<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hans_Schnoor</id>
	<title>Hans Schnoor - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hans_Schnoor"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hans_Schnoor&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-09T13:09:12Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hans_Schnoor&amp;diff=1501086&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SBB Musik: /* Weblinks */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hans_Schnoor&amp;diff=1501086&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-30T09:17:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Schnoor-hans-foto-hugo-erfurth-in-zeissig-herbert-eine-deutsche-zeitung-dresden-guentzsche-stiftung-1930-s377.jpg|mini|Hans Schnoor, um 1930, fotografiert von [[Hugo Erfurth]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hans Schnoor&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[4. Oktober]] [[1893]] in [[Neumünster]]; † [[15. Januar]] [[1976]] in [[Bielefeld]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Musikwissenschaft]]ler, [[Journalist]]  und [[Musikkritiker]]. In den späten 1950er Jahren erregte er durch seinen Verriss von [[Arnold Schönberg]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Ein Überlebender aus Warschau|Überlebendem aus Warschau]]&amp;#039;&amp;#039; mediale Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
=== Werdegang ===&lt;br /&gt;
Hans Schnoor war der Sohn eines Studienrats. Nach einem musikwissenschaftlichen Studium in Leipzig bei [[Hugo Riemann]] und [[Karl Straube]] und der Promotion zum Dr.&amp;amp;nbsp;phil. bei [[Arnold Schering]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Schnoor: &amp;#039;&amp;#039;Harmonie und Chaos&amp;#039;&amp;#039;, S. 40, S. 48, S. 99–100.&amp;lt;/ref&amp;gt; war Schnoor zunächst Musikredakteur bei der Leipziger &amp;#039;&amp;#039;Freien Presse&amp;#039;&amp;#039;. Seit Januar 1922 war er Leiter des Feuilletons und Musikredakteur der &amp;#039;&amp;#039;[[Dresdner Neueste Nachrichten (1903–1943)|Dresdner Neuesten Nachrichten]]&amp;#039;&amp;#039;, bevor er als Redakteur zum &amp;#039;&amp;#039;[[Leipziger Tageblatt]]&amp;#039;&amp;#039; wechselte.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Schnoor: &amp;#039;&amp;#039;Harmonie und Chaos&amp;#039;&amp;#039;, S. 50–52.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1926 kehrte Schnoor nach Dresden zurück und war bis 1945 Musikredakteur des &amp;#039;&amp;#039;[[Dresdner Anzeiger]]s&amp;#039;&amp;#039; und daneben Dozent an der [[Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden|Musikhochschule Dresden]]. Während dieser Zeit lernte er unter anderem [[Richard Strauss]] und [[Hans Pfitzner]] persönlich kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Tätigkeit als Musikredakteur betätigte sich Schnoor seit 1919 als Autor musikwissenschaftlicher Bücher. 1926 publizierte er beispielsweise &amp;#039;&amp;#039;Musik der germanischen Völker im XIX. und XX. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Bereits zum 1. Mai 1932 trat Schnoor der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bei (Mitgliedsnummer 1.131.053).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/39010082&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Kulturlexikon&amp;#039;&amp;#039;, S. 537 und Fred K. Prieberg: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch&amp;#039;&amp;#039;, S. 6686&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der „[[Machtergreifung]]“ der [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] gehörte er zusätzlich der [[Deutsche Arbeitsfront|Deutschen Arbeitsfront]] und der [[Nationalsozialistische Volkswohlfahrt|Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt]] an und verfasste Musikkritiken im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie. Im April 1933 lud er als Vorsitzender der Ortsgruppe Dresden des [[Kampfbund für deutsche Kultur|Kampfbunds für deutsche Kultur]] verschiedene Musikkritiker zu einer Tagung mit Referaten über die Oper im [[Zeit des Nationalsozialismus|&amp;quot;Dritten Reich]]&amp;quot; ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Fred K. Prieberg: &amp;#039;&amp;#039;Musik im NS-Staat&amp;#039;&amp;#039;. Fischer Taschenbuch-Verlag 1982, S. 167.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neuauflage seines Konzertführers &amp;#039;&amp;#039;Oratorien und weltliche Chorwerke&amp;#039;&amp;#039; schrieb er 1939: &amp;#039;&amp;#039;„Das neue geistige Deutschland mit seinen bewegenden Gedanken: Volk und Führer, Heimat, Blut und Boden, Rasse, Mythos, Heldengeschichte, Ethos der Arbeit, Gemeinschaft aller schaffenden Volksgenossen trägt in sich die alte metaphysische Sehnsucht nach künstlerischer Idealisierung seiner höchsten Anschauungsgüter“&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Joseph Wulf]]: &amp;#039;&amp;#039;Musik im Dritten Reich. Eine Dokumentation&amp;#039;&amp;#039;. Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin / Wien 1983, ISBN 3-548-33032-0, S. 275; als abgekürztes Zitat auch bei Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Kulturlexikon&amp;#039;&amp;#039;, S. 537.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Schnoor nicht nur ein strammer Nationalsozialist war, sondern auch ein glühender [[Antisemitismus (bis 1945)|Antisemit]], zeigt exemplarisch eine Rezension über die Neuausgabe des [[Riemann Musiklexikon]] durch den Nationalsozialisten [[Joseph Müller-Blattau]], die Schnoor nicht weit genug ging:&lt;br /&gt;
:„Wie stark [[Hugo Riemann|Riemanns]] Anschauungen seit 1919, seinem Todesjahre, mit jüdischer Fixigkeit umgebogen worden sind, davon brachten die [[Alfred Einstein|Einsteinschen]] Neuausgaben in zahllosen Artikeln erdrückende Beweise; vielfach glich das Lexikon einem jüdischen Ruhmestempel. Man hätte nun, nachdem im Reiche Adolf Hitlers die letztmögliche Trennung zwischen Nichtjüdisch und Jüdisch im Bereiche des kulturellen, geistigen und wissenschaftlichen Lebens durchgeführt ist, auch im neuen Riemann eine entsprechend radikale Abwendung von der Editionspraxis eines Einstein erwarten können. Was aber geschah? Das ganze Judentum, das sich in den letzten Jahrzehnten in unsere Kultur eingenistet hatte, ist mit ausführlichen Würdigungen bedacht. […] So steht ein Herr [[Adolf Aber]] als ‚DJ‘ lies Deutscher Jude (!) in dem neuen Riemann. Dieser ‚deutsche‘ Jude, früherer Leipziger Kritiker, jetziger Londoner Großgeschäftemacher in Musik, ist mit seinen sämtlichen ‚Verdiensten‘ aufgeführt, obschon selbst die verjudete musikwissenschaftliche Zunft der Systemzeit bereits die Kläglichkeit seiner Veröffentlichungen, beispielsweise seines ‚Handbuchs der Musikliteratur‘, festgestellt hatte; obwohl dieser üble wissenschaftliche Hochstapler von [[Alfred Heuß (Musikwissenschaftler)|Alfred Heuß]] längst vor 1933 moralisch vernichtet war und nur von einem sturen Zeitungsverleger aus ‚Prestige‘-Gründen gehalten wurde.“&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Schnoor: &amp;#039;&amp;#039;Peinliche Ehrenrettung des „Riemann“ – „Deutsche“ Juden im neuen Musiklexikon&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Dresdener Anzeiger&amp;#039;&amp;#039;, 14. März 1939, Nachdruck in: &amp;#039;&amp;#039;Melos&amp;#039;&amp;#039;, 23. Jg., 1956, September-Heft, S. 264–265&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er schrieb für die NS-Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Musik im Kriege]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachkriegszeit ===&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] blieb Schnoor bis 1948 in der [[Sowjetische Besatzungszone|SBZ]] und konnte dort noch ein Buch zum 400-jährigen Jubiläum der [[Sächsische Staatskapelle Dresden|Sächsischen Staatskapelle Dresden]] publizieren. 1949 zog er nach Bielefeld, wo er Musikkritiker beim &amp;#039;&amp;#039;[[Westfalenblatt]]&amp;#039;&amp;#039; wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[Fred K. Prieberg]] schrieb Schnoor weiterhin Kritiken „mit antisemitischem Unterton und dem Vokabular des NS-Journalismus von ehedem.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat Fred K. Prieberg: &amp;#039;&amp;#039;Musik im NS-Staat&amp;#039;&amp;#039;. Fischer Taschenbuch, 1982, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleiches ließ sich auch über mehrere musikwissenschaftliche, an ein breites Publikum gerichtete Bücher sagen, die Schnoor meist im [[C. Bertelsmann Verlag]] publizierte. In seinem erstmals 1955 erschienenen Nachschlagewerk &amp;#039;&amp;#039;Oper Operette Konzert&amp;#039;&amp;#039; schrieb Schnoor über den jüdischen Komponisten [[Giacomo Meyerbeer]], dass diesem klassische Ideale der Musik und Kunst dem Wesen nach fremd gewesen seien und er Musik vor allem als Geschäft verstanden habe. Damit griff er antisemitische Ressentiments auf, mit denen auch [[Richard Wagner]] Meyerbeer und anderen jüdischen Komponisten begegnet war.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Schnoor: &amp;#039;&amp;#039;Oper, Operette, Konzert&amp;#039;&amp;#039;. Gütersloh 1964, S. 302&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schönberg-Skandal 1956 ===&lt;br /&gt;
Als Kritiker entfachte Schnoor im Juni 1956 einen Medienskandal, nachdem er [[Arnold Schönberg]]s [[Holocaust]]-Melodram [[Ein Überlebender aus Warschau]] im &amp;#039;&amp;#039;Westfalenblatt&amp;#039;&amp;#039; bei einer Programmankündigung mit folgenden Worten verrissen hatte: „jenes widerwärtige Stück, das auf jeden anständigen Deutschen wie eine Verhöhnung wirken muss. Um das Maß der herausfordernden Unanständigkeit vollzumachen, hat der Dirigent dieser Sendung, [[Hermann Scherchen]] (wer sonst?) neben den Haßgesang des Schönberg Beethovens Musik zu Goethes Egmont gestellt. Wie lange soll das noch so weitergehen?“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=fFR4ezEwYaIC&amp;amp;pg=PA214&amp;amp;lpg=PA214&amp;amp;dq=%22Hans+Schnoor%22+Musik&amp;amp;source=web&amp;amp;ots=3ZKTCMiksn&amp;amp;sig=ifFtmfscWNsPHWfIN67MLQI3Hio&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result Monika Boll: &amp;#039;&amp;#039;Nachtprogramm&amp;#039;&amp;#039;, S. 215, Zitat aus dem &amp;#039;&amp;#039;Westfalenblatt&amp;#039;&amp;#039; vom 16. Juni 1956].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage später nahm Schnoor als [[Referat (Vortrag)#Korreferat|Korreferent]] von [[Winfried Zillig]] an einer Tagung der &amp;#039;&amp;#039;Evangelischen Akademie für Rundfunk und Fernsehen&amp;#039;&amp;#039; in [[Arnoldshain]] im Taunus teil, bei der die Einrichtung eines Kulturprogramms im Hörfunk („Drittes Programm“) auf der Tagesordnung stand. Bei seinem Referat zum „Platz der Neuen Musik“ stellte Zillig das Werk seines Lehrers Schönberg vor und zitierte zum Schluss aus dem Artikel seines Korreferenten. Zillig verweigerte eine Diskussion mit Schnoor und verließ den Saal. Zur Rede gestellt, gab Schnoor eine halbherzige Erklärung ab. Bereits zwei Tage später erschien in der &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]]&amp;#039;&amp;#039; ein vierspaltiger Artikel von [[Walter Dirks]] über die Tagung, „Bericht über ein Scherbengericht“,&amp;lt;ref&amp;gt;Der Bericht wurde auch im Juli/August-Heft der Musikzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Melos (Zeitschrift)|Melos]]&amp;#039;&amp;#039;, 23. Jg., 1956, nachgedruckt: &amp;#039;&amp;#039;Bericht über ein Scherbengericht&amp;#039;&amp;#039; S. 233–234, zu dem Schnoor im September-Heft eine Gegendarstellung schrieb (S. 263), die von Dirks mit dem Text &amp;#039;&amp;#039;Scherbengericht Nr. 2&amp;#039;&amp;#039; repliziert wurde (S. 264–265)&amp;lt;/ref&amp;gt; der sich ausschließlich mit dem Fall Schnoor beschäftigte. Dirks brachte in dem Artikel ein weiteres Zitat aus Schnoors Kolumne „Wir und der Funk“ vom 29. Oktober 1955, wo Schnoor die angebliche Tyrannei der Re-Emigranten in den deutschen Funkhäusern angeprangert hatte und damit schloss: „Man wird bald soweit sein, daß man offener und präziser über alle diese Dinge reden kann. Es wird einen Aufstand geben – nicht der Massen, sondern der Besten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat bei Monika Boll: &amp;#039;&amp;#039;Nachtprogramm&amp;#039;&amp;#039;, S. 215.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dirks warf Schnoor bei dessen Ablehnung der Neuen Musik einen „antisemitischen Nationalismus“ und nationalsozialistisches Gedankengut vor, gekoppelt mit der Frage, ob hier nicht gegen geltende Gesetze verstoßen werde.&amp;lt;ref&amp;gt;Monika Boll: &amp;#039;&amp;#039;Nachtprogramm&amp;#039;&amp;#039;, S. 215.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sich auch [[Theodor W. Adorno]] in die Debatte eingeschaltet hatte, wurden weitere Details bekannt. So hatte Schnoor Adorno in mehreren Kritiken als Verursacher der „Frankfurter Vergiftung“ des WDR bezeichnet und ihn dabei mit seinem abgelegten Namen „Wiesengrund“ benannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Monika Boll: &amp;#039;&amp;#039;Nachtprogramm&amp;#039;&amp;#039;, S. 218–219: „ausschließlich mit seinem jüdischen Namen apostrophierte“.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem ihm der Musikwissenschaftler [[Fred K. Prieberg]] in einer polemischen Sendung des [[Südwestfunk|SWF]] [[Baden-Baden]] unter anderem „nationalsozialistische Musikkritik“ vorgeworfen hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;Fred K. Prieberg: &amp;#039;&amp;#039;Musik im NS-Staat&amp;#039;&amp;#039;, S. 22. Prieberg nennt sich nicht mit Namen, sondern bezeichnet sich als „einen Mitarbeiter des Südwestfunks“.&amp;lt;/ref&amp;gt; strengte Schnoor, unterstützt von seinem Verleger Hermann Stumpf, eine Privatklage an. Diese Klage wurde in erster Instanz mit der Begründung abgewiesen, dass Schnoor es sich gefallen lassen müsse, „dass seine groben Angriffe in gleicher Weise erwidert werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Fred K. Prieberg: &amp;#039;&amp;#039;Musik im NS-Staat&amp;#039;&amp;#039;, S. 22 sowie Anmerkungen S. 413.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine Beschwerde Schnoors in der nächsten Instanz wurde erneut zurückgewiesen. Beim Gerichtsurteil wurde Prieberg nach § 193 StGB das Recht auf freie Meinungsäußerung zugebilligt und die Behauptung in Priebergs Südwestfunk-Sendung, dass Schnoors Stil an die Ausdrucksweise des „[[Das Schwarze Korps|Schwarzen Korps]]“ erinnere, als Tatsachenfeststellung bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Monika Boll: &amp;#039;&amp;#039;Nachtprogramm&amp;#039;&amp;#039;, S. 219&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1958 trat Schnoor als Redakteur in den Ruhestand,&amp;lt;ref&amp;gt;Fred K. Prieberg: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch&amp;#039;&amp;#039;, S. 6686.&amp;lt;/ref&amp;gt; schrieb aber weiterhin musikgeschichtliche Werke. Anfang 1962 publizierte er das teilweise autobiographische Buch &amp;#039;&amp;#039;Harmonie und Chaos. Musik der Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;, in dem er keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen die [[Neue Musik]] machte und unter anderem [[Igor Fjodorowitsch Strawinski|Strawinski]] verriss, stattdessen aber [[Richard Strauss]] und [[Hans Pfitzner]] als die bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts herausstellte.&amp;lt;ref&amp;gt;Josef Müller-Marein: [https://www.zeit.de/1962/04/musik-hat-nichts-mit-politik-zu-tun &amp;#039;&amp;#039;Musik hat nichts mit Politik zu tun&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 4/1962. Rezension.&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Schönberg-Skandal von 1956 bezeichnete er als eine „Welle rufmörderischer Aktionen“ gegen seine Person.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Schnoor: &amp;#039;&amp;#039;Harmonie und Chaos&amp;#039;&amp;#039;, S. 235–241, Zitat S. 240.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriftlicher Nachlass ==&lt;br /&gt;
Ein Teil des [[Nachlass]]es mit vermutlich sämtlich im &amp;#039;&amp;#039;Westfalen-Blatt&amp;#039;&amp;#039; veröffentlichten Artikeln befindet sich unter der Signatur 200,63 im Stadtarchiv Bielefeld.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.archive.nrw.de/archivsuche?link=BESTAND-A91x47648322582244820180912134106912 |titel=Archivsuche {{!}} Archive in Nordrhein Westfalen {{!}} |abruf=2022-01-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Darunter auch eine mehrteilige Artikelserie aus dem Jahr [[1955]] über die von Schnoor als [[Augenzeuge]] miterlebte [[Luftangriffe auf Dresden|Bombardierung Dresdens]] in der Nacht des 13. Februar 1945.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
=== Schriften ===&lt;br /&gt;
* 1919 &amp;#039;&amp;#039;Das Buxheimer Orgelbuch, ein Beitrag zur deutschen Orgelgeschichte des 15. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1926 &amp;#039;&amp;#039;Musik der germanischen Völker im XIX. und XX. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, Verlag Ferdinand Hirt, Breslau&lt;br /&gt;
* 1932 &amp;#039;&amp;#039;Führer durch den Konzertsaal. Vokalmusik. Band 2, Oratorien und weltliche Chorwerke&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage, Breitkopf &amp;amp; Härtel Leipzig&lt;br /&gt;
* 1937 &amp;#039;&amp;#039;Barnabás von Géczy. Aufstieg e. Kunst. Rhapsodie in 10 Sätzen&amp;#039;&amp;#039;, Zeichnungen von Hugo Lange, Güntz-Verlag Dresden&lt;br /&gt;
* 1942 &amp;#039;&amp;#039;Weber auf dem Welttheater. Ein Freischützbuch&amp;#039;&amp;#039;, Deutscher Literatur-Verlag Dresden&lt;br /&gt;
* 1948 &amp;#039;&amp;#039;Dresden, vierhundert Jahre deutsche Musikkultur. Zum Jubiläum der Staatskapelle und zur Geschichte der Dresdner Oper&amp;#039;&amp;#039;, Dresdener Verlagsgesellschaft&lt;br /&gt;
* 1951 &amp;#039;&amp;#039;Klänge und Gestalten. Ein Wegweiser zur lebendigen Musik für Konzertfreunde und Funkhörer&amp;#039;&amp;#039;, Schneekluth Darmstadt&lt;br /&gt;
* 1953 &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Musik&amp;#039;&amp;#039;, Bertelsmann Gütersloh&lt;br /&gt;
* 1953 &amp;#039;&amp;#039;Weber. Gestalt u. Schöpfung&amp;#039;&amp;#039;, Verlag der Kunst Dresden&lt;br /&gt;
* 1955 &amp;#039;&amp;#039;Oper, Operette, Konzert. Ein praktisches Nachschlagbuch für Theater- und Konzertbesucher, für Rundfunkhörer und Schallplattenfreunde&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Publikation laut Monika Boll: &amp;#039;&amp;#039;Nachtprogramm&amp;#039;&amp;#039;, S. 214 bereits 1953.&amp;lt;/ref&amp;gt; (ungekürzte Lizenzausgabe 1969 unter dem Titel: &amp;#039;&amp;#039;rororo Musikführer. Oper, Operette, Musical, Konzert&amp;#039;&amp;#039;, Rowohlt Taschenbuchverlag GmbH, Reinbek bei Hamburg) &lt;br /&gt;
* 1960 &amp;#039;&amp;#039;Welt der Tonkunst. Eine Einführung in die Musikkunde&amp;#039;&amp;#039;, Bertelsmann, Gütersloh&lt;br /&gt;
* 1962 &amp;#039;&amp;#039;Harmonie und Chaos. Musik der Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;, Lehmann-Verlag München&lt;br /&gt;
* 1968 &amp;#039;&amp;#039;Die Stunde des Rosenkavalier. 300 Jahre Dresdner Oper&amp;#039;&amp;#039;, Süddeutscher Verlag München&lt;br /&gt;
* 1969 &amp;#039;&amp;#039;Kreis Wiedenbrück. Musik und Theater ohne eigenes Dach&amp;#039;&amp;#039;, Westfälisches Musikarchiv Hagen&lt;br /&gt;
* 1975 &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Musik&amp;#039;&amp;#039;, 1. neubearbeitete Taschenbuchausgabe, Deutscher Literaturverlag Melchert, Hamburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arrangements ===&lt;br /&gt;
* 1943 &amp;#039;&amp;#039;Carl Maria von Weber: Peter Schmoll, Singspiel in 2 Aufzügen&amp;#039;&amp;#039;. Neuer Text von Hans Hasse, musikalische Einrichtung von Hans Schnoor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Monika Boll: &amp;#039;&amp;#039;Nachtprogramm. Intellektuelle Gründungsdebatten in der frühen Bundesrepublik&amp;#039;&amp;#039;. Darin: &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Schnoor&amp;#039;&amp;#039;. Lit-Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8258-7108-8.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Kulturlexikon zum Dritten Reich]]. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5.&lt;br /&gt;
* [[Fred K. Prieberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Musik im NS-Staat&amp;#039;&amp;#039;. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-596-26901-6.&lt;br /&gt;
* [[Fred K. Prieberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945&amp;#039;&amp;#039;. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 6686–6688. [https://archive.org/details/handbuch-ns-musiker-prieberg online]&lt;br /&gt;
* Josef Müller-Marein: [https://www.zeit.de/1962/04/musik-hat-nichts-mit-politik-zu-tun &amp;#039;&amp;#039;Musik hat nichts mit Politik zu tun&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 4/1962. Kritik zu „Harmonie und Chaos“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|116848901}}&lt;br /&gt;
* [https://books.google.de/books?id=fFR4ezEwYaIC&amp;amp;pg=PA214&amp;amp;lpg=PA214&amp;amp;dq=%22Hans+Schnoor%22+Musik&amp;amp;source=web&amp;amp;ots=3ZKTCMiksn&amp;amp;sig=ifFtmfscWNsPHWfIN67MLQI3Hio&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result Monika Boll: Nachtprogramm. Intellektuelle Gründungsdebatten in der frühen Bundesrepublik, Der Fall Schnoor, unvollständige Online-Version.]&lt;br /&gt;
* [http://kalliope-verbund.info/DE-611-BF-27306 Musikalischer Nachlass] an der [[Staatsbibliothek zu Berlin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116848901|LCCN=n/85/6004|VIAF=27192476}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Schnoor, Hans}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musikwissenschaftler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musikwissenschaftler (Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Journalist (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musikkritiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opernforscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (HfM Dresden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KfdK-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1893]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1976]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Schnoor, Hans&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Musikwissenschaftler, Journalist und Musikkritiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. Oktober 1893&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Neumünster]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=15. Januar 1976&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bielefeld]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SBB Musik</name></author>
	</entry>
</feed>