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	<title>Hagelprozession - Versionsgeschichte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Hagelprozession(Ostbevern).jpg|mini|Hagelprozession in [[Ostbevern]] 1992]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hagelprozessionen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; als Sonderform der [[Bittprozession]]en sind [[Christentum|christliche]] Flurumgänge, bei denen für eine gute Ernte und das Ausbleiben von Schäden gebetet wird, besonders von [[Hagel#Hagelschäden|Hagelschäden]]. Anders als das [[Wetterläuten]], das als [[apotropäische Handlung]] der unmittelbaren Gefahrabwehr dienen soll, ist die Hagelprozession ein wiederkehrender Ritus im Jahr. An einigen Orten ist ein [[Gelübde]] nach Hagelschaden als Ursprung für die örtliche Hagelprozession nachweisbar. In katholischen Gemeinden im [[Münsterland]] und in Süddeutschland sind die Hagelprozessionen bis heute fester Bestandteil des kirchlichen Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnungen für die Prozession sind regional unterschiedlich. In Bayern spricht man von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schauerprozession&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; am „[[Schauerfreitag]]“. Mancherorts sind auch die Begriffe &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hagelfeier&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder „Prozession am Hagelfeiertag“, Feld- oder Flurprozession oder „große Prozession“ üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste von Hagel- und Brandprozessionen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Ursprünge ===&lt;br /&gt;
In der [[Antike]] wurden in vielen Kulturen [[Unwetter]] als Strafe der Götter für menschliche [[Frevel]]taten angesehen. Um sie abzuwenden, suchte man durch Opferriten die überirdischen Mächte günstig zu stimmen, um gutes Wetter für gutes Wachstum und eine reiche Ernte herbeizuführen und Schaden von den Feldern fernzuhalten. Gedeihliches Wetter in der Wachstumsperiode von Juni bis September entschied darüber, ob im späten Winter und im nächsten Frühjahr noch genügend Vorräte für Mensch und Tier vorhanden sein würden oder ob Hunger und damit Krankheit, Tod und Armut zu befürchten waren. Hagelschlag konnte bis zur Gründung von [[Hagelversicherung]]en im 19. Jahrhundert den Ruin landwirtschaftlicher Betriebe und Familien bedeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der frühen Kirche waren Bittprozessionen bekannt. Der heilige [[Johannes Chrysostomos]] ordnete im April 399 wegen anhaltenden Regens einen Bittgang an („[[Litanei]]en“ genannt, weil sie von inständigem Bittgebet und dem Gesang der [[Allerheiligenlitanei]], bei der jede Anrufung wiederholt wurde, begleitet waren). Die „kleinen Bittprozessionen“ an den drei [[Bitttage]]n vor [[Christi Himmelfahrt]] wurden 470 vom Bischof von [[Vienne]], [[Mamertus]] (einem der [[Eisheilige]]n) eingeführt und verbreiteten sich zunächst in Gallien; in Rom fanden sie unter Papst [[Leo III. (Papst)|Leo III.]] (795–816) Eingang.&amp;lt;ref&amp;gt;Aimé-Georges Martimort: &amp;#039;&amp;#039;Die übrigen Sakramente und die Sakramentalien. Die Heiligung der Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Freiburg-Basel-Wien 1965 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft II), S. 264.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung in der frühen Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Der örtliche Ursprung und die Entwicklung der in der Barockzeit in Deutschland verbreiteten Hagelprozession ist nicht erforscht, germanische Wurzeln sind umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hagelprozessionen und andere Flurumgänge wurden, so der Brauchtumsforscher [[Manfred Becker-Huberti]], „oft unter Ausschluss des Pfarrers“ abgehalten und verkamen „zu wilden Aktionen mit reichlich Alkoholzufuhr“.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Becker-Huberti: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Bräuche und Feste. Abschnitt: Johannes und Paulus (26. Juni)&amp;#039;&amp;#039; Herder-Verlag Freiburg-Basel-Wien 2000, ISBN 3-451-27317-9, S. 147&amp;lt;/ref&amp;gt; Solche Prozessionen begannen nach Mitternacht und dauerten viele Stunden. Der [[Klerus]] war entweder gar nicht beteiligt oder aber nur punktuell, indem an den Unterwegsstationen kurze Predigten gehalten wurden oder der Priester der Prozession auf dem letzten Stück mit dem [[Allerheiligstes Sakrament des Altares|Allerheiligsten]] entgegenkam&amp;lt;ref&amp;gt;so bei der [[Ascheberg (Westfalen)|Ascheberger]] Katharinentracht&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Bösensell]] dauerte 1662 ein Flurumritt am Tage vor dem Fest Johannes des Täufers von morgens 4 bis etwa 14&amp;amp;nbsp;Uhr; Pfarrer Johannes Beckhaus berichtete bei einer bischöflichen Visitation, dass bei dieser &amp;#039;&amp;#039;processio incongrua&amp;#039;&amp;#039; („ungeordneten Prozession“) dem Allerheiligsten nicht die nötige Ehrfurcht erwiesen werde.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Becker-Huberti: &amp;#039;&amp;#039;Die Tridentinische Reform im Bistum Münster unter Fürstbischof Christoph Bernhard v. Galen 1650 bis 1678.&amp;#039;&amp;#039; Münster 1978, S. 299f. 301f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Marl]] erhielten die dortigen Schützen für ihre polizeiartige Mithilfe und ihren Aufwand bei der Hagelprozession im 18. Jahrhundert eine Tonne Bier als Vergütung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Münsteraner Fürstbischof [[Christoph Bernhard von Galen]] ordnete 1616 die Verschmelzung von [[Fronleichnam]]sprozession und Hagelfeier an, auch um die Verehrung der Eucharistie durch häufigere Mitfeier der [[Heilige Messe|Heiligen Messe]] und nicht durch ausgedehnte Prozessionen auszudrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Niesert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Münsterische Urkundensammlung.&amp;#039;&amp;#039; Coesfeld 1826–1837, Bd. VII S.&amp;amp;nbsp;76f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Becker-Huberti: &amp;#039;&amp;#039;Die Tridentinische Reform im Bistum Münster unter Fürstbischof Christoph Bernhard v. Galen 1650 bis 1678.&amp;#039;&amp;#039; Münster 1978, S. 300.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er setzte damit die Absicht des [[Konzil von Trient|Konzils von Trient]] (1545–1563) um, „die weltlichen Einflüsse bei der Heiligenverehrung und den Prozessionen zu bekämpfen und den Kult insgesamt auf das von dem Konzil gewünschte Ausmaß festzulegen“ und den in agrarisch strukturierten Gesellschaften lebendigen „Aberglauben, das Hoffen auf Hilfe durch übersinnliche Erscheinungen in pseudoreligiösen Bereichen“ zurückzudrängen.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Becker-Huberti: &amp;#039;&amp;#039;Die Tridentinische Reform im Bistum Münster unter Fürstbischof Christoph Bernhard v. Galen 1650 bis 1678.&amp;#039;&amp;#039; Münster 1978, S. 304f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fürstbischof Bernhards Anweisungen wurden jedoch nur zögernd befolgt. 1662 fanden etwa in Ostbevern noch zwei Prozessionen statt: eine Hagelfeier am Tag nach Christi Himmelfahrt und eine zweite Prozession am Freitag vor dem Fest Johannes des Täufers, also auch nicht am Fronleichnamsfest. In [[Lippramsdorf]] wurde die jährliche Prozession in der Oktav von Fronleichnam 1662 nach Mitteilung von Pfarrer Wüllen volkstümlich („vulgo“) Hagelfeier genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Becker-Huberti: &amp;#039;&amp;#039;Die Tridentinische Reform im Bistum Münster unter Fürstbischof Christoph Bernhard v. Galen 1650 bis 1678.&amp;#039;&amp;#039; Münster 1978, S. 301f; Quellen: Bischöfliches Diözesanarchiv Münster: &amp;#039;&amp;#039;Generalvikariatsarchiv Münster – Dom A 56.&amp;#039;&amp;#039; AR 1662 Ostbevern: f. 33v; Lippramsdorf: f. 16v.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch nahmen bis zum Ende des 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts Prozessionen und Wallfahrten im Münsterland wieder zu. Mit dem Aufkommen der [[Katholische Aufklärung|Katholischen Aufklärung]] um diese Zeit wurden seitens des Bischofs und der Ortsgeistlichen Andachtsformen rationalisiert, Wallfahrten und Prozessionen hinsichtlich Zahl, Dauer und Gestaltung eingeschränkt, da die Erfahrung lehre, dass Wallfahrten „sowohl in ökonomischer und physischer als auch in religiöser und moralischer Hinsicht nachteilig und verderblich für manche Wallfahrer wirken und vielfältigen Unfug und Ärgernis veranlassen“&amp;lt;ref&amp;gt;Bischof [[Kaspar Maximilian Droste zu Vischering]] per Edikt am 4.&amp;amp;nbsp;August 1826, zitiert bei [[Werner Freitag (Historiker)|Werner Freitag]]: &amp;#039;&amp;#039;Volks- und Elitenfrömmigkeit in der frühen Neuzeit. Marienwallfahrten im Fürstbistum Münster.&amp;#039;&amp;#039; Ferdinand Schöningh, Paderborn 1991, ISBN 3-506-79572-4, S. 353f.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Vielerorts geschahen diese Einschränkungen gegen den Willen des Kirchenvolks. Mit mehreren Erlassen wurden die Prozessionen in den Gemeinden auf jährlich eine, nur ausnahmsweise zwei beschränkt;&amp;lt;ref&amp;gt;Erlasse des Bischofs von Münster vom 3. März 1829, 9. Oktober 1829, 22. Dezember 1829 und 29. Oktober 1830; siehe: Werner Freitag: &amp;#039;&amp;#039;Volks- und Elitenfrömmigkeit in der frühen Neuzeit. Marienwallfahrten im Fürstbistum Münster.&amp;#039;&amp;#039; Ferdinand Schöningh, Paderborn 1991, ISBN 3-506-79572-4, S. 354.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Hauptprozession sollte in jeder Gemeinde am [[Fronleichnam]]stag gehalten werden, daneben war eine weitere Prozession „zur Abwendung des Brandes, Hagelschlags, Mißwachses usw“. gestattet, die am dritten Sonntag nach [[Trinitatis|Dreifaltigkeit]] stattfinden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Jürgen Warnecke: &amp;#039;&amp;#039;Die Laurentius-Verehrung und -Prozession in Borghorst.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Borghorster Heimatblätter&amp;#039;&amp;#039; 1966.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Eifel war im 17.&amp;amp;nbsp;und 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert die Hagelprozession mancherorts verboten worden, und noch 1830 ordnete der Trierer Bischof [[Joseph von Hommer]] an, dass die Prozession zum Stadtbrunnen in [[Hillesheim (Eifel)]] am [[Matutin|Vigiltag]] zum Johannistag, dem Rest der ehemals dreitägigen Hillesheimer Hagelfeier, künftig als unschicklich unterbleiben solle.&amp;lt;ref&amp;gt;Diözesanarchiv Trier, &amp;#039;&amp;#039;Visitationsprotokoll 1830&amp;#039;&amp;#039; (sc. Hillesheim). Dazu auch: Schiffhauer: &amp;#039;&amp;#039;Das Wallfahrtswesen im Bistum Trier unter Bischof Josef v. Hommer.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Festschrift für Alois Thomas.&amp;#039;&amp;#039; Trier 1967. S. 345 ff; Fundort: Herbert Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Hagelprozessionen früherer Zeit im heutigen Dekanat Hillesheim&amp;#039;&amp;#039;, {{Webarchiv|text=Jahrbuch Daun 1974 |url=http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1974/hjb1974.21.htm |wayback=20140301042645}}, abgerufen am 10. Februar 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Reformation wurden die Hagelprozessionen in evangelischen Gebieten teilweise in Erntebittgottesdienste umgewandelt. Württembergs König [[Wilhelm I. (Württemberg)|Wilhelm I.]] hatte in den Hungerjahren 1815 bis 1817 den Feiertag angeregt, der in der gesamten Evangelischen Landeskirche in Württemberg wahrgenommen wurde – „mit Hungersuppe, Bratwürsten und einem kühlen Trunk“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Am Hagelfeiertag wird in Honhardt die Hungersuppe gelöffelt.&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.baden-wuerttemberg.de/de/Meldungen/101143.html?referer=85748 |archive-is=20120721081719}} Landesportal Baden-Württemberg&amp;lt;/ref&amp;gt; – und heute örtlich als Gemeindefest weiterbesteht, etwa in [[Frankenhardt|Honhardt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Termin und Patronate ==&lt;br /&gt;
Der Zeitraum um die [[Sonnenwende|Sommersonnenwende]], in den auch der Johannistag (das [[Hochfest]] der Geburt des [[Johannes der Täufer|hl. Johannes des Täufers]]) am 24. Juni fällt, ist der Zeitpunkt der Getreidereife, in der Hagelschlag besonders folgenreich für die Ernte sein kann. Daher ist die Hagelprozession dem [[Johannestag#Der Johannistag als Lostag|Johannislostag]] zugeordnet. Neben Hagel waren auch hochsommerliche [[Gewitter]] mit [[Blitz]]einschlägen und Schadenfeuer im dörflichen Umfeld häufige Katastrophen, gegen die die Menschen sich mit Gottes Hilfe schützen wollten. Das [[Annentag|Fest]] der heiligen [[Anna (Heilige)|Anna]], einer volkstümlichen Schutzpatronin gegen Gewitter, fällt am 26. Juli in die Zeit der sommerlichen [[Hundstage]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer anderen Deutung werden die heiligen [[Märtyrer]] [[Johannes und Paulus]] als [[Wetterheiliger|Wetterheilige]] angesehen; an ihrem [[Gedenktag]] am 26. Juni&amp;lt;ref&amp;gt;im [[Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet]] nicht mehr enthalten&amp;lt;/ref&amp;gt; fanden Hagelprozessionen und Schauerfeiern statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der „Katakombenheilige“ [[Donatus von Münstereifel]] wird in der Eifel und im Raum um Köln als Patron gegen Blitz, Unwetter und Feuer verehrt. Seine [[Reliquie]]n wurden im Jahr 1652 dem [[Jesuiten]]kolleg zu Münstereifel übergeben, sein Fest ist am 30. Juni.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.bautz.de/bbkl/d/donatus_v_m.shtml | wayback=20070613122842 | text=Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Noch 1949 wurden in einigen Eifelorten im Sommer „Donatusmessen“ gefeiert, vielleicht als Ersatz für frühere Hagelprozessionen: Seit 1729 hatten nämlich die Jesuiten bei [[Volksmission]]en die (Johannes-)Hagelfeier verteufelt und ihren Hausheiligen Donatus als unübertrefflichen Wetterpatron empfohlen.&amp;lt;ref&amp;gt;Herbert Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Hagelprozessionen früherer Zeit im heutigen Dekanat Hillesheim&amp;#039;&amp;#039;, {{Webarchiv|text=Jahrbuch Daun 1974 |url=http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1974/hjb1974.21.htm |wayback=20140301042645}}, unter Berufung auf: Nikolaus Kyll: &amp;#039;&amp;#039;Die Hagelfeier im alten Erzbistum Trier und seinen Randgebieten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde.&amp;#039;&amp;#039; 13./14. Jahrgg. Bonn 1962/1963, S. 113–171&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist daher nicht erstaunlich, dass beispielsweise im westfälischen [[Ostbevern]] eine traditionelle Segensstation der dortigen Hagelprozession, die vierte, eine [[Donatusstatue (Ostbevern)|Donatusstatue]] ist. Die weiteren Segensstationen waren dort, neben einem [[Brinkjans Krüüs|Flurkreuz]], der Gottesmutter [[Marienkapelle (Ostbevern)|Maria]] und der heiligen [[Anna-Kapelle (Ostbevern)|Anna]], der Schutzpatronin gegen Gewitter geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Münsterland ist der traditionelle Termin für die Hagelprozessionen meist der zweite Sonntag nach [[Fronleichnam]] (= dritter Sonntag nach [[Pfingsten]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rheinland hatten auch Prozessionen an den [[Bitttage]]n in den Tagen um [[Christi Himmelfahrt]] den Charakter von Hagelprozessionen; der Dienstag wurde in [[Opladen]] als „Hagelfeyertag“ bezeichnet&amp;lt;ref&amp;gt;Rolf Müller: &amp;#039;&amp;#039;Upladhin – Opladen. Stadtchronik.&amp;#039;&amp;#039; Opladen 1974, S. 39&amp;lt;/ref&amp;gt;, der Freitag war in [[Langenfeld (Rheinland)]] der „Hagelfreitag“: „Um den Segen Gottes flehten die Menschen auch, indem sie am Tag nach Christi Himmelfahrt den &amp;#039;Hagelfreitag&amp;#039; mit Messe, Predigt, Prozession, Vesper und Austeilung der Brote begingen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rolf Müller: &amp;#039;&amp;#039;Stadtgeschichte Langenfeld.&amp;#039;&amp;#039; Langenfeld 1992, Seite 132, letzter Absatz; darüber hinaus ist der Nachweis bei Müller angegeben: Hermann Ludovici: &amp;#039;&amp;#039;Liber archivarius pastorus Richrathensis pro informatione deserviens&amp;#039;&amp;#039;, übersetzte Textfassung im Stadtarchiv Langenfeld: Hermann Jakob Ludovici, &amp;#039;&amp;#039;Liber annalum – Weltchronik 1770–1800&amp;#039;&amp;#039;, Langenfeld 1992&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch im münsterländischen Ostbevern ist für das Jahr 1662 eine „Hagelfeier“ am Freitag nach Christi Himmelfahrt belegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Becker-Huberti: &amp;#039;&amp;#039;Die Tridentinische Reform im Bistum Münster unter Fürstbischof Christoph Bernhard v. Galen 1650 bis 1678.&amp;#039;&amp;#039; Münster 1978, S. 301f; Quelle: Bischöfliches Diözesanarchiv Münster: &amp;#039;&amp;#039;Generalvikariatsarchiv Münster – Dom A 56.&amp;#039;&amp;#039; AR 1662 Ostbevern: f. 33v.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Landshut]]er Gegend heißt der Freitag nach Christi Himmelfahrt mit Feldumgängen „[[Schauerfreitag]]“, in Baden wurde der gleiche Tag „Hageltag“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Becker-Huberti, [http://www.festjahr.de/woche/freitag.html Kirchliches Festjahr], abgerufen am 11. März 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Praxis ==&lt;br /&gt;
Vielerorts ist die Hagelprozession heute eine [[Eucharistische Prozession|„eucharistische]] Wetterprozession“&amp;lt;ref name=&amp;quot;LThK&amp;quot;&amp;gt;{{LThK|Andreas Heinz|Bittprozession|3|2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, bei der die Kirchengemeinde betend und singend durch die Felder zieht. Der [[Priester (Christentum)|Priester]] trägt, unter einem [[Baldachin]] gehend, die [[Monstranz]] mit dem [[Allerheiligstes Sakrament des Altares|Allerheiligsten]]. Unterwegs werden [[Litanei]]en, der [[Rosenkranz]], [[Psalmen]] und andere Wechselgesänge gebetet oder gesungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An mehreren [[Statio]]nen oder „(Segens-)[[Altar|Altären]]“, zumeist [[Flurkapelle]]n („[[Heiligenhäuschen|Prozessionshäuschen]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link |datum=2018-04 |url=http://www.heiligkreuz.info/gemeinde/public/inhalt.php?id_artikel=164 |text= |archivebot=2018-04-13 13:52:16 InternetArchiveBot}} Katholische Kirchengemeinde Heilig Kreuz, Ibbenbüren, abgerufen am 25. Februar 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;) oder [[Flurkreuz]]en, oft auch [[Wetterkreuz|Hagelkreuze]] genannt, hält die Prozession an, eine Perikope aus dem [[Evangelium (Liturgie)|Evangelium]] wird vorgetragen, es werden [[Fürbitten]] gesprochen und der [[Sakramentaler Segen|sakramentale Segen]] erteilt. Meist zieht die Prozession nach einer [[Heilige Messe|Heiligen Messe]] in der Pfarrkirche aus. Alternativ wurde mancherorts eine [[Votivmesse]] zur Abwendung von Hagel und Unwetter unterwegs oder am Zielort gefeiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Herbert Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Hagelprozessionen früherer Zeit im heutigen Dekanat Hillesheim&amp;#039;&amp;#039;, {{Webarchiv|text=Jahrbuch Daun 1974 |url=http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1974/hjb1974.21.htm |wayback=20140301042645}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine solche Messfeier wird gelegentlich auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schaueramt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, so in der [[Oberpfalz]] und in der [[Obersteiermark]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://tv.orf.at/groups/show/pool/fragen_14_11/story |wayback=20120226013816 |text=Erklärung auf www.orf.at |archiv-bot=2025-06-12 23:28:09 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.awz-hahnbach.de/index.php?option=com_content&amp;amp;view=article&amp;amp;id=253:am-pfingstmontag-hunderte-beim-schaueramt-in-kuemmersbuch&amp;amp;catid=1:nachrichten&amp;amp;Itemid=6 Bericht über ein typisches Schaueramt]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts sind etliche Hagelprozessionen aufgegeben worden, andere zu „Hagelfeiern“ in Form einer [[Heilige Messe|Heiligen Messe]] im Freien ohne Prozession, etwa auf geeigneten Plätzen im Ort oder an einer Kapelle o. Ä. außerhalb des Ortes, umgewandelt worden. In mehreren Gemeinden, vornehmlich des Münsterlandes, bestehen sie jedoch weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung des Brauchtums ==&lt;br /&gt;
Die Hagelprozessionen gehören zu den &amp;#039;&amp;#039;pia exercitia&amp;#039;&amp;#039; ([[Fromme Übung|fromme Übungen]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Aimé-Georges Martimort: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Einleitung.&amp;#039;&amp;#039; Freiburg-Basel-Wien 1963 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft I), S. 9f. - Aimé-Georges Martimort: &amp;#039;&amp;#039;Die übrigen Sakramente und die Sakramentalien. Die Heiligung der Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Freiburg-Basel-Wien 1965 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft II), S. 176f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Kirchenrecht ([[Codex Iuris Canonici]]) von 1917 galten als Prozessionen nur solche Bittgänge, die „unter Führung des Klerus veranstaltet“ wurden (ca. 1290 §&amp;amp;nbsp;1). Wenn keine Kleriker anwesend waren oder wenn sie nicht die Führung innehatten, konnte nach einer Entscheidung der [[Heilige Ritenkongregation|Ritenkongregation]] nicht von einer Prozession gesprochen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Sacrorum Congregation Rituum 3217 vom 20. August 1870; siehe Aimé-Georges Martimort: &amp;#039;&amp;#039;Die übrigen Sakramente und die Sakramentalien. Die Heiligung der Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Freiburg-Basel-Wien 1965 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft II), S. 169f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Rituale Romanum]] in der Fassung, die bis zum [[Zweites Vatikanisches Konzil|Zweiten Vatikanischen Konzil]] Gültigkeit hatte, sah Gebetsordnungen für „außerordentliche Prozessionen“ unter anderem um Regen, um gutes Wetter und gegen Unwetter vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Aimé-Georges Martimort: &amp;#039;&amp;#039;Die übrigen Sakramente und die Sakramentalien. Die Heiligung der Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Freiburg-Basel-Wien 1965 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft II), S. 176f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die seit 1969 geltende Regelung der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] überlässt es den [[Diözesanbischof|Ortsbischöfen]], festzulegen, wann und in welcher Form regelmäßige Bittprozessionen stattfinden. Im deutschen Sprachgebiet sollen die Bittgottesdienste (mit oder ohne Prozession) nach Möglichkeit erhalten und „alle wesentlichen Bereiche und Gefährdungen des gegenwärtigen Lebens“ ins Gebet einbezogen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LThK&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bitttage]]&lt;br /&gt;
* [[Hagelfeiertag (Braunschweig)]]&lt;br /&gt;
* [[Schauerfreitag]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Oskar Sengpiel: &amp;#039;&amp;#039;Die Bedeutung der Prozessionen für das geistliche Spiel des Mittelalters in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;, (= Germanistische Abhandlungen; Band 66), (Teilweise zugleich: Marburg, Univ., Diss., 1932), Breslau 1932, Nachdruck Hildesheim 2001, ISBN 3-487-06219-4&lt;br /&gt;
* Herbert Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Hagelprozessionen früherer Zeit im heutigen Dekanat Hillesheim.&amp;#039;&amp;#039; In: [http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1974/hjb1974.21.htm &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch Daun 1974.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Regina Doblies |url=http://www.lwl.org/westfalen-spiegel/upload/35.pdf |titel=Von Gewitterglocken und Hagelprozessionen |titelerg=Wanderausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe |hrsg=[[Landschaftsverband Westfalen-Lippe]] |datum= |seiten= |archiv-url=http://web.archive.org/web/20140504110834/http://www.lwl.org/westfalen-spiegel/upload/35.pdf |archiv-datum=2014-05-04 |abruf=2021-08-29 |abruf-verborgen=1 |format=PDF}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Prozession (Katholizismus)|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landwirtschaft und Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TaxonBot</name></author>
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