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	<title>Hallenkirche - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T05:31:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Hallenkirche&amp;diff=91504&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Rießler: Name im historischen Kontext</title>
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		<updated>2026-02-28T14:29:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Name im historischen Kontext&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:AT-46145 Kath. Pfarrkirche hl. Kilian, Wartberg 25.jpg|mini|[[Pfarrkirche Wartberg an der Krems]] Zweischiffiger und zweijochiger Einsäulenraum]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schneeberg St. Wolfgangskirche inside 2 (aka).jpg|mini|[[St.-Wolfgangs-Kirche (Schneeberg)|St. Wolfgang]] in Schneeberg im Erzgebirge]]&lt;br /&gt;
[[Datei:-2015-04-29 Looking west along the nave, Saint Nicholas parish church, Great Yarmouth, Norfolk.jpg|mini|„Minster“ St Nicholas in [[Great Yarmouth]], [[Norfolk]], [[England]], mit hölzernem [[Tonnengewölbe]]]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hallenkirche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Bautyp einer [[Kirche (Bauwerk)|Kirche]], der durch die Gestalt des [[Langhaus (Kirche)|Langhauses]] gekennzeichnet ist. Dessen [[Kirchenschiff|Schiffe]] sind von gleicher oder annähernd gleicher Höhe und meist unter einem gemeinsamen [[Dach]] vereinigt. Im Unterschied zur [[Basilika (Bautyp)|Basilika]] hat die Hallenkirche keinen [[Obergaden]]. Neben der [[Saalkirche]], der [[Basilika (Bautyp)|Basilika]], der [[Querkirche]] und dem [[Zentralbau]] bildet dieser Bautyp einen der Grundtypen des christlichen Kirchenbaus. Eine Querkirche hat den Altar in der Mitte einer Längswand, kann also entweder den Saalkirchen oder den Hallenkirchen angehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen ==&lt;br /&gt;
Neben der am häufigsten anzutreffenden dreischiffigen Form gibt es fünfschiffige und asymmetrische Formen mit nur einem Seitenschiff. Es gibt auch symmetrische Hallenkirchen mit mittlerer Säulenreihe und zwei oder vier Schiffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallenkirchen können schlichte [[Holzbalkendecke]]n oder [[Gewölbe]] besitzen. Sie sind mit oder ohne [[Querhaus]] anzutreffen und mit unterschiedlicher Ausbildung des [[Chor (Architektur)|Chors]] erbaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als „[[Staffelhalle]]“, „Stufenhalle“ oder „gestufte Halle“ bezeichnet man einen Bau, bei dem das Mittelschiff etwas höher aufragt als die Seitenschiffe. Die Gewölbe des Hauptschiffs können zwar etwas höher ansetzen als die der Seitenschiffe, aber die Höhenbereiche überlappen einander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einer „[[Pseudobasilika]]“ spricht man, wenn das Mittelschiff deutlich höher aufragt als die Seitenschiffe und eine Mittelschiffwand ([[Obergaden]]) über den Arkaden ausbildet, die jedoch – anders als bei einer echten Basilika – fensterlos bleibt. Während bei einer Basilika die Außenwände der Kirche relativ niedrig bleiben können, gehen bei Hallenkirchen die äußeren Fensterwände über die volle Höhe des Baus und erreichen bei großen Bauten beachtliche Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Frühzeit der Entwicklung wurden Stufenhallen mit Tonnengewölben errichtet. Dabei liegt die Basis der Längstonne des Mittelschiffs über den Scheiteln der Arkadenbögen, aber es gibt keine Obergaden. Die Seitenschiffe können dabei Quertonnen haben, oder Kreuzgratgewölbe, manchmal auch Halbtonnen, die sich an das Mittelschiffsgewölbe anlehnen und so dessen Seitenschub aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Spätzeit, nämlich ab der [[Renaissance]], wurden auch Stufenhallen mit Mitteltonne und dem Querschnitt eines [[Palladiofenster]]s gebaut, mit flach gedeckten Seitenschiffen und einer Längstonne über dem Mittelschiff. Auch hier gibt es keinen Obergaden, aber die Decke des Mittelschiffs liegt vollständig über Anschlüssen und Decken der Seitenschiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer Kirchenräumen, bei denen der gesamte mehrschiffige Bereich aus gleich hohen Schiffen besteht, gibt es auch Kirchen, bei denen das Langhaus den Querschnitt einer Hallenkirche hat, der Chor aber den einer Basilika. Umgekehrt gibt es auch Kirchen mit basilikalem Langhaus, aber mit einem Hallenchor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei Kirchen mit [[Vierungskuppel]] kann das Langhaus eine Halle mit gleich hohen Schiffen sein.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hall church central nave wider.png|Hallenkirche&lt;br /&gt;
Stepped hall church.png|Staffel- = Stufenhalle&lt;br /&gt;
Longitudinal &amp;amp; travers barrel vaults.png|Pseudo&amp;amp;shy;basilika mit Längs&amp;amp;shy;tonne über Quer&amp;amp;shy;tonnen&lt;br /&gt;
Pseudobasilica.png|Pseudobasilika&lt;br /&gt;
Basilica, cross-section scheme.png|Basilika&lt;br /&gt;
Hall church horizontal &amp;amp; sloping.png|Hallenkirche mit teils waagerechter, teils schräger Hallendecke&lt;br /&gt;
Wooden barrel &amp;amp; flat ceilings.png|Pseudobasilika (oder Hallenkirche) mit [[Tonnengewölbe|tonnen&amp;amp;shy;gewölbtem]] Mittel&amp;amp;shy;schiff und un&amp;amp;shy;ge&amp;amp;shy;wölbten Seiten&amp;amp;shy;schiffen&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anzahl und Maße der Schiffe ===&lt;br /&gt;
Bei dreischiffigen Hallenkirchen können die Schiffe etwa gleich breit sein, was bei gleicher Höhe eine weitgehende Gleichwertigkeit zufolge hat, oder die Seitenschiffe können deutlich schmaler sein als das Mittelschiff, dienen dann eher der für viele gotische Kirchen typischen Wandauflösung. Wenn das Kirchenschiff bei gleich breiten (Teil-)Schiffen auch nur drei [[Joch (Architektur)|Joche]] lang ist, bewirkt das eine Annäherung an den [[Zentralbau]], allerdings oft ohne Betonung des Zentrums. Bekannt ist die Bezeichnung [[westfälisches Quadrat]], aber derartige Kirchenschiffe finden sich beispielsweise auch in [[Süddeutschland]] und in [[Schlesien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Hallenkirchen haben sogar fünf (Teil-)Schiffe. So wurde der [[Kolberger Dom]] in der zweiten Hälfte des 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dehio1906bd2/0228/image,info Georg Dehio: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler&amp;#039;&amp;#039; (Band 2): &amp;#039;&amp;#039;Nordostdeutschland&amp;#039;&amp;#039; (1908), S. 215]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[St-Éloi (Dünkirchen)|St-Éloi]] in [[Dünkirchen]] ([[Département Nord|Nordfrankreich]]) erst 1782 von drei auf fünf Schiffe erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt aber auch Hallenkirchen mit gerader Anzahl von Schiffen. Ist eine einschiffige Kirche nachträglich um ein weiteres Schiff erweitert worden, so ist die Breite der Schiffe oftmals ungleich und die Kirche auch hinsichtlich des [[Chor (Architektur)|Chors]] zumeist asymmetrisch.&lt;br /&gt;
Eine nicht unerhebliche Anzahl von Hallenkirchen wurde planmäßig zweischiffig angelegt. Solche Kirchen sind üblicherweise symmetrisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Einstützenhalle}}Die kleinste Form der zweischiffigen Hallenkirche ist die [[Einstützenhalle]]; ein Pfeiler in der Mitte des Kirchenschiffs stützt vier Gewölbejoche. Eine Häufung derartiger Kirchen findet sich auf der [[Schweden|schwedischen]] Insel [[Liste der Hallenkirchen in Schweden#Gotland|Gotland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Nordhessen]] gibt es ein paar sehr einfache zweischiffige Hallenkirchen mit flachen Holzdecken. Hölzerne Pfeiler tragen einen Längsbalken, der die Decke in der Mitte abstützt.&lt;br /&gt;
Auch diese Form gibt es als Einstützenhalle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die wohl ersten Säulenhallen mit gleich hohen Gewölben in allen Schiffen waren Krypten.&lt;br /&gt;
Als älteste Hallenkirche nördlich der Alpen gilt die um 1017 errichtete [[Bartholomäuskapelle (Paderborn)|Bartholomäuskapelle]] in [[Paderborn]].&lt;br /&gt;
Seit etwa dem Jahr 1000 entstanden in [[Katalonien]] und Südwestfrankreich mehrere überwiegend kleine Kirchen mit Tonnengewölben, deren Mittelschiffstonne gleich über den Arkadenbögen lag. Im 11. und 12. Jahrhundert wurde im [[Poitou]] einige größere Stufenhallen mit Tonnengewölbe wenigstens des Mittelschiffs errichtet, die jüngeren schon mit der wohl im [[Burgund]] entwickelten [[Tonnengewölbe|Spitztonne]]. Die [[Kathedrale von Poitiers]] stellt die frühgotische Weiterentwicklung dieses Typs dar. Es wird angenommen, dass [[Heinrich der Löwe]] und sein Gefolgsmann [[Bernhard II. (Lippe)|Bernhard II. zur Lippe]] in ihrem im [[Angevinisches Reich|Angevinischen Reich]] verbrachten „englischen“ Exil die in Bau befindliche Kathedrale kennenlernten. Dadurch gilt sie als Vorbild der spätromanischen und gotischen Hallenkirchen in Westfalen und Norddeutschland.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;180&amp;quot; heights=&amp;quot;135&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Paderborn Bartholomäuskapelle 854.jpg|[[Bartholomäuskapelle (Paderborn)]], um 1017&lt;br /&gt;
Ancienne église abbatiale de Saint-Savin 5.jpg|[[Abtei Saint-Savin-sur-Gartempe]], Kirche 1040–1090&lt;br /&gt;
Poitiers - Cathédrale Saint-Pierre 13.jpg|[[Kathedrale von Poitiers]], ab 1160&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die ab 1230 errichtete [[Elisabethkirche (Marburg)|Elisabethkirche]] in [[Marburg]], eine der ersten in gotischem Stil begonnenen Kirchen in Deutschland, ist eine Hallenkirche. Ebenfalls ab etwa 1230 wurden zwei bedeutende in romanischem Stil begonnene Kirchen in Westfalen, das [[Herforder Münster]] und der [[Paderborner Dom]] als gotische Hallenkirchen weitergebaut.&lt;br /&gt;
In der Epoche der Gotik wurden in Mitteleuropa und dem Ostseeraum zwar weiterhin auch [[Basilika (Bautyp)|Basiliken]] gebaut, aber seit dem 14. Jahrhundert waren eine sehr große Zahl der neuerrichteten Gotteshäuser Hallenkirchen. Mancherorts war es nur die größte Pfarrkirche einer Stadt, mancherorts waren es mehrere. Die Anwendung der Hallenstruktur auf die Bauform des [[Chorumgang]]s tritt erstmals beim [[Hallenchor]] im Dom von Verden an der Aller (1310–1326) auf. Allerdings gibt es mit völlig anderer Raumwirkung viel früher schon den Umgangschor einer Emporenhalle, in der St. John’s Kapelle des [[Tower of London]] aus dem letzten Viertel des 11.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts. In Süddeutschland wurde der erste Hallenchor 1351 am [[Heilig-Kreuz-Münster (Schwäbisch Gmünd)|Münster von Schwäbisch Gmünd]] begonnen, jedoch wurde der von [[St. Sebald (Nürnberg)|St. Sebald]] in [[Nürnberg]] (1361–1372) dann früher fertiggestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung der spätgotischen [[Netzgewölbe]] gab es bei der Entwicklung des Raumeindrucks zwei gegenläufige Tendenzen: Wo das Netzgewölbe eine zierliche Weiterentwicklung des Tonnengewölbes war, wurden Hauptschiff und Seitenschiffe wieder stärker voneinander abgegrenzt. Mancherorts aber gelangen nahezu flächige Netzgewölbe auf schlanken Säulen, die die Halle kaum noch unterteilten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Spätgotik war die Hallenkirche besonders für Deutschland kennzeichnend und wird daher manchmal als eine der deutschen Besonderheiten bei der Ausformung des „gotischen“ Stils betrachtet. In der älteren Literatur wurde unter dem von [[Kurt Gerstenberg]] geprägten Begriff der „[[Deutsche Sondergotik|Deutschen Sondergotik]]“ die Raumform der spätgotischen Hallenkirche idealisiert. Die damit verbundene Behauptung, die Hallenkirche sei eine typische Bauform der bürgerlichen Stadtpfarrkirche und ihr Raumbild sei sozusagen „demokratischer“ als die Basilika, wird heute kritisch gesehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Joachim Kunst]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Ideologie der deutschen Hallenkirche als Einheitsraum&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Architectura: Zeitschrift für Geschichte der Architektur&amp;#039;&amp;#039;. 1, 1971, S. 38–53&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery heights=&amp;quot;135&amp;quot; widths=&amp;quot;180&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bremen Liebfrauen Gewölbe Mittelschiff Chor.JPG|[[Liebfrauenkirche (Bremen)|Liebfrauenkirche]] in [[Bremen]], Vielfalt frühgotischer Gewölbe&lt;br /&gt;
Münster_-_Lambertikirche_-_Decke.JPG|[[St. Lamberti (Münster)]]&lt;br /&gt;
Verden Dom Chor.jpg| [[Dom zu Verden|Dom]] von [[Verden an der Aller]], Hallenumgangschor zwischen 1310 und 1326&lt;br /&gt;
23.5.2019 Blick in das Heilig-Kreuz-Münster in Schwäbisch Gmünd. 01.jpg|[[Heilig-Kreuz-Münster (Schwäbisch Gmünd)|Heilig-Kreuz-Münster]] in [[Schwäbisch Gmünd|Schwä&amp;amp;shy;bisch Gmünd]]: Hallen&amp;amp;shy;umgangs&amp;amp;shy;chor um 1400 mit spätgotischem Netzgewölbe um 1500&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Emporenhalle ===&lt;br /&gt;
{{Anker|Emporenhalle}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Sondershausen St. Trinitatis 02.jpg|mini|[[Trinitatiskirche (Sondershausen)|Trinitatiskirche]] in [[Sondershausen]], 17.&amp;amp;nbsp;Jh., Emporen&amp;amp;shy;halle im Re&amp;amp;shy;nais&amp;amp;shy;sance&amp;amp;shy;stil, Chor [[Nachgotik|nachgotisch]]]]&lt;br /&gt;
Eine Sonderform der Hallenkirche sind &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Emporenhalle&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, deren Seitenschiffe durch Emporen besetzt sind. Der Bautyp wurde von [[Wilfried Koch]] anhand von romanischen Beispielen in Frankreich beschrieben&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Baustilkunde&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Europäische Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Mosaik-Verlag, München 1982, ISBN 3-570-06234-1 (35. Auflage: Prestel, München/London/New York 2018, ISBN 978-3-7913-4997-8), S. 121.&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist auch nach der Reformation wegen des gesteigerten Sitzplatzbedarfs bei protestantischen Kirchenneubauten verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Baugeschichten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Verden Johanniskirche775Schiff+Chor.jpg|mini|links|[[St. Johannis (Verden)|St. Johannis]] in [[Verden (Aller)]], durchbrochene alte Seitenwände, angebaute Seitenschiffe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:VcVienneStPierre2.jpg|mini|hochkant|Saint-Pierre in [[Vienne]], nachträglich auf&amp;amp;shy;geteilter spätantiker Saalbau]]&lt;br /&gt;
In Westfalen und Flandern, zwei Gebieten mit besonders großer Dichte an Hallenkirchen, sind mancherorts einschiffige Kirchen zu Hallenkirchen erweitert worden, indem man an das vorhandene Schiff ein oder zwei Schiffe etwa gleicher Höhe anbaute, oft mit eigenen Dachstühlen. In einzelnen Fällen ging der Umbau in entgegengesetzter Richtung, so wurde in der Kirche Saint-Pierre in [[Vienne]] ein spätantiker Saalbau nachträglich durch Einbau von Arkaden zu einer dreischiffigen Hallenkirche umgebaut.&lt;br /&gt;
Von den Hallenkirchen im deutschen Sprachgebiet und ehemaligen deutschen Sprachgebieten ist ein großer Teil durch den Umbau einer Basilika entstanden oder anstelle einer früheren Basilika errichtet worden, darunter wohl ab vor 1230 die [[Liebfrauenkirche (Bremen)|Liebfrauenkirche]] in [[Bremen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt jedoch zwei prominente Ausnahmen, heutige Basiliken, die als Hallenkirche geplant waren: Das Schiff der [[Marienkirche (Lübeck)|Marienkirche in Lübeck]] war schon bis in große Höhe als Halle gediehen, als man sich aus Ehrgeiz entschied, das Mittelschiff höher zu bauen. Das [[Ulmer Münster]] war zunächst als Staffelhalle vorgesehen. [[Ulrich von Ensingen]] plante dann einen höheren Turm und ließ als optisches Gegengewicht dazu auch das Mittelschiff höher bauen, also basilikal. Dadurch wirkten die Schubkräfte von Mittelschiff und Seitenschiffen in unterschiedlichen Höhen auf die Arkadenpfeiler, statt einander auszugleichen. Der drohende Einsturz wurde dadurch abgewendet, dass man jedes der beiden breiten Seitenschiffe durch ein Paar schmaler ersetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Bauformen ==&lt;br /&gt;
Die Zahl regionaler Variationen der Bauform ist groß und lässt sich nur schwer in einem erzählerischen Bogen darstellen. Darum sei hier auch auf die mit zahlreichen, teilweise kommentierten, Abbildungen illustrierte europaweite [[Liste der Hallenkirchen]] verwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Westfalen ===&lt;br /&gt;
In der westfälischen Architektur der [[Spätromanik]] bildeten sich einige Sonderformen der Hallenkirche heraus, so durch Einfügen von Zwischenpfeilern die &amp;#039;&amp;#039;Hallenkirche gebundener Ordnung&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Röckener: Die münsterländischen Hallenkirchen gebundener Ordnung, Untersuchungen zu einer Baugruppe des 13. Jahrhunderts. Münster 1980&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie die &amp;#039;&amp;#039;Wandpfeilerhalle&amp;#039;&amp;#039; mit nach innen gezogenem Stützensystem.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Josef Böker]]: &amp;#039;&amp;#039;Die spätromanische ‚Wandpfeilerhalle‘: Entstehung und Rezeption einer Sonderform des Kleinkirchenbaus im Umkreis des Wittgensteiner Landes&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde&amp;#039;&amp;#039;, 62, 1984, S. 54–76&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
In den Städten Westfalens erreichten nicht nur bürgerliche Hallenkirchen, sondern beispielsweise auch der [[Mindener Dom]] eine Sonderform von im Ideal quadratischem Grundriss.&amp;lt;ref&amp;gt;Elisabeth Fink. &amp;#039;&amp;#039;Die gotischen Hallenkirchen in Westfalen&amp;#039;&amp;#039;. Emsdetten 1934.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wichtige Beispiele sind die [[Petrikirche (Dortmund)|Petrikirche]] in [[Dortmund]], die [[Wiesenkirche (Soest)|Wiesenkirche]] in [[Soest]] und [[St. Lamberti (Münster)|St. Lamberti]] in Münster. Alle drei sind kaum länger als breit, man spricht hier auch vom [[Westfälisches Quadrat|Westfälischen Quadrat]]. Eine der ältesten westfälischen Hallenkirchen, an der sich die Entwicklung des westfälischen Typs der Hallenkirche, der architektonisch bis nach Nordosteuropa ausstrahlte, gut ablesen lässt, ist die [[St. Maria zur Höhe (Soest)|Hohnekirche]] in Soest. Der Gemeinderaum dieser Kirche ist tatsächlich breiter als lang.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;180&amp;quot; hights=&amp;quot;135&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wiesenkirche-Grundriss-Ludorff.png|Annähernd quadratischer Grundriss der [[Wiesenkirche]] in [[Soest]] ([[Westfalen]])&lt;br /&gt;
Floor-plan_Parish_church_St._Martin_(Lauingen).jpg|Gleich breite Kirchenschiffe der [[Stadtpfarrkirche St. Martin (Lauingen)|Stadtpfarrkirche St. Martin]] in [[Lauingen (Donau)]], 1516–1520&lt;br /&gt;
Nuremberg - St. Sebald church.JPG|[[St. Sebald (Nürnberg)|St. Sebald]] in [[Nürnberg]], Schiff basilikal, 1309–1340 gotisiert, Hallenumgangschor 1361–1372&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sachsen ===&lt;br /&gt;
Eine regionale Häufung hochentwickelter spätgotischer Gewölbetechnik stellen die so genannten [[Obersachsen|obersächsischen]] Hallenkirchen dar. Beispiele sind der [[Freiberger Dom]], die [[St.-Wolfgangs-Kirche (Schneeberg)|St.-Wolfgangs-Kirche]] in [[Schneeberg (Erzgebirge)|Schneeberg]], die [[St. Marien (Marienberg)|St. Marienkirche]] in [[Marienberg]], die [[St. Annenkirche (Annaberg-Buchholz)|St. Annenkirche]] in [[Annaberg-Buchholz]] und die [[Marienkirche (Pirna)|Marienkirche]] in [[Pirna]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Süddeutschland ===&lt;br /&gt;
Schon Anfang des 12. Jahrhunderts entstanden in und bei Regensburg romanische Hallenkirchen, so die [[Kloster Prüll|Klosterkirche Prüll]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://geoportal.bayern.de/denkmalatlas/searchResult.html?koid=139116&amp;amp;objtyp=bau&amp;amp;top=1 Bayerischer Denkmalatlas, ANr. = D-3-62-000-745, ID = 139116, &amp;#039;&amp;#039;Klosterkirche Prüll&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; (1104–1110) und die [[St. Leonhard (Regensburg)|St.-Leonhard-Kirche]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://geoportal.bayern.de/denkmalatlas/searchResult.html?koid=49340&amp;amp;objtyp=bau&amp;amp;top=1 Bayerischer Denkmalatlas, ANr. = D-3-62-000-1027, ID = 49340, &amp;#039;&amp;#039;Ehem. Johanniterordenskirche (Regensburg)&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; (1120/1130).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Romanisch mit ersten gotischen Anklängen wurde ebenfalls in der [[Oberpfalz]] im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts am Fluss [[Regen (Fluss)|Regen]] das Hallenschiff der Zisterzienserkirche [[Kloster Walderbach|Walderbach]] errichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://geoportal.bayern.de/denkmalatlas/searchResult.html?koid=45354&amp;amp;objtyp=bau&amp;amp;top=1 Bayerischer Denkmalatlas, ANr. = D-3-72-170-3, ID = 45354, &amp;#039;&amp;#039;Ehem. Zisterzienserabteikirche, jetzt Pfarrkirche St. Nikolaus und St. Maria (Walderbach)&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://gebaut.eu/pontigny_romanik_gotik/pontigny_romanik_gotik.html#walderbach Gebaut: &amp;#039;&amp;#039;Walderbach&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu den ersten gotischen Hallenkirchen in Süddeutschland gehören [[St. Quintin (Mainz)|St. Quintin]] (1288–1330) in [[Mainz]] und das [[Gmünder Münster|Heiligkreuzmünster]] (1321 bis nach 1500) in [[Schwäbisch Gmünd]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bekanntesten Hallenkirchen in Franken gehören [[St. Georg (Dinkelsbühl)|St.&amp;amp;nbsp;Georg]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://geoportal.bayern.de/denkmalatlas/searchResult.html?koid=82090&amp;amp;objtyp=bau&amp;amp;top=1 Bayerischer Denkmalatlas, ANr. = D-5-71-136-305, ID = 82090, &amp;#039;&amp;#039;Stadtpfarrkirche St. Georg (Dinkelsbühl)&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; in der ehemaligen Freien Reichsstadt [[Dinkelsbühl]] und der Chor (1361–1372) von [[St. Sebald (Nürnberg)|St. Sebaldus]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://geoportal.bayern.de/denkmalatlas/searchResult.html?koid=80977&amp;amp;objtyp=bau&amp;amp;top=1 Bayerischer Denkmalatlas, ANr. = D-5-64-000-2163, ID =80977, &amp;#039;&amp;#039;Pfarrkirche St. Sebald (Nürnberg)&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Nürnberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenig später entstanden im [[Herzogtum Bayern]] mehrere Hallenkirchen aus Backstein unter der Mitwirkung [[Hans von Burghausen]]s, geboren zwischen 1350 und 1360.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich ===&lt;br /&gt;
In [[Österreich]] wurde nach bedeutenden Vorläufern in [[Tulln an der Donau|Tulln]] (Dominikanerkirche) mit dem 1295 geweihten Hallenchor der [[Stift Heiligenkreuz|Stiftskirche Heiligenkreuz]] eines der größten und zugleich innovativsten Beispiele dieses Bautypus errichtet. Ausgehend davon begann 1327 der Bau des [[Stift Neuberg|Neuberger Münsters]], einer besonders eindrucksvollen, architektonisch einheitlichen und klaren Halle mit geradem Chorabschluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweischiffige Hallenkirchen im Donau- und Salzachgebiet ===&lt;br /&gt;
Der Typus der &amp;#039;&amp;#039;zweischiffigen Hallenkirche&amp;#039;&amp;#039; hat sich im Inn-Salzach-Gebiet entwickelt, er ist auch im [[Mühlviertel]] verbreitet. Ihm gehören mehrere Kirchen im [[oberösterreich]]ischen [[Innviertel]] an ([[Bürgerspitalkirche (Braunau am Inn)|Spitalkirche]] in [[Braunau am Inn|Braunau]], die Pfarrkirchen [[Pfarrkirche Eggelsberg|in Eggelsberg]], [[Pfarrkirche Hochburg|in Hochburg am Weilhart]] und [[Pfarrkirche Handenberg|in Handenberg]]). [[Pfarrkirche Helpfau|In Helpfau]] und in [[Ried im Innkreis]] wurden die zweischiffige gotischen Hallen im 18. Jahrhundert durch barocke [[Abseitensaal|Abseitensäle]] ersetzt. In Oberbayern folgen dem zweischiffigen Schema die Pfarrkirchen von [[Schnaitsee]], [[Burgkirchen am Wald]], [[St. Peter und Paul (Oberbuch)|St. Peter und Paul]] in Oberbuch (Gemeinde [[Tyrlaching]]) und die Pfarrkirche von [[Tacherting]], in Oberösterreich weiter die Kirchen von [[Laakirchen]] und nördlich der Donau die Kirchen in [[Mauthausen]], [[Bad Kreuzen|Kreuzen]], [[Gramastetten]], [[Königswiesen]], [[Arbing (Oberösterreich)|Arbing]], [[Ried in der Riedmark]] und [[Schenkenfelden]], in Tschechien die Wallfahrtskirche in [[Kájov]] (&amp;#039;&amp;#039;Gojau&amp;#039;&amp;#039;) sowie als Gotteshaus außerhalb des Christentums die [[Altneu-Synagoge]] in [[Prag]]. Der Typus prägte auch Kirchen wie die [[Franziskanerkloster Berchtesgaden|Franziskanerkirche in Berchtesgaden]] und die Stadtpfarrkirche in [[Schwaz]] und beeinflusste u.&amp;amp;nbsp;a. die Walseer Kapelle im ehemaligen [[Franziskanerkloster Enns]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herbert Schindler (Kunsthistoriker)|Herbert Schindler]]: &amp;#039;&amp;#039;Große Bayerische Kunstgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band I. Süddeutscher Verlag, München 1963, S. 323 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit stellt die Pfarrkirche &amp;quot;[[Pfarrkirche Maria Himmelfahrt (Schwaz)|Zu unserer lieben Frau Mariä Himmelfahrt]]&amp;quot; in Schwaz dar, die einen vierschiffigen Innenraum hat. Sie ist die größte vierschiffige Hallenkirche in Europa.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery heights=&amp;quot;240&amp;quot; widths=&amp;quot;160&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:AnnabergSachsen6.jpg|[[St. Annenkirche (Annaberg-Buchholz)]], [[Schlingrippengewölbe]] in höchster Vollendung&lt;br /&gt;
Datei:Kájov - Kirchenschiff.jpg|Zweischiffige Wallfahrtskirche [[Kájov]], [[Tschechien]]&lt;br /&gt;
Datei:Brasov black church winter 2006-03-08.jpg|Die Schwarze Kirche in Kronstadt/[[Brașov]], [[Rumänien]]&lt;br /&gt;
Datei:BozenKathedrale.JPG|Dreischiffige Hallenkirche in [[Bozen]] ([[Südtirol]]): [[Maria Himmelfahrt (Bozen)|Dompfarrkirche Maria Himmelfahrt]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Siebenbürgen ===&lt;br /&gt;
In Rumänien beschränkt sich das Vorkommen von Hallenkirchen auf deutsch besiedelte Orte, da die [[Rumänen]] traditionell der [[Orthodoxe Kirchen|Orthodoxen Kirche]] angehören, [[Orthodoxe Kirchenbauten|deren Kirchenbauten]] nach anderen Prinzipien errichtet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Liste der Hallenkirchen in Rumänien|Mehrere Stadtkirchen]] [[Siebenbürgen]]s sind Hallenkirchen, darunter die [[Schwarze Kirche (Brașov)|Schwarze Kirche]] aus dem 14. Jahrhundert in [[Brașov]], die größte spätgotische Hallenkirche östlich von Wien. Demgegenüber haben die [[Liste der Pseudobasiliken in Rumänien|Kirchen mehrerer]] ländlicher Kirchenburgen die Form von [[Pseudobasilika|Pseudobasiliken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== England ===&lt;br /&gt;
[[Datei:The Temple Church Interior.jpg|mini|links|Chor der Londoner Templerkirche (Foto 1910)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Silk Willoughby, St Denys church interior (26274681252).jpg|mini|St Denis Church, Silk Willoughby, [[Lincolnshire]]]]&lt;br /&gt;
In der englischen Architektur des Mittelalters ist der Bautypus der Hallenkirche gar nicht selten, kam aber lange Zeit kaum ins Bewusstsein, da es in England den Begriff nicht gab. In der deutschen Fachliteratur werden die häufigen Typen englischer Hallenkirchen zwar erwähnt, aber nur beiläufig.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Josef Böker]]: &amp;#039;&amp;#039;Englische Sakralarchitektur des Mittelalters&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1984, S. 170 und 228/229.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tatsächlich gibt es in England mehr als 1500 Hallenkirchen im engeren Sinne, mehr als in irgendeinem anderen Land. Dazu kommen noch über 1100 Pseudobasiliken; an Hallenkirchen im weiteren Sinne sind das zusammen über 2400.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wenigen altbekannten Beispielen zählen die Kathedrale von Bristol und in London die Temple Church (Templerkirche). Die [[Kathedrale von Salisbury]] erhielt von 1220 bis 1228 als ersten Bauabschnitt einen östlichen Kapellenanbau in Form einer dreischiffigen Halle über schlanken Säulen. Die [[Temple Church]] ist im ältesten Teil ein Rundbau, dem noch vor 1240 ein gotischer Hallenchor angefügt wurde. Zwischen 1298 und 1332 wurde der östliche Teil der [[Bristol Cathedral|Kathedrale von Bristol]] in Form einer gotischen Hallenkirche neuerrichtet und von 1868 bis 1877 das Langhaus der Kirche in Fortführung des Chorraums hinzugefügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Hallenkirchen in England sind Dorfkirchen, mit hölzernen [[Tonnengewölbe]]n oder offenen Dachstühlen, nicht wenige an der Grenze zwischen [[Stufenhalle]] und einer [[Pseudobasilika]]. In den Grafschaften Südenglands und der [[Region West Midlands]] bilden Hallenkirchen und Pseudobasiliken zusammen üblicherweise eine größere Gruppe als die Basiliken, in [[Grafschaft Devon|Devon]] sind mit über 200 sogar mehr als die Hälfte aller Kirchen Hallenkirchen, siehe [[Liste der Hallenkirchen im Vereinigten Königreich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wegen seiner Asymmetrie und des längs geteilten Hauptschiffs auch in England außergewöhnliches Beispiel ist die St Vincent&amp;#039;s Church in Caythorpe im District [[South Kesteven]] in [[Lincolnshire]]:&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery heights=&amp;quot;150&amp;quot; widths=&amp;quot;200&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Caythorpe St Vincent - Church from the north-west.jpg|Westgiebel mit geteiltem Hauptschiff und nördlichem Seitenschiff&lt;br /&gt;
Caythorpe, St Vincent&amp;#039;s church interior (30144112512).jpg|Arkaden zwischen Haupt- und Seitenschiff und in der Mitte des Hauptschiffs&lt;br /&gt;
Caythorpe, St Vincent&amp;#039;s church (29962606310).jpg|Zwischen Chor und Schiff ein Vierungsturm mit rudimentärem Querhaus&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Iglesia de Nuestra Señora de la Candelaria, 2018 (2).jpg|mini|[[La Frontera (El Hierro)]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spanien ===&lt;br /&gt;
Etwa so zahlreich wie in Deutschland sind die [[Liste der Hallenkirchen in Spanien|Hallenkirchen in Spanien]], dort sind es über 700. Die ältesten wurden schon im 12. Jahrhundert als Hallenkirche errichtet, die meisten aber erst gegen Ende der Gotik, nicht selten mit Details der Gotik und der [[Renaissance]]. Am reichsten ist die [[Provinz Burgos]] mit Hallenkirchen bestückt; hier existieren über 100 solcher Bauten. In [[Katalonien]] und [[Aragonien]] wurden die meisten Hallenkirchen erst in der [[Barock]]zeit errichtet. Der Renaissance und dem Barock gehören die meisten Kirchen auf den [[Kanarische Inseln|Kanarischen Inseln]] an, darunter befinden sich mehr als 40 Hallenkirchen. Eine derartige Kirche steht auch in dem Dorf [[La Frontera (El Hierro)|La Frontera]] auf der Insel [[El Hierro]]; diese ist – abgesehen von Island – die westlichste Pfarrkirche der [[Alte Welt|Alten Welt]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery heights=&amp;quot;150&amp;quot; widths=&amp;quot;200&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
StoDomingo-Conjunto.jpg|Kirche Santo Domingo, [[Soria]], romanisch&lt;br /&gt;
PM 071238 E Soria.jpg|Kirche Santo Domingo, [[Soria]], 1170–1200&lt;br /&gt;
Castrojeriz (BURGOS) – Iglesia de San Juan. 65.JPG|Kirche San Juan, [[Castrojeriz]], 16.&amp;amp;nbsp;Jh. [[Provinz Burgos|Prov. Burgos]]&lt;br /&gt;
Castrojeriz (BURGOS) – Iglesia de San Juan. 19.JPG|Kirche San Juan, [[Castrojeriz]], [[Provinz Burgos|Prov. Burgos]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Russland ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Viborgs domkyrka.jpg|mini|[[Wyborg|Wiborger]] Kathedrale im Stadtplan von 1642]]&lt;br /&gt;
In den Gebieten des heutigen Russlands, die einst zu den anderen Staaten gehörten, sind der wiederhergestellte [[Königsberger Dom]] und der Alte Dom von [[Wyborg|Wiborg]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[C:Category:Old Vyborg Cathedral|Wikimedia-Commons-Category]]&amp;lt;/ref&amp;gt; (15. Jh., mehrmals umgebaut, seit 1940 Ruine) erwähnenswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hallenkirchen sind auch in Russland zu beobachten. Zu den frühen Beispielen gehört die [[Mariä Aufnahme in den Himmel|Mariä-Entschlafens]]-Kathedrale in [[Wladimir (Russland)|Wladimir]] aus dem 12. Jahrhundert mit einer Halle von drei mal drei Jochen westlich der Hauptkuppel.&amp;lt;!--In der gleichnamigen Kathedrale im Moskauer Kreml gibt es hingegen keine einzige Stütze zwischen vier gleich hohen Jochen. [[Mariä-Entschlafens-Kathedrale (Moskau)|Moskau]] (1475–1479). Näher dazu s. bei &amp;#039;&amp;#039;Подъяпольский С.С.&amp;#039;&amp;#039; К вопросу о своеобразии архитектуры московского Успенского собора [Zur Frage der Einzigartigkeit der Architektur der Moskauer Mariä-Entschlafens-Kathedrale], in: Успенский собор Московского кремля. Материалы и исследования [Mariä-Entschlafens-Kathedrale des [[Moskauer Kreml]]s. Materialien und Forschungen] / Отв. ред. Э. С. Смирнова. Moskau, 1985. S. 24–51.--&amp;gt;. In Sankt Petersburg wurde die [[Peter-und-Paul-Kathedrale (Sankt Petersburg)|Peter-und-Paul-Kathedrale]] (1712–1733) in der [[Peter-und-Paul-Festung]] auch als eine Hallenkirche gebaut. Die Kirchen dieser Art sind auch in den anderen russischen Städten auffindbar, so z.&amp;amp;nbsp;B. die Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Smolensk&amp;lt;ref&amp;gt;[[C:Category:Cathedral of the Dormition (Smolensk)|Wikimedia-Commons-Category]]&amp;lt;/ref&amp;gt; (1677–1740).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dächer ==&lt;br /&gt;
Die Dächer von Hallenkirchen wurden sehr unterschiedlich gestaltet, mit regionaltypischen Häufungen. In mehreren Gegenden Deutschlands und bei seinen östlichen Nachbarn erhebt sich über allen Schiffen ein einziges, sehr hohes [[Satteldach]], [[Walmdach]]&amp;amp;nbsp;oder Zwischending zwischen beiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In manchen Gegenden ist eine Kombination aus einem Längsdach und Reihen von Querdächern verbreitet. Die Querdächer über den einzelnen Jochen der Seitenschiffe können nahezu waagerechte Traufen haben, oder sich als Gauben aus den Flanken des Mitteldachs erheben. Sie können in Zwerchgiebeln enden, wie bei [[Paderborner Dom]] und [[Herforder Münster]], oder als Walmdächer ausgebildet sein, wie bei der [[Elisabethkirche (Marburg)|Elisabethkirche]] in [[Marburg]] und dem [[Essener Münster]]. In und bei Bremen gibt es einige Kirchen, die über dem Hallenschiff Querdächer ohne verbindendes Längsdach haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Flandern]] und den [[Niederlande]]n überwiegen parallele Längsdächer, die in Deutschland nur vereinzelt vorkommen, etwa auf der [[Pfarrkirche St. Marien (Güstrow)|Marienkirche]]&amp;amp;nbsp;in [[Güstrow]]. Die meisten großen Kirchen [[Danzig]]s haben ebenfalls parallele Längsdächer. Die [[Danziger Marienkirche]] hat wegen ihres Querschiffs ein kompliziertes System aus einander kreuzenden Mitteldächern und parallelen Längsdächern.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery heights=&amp;quot;135&amp;quot; widths=&amp;quot;180&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Marienkirche Prenzlau 2014-04-19.JPG|Satteldach der [[Marienkirche (Prenzlau)|Marienkirche]] in [[Prenzlau]], [[Uckermark]]&lt;br /&gt;
Paderborn Dom Seitenfenster.jpg|Querdächer und Längsdach, [[Paderborner Dom]], gotische Halle ab 1231&lt;br /&gt;
Tournai - Eglise Saint-Brice.jpg|Längsdächer des frühgotischen Hallenchors (Anf. 13. Jh.) von [[Saint-Brice (Tournai)|St-Brice]] in [[Tournai]]&lt;br /&gt;
St Mary the Virgin&amp;#039;s church, Upchurch, Kent - east end.jpg|St Mary the Virgin&amp;#039;s Church in Upchurch, typische Dorfkirche in [[Kent]], England&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Listen der Hallenkirchen ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Deutschland]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Österreich]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Belgien]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Estland]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Frankreich]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in der Republik Irland]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Italien]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Lettland]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Litauen]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in den Niederlanden]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Polen]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Portugal]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Schweden]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Slowenien]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Spanien]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen in Tschechien]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen im Vereinigten Königreich]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Hallenkirchen – sonstige Staaten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Erich Kubach, Isolde Köhler-Schommer: &amp;#039;&amp;#039;Romanische Hallenkirchen in Europa.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1997.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Hall churches|Hallenkirchen}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Hallenkirche}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4137658-4}}&lt;br /&gt;
* [https://www.tempus-vivit.net/bibliothek/buch/hallenkirchen-in-westfalen Hallenkirchen in Westfalen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4137658-4|LCCN=sh99001984}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenbautyp]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauform (Halle)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hallenkirche| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Rießler</name></author>
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