<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hefe-Zwei-Hybrid-System</id>
	<title>Hefe-Zwei-Hybrid-System - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hefe-Zwei-Hybrid-System"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hefe-Zwei-Hybrid-System&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-09T16:16:37Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hefe-Zwei-Hybrid-System&amp;diff=146823&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Karbohut am 5. Januar 2025 um 13:34 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hefe-Zwei-Hybrid-System&amp;diff=146823&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-01-05T13:34:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Beim &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hefe-Zwei-Hybrid-System&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|Yeast Two-Hybrid System}}, abgekürzt &amp;#039;&amp;#039;Y2H&amp;#039;&amp;#039;) handelt es sich um eine [[Biochemie|biochemische]] Technik zur Aufklärung von [[Protein-Protein-Interaktion]]en.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fields&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=S. Fields, O. Song |Titel=A novel genetic system to detect protein-protein interactions |Sammelwerk=Nature |Band=340 |Nummer=6230 |Datum=1989 |Seiten=245–246 |DOI=10.1038/340245a0 |PMID=2547163 |bibcode=1989Natur.340..245F}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;hurt&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=J. Hurt, S. Thibodeau, A. Hirsh, C. Pabo, J. Joung |Titel=Highly specific zinc finger proteins obtained by directed domain shuffling and cell-based selection |Sammelwerk=Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A. |Band=100 |Nummer=21 |Datum=2003 |Seiten=12271–6 |DOI=10.1073/pnas.2135381100 |PMC=218748 |PMID=14527993 |bibcode=2003PNAS..10012271H}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prinzip ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Y2H.jpg|mini|Schema des Hefe-Zwei-Hybrid-Systems. Das &amp;#039;&amp;#039;Bait&amp;#039;&amp;#039;-[[Fusionsprotein]] bindet an die GAL4-Bindestelle vor einem Reportergen im [[Genom]] einer Hefezelle. Ein &amp;#039;&amp;#039;Prey&amp;#039;&amp;#039;-Fusionsprotein muss nun in der Lage sein, an dieses &amp;#039;&amp;#039;Bait&amp;#039;&amp;#039;-Fusionsprotein zu binden. Nur wenn eine solche Interaktion stattfindet (s. unten), resultiert daraus eine funktionelle Rekonstitution des GAL4-[[Transkriptionsfaktor]]s, was eine Expression des Reportergens zur Folge hat. Über dieses kann die Interaktion detektiert werden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hefe-Zwei-Hybrid-System ist eine &amp;#039;&amp;#039;[[In-vitro]]&amp;#039;&amp;#039;-Methode zum Nachweis von Protein-Protein-Wechselwirkungen in [[Zuckerhefen|Hefe]], in der Regel der Bäckerhefe &amp;#039;&amp;#039;[[Backhefe|Saccharomyces cerevisiae]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;V. Ratushny, E. Golemis: &amp;#039;&amp;#039;Resolving the network of cell signaling pathways using the evolving yeast two-hybrid system.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;BioTechniques.&amp;#039;&amp;#039; Band 44, Nummer 5, April 2008, {{ISSN|0736-6205}}, S.&amp;amp;nbsp;655–662, [[doi:10.2144/000112797]]. PMID 18474041, {{PMC|2526548}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Grundlage hierfür ist ein zur [[Genregulation]] benötigtes [[Protein]], ein so genannter [[Transkriptionsfaktor]]. In &amp;#039;&amp;#039;Saccharomyces cerevisiae&amp;#039;&amp;#039; bedient man sich normalerweise des Transkriptionsfaktors &amp;#039;&amp;#039;GAL4&amp;#039;&amp;#039;. Dieser besitzt zwei verschiedene [[Proteindomäne|Domänen]], eine zum Binden an der [[Desoxyribonukleinsäure|DNA]] (Bindedomäne, GAL4-BD) und eine, welche die [[Transkription (Biologie)|Transkription]] aktiviert (Aktivierungsdomäne, GAL4-AD). Obwohl die beiden Domänen sich normalerweise auf derselben [[Polypeptid]]kette befinden, sind diese auch dann wirksam, wenn sie von zwei unterschiedlichen Proteinen über nicht-kovalente Protein-Protein-Interaktionen zusammengebracht werden. Dazu bedient man sich zweier in Hefe kompatibler [[Vektor (Biologie)|Expressionsvektoren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes der beiden Plasmide trägt jeweils ein für das entsprechende Experiment konstruiertes Fusionsgen. Dieses codiert im ersten Fall für ein [[Fusionsprotein|Hybridprotein]], das aus der GAL4-BD besteht und an der sich die Aminosäuresequenz anschließt, für die ein potentieller Bindungspartner gefunden werden soll (&amp;#039;&amp;#039;Bait&amp;#039;&amp;#039;-Protein, Köderprotein). Das zweite Plasmid codiert ein Hybridprotein, das sich aus der GAL4-AD und im Anschluss aus einem möglichen Bindepartner für das &amp;#039;&amp;#039;Bait&amp;#039;&amp;#039;-Protein zusammensetzt (&amp;#039;&amp;#039;Prey&amp;#039;&amp;#039;-Protein, Beuteprotein). Beide Hefe-Zwei-Hybrid-[[Plasmid]]e replizieren sich sowohl in Hefe als auch in &amp;#039;&amp;#039;[[E. coli]]&amp;#039;&amp;#039; autonom ([[Shuttle-Plasmid|Shuttle-Vektoren]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Hefestamm, der kein funktionierendes &amp;#039;&amp;#039;GAL4&amp;#039;&amp;#039;-Gen hat und ein oder mehrere Reportergene trägt, wird mit beiden Plasmiden transformiert. Als Reporter dieser Interaktion fungieren [[Gen]]e, denen eine oder mehrere Bindestellen für den GAL4-Transkriptionsfaktor vorgeschaltet sind und die für Proteine codieren, die entweder bestimmte [[Aminosäure]]n bzw. Basen herstellen können (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Histidin]], [[Uracil]] oder [[Adenin]]) oder eine optische Erkennung ermöglichen (z.&amp;amp;nbsp;B. ein Farbumschlag katalysiert durch das [[LacZ|lacZ-Gen]]). Wenn es zwischen &amp;#039;&amp;#039;Bait&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Prey&amp;#039;&amp;#039; zu einer Interaktion kommt, resultiert daraus in der Regel eine funktionelle [[Rekonstitution]] des GAL4-Transkriptionsfaktors, was eine [[Genexpression|Expression]] der Reportergene zur Folge hat. Letzteres kann durch Wachstum auf entsprechenden Selektionsmedien nachgewiesen werden, z.&amp;amp;nbsp;B. auf einem Mangelmedium für Histidin wachsen in der Folge nur Hefen, bei welchen &amp;#039;&amp;#039;Bait&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Prey&amp;#039;&amp;#039; interagieren und so das Enzym zur Histidin-Synthese exprimieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem [[Screening]]-Verfahren können in einem eher [[empirisch]]en Ansatz mit einer [[cDNA-Bank]] als „Prey“ mögliche Interaktionspartner identifiziert werden, oder aber es kann bei dem so genannten „Single mating“ mit diesem System gezielt die Interaktion für bestimmte Proteine überprüft werden. Die DNA-Sequenzen können aus einer [[DNA-Reinigung]] oder einer [[Künstliche Gensynthese#Chemische Synthese von Oligonukleotiden|Synthese]] stammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hurt&amp;quot; /&amp;gt; Es gibt Varianten des Y2H in &amp;#039;&amp;#039;E. coli&amp;#039;&amp;#039; und Säugetier-Zellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hurt&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;B. Stynen, H. Tournu, J. Tavernier, P. Van Dijck: &amp;#039;&amp;#039;Diversity in genetic in vivo methods for protein-protein interaction studies: from the yeast two-hybrid system to the mammalian split-luciferase system.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Microbiology and molecular biology reviews : MMBR.&amp;#039;&amp;#039; Band 76, Nummer 2, Juni 2012, {{ISSN|1098-5557}}, S.&amp;amp;nbsp;331–382, [[doi:10.1128/MMBR.05021-11]]. PMID 22688816, {{PMC|3372256}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vor- und Nachteile ==&lt;br /&gt;
Das Hefe-Zwei-Hybrid-System ermöglicht die Untersuchung von Protein-Protein-[[Interaktion]]en in zumindest &amp;#039;&amp;#039;in vivo&amp;#039;&amp;#039;-ähnlichen Verhältnissen, d.&amp;amp;nbsp;h. im Milieu einer Zelle und mit in [[Eukaryoten]] vorkommenden posttranslationalen Modifikationen wie [[Glykosylierung]] (Anhängen von Zuckerketten), [[Palmitoylierung]] (Anhängen von [[Fettsäuren]]) oder Faltung durch [[Chaperon (Protein)|Chaperone]]. Da Hefe zudem relativ billig und robust zu handhaben ist, können viele Interaktionspartner, z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Screening]]-Ansätzen, überprüft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch beim klassischen Hefe-Zwei-Hybrid-System ist aber, dass die Interaktion der zu untersuchenden Proteine im [[Zellkern]] der Hefe stattfinden muss, da die Transkription nur dort ablaufen kann. Es ist aber möglich, dass sich Proteine in diesem Milieu anders [[Proteinfaltung|falten]] als in dem Bereich der Zelle, in dem sie üblicherweise auftreten. Auch die Modifikationen der Hefe sind teilweise verschieden zu denen anderer eukaryotischer Organismen.&lt;br /&gt;
Diese veränderte Faltung beeinflusst [[Proteinstruktur|Struktur]] und Oberflächeneigenschaften der Proteine, wodurch es zu falschen Versuchsergebnissen kommen kann:&lt;br /&gt;
* Proteine, die normalerweise nicht miteinander interagieren würden, tun dies durch die veränderte Oberfläche (&amp;#039;&amp;#039;falsch positiv&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Proteine, die tatsächlich miteinander interagieren, können dies durch die veränderte Faltung im Zellkern nicht (&amp;#039;&amp;#039;falsch negativ&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist es möglich, dass zwei Proteine zwar im Y2H-Versuch interagieren, aber im [[Zellzyklus]], im [[Zellorganell]] oder im [[Zelltyp]] nicht gleichzeitig auftreten und deshalb nicht tatsächliche Interaktionspartner sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den genannten Gründen muss die Interpretation von Y2H-Ergebnissen mit großer Vorsicht erfolgen. Positive Interaktionen müssen immer mit weiteren Techniken aus der Molekularbiologie verifiziert werden, wie beispielsweise [[Immunpräzipitation]] oder [[FRET]]. Das Y2H-Experiment gibt weiterhin zwar Auskunft über die mögliche Interaktion von zwei Proteinen, jedoch keine Informationen darüber, &amp;#039;&amp;#039;wie&amp;#039;&amp;#039; diese Interaktion stattfindet. Dazu sind detailliertere Untersuchungen der Struktur der beteiligten Proteine nötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das klassische, hier beschriebene Hefe-Zwei-Hybrid-System besitzt noch weitere Einschränkungen. So lassen sich bestimmte Proteine nicht in den Zellkern transportieren, wie beispielsweise Membranproteine. Auch [[Proteinkomplex]]e, an denen mehr als zwei Proteine beteiligt sind, lassen sich mit klassischen Y2H-Experimenten nicht direkt untersuchen. Um diesen Problemen zu begegnen, wurden inzwischen modifizierte Hefe-Zwei-Hybrid-Systeme entwickelt, bei denen erst weitere Schritte die [[Rekonstitution]] des Transkriptionsfaktors ermöglichen. Auch gibt es inzwischen Systeme, die auf anderen Prinzipien beruhen, wie z.&amp;amp;nbsp;B. das [[Split-Ubiquitin System]], das besonders für Interaktionsstudien von Membranproteinen interessant ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Molekularbiologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nukleinsäure-Methode]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biochemisches Nachweisverfahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Protein-Protein-Interaktionsbestimmung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hefepilze]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Karbohut</name></author>
	</entry>
</feed>