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	<title>Harem - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Harem&amp;diff=54526&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hajo-Muc: Änderung 265695876 von Rüdiger Überall rückgängig gemacht; Derartig anekdotische und zudem legendenhafte herausgepflückte Episoden gehören nicht hierher.</title>
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		<updated>2026-03-29T09:50:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/265695876&quot; title=&quot;Spezial:Diff/265695876&quot;&gt;265695876&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/R%C3%BCdiger_%C3%9Cberall&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/Rüdiger Überall&quot;&gt;Rüdiger Überall&lt;/a&gt; rückgängig gemacht; Derartig anekdotische und zudem legendenhafte herausgepflückte Episoden gehören nicht hierher.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert als abgeschlossenen und bewachten Wohnbereich eines [[Serail]]s oder Hauses; zu anderen Bedeutungen siehe [[Harem (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fatehpur-Fatehpur Sikri India0002.JPG|mini|Haremstor im [[Mogulreich|Mogul]]-Palast von [[Fatehpur Sikri]] (um 1570)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Harem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{arF|حريم&amp;amp;lrm;|w=harim |d=ḥarīm |b=Heiliger, unverletzlicher Ort; Heiligtum; geheiligter Bereich; weibliche Familienmitglieder, Frauen, Ehefrau}}) bezeichnet einen abgeschlossenen und bewachten Wohnbereich eines [[Serail]]s oder Hauses, in dem die Frauen, die weiblichen Angehörigen und die unmündigen Kinder eines [[muslim]]ischen Familienoberhaupts leben (im Gegensatz zum &amp;#039;&amp;#039;[[Selamlık]]&amp;#039;&amp;#039;). Wie im Arabischen bestimmt die [[Ambivalenz]] des Begriffes auch seine Bedeutung im deutschen Sprachgebrauch. Er steht einerseits für den geschützten Bereich, andererseits für weibliche Bewohner des Bereichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Städte [[Mekka]] und [[Medina]] werden im Arabischen als [[Haram (heiliger Bezirk)|Ḥaram]] (gemeinsam in der [[Dual (Grammatik)|Dual]]form als &amp;#039;&amp;#039;al-ḥaramain&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet, ein Begriff, der vom selben Wortstamm wie [[harām|ḥarām]] abgeleitet wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Peirce&amp;quot;&amp;gt;Leslie P. Peirce: &amp;#039;&amp;#039;The imperial harem: women and sovereignity in the Ottoman Empire.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, New York 1993, ISBN 0-19-507673-7, S.&amp;amp;nbsp;3–5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Islam ==&lt;br /&gt;
=== Osmanisches Reich ===&lt;br /&gt;
Im Bewusstsein und in der Vorstellung der Europäer sind der Harem als Ort und der Harem als Ansammlung von Frauen abhängig von den Phantasien und Mythen, die sich um den Harem der osmanischen Sultane ranken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kürsat&amp;quot;&amp;gt;Elçin Kürsat: {{Webarchiv|url=http://www.pu-aktuell.de/pua2001/Harem.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Haremsfrauen und Herrschaft im Osmanischen Reich in seiner Blütezeit.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20110719073516}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Geschichts&amp;amp;shy;schreibung der islamischen Länder schweigt über Frauen. Dies gilt insbesondere für ländliche Frauen und Frauen der Unterschichten. Aber auch die Hofchroniken enthalten kaum Auskünfte über das Leben der Haremsbe&amp;amp;shy;wohner&amp;amp;shy;innen: Der Harem blieb als Wohnort, Erziehungs&amp;amp;shy;anstalt und sozialer Raum geheimnisvoll und unerforschlich.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kürsat&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Jean-Baptiste van Mour 010.jpg|mini|Fiktive &amp;#039;&amp;#039;Haremsszene mit Sultan &amp;#039;&amp;#039; von [[Jean-Baptiste van Mour]] (1671–1737), der 1699–1711 in Istanbul lebte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:4175 - Istanbul - Topkapi - Harem - Appartamento Regina madre - Foto G. Dall&amp;#039;Orto 27-5-2006.jpg|mini|Räume der Sultansmutter (&amp;#039;&amp;#039;Valide Sultan&amp;#039;&amp;#039;) im Harem des [[Topkapı-Palast|Topkapı Sarayı]] in Istanbul]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Enderuni1.jpg|mini|Haremsdamen bei sommerlichen Vergnügungen an den &amp;#039;&amp;#039;Süßen Wassern Europas&amp;#039;&amp;#039;, in den Palastgärten am Goldenen Horn, Miniatur aus &amp;#039;&amp;#039;Hubannâme ve Zenannâme&amp;#039;&amp;#039; von Fâzıl-i Enderunî, Illustration des späten 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zilfi&amp;quot;&amp;gt;Madeline C. Zilfi: &amp;#039;&amp;#039;Women in the Ottoman Empire: Middle Eastern women in the early Modern Era&amp;#039;&amp;#039;. Brill, Leiden 1997, ISBN 90-04-10804-1, S.&amp;amp;nbsp;163&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Enderuni3.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Niederkunft im Harem&amp;#039;&amp;#039;, Miniatur aus &amp;#039;&amp;#039;Hubannâme ve Zenannâme&amp;#039;&amp;#039; von Fâzıl-i Enderunî, Illustration des späten 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zilfi&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Selbst Berichte und Gemälde europäischer Besucher Konstantinopels, die vor allem seit dem 16. Jahrhundert in großer Zahl entstanden und deren Urheber manchmal vorgaben, alles aus eigener Anschauung zu kennen, waren davon abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vermeintlichen Zustände wurden in der Folge mitsamt dem Namen „Harem“ auf Vergleichbares in anderen Kulturen und Regionen und zu anderen Zeiten übertragen, so zum Beispiel auf den „Harem“ der ägyptischen Pharaonen und der chinesischen Kaiser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sicht auf den Harem der osmanischen Sultane als Ort von [[Vielehe|Polygamie]] und Vielweiberei zeigt sich beispielsweise in einem Bericht des osmanischen Dolmetschers und Chronisten [[Osman Ağa (Chronist)|Osman Ağa]] aus [[Temeschwar]] (* um 1671; † nach 1725), der sich an die Vorschriften des [[Koran]]s anlehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Koran, Sure 4, Verse 1–3; Sure 23, Verse 1–6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Bei uns fügen sich die Frauen gemäß unserem Glauben dem Gebote Allahs und dem Worte Seines Propheten. Wer es leisten kann, darf sich vier Ehefrauen nehmen und dazu soviele [[Kebs]]weiber halten, wie er eben vermag. Diesbezüglich haben unsere Frauen kein Wort der Widerrede zu verlieren.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Osman Ağa: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Paschas und Generälen. Bericht des Osman Ağa aus Temeschwar über die Höhepunkte seine Wirkens als Diwansdolmetsch und Diplomat.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzt, eingeleitet und erklärt von Richard Franz Kreutel/Friedrich Kornauth, aus der Reihe Richard Franz Kreutel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Osmanische Geschichtsschreiber.&amp;#039;&amp;#039; Band 5, Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1966, S.&amp;amp;nbsp;36.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Ein Harem mit mehreren Ehefrauen oder Nebenfrauen war im [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] allerdings nicht allzu häufig anzutreffen. In den arabischen Provinzen gab es wahrscheinlich eine größere Verbreitung als in den europäischen und anatolischen. So hatten im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert in [[Nablus]] 16 % der muslimischen Männer mehr als eine Frau, in [[Damaskus]] waren es 12 %, in [[Istanbul]] hingegen nur 2 %. Der Harem des osmanischen [[Sultan]]s ({{arF|حرم همايون&amp;amp;lrm;|w=harem-i hümâyûn&amp;lt;ref name=&amp;quot;Peirce&amp;quot; /&amp;gt;}}) war der größte seiner Zeit. Im [[Topkapı-Palast]] gab es über 300 Räume, die für den Harem von manchmal mehr als 800 (anno 1633) Frauen bereitstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Leslie P. Peirce: &amp;#039;&amp;#039;The imperial harem: women and sovereignity in the Ottoman Empire.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, New York 1993, ISBN 0-19-507673-7, S.&amp;amp;nbsp;122.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Buchmann&amp;quot;&amp;gt;Bertrand Michael Buchmann: &amp;#039;&amp;#039;Österreich und das Osmanische Reich. Eine bilaterale Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; WUV-Universitätsverlag, Wien 1999, ISBN 3-85114-479-1, S.&amp;amp;nbsp;69.&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch war der Harem vom 16. bis ins 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert nicht nur ein Ort des von Regeln bestimmten sexuellen Vergnügens für den Sultan, sondern mehr noch ein Ort der dynastischen Reproduktion und damit ein Ort der Familien- und somit der Reichspolitik.&amp;lt;ref&amp;gt;Leslie P. Peirce: &amp;#039;&amp;#039;The imperial harem: women and sovereignity in the Ottoman Empire.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, New York 1993, ISBN 0-19-507673-7, S.&amp;amp;nbsp;3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Harem des Sultans herrschte eine strenge Hierarchie. An der Spitze stand die [[Valide Sultan|Sultans-Mutter]] (&amp;#039;&amp;#039;Valide Sultan&amp;#039;&amp;#039;), nach ihr folgten die Prinzessinnen osmanischen Geblüts (&amp;#039;&amp;#039;Sultana&amp;#039;&amp;#039;), dann kam die erste [[Hauptfrau (Polygamie)|Hauptfrau]] ({{arF|قادين&amp;amp;lrm;|w=kadın|b=Frau}}, plural {{arF|قادينلر&amp;amp;lrm;|w=kadınlar}}), die Mutter von Kindern des Sultans (nach der Geburt eines Sohnes wurde eine neue &amp;#039;&amp;#039;Kadın&amp;#039;&amp;#039; ausgewählt), danach die Favoritinnen ({{arF|خاصكی&amp;amp;lrm;|w=[[Haseki Sultan|hasekî]]}} von {{faS|خاصگى&amp;amp;lrm;|d=ḫāṣṣagī}}), sodann die &amp;#039;&amp;#039;Ikbal&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;Gözde&amp;#039;&amp;#039; (die der Sultan erblickt hat, und die des Sultans Taschentuch bekommen haben), die Haremsdienerinnen (auch &amp;#039;&amp;#039;odalık&amp;#039;&amp;#039;, „[[Odaliske]]n“; von {{arF|اوطه&amp;amp;lrm;|w=oda|b=Gemach, Zimmer}}), die Harems-Schülerinnen (Palastsklavinnen) und am Ende die [[Sklaverei|Arbeitssklavinnen]]. Die Sultansmutter hatte großen Einfluss auf den Harem, da sie als ehemalige &amp;#039;&amp;#039;haseki&amp;#039;&amp;#039; am besten über die Gepflogenheiten Bescheid wusste. Sie suchte dem Sultan fast immer die neuen &amp;#039;&amp;#039;Ikbal&amp;#039;&amp;#039; für sein Schlafgemach aus. Auch versuchte sie, Monogamie zu verhindern, damit keine Frau zu viel Einfluss gewinnen konnte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Buchmann&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Roswitha Gost: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des Harems.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Albatros, Düsseldorf 202, ISBN 3-491-96044-4, S.&amp;amp;nbsp;188&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die nächstwichtige Person im Harem war der oberste der Schwarzen [[Eunuch]]en (&amp;#039;&amp;#039;[[Kızlar Ağası]]&amp;#039;&amp;#039;). Dieser kontrollierte die Arbeit aller anderen Eunuchen, deren Aufgabe darin bestand, die Frauen des Harems zu unterrichten und für deren Körperpflege zu sorgen, sowie Geldangelegenheiten des Harems zu regeln. Der &amp;#039;&amp;#039;Kızlar Ağası&amp;#039;&amp;#039; war auch das Bindeglied zwischen dem Harem und der Außenwelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fariba&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Fariba Zarinebaf-Shahr.&amp;#039;&amp;#039; In: Jonathan Dewald (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Europe, 1450 to 1789; Encyclopedia of the Early Modern World.&amp;#039;&amp;#039; Charles Scribner’s Sons, New York 2004, Band 3, S.&amp;amp;nbsp;132.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Roswitha Gost: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des Harems.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96044-4, S,&amp;amp;nbsp;72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Harem vom Sultan für sich ausgesuchten Bettgenossinnen nannte man Ikbal ({{arF|اقبال&amp;amp;lrm;|w=ikbâl}}- die nur eine Nacht mit dem Sultan verbrachten), diese wurden dann eventuell zu Kadinen; sie führten streng abgeschlossen im Serail ihren eigenen Hofstaat mit Eunuchen und Haremsdienerinnen. Alle Kinder des Sultans, ob von Haupt- oder Nebenfrauen, galten als legitim. Die Damen des Harems waren fast ausschließlich nicht-muslimischer Herkunft aus vielen Ländern, da es verboten war, Muslime zu versklaven. Die Harems-Schülerinnen wurden in vielen Fertigkeiten unterrichtet, so lernten sie türkisch lesen und schreiben, Näh- und Stickarbeiten, Tanzen, Singen und Musizieren. Sie wurden dann oft an Würdenträger verheiratet, so sie nicht im Sultans-Harem verblieben. Dort waren sie für den persönlichen Dienst bei den höherrangigen Damen oder sogar beim Sultan vorgesehen. In diesem Falle wurden sie {{arF|كدكلو&amp;amp;lrm;|w=gedikli|b=die Auserwählten}} genannt. Aus ihren Reihen wählte der Sultan (oder die &amp;#039;&amp;#039;valide sultan&amp;#039;&amp;#039;) seine neuen Ikbal. Unmittelbar der Sultansmutter unterstand die &amp;#039;&amp;#039;kahya kadın&amp;#039;&amp;#039;, die Oberaufseherin des Harems.&amp;lt;ref&amp;gt;Roswitha Gost: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des Harems.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96044-4, S.&amp;amp;nbsp;171–175.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Üblicherweise lebten auch die ledigen Töchter des Sultans (&amp;#039;&amp;#039;sultana&amp;#039;&amp;#039;) im Harem. Für sie diente er ebenfalls zur Erziehung. Wenn eine osmanische Prinzessin an einen hohen Würdenträger verheiratet wurde, so hatte dieser eine sehr große [[Morgengabe]] zu entrichten, meist einen Palast am Bosporus-Ufer für seine neue Gattin. Eine eventuell bestehende Ehe oder einen vorhandenen polygamen Haushalt hatte er unverzüglich aufzulösen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fariba&amp;quot; /&amp;gt; Dieser Sultans-Schwiegersohn ([[Damad]]&amp;lt;ref&amp;gt;Leslie P. Peirce: &amp;#039;&amp;#039;The imperial harem: women and sovereignity in the Ottoman Empire.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, New York 1993, ISBN 0-19-507673-7, Vokabular S.&amp;amp;nbsp;XIII.&amp;lt;/ref&amp;gt;) stand dem Rang nach lebenslang unter seiner Gemahlin und lebte meist auch getrennt von ihr.&amp;lt;ref&amp;gt;Roswitha Gost: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des Harems.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96044-4, S.&amp;amp;nbsp;201&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 16. und 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurde der Harem ein bedeutendes Machtzentrum im Herrschaftsgefüge des osmanischen Reiches. Die Lieblingsfrauen, Mütter und Großmütter der Sultane wie [[Roxelane]], Frau [[Süleyman I.|Süleymans I.]], oder [[Kösem Mahpeyker]], Frau [[Ahmed I.|Ahmeds I.]], Mutter [[Murad IV.|Murads IV.]] und [[İbrahim (Sultan)|İbrahims]] sowie Großmutter [[Mehmet IV.|Mehmeds IV.]], übten entscheidenden Einfluss aus, weswegen man diese Zeit als &amp;#039;&amp;#039;kadınlar saltanatı&amp;#039;&amp;#039; ([[Weiberherrschaft]]) bezeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am 24.&amp;amp;nbsp;April 1909 Truppen der [[Jungtürken]] den Harem des abgesetzten Sultans [[Abdülhamid II.]] gestürmt, den Obereunuchen an eine Laterne der [[Galatabrücke]] gehängt und die Sklavinnen und Eunuchen freigelassen hatten, wurden die Familien der Sklavinnen, soweit sie eruierbar waren, aufgefordert, ihre Töchter aus [[Konstantinopel]] abzuholen und heimzubringen (meist in den [[Kaukasus]]). Doch für viele ehemalige Haremsbewohnerinnen blieb nur der Ausweg, sich für Geld im Abendland bestaunen zu lassen. Bei einer [[Völkerschau]] in [[Wien]] vor dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] war eine solche Gruppe von Frauen und Eunuchen zu sehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Roswitha Gost: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des Harems.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96044-4, S.&amp;amp;nbsp;261–263.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mustafa Kemal Atatürk]], der Begründer der modernen Türkei, verbot für die Republik die [[Vielweiberei]]. Tunesien ist der zweite Staat in der islamischen Welt, in dem Polygynie ebenfalls gesetzlich verboten ist, in anderen islamischen Ländern ist sie erlaubt und wird auch praktiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mogulreich ===&lt;br /&gt;
In der Blütezeit des [[Mogulreich]]s (1526–1707) im Norden Indiens war die Situation insgesamt vergleichbar. Alle vier großen Palastanlagen der Moguln in [[Rotes Fort (Delhi)|Delhi]], [[Fatehpur Sikri]], [[Lahore]] und [[Rotes Fort (Agra)|Agra]] verfügten über baulich getrennte und durch separate Tore, hohe Mauern und &amp;#039;&amp;#039;[[Jali (Architektur)|jalis]]&amp;#039;&amp;#039; gegen Einflüsse und Blicke von außen abgeschottete Frauenbereiche (&amp;#039;&amp;#039;zenana&amp;#039;&amp;#039;) – eine Konstellation, die vielfach auch von den mogultreuen [[Rajputen]]fürsten übernommen wurde (z.&amp;amp;nbsp;B. im [[Amber-Fort]] bei [[Jaipur]]). Mit der aus einer persischen Familie stammenden [[Nur Jahan]] (1577–1645), der 20. Gemahlin Kaiser [[Jahangir]]s, erreichte eine Frau großen Einfluss auf die Politik; außerdem tat sie sich als Bauherrin hervor. Ihre Nichte [[Mumtaz Mahal]] (1593–1631) heiratete als dritte Ehefrau Prinz Khurram, den späteren Mogulherrscher [[Schah Jahan]]. Ihr politischer Einfluss war allerdings deutlich geringer; sie starb bei der Geburt ihres 14. Kindes. Ihr zu Ehren entstand das [[Taj Mahal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Harem als homosozialer Raum ===&lt;br /&gt;
Frauen wurden in traditionellen muslimischen Gesellschaft aus der Öffentlichkeit ausgeschlossen. Im inneren Bereich des Hauses, der für alle (fremden) Männer [[harām]], also verboten war, übten sie aber zum Teil erheblichen, mitunter auch politischen Einfluss aus. Auch führte die [[Segregation (Soziologie)|Segregation]] nach Geschlecht dazu, dass spezifische Frauenberufe für zumeist Unterschichtsangehörige entstanden, die Dienstleistungen für die Frauen des Harems erbrachten, etwa als Hebamme, Händlerin oder Leichenwäscherin. Höfische Harems hatten teilweise auch weibliches Wachpersonal. Wie in allen [[Homosozialität|homosozialen]] Räumen kam es immer wieder auch zu [[Homosexualität|homosexuellem]] Verhalten unter den Bewohnerinnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wiebke Walther]]: &amp;#039;&amp;#039;Frauen VII: Islam&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Religion in Geschichte und Gegenwart]]&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage, Bd. 3, Mohr Siebeck, Tübingen 2000, Sp. 271.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Andere Kulturen ==&lt;br /&gt;
=== China ===&lt;br /&gt;
Im [[Kaiserreich China]] waren dem Harem (chinesisch 闺房 &amp;#039;&amp;#039;Guīfáng&amp;#039;&amp;#039;) vergleichbare Einrichtungen und Polygamie zwar ebenfalls allgemein üblich, hier blieb dies aber fast ausschließlich auf den [[Adel]] beschränkt. Die erste Erwähnung zur Zeit der Dynastie [[Chu (Staat)|Chu]] (~ 800&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.) erfolgte im Zusammenhang mit Nachfolgekämpfen unter den Herrschersöhnen. Besonders der [[Daoismus]] förderte das Haremssystem durch die Behauptung, der häufige Verkehr mit verschiedenen, möglichst jüngeren Konkubinen stärke die Lebenskraft. Die Kaiserinwitwe [[Lü Zhi]] (191–180&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr., [[Han-Dynastie]]) ließ deshalb nach dem Tod ihres Gatten mehrere Nebenfrauen und deren Söhne ermorden. Unter Kaiser [[Han Wudi]] (141–87&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.) erlangten die Eunuchen des Harems immer mehr Macht. Manche Haremsdamen und Kaiserwitwen beeinflussten das Reich sehr stark wie etwa [[Wu Zetian]] (625–705), die sich sogar zum einzigen weiblichen Kaiser (皇帝, &amp;#039;&amp;#039;huángdì&amp;#039;&amp;#039;, wörtlich &amp;#039;&amp;#039;Gottkaiser&amp;#039;&amp;#039;, statt 皇后, &amp;#039;&amp;#039;huánghòu&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Kaiserin&amp;#039;&amp;#039;) von China erklären ließ, aber auch Konkubinen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Yang Guifei]], ~&amp;amp;nbsp;750). Die letzte in dieser Reihe war [[Kaiserinwitwe Cixi|Cixi]] (1835–1908), die als leibliche Mutter des einzigen Sohnes von Kaiser [[Xianfeng]], [[Tongzhi]], sich zur Kaiserinwitwe (皇太后, &amp;#039;&amp;#039;huángtàihòu&amp;#039;&amp;#039;) erklären ließ, nach Tongzhis Tod ihren fünfjährigen Neffen [[Guangxu]] adoptierte und auf ihrem Totenbett den zweijährigen [[Puyi]] zum letzten Kaiser von China bestimmte.&amp;lt;ref&amp;gt;Herbert Franke, Rolf Trauzettel: &amp;#039;&amp;#039;Das Chinesische Kaiserreich.&amp;#039;&amp;#039; Band 19 in der Reihe &amp;#039;&amp;#039;Fischer Weltgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Fischer Bücherei, Frankfurt am Main 1968, ISBN 3-596-60019-7, S.&amp;amp;nbsp;43, 81, 89, 93, 157–158, 331.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Harem der chinesischen Kaiser war im nordöstlichen Teil der [[Verbotene Stadt|Verbotenen Stadt]] gelegen und durfte nur von Frauen und Eunuchen und von Norden her betreten werden, allein die Kaiserin durfte bei ihrer Inthronisation mit dem Kaiser einmalig durch das Südtor in die Stadt einziehen, der Kaiser konnte von seinen Privatgemächern zum Harem gelangen, was aber nur ganz selten geschah, denn in aller Regel wurde die von ihm bzw. oft auch nach festgesetzten Regeln für ihn bestimmte Frau in sein Gemach geführt. Unter den Frauen herrschte eine streng hierarchische Ordnung. Zur [[Ming-Dynastie|Ming]]-Zeit haben sich folgende Ränge etabliert, die im Wesentlichen bis zum Ende der [[Qing-Dynastie|Qing]]-Dynastie 1912 bestehen blieben (die chinesischen Zeichen sind von links nach rechts geschrieben):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Eine Kaiserin (皇后, &amp;#039;&amp;#039;huánghòu&amp;#039;&amp;#039;, englisch: &amp;#039;&amp;#039;Empress&amp;#039;&amp;#039;), der zehn Dienerinnen zustanden&lt;br /&gt;
# Eine Edle Kaiserliche Gemahlin (皇貴妃, &amp;#039;&amp;#039;huáng guìfēi&amp;#039;&amp;#039;, englisch: &amp;#039;&amp;#039;Imperial Noble Consort&amp;#039;&amp;#039;, dieser Titel einer stellvertretenden Kaiserin wurde nicht immer an eine der Kaiserlichen Gemahlinnen vergeben) mit acht Dienerinnen&lt;br /&gt;
# Bis zu zwei Edle Gemahlinnen (貴妃, &amp;#039;&amp;#039;guì fēi&amp;#039;&amp;#039;, englisch: &amp;#039;&amp;#039;Noble Consorts&amp;#039;&amp;#039;) mit je acht Dienerinnen&lt;br /&gt;
# Bis zu vier Gemahlinnen (妃, &amp;#039;&amp;#039;fēi&amp;#039;&amp;#039;, englisch: &amp;#039;&amp;#039;Consorts&amp;#039;&amp;#039;) mit je sechs Dienerinnen&lt;br /&gt;
# Bis zu sechs Konkubinen (嬪, &amp;#039;&amp;#039;pín&amp;#039;&amp;#039;, englisch: &amp;#039;&amp;#039;(Imperial) Concubines&amp;#039;&amp;#039;) mit je sechs Dienerinnen, dazu weitere Konkubinen niederer Ränge ohne Begrenzung der Anzahl, nämlich&lt;br /&gt;
# Edle Damen (貴人, &amp;#039;&amp;#039;guìrén&amp;#039;&amp;#039;, englisch: &amp;#039;&amp;#039;Noble Ladies&amp;#039;&amp;#039;) mit je höchstens vier Dienerinnen&lt;br /&gt;
# Damen (常在, &amp;#039;&amp;#039;chángzài&amp;#039;&amp;#039;, wörtlich etwa: &amp;#039;&amp;#039;Gewöhnliche Existenzen&amp;#039;&amp;#039;, englisch: &amp;#039;&amp;#039;First Class Attendants&amp;#039;&amp;#039;) mit je höchstens drei Dienerinnen&lt;br /&gt;
# Anwärterinnen (答應, &amp;#039;&amp;#039;dāyìng&amp;#039;&amp;#039;, englisch: &amp;#039;&amp;#039;Second Class Attendants&amp;#039;&amp;#039;) mit je höchstens zwei Dienerinnen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Dr Data |url=https://china-talk.blogspot.com/2014/04/imperial-harem-system-in-qing-dynasty.html |titel=China Talk: Imperial Harem System in Qing Dynasty |werk=China Talk |datum=2014-04-03 |abruf=2023-12-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://en-academic.com/dic.nsf/enwiki/6698362 |titel=Ranks of Imperial Consorts in China |sprache=en |abruf=2023-12-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in der deutschsprachigen Literatur hierzu bisher offenbar keine verbindlichen Bezeichnungen etabliert sind, haben sich die englischen in der westlichen Welt allgemein durchgesetzt. Den Frauen der ersten fünf Ränge standen eigene Paläste oder Palastteile zur Verfügung, die anderen, deren chinesische Bezeichnung sich interessanterweise auch auf Personen männlichen Geschlechts beziehen könnte, mussten sich in der Regel Räumlichkeiten miteinander teilen. Daneben gab es für Konkubinen häufig zusätzliche, namensähnliche Titel wie &amp;#039;&amp;#039;Frau aller Frauen&amp;#039;&amp;#039; (婕妤; &amp;#039;&amp;#039;jiéyú&amp;#039;&amp;#039;), &amp;#039;&amp;#039;Glänzende Schönheit&amp;#039;&amp;#039; (昭儀, &amp;#039;&amp;#039;zhāoyí&amp;#039;&amp;#039;), &amp;#039;&amp;#039;Glänzende Erscheinung&amp;#039;&amp;#039; (昭儀, &amp;#039;&amp;#039;zhāoróng&amp;#039;&amp;#039;) u.&amp;amp;nbsp;ä. Auch für die Frauen des Kronprinzen gab es mehrere Rangstufen, die höchste war die der Kronprinzessin (太子妃, &amp;#039;&amp;#039;tàizǐfēi&amp;#039;&amp;#039;). Die Zahl der kaiserlichen Frauen und Konkubinen variierte stark, die meisten hatte angeblich [[Kangxi]] (reg. 1661–1722) mit 79, während der vorletzte Kaiser [[Guangxu]] (reg. 1875–1908) nur insgesamt drei hatte, eine Kaiserin und zwei Gemahlinnen. Wenn ein Prinz den Drachenthron bestieg, konnte er bereits verstorbene Frauen und Konkubinen posthum in einen angemessenen Rang erheben. Die Kaiserin war von Rechts wegen die einzige Ehefrau des Kaisers und die Mutter aller seiner Kinder. Sie behielt ihren Titel bis zum Ende ihres Lebens bzw. bis zum Tod des Kaisers, alle anderen Frauen konnten im Rang auf- oder absteigen. Starb der Kaiser vor der Kaiserin, erhielt sie den Titel einer Kaiserinwitwe (皇太后, &amp;#039;&amp;#039;huángtàihòu&amp;#039;&amp;#039;), sehr selten auch noch eine der Nebenfrauen oder Konkubinen: Nach dem Tod von [[Xianfeng]] waren sowohl die vormalige Kaiserin Xiaozhenxian als auch die Konkubine Yi Kaiserinwitwen, die sich von da an [[Ci’an]] bzw. [[Cixi]] nannten. Die anderen Gemahlinnen wurden entsprechend ihres Ranges als Witwen (太; &amp;#039;&amp;#039;tài&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet. Die Witwen wie auch die Frauen, die selten oder sogar nie zum Kaiser gebeten wurden, litten häufig unter großer Langeweile, nicht selten war Selbstmord die Folge. Von Witwen wurde er sogar teilweise erwartet. So musste sich [[Xiaozheyi]], die Witwe von Kaiser [[Tongzhi]], angeblich auf Weisung ihres Vaters – oder Cixis? – zu Tode hungern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jung Chang |Titel=Kaiserinwitwe Cixi. Die Konkubine, die Chinas Weg in die Moderne ebnete. |Verlag=Blessing |Ort=München |Datum=2014 |ISBN=978-3-89667-418-0 |Seiten=156f. |Kommentar=Passim auch weitere Informationen über das Harem-System der Qing-Dynastie}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Großteil der Frauen des kaiserlichen Harems der Qing-Zeit stammte aus Familien der [[Acht Banner]], also aus [[Mandschu]]-Familien, gelegentlich kamen sie aber auch aus [[Mongolen|mongolischen]] oder selten Han-chinesischen Familien. Manchmal wurden auch [[Korea]]nerinnen und Angehörige von [[Turkvölker]]n in den Harem aufgenommen. Die Auswahl oder zumindest eine Vorauswahl der Gemahlinnen und Nebenfrauen erfolgte teilweise durch die Kaiserin für die Prinzen oder die Witwe des vorherigen Kaisers. Die Nebenfrauen wurden dabei aus einer Reihe gerade geschlechtsreif gewordener Mädchen gewählt, die von den Ältesten der Clans vorgeschlagen wurden. Die Chance, dass eine Clanangehörige auf diesem Weg zu einer einflussreichen Persönlichkeit des chinesischen Hofes werden würde, war nicht sehr hoch. Erreichte sie jedoch eine solche Position, stärkte das den Einfluss eines einzelnen Clans. Der Umgang des Kaisers mit seiner Kaiserin, seinen zwei Gemahlinnen oder Nebenfrauen sowie den übrigen Konkubinen unterlag einer Reihe traditioneller Regeln, die sicherstellen sollten, dass der Kaiser regelmäßig mit einer großen Anzahl der Haremsfrauen Geschlechtsverkehr hatte und einmal im Monat mit der Kaiserin verkehrte. Jede sexuelle Begegnung wurde in Listen notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Hauptartikel [[Cixi]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thailand ===&lt;br /&gt;
Auch die früheren Könige von [[Thailand]] unterhielten einen umfangreichen Harem, „innerer Palast“ oder „innere Stadt“ genannt, den kein Mann außer dem König betreten durfte.&amp;lt;ref&amp;gt;Tamara Loos: &amp;#039;&amp;#039;Sex in the Inner City: The Fidelity between Sex and Politics in Siam&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;The Journal of Asian Studies&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 64, Nr. 4 (2005), S. 881–909.&amp;lt;/ref&amp;gt; König [[Chulalongkorn]] (1853–1910) hatte insgesamt 152 Ehefrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Judentum ===&lt;br /&gt;
Die [[Altes Testament|Bibel]] warnt die [[Geschichte Israels|Juden]] im {{B|Dtn|17|17|LUT}} zwar vor der Vielehe, dennoch hatte König Salomo nach {{B|1 Kön|11|3|LUT}} einen Harem (hebräisch: &amp;#039;&amp;#039;Harmon&amp;#039;&amp;#039;, ארמון) mit siebenhundert Haupt- und dreihundert Nebenfrauen, unter denen sich nach {{B|1 Kön|9|24|LUT}} auch eine Pharaonentochter befand. Dass Salomo sie und andere heidnische Frauen besaß, führte zu Diskussionen mit der jüdischen Priesterschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testamentes.&amp;#039;&amp;#039; 3 Bände Altes Testament, Verlag Pustet, Regensburg 1920.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pharaonenreich ===&lt;br /&gt;
Auch die [[Pharao]]nen im [[Altes Ägypten|Alten Ägypten]] hatten einen Harem. Aufgrund des [[Altägyptische Religion|religiös]] und dynastisch bedingten [[Inzest]]s war die Königin, also die Hauptfrau, oft die eigene Schwester. Prinzessinnen eroberter oder zu Verbündeten gemachter Länder wurden als Friedenspfand in den Harem des Pharao gebracht. Wie Tempelinschriften in [[Karnak]], [[Elephantine]] und [[Abu Simbel]] berichten, holte [[Ramses II.|Ramses&amp;amp;nbsp;II.]] eine Tochter des [[Liste der hethitischen Großkönige|Hethiterkönigs]] [[Ḫattušili III.]] deshalb zu sich. Auch die [[Mittani]]-Prinzessin [[Taduhepa|Taduḫepa]], die manchmal und wahrscheinlich fälschlicherweise mit [[Nofretete]] gleichgesetzt wird, kam auf diese Art nach Ägypten. Ein vermögender vornehmer Ägypter konnte sich ebenfalls einen Harem mit Sklavinnen halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Jean-Léon Gérôme - Pool in a Harem.jpg|mini|[[Jean-Léon Gérôme]] – &amp;#039;&amp;#039;Haremsbad&amp;#039;&amp;#039; (1876)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Chasseriau Harem Image 1.jpg|mini|[[Théodore Chassériau]] – &amp;#039;&amp;#039;Harem&amp;#039;&amp;#039; (1851)]]&lt;br /&gt;
Die Institution der islamischen [[Polygynie]] (Vielweiberei, von griechisch „poly“: viel und „gyné“: Frau) und insbesondere des vor fremden Blicken geschützten Harems übte im christlichen Europa des 18.&amp;amp;nbsp;und 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts eine starke Faszination aus. In der Malerei des [[Orientalismus]] war die Darstellung von Haremszenen ein beliebtes Sujet. [[Jean-Auguste-Dominique Ingres]] (1780–1867) oder [[Jean-Léon Gérôme]] (1824–1904) malten beispielsweise erotisch gefärbte Fantasien, in denen der Harem von zumeist nackten [[Odaliske]]n bewohnt war, die nur darauf warteten, ihrem Gebieter zu Willen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu bieten osmanische Künstler wie Abdülcelil Çelebi Levni, Buharî oder [[Enderûnlu Fâzıl]] realistisch anmutende Haremsszenen, in denen die Bewohnerinnen in Alltagssituationen und bekleidet dargestellt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fariba&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die misslungene Befreiung zweier in einen türkischen Harem verschleppter Europäerinnen und der Großmut des Haremsbesitzers stehen im Mittelpunkt von [[Wolfgang Amadeus Mozart|Mozarts]] Oper &amp;#039;&amp;#039;[[Die Entführung aus dem Serail]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl May]] lässt in dem Abenteuerroman [[Orientzyklus|&amp;#039;&amp;#039;Durch die Wüste&amp;#039;&amp;#039;]], der in einer frühen Fassung den Titel &amp;#039;&amp;#039;Durch Wüste und Harem&amp;#039;&amp;#039; trug, seinen Helden Kara Ben Nemsi eine schöne [[Montenegro|Montenegrinerin]] aus der Sklaverei eines Harems befreien.&amp;lt;ref&amp;gt;Gert Ueding (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Karl-May-Handbuch&amp;#039;&amp;#039;. 2. erw. u. bearb. Auflage. Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 2001, ISBN 3-8260-1813-3, S.&amp;amp;nbsp;155f&amp;lt;/ref&amp;gt; Mehrere seiner Romanfiguren äußern schärfste Kritik an der Institution Harem. So bezeichnet &amp;#039;&amp;#039;Zykyma&amp;#039;&amp;#039; diesen als „Hölle“, als „elendeste Knechtschaft“ und als „entsetzlichste Tiefe der Verdammniß“;&amp;lt;ref&amp;gt;Karl May: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Herzen, deutsche Helden.&amp;#039;&amp;#039; 1885–1888, 4. Lieferung, [https://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/primlit/roman/herzen/helden4.htm Textfassung der Erstausgabe] auf der Internetseite der Karl-May-Gesellschaft (abgerufen am 17. November 2009).&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Hadschi Halef Omar]]s Ehefrau &amp;#039;&amp;#039;Hanneh&amp;#039;&amp;#039; nennt die „ganz armselige Haremswirtschaft“ eine „große und ganz unverzeihliche Beleidigung aller Frauen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl May: &amp;#039;&amp;#039;Am Jenseits&amp;#039;&amp;#039;, 1899, &amp;#039;&amp;#039;Erstes Kapitel – Eine Kijahma&amp;#039;&amp;#039;, [https://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/primlit/reise/jenseits/kptl_1.htm Textfassung der ersten Buchausgabe] auf der Internetseite der Karl-May-Gesellschaft (abgerufen am 17. November 2009)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Berichte und Zeugnisse „aus dem Innern“, das heißt von betroffenen Frauen, seien es Christinnen oder Musliminnen, sind typisch für Karl May. Seine Strategie, damit von vornherein Kritik an seinen Darstellungen des Harems und insgesamt des Islams abzuwehren, wurde im deutschsprachigen Schrifttum weitläufig übernommen, so beispielsweise durch [[Peter Scholl-Latour]].&amp;lt;ref&amp;gt;Iman Attia (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die „westliche Kultur“ und ihr Anderes. Zur Dekonstruktion von Orientalismus und antimuslimischem Rassismus.&amp;#039;&amp;#039; Transcript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1081-9, S.&amp;amp;nbsp;64 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Osman Ağa (Chronist)|Osman Ağa]]: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Paschas und Generälen. Bericht des Osman Ağa aus Temeschwar über die Höhepunkte seine Wirkens als Diwansdolmetsch und Diplomat.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzt, eingeleitet und erklärt von Richard Franz Kreutel/Friedrich Kornauth, aus der Reihe Richard Franz Kreutel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Osmanische Geschichtsschreiber.&amp;#039;&amp;#039; Band 5, Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1966.&lt;br /&gt;
* Vittoria Alliata: &amp;#039;&amp;#039;Harem, die Freiheit hinter dem Schleier&amp;#039;&amp;#039;; Originaltitel: &amp;#039;&amp;#039;Harem, memorie d&amp;#039;Arabia de una nobildonna siciliana&amp;#039;&amp;#039;; aus dem Italienischen übersetzt von Ragni Maria Gschwend; 9. Aufl., Ullstein, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1991 282 S.; (&amp;#039;&amp;#039;Ullstein-Buch&amp;#039;&amp;#039;, 34177) ISBN 3-548-34177-2.&lt;br /&gt;
* Bertrand Michael Buchmann: &amp;#039;&amp;#039;Österreich und das Osmanische Reich. Eine bilaterale Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; WUV-Universitätsverlag, Wien 1999, ISBN 3-85114-479-1.&lt;br /&gt;
* [[Herbert Franke (Sinologe)|Herbert Franke]], [[Rolf Trauzettel]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Chinesische Kaiserreich.&amp;#039;&amp;#039; Band 19 in der Reihe &amp;#039;&amp;#039;Fischer Weltgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Fischer Bücherei, Frankfurt am Main 1968, ISBN 3-596-60019-7.&lt;br /&gt;
* Roswitha Gost: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des Harems.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96044-4.&lt;br /&gt;
* Hans Georg Majer: &amp;#039;&amp;#039;The Harem of Mustafa II (1695–1703).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Osmanlı Araştırmaları.&amp;#039;&amp;#039; Band 12 (1992) ([http://www.isam.org.tr/documents/_dosyalar/_pdfler/osmanli_arastirmalari_dergisi/osmanl%C4%B1_sy12/1992_12_MAJERHG.pdf PDF], 2,05&amp;amp;nbsp;MB).&lt;br /&gt;
* Leslie P. Peirce: &amp;#039;&amp;#039;The imperial harem: women and sovereignity in the Ottoman Empire.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, New York 1993, ISBN 0-19-507673-7.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Fariba Zarinebaf-Shar.&amp;#039;&amp;#039; In: Jonathan Dewald (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Europe, 1450 to 1789. Encyclopedia of the Early Modern World.&amp;#039;&amp;#039; Band 3. Charles Scribner’s Sons, New York 2004, ISBN 0-684-31203-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Harems|Harem}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.tuerkenbeute.de/kun/kun_leb/FrauenOsmanReich_de.php |text=&amp;#039;&amp;#039;Frauen im Osmanischen Reich.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20170606133031}} In: &amp;#039;&amp;#039;tuerkenbeute.de&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Elçin Kürsat: {{Webarchiv|url=http://www.pu-aktuell.de/pua2001/Harem.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Haremsfrauen und Herrschaft im Osmanischen Reich in seiner Blütezeit.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20110719073516}} In: &amp;#039;&amp;#039;politik unterricht aktuell.&amp;#039;&amp;#039; Heft 1–2, »Verändern und Verbinden«, 2001, S. 49–53&lt;br /&gt;
* [https://nadinevalidesultan.org/ottomanharem.html &amp;#039;&amp;#039;Structure of the Ottoman Harem and Personal Recollections of Life in the Harem of Sultan Abdülhamid II&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159110-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architektur (Orient)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Osmanisches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frauengeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hajo-Muc</name></author>
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