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	<title>Hanswurst - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hanswurst&amp;diff=462025&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Wikilink mit sichtbaren Klammern korrigiert</title>
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		<updated>2026-04-14T20:56:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wikilink mit sichtbaren Klammern korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Flögel1862 09 Franz Schuch als Hanswurst.jpg|mini|Karl Friedrich Flögel: &amp;#039;&amp;#039;Franz Schuch als Hanswurst&amp;#039;&amp;#039;, 1862]]&lt;br /&gt;
[[Datei:S-000055 web.png|mini|Der Pritschenmeister der Scheibbser Schützen im Kostüm des Hanswurst.]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hanswurst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hans Wurst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist eine derb-komische Gestalt der deutschsprachigen [[Stegreifkomödie]] seit dem 16. Jahrhundert &amp;#039;&amp;#039;(Hans worst&amp;lt;ref name=&amp;quot;der Kluge&amp;quot; /&amp;gt;)&amp;#039;&amp;#039;. Als populäre bäuerliche Figur trat der Hanswurst in Stücken des [[Jahrmarkt]]s&amp;amp;shy;theaters und der [[Deutsche Wanderbühne|Wanderbühnen]] auf. „Hanswurst“ war (und ist noch immer) als [[Spott]]- und [[Schimpfwort]] in Gebrauch. [[Posse]]n bzw. Stücke mit dem Hanswurst in der Hauptrolle werden auch &amp;#039;&amp;#039;Hanswurstiade&amp;#039;&amp;#039; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Hanswurstiade Hanswurstiade] im [[Duden]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Österreich entstanden die Versionen &amp;#039;&amp;#039;[[Wurschtl]], Hansnarr, Hansdampf, [[Kasper|Kasperl]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Bajazzo|Bajazzel]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;der Kluge&amp;quot;&amp;gt;[[Friedrich Kluge]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 19. Auflage. Walter de Gruyter Verlag, Berlin 1963, S. 288.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Äußere Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Nach seinem berühmtesten Darsteller, [[Joseph Anton Stranitzky]], sah der Hanswurst folgendermaßen aus: Sein Kostüm bestand aus einer roten, offenen Jacke mit bauschigen Ärmeln, blauem Brustfleck und mitten darauf zwischen den roten, grün eingefassten Hosenträgern ein grünes Herz. Er trug eine weite gelbe Hose, die nur bis zu den Knöcheln reichte, dazu niedrige derbe Schuhe aus Leder und einen breiten Ledergurt mit großer Schließe aus Metall, auf dem Kopf den grünen Spitzhut und am Gürtel ein hölzernes Schwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Stranitzky.jpg|mini|hochkant|Stranitzky als Hanswurst]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wursteltheater Prater 1890.jpg|hochkant|mini|„Wursteltheater“ im [[Wiener Prater]] um 1890]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hanswurst Konstanz.JPG|mini|hochkant|„Die Verbannung des Hanswurst vom Theater“, Wandbild von F.X. Hermann am [[Stadttheater Konstanz]]]]&lt;br /&gt;
Der Name erscheint erstmals in einer [[mittelniederdeutsch]]en Version von [[Sebastian Brant]]s [[Das Narrenschiff (Brant)|Narrenschiff]] (1519) (wobei in der Originalversion der Name &amp;#039;&amp;#039;hans myst&amp;#039;&amp;#039; verwendet wurde). [[Martin Luther]] verwendete ihn 1530 in einer &amp;#039;&amp;#039;Vermahnung an die Geistlichen, versammelt auf dem Reichstag zu Augsburg&amp;#039;&amp;#039;, und schrieb 1541 die Streitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Wider Hans Worst]]&amp;#039;&amp;#039;. Im 16. und 17. Jahrhundert trifft man diesen Figurennamen gelegentlich in [[Fastnachtsspiel]]en und [[Komödie]]n an. 1775 verfasste der 26-jährige [[Johann Wolfgang Goethe]] eine [[Farce (Theater)|Farce]] mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Hanswursts Hochzeit]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wanderarzt und Pächter des [[Kärntnertortheater]]s in Wien seit 1712, Joseph Anton Stranitzky, machte mit seiner Truppe „Teutscher Komödianten“ den [[Commedia dell’arte|Commedia-dell’arte]]-Truppen Konkurrenz und entwickelte dazu den Hanswurst als „deutsche“ komische Figur. Der Theaterhistoriker [[Otto Rommel]] sah darin den Beginn des sogenannten [[Alt-Wiener Volkstheater]]s. Stranitzkys Hanswurst trug die Tracht eines Salzburger Bauern ([[Lungau]]er [[Sauschneider]]), hatte einen Hut mit breiter Krempe auf und eine [[Narrenpritsche]]. Stranitzky verfasste parodistische „[[Haupt- und Staatsaktion]]en“, in denen der Hanswurst zumeist als Dienerfigur sein Bühnenunwesen trieb. Dieser Hanswurst fand zahlreiche Nachahmer. Als Nachfolger kam der Schwiegersohn Stranitzkys, [[Gottfried Prehauser]] (1699–1769), 1725 von Salzburg nach Wien, wo er als „Neuer Wienerischer Hanswurst“ Stranitzky am Kärntnertortheater ablöste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im „[[Hanswurststreit]]“ seit den 1730er Jahren versuchte der Gelehrte [[Johann Christoph Gottsched]], zusammen mit der Schauspielerin [[Friederike Caroline Neuber]], den Hanswurst von der deutschsprachigen Bühne zu verbannen, um die Qualität der deutschen Komödien zu verbessern und vor allem ihren [[Sozialer Status|sozialen Status]] zu heben. Dies stieß vor allem in Wien auf Widerstand. Auch konnte Caroline Neuber als [[Theaterleiter|Prinzipalin]] einer Schauspieltruppe aus wirtschaftlichen Gründen nicht ganz auf den Hanswurst verzichten. Die Kämpfer gegen Hanswurst, wie [[Johann Friedrich Schönemann]] in Deutschland, waren dennoch eine Art Wegbereiter der [[bildungsbürger]]lichen deutschen [[Stadttheater]]. Das Drama &amp;#039;&amp;#039;Die Prinzipalin&amp;#039;&amp;#039; von [[John von Düffel]] (2025) widmet sich der Geschichte der Neuberin und ihrem Kampf um die Modernisierung des Theaters und um die Abschaffung des Hanswursts.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.die-deutsche-buehne.de/kritiken/neuss_dueffel_prinzipalin/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der letzte bedeutende Hanswurst war der 1763 gestorbene [[Franz Schuch der Ältere|Franz Schuch]], der den Hanswurst wieder dem italienisch-französischen [[Harlekin]] annäherte. Im späteren 18. Jahrhundert kam der Hanswurst aus der Mode und wurde nur mehr im [[Puppentheater]] eingesetzt. [[Komische Figur]]en wie [[Kasper]]l oder [[Staberl (Theater)|Staberl]] ersetzten ihn für einige Jahrzehnte. Auf Betreiben von [[Joseph von Sonnenfels]] nach der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] (&amp;#039;&amp;#039;Promemoria für die Richtlinien der künftigen Theaterzensur&amp;#039;&amp;#039;, 1790) verbot Kaiser [[Joseph II.]] in einem &amp;#039;&amp;#039;Handbillett&amp;#039;&amp;#039; die Stegreifkomödien und [[posse]]nartigen Hanswurstspiele und führte die [[Zensur (Informationskontrolle)|Theaterzensur]] ein. Aus [[obrigkeit]]licher Angst vor politischer [[Agitation]] ging die Stegreifkomödie über in ein literarisch fixiertes Theater (die „regelmäßige Schaubühne“) beziehungsweise in die stumme, musikbegleitete [[Pantomime]]. In seiner 1797 verfassten Komödie &amp;#039;&amp;#039;[[Der gestiefelte Kater (Tieck)|Der gestiefelte Kater]]&amp;#039;&amp;#039; lässt [[Ludwig Tieck]] noch einmal Hanswurst auftreten. Bei Gelegenheit der [[Wiener Musik- und Theaterausstellung 1892]] erlebte der Hanswurst durch den Darsteller [[Ludwig Gottsleben]] erneut eine Wiedergeburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Film &amp;#039;&amp;#039;[[Komödianten (1941)|Komödianten]]&amp;#039;&amp;#039; von [[G. W. Pabst]], der von der Ideologie der Kriegszeit geprägt war, tritt [[Gotthold Ephraim Lessing]] als deutscher Nationaldichter zum siegreichen Kampf gegen den unflätigen Hanswurst an. – Der historische Lessing hatte sich in der &amp;#039;&amp;#039;[[Hamburgische Dramaturgie|Hamburgischen Dramaturgie]]&amp;#039;&amp;#039; allerdings für den Hanswurst ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Arlecchino]]&lt;br /&gt;
* [[Bajazzo]]&lt;br /&gt;
* [[Clown]]&lt;br /&gt;
* [[Hansdampf in allen Gassen]]&lt;br /&gt;
* Leporello, Figur aus [[Don Giovanni]]&lt;br /&gt;
* [[Lustige Person]]&lt;br /&gt;
* [[Petruschka]]&lt;br /&gt;
* [[Pickelhering]]&lt;br /&gt;
* [[Pierrot]]&lt;br /&gt;
* [[Punch and Judy|Punch]]&lt;br /&gt;
* Speimanes, Figur aus dem [[Hänneschen-Theater]]&lt;br /&gt;
* [[Thaddädl]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Anton Dörrer]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Zwischenspiel vom Vinschgauer Hanswurst&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Meraner Jahrbuch 1937.&amp;#039;&amp;#039; Athesia, Bozen/Meran 1937, S. 70–76 (mit Edition).&lt;br /&gt;
* Eike Pies: &amp;#039;&amp;#039;Ich bin der Doktor Eisenbarth. Arzt der Landstraße. Eine Bildbiographie&amp;#039;&amp;#039;. Ariston, Genf 1977, ISBN 3-7205-1155-3.&lt;br /&gt;
* Helmut G. Asper: &amp;#039;&amp;#039;Hanswurst: Studien zum Lustigmacher auf der Berufsschauspielerbühne in Deutschland im 17. und 18. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. Emsdetten: Lechte, 1980.&lt;br /&gt;
* Hugo Aust, Peter Haida, Jürgen Hein: &amp;#039;&amp;#039;Volksstück. Vom Hanswurstspiel zum sozialen Drama der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 1996, ISBN 3-406-33606-X.&lt;br /&gt;
* [[Beatrix Müller-Kampel]]: &amp;#039;&amp;#039;Hanswurst, Bernadon, Kasperl: Spaßtheater im 18. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. Schöningh, Paderborn [u.&amp;amp;nbsp;a.] 2003, ISBN 3-506-75812-8 ([https://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00045095_00001.html Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* {{OeML|Hanswurst|Hanswurst|OGSch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Hanswurst}}&lt;br /&gt;
* [http://digital.obvsg.at/oazuzt/periodical/pageview/318559  Wurstels subversiver Klamauk] Forschungsmagazin &amp;#039;&amp;#039;UNIZEIT&amp;#039;&amp;#039; der [[Universität Graz]]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20131230233819/https://www.titelmagazin.com/artikel/186/903/beatrix-m%C3%BCller-kampel.html Herr Kant blickt streng auf Österreich oder: Wie der Anarchist Hanswurst zum lieben Kasperle wurde.] aus der Magazin &amp;#039;&amp;#039;titel. literatur und mehr&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4132523-0|LCCN=sh/85/58775|VIAF=316435575}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theatergeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theaterfach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Clownfach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alt-Wiener Volkstheater]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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