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	<title>Heidelberger Spargelessen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-24T06:23:21Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Heidelberger_Spargelessen&amp;diff=235998&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dieringer63: Link auf „Kurt Bauer (Historiker)“; Kleinkram</title>
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		<updated>2026-04-09T21:52:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link auf „Kurt Bauer (Historiker)“; Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Heidelberger Spargelessen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Heidelberger Spargelaffäre&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Heidelberger Mockage&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) war eine ab dem 21.&amp;amp;nbsp;Mai 1935 in [[Heidelberg]] gegen [[Adolf Hitler]] gerichtete Reihe öffentlicher Bekundungen Heidelberger [[Corpsstudent]]en, die den Auflösungsprozess der [[Studentenverbindung]]en im [[NS-Staat|nationalsozialistischen Deutschen Reich]] beschleunigte. Mitglieder des [[Corps Saxo-Borussia Heidelberg|Corps Saxo-Borussia]] übten Kritik an Adolf Hitler und dem Nationalsozialismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Geschichte der Studentenverbindungen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der [[Ernennung Hitlers zum Reichskanzler]] am 30.&amp;amp;nbsp;Januar 1933 herrschte zwischen den Studentenverbindungen einerseits und der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei]] (NSDAP) und ihrem studentischen Ableger, dem [[Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund|Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund]] (NSDStB), andererseits ein gespaltenes Verhältnis: Einerseits waren zahlreiche Verbindungsstudenten Anhänger von [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Ideen, Zielen oder Anschauungen; andererseits widersprach die Traditionsverbundenheit der Verbindungen dem revolutionären Habitus der Nationalsozialisten, ihre [[Elite|elitäre]] Ausrichtung der Idee der [[Volksgemeinschaft]], ihre innere Selbstverwaltung dem [[Führerprinzip]] und ihre Unabhängigkeit den nationalsozialistischen [[Gleichschaltung]]sbestrebungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies führte zu uneinheitlichen Vorgehensweisen: Während sich manche Verbindungen dem Alleinvertretungsanspruch des NSDStB unterwarfen und das alte Verbindungswesen aufgaben, suchten andere die offene Konfrontation mit den neuen Machthabern; wieder andere versuchten, durch eine Anpassungsstrategie den Druck zu lindern und so ihr Überleben durch Stillhalten zu sichern. Vor allem die [[Corps]] galten als [[Reaktion (Politik)|reaktionär]], also den Absichten und den Gleichschaltungswünschen des NSDStB ablehnend gegenüberstehend. &lt;br /&gt;
Die [[Göttinger Krawalle]] im Juni 1934 und die [[Göttinger Maibaumaffäre]] Mitte Mai 1935 wurden vom [[NS-Regime]] bzw. von staatlichen Institutionen genutzt, um ein Verbot der Korporationen voranzutreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ereignis ==&lt;br /&gt;
Am 21.&amp;amp;nbsp;Mai 1935 betraten Mitglieder des Corps Saxo-Borussia das Heidelberger Stammlokal der Corps, den [[Zum Seppl|„Seppl“]], während im Radio [[Friedensrede vom 17. Mai 1933|Hitlers „Friedensrede“]], am 17.&amp;amp;nbsp;Mai 1933 im Reichstag gehalten,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Kurt Bauer (Historiker)|Kurt Bauer]] |url=http://www.kurt-bauer-geschichte.at/PDF_Lehrveranstaltung%202008_2009/11a_Hitler-Friedensrede_1933-05-17.pdf |titel=Hitlers „Friedensrede“ vom Mai 1933: Rede des deutschen Reichskanzlers Adolf Hitler am 17.&amp;amp;nbsp;Mai 1933 im Reichstag |werk=kurt-bauer-geschichte.at |titelerg=Lehrveranstaltung „Schlüsseltexte und -dokumente zur Geschichte des Nationalsozialismus“, Universität Wien, Institut für Zeitgeschichte, WS 2008/09 |format=PDF; 134&amp;amp;nbsp;kB |abruf=2020-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; übertragen wurde. Sie störten die Übertragung durch lautes Gegröle, erzählten sich in überlautem Ton Hitlerwitze und bliesen auf einer leeren Sektflasche Melodien, zu denen sie [[Spottlied|Spottlieder]] über die Nationalsozialisten sangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am folgenden Tag wurden Stimmen laut, sie hätten sich ungebührlich verhalten und die Gäste im „Seppl“ beim Hören der Rede gestört. Daraufhin entschuldigte sich das Corps Saxo-Borussia beim NSDStB in Heidelberg und der von ihm dominierten Studentenschaft und ihrem Führer [[Gustav Adolf Scheel]] (Angehöriger des [[Verband der Vereine Deutscher Studenten|Vereins Deutscher Studenten]] in Tübingen) sowie beim Rektor der Universität [[Wilhelm Groh]] ([[Philister (Studentenverbindung)|Alter Herr]] des [[Corps Suevia Freiburg]]), die die Entschuldigung annahmen und keine weiteren Handlungen veranlassten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die in den folgenden Tagen in der gleichgeschalteten Presse veröffentlichte Empörung angestachelt, wurden weitere Provokationen durchgeführt: So unterhielten sich Angehörige desselben Corps am 26.&amp;amp;nbsp;Mai 1935 bei einem [[Gemüsespargel|Spargelessen]] im Heidelberger Lokal „[[Hirschgasse (Heidelberg)|Hirschgasse]]“, dem traditionellen [[Pauklokal|Mensurlokal]] der Heidelberger Verbindungen, darüber, ob „der Führer Spargel mit Messer, Gabel oder Pfoten“ und ganz allgemein [[comment]]gemäß äße; schließlich einigten sich die Corpsstudenten darauf, Hitler besitze „ein so großes Mundwerk, dass er den Spargel quer essen könnte“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgehend nach den Geschehnissen wurde das [[Corps Saxo-Borussia Heidelberg|Corps Saxo-Borussia]] verboten, die beteiligten Corpsstudenten wurden von der Universität [[Relegation|relegiert]], der [[Senior (Studentenverbindung)|Senior]] Henning v. Quast wurde zeitweilig verhaftet. Andere Verbindungen reagierten unterschiedlich: Während mancherorts eigene Aktionen durchgeführt wurden – etwa das Auftreten eines Hitler-Imitators auf der Terrasse eines [[Universität Marburg|Marburger]] [[Corpshaus]]es oder die Anbringung eines Hitler-Abbildes auf der [[Mensur (Studentenverbindung)|Fecht]]attrappe einer Verbindung –, äußerten sich andere Verbindungen empört über die Zurschaustellungen, teils aus Überzeugung, teils aus Furcht, von den erwarteten Repressionen mitbetroffen zu werden. Die [[Deutsche Sängerschaft]] etwa erklärte:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Während [[Sängerschaft]]er im [[Braunhemd]] für Volk und Nation den harten Dienst im Lager versehen, feiern befrackte Corpsstudenten bei Sekt und Wein die Rezeption eines Fuchsen. Während Sängerschafter im [[Grenzlanddeutschtum|Grenzland]] mit dem Lied auf den Lippen dazu beitragen, die einst entstandene Kluft zwischen [[Volk]] und Student zu schließen, ziehen betrunkene Corpsstudenten durch die Straßen und stören die allen [[Volksgenosse]]n heilige Rede unseres [[Führer (Politik)|Führers]]!|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Hempel: &amp;#039;&amp;#039;Die verbandspolitische Lage.&amp;#039;&amp;#039; In: DS&amp;amp;nbsp;5 (1935), S.&amp;amp;nbsp;143–151, hier S.&amp;amp;nbsp;144.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zeitungsartikeln und Karikaturen wurden Verbindungsstudenten im Allgemeinen und Corpsstudenten im Besonderen als „reaktionär“, „dumm“ und „[[Bourgeoisie|bourgeois]]“ dargestellt. Der [[Reichsjugendführer]] [[Baldur von Schirach]] veröffentlichte einen „Aufruf und Befehl“, in dem er konstatierte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Verlogene Altheidelberg-Romantik und arbeiterfeindliches Feudalwesen sind die Ideale dieser sogenannten Korporationen. Sie stehen außerhalb der Volksgemeinschaft und sind Feinde der sozialistischen Nation.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Hitlerjugend kann es mit ihrer Ehre als weltanschauliche Erziehungsgemeinschaft der schaffenden deutschen Jugend nicht vereinbaren, weiterhin solche Einrichtungen anzuerkennen, die sich immer wieder als unseres deutschen Volkes und Führers unwürdig erweisen. Besonders die Vorfälle, die sich in den letzten Tagen in Heidelberg ereigneten und zur Suspendierung des Korps Saxo-Borussia führten, geben ein furchtbares Bild der Verrohung und Zuchtlosigkeit, ja abgrundtiefen Gemeinheit einer kleinen Clique von Korporationsstudenten, die lärmt und säuft, während Deutschland arbeitet. Wenn solche Elemente in ihrer Verkommenheit nicht einmal vor der uns heiligen Person des Führers Halt machen, richten sie sich selbst. Wir aber ziehen darüber hinaus den Trennungsstrich zwischen ihnen und uns, den Trennungsstrich zwischen Reaktion und Sozialismus.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach: {{Internetquelle |autor=Baldur von Schirach |url=http://www.coburger-convent.de/dokumentation/historische-quellen/hj-oder-korporation.html |titel=Der Reichsjugendführer befiehlt: HJ oder Korporation! |werk=[[Kreuzzeitung]] |datum=1935-07-07 |kommentar=wiedergegeben auf der Website des Verbands Alter Herren im [[Coburger Convent]] |archiv-url=https://archive.today/20120723132452/http://www.coburger-convent.de/dokumentation/historische-quellen/hj-oder-korporation.html |archiv-datum=2012-07-23 |abruf=2020-05-21|abruf-verborgen=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden befahl er am 7.&amp;amp;nbsp;Juli 1935 allen Mitgliedern der [[Hitlerjugend]] (HJ), die zugleich einer Studentenverbindung angehörten, entweder ihre Korporation oder die HJ zu verlassen. Eine Mitgliedschaft in einer Verbindung war als HJ-Mitglied nun nicht mehr möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hitler selbst sprach sich am 15.&amp;amp;nbsp;Juli 1935 für den „langsamen Tod“ der Verbindungen aus. &amp;lt;!--- Beleg ? ---&amp;gt; In rascher Folge kam es danach zu Verboten und Selbstauflösungen von Verbindungen und ihren Dachverbänden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Lutz Hachmeister]]: &amp;#039;&amp;#039;Schleyer. Eine deutsche Geschichte&amp;#039;&amp;#039;. C.&amp;amp;nbsp;H. Beck, München 2004, ISBN 978-3-423-34390-9, S.&amp;amp;nbsp;121&amp;amp;nbsp;ff.&lt;br /&gt;
* [[Michael Grüttner]]: &amp;#039;&amp;#039;Studenten im Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;. Schöningh, Paderborn 2000, ISBN 3-506-77492-1.&lt;br /&gt;
* Rosco G. S. Weber: &amp;#039;&amp;#039;Die deutschen Corps im Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;. SH-Verlag, Köln 1998, ISBN 3-89498-033-8.&lt;br /&gt;
* Rolf-Joachim Baum (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Wir wollen Männer, wir wollen Taten!“ Deutsche Corpsstudenten 1848 bis heute&amp;#039;&amp;#039;. Siedler-Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-88680-653-7, S.&amp;amp;nbsp;193&amp;amp;nbsp;ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Manja Altenburg, Françoise Droulans, Arne Lankenau, Kilian Schultes |url=http://www.zegk.uni-heidelberg.de/hist/ausstellungen/spargelessen1935/ |titel=Das Heidelberger Spargelessen 1935: Ausstellung im Universitätsarchiv Heidelberg |hrsg=Historisches Seminar, Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg |datum=2007-10-30 |abruf=2020-05-21 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=[[Botho-Wendt zu Eulenburg|Graf zu Eulenburg]] |url=http://www.corpsarchive.de/images/digiarchiv/spargelessen.pdf |titel=Stellungnahme der Altherrenschaft des Corps Saxoborussia zu den Vorfällen am 21. und 26.&amp;amp;nbsp;Mai 1935 in Heidelberg |werk=corpsarchive.de |datum=1935-07-18 |format=PDF; 1,7&amp;amp;nbsp;MB |kommentar=wiedergegeben auf corpsarchive.de |abruf=2020-05-21 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studentengeschichte (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studentenverbindungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1935]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Widerstand gegen den Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heidelberger Studentengeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Corpswesen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dieringer63</name></author>
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