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	<title>Heinrich Cunow - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-22T03:04:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Heinrich_Cunow&amp;diff=311797&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jürgen Engel: /* Veröffentlichungen */ Datum korrigiert.</title>
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		<updated>2025-03-28T08:59:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Veröffentlichungen: &lt;/span&gt; Datum korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Heinrich Cunow&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[11. April]] [[1862]] in [[Schwerin]]; † [[20. August]] [[1936]] in [[Berlin]]) war [[Hochschullehrer]] ([[Ethnologe]]), [[Redakteur]], [[Politiker]] ([[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]]) und bedeutender [[Marxismus|marxistischer]] Theoretiker. Cunow war 1919 für die SPD Abgeordneter der [[Weimarer Nationalversammlung]] und von 1921 bis 1924 Abgeordneter des [[Preußischer Landtag|Preußischen Landtags]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinrich Cunow entstammte einer bäuerlichen Familie, seine Eltern waren der Bühnenarbeiter Heinrich Cunow und Friederike Fischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{NDB|3|439|440|Cunow, Heinrich Wilhelm Carl|[[Helga Grebing]]|118523007}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dank der finanziellen Unterstützung eines Verwandten konnte er eine [[Bürgerschule|Höhere Bürgerschule]] besuchen. Danach machte er in [[Hannover]] eine kaufmännische Ausbildung und ging nach [[Hamburg]], wo er als Buchhalter in einer Tapetenfabrik arbeitete. Dort schloss er sich bald der [[Sozialdemokratie]] an und begann sich innerhalb der SPD politisch zu betätigen. Als [[Autodidakt]] studierte er den [[Marxismus]] sowie die [[Philosophie]] von [[Immanuel Kant|Kant]] und [[Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Hegel]]. Er wurde wirtschaftspolitischer Mitarbeiter beim &amp;#039;&amp;#039;[[Hamburger Echo]]&amp;#039;&amp;#039; und verfasste gelegentlich Leitartikel für das SPD-Zentralorgan &amp;#039;&amp;#039;[[Vorwärts (Deutschland)|Vorwärts]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{DeutBiogrEnz |Lemma=Cunow, Heinrich |Auflage=1 |Band=2 |SeiteVon=410 |SeiteBis=411 |Kommentar=Leseprobe |Online={{archive.org|deutschebiograph0000unse|Blatt=410}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1883 heirateten Heinrich Cunow und die Witwe Elisabeth Lamb (* 1863) in Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1898 arbeitete Cunow als wirtschaftstischer Mitarbeiter für die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Die Neue Zeit (Revue)|Die Neue Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, dem von [[Karl Kautsky]] herausgegebenen wissenschaftlichen Organ der Sozialdemokratie. Daneben arbeitete er ab 1902, nach dem Tod [[Wilhelm Liebknecht|Wilhelm Liebknechts]], als Redakteur für den &amp;#039;&amp;#039;Vorwärts&amp;#039;&amp;#039;, wo er neben [[Heinrich Ströbel]] als Wortführer der anti[[Revisionismus|revisionistischen]] Linken galt und sich gegen [[Kurt Eisner]] wendete. Ab 1907 folgte die Tätigkeit als Dozent an der [[Parteischule der SPD]] in Berlin –, neben [[Franz Mehring]], [[Rudolf Hilferding]], [[Rosa Luxemburg]] und [[Heinrich Schulz]]. Zugleich betrieb Cunow schon frühzeitig wissenschaftliche Studien im Bereich der [[Ethnologie]], auf die er die [[Marxistische Soziologie|marxistische Methode]] anwendete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1914 war Cunow wie seine Redaktionskollegen im &amp;#039;&amp;#039;Vorwärts&amp;#039;&amp;#039; noch gegen die Bewilligung der [[Kriegsanleihe|Kriegskredite]]. Ab Mitte Oktober 1914 änderte er diese Beurteilung und trat der Meinung der SPD-Mehrheit um [[Friedrich Ebert]] bei; ab 1915 formierte sich die [[Lensch-Cunow-Haenisch-Gruppe]] innerhalb der SPD, die versuchte, die Haltung der Parteimehrheit zum Thema Kriegskredite marxistisch zu begründen, dabei entwickelte sie die Theorie des „[[Kriegssozialismus]]“. Ab Mitte 1915 wurde &amp;#039;&amp;#039;[[Die Glocke (Zeitschrift, 1915)|Die Glocke]]&amp;#039;&amp;#039;, eine von [[Alexander Parvus|Parvus]] gegründete Zeitschrift, das Organ der Gruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1917 spaltete sich die [[Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands|USPD]] von der SPD ab, ohne Cunow. Er wurde Nachfolger von Karl Kautsky in der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Die Neue Zeit&amp;#039;&amp;#039;, die er bis zu ihrer Einstellung 1923 leitete. Auslöser für die Einstellung soll ein Kommentar Cunows gewesen sein. Cunow teilte in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Die Marxsche Geschichts-, Gesellschafts- und Staatstheorie&amp;#039;&amp;#039; mit, dass:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinrich Cunow |Titel=Die Marxsche Geschichts-, Gesellschafts-und Staatstheorie; Grundzüge der Marxschen Soziologie |Verlag=Vorwärts |Ort=Berlin |Datum=1920 |Seiten=261 |Online={{archive.org |diemarxschegesch01cuno |Blatt=263}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=[Franz] Mehring die Hegelsche Philosophie kennt, die für Kautsky, wie sich überall zeigt, eine terra incognita ist. Wie wenig Kautsky die einfachsten Grundelemente der Marxschen Gesellschaftslehre begriffen hat, dafür nur einige kurze Belegstellen: In seinem Aufsatz ‚Die moderne Nationalität‘ (‚Neue Zeit‘, 5. Jahrgang, S. 392) heißt es: ‚So lange die Blutsverwandtschaft das Band war, das die menschlichen Gesellschaften zusammenhielt, war die Nation im heutigen Sinne des Wortes unbekannt.‘ Die primitiven Familiengemeinschaften gelten Kautsky demnach kurzweg als Gesellschaften. Daß nach Marxscher Auffassung jede Gesellschaft, auch die primitivste, auf dem Wirtschaftsprozeß beruht und die wirtschaftlichen Wechselbeziehungen sie ‚zusammenhalten‘, während die Blutsverwandtschaft wohl zur Bildung von Gemeinschaften (Familiengemeinschaften), nicht aber zur Bildung von Gesellschaften zu führen vermag, ist demnach Kautsky ganz unklar geblieben.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herausgabe der überwiegend von Juden geführten Zeitschrift wurde mit sofortiger Wirkung eingestellt und durch &amp;#039;&amp;#039;[[Die Gesellschaft (Politikzeitschrift)|Die Gesellschaft]]&amp;#039;&amp;#039; ersetzt, die von Rudolf Hilferding redigiert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor= |Titel=Die Juden in Deutschland 1939 |Verlag=Franz Eher Verlag |Ort=Berlin |Datum=1939 |Seiten=121 |Online={{archive.org |DieJudenInDeutschland1939 |Blatt=n120}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1919 war Cunow SPD-Abgeordneter der Nationalversammlung und später bis 1924 Abgeordneter des Preußischen Landtags. Er wurde Mitglied der Programmkommission des [[Görlitzer Programm]]s der SPD, doch zog sich danach immer mehr aus der aktiven Parteipolitik zurück. Ebenfalls 1919 folgte er dem Ruf der [[Humboldt-Universität zu Berlin|Berliner Universität]] und wurde von [[Konrad Haenisch]], inzwischen preußischer Kultusminister, zum Außerordentlichen [[Professor]] für [[Ethnologie|Völkerkunde]] ernannt. Er publizierte zahlreiche ethnologische Schriften und eine vierbändige [[Wirtschaftsgeschichte]]. Bedeutend wurde er als [[Staatstheorie|Staatstheoretiker]]: 1920 und 1921 publizierte er sein Hauptwerk: &amp;#039;&amp;#039;Die Marxsche Geschichts-, Gesellschafts- und Staatstheorie&amp;#039;&amp;#039; in zwei Bänden. Darin vertrat er, abweichend von Marx, die Möglichkeit der Entwicklung des [[Staat]]es im Zuge einer friedlichen „sozialen [[Revolution]]“ hin zum &amp;#039;&amp;#039;sozialen Verwaltungsstaat&amp;#039;&amp;#039;. Die [[Oktoberrevolution|bolschewistische]] Revolution 1917 lehnte er als [[Voluntarismus|voluntaristische]] Übernahme des Staates ohne Rücksicht auf den Entwicklungsstand der russischen Gesellschaft ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1933 verlor Cunow nach der „[[Machtergreifung|Machtübernahme]]“ der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] sein Ruhegehalt, seine Schriften wurden öffentlich verbrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinrich Cunow starb am 20. August 1936 verarmt und vergessen in Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Verwandtschaftsorganisation der Australneger. Ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Familie.&amp;#039;&amp;#039; Dietz, Stuttgart 1894. Online Text.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=5mti3oFs_z8C&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de&amp;amp;source=gbs_ge_summary_r&amp;amp;cad=0#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Google Books: Familie.] Abgerufen am 27. Februar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die soziale Verfassung des Inkareichs. Eine Untersuchung des altperuanischen Agrarkommunismus.&amp;#039;&amp;#039; Dietz, Stuttgart 1894. ({{archive.org |bub_gb_VPpIAAAAIAAJ}}).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Theologische oder ethnologische Religionsgeschichte? Eine Entgegnung auf Dr. [[Max Maurenbrecher]]s &amp;quot;Biblische Geschichten&amp;quot;. (= Ergänzungshefte zur Neuen Zeit, Heft 8).&amp;#039;&amp;#039; Paul Singer, Stuttgart 1910.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Technik in der Urzeit.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, 1921.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Ursprung der Religion und des Gottesglaubens.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage, 1924.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zur Urgeschichte der Ehe und Familie.&amp;#039;&amp;#039; 1913.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Partei-Zusammenbruch? Ein offenes Wort zum inneren Parteistreit.&amp;#039;&amp;#039; 1915 ({{archive.org |Partei-zusammenbruchEinOffenesWortZumInnerenParteistreit}}).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Marxsche Geschichts-, Gesellschafts- und Staatstheorie. Grundzüge der Marxschen Soziologie.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände, [1920 + 1921] 1923 (4. Auflage). Band 1: ({{archive.org |diemarxschegesch01cuno}}), Band 2 ({{archive.org |diemarxschegesc00cunogoog}}).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Klassenkampftheorie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch für Soziologie.&amp;#039;&amp;#039; H. 2, 1926.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Technik und Wirtschaft des europäischen Urmenschen.&amp;#039;&amp;#039; [[Der Bücherkreis]], Berlin 1927.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Liebe und Ehe im Leben der Völker.&amp;#039;&amp;#039; Der Bücherkreis, Berlin 1929.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Geschichte und Kultur des Inkareichs.&amp;#039;&amp;#039; 1937 ([[postum]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{NDB|3|439|440|Cunow, Heinrich Wilhelm Carl|[[Helga Grebing]]|118523007}}&lt;br /&gt;
* Robert Sigel: &amp;#039;&amp;#039;Die Lensch-Cunow-Haenisch-Gruppe.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zu einer Geschichte Bayerns im Industriezeitalter.&amp;#039;&amp;#039; Band 14. Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1976, ISBN 3-428-03648-4.&lt;br /&gt;
* [[Ferdinand Tönnies]]: [Rez. von Cunows &amp;#039;&amp;#039;Allgemeiner Wirtschaftsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bände. 3+ 4], [1932], In: &amp;#039;&amp;#039;[[Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe]].&amp;#039;&amp;#039; Band 22, Berlin/New York (NY) 1998, S. 489–493.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118523007}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118523007|LCCN=n85822286|NDL=00437026|VIAF=22240625}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Cunow, Heinrich}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Preußischen Landtags (Freistaat Preußen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SPD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Schwerin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marxistischer Theoretiker (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1862]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1936]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Cunow, Heinrich&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Ethnologe, Staatstheoretiker und Politiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=11. April 1862&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Schwerin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=20. August 1936&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jürgen Engel</name></author>
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