<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Habent_sua_fata_libelli</id>
	<title>Habent sua fata libelli - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Habent_sua_fata_libelli"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Habent_sua_fata_libelli&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T08:10:39Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Habent_sua_fata_libelli&amp;diff=590512&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Nenntante: /* growthexperiments-addlink-summary-summary:2|0|0 */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Habent_sua_fata_libelli&amp;diff=590512&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-05-07T06:07:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;growthexperiments-addlink-summary-summary:2|0|0&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{SEITENTITEL:&amp;#039;&amp;#039;Habent sua fata libelli&amp;#039;&amp;#039;}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Adreßbuch des Deutschen Buchhandels.JPG|mini|Motto des deutschen Buchhandels (1929)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Habent sua fata libelli&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein lateinisches Sprichwort und heißt, genau übersetzt, „Bücher haben ihre Schicksale“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft ==&lt;br /&gt;
Es entstammt einem nur unvollständig überlieferten [[Lehrgedicht]] des [[Antike|antiken]] [[Grammatiker]]s [[Terentianus Maurus]], der vermutlich gegen Ende des zweiten Jahrhunderts wirkte. Das Gedicht &amp;#039;&amp;#039;De litteris, de syllabis, de metris&amp;#039;&amp;#039; ist in verschiedenen antiken [[Versmaß]]en verfasst. Die Zeile (Vers 1286), die die heute berühmten Worte enthält, ist ein [[Hexameter]]. Sie lautet vollständig&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Pro captu lectoris habent sua fata libelli&lt;br /&gt;
 |Sprache=la&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=Je nach Auffassungsgabe des Lesers haben die Büchlein ihre Schicksale.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1888 in Leipzig das [[Deutsches Buchhändlerhaus|Deutsche Buchhändlerhaus]] eingeweiht wurde, erhob der Wappenzeichner [[Emil Doepler]] das Wort zum beziehungsreichen [[Wahlspruch]] vom [[Börsenverein des Deutschen Buchhandels]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.boersenblatt.net/artikel-__ber_die_veraenderung_eines_zitats.635365.html &amp;#039;&amp;#039;Über die Veränderung eines Zitats&amp;#039;&amp;#039; (boersenblatt.net)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung == &lt;br /&gt;
Gewöhnlich wird der Satz in diesem Sinne gebraucht: Ein Text kann nur so viel Sinn oder Aussage vermitteln, wie der jeweilige Leser überhaupt zu erfassen bereit oder in der Lage ist. Denkbar ist aber genauso: Je nach Zeit und Umständen werden Bücher unterschiedlich „gelesen“, das heißt verstanden und instrumentalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Dictum]] lässt sich auch so verstehen: Das Buch selbst (nicht nur sein gedeuteter Inhalt) hat ein bewegtes Schicksal – je nachdem, in wessen Händen es sich befindet. [[Umberto Eco]] interpretiert den Satz in seinem [[Roman]] &amp;#039;&amp;#039;[[Der Name der Rose]]&amp;#039;&amp;#039; in diesem wörtlicheren Sinn. Das Buch teilt das Schicksal seiner Besitzer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem ähnlichen Sinne gebraucht schon der humanistisch gebildete Autor [[Richard Wilhelm]] in seinem Vorwort zu seiner Standardübersetzung des [[I Ging]] das Zitat: Die Büchlein teilen das Schicksal [nur] dessen, der sie versteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[James Joyce]] verwendet in &amp;#039;&amp;#039;A letter from Mr. Joyce to the Publisher&amp;#039;&amp;#039; das Zitat: „[…] however, they have given my book in print a life of its own. Habent sua fata libelli!“ Das Schicksal eines Buches beginnt dann, wenn ein Autor seine Arbeit getan hat und das Buch ,in die Welt‘ gelangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sigmund Freud]] erwähnt in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;[[Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;StA. Bd. 4, S. 199.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Verballhornung des Zitates zu „Habent sua fata morgana“ durch die Wippchen-Figur des Journalisten [[Julius Stettenheim]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ernst Jünger]] zitiert in der Erzählung &amp;#039;&amp;#039;[[In Stahlgewittern]]&amp;#039;&amp;#039; den ihn operierenden Oberstabsarzt, der bei der Entfernung einer Schrapnellkugel über die glückliche Flugbahn des Geschosses philosophiert: „Habent sua fata libelli et balli.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Otto Julius Bierbaum]] verändert in seiner satirischen Legende &amp;#039;&amp;#039;Die Haare der heiligen Fringilla&amp;#039;&amp;#039; das Zitat zu „Habent sua fata capilli“ – wenn die Haare der Fringilla nicht mehr als Reliquie, sondern künftig der Auspolsterung eines Spatzennestes dienen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Sichtweise ist die, Bücher als soziale Konstrukte zu betrachten (wie es auch Theorien, Ideologien oder Religionen sind), die ein Eigenleben entwickeln, das über die Intentionen des Autors hinausgeht: Die Rezeption eines Buches beim Publikum und der Nachwelt kann sich durchaus von der originalen Intention des Autors unterscheiden. So etwa bei [[James Branch Cabell]], &amp;#039;&amp;#039;A Note on Cabellian Harmonics&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;Cabellian Harmonics&amp;#039;&amp;#039;, April 1928: „For a book, once it is printed and published, becomes individual. It is by its publication as decisively severed from its author as in parturition a child is cut off from its parent. The book ,means‘ thereafter, perforce, — both grammatically and actually, — whatever meaning this or that reader gets out of it.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gedanke, dass die „Externalisierung“ eines Gedankens neue selbständige Entitäten schafft, die Teil der „sozialen Konstruktion der Realität“ werden, wurde von [[Peter L. Berger]] und [[Thomas Luckmann]] in ihrem Werk &amp;#039;&amp;#039;[[Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit]]&amp;#039;&amp;#039; herausgearbeitet.&amp;lt;ref&amp;gt; Peter L. Berger und Thomas Luckmann: &amp;#039;&amp;#039;Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie.&amp;#039;&amp;#039; Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1969 und 1987.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste lateinischer Phrasen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Stefan Link]]: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Antike&amp;#039;&amp;#039;. 11. Aufl. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-09611-0 (Kröners Taschenausgabe; 96).&lt;br /&gt;
*[[Wolfgang Milde]]: &amp;#039;&amp;#039;Habent sua fata libelli. Zur Geschichte eines Zitats&amp;#039;&amp;#039;. De Gruyter, Berlin 1988.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinische Phrase]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Nenntante</name></author>
	</entry>
</feed>