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	<title>Hanns Kerrl - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hanns_Kerrl&amp;diff=414756&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;M Huhn: alle Taufnamen; bibliographische Angaben vervollständigt</title>
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		<updated>2026-04-02T15:39:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;alle Taufnamen; bibliographische Angaben vervollständigt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Hans Kerrl.jpg|mini|Hanns Kerrl (1938)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 102-14899, Jüterbog, Referendarlager.jpg|mini|Hanns Kerrl (Mitte) 1933 beim Besuch der Justiz-Referendare im Lager Jüterbog, später Hanns-Kerrl-Lager]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hanns Kerrl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (mit allen Taufnamen: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich Dietrich Johannes Kerrl&amp;#039;&amp;#039;; * [[11. Dezember]] [[1887]] in [[Fallersleben]]; † [[14. Dezember]] [[1941]] in [[Paris]]) war ein deutscher [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischer]] [[Politik]]er. Er übte unter anderem die Ämter des [[Preußischer Landtag|Preußischen Landtagspräsidenten]], preußischen Justizministers vom 21. April 1933 bis zum 22. Juni 1934 und [[Reichsministerium für die Kirchlichen Angelegenheiten|Reichsministers für die kirchlichen Angelegenheiten]] (Reichskirchenminister) ab 1935 aus; in letzterem war er verantwortlich für die [[Gleichschaltung]] der Kirchen im [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutschen Reich]]. Seit Juni 1935 auch Leiter der [[Reichsstelle für Raumordnung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Hanns Kerrl wurde als Sohn [[Protestantismus|protestantischer]] Eltern in Fallersleben geboren. Sein Vater war dort Schulleiter. Nach Teilnahme am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]], in dem er als [[Leutnant]] das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse erhielt, wurde Kerrl Justizbeamter. Hanns Kerrl schloss sich bereits 1923 der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] an und engagierte sich in der lokalen Politik, vermutlich schloss er sich Juni 1925 der neugegründeten NSDAP wieder an ([[Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 8.651).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-II/508521&amp;lt;/ref&amp;gt; Von 1928 bis 1933 war er im Preußischen Landtag und wurde im November 1933 Mitglied des [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstags]] für Südhannover-Braunschweig. Er war von 1933 bis 1934 [[Freistaat Preußen|preußischer]] Justizminister und erließ in dieser Zeit [[Berufsverbot]]e für [[Juden|jüdische]] [[Notar]]e und [[Rechtsanwalt|Rechtsanwälte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner protestantischen Erziehung, seines vergleichsweise skandalfreien Werdegangs und nicht zuletzt seiner niedrigen Parteinummer erschien er [[Adolf Hitler|Hitler]] als der geeignete Mann für den Posten des Präsidenten des Preußischen Landtags, nachdem die NSDAP bei der Landtagswahl am 24. April 1932 mit 162 von 423 Mandaten stärkste Partei geworden war.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.wahlen-in-deutschland.de/wlPreussen.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Hitler hoffte, während seiner „[[Machtergreifung]]“ das konservative Lager mit einem streng protestantischen und, oberflächlich betrachtet, „urpreußischen“ Bildungsbürger an der Spitze des Parlaments beschwichtigen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kerrl setzte sich für die Auflösung des Landtages und Neuwahlen am 5. März 1933 ein, um der NSDAP eine Mehrheit zu sichern. Diese kam nur durch die Aberkennung der KPD-Mandate zustande. Durch die [[Gleichschaltungsgesetz]]e vom 31. März und 7. April 1933 wurde Preußen dem Reich unterstellt. Vom 25. März 1933 bis 1935 amtierte er als Reichskommissar für das preußische Justizministerium. Vom 21. April 1933 bis zum 22. Juni 1934 war Kerrl auch preußischer Justizminister. Qua Amt war er damit Mitglied im [[Preußischer Staatsrat (ab 1933)|Preußischen Staatsrat]]. Er führte ein System nationalsozialistischer Indoktrination für frisch ausgebildete Juristen ein: Alle Referendare mussten sich einer achtwöchigen Ausbildung im Referendarslager [[Jüterbog]] unterziehen. Dieses Lager erhielt den Namen [[Gemeinschaftslager „Hanns Kerrl“]] und wurde zwischen 1933 und 1939 von 20.000 jungen Juristen durchlaufen. Kerrl gehörte 1933 zu den Gründungsmitgliedern der nationalsozialistischen [[Akademie für Deutsches Recht]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch der Akademie für Deutsches Recht.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Hans Frank. 1. Jg. Schweitzer Verlag, München/Berlin/Leipzig 1933/34, {{ZDB|217185-5}}, S. 254.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Hans Frank]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kerrl bereicherte sich an den Früchten der von ihm betriebenen Judenverfolgung. Um 1935 bezog er die Villa der verjagten jüdischen Kaufmannsfamilie Lindemann [[Am Rupenhorn]] Nr. 5, dem Hochufer über dem Stößensee in Berlin. Die von [[Bruno Paul]] 1929/31 im [[Bauhaus]]stil errichtete Villa ließ Kerrl 1937 von [[Friedrich Hetzelt]] erweitern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 17. Juni 1934&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Wistrick: Who’s Who in Nazi Germany, Macmillan Publishing Co., New York, 1982, Seite 170&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde Kerrl zum [[Minister ohne Geschäftsbereich|Reichsminister ohne Geschäftsbereich]] ernannt, nachdem er vorher sein Amt als preußischer Justizminister an [[Franz Gürtner]] hatte abtreten müssen. Seit dem 29. März 1935 hatte Kerrl zudem die Leitung des neugegründeten [[Zweckverband (Deutschland)|Zweckverband]]es [[Reichsparteitag]] Nürnberg inne, der für den Ausbau und Unterhalt des dortigen [[Reichsparteitagsgelände]]s zuständig war. Am 16. Juli 1935 wurde er zum Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten an die Spitze eines neuen und kurzlebigen Ministeriums gestellt. In seiner neuen Funktion sollte er besonders für die endgültige Gleichschaltung der [[Deutsche Evangelische Kirche|Deutschen Evangelischen Kirche]] sorgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kerrl wurde [[SA-Obergruppenführer]] und hielt Verbindungen zu den mit dem Nationalsozialismus sympathisierenden [[Deutsche Christen|Deutschen Christen]]. Ihm fiel auch die Rolle des Mittlers zwischen streng antikirchlichen NSDAP-Führern (wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Heinrich Himmler]]) und den vorhandenen gottesbezogenen Ideologien des Nationalsozialismus ([[Gottgläubigkeit]]) zu, zumindest nach außen. Er wurde eine zentrale Figur des beginnenden [[Kirchenkampf]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1939 unternahm Kerrl einen Versuch, die zerstrittene Deutsche Evangelische Kirche zu ordnen. Dazu wollte er alle kirchlichen Gruppierungen auf der Basis von gemeinsamen Grundsätzen vereinigen, die von den [[Deutsche Christen|Deutschen Christen]] über die neutrale „Mitte“ bis hin zur gemäßigten [[Bekennende Kirche|Bekennenden Kirche]] unterschrieben und in einer Erklärung der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollten. Kerrl hoffte, bei Hitler damit eine Änderung der Haltung von Staat und Partei gegenüber der evangelischen Kirche zu erwirken. Die Auseinandersetzungen um die Grundsätze ließen in erschreckender Weise erkennen, wie weit verbreitet und tief verwurzelt die [[Antisemitismus|Abneigung gegen das Judentum]] im deutschen [[Protestantismus]] war. Traurige Berühmtheit erlangte die erste Fassung der Grundsätze, die „Godesberger Erklärung“ von Ende März 1939&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.evangelischer-widerstand.de/html/view.php?type=dokument&amp;amp;id=63 Damalige Diskussion um die Erklärung]. Der Originaltext bei Renate Meurer, Reinhard Meurer: &amp;#039;&amp;#039;Texte des Nationalsozialismus: Beispiele, Analysen, Arbeitsanregungen.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 1982, ISBN 3-486-84061-4, S. 41–45.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Diese Erklärung stellte eine verheerende Vermischung von Christentum und nationalsozialistischer Weltanschauung dar. Sie definierte das Christentum ausschließlich „völkisch-national“ und richtete sich gleichermaßen gegen [[Judentum]] und [[Ökumenische Bewegung|Ökumene]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der seit 1936 herzkranke Kerrl starb im Alter von 54 Jahren am 14. Dezember 1941 in Paris und wurde am Tag darauf nach Berlin überführt. Am 20. Dezember gab es für ihn eine Trauerfeier in der Neuen Reichskanzlei, anschließend wurde er auf dem [[Waldfriedhof Dahlem]] beigesetzt. Nach seinem Tod führte sein Staatssekretär [[Hermann Muhs]] das Ministeramt kommissarisch bis 1945.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Heinrich Melzer: &amp;#039;&amp;#039;Der geistliche Vertrauensrat – Geistliche Leitung für die Deutsche Evangelische Kirche im Zweiten Weltkrieg?&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Arbeiten zur kirchlichen Zeitgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Reihe B: &amp;#039;&amp;#039;Darstellungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 17). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1991, ISBN 3-525-55717-5, S. 271&amp;amp;nbsp;f. und Anm. 13 (Zugl.: Kiel, Univ., Diss., 1988).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* Februar 1934: Ehrenbürger der Stadt [[Hildesheim]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Mitteldeutschland. Saale-Zeitung&amp;#039;&amp;#039; vom 19. Februar 1934, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hansjörg Buss: &amp;#039;&amp;#039;Das Reichskirchenministerium unter Hanns Kerrl und Hermann Muhs.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Manfred Gailus]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Täter und Komplizen in Theologie und Kirche 1933–1945.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1649-2, S. 140–170.&lt;br /&gt;
* {{NDB|11|534|534|Kerrl, Hanns|[[Carsten Nicolaisen]]|122898397}}&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Personenlexikon zum Dritten Reich]]. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage der aktualisierten Ausgabe. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 305.&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629024103/http://www.bautz.de/bbkl/k/Kerrl.shtml |autor=[[Konrad Fuchs (Historiker)|Konrad Fuchs]]|artikel=Kerrl, Hans|band=14|spalten=1147–1149}} Falschschreibung des Vornamens beachten, die vereinzelt auch in anderen Quellen erscheint.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3770052544|Seite=524 f.}}&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20110205043232/http://www.bautz.de/bbkl/k/kerrl_h.shtml|autor=Daniel Meis|artikel=Hanns Kerrl|band=46|spalten=761-766}}&lt;br /&gt;
* Daniel E.D. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Reichskirchenminister. Nationalsozialistische Kirchenpolitik als strategisches Scheitern 1935-1941&amp;#039;&amp;#039;. Schöningh, Paderborn 2025, ISBN 978-3-506-79814-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|122898397}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/009439}}&lt;br /&gt;
* {{ReichstagDB|122898397}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Preußische Justizminister&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Kabinett Hitler&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=122898397|LCCN=nr2003037430|VIAF=69822030}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kerrl, Hanns}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Preußischer Staatsrat (ab 1933)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Deutschen Christen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Raumplaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsminister (Deutsches Reich, 1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Akademie für Deutsches Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Preußischen Landtags (Freistaat Preußen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Justizminister (Preußen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Reich, 1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1887]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1941]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kerrl, Hanns&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Politiker (NSDAP), MdR und Reichsminister, Reichskirchenminister&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=11. Dezember 1887&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Fallersleben]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=14. Dezember 1941&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Paris]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;M Huhn</name></author>
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