umdruck]]-Verfahren bezeichnet, mit denen Schriftstücke ohne Anwendung einer [[Presse (Maschine)|Presse]], sondern mittels einer abfärbenden Vorlage, der &amp;#039;&amp;#039;Matrize&amp;#039;&amp;#039;, [[Reproduktion|vervielfältigt]] werden können. Die Hektografie wurde seit Ende der 1970er Jahre durch die [[Fotokopie]] aus dem Alltag verdrängt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundlagen ==&lt;br /&gt;
Allen Verfahren der Hektographie ist gemeinsam, dass eine spezielle Tinte handschriftlich oder von einem Farbblatt oder Farbband – zum Beispiel durch [[Schreibmaschine]]nanschlag – auf eine meist mit einer besonderen [[Gelatine]]mischung beschichtete Unterlage übertragen wird. Von dieser werden dann mittels verschiedener Verfahren Abzüge auf saugfähiges [[Papier]] hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ab dem 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Ursprünglich wurde die Vorlage seitenrichtig beschrieben und auf ein [[Klebstoff|Leimbett]] abgedrückt. Dieses übernahm die Tinte als Negativ. Legt man dann ein Blatt Papier auf die Platte und übt einen mäßigen Druck aus, so wird eine hinreichende Menge Farbstoff an das Papier abgegeben, um eine sehr deutliche Kopie zu liefern. Es bleibt aber genug Farbstoff auf der Platte übrig, um nacheinander und ohne weitere Manipulationen eine größere Anzahl von Kopien anfertigen zu können. Schließlich lässt sich die Schrift von der Leimoberfläche mit einem feuchten Schwamm entfernen und die Leimmischung erneut verwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer [[Patent]]schrift von 1879 für Kwaisser und Husak wurde die Leimmasse aus einem Teil [[Gelatine]], vier Teilen [[Glycerin]] von 30&amp;amp;nbsp;°[[Grad Baumé|Bé]] und zwei Teilen Wasser bei mäßiger Wärme zusammengeschmolzen. Ein alternatives Verfahren schmilzt 100&amp;amp;nbsp;Gramm feinste Gelatine mit 400–500&amp;amp;nbsp;cm³ frisch gefälltem und noch feuchtem schwefelsaurem [[Baryt]] im Wasserbad, setzt unter Umrühren 100&amp;amp;nbsp;Gramm [[Dextrin]] und – je nach Konzentration – 1000–1200 Gramm Glycerin hinzu, lässt unter zeitweiligem Umrühren abkühlen und gießt die noch gut fließende Masse in einen flachen Blechkasten, in dem sie erstarrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zu benutzenden Tinten bestehen aus einem Teil [[Methylanilinviolett]], sieben Teilen [[Destilliertes Wasser|destilliertem Wasser]] und einem Teil [[Ethanol|Alkohol]] – oder aus zwei Teilen essigsaurem [[Rosanilin]] ([[Anilinrot]]), zehn Teilen Wasser und einem Teil Alkohol. Die beste Tinte ist eine möglichst konzentrierte wässrige Lösung des reinsten [[Methylviolett]]s oder eine konzentrierte Lösung von [[Eosin Y|Eosin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spezielle Variante dieses Verfahrens war die [[Hektographenrolle]], die noch weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts besonders an Bord von [[Frachtschiff]]en verwendet wurde, weil viele dort verwendete Dokumente von den Standard-[[Papierformat]]en abwichen und sich deshalb nicht für andere Verfahren eigneten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Matrizendrucker}}&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert kam nach Vorläufern, die teils bereits vor der Jahrhundertwende erprobt wurden, ein Verfahren auf, das im Matrizendrucker endete. Wird die Matrize seitenverkehrt – als Negativ – erstellt, kann sie direkt als Abzugsvorlage verwendet werden. Dazu wurde ein spezielles, zweilagiges Matrizenpapier eingesetzt, bei dem eine Farbschicht auf der Oberseite der zweiten Lage an den mit ausreichend Druck beschriebenen Stellen die Farbe auf die Rückseite des oberen Blattes übertrug. Von dieser ähnlich wie beim [[Offsetdruck]] gefertigten seitenverkehrten &amp;#039;&amp;#039;Matrize&amp;#039;&amp;#039;, die bei den meisten Geräten auf eine kurbelbetriebene Walze aufgespannt wird, lässt sich durch Befeuchten mit einem farblösenden Mittel (zum Beispiel [[Ethanol|Alkohol]]/Spiritus) eine – allerdings recht begrenzte, nämlich tatsächlich auf wenige hundert beschränkte – Anzahl Kopien herstellen. Um die Farbübertragung auf die Matrize bei der Schreibmaschinenbeschriftung zu verbessern, wurde in der Regel eine harte Folie (zum Beispiel aus Kunststoff) zwischen die Matrize und die Walze gelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungen ==&lt;br /&gt;
Im Büro wie auch in Schule und Lehre spielte das Verfahren eine große Rolle, da es die bei weitem günstigste Möglichkeit zur Herstellung von Kopien war. Die relativ preiswerten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hektographen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Umdrucker&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder umgangssprachlich &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nudelmaschinen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) erlaubten es z.&amp;amp;nbsp;B. auch Schülern und Studenten, [[Flugblatt|Flugblätter]] und [[Schülerzeitung]]en herzustellen, ohne dafür die Dienstleistungen einer [[Druckerei]] in Anspruch nehmen zu müssen (1970 kosteten einfache, leicht transportable Geräte etwa 130&amp;amp;nbsp;[[Deutsche Mark|DM]]). In Westdeutschland waren Hektographen an Schulen bis Mitte der 1990er Jahre weit verbreitet, bis sie zunehmend durch die inzwischen auch für Schulen mit geringem Budget erschwinglich gewordenen [[Fotokopiergerät]]e ersetzt wurden. Diese bieten den Vorteil, dass auch andere Vorlagen (z. B. Bücher) direkt vervielfältigt werden können, während etwa bei Hektographen der Text zunächst durch Abschreiben auf die Matrize übertragen werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hektographie 800px.jpg|mini|Hektographie, bei der die Vorlage in Kombination (mit Schreibmaschine sowie handschriftlich) erstellt wurde]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Klassenarbeit.jpg|mini|Typische Hektographie, hier wurde die Vorlage handschriftlich erstellt. Der Verlauf der Helligkeit ist wahrscheinlich auf nicht gleichmäßigen Druck zurückzuführen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Menschen im politischen Widerstand war die Hektographie im späten 19. und im frühen 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert oft die einzige Möglichkeit, Druckerzeugnisse in nennenswerter Anzahl zu verbreiten. Anwendung fand dieses Verfahren beispielsweise bei Widerstandsgruppen im [[Drittes Reich|Dritten Reich]]. So druckten etwa der [[Roter Stoßtrupp|Rote Stoßtrupp]] seine illegale Zeitung&amp;lt;ref&amp;gt;Dennis Egginger-Gonzalez: &amp;#039;&amp;#039;Der Rote Stoßtrupp. Eine frühe linkssozialistische Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Lukas Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3867322744 (Buch enthält zahlreiche Faksimiles der gleichnamigen Widerstandszeitung).&amp;lt;/ref&amp;gt; und die [[Weiße Rose]] ihre Flugblätter&amp;lt;ref&amp;gt;Kirsten Schulz: [https://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/61047/verhoerprotokoll-hans-scholl?p=all &amp;#039;&amp;#039;Auszüge aus den Verhörprotokollen von Hans Scholl&amp;#039;&amp;#039;], Artikel vom 20. April 2005 auf &amp;#039;&amp;#039;www.[[Bundeszentrale für politische Bildung|bpb]].de&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; mit Hektographen wie beispielsweise dem &amp;#039;&amp;#039;Greif Rapid.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hektographien zeichnen sich allerdings durch ein ausgesprochen minderwertiges Druckbild aus (keineswegs vergleichbar mit der [[Xerographie]] oder dem heutigen [[Tintenstrahldrucker|Tintenstrahl]]- bzw. [[Laserdrucker|Laserdruck]]), das zudem oft nicht rein schwarz, sondern wie bei einem Tintenstift violett war und das durch Verwaschung mit zunehmender Auflage immer schlechter wurde. Um diesen Effekt zu mildern, gab es ein spezielles [[Gestrichenes Druckpapier|gestrichenes]] Hektographiepapier. Zudem blichen Hektographien leicht aus. Grafiken waren mangels der Möglichkeit zur [[Rasterung]] lediglich als [[Strichbild|Strichzeichnungen]] möglich. Die [[Matrize (Druck)|Matrizen]] waren in der Regel nur einmal verwendbar; Fehler konnte man nur mit speziellem [[Korrekturlack]] korrigieren. Außerdem haftete frischen Hektographien ein charakteristischer Geruch nach dem Lösungsmittel an, der bis heute vielen Zeitzeugen in Erinnerung geblieben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwandte Verfahren und Apparate ==&lt;br /&gt;
Ähnliche Apparate sind der von [[Thomas Alva Edison|Edison]] erfundene [[Mimeographie|Mimeograph]], sowie [[Autograph (Druck)|Autograph]], [[Chromograph]], [[Multigraph (Druck)|Multigraph]], [[Kilograph]], Ormig ([[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]-Synonym für Hektographie, auch im Westen vorkommend, nach der [[West-Berlin]]er &amp;#039;&amp;#039;Ormig Organisationsmittel GmbH&amp;#039;&amp;#039;), [[Kopierpresse]] etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber den mit höchst vergänglichen Anilintinten hergestellten Kopien bezeichnet die [[Kollographie]] von Jacobsen einen wirklichen Fortschritt. Nach diesem Verfahren schreibt man mit einer speziellen [[Blauholz|Kampeschetinte]] auf gut geleimtes Papier, überträgt die Schrift auf eine angefeuchtete Leimplatte und schwärzt sie mit Hilfe einer Walze mit Buchdruckerschwärze ein. Letztere bleibt nur an den von der Schrift bedeckten Stellen der Leimplatte haften, falls diese zuerst genügend angefeuchtet worden war. Die Kopie wird auch hier durch einfaches Auflegen des Papiers und Ausübung eines mäßigen Druckes erhalten. Für jede neue Kopie muss die Schrift auf der Leimplatte von neuem eingeschwärzt werden, und so kann man bis zu 150 reine Umdrucke erhalten, von denen die letzten dieselbe Schwärze besitzen wie die ersten, während die hektographischen Kopien zuletzt schwächer ausfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zuccatos [[Trypograph]] handelt es sich um eine Art [[Siebdruck]]-Verfahren. Dabei schreibt man mit einem harten Stift auf ein eigens präpariertes Papier, welches man auf eine fein geraute eiserne Tafel legt. Durch Druck erhält das Papier an den durch die Schrift verformten Stellen kleinste Löcher und wird sozusagen in eine [[Schablone]] verwandelt. Diese wird jetzt in einem Apparat mit Druckrahmen befestigt, unter sie aber schiebt man jedes Mal den zu bedruckenden Bogen gewöhnlichen Papiers. Hierauf überfährt man die Schablone mit einem mit etwas Farbe getränkten Gummiwischer, wobei die Farbe durch die Löcher dringt und auf dem Papier eine Kopie der Schrift erzeugt. Eine einzige Schablone soll bis zu 7000&amp;amp;nbsp;Abdrücke liefern können, die Herstellung aber so schnell fördern, dass man 400&amp;amp;nbsp;Abdrücke in einer Stunde fertigen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einem ähnlichen Verfahren, aber vollautomatisiert wie ein Kopiergerät, arbeiten sogenannte [[Risographie]]-Geräte. Die klassische &amp;#039;&amp;#039;Blaupause&amp;#039;&amp;#039; wurde mittels der [[Cyanotypie]] erzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Methode zur Herstellung der Druckmatrizen bedient sich eines thermischen Kopierverfahrens, hierzu werden spezielle Matrizensätze (Farbblatt und Matrizenpapier) angeboten. Diese erlaubten es, von einseitig schwarz gedruckten Originalen mittels eines Thermo-Kopierverfahrens beliebig viele gleiche Druckmatrizen herzustellen. Hierzu wurde das einseitig schwarz bedruckte Original im Kontakt durch den Thermokopierer gezogen. Dieser besteht aus einer angetriebenen Glaswalze, die durch einen Halogenstab von innen beheizt wird. Gummiwalzen führen das Original zusammen mit dem Matrizensatz über diese Walze, wobei sich die schwarze Schrift so stark erwärmt, dass die Farbschicht des Farbblattes schmilzt und die Farbe auf die Matrize übertragen wird. Die weißen Bereiche des Originals bleiben jedoch unter der Schmelztemperatur der Farbschicht. Das Trägerpapier dieser Thermokopie-Matrizen ist wesentlich dünner, worunter sowohl die Druckqualität als auch die Auflagengröße leidet. Derartige Matrizen werden heute noch von vielen Tattoo-Studios verwendet, um Zeichnungen auf die Haut zu übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Hectography|Hektographie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4712537-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Druckverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;H-stt</name></author>
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