<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Harry_Siegmund</id>
	<title>Harry Siegmund - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Harry_Siegmund"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Harry_Siegmund&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-25T03:25:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Harry_Siegmund&amp;diff=2621742&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Lubitsch2 am 18. Januar 2026 um 23:40 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Harry_Siegmund&amp;diff=2621742&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-18T23:40:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-E10106, Königsberg, 27. Deutsche Ostmesse, Ausstellung.jpg|miniatur|Eröffnung der 27. Deutschen Ostmesse in Königsberg am 20. August 1939; beim Rundgang durch die Ausstellung v.&amp;amp;nbsp;r.&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;l: Harry Siegmund, [[Arthur Greiser]], [[Hans Pfundtner]], [[Friedrich Landfried]], [[Erich Koch]], [[Erich Neumann (Staatssekretär)|Erich Neumann]] (ganz links)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Harry Siegmund&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[25. September]] [[1910]] in [[Liepāja|Libau]], [[Kurland]]; † [[18. November]] [[2009]] in [[Heikendorf]]) war ein [[Deutsch-Balte|deutsch-baltischer]] [[Verwaltungsjurist]], [[Schutzstaffel|SS-Führer]] und [[Ministerialbeamter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Siegmunds Vater &amp;#039;&amp;#039;Max Siegmund&amp;#039;&amp;#039; stammte aus einer [[Schlesien|schlesischen]] Kleinbauern- und Handwerkerfamilie. Als Holzkaufmann war er aus dem [[Kreis Kempen in Posen]] über [[Danzig]] nach Libau gekommen. Ida, eine Schwester Max Siegmunds, war die Mutter von [[Arthur Greiser]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klein192&amp;quot;&amp;gt;Peter Klein: &amp;#039;&amp;#039;Behördenbeamte oder Gefolgschaftsmitglieder ?&amp;#039;&amp;#039;, 2012, S. 192–194.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die väterlichen Vorfahren von Siegmunds Mutter &amp;#039;&amp;#039;Erna Pusch&amp;#039;&amp;#039; stammten aus [[Klaipėda|Memel]] und [[Litauen]], die mütterlichen aus Ostpreußen. Max Siegmund gründete in Libau eine eigene Firma, die Holz nach England und Deutschland exportierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Studium ===&lt;br /&gt;
Harry Siegmund studierte [[Rechtswissenschaft]] an der [[Albertus-Universität Königsberg]]. 1928 wurde er Mitglied des [[Corps Masovia Königsberg zu Potsdam|Corps Masovia]], das er 1930 auf dem [[KSCV|Kösener Congress]] vertrat.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kösener Corpslisten]] 1996, 98/1139.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Harry Siegmund: &amp;#039;&amp;#039;Ich fühlte mich dem Corps völlig zugehörig.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Kurt U. Bertrams]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Als Student in Königsberg. Erinnerungen bekannter Korporierter.&amp;#039;&amp;#039; Hilden 2006, S. 147–175.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als [[Inaktiver]] ging er für das Wintersemester 1930/31 an die [[Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main|Universität Frankfurt]], deren Rechtslehrer [[Friedrich Giese (Rechtswissenschaftler)|Friedrich Giese]], [[Karl Strupp]] und [[Hugo Sinzheimer]] ihn nachhaltig beeindruckten. [[Gerhard Saager]] wurde ein lebenslanger Freund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder in Königsberg hörte er [[Vorlesung|Geschichtsvorlesungen]] von [[Hans Rothfels]]. Auf einer Tagung des [[völkische Bewegung|völkischen]] [[Deutscher Hochschulring|Hochschulrings Deutscher Art]] bei [[Botho-Wendt zu Eulenburg]] auf Schloss Gallingen vertrat er sein [[Corps]]. Zu den Referenten gehörte [[Hans Schwarz van Berk]]. Als die [[Liste der Studentenverbindungen in Königsberg (Preußen)|Königsberger Korporationen]] aus der [[Deutsche Studentenschaft|Deutschen Studentenschaft]] ausgetreten waren, gründeten sie 1932 den von Siegmund geleiteten „Aktionsausschuß“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rüdiger Döhler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Corps Masovia. Die 175jährige Geschichte von Königsbergs ältester und Potsdams erster Korporation im 21. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; München 2005, ISBN 3-00-016108-2, S. 289.&amp;lt;/ref&amp;gt; Siegmund schloss sich dem [[Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten|Stahlhelm-Studentenbund]] und dem [[Deutschnationale Studentenschaft|Deutschnationalen Studentenbund]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Semestern wurde [[Albert Hensel (Rechtswissenschaftler)|Albert Hensel]] sein Mentor. Noch vor dem Examen wurde Siegmund [[Repetent|Repetitor]] für [[Öffentliches Recht]]. Am 13. Juli 1932 bestand er beim [[Oberlandesgericht Königsberg]] das Referendarexamen mit Prädikat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Referendar ===&lt;br /&gt;
Das [[Referendariat]] trat er beim [[Amtsgericht]] [[Bartoszyce|Bartenstein]] an. Von Hensel zur [[Promotion (Doktor)|Promotion]] gedrängt, befasste er sich mit der [[völkerrecht]]lichen Anerkennung der [[Baltische Staaten|Baltischen Staaten]]. Dank Hensel und Rothfels erhielt er ab November 1932 ein Stipendium des [[Freistaat Preußen|Freistaats Preußen]]. Im Wahlkampf zur [[Reichstagswahl März 1933]] trat er zweimal als deutschnationaler Redner in der [[Provinz Ostpreußen]] auf. Inzwischen bei einer Zivilkammer des Landgerichts Königsberg tätig, ließ er sich nach einigen Wochen für die Arbeit an seiner [[Dissertation]] beurlauben. Als sein [[Juden|jüdischer]] [[Doktorvater]] Hensel seines [[Lehrstuhl]]s enthoben wurde, wollte kein [[Hochschullehrer]] die Arbeit übernehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mitglied des Stahlhelm-Studentenbundes wurde Siegmund Mitglied der [[Reiter-SS]]. Beim [[Oberpräsident]]en beantragte er die Übernahme in den (für [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|Nationalsozialisten]]) wieder eingeführten Verwaltungsdienst des [[Freistaat Preußen|Freistaats Preußen]]. Da er seit März 1933 dem [[Monarchismus im deutschsprachigen Raum|monarchistischen]] [[Bund der Aufrechten]] angehörte, wurde der Antrag abgelehnt. Am [[Zivilrecht]] nicht interessiert und eher vor einem Ende als vor einem Anfang stehend, bat er seinen Vetter [[Arthur Greiser]] in [[Freie Stadt Danzig|Freien Stadt Danzig]] um Rat. Mit dessen Empfehlung an [[Erich von dem Bach-Zelewski]] kam er als [[SS-Scharführer]] in den Stab des [[SS-Oberführer]]s [[Otto Braß]]. Bach-Zelewski musste ihn wegen einer „falschen“ Vorlage aus der SS entlassen, verhalf ihm aber zum Posten als Rechtsberater bei der [[Deutsche Arbeitsfront|Deutschen Arbeitsfront]]. Seine Referendarausbildung setzte Siegmund bei der Strafkammer des Landgerichts Königsberg, der Industrie- und Handelskammer Königsberg und ab Ende 1935 beim [[Oberlandesgericht Königsberg]] fort. Im Frühjahr 1936 wurde er für sechs Wochen an das neue [[Nationalsozialismus|nationalsozialistische]] [[Gemeinschaftslager „Hanns Kerrl“|Referendarlager Jüterbog]] beurlaubt. Am Tag nach seinem 26. Geburtstag bestand er beim Justizprüfungsamt in Berlin das [[Assessor]]examen mit „befriedigend“ – zu Buche schlug sein Desinteresse am Zivilrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Persönlicher Referent Arthur Greisers ===&lt;br /&gt;
Mit dem Einverständnis des [[Gauleiter]]s [[Albert Forster]] holte ihn sein Vetter [[Arthur Greiser]], Senatspräsident (Regierungschef) der [[Freie Stadt Danzig|Freien Stadt Danzig]], in die von Staatsrat [[Viktor Böttcher]] geleitete Auswärtige Abteilung. Zum 1. Mai 1937 trat er in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ein (Mitgliedsnummer 3.932.689).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/41501381&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum Regierungsassessor und damit zum Beamten auf Lebenszeit ernannt, heiratete er im April desselben Jahres. Als [[SS-Oberscharführer]] (SS-Nummer 261.181) kam er vom ostpreußischen zum Danziger SS-Sturm. Während einer achtwöchigen [[Reserve (Militärwesen)|Wehrübung]] beim Artillerie-Regiment 1 in [[Gussew|Gumbinnen]] wurde er im November 1938 zum [[Regierungsrat (Amtsbezeichnung)|Regierungsrat]] befördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Wiedereingliederung Danzigs ins [[NS-Staat|Deutsche Reich]] wurde Greiser von [[Adolf Hitler]] als [[Gauleiter]] und Reichsstatthalter in Posen eingesetzt. Siegmund wurde am 12. September 1939 sein persönlicher Referent. In Angleichung seines Beamtenstatus wurde er zum [[SS-Obersturmbannführer]] ernannt und der [[Führerreserve]] beim [[SS-Hauptamt]] zugeteilt. Damit war er nicht mehr dem SS-Gruppenführer [[Wilhelm Koppe]] unterstellt. Greiser, [[Martin Bormann]] und [[Walter Buch]] ernannten Siegmund zum Vorsitzenden einer Kammer des Gaugerichts der NSDAP.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klein192&amp;quot;/&amp;gt; Er wurde im [[Wartheland]] in den [[Beirat]] der [[Ostbank für Handel und Gewerbe]] (einer Tochter der [[Dresdner Bank]]) berufen. Er war staatlicher Kommissar bei der [[Hypothekenbank]] und [[Aufsichtsrat|Aufsichtsratsvorsitzender]] der Landeselektrizitätsversorgung&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klein192&amp;quot;/&amp;gt;; die ELWAG hatte größte Bedeutung für den [[infrastruktur]]ellen Aufbau des Landes, für den [[Tagebau]] – und für die [[Logistik]] der [[Wehrmacht]] im [[Unternehmen Barbarossa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund wurde zum [[Oberregierungsrat]] und &amp;#039;&amp;#039;Chef des Führungsstabes&amp;#039;&amp;#039; (entsprechend dem heutigen [[Chef der Staatskanzlei]]) befördert. Damit Greisers Vertreter, sollte er als Verbindungsbeamter zwischen dem Reichsstatthalter (Greiser) und dem Wehrmachtbefehlshaber ([[Walter Petzel (Offizier)|Walter Petzel]]) die ständigen Querelen zwischen den militärischen und zivilen Stellen beenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen seiner Kenntnis der [[Russische Sprache|russischen]] und [[Lettische Sprache|lettischen Sprache]] wurde er im Juni 1941 als [[Dolmetscher]] im [[Leutnant]]srang zur [[Wehrmacht]] einberufen. Im [[Masuren|masurischen]] [[Hauptquartier]] des [[XXXXII. Armeekorps (Wehrmacht)|XXXXII. Armeekorps]] wurde er dem [[Dritter Generalstabsoffizier|Dritten Generalstabsoffizier]] als Sonderführer zugeteilt. [[Kommandierender General]] des XXXXII. Armeekorps war [[Walter Kuntze]]. Im [[Unternehmen Beowulf]] wurde Siegmund mit dem [[Eisernes Kreuz|Eisernen Kreuz]] 2. Klasse ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er nahm an der [[Schlacht um Sewastopol 1941–1942|Schlacht um Sewastopol]] teil. Der [[Chef des Stabes]] [[Heinz Ziegler]] kommandierte Siegmund zur Aufklärungs-Abteilung der [[22. Infanterie-Division (Wehrmacht)|22. Infanterie-Division]]. [[Hans von Sponeck|Graf Sponeck]], neuer KG des XXXXII. Armeekorps, drängte Siegmund zur Herausgabe einer russischen Zeitung, um die einheimische Bevölkerung aufzuklären und für die deutsche Seite zu gewinnen. Im Dezember 1941 erschienen zwei Ausgaben der „Letzten Nachrichten“. Zwei Exemplare sind im [[Bundesarchiv-Militärarchiv]] erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;H. Siegmund, S. 281 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Greisers Betreiben wie viele Verwaltungsbeamte unabkömmlich gestellt, kehrte Siegmund Ende Dezember 1941 in den &amp;#039;&amp;#039;Führungsstab des Gauleiters und Reichsstatthalters&amp;#039;&amp;#039; zurück. Er vertrat für ein Jahr zugleich [[Hans Gehrels]], den an die [[Kriegsfront]] geschickten [[Landrat (Deutschland)|Landrat]] des [[Kreis Posen|Kreises Posen-Land]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Abfall [[Königreich Italien (1861–1946)|Italiens]] vom [[Achsenmächte|Achsenbündnis]] im September 1943 wurde im von Truppen der Wehrmacht besetzten [[Rom]] eine deutsche [[Militärverwaltung]] eingerichtet. Nach dem Willen des [[Reichsministerium des Innern|Reichsinnenministeriums]] sollte Siegmund Ende des Monats als [[Intendantur|Oberkriegsverwaltungsrat]] dorthin versetzt werden. Ohne [[Italienische Sprache|italienische Sprachkenntnisse]] und Beziehungen wollte er seine „doch sehr einflussreiche Stellung im Wartheland“ nicht aufgeben. Er organisierte noch die [[Struktur der NSDAP|Gauleitertagung]] am 6. Oktober 1943 in Posen, auf welcher der [[Reichsführer SS]] [[Heinrich Himmler]] – angeblich in [[Albert Speer]]s und Siegmunds Abwesenheit – [[Posener Reden|eine berüchtigte Rede]] über die [[Holocaust|Judenvernichtung]] hielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Verona]] lernte er zwar [[Franz Hofer (Gauleiter)|Franz Hofer]], [[Odilo Globocnik]], [[Oswald Pohl]], [[Friedrich Rainer]] und [[Wilhelm Harster]] kennen, blieb aber ohne jede Aufgabe. Als Grund seiner Versetzung stellte sich Hitlers Verbot heraus, nahe Verwandte im unmittelbaren Bereich von Führungspersönlichkeiten der Partei und des Staates zu beschäftigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klein192&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angehöriger der Waffen-SS ===&lt;br /&gt;
Anfang Juni 1944, zur Zeit der [[Operation Overlord]], wurde Siegmund zur [[Leibstandarte SS Adolf Hitler]] einberufen. Als Panzerkommandant eines [[Panzerkampfwagen V Panther|&amp;#039;&amp;#039;Panthers&amp;#039;&amp;#039;]] und [[Offizieranwärter]] zog Siegmund sich einen Fussbruch zu. Aus dem [[Marinelazarette der Kriegsmarine|Marinelazarett]] in [[Genk]] entlassen, kam er Ende Juli 1944 über [[Paris]] und [[Falaise]] ins Hauptquartier von [[Sepp Dietrich]]. Nachdem Siegmund, inzwischen [[SS-Untersturmführer|Untersturmführer]] der [[Waffen-SS]], ein neues Stabsquartier im [[Elsass|elsässischen]] [[Barr]] erkundet hatte, nahm er als Leutnant der [[Quartiermeister]]abteilung (OQ 2) an der [[Ardennenoffensive]] teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachkriegszeit ===&lt;br /&gt;
Nach dem Scheitern der Ardennenoffensive befahl Hitler die Verlegung von Siegmunds Einheit nach [[Königreich Ungarn|Ungarn]]. Gegenüber von [[Balatonfüred]], am östlichen Ufer des [[Balaton|Plattensees]], stand bereits die [[Rote Armee]]. Kurz vor Beginn der sowjetischen Großoffensive nach Deutschland geschickt, erreichte er am 14. April 1945 [[Potsdam]], wohin der klein gewordene Führungsstab des Reichsstatthalters aus Posen geflohen war. Mit einem gefälschten Ausweis auf den Namen „von Pusch“, setzte er sich nach [[Wien]] ab. Er tauchte in [[Bayern]] und [[Württemberg]] unter. Mit anderen gründete er den &amp;#039;&amp;#039;Humboldt-Bund für deutsche Neuordnung und europäische Verständigung&amp;#039;&amp;#039;, der vor allem aus studierenden Offizieren und jüngeren Heidelbergern bestand und vom [[Office of Military Government for Germany (U.S.)]] anerkannt wurde. Als das [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland]] in Kraft getreten war, durften [[Deutsche Staatsangehörigkeit|Deutsche]] nicht mehr an fremde Staaten ausgeliefert werden. Im Sommer 1950 offenbarte Siegmund bei der Polizeibehörde und den US-Behörden seine wahre Identität. Als [[131er]] bewarb er sich vergeblich bei den Innenministerien aller [[Land (Deutschland)|Länder]]. Im [[Spruchkammerverfahren]] wurde er im Rahmen der [[Entnazifizierung]] als Mitläufer eingestuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siegmund trat am 15. August 1951 in [[Karlsruhe]] wieder in die öffentliche Verwaltung ein. Unter Hans Unser, dem Regierungspräsidenten des [[Regierungsbezirk Nordbaden|Landesbezirks Baden]], leitete er das Rechtsreferat, das im Streit um den [[Baden-Württemberg#Der Weg zum Südweststaat|Südweststaat]] die Volksabstimmung am 9. Dezember 1951 vorzubereiten hatte. Für den [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|Sozialdemokraten]] [[Hermann Veit]], den stellvertretenden [[Ministerpräsident]]en und Wirtschaftsminister [[Württemberg-Baden]]s, machte er [[Öffentlichkeitsarbeit]]. Mit der Gründung des [[Land (Deutschland)|Landes]] [[Baden-Württemberg]] im Mai 1952 entstand auf Wunsch des [[Gesamtdeutscher Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten|BHE]] ein &amp;#039;&amp;#039;Ministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte&amp;#039;&amp;#039; unter dem Minister [[Eduard Fiedler]]. Siegmund leitete das Rechtsreferat der Zentralabteilung I. Als [[Eugen Fichtner]] 1953 versetzt wurde, folgte ihm Siegmund bis 1960 als [[Regierungsrat (Amtsbezeichnung)|Regierungsdirektor]] und Leiter der sogenannten Kanzleidirektion. [[Ehrenamt]]lich engagierte er sich im Landesvorstand des [[Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge|Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge]]. Wiederholte Beförderungsversuche seiner Vorgesetzten scheiterten am Einspruch von [[Parlamentarier]]n der [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] und der [[Freie Demokratische Partei|FDP]]. Gegen die kirchenpolitischen Anwürfe von [[Herbert Czaja]] („Christenverfolgung im Warthegau“) stellten sich [[Josef Schwarz (Politiker, 1910)|Josef Schwarz]] und [[Hans Filbinger]]. 1963 wurde Siegmund Mitglied der FDP.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Filbinger 1966 Ministerpräsident geworden war, richtete er in seinem [[Staatsministerium Baden-Württemberg|Staatsministerium]] das &amp;#039;&amp;#039;Referat für Gesamtdeutsche Fragen&amp;#039;&amp;#039; ein. Er betraute Siegmund mit der Leitung, ohne ihn von seinen Aufgaben im Innenministerium zu entbinden. 1967 wurde er in die Hauptabteilung Verkehr versetzt und zum [[Ministerialrat]] befördert. Als seine (dritte) Frau im Oktober 1973 [[Chefarzt|Chefärztin]] in [[Badenweiler]] geworden war, ließ sich Siegmund im Januar 1974 in den vorzeitigen Ruhestand versetzen. Als [[Rechtsanwalt]] arbeitete er für eine Eigentümergesellschaft in Badenweiler und für Einrichtungen des [[Verkehrswesen]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von seinem Königsberger Lehrer Friedrich Giese angeregte [[Dissertation]] über die [[Mainzer Republik]] hatte er in Stuttgart nicht aufnehmen können. Erst im Ruhestand schrieb er sie bei [[Rainer Wahl]] in [[Freiburg im Breisgau]]. Im Februar 1987 [[Promotion (Doktor)|promovierte]] er mit 77 Jahren an der [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg]] &amp;#039;&amp;#039;cum laude&amp;#039;&amp;#039; zum [[Doktor der Rechte|Dr. iur.]]&amp;lt;ref&amp;gt;Dissertation: &amp;#039;&amp;#039;Der französische Einfluss auf die deutsche Verfassungsentwicklung 1789–1815&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeuge für Albert Speer ==&lt;br /&gt;
Siegmund diente Albert Speer als Zeuge, um dessen angebliche Nicht-Teilnahme an Himmlers Posener Rede am 6. Oktober 1943 zu bestätigen. Speer hatte nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] behauptet, nur eine vage Kenntnis von der Judenvernichtung gehabt zu haben und erfuhr wohl erst 1971, also nach der Publikation seiner Memoiren, dass der Wortlaut von Himmlers zweiter Posener Rede überliefert war, in welcher dieser das Ziel der Vernichtung der europäischen Juden offen ausgesprochen hatte. Speer hatte nicht nur auf derselben Tagung ein Referat gehalten, sondern war von Himmler in der Rede auch persönlich angesprochen worden. Neben [[Walter Rohland]] bestätigte Siegmund 1975 an Eides statt, dass Speer bereits vor Himmlers Rede abgereist sei. Dabei verlegte er den Ort der im Rathaus abgehaltenen Tagung und damit der Rede unzutreffend ins [[Residenzschloss Posen|Posener Schloss]]. Wie der Historiker [[Johannes Fried]] anmerkt, berührt dies die Glaubwürdigkeit des auch von [[Joachim Fest|Joachim C. Fest]] und [[Gitta Sereny]] herangezogenen Zeugen Siegmund entscheidend, denn Siegmund behauptete, auf Grund der schummerigen Beleuchtung im Schloss habe der kurzsichtige Himmler die (angebliche) Abwesenheit Speers nicht bemerkt und ihn deshalb irrtümlich angesprochen. Tatsächlich wurde das Schloss im Oktober 1943 gerade aufwändig umgebaut, während sich der „Goldene Saal“, den auch Siegmund als Ort der Rede angab, im [[Rathaus (Posen)|Renaissance-Rathaus der Stadt]] befindet. Speer hatte Siegmund außerdem das zu Erinnernde schriftlich vorgegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Fried: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungen im Kreuzverhör.&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Kollektives Gedächtnis, Albert Speer und die Erkenntnis erinnerter Vergangenheit.&amp;#039;&amp;#039; In: Lothar Gall &amp;#039;&amp;#039;et al.&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg.). &amp;#039;&amp;#039;Historie und Leben.&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Der Historiker als Wissenschaftler und Zeitgenosse ; Festschrift für Lothar Gall zum 70. Geburtstag.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2006, ISBN 9783486580419, S. 336–338.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* [[Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes|Ehrenkreuz des DRK Danzig]] II. Klasse&lt;br /&gt;
* [[Danziger Kreuz]]&lt;br /&gt;
* [[Uniformen der SS#SS-Ehrenwaffen (Ehrendolche und -degen)|Ehrendolch der SS]]&lt;br /&gt;
* [[SS-Ehrenring]]&lt;br /&gt;
* [[Eisernes Kreuz]] 2. Klasse&lt;br /&gt;
* [[Krimschild]]&lt;br /&gt;
* [[Kriegsverdienstkreuz (1939)|Kriegsverdienstkreuz]] 1. Klasse mit Schwertern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rückblick – Erinnerungen eines Staatsdieners in bewegter Zeit&amp;#039;&amp;#039;. Raisdorf 1999, ISBN 978-3980221078.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Peter Klein (Historiker)|Peter Klein]]: &amp;#039;&amp;#039;Behördenbeamte oder Gefolgschaftsmitglieder ? Arthur Greisers Personalpolitik in Posen&amp;#039;&amp;#039;, in: Jochen Böhler und [[Stephan Lehnstaedt]]: &amp;#039;&amp;#039;Gewalt und Alltag im besetzten Polen 1939 – 1945&amp;#039;&amp;#039;. Osnabrück : fibre 2012.&lt;br /&gt;
* Catherine Epstein: &amp;#039;&amp;#039;Model Nazi: Arthur Greiser and the Occupation of Western Poland.&amp;#039;&amp;#039; Oxford, Oxford University Press, 2010. ISBN 978-0-19-954641-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|121392708}}&lt;br /&gt;
* [http://buchholz.heymanns.com/servlet/PB/menu/1029253/index.html Buchbesprechung von Georg-Christoph von Unruh (2000)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=121392708|LCCN=no/00/035213|VIAF=10700966}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Siegmund, Harry}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltungsjurist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsanwalt (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Italiens 1943–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Wartheland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Freie Stadt Danzig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Baden-Württemberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:FDP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DNVP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ministerialbeamter (NS-Staat)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ministerialrat (Baden-Württemberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Danziger Kreuzes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsch-Balte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1910]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2009]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Siegmund, Harry&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsch-baltischer Verwaltungsjurist und Ministerialbeamter&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=25. September 1910&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Liepāja|Libau]], Kurland&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=18. November 2009&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Heikendorf]], Holstein&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lubitsch2</name></author>
	</entry>
</feed>