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	<title>Halbjude - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-29T16:29:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Halbjude&amp;diff=630334&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SommerPilot: /* Ältere Geschichte des Begriffs */ Judäa</title>
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		<updated>2025-11-14T11:30:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Ältere Geschichte des Begriffs: &lt;/span&gt; Judäa&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Halbjude&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet hauptsächlich umgangssprachlich in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] Menschen mit einem nicht-jüdischen und einem [[Juden|jüdischen]] [[Elternteil]] (gemäß der nationalsozialistischen Rassenlehre, nicht gemäß der [[Halacha]]). In Gesetzen und Verordnungen wurde der Terminus &amp;#039;&amp;#039;Halbjude&amp;#039;&amp;#039; nicht verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überwiegende Mehrzahl der so genannten &amp;#039;&amp;#039;Halbjuden&amp;#039;&amp;#039; wurde ab 1935 rechtlich als „[[Jüdischer Mischling|jüdischer Mischling ersten Grades]]“ eingestuft. Vereinzelt fand die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Halbjude&amp;#039;&amp;#039; auch bereits vor der Zeit des Nationalsozialismus Verwendung. Innerhalb des [[Judentum]]s ist der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Halbjude&amp;#039;&amp;#039; ungebräuchlich, da dieses nur „ganze“ Juden kennt, nämlich in die Kulturgemeinschaft hineingeboren („[[Wer ist Jude?|jüdisch ist, wer eine jüdische Mutter hat]]“) oder durch [[Giur]] konvertiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation innerhalb des Deutschen Reiches ==&lt;br /&gt;
In der Zeit des Nationalsozialismus war &amp;#039;&amp;#039;Halbjude&amp;#039;&amp;#039; kein juristischer Fachterminus. Der Begriff wurde auch nicht in den [[Nürnberger Gesetze|Nürnberger Rassegesetzen]] und den sich darauf beziehenden Verordnungen verwendet. 1941 wurde das Stichwort &amp;#039;&amp;#039;Halbjude&amp;#039;&amp;#039; erstmals in den [[Duden]] aufgenommen und als „Halbjude (jüdischer Mischling mit zwei volljüdischen Großeltern)“ definiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Duden, 12. Auflage 1941, S. 222.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Reichsbürgergesetz#Erste Verordnung vom 14. November 1935|Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz]] vom 14. November 1935 wurde grundsätzlich zwischen „Juden“ und „jüdischen Mischlingen“ unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelis Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Das Vokabular des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; 2. Aufl. Berlin 2007, ISBN 978-3-11-019549-1, S. 293. Mit Verweis auf Kommentar von Stuckart/Schiedermair 1942.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Gruppe der „jüdischen Mischlinge“ wurde weiter unterteilt in „jüdische Mischlinge ersten Grades“ mit zwei jüdischen Großeltern und „jüdische Mischlinge zweiten Grades“ mit einem jüdischen Großelternteil. Ungeachtet angenommener gleicher „biologisch-rassischer Abstammung“ wurden „Mischlinge ersten Grades“ jedoch in unterschiedliche Kategorien eingeordnet: Sie galten nicht als „Mischlinge“, sondern als „Voll-Juden“, wenn sie der jüdischen Kultusgemeinde angehörten, mit einem Juden verheiratet waren oder nach 1935 einen Juden ehelichten. Für diese Gruppe von „Halbjuden“ wurde später der Begriff „[[Geltungsjude]]“ geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese differenzierte Einteilung, die durch die Bezeichnung „Halbjude“ verwischt wird, war von existentieller Bedeutung für die Betroffenen. Bei ungünstiger Eingruppierung erhielten sie keine Zulassung zum Studium; sie wurden frühzeitig zur [[NS-Zwangsarbeit|Zwangsarbeit]] herangezogen, oder ihnen wurde eine Heiratsgenehmigung verweigert. Bei ehelicher Verbindung mit einem „Volljuden“ wurden als „Geltungsjuden“ eingestufte „Halbjuden“ während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] mit ihren Ehepartnern in [[Ghetto]]s oder [[Vernichtungslager]] [[Deportation deutscher Juden|deportiert]]. Diese Gefahr drohte auch „halbjüdischen“ Kindern, wenn der nichtjüdische Ehepartner zum jüdischen Glauben übergetreten war, und selbst dann noch, wenn sich die Eheleute trennten, um den Kindern Verfolgung zu ersparen. Das wird minutiös dokumentiert am Beispiel einer Familie aus dem Raum Weimar-Apolda-Jena.&amp;lt;ref&amp;gt;Käthe Raphael, Zeev Raphael, Peter Franz, Udo Wohlfeld: &amp;#039;&amp;#039;Eine jüdische Familie in Thüringen. Der beispiellose Kampf einer Mutter um das Leben ihrer drei Kinder.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;gesucht,&amp;#039;&amp;#039; 9.) hrsg. Geschichtswerkstatt Weimar-Apolda / Arbeitsgruppe des Vereins Prager-Haus Apolda e. V., Apolda 2014, ISBN 3-935275-32-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nationalsozialisten versuchten – wie auf der [[Wannseekonferenz]] thematisiert – mit immer neuen Vorstößen, alle „Halbjuden“ rechtlich als „Volljuden“ einzustufen und sie zu [[Deportation|deportieren]]. Dass viele „Halbjuden“ zugleich auch „Halbarier“ waren, wurde stets ausgeblendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Kuss]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Kirche in der Zeitenwende, Abhandlungen zu religiösen Zeitfragen.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Anton Pustet, München 1939.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Situation in den besetzten Gebieten ==&lt;br /&gt;
In den besetzten Ostgebieten wurden „Halbjuden“ unterschiedslos wie die „Volljuden“ in den Vernichtungsprozess einbezogen. Das [[Eichmannreferat|Judenreferat]] im [[Reichssicherheitshauptamt]] versuchte, die innerhalb des Reiches strittige Entscheidungsfindung zu beeinflussen, indem sie auch in den westlichen Besatzungsgebieten Fakten schuf. Im August 1941 entschied [[Adolf Eichmann]] im Einvernehmen mit [[Arthur Seyß-Inquart]], die in den [[Deutsche Besatzung der Niederlande 1940–1945|besetzten Niederlanden]] lebenden „Halbjuden“ grundsätzlich den „Volljuden“ gleichzusetzen und sie zu deportieren. Ab Mai 1942 waren dort auch „Halbjuden“ verpflichtet, den [[Judenstern]] zu tragen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[James F. Tent]]: &amp;#039;&amp;#039;Im Schatten des Holocaust. Schicksale deutsch-jüdischer „Mischlinge“ im Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln/Weimar 2007, ISBN 978-3-412-16306-8, S. 85–86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff nach 1945 ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Halbjude&amp;#039;&amp;#039; wurde von verschiedenen Personen auch nach dem Krieg weiterbenutzt. So kritisiert [[Ignatz Bubis]] 1999:&amp;lt;ref name=&amp;quot;bubis_1999&amp;quot;&amp;gt;Ignatz Bubis. In: Kai Hafez, Udo Steinbach (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Juden und Muslime in Deutschland. Minderheitendialog als Zukunftsaufgabe&amp;#039;&amp;#039;. Deutsches Orient-Institut, Hamburg 1999, ISBN 3-89173-054-3. (Tagung &amp;#039;&amp;#039;Juden und Muslime in Deutschland – gemeinsam fremd&amp;#039;&amp;#039;, Hamburg, 21. Januar 1999.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Nationalsozialismus hat aus dem Juden eine Rasse gemacht und die Religion vollkommen außer Acht gelassen. […] Nach 1945 ist der [[Rassismus]], nicht aber der [[Judenfeindlichkeit|Antisemitismus]] weitgehend verschwunden. In einigen Köpfen spielt der Rassismus, wenn auch unterschwellig, allerdings noch immer eine Rolle. Ich bin immer wieder erstaunt, wenn Leute auf mich zukommen und sich vorstellen mit den Worten, dass sie Halbjuden seien. Ich stelle dann die bescheidene Frage, welcher Teil von ihnen Jude sei, die untere oder die obere Hälfte oder ob es bei ihnen senkrecht gehe. Keiner kommt auf die Idee, von sich zu behaupten, er sei halbkatholisch, wenn er aus einer katholisch-protestantischen Familie stammt.}}&lt;br /&gt;
Die Verwendung des Begriffes &amp;#039;&amp;#039;Halbjude&amp;#039;&amp;#039; hat sich auch im englischen Sprachraum als „half-Jewish“ oder „part-Jewish“ etabliert, wobei der Begriff „Beta Gershom“ auf einer eher liberalen Interpretation der Bibel beruht.&amp;lt;ref&amp;gt;beta-gershom in http://www.beta-gershom.org/ (abgerufen am 7. Mai 2018)&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
== Ältere Geschichte des Begriffs ==&lt;br /&gt;
Es gibt wenige Fundstellen, in denen historisch der Begriff „Halbjude“ verwendet wird. So wurde der unbeliebte Herrscher [[Herodes der Große|Herodes]] als „Halbjude“ beschimpft, weil seine Familie aus [[Idumäa]] stammte, einem Gebiet, das zwangsweise zum Judentum bekehrt worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;herodes_insbruck&amp;quot;&amp;gt;Boris Repschinski: {{Toter Link | url=http://bibfutheol.uibk.ac.at/lehre/Umwelt.pdf | text=Skriptum zur Vorlesung „Umwelt Neues Testament“ |fix-attempted=1 |date=2025-11 }}, Universität Innsbruck, WS 04/05 &amp;lt;/ref&amp;gt; Da er von Rom zum König von [[Judäa]] gekrönt war, kann der Begriff „halbjüdisch“ als vager, herabwürdigender Ausdruck für „Jude, aber nicht den jüdischen Interessen dienend“ interpretiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eindeutig als herabsetzende erbbiologische Bezeichnung benutzt 1881 der Antisemit [[Eugen Dühring]] den Ausdruck in seiner Kampfschrift &amp;#039;&amp;#039;Die Judenfrage als Racen-, Sitten- und Culturfrage&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Cornelia Schmitz-Berning |Titel=Vokabular des Nationalsozialismus |Verlag=Walter de Gruyter |Ort=Berlin |Datum=1998 |ISBN=3-11-016888-X |Seiten=292, 2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Helmut Krüger: &amp;#039;&amp;#039;Der halbe Stern. Leben als deutsch-jüdischer „Mischling“ im Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Mit einem Nachwort von [[Götz Aly]]. Metropol, Berlin 1993, ISBN 3-926893-16-8.&lt;br /&gt;
* Susan Jacoby: &amp;#039;&amp;#039;Half-Jew: A Daughter’s Search for Her Family’s Buried Past&amp;#039;&amp;#039; (2000), ISBN 978-0-684-83250-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Judenverfolgung im Deutschen Reich (1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprache des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personenbezeichnung (Rassismus und Kolonialismus)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SommerPilot</name></author>
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