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	<title>Harnverhalt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Harnverhalt&amp;diff=399071&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;WikiHelper232: Infobox ergänzt.</title>
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		<updated>2025-08-31T09:54:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Infobox ergänzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
|01-CODE= R33&lt;br /&gt;
|01-BEZEICHNUNG= Harnverhaltung&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = MF50.3&lt;br /&gt;
| Data-01 = Harnverhalt&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Harnverhalt.jpg|mini|Harnverhalt mit riesiger Blase. Darstellung in der Computertomographie, sagittale Rekonstruktion.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Harnverhalt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Synonyme: &amp;#039;&amp;#039;Harnsperre&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Thiele: &amp;#039;&amp;#039;Handlexikon der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Urban &amp;amp; Schwarzenberg, München / Wien / Baltimore ohne Jahr [1980], Teil II (F–K), S. 1225.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Harnverhaltung&amp;#039;&amp;#039;, {{grcS|ισχουρια|ischouria}} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ischurie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, {{laS|Retentio urinae}}) kommt es, wenn die gefüllte [[Harnblase]] nicht spontan entleert werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Lingen-Lexikon |TitelErg=In 20 Bänden |Band=8 |Verlag=Lingen Verlag |Ort=Köln |Datum=1974 |Seiten=194 |DNB=760183449}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Gerhard Rodeck |Titel=Urologische Erkrankungen |Reihe=Praxis der Allgemeinmedizin |BandReihe=18 |HrsgReihe=Dieter Klaus, Dieter Tetzlaff, Wolf Vogler |Verlag=Urban &amp;amp; Schwarzenberg |Ort=München / Wien / Baltimore |Datum=1987 |ISBN=3-541-13121-7 |Seiten=72}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Harnverhalt kann äußerst schmerzhaft sein, muss aber keine [[Schmerz]]en verursachen – vor allem wenn gleichzeitig eine [[Diabetes mellitus|Zuckerkrankheit]] vorliegt. Wenn der Druck in der Blase so weit ansteigt, dass er das ursächliche Hindernis überwindet, kommt es zu einem ungeregelten Harnabgang im Sinne einer [[Überlaufblase]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mechanische Ursachen können eingeklemmte [[Harnstein|Steine]] oder Fremdkörper in der [[Urethra|Harnröhre]], [[Prostatavergrößerung]]en, Verletzungen oder [[Tumor]]en des Blasenhalses oder der [[Harnröhre]], [[Urethralklappe|Harnröhrenklappen]], -missbildungen oder -verengungen, [[Meatusstenose]]n, [[Phimose]]n oder [[Paraphimose]]n sein; es existieren aber auch neurogene (nervlich bedingte) und psychogene (seelisch bedingte) Blasenentleerungsstörungen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Alfons Georg Hofstetter, [[Ferdinand Eisenberger]] |Titel=Urologie in der Praxis |Verlag=Springer |Ort=Heidelberg |Datum=1986 |ISBN=0-387-00351-7 |Seiten=126–204}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Harnverhalt fließt kein Urin, weil der Abfluss behindert ist. Bei der [[Anurie]] fließt kein (oder nur wenig) Urin, weil kein (oder nur wenig) Urin gebildet wird. Diese beiden Zustände müssen [[Differentialdiagnose|differentialdiagnostisch]] unterschieden werden. Im weiteren Zeitablauf fließt beim Harnverhalt doch wieder Urin. Auch bei der Anurie kann sich im Zeitablauf noch [[Restharn]] aus der Blase entleeren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
=== Akuter Harnverhalt ===&lt;br /&gt;
Die klassische Ursache eines akuten Harnverhaltes stellt die [[Benigne Prostatahyperplasie|gutartige Prostatavergrößerung]] dar. Auch kann die Harnröhre weiter distal z.&amp;amp;nbsp;B. durch Steine, durch eine Verletzung ([[Harnröhrenstriktur]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=[[Die Zeit]] – Das Lexikon |TitelErg=In 20 Bänden |Band=6 |Verlag=Bibliographisches Institut |Ort=Mannheim |Datum=2006 |ISBN=3-411-17566-4 |Seiten=253}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) oder Tumoren verstopft oder stark verengt sein. Bei einem Bandscheibenvorfall oder auch bei [[Multiple Sklerose|Multipler Sklerose]] (MS) kann durch eine Schädigung des Nervensystems eine akute Harnverhaltung auftreten. Die Störung zeigt sich häufig durch schmerzhaften Harndrang ohne Blasenentleerung. Da es bei länger bestehender Harnverhaltung durch den [[Harnstau]] zu Nierenschäden kommen kann, ist eine sofortige ärztliche Behandlung nötig.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Jens E. Altwein |Titel=Urologie |Verlag=Enke |Ort=Stuttgart |Datum=1979 |ISBN=3-432-89931-9 |Seiten=34, 267–268, 413–415, 437–439}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chronischer Harnverhalt ===&lt;br /&gt;
Liegt eine chronische Harnverhaltung vor, staut sich der Urin oft bis in die Nieren zurück und führt dort zu druckbedingten Schädigungen. Dabei treten als typische Befunde [[Hydroureter]], [[Hydronephrose]] und eine Erhöhung der harnpflichtigen Substanzen auf. Therapeutisch erfolgt zunächst die Ableitung mit [[Blasenkatheter|Harnröhrenkatheter oder suprapubischem Katheter]]. Bei bestehender Druckschädigung der tubulären Nierenfunktion kommt es nach der Entlastung häufig zu einer [[Polyurie|polyurischen]] Phase mit einer Urinausscheidung von bis zu 6&amp;amp;nbsp;Litern am Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liegt eine neurogene Ursache der Harnverhaltung zugrunde, ist der Dehnungsschmerz oft nur gering und verursacht wenig Beschwerden. Infolge der lang anhaltenden Überdehnung entstehen myogene Schädigungen mit Restharnbildung, chronische Harnverhaltung und später daraus resultierende [[Harninkontinenz#Inkontinenz_bei_chronischer_Abflussstörung_der_Blase_(früher:_Überlaufinkontinenz)|Überlaufinkontinenz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Postoperativer Harnverhalt ===&lt;br /&gt;
Nach einer [[Spinalanästhesie|Spinal-]] oder [[Epiduralanästhesie]], wie sie bei Operationen oder [[Kaiserschnitt]]geburten vorgenommen wird, kann es auch zu einer Harnverhaltung kommen, die mehrere Stunden anhalten kann. In der Regel verschwindet diese Form des Harnverhaltes von selbst ohne therapeutisches Eingreifen. Hilfreich ist eine frühe Mobilisierung des Patienten. Eventuell muss eine sterile Einmalkatheterisierung vorgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Harnverhalt durch Medikamente ===&lt;br /&gt;
Durch die Gabe von [[Anticholinergika]] bei der Behandlung einer [[Harninkontinenz]] kann im negativsten Fall eine Harnverhaltung herbeigeführt werden, die durch eine Dosisreduzierung leicht zu beheben ist. In manchen Fällen ist bei Harninkontinenz sogar die künstlich herbeigeführte Harnverhaltung gewünscht, um dem Patienten die Kontinenz für eine gewisse Zeit zurückzugeben. In diesen Fällen muss der Urin aber durch regelmäßiges [[Katheterismus|Katheterisieren]] der Harnblase abgeleitet werden. Auch andere Medikamente wie z.&amp;amp;nbsp;B. 1,4-[[Benzodiazepin]]-Derivate ([[Diazepam]]) oder [[Antidepressiva]] können als [[Nebenwirkung]] eine Harnverhaltung verursachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Psychisch bedingter Harnverhalt ===&lt;br /&gt;
Unter bestimmten Umständen können manche Menschen ihre Blase nicht entleeren, obwohl sie ausreichend gefüllt und auch ein Harndrang vorhanden ist. Dieses Problem der „schüchternen Harnblase“ &amp;#039;&amp;#039;[[Paruresis]]&amp;#039;&amp;#039; tritt nur bei bestimmten für diese Personen als störend empfundenen Situationen, wie zum Beispiel bei Anwesenheit anderer Personen in öffentlichen Toiletten, unter Zeitdruck bei Ausflügen, Reisen, … oder bei in Fahrt befindlichen Verkehrsmitteln usw., auf. Von dieser Form der Harnverhaltung sind mehr Männer als Frauen jedes Alters betroffen. Die Hauptursachen scheinen eine zu starke Unterdrückung des natürlichen Miktionsreflexes durch das Gehirn und die Erschlaffung der Blasenmuskel durch Stress zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandlung ==&lt;br /&gt;
Da es bei akuter Harnverhaltung durch den Rückstau des Harns zu Nierenschäden kommen kann, ist eine sofortige ärztliche Behandlung nötig. Als Sofortmaßnahme wird in der Regel transurethral ein [[Blasenkatheter]] gelegt. Kann transurethral kein Katheter eingeführt werden oder besteht der Verdacht auf einen entzündlichen Prozess oder eine Harnröhrenverletzung, ist eine [[suprapubisch]]e Harnableitung notwendig. Auch sollte die Ursache für den Harnverhalt geklärt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dauerkatheter bleibt für 1–3 Tage zur Dauerableitung liegen, danach erfolgt ein Katheterauslassversuch und Restharnkontrolle. Bei erneuter Harnverhaltung oder deutlich erhöhten Restharnmengen über 150&amp;amp;nbsp;ml erfolgt eine weitere Dauerkatheterableitung oder eine suprapubische Harnableitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Harnverhaltung bei Kindern kann ggf. beseitigt werden, indem das Kind in eine mit warmem Wasser gefüllte Badewanne gesetzt wird. Wenn durch diesen Versuch keine Spontanmiktion erfolgt, muss die Harnblase mit einem zur kindlichen Anatomie passenden Blasenkatheter (6–9 [[Charrière (Einheit)|Ch.-]][[Blasenkatheter|Einmalkatheter]]) entleert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Behandlung der psychisch bedingten Harnverhaltung liegt in der kognitiven [[Verhaltenstherapie]], deren Ziel darin besteht, die angstauslösenden und verwirrungsstiftenden Gedanken zu reorganisieren und die Überwindung der vermiedenen Situationen zu üben. Da bis heute keine brauchbare medikamentöse Behandlung zur Verfügung steht, kann dem Patienten mit dieser Blasenentleerungsstörung durch die intermittierende Selbstkatheterisierung der Harnblase eine Erleichterung seiner „körperlichen“ Beschwerden verschafft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivia ==&lt;br /&gt;
Im Film &amp;#039;&amp;#039;[[Der Schüler Gerber (Film)|Der Schüler Gerber]]&amp;#039;&amp;#039; behauptet ein renitenter Schüler auf die Weigerung seines Lehrers hin, ihn (zum eigentlichen Zweck der Unterrichtsstörung) zum Toilettengang zu entlassen: „[[Tycho de Brahe]] ist an Harnverhaltung gestorben.“ Der Lehrer erwidert: „Es ist noch nie jemand an Harnverhaltung gestorben.“ Tatsächlich gab es in der [[Tycho Brahe#Tod|Krankengeschichte Brahes vor seinem Tod]] die Vermutung eines Blasenrisses nach übermäßigem Ignorieren des natürlichen Harndrangs aus gesellschaftlichen Gründen – einer dann allerdings kulturell und nicht medizinisch induzierten Harnverhaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert befasste sich unter anderem der französische Mediziner [[Desault]] mit der Ischurie. Man unterschied seinerzeit die paralytische Harnverhaltung, die inflammatorische Harnverhaltung, die krampfhafte Urinverhaltung, die Harnverhaltung durch Verstopfung der Harnröhre durch Fremdkörper, die Harnverhaltung durch Strikturen der Harnröhre und die Ischurie infolge von Geschwulst der Prostata.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Fischer (Mediziner)|Georg Fischer]]: &amp;#039;&amp;#039;Chirurgie vor 100 Jahren. Historische Studie.&amp;#039;&amp;#039; [Gewidmet der [[Deutsche Gesellschaft für Chirurgie|Deutschen Gesellschaft für Chirurgie]]]. Verlag von F. C. W. Vogel, Leipzig 1876; Neudruck mit dem Untertitel &amp;#039;&amp;#039;Historische Studie über das 18. Jahrhundert aus dem Jahre 1876&amp;#039;&amp;#039; und mit einem Vorwort von [[Rolf Winau]]: Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1978, ISBN 3-540-08751-6, S. 529–533.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Anurie]]&lt;br /&gt;
* [[Blasenentleerungsstörung]]&lt;br /&gt;
* [[Uroflowmetrie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Urinary retention|Harnverhalt}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Harnverhalt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159151-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitssymptom in der Urologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;WikiHelper232</name></author>
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