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	<title>Gyepű - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Maclemo: /* Ortsnamen */ + 1</title>
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		<updated>2024-06-16T12:11:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Ortsnamen: &lt;/span&gt; + 1&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Gyepű.jpg|miniatur|hochkant=1.2|Das Gyepűsystem mit inneren Burgen, Grenzödland (Gyepűelve), Beobachtern und Bogenschützen]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gyepű&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein Grenzschutzsystem der [[Ungarn]] im [[Mittelalter]]. Er bestand vom 10. bis Mitte des 13. Jahrhunderts. Das [[Ungarische Sprache|ungarische]] Wort Gyepű stammt vom [[Türkische Sprache|türkischen]] Wort yapı (dt. [[Palisade]]) ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Ab 899 erfolgten [[Ungarneinfälle|Einfälle]] der [[Magyaren]] ins benachbarte [[Ostfrankenreich]]. 955 wurden die Magyaren in der [[Schlacht auf dem Lechfeld]] von [[Otto I. (HRR)|Otto I. dem Großen]] geschlagen und nach Osten zurückgedrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Großfürst [[Géza (Ungarn)|Géza]] begann daraufhin mit dem Aufbau eines ungarischen Staatswesens, das auch Elemente der slawischen und [[Fränkisches Reich|fränkischen]] Verwaltung übernahm. Diese Entwicklung wurde unter seinem Sohn [[Stephan I. (Ungarn)|Stephan I.]] fortgeführt. Grundlage der staatlichen Organisation waren die [[Komitat]]e. Stephan I. richtete 44 Komitate ein. An der Spitze eines Komitats stand der vom König bestellte [[Gespan]] (lat. &amp;#039;&amp;#039;comes&amp;#039;&amp;#039;). 23 dieser ersten 44 Komitate waren Grenzkomitate. Die Gespane der Grenzkomitate trugen die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;comes confiniorum&amp;#039;&amp;#039; (vgl. [[Markgraf]]), ihr Sitz war die Komitatsburg. Die Bewohner der Komitate gliederten sich in Freie und [[Leibeigenschaft|Unfreie]]. Zur Unterstützung der Gespane dienten Amtsträger wie die [[Jobagionen]] (Dienstleute) und die Grenzwächter (lat. &amp;#039;&amp;#039;custodes&amp;#039;&amp;#039;). Die Jobagionen und die Grenzwächter wurden gemeinsam mit ihren Familien in „Zehnerschaften“ angesiedelt, einer Organisation, die von den ungarischen Nomaden übernommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Gyepűsystem ==&lt;br /&gt;
Der Aufbau der ungarischen Staatsorganisation erforderte nach außen hin einen wirksamen Grenzschutz, der nach Art der ungarischen [[Nomade]]n eingerichtet wurde. Der Gyepű schützte einerseits das ungarische Binnenland nach außen und andererseits die einzelnen Stammesniederlassungen der Magyaren untereinander. Er war ein System von mehreren hintereinander geschalteten Grenzschutzlinien mit Erdburgen und Grenzwächtersiedlungen an Stellen, die am leichtesten zu verteidigen waren. Dazwischen lag unwegsames und gering bevölkertes Ödland (&amp;#039;&amp;#039;Gyepűelve&amp;#039;&amp;#039;). Die Ödlandstreifen hatten eine Ausdehnung von ungefähr 10 bis 40 Kilometern. Die innerste Linie bildete die Siedlungsgrenze. Das Ödland wurde allerdings schon unter den [[Árpáden]] zunehmend besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich des Gyepűelve arbeiteten die Grenzwächter im Dienste des Grenzschutzes. Die Grenzwächter hatten zwei Aufgaben. Die [[Bogenschütze]]n (lat. &amp;#039;&amp;#039;sagittarii&amp;#039;&amp;#039;) bewachten die Grenzgebiete. Die Aufgabe der &amp;#039;&amp;#039;speculatores&amp;#039;&amp;#039; war die Beobachtung gegnerischer Truppen. Kleinere Einfälle wehrten die Grenzwächter selbst ab, größere Einfälle wurden auch durch Truppen der Burgen bekämpft. War auch dies nicht ausreichend, mussten die Truppen des Königs eingreifen. Im Falle eines magyarischen Angriffs war das Grenzödland Aufmarschgebiet und die Burgen dienten als Basen für den Nachschub. Die Grenzwächter gehörten zu den Freien des Komitates. Die lateinische Bezeichnung der Anführer der Grenzwächter war &amp;#039;&amp;#039;decurio&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;centurio&amp;#039;&amp;#039;, deren ungarische Bezeichnung ist nicht überliefert. Die Decurionen und Zenturionen erhielten ihre Befehle vom Gespan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Gyepű allmählich aufgegeben. Nicht zuletzt die erfolglose Verteidigung im Zuge des [[Mongolensturm]]s 1241 hatte gezeigt, dass das System nicht mehr zeitgemäß war. An die Stelle des Gyepűs traten die standfesteren [[Burg|Steinburgen]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.oberpullendorf.at/index.php?article_id=44 Oberpullendorf – Von den frühesten Spuren menschlicher Besiedlung bis zum Mittelalter]&amp;#039;&amp;#039; auf der Website der Gemeinde Oberpullendorf (abgerufen am 5. November 2010)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der westungarische Gyepű ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Vasvár 056.jpg|miniatur|hochkant|Rekonstruktion eines Gyepű-Durchlasstores bei [[Vasvár]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:AUT Oberwart COA.svg|miniatur|hochkant|Das Wappen der Stadt [[Oberwart]] stellt einen Grenzwächter zwischen den Burgen [[Burg Bernstein (Burgenland)|Bernstein]] und [[Burg Güssing|Güssing]] dar.]]&lt;br /&gt;
Das westungarische Grenzschutzgebiet wurde nach der Niederlage der Ungarn gegen den König des [[Ostfrankenreich]]es [[Otto I. (HRR)|Otto I. den Großen]] in der [[Schlacht auf dem Lechfeld]] 955 ausgebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;István Fodor: &amp;#039;&amp;#039;Die Abstammung der Ungarn und Landnahme&amp;#039;&amp;#039; in der Festschrift „Die Obere Wart“, Hrsg. Ladislaus Triber, Oberwart 1977, S. 112&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gyepű diente in dieser Region dem Schutz vor Einfällen durch die Deutschen vom Westen her. Die Ungarn siedelten Wächter in der Region an. Die Gyepűzone entlang der Landesgrenze zum Ostfrankenreich war zweifach gegliedert. Die innerste Linie bildete eine Burgenkette von [[Rusovce|Karlburg]] über [[Vasvár|Eisenburg]] nach Süden. Diese Verteidigungslinie wurde mit Wällen und Pfählen befestigt. Nur an den wichtigsten Ein- und Ausfallstraßen gab es schmale Durchlässe, die sogenannten „Portae regni“, die gesondert befestigt waren. Die äußerste Linie war das Grenzödland im Westen mit ungangbar gemachten Wäldern, Sümpfen und Überschwemmungsgebieten, das sich zwischen [[Murska Sobota|Muraszombat]] im heutigen Slowenien und [[Bad Radkersburg|Regede]] in der heutigen [[Steiermark]] erstreckte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.gatterfogado.hu/?l=tortenelme&amp;amp;lang=de &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Őrség&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 5. November 2010&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein großer Teil des heutigen [[Burgenland]]es in Österreich lag in der Gyepűelve.&amp;lt;ref&amp;gt; László Somogyi: &amp;#039;&amp;#039;Die burgenländischen Magyaren in geographischer Sicht&amp;#039;&amp;#039;, Dissertation, Graz 1966, S. 19ff&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die innere Verteidigungslinie der Burgen an der westungarischen Grenze verlief entlang der [[Raab (Fluss)|Raab]]. Davor waren Grenzwächter im Ödland entlang der Flussläufe der [[Pinka]], [[Lafnitz (Fluss)|Lafnitz]] und des [[Zickenbach (Strem)|Strem-]] sowie des [[Zickenbach (Pinka)|Zickenbaches]] angesiedelt. Die Siedlungen der Grenzwächter waren vor allem durch Ungarn besiedelt. An der westungarischen Grenze wurden [[Frühgeschichte|frühgeschichtliche]] Erdburgen (z. B. [[Burg (Gemeinde Hannersdorf)|Burg]] und [[Purbach am Neusiedler See|Purbach]]) in den Gyepű einbezogen, weiters wurden [[Palisade|palisadenbewehrte]] Befestigungen der Slawen wie [[Zalavár|Mosapurc]], [[Burg Devín]], [[Burg Bratislava|Brezalauspurc]] reaktiviert. Außerdem bauten die Ungarn auch neue Erdburgen wie die Komitatsburgen [[Sopron|Ödenburg]] und [[Moson|Wieselburg]], [[Sárvár|Kotenburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Reihe burgenländischer Ortschaften wie beispielsweise [[Pöttsching]], [[Oberpullendorf]], [[Oberwart]], [[Litzelsdorf]] und [[Mischendorf]] entstand aus den Siedlungen der Grenzwächter. Die [[Burgenlandungarn]] gelten als Nachfahren der Grenzwächter des westungarischen Gyepű. Die Grenzwächtersiedlungen konnten sich über Jahrhunderte halten und deren Bewohner genossen noch bis [[1848]] königliche [[Privileg]]ien.&lt;br /&gt;
Reste des westungarischen Gyepűsystems sind beispielsweise beim [[Buchberg (Wienerwald)|Buchberg]] in [[Niederösterreich]] noch sichtbar.&amp;lt;ref&amp;gt;Rauchensteiner Manfried: &amp;#039;&amp;#039;Vom  Limes zum  Ostwall.&amp;#039;&amp;#039; In: Heeresgeschichtliches  Museum  (Hrsg.): Militärhistorische  Schriftenreihe. Heft 21. Österreichischer  Bundesverlag  für Unterricht,  Wissenschaft und Kunst.  Wien  1972, S. 8&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Vasvár]] wurde ein Stück eines Tores (Durchlass) der inneren Befestigungslinie rekonstruiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ortsnamen ===&lt;br /&gt;
Die burgenländischen und westungarischen Ortsnamen mit der Endung „wart“ weisen noch auf die Siedlungsräume der „Grenzwarte“ hin.&lt;br /&gt;
* Oberwart&lt;br /&gt;
* [[Unterwart]]&lt;br /&gt;
* [[Siget in der Wart]]&lt;br /&gt;
* Stephansdorf in der Wart ([[Apátistvánfalva]] in Ungarn)&lt;br /&gt;
Ortsnamen mit Schützen sollen an Siedlungen erinnern, in denen die damaligen bewaffneten Grenzschützer lebten.&lt;br /&gt;
* [[Oberschützen]]&lt;br /&gt;
* [[Unterschützen]]&lt;br /&gt;
* [[Deutsch-Schützen]] &lt;br /&gt;
* Kroatisch Schützen ([[Horvátlövő]] in Ungarn)&lt;br /&gt;
* Großschützen ([[Veľké Leváre]] in der [[Slowakei]])&lt;br /&gt;
* Kleinschützen ([[Malé Leváre]] in der Slowakei)&lt;br /&gt;
Nur bedingt in diese Reihe gehört [[Schützen am Gebirge]], das bis 1924 &amp;#039;&amp;#039;Gschieß&amp;#039;&amp;#039; hieß, allerdings gab es in der Gegend die Orte Ober- und Unterschützen, die im Spätmittelalter verödeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ungarische Name Gyepűfüzes für [[Kohfidisch]] erinnert ebenfalls an die ehemalige ungarische Grenzsicherung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Endre Marosi: &amp;#039;&amp;#039;Burgen im österreichisch-ungarischen Grenzraum&amp;#039;&amp;#039;, Verlag edition roetzer, Eisenstadt 1990&lt;br /&gt;
* [[Hansgerd Göckenjan]]: &amp;#039;&amp;#039;Hilfsvölker und Grenzwächter im mittelalterlichen Ungarn&amp;#039;&amp;#039;, Steiner Franz Verlag, Wiesbaden 1972, ISBN 978-3-515-00775-7&lt;br /&gt;
* Tagányi Károly: &amp;#039;&amp;#039;Gyepű és Gyepűelve&amp;#039;&amp;#039;, (dt. Grenzschutzvorrichtungen und Grenzödland) in der Fachzeitschrift Magyar Nyelv 9, in ungarischer Sprache, Budapest 1913&lt;br /&gt;
* Ferenc Fodor: &amp;#039;&amp;#039;Adatok a magyar Gyepűk földrajzához&amp;#039;&amp;#039; (dt. Geographie der ungarischen Gyepűk), in ungarischer Sprache, Budapest 1936&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.atlas-burgenland.at/index.php?option=com_content&amp;amp;view=article&amp;amp;id=79&amp;amp;Itemid=130 &amp;#039;&amp;#039;Archäologische Funde aus der Frühen Arpadenzeit&amp;#039;&amp;#039;] auf der Homepage Atlas-Burgenland.at http://www.atlas-burgenland.at abgerufen am 6. Oktober 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Gyepu}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Befestigungsanlage (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ungarische Militärgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Burgenlandes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Befestigungsanlage in Ungarn]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Maclemo</name></author>
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