<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hallstein-Doktrin</id>
	<title>Hallstein-Doktrin - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hallstein-Doktrin"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hallstein-Doktrin&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T00:36:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hallstein-Doktrin&amp;diff=31113&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;John Multiplayer: /* Nach Adenauer */ Link</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hallstein-Doktrin&amp;diff=31113&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-25T11:15:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Nach Adenauer: &lt;/span&gt; Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F028459-0019, Robert-Schuman-Preis, Verleihung an Walter Hallstein.jpg|mini|Walter Hallstein 1969 während der Verleihung des [[Robert-Schuman-Preis]]es]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hallstein-Doktrin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war eine außenpolitische [[Doktrin]] der [[Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)|Bundesrepublik Deutschland]] von 1955 bis 1969. Als eine politische Leitlinie besagte sie, dass die Aufnahme [[Diplomatie|diplomatischer Beziehungen]] zur [[Deutsche Demokratische Republik|Deutschen Demokratischen Republik]] (DDR) durch [[Drittstaat]]en als „unfreundlicher Akt“ gegenüber der Bundesrepublik betrachtet werden müsse. Etwaige Gegenmaßnahmen der Bundesrepublik waren nicht festgelegt. Damit war eine weite Skala von wirtschaftlichen Sanktionen bis zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit dem betreffenden Staat möglich. Ziel war es, die DDR außenpolitisch zu isolieren. Die Hallstein-Doktrin wurde aber auch eingesetzt, um wirtschaftliche Kontakte der DDR zu erschweren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[sozialliberale Koalition]] unter [[Willy Brandt]] gab die Hallstein-Doktrin auf. Sie war immer schwieriger zu handhaben und beschränkte auch die [[Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland|bundesdeutsche Außenpolitik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage der Doktrin war der [[Alleinvertretungsanspruch]], d.&amp;amp;nbsp;h. die Auffassung, wonach die Bundesrepublik Deutschland die einzige [[Legitimität|legitime]] Vertretung des [[Deutsche|deutschen Volkes]] sei. Hingegen waren weder der [[Deutscher Volkskongress|Deutsche Volkskongress]] noch die Regierung in der [[Realsozialismus|realsozialistischen]] DDR [[Demokratie#Definition der Demokratie|demokratisch legitimiert]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Manfred Overesch]]: [https://www.zeit.de/1994/20/ddr-des-deutschen-mutterland/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;DDR: des Deutschen Mutterland?&amp;#039;&amp;#039;], [[Die Zeit]], Nr. 20 vom 13. Mai 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&amp;amp;dokument=0232_ddr&amp;amp;object=context&amp;amp;st=DDR%20EINF%C3%BCHRUNG%20AMOS&amp;amp;l=de Einführung (Einleitungstext) über die DDR-Verfassung von 1949] auf [[1000dokumente.de]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass nur die Bundesrepublik die Deutschen international vertreten dürfe, wurde aus der [[Präambel des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland#Historischer Wortlaut|damaligen Präambel des Grundgesetzes]] abgeleitet, wobei nach der [[Verfassung der DDR]] deren Bürger ebenfalls die [[deutsche Staatsangehörigkeit]] besaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benannt war die Doktrin nach [[Walter Hallstein]] ([[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]), [[Staatssekretär]] im [[Auswärtiges Amt|Auswärtigen Amt]] von 1951 bis 1958. Hallstein selbst war nicht deren Urheber. Sie geht vielmehr auf eine Formulierung [[Wilhelm Grewe]]s vom 23. September 1955 zurück, [[Völkerrecht]]ler und Leiter der &amp;#039;&amp;#039;Politischen Abteilung&amp;#039;&amp;#039; im Außenministerium.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.bundesarchiv.de/oeffentlichkeitsarbeit/bilder_dokumente/01366/index.html.de |wayback=20160305150314 |text=&amp;#039;&amp;#039;Hintergrundinformationen 1955: Die Hallstein-Doktrin&amp;#039;&amp;#039;}}, Informationen von [[Hanns Jürgen Küsters]] ([[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:GDR recognition 1970.png|mini|Staaten, die die DDR bis 1970 anerkannten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-1989-101-01A, Moskau, Besuch Konrad Adenauer.jpg|mini|Konrad Adenauer 1955 in [[Moskau]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-D0227-0053-004, Ägypten, Besuch Walter Ulbricht.jpg|mini|hochkant|Walter Ulbricht 1965 in [[Ägypten]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-M0925-406, New York, Fahnen vor dem UNO-Gebäude.jpg|mini|hochkant|Die Flaggen beider deutscher Staaten 1973 vor dem [[UNO-Hauptquartier]] in [[New York City|New York]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unter Adenauer ===&lt;br /&gt;
Im September 1955 nahm die [[Deutschland|Bundesrepublik Deutschland]] im Zuge der Moskau-Reise [[Konrad Adenauer]]s [[Deutsch-sowjetische Beziehungen|diplomatische Beziehungen]] zur [[Sowjetunion]] auf; zuvor war der Kontakt zur östlichen Siegermacht stets über die [[alliierte]]n Westmächte geführt worden. Eigentlich wollte die Bundesrepublik [[Volksdemokratie]]n mit ihren Beziehungen zur DDR nicht anerkennen, erklärte die Sowjetunion wegen deren Bedeutung jedoch zur Ausnahme. Mit Blick auf die [[Volksrepublik Polen]] und die [[Volksrepublik Ungarn]] wurde die Hallstein-Doktrin formuliert und im Dezember desselben Jahres auf einer Botschafterkonferenz in [[Bonn]] erstmals öffentlich verkündet: Die Aufnahme oder Unterhaltung von diplomatischen Beziehungen zur DDR wurde seitens der Bundesrepublik Deutschland als unfreundlicher Akt &amp;#039;&amp;#039;(acte peu amical)&amp;#039;&amp;#039; gesehen und in der Regel mit dem Abbruch beziehungsweise der Nichtaufnahme diplomatischer Beziehungen beantwortet. Dem Alleinvertretungsanspruch zufolge habe nur die Bundesrepublik die demokratische [[Legitimation (Politikwissenschaft)|Legitimation]] inne, im [[Ausland]] für das deutsche Volk zu sprechen. Der unmittelbare Kern der Hallstein-Doktrin war mithin die Verhinderung der völkerrechtlichen Anerkennung der DDR und damit ihre wirksame internationale Isolierung.&amp;lt;ref&amp;gt;Hanns Jürgen Küsters: &amp;#039;&amp;#039;Wiedervereinigung durch Konföderation? Die informellen Unterredungen zwischen Bundesminister Fritz Schäffer, NVA-General Vincenz Müller und Sowjetbotschafter Georgij Maksimowitsch Puschkin 1955/56.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039; (VfZ), 40. Jg., Heft 1, 1992, S. 107–153, hier S. 128 ([https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1992_1_6_kuesters.pdf PDF]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurde als außenpolitisches Instrument konzipiert und nicht primär als eigenständiges [[Wirtschaftspolitik|wirtschaftspolitisches]] Isolationsprogramm; wirtschaftliche Maßnahmen spielten dabei lediglich eine untergeordnete, instrumentelle Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Werner Kilian]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Hallstein-Doktrin. Der diplomatische Krieg zwischen der BRD und der DDR 1955–1973. Aus den Akten der beiden deutschen Außenministerien.&amp;#039;&amp;#039; Duncker &amp;amp; Humblot, 2001, S. 15–20, 359 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbild für die Doktrin waren sowohl die Weigerung der [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten von Amerika]], in den ersten Jahren nach der Etablierung des [[Kommunismus]] in der Sowjetunion und in [[Volksrepublik China|China]] mit diesen Staaten diplomatische Kontakte aufzunehmen, als auch das Vorgehen der Regierungen in den ebenfalls geteilten Staaten [[Korea]] und [[Vietnam]]. Gegenstück zur Hallstein-Doktrin seitens der DDR war die sogenannte [[Ulbricht-Doktrin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bundesdeutsch]]en Politik war die Hallstein-Doktrin umstritten, da befürchtet wurde, dass Staaten, die die DDR [[Diplomatische Anerkennung|diplomatisch anerkannt]] hatten, den Kontakt zur Bundesrepublik ihrerseits ablehnen könnten, was eine außenpolitische Isolation der Bundesrepublik zur Folge haben könnte. Auch als Anfang 1956 in Bonn über eine vorsichtige Annäherung an Polen diskutiert wurde, geriet die Hallstein-Doktrin in die Kritik. Als im Winter 1957 die DDR in [[Kairo]] ein Büro eröffnete, das für den diplomatischen Kontakt mit dem gesamten arabischen Raum zuständig sein sollte, wandte die Bundesrepublik die Hallstein-Doktrin nicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits an der [[Genfer Außenministerkonferenz]] der Siegermächte (Mitte 1959) nahmen zwei deutsche Delegationen teil. An den runden Tisch der [[Vier Mächte]] hatte man zwei weitere Tische herangerückt, einen in die Nähe der sowjetischen, den anderen in der Nähe der US-amerikanischen Delegation.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Der Spiegel]] Nr. 22/1959: [https://www.spiegel.de/politik/deutsche-an-keinem-tisch-a-42949979-0002-0001-0000-000042625415?context=issue &amp;#039;&amp;#039;Deutsche an keinem Tisch&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundesarchiv.de/cocoon/barch/k0/k/k1959k/kap1_1/para2_2.html &amp;#039;&amp;#039;Deutschland- und Berlin-Frage, Genfer Außenministerkonferenz&amp;#039;&amp;#039;], Bundesarchiv.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Umsetzung zeigte sich, dass die Bundesrepublik ihre Reaktionen vor allem über diplomatische Maßnahmen gestaltete, insbesondere durch die Drohung bzw. den Abbruch von diplomatischen Beziehungen gegenüber Staaten, die die DDR anerkannten.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Kilian: &amp;#039;&amp;#039;Die Hallstein-Doktrin. Der diplomatische Krieg zwischen der BRD und der DDR 1955–1973. Aus den Akten der beiden deutschen Außenministerien.&amp;#039;&amp;#039; Duncker &amp;amp; Humblot, 2001, S. 55–60.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich abgebrochen wurden diplomatische Beziehungen hingegen selten:&lt;br /&gt;
* Im Fall des [[Bewegung der blockfreien Staaten|blockfreien]], aber sozialistisch regierten [[Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien|Jugoslawien]] im Jahr 1957 brach die [[Bundesregierung (Deutschland)|deutsche Bundesregierung]] den diplomatischen Kontakt auch gegen Proteste aus der CDU ab. Vertraglich vereinbarte Zahlungen wurden aber fortgesetzt und ein [[Generalkonsulat]] im Lande belassen.&lt;br /&gt;
* Am 14. Januar 1963 wurden die diplomatischen Kontakte zum sozialistischen [[Kuba]] [[Fidel Castro]]s abgebrochen, nachdem dieser Staat die DDR anerkannt hatte.&lt;br /&gt;
* Der ägyptische Präsident [[Gamal Abdel Nasser]] empfing 1965 [[Walter Ulbricht]] zu einem [[Besuch Walter Ulbrichts in Ägypten|Staatsbesuch in Kairo]]. Nasser erklärte zwar, er könne die DDR leider nicht anerkennen, aber trotzdem stellte die Bundesrepublik die deutsche Wirtschaftshilfe für [[Ägypten]] ein und nahm diplomatische Beziehungen zu [[Israel]] auf. Daraufhin brachen Ägypten und weitere acht arabische Staaten den diplomatischen Verkehr mit [[Westdeutschland]] ab, erkannten aber nicht&amp;amp;nbsp;– was befürchtet worden war&amp;amp;nbsp;– die DDR an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurden lediglich DDR-Handelsdelegationen in einigen Ländern der Region eingerichtet. Zu einer Anerkennungswelle der DDR in der arabischen Welt kam es erst 1969, nachdem [[Ost-Berlin]] seit dem [[Sechstagekrieg]] 1967 eindeutig Stellung gegen Israel bezogen hatte: [[Irak]], wo 1968 wieder die [[Baath-Partei]] an die Macht gekommen war, nahm als erstes arabisches Land diplomatische Beziehungen zur DDR auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus entwickelte sich eine Art Wettlauf zwischen den beiden deutschen Staaten, in dem jeder versuchte, möglichst zuerst mit vielen Staaten diplomatische Beziehungen aufzubauen, um dadurch den jeweils anderen auszustechen. Meist waren damit wirtschaftliche und [[Entwicklungspolitik|entwicklungspolitische]] Zugeständnisse verbunden. Ziele dieses Vorgehens waren vor allem die Länder der [[Dritte Welt|Dritten Welt]], von denen viele in dieser Zeit von [[Kolonie]]n zu unabhängigen Staaten wurden (siehe [[Dekolonisation]]). Ein besonders markantes Beispiel für diesen Wettlauf war die sogenannte [[Geschichte Guineas#Die unabhängige Republik Guinea|Guinea-Krise]]: Als das afrikanische Land [[Guinea]] 1958 unabhängig wurde, bemühten sich beide deutsche Staaten, dort einen [[Botschafter]] zu platzieren. Die DDR richtete eine Handelsvertretung ein, kurz darauf nahm der bundesdeutsche Botschafter die Arbeit in Guinea auf. 1960 schickte jedoch Guinea einen Botschafter in die DDR. Die Bundesregierung zog sofort ihren Botschafter aus Guinea ab, worauf die guineische Regierung erklärte, dass sie nie einen Botschafter nach Ost-Berlin entsandt habe. Die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Guinea wurden wiederhergestellt, die DDR war außenpolitisch beschädigt. Als erster afrikanischer Staat erkannte 1964 die kurzlebige [[Volksrepublik Sansibar und Pemba]] die DDR diplomatisch an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Auswirkungen hatte die Hallstein-Doktrin bei verschiedenen internationalen Veranstaltungen, beispielsweise bei Sportwettkämpfen, bei denen bundesdeutsche Diplomaten das Aufziehen der [[Flagge der Deutschen Demokratischen Republik|DDR-Flagge]] und das Abspielen der [[Auferstanden aus Ruinen|DDR-Hymne]] zu verhindern versuchten. Bei der [[Eishockey-Weltmeisterschaft 1961|Eishockey-Weltmeisterschaft im März 1961]] in [[Genf]] trat die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland auf Anraten des [[Auswärtiges Amt|Auswärtigen Amtes]] nicht zum Spiel gegen die DDR an, weil sie ansonsten der Hymne und der Flagge der DDR hätte Reverenz erweisen müssen.&amp;lt;ref&amp;gt;Gunter Holzweißig: &amp;#039;&amp;#039;Diplomatie im Trainingsanzug.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 1981, ISBN 3-486-50971-3, S.&amp;amp;nbsp;37.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Spiel wurde 5:0 zugunsten der DDR gewertet und die Mannschaft der Bundesrepublik landete auf dem letzten Platz ihrer Gruppe. Auf Veranlassung der Bundesregierung gab es bis Mitte der 1960er Jahre mehrfach Vereinbarungen mit [[NATO]]-Partnerstaaten, DDR-Sportlern und -Sportfunktionären keine [[Visum|Einreisevisa]] zu erteilen, sodass diese von vielen internationalen Sportveranstaltungen ausgeschlossen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach Adenauer ===&lt;br /&gt;
In der [[Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)#Ludwig Erhard, Große Koalition und 68er-Bewegung|ersten Hälfte der 1960er Jahre]] – 1961 war die [[Berliner Mauer]] gebaut worden – begann eine Neuorientierung der [[Ostpolitik der Bundesrepublik Deutschland bis 1990|Ostpolitik]]. So wurde die Hallstein-Doktrin unter den Bundeskanzlern [[Ludwig Erhard]] (1963–1966) und [[Kurt Georg Kiesinger]] (1966–1969) zunehmend inkonsequent angewandt: Kiesinger trat mit der DDR, die er als „Phänomen“ bezeichnete, aber nicht als Staat anerkannte, in einen Briefwechsel ein. Nach der [[Geburtsfehlertheorie]] hob man hervor, dass die [[Satellitenstaat]]en der Sowjetunion die Beziehungen zur DDR nicht freiwillig, sondern unter sowjetischem Druck eingegangen seien; so wurde 1967 beispielsweise in [[Rumänien]] eine Handelsvertretung eingerichtet. Seit 1967 (Botschafteraustausch mit Rumänien 1967, Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Jugoslawien im Januar 1968) wurde die Hallstein-Doktrin im Rahmen der „neuen Ostpolitik“ bis 1969 allmählich abgebaut und nach 1970 endgültig aufgegeben. Im Herbst 1969 prägte der neue Bundeskanzler [[Willy Brandt]] (1969–1974) eine wegweisende Formel, indem er von „zwei [[Staat]]en einer [[Nation]] in Deutschland“ sprach.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rainer Blasius]]: {{Webarchiv | url=http://www.seiten.faz-archiv.de/faz/20071019/fd1200710191376772.html | wayback=20140115023054 | text=&amp;#039;&amp;#039;Starke Geste im Übergang. Als die Hallstein-Doktrin zum ersten Mal angewendet wurde, kannte noch niemand ihren Namen.&amp;#039;&amp;#039;}} In: [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], Nr. 243 vom 19. Oktober 2007, S.&amp;amp;nbsp;12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Geschichte Chiles#Die Präsidentschaft Allendes|Chile]] kündigte im Wahlkampf 1969/70 der Präsidentschaftskandidat des sozialistischen Wahlbündnisses [[Unidad Popular]], [[Salvador Allende]], an, er bzw. [[Chile]] werde im Falle eines Wahlsieges die DDR, Kuba, die [[#Ein-China-Politik|VR China]], [[Nordvietnam]] und [[Nordkorea]] diplomatisch anerkennen. Nachdem Allende am 24. Oktober 1970 vom Parlament zum Präsidenten gewählt worden war, ließ er im April 1971 die DDR anerkennen.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg J. Dufner: &amp;#039;&amp;#039;Chile als Partner, Exempel und Prüfstein. Deutsch-deutsche Außenpolitik und Systemkonkurrenz in Lateinamerika.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 61, Heft 4, S.&amp;amp;nbsp;513–549 (Oktober 2013) ([https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/2013_4.pdf PDF]) {{DOI|10.1515/vfzg.2013.0023}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Starker Mann in der DDR war damals [[Walter Ulbricht]]; er und nach ihm [[Erich Honecker]] glaubten, je mehr Länder den Staat DDR anerkennen würden, desto stabiler wären die [[Teilung Deutschlands]] und die [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands#Rolle der SED in der internationalen Politik|Herrschaft der SED]]. Die Bundesregierung ([[Kabinett Brandt I]]) berief ihren Botschafter [[Horst Osterheld]] {{&amp;quot;|zu Konsultationen}} zurück. Bundesaußenminister [[Walter Scheel]] schlug vor, gegenüber Chile {{&amp;quot;|keine unnötige Härte zu zeigen}}. Die Hallstein-Doktrin und der Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik für ganz Deutschland galten offenbar als Hemmnisse der [[Entspannungspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Sven Felix Kellerhoff]]: [https://www.welt.de/geschichte/article119723766/Mit-Pinochet-machte-die-DDR-beste-Geschaefte.html &amp;#039;&amp;#039;Mit Pinochet machte die DDR beste Geschäfte&amp;#039;&amp;#039;], [[Die Welt]] vom 5. September 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Paul Heller]]: [https://amerika21.de/analyse/90157/brd-chile-pinochet-heller-buch &amp;#039;&amp;#039;Die Bonner Regierung, Konzerninteressen und das Pinochet-Regime in Chile&amp;#039;&amp;#039;], Portal &amp;#039;&amp;#039;amerika21.de&amp;#039;&amp;#039;, 3. November 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich erkannte der &amp;#039;&amp;#039;[[Grundlagenvertrag|Vertrag über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik]]&amp;#039;&amp;#039; (Grundlagenvertrag) vom Dezember 1972 die Existenz des jeweils anderen deutschen Staates an und legte fest, dass keiner der beiden deutschen Staaten den anderen international vertreten oder in seinem Namen handeln könne. Fortan ging auch die [[westliche Welt]] von einer &amp;#039;&amp;#039;[[de jure/de facto|de-facto]]&amp;#039;&amp;#039;-Anerkennung der DDR zu einer &amp;#039;&amp;#039;de-jure&amp;#039;&amp;#039;-Anerkennung über. Im Februar 1973 konnte die DDR dem [[Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen]] beitreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch nach der Entspannung der [[Innerdeutsche Beziehungen|deutsch-deutschen Beziehungen]] und der [[Deutschland in den Vereinten Nationen|Aufnahme beider Staaten in die UN]] am 18. September 1973 blieb in der Bundesrepublik Deutschland überwiegend die Auffassung bestehen, der alleinige rechtmäßige Vertreter des gesamten deutschen Volkes zu sein, weil sie [[Rechtslage Deutschlands nach 1945|völkerrechtlich identisch mit dem Deutschen Reich]] sei. Hinzu kam die demokratische Legitimation der Bundesregierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ein-China-Politik ==&lt;br /&gt;
Eine ähnlich ausgerichtete Politik verfolgt bis heute die [[Volksrepublik China]] in Bezug auf die [[Republik China (Taiwan)]], die als Provinz Chinas angesehen wird ([[Ein-China-Politik]]). Da die meisten Staaten den Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch die Volksrepublik China vermeiden wollen, wird Taiwan international nur von wenigen Staaten anerkannt, obwohl es über alle anderen Attribute eines unabhängigen [[Staat]]es verfügt („stabilisiertes [[De-facto-Regime]]“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Zwei-Staaten-Theorie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Rüdiger M. Booz: &amp;#039;&amp;#039;Hallsteinzeit. Deutsche Außenpolitik 1955–1972.&amp;#039;&amp;#039; Bouvier, Bonn 1995, ISBN 3-416-02526-1.&lt;br /&gt;
* William Glenn Gray: &amp;#039;&amp;#039;Germany’s Cold War. The Global Campaign to Isolate East Germany, 1949–1969.&amp;#039;&amp;#039; University of North Carolina Press, Chapel Hill 2003, ISBN 978-0-8078-2758-1.&lt;br /&gt;
* [[Werner Kilian]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Hallstein-Doktrin. Der diplomatische Krieg zwischen der BRD und der DDR 1955–1973. Aus den Akten der beiden deutschen Außenministerien.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitgeschichtliche Forschungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;7, Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 2001, ISBN 978-3-428-10371-3.&lt;br /&gt;
* Alexander Troche: &amp;#039;&amp;#039;Ulbricht und die Dritte Welt. Ost-Berlins „Kampf“ gegen die Bonner „Alleinvertretungsanmaßung“.&amp;#039;&amp;#039; Palm und Enke, Erlangen 1996, ISBN 3-7896-0352-X.&lt;br /&gt;
* [[Siegfried Prokop]]: &amp;#039;&amp;#039;Sargnagel für die Hallstein-Doktrin&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen [[Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 56. September 2019, {{ISSN|1869-3709}}, S.&amp;amp;nbsp;17–22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.bundesarchiv.de/bestaende_findmittel/editionen/dzd/01307/ | wayback=20090508031841 | text=Dokumente zur Hallstein-Doktrin}} im [[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/AAmt/PolitischesArchiv/DokumenteUndVertraege/551211-Hallstein.html | wayback=20070930190327 | text=Grewes Erläuterung der Hallstein-Doktrin in einem Interview mit dem Nordwestdeutschen Rundfunk am 11. Dezember 1955}} ([[Auswärtiges Amt]])&lt;br /&gt;
* [https://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-gruenderjahre/deutsche-frage/alleinvertretungsanspruch.html Hallstein-Doktrin] ([[Deutsches Historisches Museum#Lebendiges Museum Online (LeMO)|LeMO]])&lt;br /&gt;
* [https://www.cvce.eu/obj/der_abbruch_der_deutsch_jugoslawischen_beziehungen_in_bulletin_des_presse_und_informationsamtes_der_bundesregierung-de-8a4a82cf-a6f3-479d-9776-e366a1e26140.html &amp;#039;&amp;#039;Der Abbruch der deutsch-jugoslawischen Beziehungen&amp;#039;&amp;#039;, in: Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung. 22. Oktober 1957, Nr. 197, S. 1807–1808]&lt;br /&gt;
* [https://www.cvce.eu/obj/note_der_bundesregierung_an_kuba_bonn_14_januar_1963-de-10508db7-7ebf-4004-ad50-a92edc97c59f.html Note der Bundesregierung an Kuba (Bonn, 14. Januar 1963)]&lt;br /&gt;
* Torben Gülstorff: [https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/253953/die-hallstein-doktrin-abschied-von-einem-mythos/ &amp;#039;&amp;#039;Die Hallstein-Doktrin – Abschied von einem Mythos&amp;#039;&amp;#039;], in: [[Deutschland Archiv]], 9. August 2017&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4158857-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsche Teilung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diplomatie (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Doktrin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik 1955]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;John Multiplayer</name></author>
	</entry>
</feed>