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	<title>Hans-Christoph Seebohm - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Niels Wrschowitz: /* Abgeordneter */ Pronomen sind gut, aber manchmal sollte man auch den Namen nennen; im zweiten Fall ist es sogar notwendig, da sich das &quot;er&quot; sonst auf Wagner beziehen müsste</title>
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		<updated>2026-04-09T16:26:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Abgeordneter: &lt;/span&gt; Pronomen sind gut, aber manchmal sollte man auch den Namen nennen; im zweiten Fall ist es sogar notwendig, da sich das &amp;quot;er&amp;quot; sonst auf Wagner beziehen müsste&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[File:KAS-Seebohm, Hans-Christoph-Bild-628-1.jpg|mini|Hans-Christoph Seebohm (1961)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Einweihung des Mosel-Schiffahrtsweges 1964, Seebohm-MK060 RGB (cropped).jpg|mini|Hans-Christoph Seebohm (1964)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hans-Christoph Seebohm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[4. August]] [[1903]] in Emanuelssegen, [[Kreis Pleß]], [[Oberschlesien]];&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Andreas Grau |url=http://www.kas.de/wf/de/37.8333/ |titel=Hans-Christoph Seebohm |werk=Geschichte der CDU |hrsg=[[Konrad-Adenauer-Stiftung]] |abruf=2022-10-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; † [[17. September]] [[1967]] in [[Bonn]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Politiker]] ([[Deutsche Partei|DP]] und [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]). Er war von 1949 bis 1966 [[Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen|Bundesminister für Verkehr]], zuletzt für wenige Wochen auch [[Vizekanzler (Deutschland)#Liste|Vizekanzler]]. Er weist bis heute die längste ununterbrochene Amtszeit als Bundesminister auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung und Beruf ==&lt;br /&gt;
Seebohm war ein Sohn des Montanindustrie-Managers [[Kurt Seebohm]] (1870–1946) und dessen Frau Ida Seebohm geb. Seebohm (1869–1958).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Abitur]] 1921 am [[König-Georg-Gymnasium]] in [[Dresden]] studierte er [[Bergwissenschaften|Bergbau-]] und [[Ingenieurwissenschaften]] an der [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg]], der [[Technische Universität München#Geschichte|Technischen Hochschule München]] und der [[Technische Universität Berlin#Geschichte|Technischen Hochschule Berlin]], das er 1928 mit dem [[Akademischer Grad|akademischen Grad]] eines &amp;#039;&amp;#039;Diplom-Ingenieurs&amp;#039;&amp;#039; der Fachrichtung Bergbau abschloss. Seit 1923 war er [[Corpsschleifenträger]] der [[Corps Hasso-Borussia Freiburg|Hasso-Borussia Freiburg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Kösener Corpslisten 1960, 31, 380.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1928 war er als Berg[[referendar]] beim [[Oberbergamt Halle]] tätig, 1931 legte er das [[Staatsexamen]] ab und wurde zum Berg[[assessor]] ernannt. Im Jahr 1932 [[Promotion (Doktor)|promovierte]] er mit der [[Dissertation]] &amp;#039;&amp;#039;Tektonische Untersuchungen im Gebirgsland zwischen Hannover, Pyrmont und Minden&amp;#039;&amp;#039; zum &amp;#039;&amp;#039;[[Doktor-Ingenieur|Dr.-Ing.]]&amp;#039;&amp;#039; an der Technischen Hochschule Berlin. Nach 1933 war er in leitenden Funktionen in verschiedenen [[Bergwerk]]s-, [[Mineralölunternehmen|Erdöl]]- und [[Maschinenbau]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;unternehmen tätig. So war er bis 1938 Werksleiter der Schachtanlagen [[Sośnica (Gliwice)|Sosnitza]] und der [[Preußengrube]] in [[Bytom|Miechowitz/Mechtal]] und 1939 Bergwerksdirektor der Hohenlohe-Werke AG. Anschließend war er Vorsitzender des [[Aufsichtsrat]]s der Britannia-Kohlenwerke AG in [[Královské Poříčí|Königswerth]] und der 1941 von ihm mitgegründeten Egerländer Bergbau-AG, die als [[Auffanggesellschaft]] zur Übernahme „[[Arisierung|arisierten]]“ Eigentums gegründet wurde und sich bis zu deren Verkauf in Reichsbesitz befand. Er war auch Vizepräsident der [[Industrie- und Handelskammer Braunschweig]]. Laut [[Braunbuch der DDR]] war er „beteiligt an der ‚Arisierung‘ jüdischer Bergbauunternehmen nach der Okkupation der CSR, erhielt führende Posten in den Vorständen mehrerer ‚entjudeter‘ Unternehmen.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Braunbuch BRD.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1968, S. 403. (https://archive.org/stream/braunbuchBRD/braunbuch_djvu.txt)&amp;lt;/ref&amp;gt; „Seine Familie leitete die Einverleibung der chemischen Industrie der CSR in den IG-Farben-Konzern.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Braunbuch BRD.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1968, S. 30.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Teil der Forschung hält Seebohm für eindeutig belastet. Andere meinen, die tatsächliche Nähe Seebohms zum [[NS-Regime]] sei bisher ungeklärt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Zu seinen engen Freunden gehörte [[Hans-Hasso von Veltheim]], dessen Ehefrau Hildegard geb. Duisberg seine Cousine war; er unterstützte ihn zeitlebens, auch als dessen [[anthroposophisch]] geprägtes Begegnungszentrum ins Visier der Nazis geriet.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Klaus Walther: &amp;#039;&amp;#039;Hans Hasso von Veltheim. Eine Biographie.&amp;#039;&amp;#039; Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2004, S. 136, S. 171, S. 206, S. 220.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1945 bis 1949 war er Geschäftsführer der [[Carl Deilmann Bergbau und Tiefbau|Erdölgesellschaft Deilmann AG]] in [[Dortmund]]. Zudem war er während dieser Zeit Vorsitzender der Wirtschaftsverbände Erdölgewinnung und [[Maschinenbau]] in der [[Britische Besatzungszone|britischen Besatzungszone]]. Von 1947 bis 1963 war er Präsident der Industrie- und Handelskammer Braunschweig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1950 war Seebohm Mitglied des Vorstands der [[Sudetendeutsche Landsmannschaft|Sudetendeutschen Landsmannschaft]].&amp;lt;!--Diese Mitgliedschaft war wohl auch dem Umstand geschuldet, dass seine Eltern lange Zeit im nordwestböhmischen [[Sokolov|Falkenau]] gelebt hatten.--&amp;gt; Von 1959 bis zu seinem Tod war er Sprecher der Landsmannschaft und einer der aktivsten [[Lobbyist]]en der [[Vertriebenenverband|Vertriebenenverbände]] in der [[Bundeshauptstadt]] Bonn. Dies zeigte sich auch in Zusammenhang mit der auf seine Initiative vorgenommenen Benennung von [[Autobahnrastplatz|Autobahnrastplätzen]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claudia Pinl]]: [http://digitale-kulturanthropologie.de/wp-content/uploads/2011/08/20-2006-Pinl-Warthe-im-Westerwald.pdf &amp;#039;&amp;#039;Warthe im Westerwald.&amp;#039;&amp;#039;] auf digitale-kulturanthropologie.de (Volkskunde in Rheinland-Pfalz 20/2006)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jutta Wiedmann: [https://polen-pl.eu/erinnerungskultur-an-westdeutschen-autobahnen/ &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungskultur an westdeutschen Autobahnen.&amp;#039;&amp;#039;] auf Polen.pl, 22. September 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; oder der Lancierung von [[Berliner Meilenstein]]en. Seit 1959 machte Seebohm regelmäßig Schlagzeilen durch seine vielkritisierten „Sonntags[[rede]]n“&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel-1967&amp;quot;&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=45293078 |Autor=Peter Brügge |Titel=Rechts ab zum Vaterland |Jahr=1967 |Nr=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, die zahlreiche Auseinandersetzungen mit Adenauer im Bundeskabinett zur Folge hatten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Margalit Gilad|Hrsg=Matthias Stickler|Titel=Hans-Christoph Seebohm und sein Versuch zur Universalisierung des Vertriebenenproblems in der Nachkriegszeit |Sammelwerk=Jenseits von Aufrechnung und Verdrängung. Neue Forschungen zu Flucht, Vertreibung und Vertriebenenintegration |Band= |Nummer= |Ort=Stuttgart |Datum=2014 |ISBN= |Seiten=35}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seebohm galt als rechter, [[Revisionismus (Völkerrecht)|revisionistischer]] Hardliner&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christian Packheiser |Hrsg=Institut für Zeitgeschichte |Titel=Aufarbeitung der Geschichte des Bundesverkehrsministeriums (BVM) und des Ministeriums für Verkehrswesen (MfV) der DDR hinsichtlich Kontinuitäten und Transformationen zur Zeit des Nationalsozialismus |Ort=München |Datum=2018-08 |ISBN= |Seiten=110}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in Hinblick auf die [[Ostgebiete des Deutschen Reiches|deutschen Gebietsverluste]] infolge des Zweiten Weltkriegs. In seiner „Kasseler Rede“ etwa negierte Seebohm die Grenzen des [[Friedensvertrag von Versailles|Vertrags von Versailles]] und betonte als Vertreter der Sudetendeutschen Landsmannschaft das Recht von Sudetendeutschen auf ihre – inzwischen außerhalb der deutschen Grenzen liegende – Heimat.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans-Christoph Seebohm|Hrsg= |Titel=3 Vorträge: Das Recht auf die Heimat, Die Kasseler Rede, Verkehrspolitische Probleme in europäischer Sicht |Ort= |Datum=1952 |ISBN=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Pfingsten 1964 forderte er in Nürnberg vor 35.000 Zuhörern die „Rückgabe der geraubten sudetendeutschen Heimatgebiete an das sudetendeutsche Heimatvolk“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/politik/einfach-mitgegangen-a-89379a20-0002-0001-0000-000046175842 &amp;#039;&amp;#039;Einfach mitgegangen.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel]]&amp;#039;&amp;#039;, Ausgabe 44/1964 vom 27. Oktober 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Laut &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039; (Ausgabe 23/1964 vom 2. Juni 1964) erteilte Bundeskanzler [[Ludwig Erhard]] Seebohm einen Verweis ([https://www.spiegel.de/politik/hans-christoph-seebohm-a-2ed18bf3-0002-0001-0000-000046174707 Quelle]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch mischte er 1961 in der [[Südtirolfrage]] mit, bei der es zu terroristischen Anschlägen kam.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nd-archiv.de/artikel/645573.seebohms-bkulturwerk-in-suedtirol.html &amp;#039;&amp;#039;»Neues Deutschland« vom 24. Juni 1961: Seebohms „Kulturwerk&amp;quot; in Südtirol. Ex-NSDAP- und heutige Landsmannschaftsführer organisieren Terrorakte&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Partei ==&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende wurde Seebohm Mitglied der „Niedersächsischen Landespartei“, die sich 1947 in [[Deutsche Partei]] umbenannte. Er war damit einer der wenigen [[Heimatvertriebene]]n in dieser Partei. Von 1947 bis 1955 war er stellvertretender Bundesvorsitzender der DP. An den Verhandlungen der DP mit der [[Deutsche Konservative Partei – Deutsche Rechtspartei|Deutschen Konservativen Partei – Deutschen Rechtspartei]] und der hessischen [[Nationaldemokratische Partei (Hessen, 1945–1950)|Nationaldemokratischen Partei]] am 1. Juli 1949 über einen gemeinsamen Wahlantritt zur [[Bundestagswahl 1949]] nahm Seebohm für seine Partei gemeinsam mit [[Adolf Dedekind]], [[Carl Lauenstein (Politiker)|Carl Lauenstein]], [[Walter von Lüde]], [[Hans-Joachim von Merkatz]], [[Ernst-August Runge]], [[Heinrich Hellwege]] und [[Friedrich Wilke (Politiker, 1906)|Friedrich Wilke]] teil. Obwohl die Pläne recht weit gediehen waren, scheiterten sie am Ende, weil die britische Militärregierung erklärte, eine Fusionspartei werde keine Lizenz erhalten und könne somit nicht zur Wahl antreten.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmollinger: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Konservative Partei – Deutsche Rechtspartei]].&amp;#039;&amp;#039; In: Stöss: &amp;#039;&amp;#039;Parteienhandburch.&amp;#039;&amp;#039; [[Westdeutscher Verlag]], Opladen 1986, S.&amp;amp;nbsp;1002f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein DP-Flugblatt der Zeit berief sich auf Lyrik des rechtsextremen Schriftstellers und Freikorpsführers [[Bogislav von Selchow]]: „Ob der Schmach der Feigen, die alles nahm&amp;amp;nbsp;…“&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel-1967&amp;quot; /&amp;gt; Ab 1949 äußerte sich Seebohm in Reden über Ehrfurcht vor Fahnen der NS-Zeit, sprach vom von den Alliierten erzwungenen [[Grundgesetz]] und einer Sozialdemokratie mit asiatischen Wurzeln, die nicht zum Deutschtum führen könnten.&amp;lt;ref&amp;gt;zitiert durch Rudolf Augstein in: &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel.&amp;#039;&amp;#039; 13/1960.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Thomas Vogtherr]] bezeichnet ihn als einen jener Politiker, die die Integration von Vertretern „extrem rechter Positionen in die Politik der jungen Bundesrepublik Deutschland“ angestrebt und bewirkt hätten.&amp;lt;ref&amp;gt;Ratsinformationsdienst der Stadt Uelzen, 17. Juni 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem Gedanken der Integration widerspricht es indessen, dass er sich –&amp;amp;nbsp;im Widerspruch zum Geist des Grundgesetzes&amp;amp;nbsp;– vielfach extremistische Wertungen zu eigen machte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seebohm wurde auf dem Bundesparteitag der DP in [[Goslar]] 1952 zum Parteivorsitzenden gewählt, nahm die Wahl aber nicht an. In den folgenden Jahren wuchs die Distanz zu dieser Partei, was sich am 1. Juli 1960 schließlich darin niederschlug, dass Seebohm die DP verließ und am 20. September 1960 Mitglied der [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]] wurde. 1964 wurde er zum Vorsitzenden des [[CDU in Niedersachsen#Geschichte|CDU-Landesverbandes Hannover]] und 1967 zum Bundesschatzmeister der CDU gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgeordneter ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-B1018-0046-001, Bonn, Kabinett Erhard I, Gruppenbild.jpg|mini|Hans-Christoph Seebohm auf einem Gruppenfoto des Bundeskabinetts (dritte Reihe rechts, 1963)]]&lt;br /&gt;
Von 1946 bis 1951 gehörte Seebohm dem [[Niedersächsischer Landtag|Niedersächsischen Landtag]] an. In den Jahren 1948 und 1949 war er Mitglied des [[Parlamentarischer Rat|Parlamentarischen Rates]] und dort Vorsitzender der DP-Gruppe. Von [[Bundestagswahl 1949|1949]] bis zu seinem Tode war er [[Mitglied des Deutschen Bundestages]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Beratungen zum Grundgesetz im [[Parlamentarischer Rat|Parlamentarischen Rat]] schlug er am 6. Dezember 1948 überraschend ein [[Todesstrafe#Bundesrepublik|Verbot der Todesstrafe]] vor. Damit wollte seine Partei weitere alliierte Todesurteile für [[NS-Prozesse|NS-Kriegsverbrecher]] anprangern, um so ehemalige Nationalsozialisten anzuwerben und den Druck zum Beenden der alliierten [[Entnazifizierung]] zu erhöhen. Sein Antrag wurde jedoch am 18. Januar 1949 im Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates mit 9 zu 6 Stimmen abgelehnt. Als der Abgeordnete [[Friedrich Wilhelm Wagner (Politiker, 1894)|Friedrich Wilhelm Wagner]] am 10. Februar 1949 die Abschaffung der Todesstrafe abermals als Antrag in den Hauptausschuss einbrachte, gelang es ihm, eine Mehrheit zu organisieren, die auch im Plenum des Parlamentarischen Rates bestätigt wurde und in Artikel 102 GG „Die Todesstrafe ist abgeschafft.“ mündete.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &amp;#039;&amp;#039;Der Parlamentarische Rat 1948–1949. Akten und Protokolle&amp;#039;&amp;#039;. Band 14, Hauptausschuss, bearb. v. [[Michael F. Feldkamp]], Teilbd. II, München 2009, S. 1298–1304 und S. 1618–1625 sowie &amp;#039;&amp;#039;Der Parlamentarische Rat 1948–1949. Akten und Protokolle&amp;#039;&amp;#039;. Band 9, Plenum, bearb. v. Wolfram Werner, München 1996, S. 478–484.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 1. Juli 1960 verließ Seebohm die DP-[[Fraktion (Bundestag)|Bundestagsfraktion]] und wurde nach einer kurzen Zeit als [[fraktionsloser Abgeordneter]] am 20.&amp;amp;nbsp;September 1960 Mitglied der [[CDU/CSU-Bundestagsfraktion]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hans-Christoph Seebohm zog bei der [[Bundestagswahl 1949]] über die [[Landesliste]] [[Niedersachsen]]s, bei der [[Bundestagswahl 1957]] über die Landesliste [[Hamburg]]s und sonst stets als direkt gewählter Abgeordneter des [[Wahlkreis]]es [[Bundestagswahlkreis Harburg – Soltau|Harburg-Soltau]] in den [[Deutscher Bundestag|Bundestag]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Öffentliche Ämter ==&lt;br /&gt;
Von 1946 bis 1948 war er Minister des Landes Niedersachsen für Aufbau, Arbeit und Gesundheitswesen in der von [[Hinrich Wilhelm Kopf]] geführten Landesregierung. Nach der Bundestagswahl 1949 wurde er am 20.&amp;amp;nbsp;September 1949 als [[Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen|Bundesminister für Verkehr]] in die von [[Bundeskanzler (Deutschland)|Bundeskanzler]] [[Konrad Adenauer]] geleitete [[Bundesregierung (Deutschland)|Bundesregierung]] berufen. Dieses Amt übte er auch unter Bundeskanzler [[Ludwig Erhard]] aus, wobei er zuletzt für drei Wochen das Amt des [[Vizekanzler (Deutschland)#Liste|Vizekanzlers]] innehatte. Dem Kabinett der [[Große Koalition|Großen Koalition]] gehörte Seebohm dann nicht mehr an und schied daher am 30.&amp;amp;nbsp;November 1966 aus der Bundesregierung aus.&lt;br /&gt;
[[Datei:Mercedes L 6600 Pritschenzug.jpg|mini|Langhauber-LKW mit zwei Achsen waren bis 1958 üblich (hier: [[Mercedes-Benz L 315]])]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mercedes-Benz LP 333 1959 Pritschenwagen LSideFront MBMuse 9June2013 (14983587385).jpg|mini|Reaktion auf die Gesetze von Seebohm: „Tausendfüßler“ [[Mercedes-Benz LP 333]] mit Frontlenker-Kabine und dritter Achse darunter]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Seebohms Initiative wurden 1951 das [[Kraftfahrt-Bundesamt]] als zentrale Sammelstelle für Mitteilungen über Kraftfahrzeuge und deren Führer und das [[Luftfahrt-Bundesamt]] als Untersuchungsstelle im Luftverkehr gegründet. Die sogenannten „[[Nutzfahrzeug/Maße und Gewichte#1956 bis 1960 – Große Beschränkungen|Seebohm’schen Gesetze]]“ beschränkten Mitte der 1950er Jahre drastisch die Maße und Gewichte von LKW, um die [[Deutsche Bundesbahn]] wieder konkurrenzfähiger zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/warum-lastwagen-in-deutschland-und-den-usa-unterschiedlich-aussehen-a-855319.html Bericht] auf spiegel.de, aufgerufen am 14. November 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch Verkürzung der Gesamtlänge wurden die bislang üblichen Langhauber-LKW durch [[Frontlenker]] abgelöst, und durch Verringerung des zulässigen Gesamtgewichtes von Zweiachsern von 16&amp;amp;nbsp;t auf 12&amp;amp;nbsp;t wurde teils eine dritte Achse eingebaut, wie beim „Tausendfüßler“ [[Mercedes-Benz LP 333]]. Auch viele Anhänger waren von Ausmusterung bedroht. Aufgrund von Protesten der Fuhrleute&amp;lt;ref&amp;gt;LASTWAGEN: Schrott auf drei Achsen - 01.08.1961, 13.00 Uhr • aus &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039; 32/1961 https://www.spiegel.de/politik/schrott-auf-drei-achsen-a-214f1c08-0002-0001-0000-000043365255&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie im Zuge der europäischen Harmonisierung musste dieser Alleingang bald wieder aufgegeben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war 17 Jahre durchgehend Mitglied der Bundesregierung und ist damit der Bundesminister mit der längsten ununterbrochenen Amtszeit. Wenige Politiker wie [[Wolfgang Schäuble]] waren noch länger Teil der Bundesregierung, übten diese Ämter aber jeweils mit Unterbrechungen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenige Monate nach seinem Ausscheiden aus dem Amt starb Seebohm in Bonn an einer Lungenembolie.&amp;lt;ref&amp;gt;Erhard H. M. Lange: &amp;#039;&amp;#039;Wegbereiter der Bundesrepublik. Die Abgeordneten des Parlamentarischen Rates. Neunzehn historische Biografien.&amp;#039;&amp;#039; Fachhochschule des Bundes für Öffentliche Verwaltung, Brühl 1999, S. 237.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Urne wurde in [[Bad Pyrmont]] auf dem Friedhof an der Lortzingstraße beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen und Kritik ==&lt;br /&gt;
1950 erfolgte eine Beschwerde des Alliierten Hohen Kommissars bei Adenauer wegen Verneinung der Kapitulation Deutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;H. J. Küsters: &amp;#039;&amp;#039;Dokumente zur Deutschlandpolitik.&amp;#039;&amp;#039; 1998, S. 788.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1953 erhielt Seebohm den [[Nordgau-Kulturpreis der Stadt Amberg]] in der Kategorie „Nordgauförderung“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seebohm war Ehrenmitglied der Prager Universitäts-Sängerschaft „Barden“ zu München (1954) und [[Liste der Ehrenbürger von Braunschweig|Ehrenbürger von Braunschweig]] (1954) sowie Ehrendoktor (1958) und Ehrensenator (1953)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/1966/45/sein-chef-der-herr-minister &amp;#039;&amp;#039;Sein Chef – der Herr Minister.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; Nr. 45/1966.&amp;lt;/ref&amp;gt; der [[Technische Universität Braunschweig|Technischen Universität Braunschweig]].&amp;lt;ref&amp;gt;Berichte aus Forschung und Hochschulleben 1957–1960 der Technischen Hochschule Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig (Herausgeber Herbert Wilhelm, 1960)&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Postum]] wurde ihm 1968 der [[Europäischer Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft|Europäische Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft]] verliehen. Am 17. Mai 1963 wurde er mit dem [[Bayerischer Verdienstorden|Bayerischen Verdienstorden]] ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 2010 beschloss der Rat der Stadt [[Uelzen]] nach einer intensiven öffentlichen Debatte über die NS-Vergangenheit Seebohms, eine nach ihm benannte Straße umzubenennen. Ebenso wurde die Hans-Christoph-Seebohm-Straße in [[Düsseldorf]] im Jahr 2024 umbenannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Seebohm war verheiratet mit Elisabeth Triebel (1907–1967) aus [[Sowetsk (Kaliningrad)|Tilsit]] und hatte mit ihr zwei Kinder:&lt;br /&gt;
* [[Thomas M. Seebohm|Thomas Mulvany Seebohm]] (* 7. Juli 1934; † 25. August 2014), Philosoph&lt;br /&gt;
* Irina Odenthal-Seebohm, Medizinerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kabinett Adenauer&amp;amp;nbsp;I]] – [[Kabinett Adenauer&amp;amp;nbsp;II]] – [[Kabinett Adenauer&amp;amp;nbsp;III]] – [[Kabinett Adenauer&amp;amp;nbsp;IV]] – [[Kabinett Adenauer&amp;amp;nbsp;V]] – [[Kabinett Erhard&amp;amp;nbsp;I]] – [[Kabinett Erhard&amp;amp;nbsp;II]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Walter Henkels]]: &amp;#039;&amp;#039;99 Bonner Köpfe&amp;#039;&amp;#039;, durchgesehene und ergänzte Ausgabe, Fischer-Bücherei, Frankfurt am Main 1965, S. 232ff.&lt;br /&gt;
* {{NDB|24|138|139|Seebohm, Hans-Christoph|Joachim Detjen|11861259X}}&lt;br /&gt;
* {{Munzinger|00000001062|Hans-Christoph Seebohm||&amp;#039;&amp;#039;Internationales Biographisches Archiv&amp;#039;&amp;#039; 49/1967 vom 27. November 1967}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|11861259X}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|11861259X}}&lt;br /&gt;
* {{OstdtBio|seebohm-hans-christoph}}&lt;br /&gt;
* {{OpfKultBd|617|Seebohm, Dr. Ing. h. c. Hans Christoph|Autor=Heike Nasritdinova}}&lt;br /&gt;
* [http://www.kas.de/wf/de/71.8582/ Biographie] der Konrad-Adenauer-Stiftung&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|GND=11861259X}}&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/f489cee2-a145-4eeb-a40e-3de539e8c4fd/ Nachlass Bundesarchiv N 1178]&lt;br /&gt;
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== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{SORTIERUNG:Seebohm, HansChristoph}}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Geboren 1903]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1967]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Berlin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Seebohm, Hans-Christoph&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Politiker (DP, CDU), MdL, MdB&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. August 1903&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=Emanuelssegen, Kr. Pless, [[Oberschlesien]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. September 1967&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bonn]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Niels Wrschowitz</name></author>
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