<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hanffaser</id>
	<title>Hanffaser - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hanffaser"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hanffaser&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-24T13:32:41Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hanffaser&amp;diff=1349451&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Historische Verwendung */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hanffaser&amp;diff=1349451&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-10-13T09:32:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Historische Verwendung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Faser&lt;br /&gt;
| Bild = [[Datei:Hennepvezel Cannabis sativa fibre.jpg|zentriert|250px|Hanffasern]]&lt;br /&gt;
| Fasertyp = [[Naturfaser]]&lt;br /&gt;
| Herkunft = [[Nutzhanf]]&lt;br /&gt;
| Farbe = grau, braun&lt;br /&gt;
| Faserlänge = Einzelfaser 5–55, durchschn. 25&amp;amp;nbsp;mm; Faserbündel 1–3&amp;amp;nbsp;m&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tab_Franck 2005&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Comparative physical, chemical and morphological characteristics of certain fibres.&amp;#039;&amp;#039; In: Robert R. Franck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bast and other plant fibres.&amp;#039;&amp;#039; Woodhead Publishing, Cambridge 2005, S. 4–23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Faserdurchmesser = 10–50&amp;amp;nbsp;µm, durchschn. 25&amp;amp;nbsp;µm&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tab_Franck 2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Dichte = 1,48&amp;amp;nbsp;g/cm³&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tab_Franck 2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Zugfestigkeit = 310 – 390 N/mm²;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tab_Franck 2005&amp;quot; /&amp;gt; andere Angabe: 580 – 1110 N/mm²&amp;lt;ref&amp;gt;Menachem Lewin (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbook of Fiber Chemistry.&amp;#039;&amp;#039; Third Edition. Taylor &amp;amp; Francis Group, Boca Raton 2007, ISBN 978-0-8247-2565-5, S.&amp;amp;nbsp;498&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Spezifische Zugfestigkeit = &lt;br /&gt;
| Elastizitätsmodul = 69 GPa&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tab_Franck 2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Spezifisches Elastizitätsmodul = &lt;br /&gt;
| Bruchdehnung = 1,6–2,7 %&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tab_Franck 2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Elektrische Leitfähigkeit = &lt;br /&gt;
| Feuchtigkeitsaufnahme = 8 %&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tab_Franck 2005&amp;quot; /&amp;gt; bzw. 8,5 – 10 %&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heyland 2006&amp;quot; /&amp;gt; bzw. 10 – 14 %&amp;lt;ref&amp;gt;Anthony R. Bunsell (Hrsg.): Handbook of Properties of Textile and Technical Fibers. 2. Auflage. Elsevier Ltd. 2018, ISBN 978-0-08-101272-7, S. 303&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Wasseraufnahme = &lt;br /&gt;
| Chemische Beständigkeit = beständig gegen Basen, unbeständig gegen starke Säuren&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schütt 1972&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Produkte = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Sambe.jpg|miniatur|Gewebe aus Hanffaser]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hanffasern&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;HA&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) sind Fasern aus dem [[Bast (Pflanze)|Bast]] des [[Stängel]]s der [[Hanf]]pflanze. Gegenwärtig sind zur Fasergewinnung laut EU nur Hanfsorten mit einem THC ([[Tetrahydrocannabinol]])-Gehalt von weniger als 0,2 % zugelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Veit: Fasern – Geschichte, Erzeugung, Eigenschaft, Markt. Springer Berlin 2023, ISBN 978-3-662-64468-3, S. 225.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Fasern der [[Nutzhanf]]sorten werden als Faserwerkstoff für unterschiedliche Anwendungen genutzt. Die ältesten Nachweise für eine Verwendung der Hanffasern reichen dabei bis ca. 2800 v.&amp;amp;nbsp;Chr. zurück. Aufgrund ihrer Eigenschaften, vor allem der Festigkeit, wurden sie zur Herstellung von [[Segeltuch]], [[Tauwerk|Tauen]] und [[Seil]]en bis weit in das 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert genutzt. Heute finden sie außerdem Verwendung in Textilien, [[Zellstoff]]en, [[Hanfpapier|Papieren]] sowie [[Naturfaserverstärkter Kunststoff|naturfaserverstärkten Kunststoffen]]. Gewebe aus Hanffasern in [[Leinwandbindung]] wird auch als „Hanfleinen“ bezeichnet, nicht zu verwechseln mit &amp;#039;&amp;#039;Hanfleinen&amp;#039;&amp;#039; (Schnur, Seil).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Faseraufbau, Inhaltsstoffe und Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hanfstengel.jpg|mini|links|Hanfstängel mit Fasern und holzigem Innenbereich]]&lt;br /&gt;
[[Datei:139 Peigne à chanvre.JPG|mini|links|Hanfkamm]]&lt;br /&gt;
Hanffasern bilden die äußere Schicht des [[Sprossachse|Stängels]] und sind in mehreren Lagen und als Faserbündel parallel zur Stängelachse sowie ringförmig im [[Phloem]] angeordnet. Sie bestehen aus langen übereinander und nebeneinander angeordneten [[Bastfaser]]zellen (Elementarfasern). Die Bündel bestehen aus 2 bis 40 Zelleinheiten, die als &amp;#039;&amp;#039;Primärfasern&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet werden. Dabei sind die Fasern in den inneren Bündeln im Regelfall kürzer und feiner als die der äußeren Faserbündel. Die Einzelzellen haben einen Durchmesser von 10 bis 50 [[Mikrometer (Einheit)#µm|Mikrometer]] und Längen von 5 bis 55 Millimeter mit einem Durchschnitt von etwa 25 Millimeter. Sie sind durch [[Pektine|Pektinsubstanzen]] mehr oder weniger stark verbunden, wodurch ein Faserbündel eine Gesamtlänge von einem bis drei Meter erreichen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrer Faser[[Morphologie (Biologie)|morphologie]] und -qualität unterscheiden sich &amp;#039;&amp;#039;männliche&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;weibliche&amp;#039;&amp;#039; Hanfpflanzen. Die weiblichen Pflanzen haben eine längere Vegetationszeit und bilden dickere und festere Faserzellen, während der Anteil der &amp;#039;&amp;#039;Primärfasern&amp;#039;&amp;#039; in den &amp;#039;&amp;#039;männlichen&amp;#039;&amp;#039; Pflanzen höher ist. Entsprechend sind die Fasern der &amp;#039;&amp;#039;männlichen&amp;#039;&amp;#039; Hanfpflanzen feiner und können zu feineren Stoffen verwebt werden. Die der &amp;#039;&amp;#039;weiblichen&amp;#039;&amp;#039; Pflanzen sind dagegen deutlich fester und können eher für grobere Gewebe und Seile verwendet werden. Heute werden Fasern beider Geschlechter für eine mittlere Faserqualität gemeinsam verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heyland 2006&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable float-left&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|+ Inhaltsstoffe der Fasern&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sponner 2005&amp;quot;&amp;gt;J. Sponner, L. Toth, S. Cziger, R.&amp;amp;nbsp;R. Franck: &amp;#039;&amp;#039;Hemp.&amp;#039;&amp;#039; In: Robert R. Franck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bast and other plant fibres.&amp;#039;&amp;#039; Woodhead Publishing, Cambridge 2005, S.&amp;amp;nbsp;176–206.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Inhaltsstoff&lt;br /&gt;
! Prozent&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Cellulose]]&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 75,0&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Hygroskopisches Wasser&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 10,0&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Pektine]], [[Lignin]]&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 9,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mineralische Substanz&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 0,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Pflanzenöle]] und [[Wachs#Pflanzliche Wachse|-wachse]]&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 0,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wasserlösliche&amp;lt;br /&amp;gt;Substanzen&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Andere Bestandteile&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2,0&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Im weiteren Wachstum der Pflanze bilden sich vor allem im unteren Stängelbereich &amp;#039;&amp;#039;Sekundärfasern&amp;#039;&amp;#039;, welche die Stabilität des Stängels erhöhen und mit durchschnittlich zwei Millimetern Länge deutlich kürzer als die &amp;#039;&amp;#039;Primärfasern&amp;#039;&amp;#039; sind. Moderne Nutzhanfsorten enthalten zwischen 30 und 40 % Faseranteile, wodurch Erträge von 1,5 bis 2 Tonnen pro Hektar Anbaufläche erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Reifezustand der Pflanze bestehen die Fasern aus 60–70 % [[Cellulose]] und 10–20 % [[Hemicellulose]]n. Diese Anteile können durch Ernteverfahren und spätere Produktionsschritte wie das [[Röste]]n und den &amp;#039;&amp;#039;Faseraufschluss&amp;#039;&amp;#039; bis zum Endprodukt variieren. Weitere Substanzen der Fasern sind [[Pektine]], [[Lignin]] (2 bis 5 %), Mineralien, Fette und [[Wachs]]e.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nova Hanf&amp;quot;&amp;gt;nova-Institut.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei enthält die Faser mehr Lignin als eine [[Flachsfaser]] und entsprechend weniger Cellulose. Sie ist vergleichsweise unempfindlich gegen Chemikalien: Gegen [[Basen (Chemie)|Basen]] ist sie vollständig unempfindlich und nur starke [[Säuren]] können die Faser beschädigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;mechanischen Eigenschaften&amp;#039;&amp;#039; der Hanffaser können je nach Ausgangsmaterial wie bei allen Naturprodukten relativ stark variieren und nur als Durchschnittswerte angegeben werden. Die [[Bruchfestigkeit]] der Hanffaser ist mit 23 % ein wenig höher als die der vergleichbaren Flachsfaser und die [[Reißlänge|spezifische Reißfestigkeit]] beträgt etwa 30 [[Reißlänge|Reißkilometer]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schütt 1972&amp;quot;&amp;gt;[[Peter Schütt (Forstwissenschaftler)|Peter Schütt]]: &amp;#039;&amp;#039;Weltwirtschaftspflanzen.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Paul Parey, Berlin / Hamburg 1972, ISBN 978-3-489-78010-6, S.&amp;amp;nbsp;156.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Dehnbarkeit]] liegt dagegen nur bei zwei bis drei Prozent und die &amp;#039;&amp;#039;Flexibilität&amp;#039;&amp;#039; ist abhängig von Bündelaufbau und der Feinheit der Fasern. In [[Garn]]en werden Festigkeit und Flexibilität erhöht, indem man &amp;#039;&amp;#039;Hanf&amp;#039;&amp;#039;- und &amp;#039;&amp;#039;Flachsfasern&amp;#039;&amp;#039; gemeinsam verspinnt und so die Eigenschaften beider Fasern nutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sponner 2005&amp;quot; /&amp;gt; Die Wasseraufnahmefähigkeit der Hanffaser liegt bei etwa 8 % des Eigengewichtes, ohne dass Wasser austritt und sich das Material nass anfühlt; dieser Eigenschaft verdankte Hanf vor allem seine Bedeutung als Material für Seile, Taue, Netze und Segeltuch in der Schifffahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schütt 1972&amp;quot; /&amp;gt; Auch ist es als Sommer- und Winterbekleidung sehr gut geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Faseraufschluss ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hempharvesting2.jpg|mini|Hanfernte]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Faseraufschluss}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hanfernte zur Fasergewinnung erfolgt im Regelfall zur Blütezeit der &amp;#039;&amp;#039;männlichen&amp;#039;&amp;#039; Pflanzen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Hemp&amp;#039;&amp;#039;. In: Hans Zoebelein (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dictionary of Renewable Ressources.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim / New York 1996, ISBN 3-527-30114-3, S.&amp;amp;nbsp;137.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Hanffasern werden durch [[Brechen (Faserpflanzen)|Brechen und Walzen]] der Stängel vom Rest der Pflanze getrennt, dieser Prozess wird als &amp;#039;&amp;#039;Faseraufschluss&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Dabei wird das Hanfstroh in Fasern und [[Schäbe]]n getrennt. Je nach Länge der so gewonnenen Fasern unterscheidet man zwischen dem &amp;#039;&amp;#039;Langfaseraufschluss&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;Kurzfaser&amp;#039;&amp;#039;- und &amp;#039;&amp;#039;Gesamtfaserlinie&amp;#039;&amp;#039;. Bei der Herstellung von &amp;#039;&amp;#039;Langfasern&amp;#039;&amp;#039; handelt es sich um das aufwändigere traditionelle Aufschlussverfahren, während die &amp;#039;&amp;#039;Kurzfaserlinie&amp;#039;&amp;#039; vor allem aufgrund des Verzichts auf die [[Wasserröste]] und die Parallellage des Strohs sowie durch die weitgehende Automatisierung die kostengünstigere Alternative zur Gewinnung von Fasern für technische Anwendungen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Langfaseraufschluss ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--[[Datei:Theodor von Hörmann Hanfeinlegen.jpg|mini|Hanfeinlegen zur Wasserröste (Gemälde von Theodor von Hörmann, um 1890)]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der traditionelle Langfaseraufschluss wird heute nur selten und vor allem in [[Osteuropa]], in [[China]] und [[Indien]] betrieben. Das Hanfstroh wird dabei nach der Ernte zur Fasergewinnung parallel ausgelegt ([[Längsfaser]]) und getrocknet. Der Trocknung folgt eine Wasserröste und eine erneute Trocknung auf dem Feld. Das immer noch parallel liegende Stroh wird anschließend [[Breche|gebrochen]] und über das [[Schwingen (Faserpflanzen)|Schwingen]] und [[Hechel]]n des Strohs werden die Langfasern gewonnen, die als &amp;#039;&amp;#039;spinnbare Fasern&amp;#039;&amp;#039; eine Länge von 150 Millimeter bis 1500 Millimeter haben sollten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tab_Franck 2005&amp;quot; /&amp;gt; Als Nebenprodukte der Langfasern fallen Schäben aus dem gebrochenen Holzkern sowie [[Werg]] und &amp;#039;&amp;#039;Superkurzfasern&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Staub&amp;#039;&amp;#039; an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Langfaseraufbereitung verursacht hohe Kosten über die gesamte [[Wertkette]]. Vor allem der hohe Arbeitsaufwand und der teure Maschineneinsatz machen diese Aufbereitung in Ländern mit hohen Personalkosten unrentabel. Hinzu kommen die ökologische Belastung durch die Wasserröste und die sehr hohe Ausfallrate der Fasern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kurzfaser- und Gesamtfaserlinie ===&lt;br /&gt;
Kurzfasern werden in modernen Aufschlussanlagen produziert und für die technische Nutzung optimiert. Als Vorbehandlung für den Faseraufschluss der Kurzfaser- und Gesamtfaserlinie wird das Hanfstroh auf dem Feld gekürzt und [[Röste|geröstet]] und danach in Rund- und Quaderballen gepresst; eine Wasserröste wie bei der traditionellen Langfaseraufbereitung entfällt. Die Ballen werden in Wirrlage ([[Wirrfaser]]) einer &amp;#039;&amp;#039;Faseraufschlussanlage&amp;#039;&amp;#039; zugeführt und geöffnet. Das Stroh wird anschließend in den aus unterschiedlich großen [[Zahnrad|Zahnwalzen]] bestehenden &amp;#039;&amp;#039;Brecheinheiten&amp;#039;&amp;#039; gebrochen, um eine Trennung von Fasern und Holzkern zu ermöglichen. In mehreren Schritten werden die Holzbestandteile als Schäben von den Fasern getrennt, wobei das teilentholzte Stroh durch &amp;#039;&amp;#039;Voröffner&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Reiniger&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Vorauflöser&amp;#039;&amp;#039; und schließlich &amp;#039;&amp;#039;Schüttel&amp;#039;&amp;#039;- und &amp;#039;&amp;#039;Nadelöffnungseinheiten&amp;#039;&amp;#039; geführt und damit in kleinere Faserbündel aufgelöst wird. Eine weitere Auflösung und Verfeinerung der Faserbündel zu Einzelfasern erfolgt über weitere &amp;#039;&amp;#039;Stufenreinigungen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Walzen&amp;#039;&amp;#039;, [[Kardieren|Kardiereinrichtungen]] und &amp;#039;&amp;#039;Auflöseeinheiten&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die sehr starken mechanischen Beanspruchungen während der Auflösung kommt es zwangsläufig zu Schädigungen der Hanffasern, die je nach Reife- und Röstgrad unterschiedlich stark ausfallen können. Im Durchschnitt liegen die Faserverluste als &amp;#039;&amp;#039;Superkurzfasern&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Staub&amp;#039;&amp;#039; bei 20 % bis 25 %. Werg fällt als Nebenprodukt nicht an, da alle Fasern zu Kurzfasern verarbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung und Anbau ==&lt;br /&gt;
=== Historische Verwendung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Cannabis sativa.jpg|mini|hochkant|Hanfpflanzen]]&lt;br /&gt;
Die Verwendung von Hanffasern lässt sich über mehrere Jahrtausende zurückverfolgen. Die ältesten Funde stammen aus China um 2800 v.&amp;amp;nbsp;Chr., wo Seile aus Hanffasern erzeugt wurden. Verwendung fand die Pflanze aber wohl schon seit der [[Yangshao-Kultur]] im 4.&amp;amp;nbsp;Jahrtausend v.&amp;amp;nbsp;Chr. Seit etwa 900 v.&amp;amp;nbsp;Chr. fand der Hanf auch in [[Vorderasien]] und Indien Verbreitung. Das älteste Textilfragment aus Hanffasern stammt aus einem Grab der [[Zhou-Dynastie]] (1122–770 v.&amp;amp;nbsp;Chr.), nahe [[Ankara]] wurden Hanftextilien aus dem 8. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;zur Frühzeit&amp;#039;&amp;#039;, siehe: Jürgen Schultze-Motel: &amp;#039;&amp;#039;Hanf.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon früher Kulturen&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1: &amp;#039;&amp;#039;A – L&amp;#039;&amp;#039;, Pahl-Rugenstein, 1984, ISBN 3-7609-0913-2, S.&amp;amp;nbsp;344.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Hanfanbau für den Raum zwischen China und dem [[Kaspisches Meer|Kaspischen Meer]] anzunehmen. In Europa wurde die Hanftextilherstellung ebenfalls durch Grabfunde nachgewiesen; hier stammt das älteste gewebte Fragment aus einem [[Kelten|keltischen]] Grabhügel in der Nähe von Stuttgart aus einer Zeit etwa 500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. und ein weiteres mit aufbereiteten Hanffasern aus einer Zeit um das Jahr 570 fand sich nahe Paris. Bis ins 3.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. fand Hanf, vor allem in Form von Tauen und ähnlichen Produkten, den Weg bis nach [[Italien]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;zur Antike&amp;#039;&amp;#039;, siehe: [[Christian Hünemörder (Historiker)|Christian Hünemörder]]: &amp;#039;&amp;#039;Hanf&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Neue Pauly]].&amp;#039;&amp;#039; Band 5, Metzler, Stuttgart 1998, S.&amp;amp;nbsp;151 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für das [[Spätmittelalter]] ist eine besondere Konzentration des Hanfanbaus im [[Baltikum]] und den angrenzenden Gebieten [[Russland]]s, [[Polen]], [[Norddeutschland]] und den [[Niederlande]]n, der [[Bretagne]] und [[Burgund]] zu beobachten. Zu dieser Zeit war er neben dem [[Gemeiner Lein|Flachs]] die wichtigste [[Industriepflanze]]. Er wurde auch meist mit Flachs auf kleineren, gartenähnlichen Flächen angebaut. Hanf war jedoch leichter zu verarbeiten als Flachs. Wegen der großen Reißfestigkeit wurden daraus vor allem [[Segeltuch]]e, Seile und Säcke gefertigt, zu Tuch wurde er hingegen aufgrund der Grobheit nur selten verarbeitet.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;zum Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;, siehe: Christian Reinicke: &amp;#039;&amp;#039;Hanf&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon des Mittelalters]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 4, 1999, S.&amp;amp;nbsp;1918 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste Nachweis von Papier aus Hanffasern stammt ebenfalls aus China von 140–87 v.&amp;amp;nbsp;Chr. und ist damit der älteste Papierfund Chinas. Hanfpapier wurde etwa ab dem Jahr 105 in China populär, gelangte aber erst im 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert über den [[Naher Osten|Vorderen Orient]] nach Europa. In [[Deutschland]] wurde es im 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert erstmals nachgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hemp-rope.jpg|mini|Hanfseil]]&lt;br /&gt;
In der mittelalterlichen Chirurgie wurde Hanfwerg (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;stuppa cannabina&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;stuppa canapis&amp;#039;&amp;#039;) bei der Behandlung von Wunden eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: &amp;#039;&amp;#039;Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039;), S. 398 (zu &amp;#039;&amp;#039;hanfwerck&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;hanffin werk&amp;#039;&amp;#039; usw.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Höhepunkt der Nutzung erfuhren Hanffasern im 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, wo sie vor allem zur Produktion von Seilen und Segeltuch für die Schifffahrt verwendet wurden; für ein normales Segelschiff wurden viele Tonnen Hanffasern benötigt und die Materialien wurden durchschnittlich alle zwei Jahre ersetzt. Bis in das 18. Jahrhundert waren zudem Hanffasern neben [[Flachsfaser|Flachs]], [[Nesseltuch|Nessel]] und [[Wolle]] die wichtigsten Rohstoffe für die europäische Textilindustrie, wobei Hanf aufgrund der groberen Faserbündel vor allem zur Herstellung von Ober- und Arbeitskleidung diente. Die Hanfverarbeitung nahm vor der Einführung der [[Baumwolle]] und anderer exotischer Fasern wie [[Jute]], [[Sisalfaser|Sisal]] und [[Ramie]] eine Schlüsselrolle in der Textilverarbeitung ein.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Hingst, H. Mackwitz: &amp;#039;&amp;#039;Reiz-Wäsche. Unsere Kleidung: Mode, Gifte, Öko-Look.&amp;#039;&amp;#039; Campus-Verlag, Frankfurt 1996, ISBN 978-3-593-35471-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem die Entwicklung von Baumwoll-[[Spinnmaschine]]n im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert sowie die billigen Importe von Baumwolle und Jute vor allem aus Russland und [[Asien]] beendeten die Nutzung von Hanf und Flachs als Textilfaser. Zugleich ging auch der Bedarf in der Schifffahrt zurück, da viele Schiffe auf [[Dampfschiff|Dampfkraft]] umgestellt wurden und Segeltuch nicht mehr benötigt wurde. Auch in der Papierherstellung entwickelte sich eine günstigere Alternative durch die Herstellung von Papier aus Holz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heyland 2006&amp;quot;&amp;gt;Heyland u.&amp;amp;nbsp;a.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Hanfanbau ging im 19. Jahrhundert stark zurück und konnte nur durch die [[Embargo]]s für exotische Fasern während der Weltkriege in Deutschland kurzzeitig wieder an Bedeutung gewinnen. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde [[Nutzhanf]] nur noch auf Kleinstflächen angebaut. Zwischen 1982 und 1995 war der Hanfanbau durch das [[Betäubungsmittelgesetz (Deutschland)|Betäubungsmittelgesetz]] in Deutschland vollständig verboten, um die illegale Nutzung von [[Cannabis als Rauschmittel]] zu unterbinden. Obwohl der in den 1950er und 1960er Jahren gezüchtete Nutzhanf wegen des beinahe vollständig fehlenden [[Tetrahydrocannabinol|THC]] unbedenklich ist, wurde der Anbau in Deutschland und vielen anderen Ländern verboten. In [[Frankreich]] wurden die Nutzhanfsorten für die Herstellung von [[Zigarettenpapier]] weiterhin verwendet und auch in mehreren osteuropäischen Ländern wurde Hanf weiterhin in kleinem Maßstab angebaut. Der wichtigste Produzent von Hanffasern wurde in dieser Zeit die [[Sowjetunion]] mit 140.000 Hektar Hanfanbaufläche, die sich bis 1990 allerdings bis auf 40.000 Hektar reduzierte. Ebenfalls bedeutend war der Anbau in [[Rumänien]], Polen, [[Ungarn]] und im ehemaligen [[Jugoslawien]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heyland 2006&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1990er Jahren wurden die Verbote aufgrund des wieder wachsenden Interesses der Landwirtschaft und der Industrie an dem Rohstoff zurückgezogen und 1996&amp;lt;ref&amp;gt;{{BGBl|1996 I S. 582|text=Zweites Gesetz zur Änderung des Betäubungsmittelgesetzes (Zweites BtMG-Änderungsgesetz – 2. BtMG-ÄndG)}}&amp;lt;/ref&amp;gt; durfte auch in Deutschland wieder Hanf angebaut werden. Heute ist der Anbau von THC-armen Nutzhanfsorten in allen Ländern Europas sowie in Ländern wie Kanada und [[Australien]] legalisiert, nur in den [[Vereinigte Staaten|USA]] ist der Anbau weiterhin vollständig untersagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Bócsa: S.&amp;amp;nbsp;11–20, und Carus: S.&amp;amp;nbsp;17–21.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heutige Verwendung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Türinnenverkleidung Hanf-PP nova.jpg|mini|Türinnenverkleidung aus hanffaserverstärktem Kunststoff (Matrix [[Polyethylen]] PE)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:OutDoor 2018, Friedrichshafen (1X7A0347).jpg|mini|Hose aus Hanffaser]]&lt;br /&gt;
Die weltweiten Anbauflächen für Nutzhanf betragen heute etwa 60.000 bis 100.000 Hektar und schwanken stark von Jahr zu Jahr. Für 2005 wurde die weltweite Anbaufläche auf etwa 115.000 Hektar geschätzt, von denen etwa 80.000 Hektar auf Asien (vor allem China und [[Nordkorea]]), 14.000 Hektar auf [[Mitgliedstaaten der Europäischen Union|EU-Länder]], 5.700 Hektar auf andere europäische Länder, 10.000 Hektar auf [[Nordamerika]] (ausschließlich Kanada), 4.300 Hektar auf [[Südamerika]] und 250 Hektar auf Australien entfallen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Carus 2008_Weltanbau&amp;quot;&amp;gt;Carus: &amp;#039;&amp;#039;Weltweite Anbauflächen für Hanf im Jahr 2005 (Schätzung).&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;34.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die führenden Anbauländer sind China, Russland, [[Kanada]] und Frankreich, während in anderen Ländern der Anbau eher gering ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Europa wurde bis Anfang der 1990er Jahre fast ausschließlich in Frankreich Hanf angebaut (etwa 6.000 Hektar) und zur Produktion von Zigarettenpapier genutzt, geringe Exportmengen kamen aus [[Spanien]] nach Frankreich. Vor allem auf der Suche nach Alternativen zum stagnierenden und teilweise rückläufigen Lebensmittelanbau auf zunehmenden landwirtschaftlichen [[Brache]]n wurde Hanf wie andere [[Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]] nach dem Wegfall des Anbauverbotes europaweit gefördert, zugleich gewann Hanf als Nutzpflanze zunehmend auch wissenschaftlich und wirtschaftlich Rückhalt, unter anderem durch verschiedene Bucherscheinungen zum Nutzen der Hanfpflanze.&amp;lt;ref&amp;gt;vor allem Jack Herer: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf|The Emperor Wears no Clothes]]. The Authoritative Historical Record of Cannabis and the Conspiracy Against Marijuana.&amp;#039;&amp;#039; Ah Ha Publishing, Van Nuys 1985, ISBN 1-878125-00-1; 1 Auflage in Deutschland 1993 als &amp;#039;&amp;#039;Hemp &amp;amp; The Marijuana Conspiracy: The Emperor Wears no Clothes&amp;#039;&amp;#039; ISBN 0-9524560-0-1 und deutsche, erweiterte Übersetzung &amp;#039;&amp;#039;Hanf – Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf, Cannabis, Marihuana.&amp;#039;&amp;#039; Heyne, 1996, ISBN 978-3-453-11566-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis 1998 vervierfachte sich der Anbau von Nutzhanf in Europa (ohne Spanien) auf fast 40.000 Hektar. In Spanien wurden von 1997 bis 1999 hohe Anbauzahlen bis zu 20.000 Hektar durch Prämienzahlungen erreicht, der größte Teil der subventionierten Ernte wurde allerdings nicht verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Carus 2008_EU&amp;quot;&amp;gt;Carus: &amp;#039;&amp;#039;Hanfanbau in der EU.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;25–28.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heyland 2006&amp;quot; /&amp;gt; Im Jahr 2006 wurden in den Ländern der [[Europäische Union|Europäischen Union]] auf etwa 14.000 Hektar Nutzhanf angebaut, davon allein 8.000 in Frankreich und jeweils über 1.000 in Deutschland, [[Großbritannien (Insel)|Großbritannien]] und [[Tschechien]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Carus 2008_EU&amp;quot; /&amp;gt; Prognosen gehen davon aus, dass sich der Hanfanbau durch die zunehmende Nachfrage nach hanffaserverstärkten Werkstoffen und Dämmmaterial sowie durch die Preissteigerungen bei exotischen Fasern auf etwa 20.000 Hektar europaweit erhöhen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Carus 2008_EU&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2019 lag die Anbaufläche für Hanf bei 39 405 ha, wovon 14000 ha auf Frankreich entfielen. In Europa liegt die Produktionsmenge an Fasern bei ca. 152000 t, davon allein 78000 t in Frankreich und 14000 t in den Niederlanden. In Frankreich erreichen die Fasererträge ca. 7700 kg/ha.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Veit: Fasern – Geschichte, Erzeugung, Eigenschaft, Markt. Springer Berlin 2023, ISBN 978-3-662-64468-3, S. 231.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hanflangfasern finden heute fast ausschließlich Verwendung bei der Produktion von Textilien. Sie sind sehr reißfest und eignen sich besonders gut für die Bekleidungsindustrie. Dabei erzielen Hanftextilien bessere Werte für [[Scheuerbeständigkeit]] als Baumwolltextilien und haben daher auch eine längere Lebensdauer. Eine klassische Anwendung für das Hanfwerg als loses Langfasermaterial ist die Abdichtung beim Verschrauben von [[Whitworth-Gewinde|Rohrgewinden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund ihrer geringen [[Verrottung]]stendenz, gesundheitlichen Unbedenklichkeit und Schädlingsresistenz sind Hanffasern als [[Dämmstoff]], zum Beispiel für den Hausbau, gut geeignet und beliebt. Heute finden Kurzfasern außerdem Verwendung in [[Zellstoff]]en, [[Vliesstoff|Vliesen]], wie etwa Aufzuchtvliesen für [[Gartenkresse|Kressesamen]], [[Papiersorte|Spezialpapieren]] sowie [[Naturfaserverstärkter Kunststoff|naturfaserverstärkten Kunststoffen]]. Ein Schwerpunkt ist die Verwendung von Hanffasern im Automobilbau, wo sie als &amp;#039;&amp;#039;Verstärkung&amp;#039;&amp;#039; für Kunststoffe der &amp;#039;&amp;#039;Türinnen&amp;#039;&amp;#039;- und &amp;#039;&amp;#039;Kofferraumverkleidung&amp;#039;&amp;#039; genutzt werden. Vor allem die weitere Ausdehnung des Dämmstoffmarktes und die Nutzung von naturfaserverstärkten Kunststoffen auch außerhalb der Automobilindustrie bestimmt aktuell das Wachstum des europäischen Hanfmarktes.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Carus 2008_Historie&amp;quot;&amp;gt;Carus: &amp;#039;&amp;#039;Hanf – Eine historische Betrachtung&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;17–21.&amp;lt;/ref&amp;gt; So finden sie beispielsweise bei der Produktion von Koffern, [[Notebook]]gehäusen und [[Schleifscheibe]]n Verwendung. Dabei werden diese Kunststoffe heute nicht mehr allein wegen ihrer &amp;#039;&amp;#039;mechanischen Eigenschaften&amp;#039;&amp;#039; genutzt, sondern werden auch als Designelemente eingesetzt, wie beispielsweise bei dem im Juli 2008 vorgestellten [[Lotus Elise|Eco Elise]] von [[Lotus Cars]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.auto-news.de/auto/news/anzeige_Lotus-Elise-Eco-Gruener-Oeko-Roadster-mit-Materialien-aus-der-Natur_id_22050 &amp;#039;&amp;#039;Lotus Eco Elise: Leichtgewicht mit Naturmaterialien&amp;#039;&amp;#039;.] Auto-News.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Knallkörper#Kubischer Kanonenschlag|Kubische Kanonenschläge]] werden mit [[Hanfspagat]] bandagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
   Hanfdaemmstoff CG.jpg|Dämmstoffblock aus Hanffasern&lt;br /&gt;
   Hemp-sack, Asabukuro, Japan.jpg|Sack aus Hanfgewebe, [[Japan]]&lt;br /&gt;
   B-Säule PP-NF CG.jpg|[[Fahrzeugsäule|B-Säule]] aus hanffaserverstärktem Kunststoff (Matrix Polypropylen PP)&lt;br /&gt;
   Handschuhfach PP-NF CG.jpg|Handschuhfach aus hanffaserverstärktem Kunststoff (Matrix Polypropylen PP)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nebenprodukte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hemp shives.jpg|mini|Schäben]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Schäbe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Produktion von Hanffasern fallen als Nebenprodukt [[Schäben]] an. Sie sind die Reste der verholzten Pflanzenteile, die sich nicht zur Fasergewinnung verwenden lassen. Sie fallen in großer Menge an und haben dadurch erheblichen Anteil an der Wertschöpfung bei der Hanffaserverarbeitung. Die 31.000 Tonnen Hanfschäben, die 2003 von europäischen Hanfbauern produziert wurden, finden vor allem als [[Einstreu]] Verwendung. Pferdebesitzer schätzen besonders die Absorptionsfähigkeit und leichte [[Kompost]]ierbarkeit der Einstreu aus Hanf. Auch als Baustoff lassen sich die Schäben einsetzen, gemischt mit [[Branntkalk]] und [[Sand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die &amp;#039;&amp;#039;Superkurzfasern&amp;#039;&amp;#039; mit ihrer Länge von wenigen Millimetern bis zu einem Zentimeter stellen Nebenprodukte oder Verluste des Hanffaseraufschlusses dar. Sie können in der Regel nicht wie Kurzfasern verwendet werden. &amp;#039;&amp;#039;Superkurzfasern&amp;#039;&amp;#039; werden vor allem als [[Ballaststoff]]e dem [[Viehfutter]] beigemischt, eine alternative Verwendung ist ihre Nutzung als Verstärkungsfasern in [[Spritzguss]]kunststoffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vollprodukte des Nutzhanfs neben der Faser sind [[Hanfsame]]n, [[Hanföl]] sowie [[ätherisches Hanföl]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ivan Bócsa, Michael Karus, Daike Lohmeyer: &amp;#039;&amp;#039;Der Hanfanbau. Botanik, Sorten, Anbau und Ernte, Märkte und Produktlinien.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Landwirtschaftsverlag, Münster 2000, ISBN 978-3-7843-3066-2.&lt;br /&gt;
* Michael Carus u.&amp;amp;nbsp;a.: [http://www.fnr-server.de/ftp/pdf/literatur/pdf_315gf_band_26_komplet_100.pdf &amp;#039;&amp;#039;Studie zur Markt- und Konkurrenzsituation bei Naturfasern und Naturfaser-Werkstoffen (Deutschland und EU).&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 3,7&amp;amp;nbsp;MB) Gülzower Fachgespräche 26, hrsg. von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.&amp;amp;nbsp;V., Gülzow 2008.&lt;br /&gt;
* Klaus-Ulrich Heyland, Herbert Hanus, Ernst Robert Keller: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch des Pflanzenbaus: Ölfrüchte, Faserpflanzen, Arzneipflanzen und Sonderkulturen.&amp;#039;&amp;#039; Band 4. Eugen Ulmer, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-8001-3203-4, S.&amp;amp;nbsp;290–307.&lt;br /&gt;
* nova-Institut (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das kleine Hanf-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2003, ISBN 3-89533-271-2, S.&amp;amp;nbsp;63–64.&lt;br /&gt;
* Robert R. Franck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bast and other plant fibres.&amp;#039;&amp;#039; Woodhead Publishing, Cambridge 2005, ISBN 978-1-85573-684-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://materialarchiv.ch/de/ma:material_592  Material Archiv: Hanffasern] – Materialinformationen und Bilder&lt;br /&gt;
* [http://www.hanfmuseum.de/ &amp;#039;&amp;#039;Hanf Museum Berlin&amp;#039;&amp;#039;.] – ständige Ausstellung über die Nutzung der Pflanze Hanf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesenswert|1. August 2008|49037602}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenfaser]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dämmfaser]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verstärkungsfaser]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturdämmstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Papierrohstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hanf als Faserpflanze| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
	</entry>
</feed>