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	<title>Gymnastik - Versionsgeschichte</title>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gymnastik&amp;diff=57377&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;René Thiemann: Linkfix.</title>
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		<updated>2026-03-29T09:16:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Linkfix.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert die Sportart, die Gymnastik als Heilverfahren wird unter [[Heilgymnastik]] beschrieben.}}&lt;br /&gt;
[[Datei:AcroDanceHandstand.jpg|mini|hochkant|Ein [[Handstand]]]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gymnastik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Griechische Sprache|griechisch]]: γυμναστική [τέχνη] &amp;#039;&amp;#039;gymnastiké [téchnē]&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;= „Gymnastik“, von γυμνάζω &amp;#039;&amp;#039;gymnázo&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;= „[[turnen]]“, „üben“, „schulen“; verwandt dazu: γυμνάσιον &amp;#039;&amp;#039;gymnásion&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;= „[[Gymnasium]]“) ist die Kunst der Leibesübungen. Das Wort Gymnastik leitet sich vom altgriechischen Adjektiv γυμνός &amp;#039;&amp;#039;gymnós&amp;#039;&amp;#039; („nackt“) ab, da vergleichbare Leibesübungen im antiken Griechenland [[Nacktsport|nackt ausgeführt]] wurden. Das heutige Wort Gymnastik bezeichnet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* das wissenschaftlich begründete und allseitig ausgebildete System der Pflege, Stärkung und Übung der Körperkräfte sowie&lt;br /&gt;
* auch die Übung selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem die Gymnastik ihren Zweck auf die allgemeine und gleichmäßige Ausbildung des Körpers richtet, unterscheidet sie sich von der Athletik ([[Leichtathletik|Leicht-]] und [[Schwerathletik]]), die den Körper in speziellen Disziplinen zu hervorragenden Leistungen schulen will, und von der [[Agon (Wettstreit)|Agonistik]], die bei ihren Übungen vorzugsweise das Auftreten in Wettkämpfen im Auge hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In außereuropäischen Kulturen gibt es zum Teil mit europäischer Gymnastik vergleichbare Übungen. So wird bei den [[Inuit]] Grönlands und Kanadas eine spezielle [[Seilgymnastik der Inuit|Seilgymnastik]] auch in Form von Wettkämpfen ausgeübt. Auch das chinesische [[Tai Chi Chuan]] oder indisches [[Yoga]] können, unabhängig vom weltanschaulichen und funktionalen Hintergrund, als eine Art Gymnastik betrieben werden. Allerdings sind diese körperlichen Übungen ursprünglich in sakrale oder praktische Kontexte eingebunden und nicht in einer dem westlichen [[Sport]] vergleichbaren Weise ausdifferenziert, sodass dabei von [[Bewegungskultur]] gesprochen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Griechenland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Greek relief of pentathlon 500 bC.jpg|mini|hochkant|Relief griechischer [[Pentathlon|Pentathleten]]]]&lt;br /&gt;
Der Ruhm, die Gymnastik zuerst als Kunst betrieben zu haben nach bestimmten Regeln, den ganzen Körper zur höchsten [[Vollkommenheit]] zu bilden, gebührt den [[Griechenland|Griechen]]. Die Leibesübungen früherer Völker, namentlich der [[Perser (Volk)|Perser]], waren nur auf die Aneignung bestimmter Fertigkeiten gerichtet. Die Griechen aber, die in der [[Kalokagathie]], der Vereinigung einer edlen [[Seele]] mit einem schönen Körper, das Ideal des Menschen sahen, erachteten die Bildung des Körpers für nicht minder wichtig als die der Seele und hielten es zu [[Homer]]s Zeiten für schimpflich, in der Gymnastik nicht erfahren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde die Gymnastik zur Staatseinrichtung gemacht und ihr Betrieb durch genaue Gesetze geregelt. Für den freien [[Bürger]] war Gymnastik eine notwendige Vorschule zum Kriegsdienst, zu welchem er verpflichtet war. [[Sklave]]n war die Ausübung verboten. In [[Sparta]] wurden auch die Mädchen zu gymnastischen Übungen und demgemäß auch zu Wettkämpfen herangezogen. Aber die Gymnastik bildete nicht bloß einen wichtigen (in Sparta sogar den wichtigsten) Teil in der Erziehung der Jugend, auch die freien und in pekuniärer Hinsicht unabhängigen Männer übten sich bis in das Alter in den Turnschulen und erhielten sich dadurch die Rüstigkeit des Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch darf der belebende Einfluss nicht übersehen werden, den die plastische [[Griechische Kunst|Kunst der Griechen]] aus der Gymnastik empfangen hat. In den Ringschulen und Gymnasien boten sich die nackten Körper in den verschiedensten Stellungen den Künstlern zum Studium dar. Dies trug auch mit zur Blüte der griechischen [[Plastik (Kunst)|Plastik]] bei. Die Gymnastik der Griechen war, obwohl sehr verschieden, dem heutigen [[Turnkunst|Turnen]] verwandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutzgötter der Gymnastik waren [[Herakles]] und [[Hermes]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Übungen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gymnastics brokenchopstick.jpg|mini|Turnen als Wettkampfgymnastik]]&lt;br /&gt;
Der feste Standort, auf dem alle Übungen stattfanden, war der Erdboden. Dabei bediente man sich, im Gegensatz zum heutigen Turnen, so gut wie keines Geräts. Die einfachen und doch in ihrer weisen Verbindung alle Glieder des Körpers gleichmäßig ausbildenden Übungen der Griechen waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der [[Hochsprung|Hoch-]], Tief- und [[Weitsprung]], Letzterer mit Gewichten ausgeführt,&lt;br /&gt;
* der [[Speerwurf]],&lt;br /&gt;
* der Schnelllauf (siehe [[Dromos (Sport)|Dromos]]),&lt;br /&gt;
* das [[Diskuswurf|Diskuswerfen]],&lt;br /&gt;
* der Ringkampf (siehe [[Pale (Ringkampf)|Pale]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese fünf Übungen fasste man zusammen unter dem Namen des [[Pentathlon]]; dieselben fanden für die Knaben in der [[Palästra]] statt, als Bahn für das Laufen diente der Dromos; Jünglinge und Männer besuchten das Palästra und Dromos vereinigende [[Gymnasion|Gymnasium]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorbereitungen und weitere Übungen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Turnhalle15.jpg|mini|Turngeräte in einer Turnhalle]]&lt;br /&gt;
Von öffentlichen Lehrern der Gymnastik in Griechenland wissen wir nichts, vielmehr übten sich die Knaben in den Palästren unter den Augen und nach den Weisungen der zuschauenden Bürger; vom Staat angestellte [[Gymnasiarchen]], auch Pädonomen und Kosmeten genannt, führten die Oberaufsicht. Häufig aber auch vereinigte ein Privatlehrer (Pädotribe&amp;lt;ref&amp;gt;„Für die Gymnastik schuf und unterhielt der Staat geeignete Plätze und Gebäude mit Hallen, Palästren (Turnplätze für Knaben) und Gymnasien (Plätze, wo Jünglinge und Männer unbekleidet körperliche Übungen vornahmen). Unter Begleitung von Turnlehrern (Pädotriben) übte man sich im [[Pentathlon]] (s. §2; die Bahn für den Wettlauf hieß [[Stadium]]), im Ballspiel und Faustkampf, im Bogenschießen, Wagenlenken; auch die Schwimmkunst wurde gelernt.“ In: {{Literatur |Autor=Karl Heilmann |Titel=Handbuch der Pädagogik |Band=III |Auflage=8 |Verlag=Verlag der Dürr’schen Buchhandlung |Ort=Leipzig |Datum=1909 |Seiten=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Kinder mehrerer Eltern und lehrte das bisher nur planlos Geübte in methodischer Folge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Ausbildung gaben noch die [[Gymnasten]]. Die Übungen geschahen nackt. Vor denselben wurde der Körper mit Öl eingerieben, um die Glieder elastisch zu machen und vor zu starkem Schwitzen zu bewahren. Vor dem Ringen dagegen bestäubte man sich wieder mit Sand, um dem Gegner das Festhalten zu erleichtern. Nach den Übungen gaben große Bassins und Wannen Gelegenheit zur Reinigung des Körpers. In warmen und kalten Bädern bediente man sich des [[Striegel (Tierpflege)|Striegels]], um die Haut von Öl, Sand und Schweiß zu befreien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Bad wurde eine Einreibung des Körpers von besonders sachverständigen Männern, den [[Aleipten]], vorgenommen und dabei der Körper, ähnlich wie es heute noch in [[Hammam|türkischen Bädern]] geschieht, gewissen Reibungen und Reckungen unterworfen, um die Gesundheit zu kräftigen. Wenn auch die Teile des Pentathlon die Hauptübungen in den griechischen Palästren und Gymnasien bildeten, so waren sie doch nicht die einzigen. Bei dem Baden wurde das [[Schwimmen]] fleißig geübt und zu großer Vollkommenheit gebracht, in mehreren Staaten kam noch das [[Bogenschießen]] und [[Schleuder (Waffe)|Schleudern]] hinzu; vor allem aber ergötzte seit den Zeiten Homers das [[Ballspiel]] in den verschiedensten Arten Jung und Alt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht sowohl zur Gymnastik als in das Gebiet der [[Athlet]]ik gehörten die Übungen im [[Antiker Faustkampf|Faustkampf]] (Pygme) und im [[Pankration]], obwohl sie später, als die Einsicht in das wahre Wesen der Gymnastik immer mehr verschwand, mit Ausnahme von Sparta allgemeine Aufnahme in die Gymnasien fanden. Durchaus aber wurde zur Gymnastik gerechnet die allerdings nur den reichen Jünglingen und Männern zugängliche Kunst des Wagenführens und Wettreitens. Für diese Übungen war der [[Hippodrom (Antike)|Hippodromos]] bestimmt. Schon im Homer lesen wir, wie der greise [[Nestor (Mythologie)|Nestor]] seinem Sohn [[Antilochos]] Ratschläge gibt, den mit zwei [[Hauspferd|Rossen]] bespannten zweiräderigen [[Streitwagen]] glücklich um die Zielsäule der Rennbahn zu lenken; später fuhr man vierspännig. Wenn auch diese Übung nebst dem erst in nachhomerischer Zeit aufgekommenen Wettreiten für die Entwicklung der Kräfte nicht von großem Einfluss waren, so zeigten sie sich doch außerordentlich geeignet, einen sichern Blick und Geistesgegenwart zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wettkämpfe ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Auffassung, dass die Gymnastik die Ausbildung des Körpers zum einzigen Zweck habe, stand das Wettkämpfen an den Festen der Götter nicht in Widerspruch. Galt es doch hier zu zeigen, wie weit man es in allen Künsten, die sich für einen freien Mann schickten, gebracht habe. (Näheres hierüber siehe [[Olympische Spiele der Antike|Olympische Spiele]], [[Pythische Spiele]] und [[Isthmische Spiele]]. Hier nur noch so viel, dass schon [[720 v. Chr.|720&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.]] bei den Olympischen Spielen der [[Lendenschurz|Schurz]], mit welchem die Kämpfer bis dahin noch bekleidet waren, abgeschafft wurde, und dass die gymnastischen Übungen nicht einzeln zum Wettbewerb freigegeben wurden, sondern nur in ihrer Vereinigung zum [[Pentathlon]].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Sinken der edlen Gymnastik geschah gleichzeitig mit dem Verfall der politischen Größe Griechenlands, also etwa seit dem Ende des [[Peloponnesischer Krieg|Peloponnesischen Kriegs]]: mit der Freude an den politischen Verhältnissen sank auch das Interesse an dieser hervorragend politischen Institution; eine rohe Athletik gewann in den Gymnasien wie auf den Festspielen immer mehr die Oberhand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rom ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterwerfung Griechenlands [[146 v. Chr.|146&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.]] kam die Gymnastik nach [[Rom]]&amp;amp;nbsp;– vielfach geübt von den jungen Römern&amp;amp;nbsp;–, jedoch gering geschätzt und geradezu missbilligt von den Männern der alten Zeit. Denn dem alten Römer, welchem es weniger um Ausbildung der Körperschönheit als um [[Kriegstüchtigkeit]] ging, und der im Krieg nicht durch stürmischen Angriff den Feind zum Weichen zu bringen suchte, sondern durch lange Märsche zu ermüden und dann im harten Kampf zu schlagen pflegte, schien die raue Feldarbeit nebst Reiten und Schwimmen hierzu der bessere Weg als die Übungen der Palästra. Dergleichen erschien ihm vielmehr als Verweichlichung. Allmählich jedoch fand die Gymnastik auch bei den Römern Aufnahme, ohne indes dieselbe Bedeutung für das Volksleben zu erhalten wie in Griechenland. Die Stelle der gymnischen Wettkämpfe vertraten bei ihnen [[Gladiator]]en- und circensische Spiele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Germanen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Germanen|altgermanischen Völker]] pflegten die Gymnastik, in der ihnen eigenen Art. Bei [[Julius Caesar|Caesar]] und [[Publius Cornelius Tacitus|Tacitus]] lesen wir von den außerordentlichen Leistungen der germanischen Jünglinge im Laufen und Springen; an den [[Langhaar|Mähnen oder Schweifen]] der Rosse sich anhaltend und nach den Umständen sich auf- und abschwingend, erschienen und verschwanden sie mit der Schnelligkeit Berittener, und ein Teutoboch schwang sich über mehrere Rosse hinweg. Tacitus erwähnt den Waffentanz nackter Jünglinge zwischen den scharfen Spitzen der [[Schwert]]er und [[Lanze]]n. Als literarisches Zeugnis aus etwas späterer Zeit ist bemerkenswert der Wettkampf [[Gundahar|Gunthers]] und [[Brünnhilde]]s im siebten&amp;amp;nbsp;Gesang des [[Nibelungenlied]]es, welcher außer dem Speerkampf auch den Weitwurf mit einem Stein und den Weitsprung umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wettlauf zwischen [[Siegfried der Drachentöter|Siegfried]] und [[Hagen von Tronje|Hagen]] gab Gelegenheit zur Ermordung des ersten. Eine weit glänzendere Periode der germanischen Gymnastik beginnt in der christlich-germanischen Zeit, nachdem auf den Trümmern des [[Römisches Reich|Römerreichs]] neue Staaten und Gemeinwesen erstanden waren. Der deutsche König [[Heinrich I. (Ostfrankenreich)|Heinrich&amp;amp;nbsp;I.]] war der Stifter jener ritterlichen Kampfspiele, der [[Turnier]]e, die zugleich ein Erzeugnis sowie ein wirksames Darstellungsmittel ritterlicher Mannhaftigkeit und Tüchtigkeit im christlichen [[Mittelalter]] waren. Sie beanspruchen zu jener Zeit eine ähnliche gesellschaftliche Stellung und Bedeutung wie die gymnastischen Spiele im hellenischen Altertum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Karusselle ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das [[Ritterschaft|Ritterwesen]] allmählich in Verfall geriet, traten minder ernste Wettspiele, die sogenannten Karusselle, an ihre Stelle. Obwohl fast ausschließlich der bevorzugte [[Adel]] und das [[Patriziat]] der bedeutenden [[Reichsstädte]] an den Spielen sich beteiligten, so entbehrten doch auch die niederen [[Ständeordnung|Stände]], Kleinbürger und Bauern, der mit gymnastischen Leistungen (wie Ringen, Laufen, Werfen, Klettern etc.) verknüpften Festlichkeiten nicht. Nachdem aber der Gebrauch des [[Schießpulver]]s die Kriegsführung ganz umgestaltet hatte, kamen jene ritterlich-gymnastischen Übungen und Spiele, die ihre Bedeutung als Vorbereitungen zum ernsten Krieg und als Nachahmungen desselben verloren hatten, mehr und mehr außer Gebrauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur einzelne Überreste der alten ritterlichen Gymnastik erhielten sich in manchen Kreisen und wurden teils durch die Einwirkung der Mode, teils zur Wahrung der persönlichen Ehre und Tüchtigkeit abgewandelt und kunstgerecht ausgebildet, wie die [[Fechten|Fechtkunst]]. Andere Disziplinen bestanden deshalb fort, weil es, abgesehen vom Kampf, entweder sonstigen Bedürfnissen oder auch dem Vergnügen diente, so z.&amp;amp;nbsp;B. das [[Reiten]] (aus dessen Vorübungen sich das besonders auf den [[Universität]]en und Kriegsschulen geübte [[Voltigieren]], d.&amp;amp;nbsp;h., Springen an einem nachgebildeten Pferd oder auch an einem Tisch, entwickelte), das [[Tanzen]], [[Schlittschuhlaufen]], Schwimmen, [[Rudern]], [[Stelzenlaufen|Stelzengehen]], das [[Ballspiel]] usw. Weitere [[Sportart]]en, wie etwa das Vogel- und [[Scheibenschießen]] mit [[Büchse]] und [[Armbrust]], das Sackhüpfen, das Mastklettern, das Faustkämpfen auf beweglichen Balken, das Wettlaufen und Wettrennen, das Werfen in die Weite und nach einem Ziel usw., haben sich im Anschluss an [[Volksfest]]e zum Teil bis auf den heutigen Tag erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weiterentwicklung ==&lt;br /&gt;
=== 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiederbelebung der Gymnastik im 19. Jahrhundert ist die Geschichte des [[Turnen]]s. Es ist hierbei ausgezeichnet durch eine allseitig, systematische Leibesbildung, welche weder von zufälliger Gelegenheit abhängt, noch im Dienst einzelner körperlicher Fähigkeiten steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1813 wurde [[Pehr Henrik Ling]], der Begründer der schwedischen Gymnastik, Leiter des von ihm initiierten gymnastischen Zentralinstituts in Stockholm. 1854 machte [[Moritz Schreber]] seine Zimmergymnastik bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 34 und 38.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gymnasium Instruction NGM-v31-p349.jpg|mini|Gymnastik in der Rekrutenausbildung (1917)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-R92062, Berlin, Gymnastik.jpg|mini|hochkant|Gymnastik am Strand in Berlin-Treptow (1948)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:100 jaar lichamelijke opvoeding.ogv|mini|Niederländische Kinonachrichten von 1962 über das hundertjährige Jubiläum der Gymnastiklehrer-Vereinigung]]&lt;br /&gt;
Mit der Reformbewegung an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gewinnt der ursprüngliche Gedanke der Gymnastik als eines ganzheitlichen Systems der Körper- und Bewegungsbildung, wie er in der griechischen Idee der Kalokagathie angelegt war, wieder an Einfluss. Getragen von der Kulturkritik und als Gegenströmung zur beginnenden Industrialisierung bildeten sich schnell verschiedene und von Beginn an zuweilen stark auseinander strebende Gymnastikrichtungen und Schulen. In der Öffentlichkeit gewinnt die Gymnastikbewegung neben der Jugendbewegung, der Frauenbewegung und der Reformpädagogik und im engen Zusammenhang zur Rhythmikbewegung und zum modernen Tanz einen neuen Stellenwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Höhepunkt der Gymnastikbewegung liegt in den 1920er Jahren, unter anderem mit der Gründung des Deutschen Gymnastikbundes 1925 in Berlin. Ein wesentlicher Initiator war dabei der Pädagoge Franz Hilker, der die Bildungsidee, das „Pflegsame“ und das „Gestalterische“ der Gymnastik hervorhob und damit auch versuchte, die z.&amp;amp;nbsp;T. zerstrittenen Gymnastikrichtungen unter einem gemeinsamen Grundgedanken zu vereinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine weitgehende Entideologisierung der Bewegungskultur in Deutschland versucht und in diesem Rahmen jede der ursprünglich sehr unterschiedlich verwurzelten und nach unterschiedlichen Zielen ausgerichteten Bewegungsrichtungen dem Begriff und der Idee des Sports untergeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;«K.J. GUTSCHE in Kieler Hefte zur Gymnastik 2012 mit Unterstützung des Archivs für Gymnastikliteratur Braunschweig»&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Grund sind vor allem die rhythmisch-gestalterischen und pädagogisch ausgerichteten Strömungen der Gymnastik heute weitgehend aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwunden. Präsent ist noch der gesundheitliche Aspekt der Gymnastik (z.&amp;amp;nbsp;B. in Form der Krankengymnastik), Gymnastik als Trainingsgymnastik (z.&amp;amp;nbsp;B. als Aufwärmtraining für andere Sportarten) und als Sportart selbst (rhythmische Sportgymnastik)&lt;br /&gt;
Beispiele für trainingsgymnastische Richtungen im 20. Jahrhundert:&lt;br /&gt;
Im Jahr 1904 begründete [[Jørgen Peter Müller|Jörgen Peter Muller]], ein nach ihm benanntes gymnastisches System.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 58.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der zweiten Hälfte des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts hat sich die Fitness- und Gymnastikbewegung herausgebildet. Eine wesentliche Initiatorin war [[Jane Fonda]], die mit ihren Aerobic-Videos viele Menschen für die körperliche Bewegung begeistert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wesentliche Gymnastik-Arten ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Aerobic]]&lt;br /&gt;
* [[Ästhetische Gruppengymnastik]]&lt;br /&gt;
* [[Athletische Gymnastik]]&lt;br /&gt;
* [[Beckenbodengymnastik]]&lt;br /&gt;
* [[Funktionsgymnastik]]&lt;br /&gt;
* [[Gymnastik und Tanz]]&lt;br /&gt;
* [[Holistische Gymnastik]]&lt;br /&gt;
* [[Krankengymnastik]]/[[Physiotherapie]]&lt;br /&gt;
* [[Pilates]]&lt;br /&gt;
* [[Rhythmische Sportgymnastik]]&lt;br /&gt;
* [[Wassergymnastik]]&lt;br /&gt;
* Wirbelsäulengymnastik (als Teil der [[Rückenschule]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:2017-06-05 Turnfest, Turnfestgala II (06) (freddy2001).jpg|mini|Moderne Figurengymnastik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergänzt werden diese durch spezielle, auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Übungs- und Trainingsprogramme.&lt;br /&gt;
In diesem Zusammenhang sind folgende Gymnastikübungen zu nennen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gymnastik für den Bauch, Rücken, Po und Beine sowie&lt;br /&gt;
* Gymnastik im Büro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in diesem Zusammenhang ist diese Entwicklung aus Amerika nach Europa gekommen. Der Begriff „[[Fitnesstraining#Personal Training|Personal Trainer]]“ findet immer mehr Verbreitung in Deutschland. Damit gemeint ist ein Trainer, der persönlich für seine Klienten Gymnastik- und Fitnessprogramme entwirft, auf deren Grundlage sie ihre Trainingsziele optimal erreichen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Speziell für ältere Menschen wurden Übungen zur [[Seniorengymnastik]] entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vermittlung ====&lt;br /&gt;
Auch die Vermittlung der Gymnastikübungen hat sich gewandelt. Waren im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert nur persönliche Unterrichtsstunden oder Bücher als Wissensvermittler im Einsatz, so wurden diese ab den 1920er-Jahren durch Audioangebote wie Schallplatten (z.&amp;amp;nbsp;B. 1921 [[Walter Camp]], &amp;#039;&amp;#039;The Daily Dozen&amp;#039;&amp;#039;) und den Hörfunk ergänzt, beispielsweise in den USA (1922 Arthur Baird, WGI [[Medford (Massachusetts)|Medford]]; 1925 Arthur Bagley mit William Mahoney, [[WNBC|WEAF]] New York),&amp;lt;ref&amp;gt;[[Donna Halper]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.thebdr.net/exercise-and-expertise-how-early-broadcasting-promoted-health-education/ Exercise and Expertise: How Early Broadcasting Promoted Health Education]&amp;#039;&amp;#039; (August 2013)&amp;lt;/ref&amp;gt; Deutschland (1926 [[Alfred Braun]] mit [[Theo Mackeben]], [[Funk-Stunde Berlin|Funk-Stunde]];&amp;lt;ref&amp;gt;Brigitte Baetz: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.deutschlandfunk.de/reihe-rundfunkpioniere-alfred-braun-der-erfinder-der.2907.de.html?dram:article_id=490218 Alfred Braun – der Erfinder der Radioreportage]&amp;#039;&amp;#039; (4. Januar 2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; 1928 [[Deutsche Stunde in Bayern|Bayern]], hier ab 1946 Claire Brill mit Alfons Tiefenböck&amp;lt;ref&amp;gt;Ursula Zimmermann: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.br.de/unternehmen/inhalt/organisation/fruehgymnastik-br-100.html Start der Frühgymnastik im BR]&amp;#039;&amp;#039; (28. November 2018)&amp;lt;/ref&amp;gt;), Japan (1928 Riichi Egi, [[NHK]])&amp;lt;ref&amp;gt;youtube.com: [https://www.youtube.com/watch?v=imUYi9olo2k Japan, Tokyo 1928 – The First Radio Gymnastics TV Broadcast]&amp;lt;/ref&amp;gt; oder der Sowjetunion (1929 Wladimir Nabokow mit Alexander Iwanow, 1935 Nikolai Gordejew mit Walentin Rodin).&amp;lt;ref&amp;gt;gordeev.artzona.org: {{Webarchiv|url=http://gordeev.artzona.org/utrennyaya-gimnastika/ |wayback=20210503085217 |text=Утренняя гимнастика |archiv-bot=2025-06-11 06:41:39 InternetArchiveBot }}; tvp.netcollect.ru: [http://tvp.netcollect.ru/prog.php?id=188507 Radioprogramm Februar 1929]&amp;lt;/ref&amp;gt; Später folgten Fernsehsendungen (siehe z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;[[Medizin nach Noten]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Deutscher Fernsehfunk|DFF]] 1961–1994;&amp;lt;ref&amp;gt;Anja Laukötter: &amp;#039;&amp;#039;[https://zeithistorische-forschungen.de/2-2020/5867 »Medizin nach Noten« – Körperökonomien im DDR-Fernsehen]&amp;#039;&amp;#039; (2020)&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;[[Tele-GYM]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Bayerischer Rundfunk|BR]] seit 1992), Videos, [[DVD]]s und das Internet. So haben einige große [[Krankenkasse]]n und Gymnastik-Informationsportale im Internet eine große Auswahl an Gymnastikübungen bereitgestellt, die sich jeder einfach herunterladen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Gymnastiklehrer]]&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Ludwig Jahn]]&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Turnerschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Deutsches Turnfest]]&lt;br /&gt;
* [[Turn- und Sportfest der DDR]]&lt;br /&gt;
* [[Rhythmische Sportgymnastik]], [[Loheland-Gymnastik]], [[Heilgymnastik]], [[Zimmergymnastik]], [[Gymnaestrada]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Aus der zahlreichen auf Gymnastik und Verwandtes sich beziehenden Literatur möge hier erwähnt werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hieronymus Mercurialis]] Forlivensis: &amp;#039;&amp;#039;De Arte Gymnastica&amp;#039;&amp;#039;. 1569.&lt;br /&gt;
* Krause: &amp;#039;&amp;#039;Die Gymnastik und Agonistik der Hellenen&amp;#039;&amp;#039;. 2&amp;amp;nbsp;Bde. Leipzig 1840–1841.&lt;br /&gt;
* Iäger: &amp;#039;&amp;#039;Die Gymnastik der Hellenen&amp;#039;&amp;#039;. Eßling 1857. Stuttgart 1881 (neue Bearbeitung).&lt;br /&gt;
* Bintz: &amp;#039;&amp;#039;Die Gymnastik der Hellenen&amp;#039;&amp;#039; (mit ausführlichem Nachweis der Literatur). Gütersloh 1877.&lt;br /&gt;
* Nikolaus Lerche: &amp;#039;&amp;#039;Gymnastik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Kleine Pauly]].&amp;#039;&amp;#039; 1979, Band 2, Sp. 887–892.&lt;br /&gt;
* Petra Beck, Silvia Brieske-Maiberger: &amp;#039;&amp;#039;Gymnastik Basics : Technik – Training – Methodik&amp;#039;&amp;#039;, Aachen : Meyer und Meyer, 2005, ISBN 3-89899-030-3.&lt;br /&gt;
* Friedbert Gross: &amp;#039;&amp;#039;Zur musikalisch-motorischen Ausbildung in technisch-kompositorischen Sportarten&amp;#039;&amp;#039;,  Deutsche Hochschule für Körperkultur, Leipzig, 3. Auflage 1990.&lt;br /&gt;
* [[Arnd Krüger]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Bewegungstherapie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Präventivmedizin.&amp;#039;&amp;#039; Springer Loseblatt Sammlung, Heidelberg 1999, 07.06, S. 1–22.&lt;br /&gt;
* Christiana Rosenberg: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch für Gymnastik und Tanz&amp;#039;&amp;#039;, Aachen : Meyer u. Meyer, 1988, ISBN 3-89124-056-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Gymnastics|Gymnastik}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4022649-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Turnsportart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bewegungswissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Körpertherapie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;René Thiemann</name></author>
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