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	<title>Hauptrefinanzierungsinstrument - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-26T22:34:44Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hauptrefinanzierungsinstrument&amp;diff=87772&amp;oldid=prev</id>
		<title>2001:62A:4:432:1C04:248B:BFCE:485: /* Durchführung */</title>
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		<updated>2023-01-14T13:39:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Durchführung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Wichtige Leitzinsen}}&lt;br /&gt;
[[Datei:LeitzinsenDE.svg|mini|hochkant=2|Leitzinssätze der [[Europäische Zentralbank|Europäischen Zentralbank]] seit ihrem Bestehen und des [[Federal Reserve System]] der USA im gleichen Zeitraum]]&lt;br /&gt;
[[Datei:EuriborChart12m3m1w.svg|mini|hochkant=2|[[EURIBOR]]-Zinssätze seit der Einführung am 1. Januar 1999&amp;lt;br&amp;gt;Laufzeiten: 1 Woche (grün), 3-Monate (blau), 1-Jahr (rot)]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hauptrefinanzierungsinstrument&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(main refinancing operation, MRO)&amp;#039;&amp;#039; ist das wichtigste [[Geldpolitik|geldpolitische]] Instrument der [[Europäische Zentralbank|Europäischen Zentralbank]] (EZB). Sie kann mit Hilfe dieses Instruments indirekt die [[Zinsen]] am [[Geldmarkt|Geld-]] und [[Kapitalmarkt]] beeinflussen und somit die [[Refinanzierung]]skosten der Geschäftsbanken steuern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Hauptrefinanzierungsgeschäfte tauschen [[Geschäftsbank]]en zeitlich begrenzt [[Notenbankfähigkeit|notenbankfähige]] Sicherheiten ([[Wertpapier]]e) in [[Zentralbankgeld]] um. Über das Hauptrefinanzierungsinstrument stellt die EZB den Geschäftsbanken in einem normalen Marktumfeld rund drei Viertel der [[Geldbasis]] zur Verfügung. Geschäfte, die mittels des Hauptrefinanzierungsinstruments durchgeführt werden, bezeichnet die EZB daher auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Haupttender.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Der diesen [[Wertpapierpensionsgeschäft]]en zugrundeliegende Zinssatz wird als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hauptrefinanzierungssatz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet und ist der wichtigste [[Leitzins]] der EZB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Durchführung ==&lt;br /&gt;
Das Hauptrefinanzierungsgeschäft gehört zu den [[Offenmarktgeschäft]]en. Die Initiative zu Offenmarktgeschäften geht nach dem [[Standardtender]] von der EZB aus. Das Geld wird einmal pro Woche (die Termine werden mindestens drei Monate im Voraus durch den unverbindlichen &amp;#039;&amp;#039;Tenderkalender&amp;#039;&amp;#039; bekanntgegeben) den Geschäftsbanken für die Laufzeit von einer Woche (vor 2004: 2 Wochen) angeboten. Die [[Nationale Zentralbank|nationalen Zentralbanken]] wickeln die Geschäfte für die EZB ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Übernahme ihrer geldpolitischen Verantwortung führte die EZB ab dem 1. Januar 1999 Hauptrefinanzierungsgeschäfte über das &amp;#039;&amp;#039;[[Offenmarktgeschäft#Mengentender|Mengentenderverfahren]]&amp;#039;&amp;#039; durch. In diesem Verfahren benennt die Zentralbank den Zinssatz; im Rahmen des Hauptrefinanzierungsinstruments ist dies der &amp;#039;&amp;#039;Hauptrefinanzierungssatz.&amp;#039;&amp;#039; Die Geschäftsbanken geben sodann Gebote für die gewünschte Geldmenge ab und die Zentralbank teilt ein von ihr festgelegtes &amp;#039;&amp;#039;Zuteilungsvolumen&amp;#039;&amp;#039; den Banken nach einer passenden Quote zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 26. Juni 2000 wechselte die EZB zum so genannten &amp;#039;&amp;#039;[[Offenmarktgeschäft#Zinstender|Zinstenderverfahren]].&amp;#039;&amp;#039; Hierbei benennt die Zentralbank die zu emittierende Geldmenge und legt darüber hinaus einen &amp;#039;&amp;#039;Mindestbietungssatz&amp;#039;&amp;#039; fest, das heißt den minimalen Zins, zu dem sie Offenmarktgeschäfte tätigt. Die an einer Refinanzierung interessierten Geschäftsbanken benennen nun im Rahmen des Tenderverfahrens jeweils denjenigen Zins, zu dem sie bereit sind, das Geschäft abzuwickeln. Die Zuteilung der Gelder erfolgt nach dem Ende der Gebote gemäß der Höhe des gebotenen Zinses. Hierbei verwendet die EZB das [[Amerikanisches Verfahren|amerikanische Verfahren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Finanzkrise ab 2007|Finanzkrise]] kehrte die EZB im Oktober 2008 wieder zum Mengentenderverfahren zurück, das sie bis heute verwendet. Die Zuteilung ist dabei bis heute stets zu einer Quote von 100 % erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Deutsche Bundesbank |url=https://www.bundesbank.de/resource/blob/607812/281cca19bc59e9f6b2bdab7d8ebd5082/mL/refd-data.pdf |titel=Geldpolitische Geschäfte des Eurosystems (Tenderverfahren) |datum=2021-12-08 |sprache=de |abruf=2021-12-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. September 2022 nahm die EZB zur Bekämpfung der Inflation mit der Anhebung des Hauptrefinanzierungssatzes von 0,50 % auf 1,25 % die höchste Leitzinserhöhung seit der Einführung des Euro vor.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/finanzen/die-ezb-wagt-die-groesste-zinserhoehung-seit-der-einfuehrung-des-eurobargelds-18298967.html &amp;#039;&amp;#039;Historischer Zinsschritt: EZB erhöht Leitzins um 0,75 Prozentpunkte&amp;#039;&amp;#039;]. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. September 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Die [[Geldbasis|Zentralbankgeldmenge]] ist in der Regel klein im Vergleich zur in öffentlichem Umlauf befindlichen [[Geldmenge]] M3 und steht in keinem festen Verhältnis zu ihr.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesbank.de/resource/blob/665284/d226f46518f875047c6f83c65ad707fe/mL/2017-04-monatsbericht-data.pdf Deutsche Bundesbank, Monatsbericht April 2017], Die Rolle von Banken, Nichtbanken und Zentralbank im Geldschöpfungsprozess, Seite 16&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch ist sie bis auf das in Kundenbesitz befindliche Bargeld kein Teil der Geldmenge M3, da Zentralbankguthaben nur zwischen Banken als Zahlungsmittel dienen. Trotzdem haben Leitzinsänderungen erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. So setzen sie z.&amp;amp;nbsp;B. obere und untere Grenzen für die [[Geldmarkt]]zinsen (siehe [[Euro Interbank Offered Rate|EURIBOR]] oder [[London Interbank Offered Rate|LIBOR]]), zu denen sich Geschäftsbanken untereinander Kredite einräumen, da ein Interbankenkredit durch die Übertragung von Zentralbankgeld [[Substitutionsgut|substituiert]] werden könnte. Über die mittel- bis langfristigen Ausblicke der Zentralbanken und weitere [[Transmissionsmechanismus|Transmissionsmechanismen]] wirken sich Leitzinsänderungen auch auf Spar- und Kreditzinsen längerer Laufzeit und andere Größen der [[Volkswirtschaft]] wie Lohnniveau, [[Inflation]] oder Wirtschaftswachstum aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/other/monetarypolicy2011de.pdf Die Geldpolitik der EZB 2011], Seite 64&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Europäische Zentralbank orientiert ihre Geldpolitik primär an ihrem Inflationsziel,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/other/monetarypolicy2011de.pdf Die Geldpolitik der EZB 2011], Seite 9&amp;lt;/ref&amp;gt; andere Zentralbanken darüber hinaus auch an Wachstums- oder Beschäftigungszielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Konkurrenz unter den Geschäftsbanken werden die Zinsen auf dem Geldmarkt an die Kredit- und Einlagezinsen weitergegeben, wie unter [[Geldschöpfung]] (Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Betrachtung der Zinsen&amp;#039;&amp;#039;) erklärt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sehr kurze Laufzeit ist der große Vorteil des Hauptrefinanzierungsinstruments, da somit jede Woche die Bedingungen für einen Großteil des Refinanzierungsvolumens neu festgelegt werden können. Das bedeutet, dass die EZB durch das Hauptrefinanzierungsinstrument jederzeit Einfluss auf den [[Geldmarkt]] hat. In einer wirtschaftlich schlechten Phase betreibt sie eine expansive Geldpolitik (wodurch Kredite billiger werden), in einer wirtschaftlich guten Phase eine [[Restriktive Geldpolitik|restriktive]] bzw. [[Restriktive Geldpolitik|kontraktive Geldpolitik]] (wodurch die [[Inflation]] niedrig gehalten werden soll). Letztere Geldpolitik kann auch in einer schlechteren wirtschaftlichen Phase betrieben werden, wenn die Teuerungsrate zu groß werden sollte. Dieser Schritt wird von den Zentralbanken meist sorgfältig abgewogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung ==&lt;br /&gt;
Die längerfristige Geldvergabe erfolgt bei der EZB über die [[Längerfristige Refinanzierungsgeschäfte|längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte]]. Kurzfristige Geldvergabe erfolgt über die [[Spitzenrefinanzierungsfazilität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Hauptrefinanzierungsinstrument}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geldpolitik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>2001:62A:4:432:1C04:248B:BFCE:485</name></author>
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