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	<title>Handhaftverfahren - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T03:20:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Handhaftverfahren&amp;diff=1994996&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;0000ff: /* Einleitung */ archivbot geprüft, ref format</title>
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		<updated>2026-01-22T12:11:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einleitung: &lt;/span&gt; archivbot geprüft, ref format&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Handhaftverfahren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war eine Verfahrensart des [[Mittelalter|mittelalterlichen]] [[Strafverfahren]]s, die insbesondere im [[Sachsenspiegel]] zum Ausdruck kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum ordentlichen [[Inquisitionsverfahren#Akkusationsverfahren|Akkusationsverfahren]], in dem die Täterschaft des vermeintlichen Täters für eine Verurteilung erst bewiesen werden musste, galt der im altsächsischen Volksrecht begründete Satz, dass bei „handhafter Tat“ die sofortige Bestrafung des Täters erfolgen konnte. Man verstand darunter sowohl den Fall, dass der Verbrecher auf der Tat selbst ([[hebende Hand]]) oder unter Umständen ergriffen worden war, die seine Täterschaft sicher erkennen ließen ([[blickender Schein]]), als auch den Fall, dass der Täter seine Schuld unumwunden einräumte ([[Urgicht|gichtiger Mund]]). Waren in einem solchen Fall drei [[Schöffe (historisch)|Schöffen]] zugegen, so konnten sie ohne weitere Prozedur den Verbrecher ergreifen und hinrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Femgerichte &amp;#039;&amp;#039;Femgerichte&amp;#039;&amp;#039;] Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 411–412. Zeno.org, abgerufen am 27. Juni 2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach oder während des Ergreifens musste von dazu berufenen [[Gerichtsdiener]]n das sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Gerüft&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Niklaus Ruckstuhl: {{Webarchiv|url=http://ius.unibas.ch/typo3conf/ext/x4eunical/scripts/handleFile.php?file=4871 |wayback=20160225200356 |text=&amp;#039;&amp;#039;Strafprozessrecht&amp;#039;&amp;#039;}}. Vorlesungsskript. Universität Basel, Herbstsemester 2008, S. 4 (MS Word DOC; 889 kB).&amp;lt;/ref&amp;gt; erhoben werden: gleichsam als Zeugnis der geübten Rache wurden mittels Geschrei sämtliche Nachbarn („Schreimannen“) zusammengerufen, ehe der Ergriffene vom Betroffenen und den zusammengerufenen Nachbarn vor Gericht gestellt wurde. Wenn noch nicht am Tatort Anklage erhoben wurde, so geschah dies nun vor Gericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gefesselte Täter, dem überdies seine Waffen sowie das bei ihm gefundene Deliktsgut aufgebunden wurde,&amp;lt;ref name=&amp;quot;brandenburg1260&amp;quot; /&amp;gt; konnte vor Gericht nicht aussagen. Gehört wurde nur der durch den handhaften Täter Verletzte. Mittels eines [[Überführungseid]]es konnte dieser gemeinsam mit sechs Zeugen (den &amp;#039;&amp;#039;Schreimannen&amp;#039;&amp;#039;) die offenkundige Rechtsverletzung des Ergriffenen begehren. Durch den Eid des Klägers und der sechs Wahrnehmungszeugen war die Rechtsverletzung besiegelt. Dem Täter blieb keine Möglichkeit der Verteidigung, insbesondere konnte er nicht auf den [[Reinigungseid]] zurückgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Arends: [http://www.geschichte-des-strafrechts.de/thema01-03-epoche-vor-der-rezeption.htm#a20 &amp;#039;&amp;#039;Das alte Verfahren&amp;#039;&amp;#039;] Geschichte des Strafrechts. Epochen des Strafrechts, abgerufen am 27. Juni 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Handhaftverfahren hatte damit rein exekutorischen Charakter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tötung musste anschließend den herbeigerufenen Nachbarn oder später vor Gericht in einem Verfahren &amp;#039;&amp;#039;gegen den toten Mann&amp;#039;&amp;#039; als rechtens „verklart“ werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter C. A. Schels: [https://www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Handhafte_Tat &amp;#039;&amp;#039;Handhafte Tat&amp;#039;&amp;#039;]  Mittelalter-Lexikon. Kleine Enzyklopädie des deutschen Mittelalters, abgerufen am 27. Juni 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu wurde die Leiche des Getöteten als deutliches Zeichen des Rechtsbruches gefesselt vor Gericht gebracht. Der Eid des Täters und der sechs &amp;#039;&amp;#039;Schreimannen&amp;#039;&amp;#039; waren Beweis für die Rechtswidrigkeit der verbrecherischen Handlung des Getöteten wie auch Rechtfertigung der Tötungshandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das unmittelbare Tötungsrecht hat sich am längsten bei nächtlichem Diebstahl, bei Widerstand und Fluchtgefahr sowie bei handhaftem [[Ehebruch]] erhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;brandenburg1260&amp;quot;&amp;gt;[http://www.brandenburg1260.de/recht-sachsenspiegel.html &amp;#039;&amp;#039;Der Sachsenspiegel. Übersicht zum rechtssystematischen Aufbau sowie vergleichende rechtsgeschichtliche Betrachtung ausgewählter Vorschriften.&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Arends: [http://www.geschichte-des-strafrechts.de/thema02-04-Straftatbestaende-Sanktionen-2.htm#16 &amp;#039;&amp;#039;Ehebruch&amp;#039;&amp;#039;] Geschichte des Strafrechts. Konfliktregelung in den frühmittelalterlichen Leges, abgerufen am 27. Juni 2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde später zum Verhaftungsrecht abgeschwächt und ist als vorläufiges Festnahmerecht in {{§|127|stpo|juris}} Abs. 1 [[Strafprozessordnung (Deutschland)|StPO]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kurzer Prozess (Urteil)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strafrechtsgeschichte des Mittelalters]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;0000ff</name></author>
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