<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Gymnosophist</id>
	<title>Gymnosophist - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Gymnosophist"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gymnosophist&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-26T15:12:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gymnosophist&amp;diff=1212029&amp;oldid=prev</id>
		<title>176.5.136.149 am 21. August 2024 um 14:43 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gymnosophist&amp;diff=1212029&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2024-08-21T14:43:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Digambar.jpg|mini|Indischer [[Acharya (Titel)|Acharya]]]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gymnosophisten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (gebildet aus {{grcS|γυμνός|&amp;#039;&amp;#039;gymnós&amp;#039;&amp;#039;}} ‚nackt‘ und {{lang|grc|σοφία|&amp;#039;&amp;#039;[[Sophia (Konzept)|sophía]]&amp;#039;&amp;#039;}} ‚Weisheit‘: {{lang|grc|γυμνοσοφισταί}} ‚nackte Weise, nackte Gaukler‘)&amp;lt;ref&amp;gt;{{KlP|2|892|893|Γυμνοσοφισταί|[[J. Duncan M. Derrett]]}}; [[Franz Passow]]: &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch der griechischen Sprache.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage, neu bearbeitet von Valentin Chr. Fr. Rost, Friedrich Palm, Otto Kreußler, Karl Keil, Ferdinand Peter und G. E. Benseler. I,1–II,2, Leipzig 1841–1857; Neudruck Darmstadt 2008, Band II,2, Sp. 1487 (&amp;#039;&amp;#039;Prahler&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Großprahler&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Gaukler&amp;#039;&amp;#039;); [[Henry George Liddell]], [[Robert Scott (Altphilologe)|Robert Scott]]: &amp;#039;&amp;#039;[[A Greek-English Lexicon]].&amp;#039;&amp;#039; Clarendon Press, Oxford 1940, S. 363.&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichneten die Griechen [[Indien|indische]] [[Askese|Asketen]], denen der [[Makedonien (antikes Königreich)|makedonische König]] [[Alexander der Große]] während seines [[Alexanderzug|Feldzugs]] nach Indien in den 320er Jahren v. Chr. begegnete. Die Begegnung mit den Gymnosophisten faszinierte viele [[Alexanderhistoriker]] und wurde in der griechischen und römischen [[Antike]] immer wieder thematisiert. Im Rahmen der legendarischen Tradition zu Alexander im [[Alexanderroman]] wurde die Geschichte auch im europäischen, arabischen und persischen [[Mittelalter]] verbreitet. Über die Gymnosophisten begegneten die [[Hellenismus|Hellenen]] der [[Indische Philosophie|Indischen Philosophie]] und setzten sich intensiv mit ihr auseinander. Namentlich bekannte Gymnosophisten sind [[Dandamis]], der als der Anführer der Gruppe von Gymnosophisten erscheint, die Alexander traf, und [[Kalanos]], der Alexander mehrere Jahre auf seinem Zug begleitete, bis er sich spektakulär selbst verbrannte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ablauf der Begegnung ==&lt;br /&gt;
In den antiken [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellen]] gibt es mehrere Versionen über den Ablauf der Begegnung der Makedonen mit den Gymnosophisten. Dabei sind zwei Gruppen von Berichten zu unterscheiden: Einige gehen auf Begleiter Alexanders zurück und wurden von antiken [[Alexanderhistoriker]]n im Rahmen ihrer [[Historiographie|historiografischen]] Werke weiterverarbeitet. Andere gehen auf die Tradition des [[Alexanderroman]]s zurück, eher [[Antiker Roman|romanhafte]] Biographien Alexanders, die wenig zwischen Fakten und Legenden unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alexanderhistoriker ===&lt;br /&gt;
Eine der Versionen geht auf [[Onesikritos]] zurück, einen makedonischen General, der Alexander auf seinem Feldzug begleitete. Demzufolge sandte Alexander Onesikritos zu den Gymnosophisten, weil diese sich weigerten, Alexanders Einladung zu folgen, da es für sie üblich war, dass andere zu ihnen kamen, wenn sie etwas wissen oder an ihren Aktivitäten und Weisheiten teilhaben wollten. Alexander fand es unpassend, persönlich zu den Gymnosophisten zu gehen, und wollte sie auch nicht entgegen ihren Bräuchen dazu zwingen, zu ihm zu kommen. Circa 20 [[Stadion (Längenmaß)|Stadien]] (5 Kilometer) von [[Taxila]] entfernt habe Onesikritos 15 Gymnosophisten angetroffen, die sich nackt in verschiedenen Körperhaltungen in der glühenden Sonne aufhielten. Der Gymnosophist [[Kalanos]] habe ihn aufgefordert, sich ebenfalls zu entkleiden, wenn er denn an der Weisheit und den Gesprächen der Gymnosophisten teilhaben wolle. [[Dandamis]], der älteste vor Ort, habe jedoch interveniert und sich mit Onesikritos auf ein Gespräch über die eigenen Ansichten sowie die Lehren von [[Pythagoras]], [[Sokrates]] und [[Diogenes von Sinope|Diogenes]] eingelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Brill’s New Jacoby]]&amp;#039;&amp;#039; 134 F17–F18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Arrian]], der meist dem Bericht des hohen Offiziers [[Ptolemaios I.|Ptolemaios]] folgt, an dieser Stelle aber auch selbst auf [[Megasthenes]] als Quelle verweist, berichtet die Geschichte etwas anders. Danach habe Alexander die Gymnosophisten selbst getroffen. Beeindruckt von ihrer Selbstbeherrschung, wollte er, dass einer der Männer ihn auf seinem Feldzug begleitete. Dies wies Dandamis, der Alexander gegenüber sehr forsch auftrat, jedoch zurück. Kalanos jedoch habe sich gegen den Willen seiner Gruppe trotzdem Alexander angeschlossen. Er begleitete Alexander bis zurück nach [[Persis|Persien]]. Dort wurde er krank und beschloss daraufhin, seinem Leben ein Ende zu setzen. Seine [[Selbstverbrennung]], die er ohne zu zögern durchsetzte und vollzog, machte großen Eindruck auf die Makedonen.&amp;lt;ref&amp;gt;Arrian, &amp;#039;&amp;#039;Anabasis&amp;#039;&amp;#039; 7,2–3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Aristobulos von Kassandreia]], ein weiterer Begleiter Alexanders, der seine Erfahrungen niederschrieb, beschreibt zwei [[Brahmanen]], die mit Schülern in der Stadt Taxila gelebt hätten. Sie hätten den größten Teil der Zeit auf dem Marktplatz verbracht, wo sie als Ratgeber geehrt wurden und wo sie sich von den Waren nehmen konnten, was sie wollten. Sie demonstrierten ihr Durchhaltevermögen durch verschiedene Übungen. Der Ältere begleitete schließlich den [[Alexanderzug]] noch bis an sein Ende.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Strabon]] 15,1,61; &amp;#039;&amp;#039;Brill’s New Jacoby&amp;#039;&amp;#039; 139 F41.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alexanderroman ===&lt;br /&gt;
Weitere Varianten wurden durch den [[Alexanderroman]] kolportiert, der insbesondere in der [[Spätantike]] und im [[Mittelalter]] sehr populär war und viele ähnliche, aber in Details unterschiedliche Versionen der Gymnosophisten-Geschichte hervorbrachte. In der Tradition des Alexanderromans werden zwei Geschichten erzählt, die im Kontext von Alexanders Krieg gegen die [[Maller]] und [[Oxydraker]] stehen, kriegerischen indischen Völkern. Laut der Romantradition raten die Gymnosophisten dem König der Maller, [[Sambus]] oder Sabbas, zum Kampf gegen Alexander. In der Folge erobert Alexander die Stadt der Maller, wobei er schwer verwundet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &amp;#039;&amp;#039;[[Metzer Epitome]]&amp;#039;&amp;#039;, die die Gymnosophisten hier aber einfach „indische Philosophen“ nennt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Anschluss ergeben sich die beiden unterschiedlichen Unterredungen Alexanders mit den Gymnosophisten. Sowohl der Krieg gegen die Maller als auch die Verwundung Alexanders sind historisch verbürgt; wie viel historische Wahrheit die Gespräche Alexanders mit den Gymnosophisten enthält, ist äußerst schwierig festzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eine Version, die unter anderem von [[Plutarch]] wiedergegeben wird,&amp;lt;ref&amp;gt;Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Parallelbiographien: Alexander der Große&amp;#039;&amp;#039; [https://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Plutarch/Lives/Alexander*/9.html#64 64–65].&amp;lt;/ref&amp;gt; berichtet von einer persönlichen Unterredung Alexanders mit den Gymnosophisten, bei der Alexander ihre Weisheit in einem [[Rätsel]]spiel getestet habe. Da sie vorher Sabbas unterstützt hatten, bedrohte Alexander sie mit dem Tode, sollten sie auf eine seiner Fragen keine korrekte Antwort wissen. Im Anschluss stellt er eine Reihe von Rätselfragen, beispielsweise, ob die Zahl der Lebenden oder der Toten größer sei. Die korrekte Antwort der Gymnosophisten lautet: Die Zahl der Lebenden ist größer, da Tote nicht sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Aleksandra Szalc: &amp;#039;&amp;#039;Alexander’s dialogue with Indian Philosophers: Riddle in Greek and Indian Tradition&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Eos&amp;#039;&amp;#039;. Band 98, 2011, S. 7–25 ([http://ptf.edu.pl/wp-content/uploads/2016/01/7_EOS-2011-1-Szalc.pdf online]) mit einer Zusammenstellung der verschiedenen Quellen zu den Fragen und einer Bewertung.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im anderen Teil der Geschichte, die im Alexanderroman formuliert wird, bekommt Alexander zunächst einen Brief von den Gymnosophisten, die ihn auffordern, sie nicht zu bekämpfen. Sie beschreiben sich selbst als nackte [[Philosoph]]en, die sich dank göttlicher Vorsehung dem Streben nach Weisheit verschrieben haben.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Metzer Epitome]]&amp;#039;&amp;#039; § 71–74; kürzere Version des Briefes: Pseudo-[[Kallisthenes]] 3,5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der Eroberung der Stadt der Maller trifft Alexander dann Dandamis, den Anführer der Gymnosophisten, der ihm die Lebensweise der Gemeinschaft erklärt. Die Asketen besitzen nichts außer dem, was ihnen die Natur direkt gibt: die Erde, Früchte, Bäume, Tageslicht, Sonne, Mond, Sterne und Wasser. Sie ernähren sich von den Früchten der Bäume und dem Wasser des [[Euphrat]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ähnlich zu den Aussagen des Dandamis, aber unter anderen Umständen, bei [[Arrian]], &amp;#039;&amp;#039;[[Anabasis]]&amp;#039;&amp;#039; 7,2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie haben Frauen und sind angehalten, jeweils zwei Kinder zu zeugen. Nach der Unterredung gibt ihm Alexander Gold, Brot, Wein und Olivenöl. Dandamis antwortet: „Diese Dinge sind für uns nutzlos. Aber damit wir nicht stolz erscheinen, werden wir das Öl akzeptieren.“ Daraufhin baut Dandamis einen Holzhaufen, den er anzündet. Vor Alexanders Augen schüttet er dann das Öl ins Feuer.&amp;lt;ref&amp;gt;Aleksandra Szalc: &amp;#039;&amp;#039;Indian Philosophers and Alexander the Great – Reality and Myth&amp;#039;&amp;#039;. In: Kai Ruffing, Kerstin Dross-Krüpe, Sebastian Fink, [[Robert Rollinger]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Societies at War: Proceedings of the Tenth Symposium of the Melammu Project Held in Kassel September 26–28 2016 &amp;amp; Proceedings of the Eight Symposium of the Melammu Project Held in Kiel November 11–15 2014&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Melammu Symposia&amp;#039;&amp;#039;. Band 10). Austrian Academy of Sciences Press, Wien 2020, S. 575–592, hier S. 585f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historizität ==&lt;br /&gt;
=== Quellen und Forschungsprobleme ===&lt;br /&gt;
Unser Wissen über die Gymnosophisten beruht ausschließlich auf makedonischen Berichten vom Alexanderzug (siehe [[Alexanderhistoriker]]) und den auf ihnen basierenden Beiträgen [[Altes Griechenland|griechischer]] und [[Römisches Reich|römischer]] Autoren. Besonders wichtig für die Rezeption ist der Bericht des [[Onesikritos]], der den Gymnosophisten auf dem Alexanderzug wohl persönlich begegnete. Onesikritos jedoch gilt als im Vergleich zu anderen direkten Berichterstattern weniger vertrauenswürdig, da ihm seine literarischen Ambitionen zuweilen wichtiger waren als die historische Wahrheit. Außerdem war er selbst Anhänger des [[Kynismus|kynischen]] Philosophen [[Diogenes von Sinope]], und die Gymnosophisten äußern ähnliche Ansichten wie Diogenes. Deshalb ist umstritten, inwieweit er insbesondere dem Dandamis vielleicht nur kynische Lehren unterschob, um ihnen durch eine außergriechische Quelle mehr Autorität zu verleihen. Außerdem gibt Onesikritos selbst an, dass er drei Dolmetscher gebraucht habe, um sich mit den Gymnosophisten zu verständigen, und dass es deshalb bereits für ihn schwer gewesen sei, ihre Lehren zu rekonstruieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Stoneman: &amp;#039;&amp;#039;Alexander the Great: A Life in Legend&amp;#039;&amp;#039;. Yale University Press, New Haven/London 2008, S. 93. Stoneman vermutet eine nötige Übersetzung von [[Pakrit]] ins [[Sanskrit]], von Sanskrit ins [[Persische Sprache|Persische]] und vom Persischen ins Griechische.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während die ältere Forschung den Bericht des Onesikritos über die Lehren der Gymnosophisten für weitgehend erfunden hielt,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. z. B. [[Wilhelm Kroll]]: „Zur Ausschmückung des Tatbestandes hat außer der Fabelsucht vieler Alexanderhistoriker namentlich die kynische Tendenz des Onesikritos beigetragen. So ist alles, was über die Lehren und Aussprüche des K. und seine Minderwertigkeit im Vergleich zu Dandamis, besonders auch seine [[Akrasia|ἀκρασία]] erzählt wird, für erlogen zu halten.“ {{RE|X,2|1544|1546|Kalanos|Wilhelm Kroll|RE:Kalanos|Fundstelle=hier Sp. 1546}} Ausführlich [[Ulrich Wilcken]]: &amp;#039;&amp;#039;Alexander der Große und die indischen Gymnosophisten&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Sitzungsberichte der Preussischen Akademie der Wissenschaften; Sitzung der philosophisch-historischen Klasse vom 19. Juli 1923&amp;#039;&amp;#039;. Band 23, 1923, S. 150–183 ([[c:File:Wilcken - Alexander der Große und die indischen Gymnosophisten.pdf|online]] auf [[Wikimedia Commons]]); G. Ch. Hansen: &amp;#039;&amp;#039;Alexander und die Brahmanen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Klio (Zeitschrift)|Klio]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 43–45, 1965, S. 351–380.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird in neuerer Zeit verstärkt argumentiert, der Bericht sei durchaus als authentisch einzustufen, weil er tatsächlich aus der indischen Tradition bekannte Ideen beinhalte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Richard Stoneman: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.sehepunkte.de/2013/04/22803.html Marc Steinmann: Alexander der Große und die „nackten Weisen“ Indiens. Der fiktive Briefwechsel zwischen Alexander und dem Brahmanenkönig Dindimus]&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Sehepunkte]]&amp;#039;&amp;#039; 13 (2013), Nr. 4, 31. Mai 2013; Richard Stoneman: &amp;#039;&amp;#039;Naked Philosophers: The Brahmans in the Alexander Historians and the Alexander Romance&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Journal of Hellenic Studies]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 115, 1995, S. 99–114; Richard Stoneman: &amp;#039;&amp;#039;Alexander the Great. A Life in Legend&amp;#039;&amp;#039;. Yale University Press, New Haven 2008, ISBN 978-0-300-11203-0, S. 94; Aleksandra Szalc: &amp;#039;&amp;#039;Alexander’s dialogue with Indian Philosophers: Riddle in Greek and Indian Tradition&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Eos&amp;#039;&amp;#039;. Band 98, 2011, S. 7–25 ([http://ptf.edu.pl/wp-content/uploads/2016/01/7_EOS-2011-1-Szalc.pdf online]); Aleksandra Szalc: &amp;#039;&amp;#039;Indian Philosophers and Alexander the Great – Reality and Myth&amp;#039;&amp;#039;. In: Kai Ruffing, Kerstin Dross-Krüpe, Sebastian Fink, [[Robert Rollinger]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Societies at War: Proceedings of the Tenth Symposium of the Melammu Project Held in Kassel September 26–28 2016 &amp;amp; Proceedings of the Eight Symposium of the Melammu Project Held in Kiel November 11–15 2014&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Melammu Symposia&amp;#039;&amp;#039;. Band 10). Austrian Academy of Sciences Press, Wien 2020, S. 575–592.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weltbild und Lebensweise ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ansicht der Gymnosophisten waren Übersättigung und Luxus eine Quelle des Übels. Bevor sich die Menschen der Verblendung ergeben hätten, habe ein paradiesischer Zustand geherrscht. Es habe sprudelnde Quellen voll Wasser, Milch, Öl, Honig und Wein gegeben. Da die Verblendung der Menschen Gott jedoch ein Dorn im Auge gewesen sei, habe er die Quellen versiegen lassen und die Menschen gezwungen, ihr Leben bei harter Arbeit zu fristen. Dadurch habe sich die [[Tugend]] wieder ausgebreitet, was erneut einen Überfluss an guten Dingen habe entstehen lassen. Genau das habe aber ein zweites Mal zur Vermessenheit geführt, weswegen die Gefahr bestehe, dass alles wieder verloren geht. Dementsprechend übten sich die Gymnosophisten in asketischer Tugend. Sie propagierten die Befreiung der Seele von Lust und Leid. Das Leiden des Körpers sahen sie dabei als wirksames Mittel, um die Leiden der Seele zu heilen. Krankheit galt ihnen als solche Schande, dass sie sich gegebenenfalls lieber auf einem selbstgebauten Scheiterhaufen in stoischer Ruhe verbrannten, wie Kalanos es tat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In mehreren Quellen erläutert Dandamis, dass er Besitz nicht benötige und sich stattdessen von dem reichhaltigen Angebot der ihn umgebenden Natur ernähren könne. Weder die materiellen Angebote noch die politische und militärische Macht Alexanders beeindruckte die Gymnosophisten.&amp;lt;ref&amp;gt;Arrian, &amp;#039;&amp;#039;Anabasis&amp;#039;&amp;#039; 7,2; Alexanderroman.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus dieser Position konnten sie sich offenbar regelrecht über Alexander lustig machen. So berichtet Arrian, sie hätten, als sie ihn sahen, mit den Füßen auf die Erde gestampft. Als Alexander nachfragte, was das bedeuten solle, erklärten sie: „Jeder Mensch besitzt so viel von der Erde wie das, auf dem er steht. [...] Auch Du wirst bald sterben, und nur soviel von der Erde besitzen, wie benötigt wird, damit Dein Körper darin beerdigt werden kann.“&amp;lt;ref&amp;gt;Arrian, &amp;#039;&amp;#039;Anabasis&amp;#039;&amp;#039; 7,1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offensichtlich genossen die Gymnosophisten im antiken Indien großes Ansehen. Es war ihnen erlaubt, sich ohne Bezahlung an Marktständen zu bedienen und sie hatten Zugang zu den Häusern der Reichen, wo man sie verköstigte. Selbst Frauengemächer durften sie betreten.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Brill’s New Jacoby]]&amp;#039;&amp;#039; 134 F18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Indische Anknüpfungspunkte ===&lt;br /&gt;
Die [[Askese]] hat in Indien eine lange und bedeutungsvolle Geschichte, die bis auf die [[vedische Religion]] zurückgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung der genauen religiösen und philosophischen Tradition, in der sich die Gymnosophisten bewegten, ist wegen der mangelhaften Quellenlage schwierig. Georgios T. Halkias ordnet sie dem [[Buddhismus]] zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Georgios T. Halkias: &amp;#039;&amp;#039;The Self-Immolation of Kalanos and Other Luminous Encounters Among Greeks and Indian Buddhists in the Hellenistic World.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Oxford Center for Buddhist Studies&amp;#039;&amp;#039;. Band 8, 2015, S. 163–186 ([http://jocbs.org/index.php/jocbs/article/view/111/128 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätseltradition, auf die in den &amp;#039;&amp;#039;Vulgata&amp;#039;&amp;#039;-Versionen angespielt wird, findet sich in der indischen Literatur von den [[Veda|Veden]] über die [[Upanishad]] bis ins &amp;#039;&amp;#039;[[Mahabharata]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Alexanderroman-Episode, in der Dandamis Alexander die Lebensweise der Gymnosophisten auseinandersetzt, lässt sich mit indischen Traditionen verbinden. In den &amp;#039;&amp;#039;[[Manusmriti]]&amp;#039;&amp;#039;, dem Gesetzbuch des [[Manu (Hinduismus)|Manu]], sowie in der &amp;#039;&amp;#039;[[Apastamba]]&amp;#039;&amp;#039; werden ähnliche vegetarische Ernährungsweisen vorgeschrieben, und auch die Wichtigkeit der Nachkommenschaft wird dort erwähnt. Darüber hinaus solle der Waldbewohner (&amp;#039;&amp;#039;[[vanaprastha]]&amp;#039;&amp;#039;, ein Asketentyp) laut der &amp;#039;&amp;#039;Apastamba&amp;#039;&amp;#039; keine Geschenke annehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Aleksandra Szalc: &amp;#039;&amp;#039;Indian Philosophers and Alexander the Great – Reality and Myth&amp;#039;&amp;#039;. In: Kai Ruffing, Kerstin Dross-Krüpe, Sebastian Fink, [[Robert Rollinger]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Societies at War: Proceedings of the Tenth Symposium of the Melammu Project Held in Kassel September 26–28 2016 &amp;amp; Proceedings of the Eight Symposium of the Melammu Project Held in Kiel November 11–15 2014&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Melammu Symposia&amp;#039;&amp;#039;. Band 10). Austrian Academy of Sciences Press, Wien 2020, S. 575–592, hier S. 586f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfluss auf die griechische Philosophie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophen [[Anaxarch|Anaxarchos von Abdera]] und [[Pyrrhon von Elis]] begleiteten Alexander auf seinem Feldzug und kamen dabei mit der indischen Philosophie und speziell auch mit Kalanos selbst in Kontakt. Beide entfalteten eine nachhaltige Wirkung auf die [[Philosophie der Antike]]. Pyrrhon gilt als Begründer des [[Pyrrhonismus]], einer der beiden wichtigen Schulen des [[Skeptizismus]]. Ihre Reise mit Alexander, bei der sie auch etwa zwei Jahre in Indien verbrachten, beeinflusste die Philosophen offenbar nachhaltig.&amp;lt;ref&amp;gt;Georgios T. Halkias: &amp;#039;&amp;#039;The Self-Immolation of Kalanos and Other Luminous Encounters Among Greeks and Indian Buddhists in the Hellenistic World.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Oxford Center for Buddhist Studies&amp;#039;&amp;#039;. Band 8, 2015, S. 163–186 ([http://jocbs.org/index.php/jocbs/article/view/111/128 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Alexanderroman ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[Richard Stoneman]], dem wichtigsten Experten zur Geschichte des Alexanderromans, kann die Gymnosophisten-Episode als „moralisches Herz“ des Alexanderromans gelten: „es stellt den Kontrast dar zwischen dem unersättlichen Eroberer und dem [[quietistisch]]en Asketen, der sich nicht mit mehr als dem zufriedengibt, was zum Lebenserhalt nötig ist“.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Stoneman: &amp;#039;&amp;#039;Alexander the Great: A Life in Legend&amp;#039;&amp;#039;. Yale University Press, New Haven/London 2008, S. 92. Englisches Original: „it poses the contrast between the insatiable conqueror and the quietist asceticc who is contented with no more than is necessary to preserve life.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Georg Luck]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Weisheit der Hunde. Texte der antiken Kyniker in deutscher Übersetzung mit Erläuterungen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Kröners Taschenausgabe]].&amp;#039;&amp;#039; Band 484). Kröner, Stuttgart 1997, ISBN 3-520-48401-3.&lt;br /&gt;
* Claire Muckensturm-Poulle: &amp;#039;&amp;#039;Gymnosophistes.&amp;#039;&amp;#039; In: Richard Goulet (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dictionnaire des philosophes antiques&amp;#039;&amp;#039;. Band 3, CNRS Éditions, Paris 2000, ISBN 2-271-05748-5, S. 494–496.&lt;br /&gt;
* William H. Willis, Klaus Maresch: &amp;#039;&amp;#039;The Encounter of Alexander with the Brahmans&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 74, 1988, S. 59–83.&lt;br /&gt;
* [[Richard Stoneman]]: &amp;#039;&amp;#039;Who Are the Brahmans?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Classical Quarterly]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 44, 1994, S. 500–510.&lt;br /&gt;
* Richard Stoneman: &amp;#039;&amp;#039;Naked Philosophers: The Brahmans in the Alexander Historians and the Alexander Romance&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Journal of Hellenic Studies]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 115, 1995, S. 99–114.&lt;br /&gt;
* Richard Stoneman: &amp;#039;&amp;#039;How Much Land Does a Man Need? Alexander’s Encounter with the Brahmans (326 BC).&amp;#039;&amp;#039; In: Richard Stoneman: &amp;#039;&amp;#039;Alexander the Great: A Life in Legend&amp;#039;&amp;#039;. Yale University Press, New Haven/London 2008, S. 91–106.&lt;br /&gt;
* Aleksandra Szalc: &amp;#039;&amp;#039;Alexander’s dialogue with Indian Philosophers: Riddle in Greek and Indian Tradition&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Eos&amp;#039;&amp;#039;. Band 98, 2011, S. 7–25 ([http://ptf.edu.pl/wp-content/uploads/2016/01/7_EOS-2011-1-Szalc.pdf online])&lt;br /&gt;
* Aleksandra Szalc: &amp;#039;&amp;#039;Indian Philosophers and Alexander the Great – Reality and Myth&amp;#039;&amp;#039;. In: Kai Ruffing, Kerstin Dross-Krüpe, Sebastian Fink, [[Robert Rollinger]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Societies at War: Proceedings of the Tenth Symposium of the Melammu Project Held in Kassel September 26–28 2016 &amp;amp; Proceedings of the Eight Symposium of the Melammu Project Held in Kiel November 11–15 2014&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Melammu Symposia&amp;#039;&amp;#039;. Band 10). Austrian Academy of Sciences Press, Wien 2020, S. 575–592&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Gymnosophists}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{LiviusNeu|people|gymnosophists|||Gymnosophists|}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion (Antike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indisches Altertum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Griechische Philosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personenbezeichnung (Glaubenshaltung)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Askese]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeschichte (Indien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alexanderzug]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>176.5.136.149</name></author>
	</entry>
</feed>