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	<title>Haus Traar - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;TaxonBot: Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Haus Traar 2009 Foto 01 thumb.jpg|mini|hochkant=1.5|Ansicht von Süden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Haus Traar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein ehemaliges [[Rittergut]] in [[Traar|Krefeld-Traar]], An der Elfrather Mühle 241. Es war der Namensgeber für den vormals selbstständigen Ort, der heute ein Stadtteil der [[Nordrhein-Westfalen|nordrhein-westfälischen]] Stadt [[Krefeld]] ist. Von Adeligen Mitte des 13. Jahrhunderts als Rittergut erbaut, gelangte es bald darauf für rund 500 Jahre in den Besitz des [[Deutscher Orden|Deutschen Ordens]]. Nach der [[Säkularisation#Säkularisation nach der Französischen Revolution|Säkularisation]] wurde das Anwesen auch von allen nachfolgenden Besitzern durchgängig als landwirtschaftlicher [[Gutshof]] genutzt. Nach Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung wurden ab 1992 sämtliche Wirtschaftsgebäude zu Wohnzwecken umgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen von Are von Rode.svg|mini|Wappen von Are und Wappen von Rode]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Rodung und Besiedelung der Gegend und dem Bau erster Höfe im 10. Jahrhundert&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Rembert: &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte des Hauses und der Gemeinde Traar.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Heimat. Zeitschrift Für Niederrheinische Heimatpflege.&amp;#039;&amp;#039; Jg. 17, Heft 4, Krefeld 1938, S. 337.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden eine [[Wasserburg (Gebäude)|Wasserburg]] Are und die Ritter von Are (te Are = Traar) erstmals in einer Urkunde&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Keussen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Urkundenbuch der Stadt Krefeld und der alten Grafschaft Moers.&amp;#039;&amp;#039; Uhrig, Krefeld 1938–40, Bd. I. – Keussen gibt als Quelle an: Düss. St.A., Köln St. Kunibert n. 70 Or.Pgm. Übersetzt bei Stollwerck-Pannes, Hohenbudberg 93-95. – Knipping, Regesten 3, 251 n. 1849.&amp;lt;/ref&amp;gt; vom 11. Juni 1255 erwähnt. Das Wappen von Are zeigte auf einem Silberschild drei Adler zwischen einem grünen Querbalken. Schon kurz nach dem Bau wurde die [[Burg]] 1274 von den Erbauern Albert von Are (ter Are = [[Traar]]) und seiner Gattin Aleidis von Rode (Rode= [[Haus Rath (Krefeld)|Rath]]) wegen Kinderlosigkeit an den [[Deutscher Orden|Deutschen Orden]] verschenkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Theodor Joseph Lacomblet]]: &amp;#039;&amp;#039;Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins.&amp;#039;&amp;#039; Elberfeld, Düsseldorf 1846; Bd. 2., Urkunde Nr. 660, {{Toter Link |datum=2025-06 |url=http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-3699/HBZ-HT003996462-2-_-5_-_0426.jpg |text=S. 388 |archivebot=2025-06-20 05:45:49 InternetArchiveBot}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Trotz mehrfacher Anfechtung der Schenkung durch Verwandte gelang nicht, den Besitz zurückzuerlangen. Erst ein abschließender 1293 beurkundeter Vergleich&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Joseph Lacomblet: &amp;#039;&amp;#039;Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins.&amp;#039;&amp;#039; Elberfeld, Düsseldorf 1846; Bd. 2., Urkunde Nr. 941, {{Toter Link |datum=2025-06 |url=http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-3699/HBZ-HT003996462-2-_-5_-_0595.jpg |text=S. 557 |archivebot=2025-06-20 05:45:49 InternetArchiveBot}} und {{Webarchiv|url=http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-3699/HBZ-HT003996462-2-_-5_-_0596.jpg |wayback=20170104023909 |text=S. 558 |archiv-bot=2025-06-20 05:45:49 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; legte den Streit bei. Das Anwesen blieb bis zur [[Säkularisation]] 1802 im Eigentum des Deutschen Ordens. Haus Traar wurde der [[Deutschherrenhaus Koblenz|Ballei Koblenz]] eingegliedert. Später bildete es zusammen mit dem Ordenshaus in Rheinberg die [[Kommende|Komturei]] &amp;#039;&amp;#039;Traar und Rheinberg&amp;#039;&amp;#039;. An die Vergangenheit als [[Rittergut]] erinnern noch die Wappen mit dem Kreuz des Deutschen Ordens am Eingangstor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Traar 1760.png|mini|Vogelsschauansicht aus dem Jahr 1760]]&lt;br /&gt;
Durch zwei Brände, 1584 während des [[Truchsessischer Krieg|Truchsessischen Krieges]] und 1641/42 durch hessisch-weimarische Truppen, wurden alle Gebäude zerstört. Der Wiederaufbau und die weitere Verpachtung an Johann Halfmann auf Arrh begann 1647. Das Herrenhaus wurde 1664 und die Kapelle 1669 neu aufgebaut. 1715 war es zeitweise Amtssitz der Komture im Herrenhaus. Das Anwesen besaß [[Landtag (historisch)|Landtagsrecht]], aber nicht die [[Judikative|Jurisdiktion]] oder die Jagdgerechtigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Familie Henoumont.png|mini|&amp;#039;&amp;#039;Familie Henoumont auf Haus Traar&amp;#039;&amp;#039;, Gemälde von [[Wilhelm Krafft (Maler)|Wilhelm Krafft]], 1835]]&lt;br /&gt;
Nachdem die [[Linkes Rheinufer|linken Rheinlande]] 1801 mit dem [[Friede von Lunéville|Frieden von Lunéville]] französisch geworden waren, ging im Zuge der Säkularisation das Rittergut in den Besitz der französischen Domänenverwaltung über; der Pächter von Haus Traar löste die jährlich an das Marienhospital in Bockum zu zahlende Rente von einem Malter Roggen durch eine an den französischen Staat abzuführende einmalige Zahlung von 450,75 Francs ab. Nach der endgültigen Enteignung des Deutschen Ordens durch die Franzosen kauften 1812 [[Carl Joseph Henoumont]] (geboren 1750 in [[Bissen]]/Luxemburg und ab 1773 Professor der Rechtswissenschaften an der Universität Düsseldorf) und seine Gattin Maria Anna von Daniels das Anwesen für 20.000 Francs. Der neue Hausherr wurde wenige Jahre nach dem Erwerb im Herrenhaus von außen durch die Fensterscheibe „meuchlings“ angeschossen und starb am 12. Juni 1816 an den Wunden. Sein gleichnamiger Neffe wurde sein Erbe († 1869). Das so genannte &amp;#039;&amp;#039;Gut Traar&amp;#039;&amp;#039; wurde ab 1816 an Familie Libbertz/Heggels verpachtet. Die Familie Henoumont errichtete 1817 die Wirtschaftsgebäude, legte die Lindenallee nebst Brücke über den [[Kendel]] an und baute 1830 das Herrenhaus in den heutigen Zustand um. Für den Bau der Traarer Pfarrkirche St. Josef im Jahre 1834 stiftete sie das Grundstück. Ab 1844 kam sie auch in den Besitz des sich in Sichtweite befindlichen [[Haus Rath (Krefeld)|Hauses Rath]]. Haus Traar ging dann durch Kauf an Karl Anton Schmitz 1857 und 1874 durch Erbschaft an seinen Schwiegersohn Max Winkelmann, den damaligen Bürgermeister von Lobberich, dessen Sohn Karl Winkelmann es 1895 übernahm. Von seiner Witwe Agnes, geb. Baumann, erwarb es 1928 der Krefelder Fabrikant Oskar von Beckerath, ein Nachkomme des Bankiers und Politikers [[Hermann von Beckerath (Politiker)|Hermann von Beckerath]]. Als Verwalter setzte Oskar von Beckerath den Landwirt Ludwig von Holtum ein, der auf Haus Traar beachtliche Zuchterfolge&amp;lt;ref&amp;gt;[[:Datei:Haus Traar Bulle von Ludwig von Holtum.jpg|Zeitungsausschnitt]] unbekannter Herkunft&amp;lt;/ref&amp;gt; erlangen konnte. Gegenüber dem Finanzamt machte der Besitzer von Beckerath regelmäßig hohe Verluste aus dem Gut Haus Traar geltend, sodass ihm 1939 Liebhaberei statt Gewinnerzielungsabsicht&amp;lt;ref&amp;gt;Finanzamt Krefeld-Uerdingen a.&amp;amp;nbsp;Rh.: [[:Datei:Haus Traar Finanzamtschreiben 1938.djvu|Schreiben an Oskar von Beckerath]] ([[DjVu]]) 3. August 1939&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstellt wurde. 1949 führte er dann in einem Antrag&amp;lt;ref&amp;gt;Oskar von Beckerath: [[:Datei:Haus Traar Antrag Wertfortschreibung 1949.djvu|Antrag auf Wertfortschreibung]] ([[DjVu]]) 13. Mai 1949&amp;lt;/ref&amp;gt; auf Herabsetzung des [[Einheitswert]]es als Begründung für die schlechten landwirtschaftlichen Erträge an, dass bedingt durch den [[Bergwerk Niederberg|niederrheinischen Kohleabbau]] seit 1928 der Grundwasserstand um mehrere Meter abgesunken sei. Oskar von Beckerath bot 1950 das mittlerweile unter Denkmalschutz&amp;lt;ref&amp;gt;Stadt Krefeld, Bauordnungsamt: [[:Datei:Haus Traar Denkmalschutzbescheid 1950.jpg|Denkmalschutz von Haus Traar]], 29. September 1950&amp;lt;/ref&amp;gt; stehende Anwesen zum Kauf an und ließ es in einem Exposé&amp;lt;ref&amp;gt;[[:Datei:Haus Traar Expose 1951.jpg|Exposé Haus Traar]], 1950&amp;lt;/ref&amp;gt; als allerbesten Betrieb mit 200 Morgen besten Böden und erstklassigen Gebäuden beschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Weber, Landwirt in [[Bad Godesberg]], kaufte das Gut Haus Traar per Kaufvertrag&amp;lt;ref&amp;gt;[[:Datei:Kaufvertrag Haus Traar 1951.djvu|Kaufvertrag Haus Traar]] ([[DjVu]]) Urkunden-Rolle Nr. 97/51 zu Köln, 6. März 1951&amp;lt;/ref&amp;gt; vom 6. März 1951 mit Gebäuden und 49,8&amp;amp;nbsp;ha Land zu einem Preis von 290.000&amp;amp;nbsp;DM zuzüglich lebendes und totes Inventar. Familie Weber war zuvor gezwungen worden, kurzfristig den von Majoratsbesitzer Robert [[Haus Carstanjen|von Carstanjen]] gepachteten Gutshof „[[Plittersdorf (Bonn)|Plittersdorfer Aue]]“ wegen der bevorstehenden Errichtung der amerikanischen [[HICOG-Siedlung Plittersdorf|HICOG-Neubausiedlung]] zu räumen, nachdem [[Bonn]] 1949 [[Bundeshauptstadt]] geworden war. Mit den umstrittenen&amp;lt;ref&amp;gt;[[:Datei:Urteil Carstanjen Weber 1970.djvu|OLG Urteil 13 U 212/69]] ([[DjVu]]) Martin Carstanjen gegen Friedrich-Peter und Helmut Weber, 19. März 1970&amp;lt;/ref&amp;gt; Entschädigungszahlungen der USA konnte Peter Weber Haus Traar kaufen. Die Brüder Friedrich Peter und Helmut Weber übernahmen 1959 von ihrem Vater die Landwirtschaft. Einschneidende Veränderungen ergaben sich 1969 aus dem Bau der heutigen [[Bundesautobahn&amp;amp;nbsp;57]] mitten durch die zu Haus Traar gehörenden Felder. In mehreren Instanzen wurde von den Brüdern Weber bis zum Bundesgerichtshof ein Prozess&amp;lt;ref&amp;gt;[[:Datei:BRD gegen Weber.djvu|BGH Urteil III ZR 149/75]] ([[DjVu]]) Bundesrepublik Deutschland gegen Landwirt Peter und Landwirt Helmut Weber, 30. September 1976&amp;lt;/ref&amp;gt; um eine gerechte Entschädigungsregelung geführt, denn ehemals große Felder wurden durch den Autobahnbau in nur noch eingeschränkt nutzbare kleine Parzellen zerteilt. Bedingt durch die veränderten Anforderungen der modernen Landwirtschaft und die Bedürfnisse der nahen Großstadt (Wohngebiete, Autobahnbau, Wasserschutzzonen, Naherholungsgebiete) wurde 1990 nach mehr als 750 Jahren die landwirtschaftliche Nutzung durch die letzten aktiven Landwirte, die Brüder Friedrich Peter und Helmut Weber aufgegeben. Bis auf das Herrenhaus und die Kapelle verkauften sie 1990 sämtliche Gebäude und Liegenschaften an die Stadt Krefeld. Anschließend wurden die Wirtschaftsgebäude an die Firma Robert Janssen KG aus Weeze veräußert und zu Eigentumswohnungen umgebaut. Im Zuge des Umbaus wurden das sogenannte Schäferhaus, die alte Schmiede, der ehemalige Kuh- und Pferdestall und die offene Großscheune, in enger Absprache mit den Denkmalschutzbehörden des Landes NRW, grundlegend saniert. Die notwendigen Stellplätze wurden hierbei voll unterirdisch ausgebildet und großflächig renaturiert. Große Teile der ehemaligen Ackerflächen wurden für eine Golfplatznutzung verpachtet. Nach zwei Generationen in Hand der Familie Weber wechselten letztmals 2009 die Besitzer des Herrenhauses, das als eines der ältesten durchgängig bewohnten Häuser&amp;lt;ref&amp;gt;laut Aussage Untere Denkmalbehörde der Stadt Krefeld &amp;lt;!-- mündliche Aussage von Herrn Gerhard Hanisch, Untere Denkmalbehörde der Stadt Krefeld, Sept. 2009 --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; in Krefeld gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Traar Lageplan.svg|810px|mini|links|Lagepläne Stand 1760,&amp;lt;ref&amp;gt;Lageplan 1760: rekonstruiert nach [[:Datei:Haus Traar 1760.png|Vogelschauansicht]] gezeichnet 1760 von Mathias Ehmans&amp;lt;/ref&amp;gt; 1873,&amp;lt;ref&amp;gt;Lageplan 1873: durchgezeichnet von [[:Datei:Haus Traar 1873.jpg|Geometerplan]] Titel: &amp;#039;&amp;#039;Aufgenommen und gezeichnet Kempen im Mai 1873 Der Geometer Kinkel&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; 1955,&amp;lt;ref&amp;gt;Lageplan 1955: durchgezeichnet von [[:Datei:Lageplan Haus Traar um 1930.png|Lageplan ca. 1930]] und Befragung von Zeitzeugen&amp;lt;/ref&amp;gt; 1980,&amp;lt;ref&amp;gt;Lageplan 1980: durchgezeichnet von Katasterplan 9. März 1985 und Befragung von Zeitzeugen&amp;lt;/ref&amp;gt; 2009&amp;lt;ref&amp;gt;Lageplan 2009: durchgezeichnet vom Luftbild 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; (rot= Wohngebäude, grau= Wirtschaftsgebäude und sonstige)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
=== Eingangstor ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Traar 2009.jpg|mini|Toranlage und Herrenhaus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein in barocken Formen gestaltetes Portal aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts führt in den inneren Hof. Es besteht aus zwei gemauerten, schräg abgestützten [[Pilaster]]pfosten, gekrönt von je einem Löwen als Schildhalter mit den Wappen des Deutschen Ordens auf [[Kapitell|Sandsteinkapitellen]]. Pfeiler und Mauern sind aus Backstein, die Schmuckstücke aus Sandstein. Die stark verwitterten Skulpturen wurden Ende der 1990er Jahre durch [[Nachbildung|Repliken]] ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herrenhaus ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Traar 2009 Foto 05.jpg|mini|Herrenhaus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Herrenhaus (Gebäude)|Herrenhaus]] ist ein zweistöckiges, aus verputztem Backstein errichtetes Gebäude von sieben Achsen (Länge 19,80, Breite 10,60 Meter) mit einem Satteldach über einem hölzernen [[Kranzgesims#Begriffe|Kranzgesims]] und einer Mitteltür. Der Neubau von 1664 hatte seitliche geschweifte [[Treppengiebel]], einen [[Mittelgiebel]] über der Westfassade und an der nordwestlichen Ecke ein schlankes achtseitiges Türmchen. Das Baujahr ist durch die an der Hauptfassade aus [[Anker (Bauwesen)|Eisenankern]] gebildete Inschrift „ANNO 1664“ belegt. Die jetzige Gestalt geht auf einen Umbau um 1830 zurück (Veränderung von Tür, Dach, [[Dachgaube|Gauben]], Entfernung des Türmchens, neue Treppe innen). Bei diesen Baumaßnahmen wurde auch die hölzerne Haustür mit [[Kämpferfenster#Kämpferfenster bei Türen|Oberlicht]] und einer Werksteinfassung mit [[Schlussstein|Wappenschlussstein]] eingebaut. 1993 wurde das Herrenhaus von Familie Weber unter Erhaltung der historischen Bausubstanz und Ausstattung denkmalgerecht saniert und für eine zeitgemäße Nutzung umgebaut. Insbesondere durch den Einbau eines zweiten Treppenhauses wurde die Möglichkeit geschaffen, die rund 450&amp;amp;nbsp;m² Nutzflächen in einzelne Einheiten aufteilen zu können. Bei der Sanierung konnten die Eichenholzfenster nach 160-jähriger Lebensdauer nicht mehr weiter verwendet werden und wurden durch profilierte Holzfenster in gleichen Abmessung ersetzt. Bemerkenswert ist die erhalten gebliebene Dachkonstruktion aus [[Dechsel|gedechseltem]] Eichenholz aus dem 17. Jahrhundert in Form eines Kehlbalkendachs mit [[Dachstuhl|liegendem Stuhl]], die bis zu 50&amp;amp;nbsp;cm breiten Eichenholzdielen im Erdgeschoss, die Innentreppe und die Türen aus dem Umbau Anfang des 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Halfmannshaus ===&lt;br /&gt;
An der Stelle eines strohgedeckten Fachwerkbaus wurde 1760 ([[Anker (Bauwesen)|Ankersplinte]]) ein zweigeschossiges Wohnhaus aus Backstein errichtet, mit vier zu drei Achsen und einem [[Krüppelwalmdach#Schopfwalm, Krüppelwalm|Krüppelwalmdach]]. Es wurde 1860 renoviert (Schlussstein über dem Eingang) und diente als Haus des Verwalters, auch Halfmann genannt. Die Bezeichnung [[Halfe|Halfmann]] leitet sich aus der Bedingung ab, dass früher die Hälfte der Ernte als Pacht an den Herren abgegeben werden musste. Darüber hinaus mussten auch [[Hand- und Spanndienste]] geleistet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsgebäude ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Traar 1980 Scheune color.jpg|mini|Scheune (1980)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirtschaftsgebäude mit Stallungen, [[Schmiede (Werkstatt)|Schmiede]] und [[Scheune]] wurden in Backstein 1817 und später errichtet. Nach der Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung im Jahre 1991 wurde das Anwesen samt Ackerflächen an die Stadt Krefeld verkauft. Ein Investor baute die Wirtschaftsgebäude in denkmalschutzgeförderte Eigentumswohnungen um. Durch den notwendigen Einbau vieler Fenster, den Bau einer Tiefgarage und der Umwandlung der gepflasterten Hoffläche zu kleinteiliger Gartennutzung ist der landwirtschaftliche Charakter verloren gegangen. Auch die hölzerne Scheune mit einem ehemals beeindruckendem [[Dachstuhl]] wurde ausgemauert, mit Fenstern versehen und zu einem Mehrfamilienwohnhaus umgebaut. Auf den zum Gut gehörenden Ackerflächen wurde Mitte der 1990er Jahre der Golfplatz &amp;#039;&amp;#039;Elfrather Mühle&amp;#039;&amp;#039; errichtet und auf den ehemaligen Obstwiesen eine jetzt von der Kette &amp;#039;&amp;#039;Novotel&amp;#039;&amp;#039; betriebene Hotelanlage gebaut. Das Hotel ist der Nachfolgebau einer Reitanlage, die Ende der 1970er Jahre vom damaligen Gutsbesitzer von Beckerath errichtet und betrieben wurde. Ein weiteres Gebäude wurde 1965 auf der Anlage im westlichen Teil an Stelle der ehemaligen Gewächshäuser im Stil der Zeit als freistehendes Einfamilienwohnhaus gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapelle ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Traar 2009 Foto 03.jpg|mini|Kapelle und Halfmannshaus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Schlosskapelle|Kapelle]] ist ein einschiffiger Backsteinbau von 1669 mit einem längsrechteckigen Saal von 6,40&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;4,75 Metern und einem polygonalen, halbhohen und nachträglich angefügten [[Sakristei]]anbau. Das Dach besteht aus einem geschwungenen, schiefergedeckten [[Walmdach]] mit einem sechsseitigen [[Dachreiter]] mit geschweifter [[Spitzhaube (Architektur)|Spitzhaube]]. Das Innere ist flachgedeckt. Die Längsseiten sind von zweimal zwei Stichbogenfenstern mit einer alten Verglasung durchbrochen. Eine breite Rundbogenöffnung im Westen führt in die schmale, über die gesamte Kapellenbreite ausgedehnte Vorhalle. Diese wurde offensichtlich später eingebaut, denn die Fußbodenplatten gehen unter der schmalen Innenmauer hindurch, der innere Balken liegt nicht frei im Raum und die Türöffnung ist von ungewöhnlicher Form. Ein hölzerner Deckenbalken in der gesamten Breite des Gebäudes hat eine Inschrift, die schon einige Historiker&amp;lt;ref&amp;gt;so auch noch bei Clemen (1896) und Rembert (1938)&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Irre geführt hat:&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Traar Deckenbalken Kapelle thumb.png|rahmenlos|hochkant=4.5|links]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:left&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Traar Fenster Kapelle.jpg|mini|Kapellenfenster]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Traar Innenraum Kapelle.jpg|mini|Altar und Öllampe]]&lt;br /&gt;
{{Inschrift |Kapitälchen=1 |Text=ANNO 1256 HAT CONRAD ERTZBISCHOF ZU COLLEN CONFIRMIRT CUM OMNI IURE DEN TRANSPORT DER CAPPELLEN ZU ARE AN DEN&amp;lt;br /&amp;gt;RITTERLICHEN DEUTSCHEN ORDEN VON DEN ADELLICHEN BESITZEREN CASTRI IN ARE UND FAMILIEN DE ARE, WELCHE&amp;lt;br /&amp;gt;ANNO 1584 IST ABGEBRAND UND ANNO 1669 VON DEM RITTER HERREN UND COMMENTHEUREN FRANSZT GOTTFRIEDEN VON BUDLENBERCH&amp;lt;br /&amp;gt;GENANT SCHIRP ZU LUNTENBECK WIEDER AUF VORIGE PLATZ ERBAUET ZU GOTTES UND ALLER HEILIGEN EHREN.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit des Wiederaufbaus im 17. Jahrhundert hatte man eine Akte aus dem Jahre 1256 in Besitz, die die Übergabe des Patronats der Kapelle zu Are an den Deutschen Orden beurkundete. In der Meinung, es handele sich um das niederrheinische Traar, erwähnte man dies in der Inschrift. Die Urkunde bezog sich jedoch auf Burg Are bei Altenahr, so dass der erste Teil der Inschrift nicht zutrifft.&amp;lt;ref&amp;gt;Eva Brües: &amp;#039;&amp;#039;Krefeld.&amp;#039;&amp;#039; Band 2 (= Die Denkmäler des Rheinlandes). 1. Auflage. Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1967, S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Glasfenster bestehen aus in Blei gefassten bemalten Scheiben bzw. Scheibenfolgen mit Wappen und Sprüchen der jeweiligen Besitzer. Eine Inschrift lautet beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Inschrift |Kapitälchen=1 |Text=JOHANN CASPAR VON GOTTES GNADEN ADMINISTRATOR DES HOCHMEISTERTHUMBS IN PREUSSEN, MEISTER TEUTSCHEN ORDENS IN TEUTSCH UND WELSCHEN LANDEN, HERR ZUE FREUDENTHAL UND EULENBERG. ANNO 1670.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der neuen Dacheindeckung und der Beseitigung des Efeus an der Südfassade wurden in den 1980er Jahren die historischen Fenster vollflächig mit Sicherheitsglas geschützt und stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Altarbild ist ein Gemälde auf Holz (Höhe 2,25, Breite 1,90 Meter) aus dem 18. Jahrhundert und zeigt ein von [[Putto|Putten]] getragenes [[Marienbildnis|Madonnenmedaillon]] vor baldachinartigem Stoffbehang. Die Öllampe aus Messing (Höhe 46&amp;amp;nbsp;cm) ist mit BAERLO 1716 signiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wassergraben, Garten- und Parkanlage ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Haus Traar 1873.jpg|mini|Karte mit Garten- und Parkanlagen, gezeichnet 1873 von Geometer Zirkel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Eiszeit hatten sich die Wasser der schmelzenden Gletscher ihren eigenen Weg gesucht und flossen durch die ausgewaschenen Täler. Dann tat der in Hochwasserzeiten pendelnde Rhein sein Übriges und schuf neue für den Niederrhein typische Vertiefungen („[[Kendel]]“). Auf Traarer Gebiet sind dies die [[Niepkuhlen]], der &amp;#039;&amp;#039;Traarer Kendel&amp;#039;&amp;#039; (früher auch Traarbach bezeichnet) und das Löhken. Den Wasserlauf des heute ausgetrockneten Traarbaches nutzend, wurden um das Anwesen schützende Wassergräben mit einer Zugbrücke angelegt. Die Karte von 1760, ein Bild der Familie Henoumont von etwa 1835 und der Geometerplan von 1876 zeigen die Veränderungen des Besitzes im 18. und 19. Jahrhundert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1717 wurden neben Nutzgärten auch erste [[Lustgarten|Lust- und Ziergärten]] angelegt, an die ein erhaltenes, schon auf dem 1876 Plan dargestelltes gusseisernes Rondell erinnert. Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage unter Einbeziehung der die beiden Bereiche des Anwesens umgebenden Wassergräben zu einem aufwändigen [[Landschaftspark]] ausgebaut. Dieser erstreckte sich südlich und nördlich der Gebäude als [[Park|Waldpark]], der von Gräben und Lichtungen durchzogen war. Mit [[Allee]]n und Baumgruppen bezog der Park Obst- und Gemüsegärten sowie die umgebende Ackerlandschaft ein. Heute sind die 1834 gepflanzte Lindenallee und einige Einzelbäume als eingetragene [[Naturdenkmal|Naturdenkmäler]] geschützt. An den ehemaligen Blumengarten erinnern nur noch zwei Gartentorpfosten. Die Wassergräben sind als [[Bodendenkmal]] geschützt, sie sind jedoch durch die Grundwasserabsenkung in den letzten Jahrzehnten trocken gefallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Eva Brües: &amp;#039;&amp;#039;Krefeld.&amp;#039;&amp;#039; Band 2 (= Die Denkmäler des Rheinlandes). 1. Auflage. Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1967, S. 94–97.&lt;br /&gt;
* [[Paul Clemen]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 3, Abteilung 4. L. Schwann, Düsseldorf 1896, S. 147–149.&lt;br /&gt;
* [[Karl Emerich Krämer]]: &amp;#039;&amp;#039;Burgen in und um Krefeld&amp;#039;&amp;#039;. 1. Auflage. Mercator, Duisburg 1981, ISBN 3-87463-091-9.&amp;lt;!-- genaue Seitenangabe fehlt, ist leider nicht mit auf der Kopie gewesen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Karl Rembert: &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte des Hauses und der Gemeinde Traar.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Heimat. Zeitschrift Für Niederrheinische Heimatpflege&amp;#039;&amp;#039;. Jg. 17, Heft 4, Krefeld 1938.&lt;br /&gt;
* Festrede zum hundertfünfzigjährigen Bestehen der Pfarrkirche St. Josef Krefeld-Traar, gehalten am 17. November 1984 von Theodor Giesberts&lt;br /&gt;
* Theodor Giesberts: &amp;#039;&amp;#039;Haus Traar.&amp;#039;&amp;#039; In: Theodor Giesberts, Bernd Giesbertz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Traar. Ein Haus- und Heimatbuch.&amp;#039;&amp;#039; Krefeld 1986, S. 14–51.&lt;br /&gt;
* Guido Rotthoff: &amp;#039;&amp;#039;Das Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; In: Reinhard Feinendegen, Hans Vogt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Krefeld – Die Geschichte der Stadt.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Von der Frühzeit bis zum Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Krefeld 1998, S. 410–411.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons}}&lt;br /&gt;
* [http://www.kapelle-haus-traar.de/ Vermietung der Kapelle von Haus Traar]&lt;br /&gt;
* [http://www.haus-traar.de/ Website der Eigentümer]&lt;br /&gt;
* [http://www.krefeld-traar.de/ Heimatverein Traar]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=51.382792|EW=6.604237|type=landmark|region=DE-NW}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Burganlage in Nordrhein-Westfalen|Traar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wohngebäude in Krefeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parkanlage in Krefeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasserburg in Nordrhein-Westfalen|Traar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrenhaus in Nordrhein-Westfalen|Traar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodendenkmal in Nordrhein-Westfalen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Krefeld]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burg in Krefeld|Traar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parkanlage in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burg in Europa|Traar]]&lt;/div&gt;</summary>
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