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	<title>Gutmensch - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T23:47:32Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gutmensch&amp;diff=22369&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-43355-71: /* Herkunft und Verwendung */ Kommafehler + Grammatik korr, Satz vervollständigt</title>
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		<updated>2026-01-04T09:12:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Herkunft und Verwendung: &lt;/span&gt; Kommafehler + Grammatik korr, Satz vervollständigt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gutmensch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Bezeichnung, die häufig als [[Ironie|ironisch]] oder [[Verachtung|verachtend]] gemeinte Verunglimpfung genutzt wird. Im Jahr 2015 wurde „Gutmensch“ zum Unwort des Jahres gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird damit jemand bezeichnet, der naiv an das Gute glaubt. Ihnen wird aus Sicht der Wortverwender ein übertriebener Wunsch des „Gut-sein“-Wollens in Verbindung mit einem [[Moralismus|moralisierenden]] und missionierenden Verhalten und einer [[dogma]]tischen, andere Ansichten nicht zulassenden Vorstellung des [[Das Gute|Guten]] unterstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Benutzer des Begriffs unterstellen Personen oder Personengruppen mit betont moralischer Grundhaltung ein fehlgeleitetes beziehungsweise zweifelhaftes Verhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;knobloch&amp;quot;&amp;gt;Clemens Knobloch: &amp;#039;&amp;#039;Moralisierung und Sachzwang. Politische Kommunikation in der Massendemokratie&amp;#039;&amp;#039;. Duisburg 1998 (künftig: Knobloch: &amp;#039;&amp;#039;Moralisierung&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach [[Siegfried Jäger]] wird er seit den 1980er Jahren als abschätzige Bezeichnung für Personen verwendet, „die [[Humanismus|humanistische]], [[Altruismus|altruistische]], auch religiös-mitmenschliche Lebensziele und Argumente höher einschätzen als [[Utilitarismus|utilitaristische]] und ihr Handeln, ihre Politik, ihr Leben danach ausrichten“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HoppeWDRMemorandum&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Gutmensch&amp;#039;&amp;#039; wird seit Mitte der 1990er Jahre auch seitens konservativer und rechtsgerichteter Kreise mit dem Begriff „[[Politische Korrektheit]]“ verbunden und als Anklage verstanden. Im öffentlichen Sprachgebrauch dient er durchweg als eine negativ konnotierte Fremdbezeichnung. Eine „liebevolle“ Verwendung findet sich zumeist nur in persönlichen Gesprächen, etwa für „das Herz am rechten Fleck haben“, großzügiges Verhalten oder für „übertriebenen“ Altruismus.&amp;lt;ref&amp;gt;Katrin Auer: {{Webarchiv |url=http://www.oezp.at/pdfs/2002-3-04.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;„Political Correctness“ – Ideologischer Code, Feindbild und Stigmawort der Rechten.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20130702074933}} (PDF; 103&amp;amp;nbsp;kB). In: &amp;#039;&amp;#039;[[Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 31, Nr. 3, 2002, S. 291–303, besonders S. 294 (künftig: Auer: &amp;#039;&amp;#039;„Political Correctness“&amp;#039;&amp;#039;); außerdem Knobloch: &amp;#039;&amp;#039;Moralisierung&amp;#039;&amp;#039;; Gesa von Leesen: &amp;#039;&amp;#039;„Das sagt man nicht!“ Political Correctness zwischen Moral und Kampfbegriff&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Das Parlament&amp;#039;&amp;#039;. 1. Februar 2007 (künftig: von Leesen: &amp;#039;&amp;#039;„Das sagt man nicht!“&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;HoppeWDRMemorandum&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Duden]], der den Begriff 2000 aufnahm, definiert „Gutmensch“ als „jemand, der sich (in einer als unkritisch oder übertrieben empfundenen Weise) empathisch und tolerant verhält, sich für [[Politische Korrektheit|Political Correctness]] u. Ä. einsetzt“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.duden.de/rechtschreibung/Gutmensch |titel=Duden {{!}} Gutmensch {{!}} Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft |sprache=de |abruf=2022-08-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Verwendung ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Gesinnungsethik|Reaktanz (Psychologie)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rembert Hüser]] entstand &amp;#039;&amp;#039;Gutmensch&amp;#039;&amp;#039; als eine „Witzelei“ der „89-Generation“-Feuilletonisten und Autoren wie [[Matthias Horx]] und [[Klaus Bittermann]], die „Anti-68er-Lexika“ in der Tradition von [[Eckhard Henscheid]]s [[Dummdeutsch]]-Wörterbuch verfassten. Diese Wörterbücher –&amp;amp;nbsp;eine Mischung aus Bekenntnis- und Unterhaltungsliteratur&amp;amp;nbsp;– unterscheiden nicht zwischen Wort[[erklärung]] und [[Wortgebrauch]]. Im Nachwort seines &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuchs des Gutmenschen&amp;#039;&amp;#039; schreibt Bittermann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Am Ende seiner gegen den ‚Versöhnungsterror der bundesrepublikanischen Provinz‘ gerichteten Glossen […] schrieb [[Karl Heinz Bohrer]] Anfang 92: ‚Vielleicht wäre es am besten, der Merkur legte in Zukunft ein kleines Wörterbuch des Gutmenschen an. Dahinein gehörten &amp;#039;&amp;#039;die Mauer im Kopf einreißen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Streitkultur]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;eigensinnig&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Querdenker&amp;#039;&amp;#039;.‘ Darauf haben wir mit Spannung, aber leider vergeblich gewartet. Die Situation wurde seither nicht besser, so dass wir uns gezwungen sahen, das Projekt selbst in Angriff zu nehmen.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Bittermann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Wörterbuch des Gutmenschen. Betroffenheitsjargon und Gesinnungskitsch&amp;#039;&amp;#039;. München 1998.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Mitte der 1990er-Jahre etablierte sich der Begriff in politischen und ideologischen Debatten und wird oft zusammen mit „Politische Korrektheit“ verwendet,&amp;lt;ref&amp;gt;Z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Reinhard Günzel]], siehe [[Reinhard Günzel#Vortragsreisen und Publizistik|dort]].&amp;lt;/ref&amp;gt; um den politischen Gegner und seine Ansichten als moralisierend zu kritisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Auer: &amp;#039;&amp;#039;„Political Correctness“&amp;#039;&amp;#039;, S. 294; sowie Brigitta Huhnke: &amp;#039;&amp;#039;„political correctness“ – ein Mantra nationaler Erweckung&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;ZAG&amp;#039;&amp;#039; 30, 1999 (auch in: [http://www.zag-berlin.de/antirassismus/archiv/30politicalcorrectness.html &amp;#039;&amp;#039;ZAG Online&amp;#039;&amp;#039;.]); Brigitta Huhnke: &amp;#039;&amp;#039;„pc“ – Das neue Mantra der Neokonservativen&amp;#039;&amp;#039;. In: Andreas Disselnkötter u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Evidenzen im Fluß. Demokratieverluste in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;. Duisburg 1997.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Herausgeber des [[Merkur (Zeitschrift)|Merkur]], [[Kurt Scheel]], stellte die Behauptung auf, den Begriff in diesem Sinne als Erster verwendet zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Leserbrief von Kurt Scheel in der [[Frankfurter Rundschau]], 19. November 1997.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Herberg u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Neuer Wortschatz: Neologismen der 90er Jahre im Deutschen.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2004, [http://books.google.com/books?id=nwzq-xXllkAC&amp;amp;pg=PA148 S. 148 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Wort galt in den Feuilletons als modischer „latest critical chic“. Politische Korrektheit wurde zuweilen, etwa von Klaus Bittermann, „Gutmenschensprache“, „Betroffenheitssprache“, „Gesinnungskitsch“, „Gesinnungssprache“ und „Plapperjargon“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer häufig geäußerten Auffassung wurde der Begriff von [[Friedrich Nietzsche]] geprägt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HoppeWDRMemorandum&amp;quot; /&amp;gt; In Nietzsches Werk finden sich zahlreiche verächtliche Äußerungen über den „guten Menschen“ sowie der gesamte theoretische Überbau des Themenkomplexes, nicht jedoch die Vokabel &amp;#039;&amp;#039;Gutmensch&amp;#039;&amp;#039; selbst. Die [[Gesellschaft für deutsche Sprache]] gibt als erste ihr bekannte Fundstelle des Begriffes eine Ausgabe des englischsprachigen &amp;#039;&amp;#039;[[Forbes Magazine]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahr 1985 an, in der [[Franz Steinkühler]], damals zweiter Vorsitzender der [[IG Metall]], so bezeichnet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;gfds&amp;quot;&amp;gt;Gesellschaft für Deutsche Sprache zum ersten Aufscheinen des Begriffs im Deutschen: [http://gfds.de/gutmensch/ &amp;#039;&amp;#039;Fragen und Antworten: Gutmensch&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2006 behauptete der [[Deutscher Journalisten-Verband|Deutsche Journalisten-Verband]] (DJV), die Herkunft des Begriffes liege in der [[Zeit des Nationalsozialismus]], und verwies auf eine vom DJV geplante Sprachfibel, die Journalisten zum sensiblen Umgang mit dem Arbeitswerkzeug Sprache anleiten und die zukünftig in Zusammenarbeit mit Sprachforschern des [[Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung|Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung]] erstellt werden solle.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HoppeWDRMemorandum&amp;quot;&amp;gt;Jürgen Hoppe: {{Webarchiv |url=http://www.djv-nrw.de/bilder/Memorandum27.03.06.pdf |wayback=20070928101946 |text=Memorandum zur „Initiative Journalisten gegen Rassismus“. |format=PDF; 27&amp;amp;nbsp;kB}} [[Deutscher Journalisten-Verband]], 27. März 2006; abgerufen am 26. Oktober 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut dem vorab veröffentlichten Sprachbeispiel der geplanten Fibel des DJV soll die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Gutmensch&amp;#039;&amp;#039; bereits für die Anhänger von [[Clemens August Graf von Galen|Kardinal Graf von Galen]] verwendet worden sein, die gegen die [[Aktion T4|Ermordung Behinderter durch die Nationalsozialisten]] auftraten. Der DJV verweist auf [[Adolf Hitler]], der in seinen Reden und seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;[[Mein Kampf]]&amp;#039;&amp;#039; die Vorsilbe &amp;#039;&amp;#039;gut&amp;#039;&amp;#039; wiederholt in abwertendem Zusammenhang verwendet hatte. So waren für ihn gutmeinende und gutmütige Menschen diejenigen, die den Feinden des deutschen Volkes in die Hände spielten.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Adolf Hitler: &amp;#039;&amp;#039;Mein Kampf&amp;#039;&amp;#039;. Dort als die „Gutmeinenden“ oft synonym für „die Juden“, aber auch für Deutsche, die sich nicht eindeutig für oder gegen die nationalsozialistische „Bewegung“ entscheiden können. Wie im Falle Nietzsches konnte jedoch auch hier keine Verwendung des Wortes &amp;#039;&amp;#039;Gutmensch&amp;#039;&amp;#039; dokumentiert werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung widersprach der Behauptung, das Wort Gutmensch sei im nationalsozialistischen Sprachgebrauch verwendet worden, später ausdrücklich. Entsprechenden Behauptungen sei man nachgegangen, diese hätten sich aber als haltlos erwiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.diss-duisburg.de/2011/11/das-stigma-gutmensch/#footnote_1_1036 DISS-Journal] des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Matthias Heine &amp;#039;&amp;#039;(Die Welt)&amp;#039;&amp;#039; verweist auf den 1791 in [[Pressburg]] geborenen Pädagogen Christian Oeser, der den Begriff erfunden habe. In seinem 1859 veröffentlichten Buch &amp;#039;&amp;#039;Briefe an eine Jungfrau über die Hauptgegenstände der Ästhetik&amp;#039;&amp;#039; heißt es über besonders naiv Gutmeinende: „Wird nicht ein solch unberatener Gutmensch für seine unbedingte Menschenliebe verlacht, für einen Thoren von der ganzen Welt gehalten werden und ein Opfer seiner Schwäche sein?“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/kultur/article138678946/Wer-Gutmensch-sagt-verdient-sich-seinen-Shitstorm.html &amp;#039;&amp;#039;Wer Gutmensch sagt, verdient sich seinen Shitstorm.&amp;#039;&amp;#039;] welt.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff und die Problematik des „guten Menschen“ wurden im 20. Jahrhundert aber auch in nicht abwertender Weise literarisch verarbeitet, so in [[Bertolt Brecht]]s Theaterstück &amp;#039;&amp;#039;[[Der gute Mensch von Sezuan]]&amp;#039;&amp;#039;:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.theaterbremen.de/de_DE/spielplan/der-gute-mensch-von-sezuan.1090429 |text=Theaterbremen: Der gute Mensch von Sezuan |wayback=20170102200831}} (abgerufen am 2. Januar 2017)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Protagonistin „Shen Te“ versucht darin gutherzig und selbstlos zu handeln, wird aber gnadenlos ausgenutzt und erfindet dann ihr Alter Ego „Shui Ta“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe mit ähnlichem Inhalt und ähnlicher Verwendungsgeschichte sind auch in anderen Sprachen Teil des alltäglichen politischen Diskurses, zum Beispiel italienisch &amp;#039;&amp;#039;buonismo&amp;#039;&amp;#039; für „Bonismus, Guttuerei, Gutmenschentum“. Weitere Bezeichnungen mit ähnlicher Bedeutung sind das in China politisch-weltanschaulich verwendete Spottwort [[Baizuo]] oder das im englischen Sprachraum meist abwertend verwendete [[Virtue signalling]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung in der politischen Diskussion ==&lt;br /&gt;
Mit unterschiedlicher Absicht und Häufigkeit wird der Begriff im gesamten politischen Spektrum verwendet; als ideologisch besetzter Kampfbegriff in der Auseinandersetzung mit (tatsächlichen und vermeintlichen) Vertretern einer „politischen Korrektheit“ aber vorwiegend im konservativen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Bereich.&amp;lt;ref&amp;gt;Auer: &amp;#039;&amp;#039;„Political Correctness“&amp;#039;&amp;#039;, S. 294.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;HoppeWDRMemorandum&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwendung innerhalb gesellschaftskritischer Kreise ===&lt;br /&gt;
Sich als gesellschaftskritisch verstehende Akteure üben mitunter ironische Kritik an vermeintlichen Mitstreitern, die die Gesellschaft kritisieren, ohne sich selbst den vertretenen Ansprüchen zu stellen. So wertet &amp;#039;&amp;#039;Gutmensch&amp;#039;&amp;#039; etwa eine Kritik am [[Rassismus]] als rein symbolisch, wenn das eigene rassistische Verhalten nicht reflektiert wird. Diese Kritik bedeutet, dass politische Äußerungen, die keine Konsequenzen verlangen, dem Sprecher allein dazu dienen, in einem „guten Licht“ dazustehen. Kritisiert werden dabei besonders Sonntagsreden von Politikern, wenn diese sich als Fürsprecher von „Opfern“ ausgeben. Dagegen wird von Betroffenen auch eine Festschreibung in einer [[Opferrolle]] entschieden zurückgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Susan Arndt: &amp;#039;&amp;#039;Weißsein. Die verkannte Strukturkategorie Europas und Deutschlands&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Mythen des weißen Subjekts: Verleugnung und Hierarchisierung von Rassismus&amp;#039;&amp;#039;. In: Maureen Maisha Eggers u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;. Münster 2005, S. 24–29 sowie S. 340–362.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein besonderes Beispiel ist der gutmeinende „[[Fremdenfreund]]“, der aufgrund des [[Humanitarismus|humanitaristischen]] Grundsatzes davon ausgeht, dass alle Menschen gleich sind, ihm fremden Menschen jedoch „eigene Bedürfnisse, ethische oder moralische Vorstellungen und Ziele“ oktroyiert&amp;lt;ref&amp;gt;jemandem etwas aufzwingen, aufdrängen; siehe &amp;#039;&amp;#039;[[wikt:oktroyieren|oktroyieren]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Wiktionary]])&amp;lt;/ref&amp;gt; (Sabine Forschner).&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch Susan Arndt: &amp;#039;&amp;#039;Mythen des weißen Subjekts: Verleugnung und Hierarchisierung von Rassismus&amp;#039;&amp;#039;. In: Maureen Maisha Eggers u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;. Münster 2005, S. 340–362, dazu auch &amp;#039;&amp;#039;Traktabilität&amp;#039;&amp;#039; (Arndt), →[[Weißsein]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der für seine Nähe zu [[Rechtsliberalismus|rechtsliberalen]] und [[Rechtspopulismus|rechtspopulistischen]] Medien bekannte Kommunikationswissenschaftler [[Norbert Bolz]] ([[TU Berlin]]) unterstellte 2014 im [[Deutschlandfunk]] dem Gutmenschen eine Rhetorik der [[Political correctness|Political Correctness]], die sich aus politischem [[Moralismus]], Sprachhygiene und -tabus zusammensetzen würde und eine Art puritanischer lustfeindlicher Haltung hätte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ulrike Köppchen |url=https://www.deutschlandfunkkultur.de/gutmenschen-eben-mal-die-welt-retten.976.de.html?dram:article_id=294305 |titel=„Gutmenschen“: Eben mal die Welt retten! |werk=[[Deutschlandfunk]]-Sendung „Zeitfragen“ |datum=2014-08-11 |abruf=2015-05-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwendung in der politischen Rhetorik ===&lt;br /&gt;
Häufiger benutzt die [[Politische Rechte (Politik)|politische Rechte]] den Begriff, um den politischen Gegner zu diskreditieren: Indem sie „[[Politische Linke|linke]]“ Ideale als „Gutmenschentum“ abwertet, unterstreicht sie den Anspruch, selbst realistisch und auf der Sachebene zu argumentieren, während den als Gutmenschen Bezeichneten damit [[Realitätsverlust]], mangelndes [[Reflexion (Philosophie)|Reflexionsvermögen]], ein unrealistisch hoher [[moral]]ischer Anspruch oder [[Utopie|utopische]] Vorstellungen unterstellt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;knobloch&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Auer: &amp;#039;&amp;#039;„Political Correctness“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die so Angegriffenen sehen darin einen rhetorischen Kunstgriff, der ihre Bestrebungen nach [[Humanität]], [[Solidarität]] und [[Soziale Gerechtigkeit|sozialer Gerechtigkeit]] ins Lächerliche ziehen soll. Die Einordnung des Gegenübers als „Gutmensch“ ziehe die Diskussion auf eine persönliche &amp;#039;&amp;#039;([[argumentum ad hominem]] = „ad personam“)&amp;#039;&amp;#039; und emotionale Ebene, um so einer inhaltlichen Auseinandersetzung auszuweichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;knobloch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr häufig wird der Begriff aber als aggressive Abwehrstrategie gegenüber Kritik an den eigenen Positionen verwendet. Kritik an (tatsächlichen oder vermeintlichen) [[Rassismus|rassistischen]], [[Homophobie|homophoben]], [[Antisemitismus|antisemitischen]] (und zunehmend auch [[Antiislamismus|antiislamischen]]) oder [[sexistisch]]en Tabuverletzungen soll durch die Abwertung der Person mittels dieser rhetorischen Strategie entkräftet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;knobloch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Strategie der Moralisierung ===&lt;br /&gt;
Politische Machtfragen erhalten durch die Verwendung des Begriffes „Gutmensch“ eine moralisch polarisierende Form, die dazu geeignet ist, die Achtung vor dem politischen Gegner zu mindern und ihn zu diskreditieren. In der politischen Rhetorik gibt es Strategien, politische Fragen entweder auf der Sachebene oder auf einer moralischen Ebene zu verhandeln. Fremdzuschreibungen des politischen Gegners durch [[Stigmatisierung]]en wie „pc“ (für engl. [[Politische Korrektheit|&amp;#039;&amp;#039;political correctness&amp;#039;&amp;#039;]]) oder „Gutmensch“ moralisieren die Kommunikation. Damit ist die Position des politischen Gegners diskreditiert, und er ist gezwungen, sich auf die eine oder andere Seite zu stellen, wenn er sein Ansehen nicht (weiter) verlieren will. Besonders offensichtlich wird diese Strategie, wo es (tatsächliche oder auch nur behauptete) [[Tabu]]s gibt. Die Kunst der Rhetorik besteht dabei darin, mit stigmatisierenden Begriffen wie „Gutmensch“ oder „Moralkeule“ den politischen Gegner in der Auseinandersetzung in Situationen zu bringen, in denen die Alternative lautet: „meine Ansicht oder die tabuisierte“. Diese Rhetorik erweist sich oft als sehr wirkungsvoll, da hier nur unter schwierigen Umständen über Sachfragen analytisch gesprochen werden kann. Auf diesen Zusammenhang verweist der Sprachwissenschaftler [[Clemens Knobloch]] ([[Universität Siegen]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;knobloch&amp;quot; /&amp;gt; (siehe auch [[Unwort]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwendung als „ideologischer Code“ ===&lt;br /&gt;
Laut einer von der Politologin Katrin Auer in der [[Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft|Österreichischen Zeitschrift für Politikwissenschaft]] (ÖZP) publizierten [[Diskursanalyse|diskursanalytischen]] Studie werden unter der [[Chiffre (Literatur)|Chiffre]] „pc“ (für engl. [[Politische Korrektheit|&amp;#039;&amp;#039;political correctness&amp;#039;&amp;#039;]]), für deren Aufkommen häufig „Gutmenschen“ verantwortlich gemacht würden, speziell in der [[Politische Rechte (Politik)|politischen Rechten]] Themen benannt, über die man nicht mehr laut und öffentlich reden könne, ohne dem „Terror der Gutmenschen“ zum Opfer zu fallen. Die so ausgemachten „Gutmenschen“ würden dabei bildhaft oft keulenschwingend dargestellt. Die Rede sei von „Moralkeule“, „Rassismuskeule“, „Faschismuskeule“, „Auschwitzkeule“ und ähnlichem. So werde eine [[Feindbild]]- und eine [[Tabu]]situation geschaffen, in der insbesondere frauenfeindliche, rassistische und antisemitische Äußerungen als rebellisch und tabubrechend erscheinen. Der Begriff „Gutmensch“ wirke hier als Code, um in diesem Denkmuster sprechen zu können und verstanden zu werden, ohne die eigene Gesinnung deutlich formulieren zu müssen. Ein bekanntes Beispiel sei es, in [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] Reden das Wort „Jude“ durch das Wort „Gutmensch“ zu ersetzen. Zuhörer, die sich gar nicht als Antisemiten verstünden, könnten diesen Reden bedenkenloser zustimmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Auer: {{Webarchiv |url=http://www.oezp.at/pdfs/2002-3-04.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Political Correctness.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20130702074933}} (PDF) S. 294 und 300 (PDF; 103&amp;amp;nbsp;kB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Verwendungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bis zum 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
„Gutmenschen“ &amp;#039;&amp;#039;(Bonhommes, boni homines)&amp;#039;&amp;#039; war eine Bezeichnung für die Angehörigen der mittelalterlichen [[Häresie|häretischen]] Bewegungen, die auch als [[Katharer]] und &amp;#039;&amp;#039;Albigenser&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wurden und sich selbst &amp;#039;&amp;#039;veri christiani&amp;#039;&amp;#039;, „wahre Christen“, nannten. Im [[Französische Sprache|Französischen]] gibt es den Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;bonhomme&amp;#039;&amp;#039; (wörtlich: guter Mensch oder guter Mann), der den so bezeichneten Personen moralische Qualitäten zuspricht, aber im Allgemeinen – ähnlich wie eng. &amp;#039;&amp;#039;[[gentleman]]&amp;#039;&amp;#039; – ein höfliches Wort für „Person“ ist und mit „guter Kerl“ übersetzt werden kann, mit dem kein Spott oder Kritik verbunden ist, wiewohl der Ausdruck gleichfalls als Äquivalent des deutschen Trottels genutzt wird. In spöttischer Absicht hingegen wurde der französische Begriff etwa von [[Karl Marx]] verwendet, der sich gelegentlich polemisch mit dem Ausdruck „Jacques le bonhomme“ auf [[Max Stirner]] bezog.&amp;lt;ref&amp;gt;Marx, Engels: &amp;#039;&amp;#039;[[Marx-Engels-Werke]].&amp;#039;&amp;#039; 3, S. 121–123.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als „Gutmann und Gutweib“ überschrieb bereits [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]] eine seiner Balladen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Max Scharnigg]]: [http://www.sueddeutsche.de/kultur/kritik-am-gutmenschen-dem-man-nicht-vergibt-1.1138137 &amp;#039;&amp;#039;Kritik am „Gutmenschen“: Friedlich, edel – und an allem schuld.&amp;#039;&amp;#039;] Süddeutsche.de vom 3. September 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.projekt-gutenberg.org/antholog/avballad/chap076.html |titel=Deutsche Balladen. Aus Ferdinand Avenarius&amp;#039; Balladenbuch |abruf=2023-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Harald Martenstein ===&lt;br /&gt;
Der Journalist und Autor [[Harald Martenstein]] definierte den Terminus „Gutmensch“ neu, nachdem er sich in seinen Publikationen immer wieder mit dem Phänomen [[Shitstorm]] auseinandergesetzt hatte, und schlug 2015 vor, mit diesem Ausdruck einen Typus von aggressiv [[Selbstgerechtigkeit|selbstgerechtem]] Zeitgenossen zu bezeichnen, der „glaubt, dass er, im Kampf für das, was er für ‚das Gute‘ hält, von jeder zwischenmenschlichen Rücksicht und jeder zivilisatorischen Regel entpflichtet sei. Beleidigungen, Demütigungen und sogar Gewalt sind erlaubt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;smü&amp;quot;&amp;gt;Harald Martenstein: {{Internetquelle |url=http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/12/harald-martenstein-moral-gutmensch |titel=Über die Sehnsucht nach moralischer Überlegenheit |abruf=2015-05-13}}, Zeit-Magazin, 6. April 2015&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits nach der Vorankündigung des Artikels hielt [[Matthias Heine]] Martenstein in der Zeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt]]&amp;#039;&amp;#039; vor, dass das Wort „durch übermäßigen Gebrauch der falschen Leute […] unbrauchbar gemacht worden“ sei und dass „kein zurechnungsfähiger Mensch“ es mehr benutzen könne.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mh&amp;quot;&amp;gt;Matthias Heine: {{Internetquelle |url=https://www.welt.de/kultur/article138678946/Wer-Gutmensch-sagt-verdient-sich-seinen-Shitstorm.html |titel=Wer Gutmensch sagt, verdient sich seinen Shitstorm |abruf=2015-05-13}}, Die Welt, 23. März 2015&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Jahr zuvor hatte [[Akif Pirinçci]] in seiner [[Polemik]] &amp;#039;&amp;#039;[[Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer]]&amp;#039;&amp;#039; Martenstein seinerseits als „Gutmenschen“ tituliert,&amp;lt;ref name=&amp;quot;kas&amp;quot;&amp;gt;Harald Martenstein: {{Internetquelle |url=http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/21/harald-martenstein-kritik |titel=Über Kritik von allen Seiten |abruf=2015-05-13}} Zeit-Magazin, 17. Mai 2014; Akif Pirinçci: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer&amp;#039;&amp;#039;. Manuscriptum, Waltrop 2014, ISBN 978-3-944872-04-9, S. 228.&amp;lt;/ref&amp;gt; während dieser den Ausdruck, etwa zeitgleich, in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Die neuen Leiden des alten M.&amp;#039;&amp;#039; polemisch verteidigt hatte: „Gutsein ist, wie alles, eine Frage der Dosis, wenn man es übertreibt, wird es totalitär.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;nlam&amp;quot;&amp;gt;Harald Martenstein: &amp;#039;&amp;#039;Die neuen Leiden des alten M. Unartige Beobachtungen zum deutschen Alltag.&amp;#039;&amp;#039; Bertelsmann Verlag, München 2014, ISBN 978-3-641-15077-8, S. 45.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortmarke der Band Die Toten Hosen ==&lt;br /&gt;
Der Manager der Band [[Die Toten Hosen]] Patrick Orth ließ im Jahr 2014 die [[Wortmarke]] Gutmensch beim Deutschen Patent- und Markenamt in München schützen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/tote-hosen-sichern-sich-rechte-am-unwort-gutmensch-a-1072085.html Deutungshoheit: &amp;#039;&amp;#039;„Tote Hosen“ sichern sich Rechte am Unwort „Gutmensch“.&amp;#039;&amp;#039;] spiegel.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Band verkauft T-Shirts mit dem Aufdruck „Gutmensch – No one likes us. We don’t care!“, wobei 10 Euro pro Shirt der Opferberatungsstelle [[Regionale Arbeitsstelle|RAA]] Sachsen zugutekommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unwort des Jahres ==&lt;br /&gt;
Durch die [[Unwort des Jahres (Deutschland)|&amp;#039;&amp;#039;Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres&amp;#039;&amp;#039;]] in Deutschland erhielt das Wort 2011 den zweiten und 2015 den ersten Platz als &amp;#039;&amp;#039;Unwort des Jahres&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gutmensch-ist-unwort-des-jahres-2015-a-1071545.html |titel=Sprachkritik: „Gutmensch“ ist Unwort des Jahres |werk=[[Spiegel Online]] |datum=2016-01-12 |abruf=2016-01-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies begründete die Jury 2011 folgendermaßen:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren. Ähnlich wie der meist ebenfalls in diffamierender Absicht gebrauchte Ausdruck [[Wutbürger]] widerspricht der abwertend verwendete Ausdruck Gutmensch Grundprinzipien der Demokratie, zu denen die notwendige Orientierung politischen Handelns an ethischen Prinzipien und das Ideal der Aushandlung gemeinsamer gesellschaftlicher Wertorientierungen in rationaler Diskussion gehören. Der Ausdruck wird zwar schon seit 20 Jahren in der hier gerügten Weise benutzt. Im Jahr 2011 ist er aber in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Kontexten einflussreich geworden und hat somit sein Diffamierungspotential als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“ verstärkt entfaltet.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Unwort&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv |url=http://www.unwortdesjahres.net/fileadmin/unwort/download/pressemitteilung_unwort2011_01.pdf |wayback=20130921190213 |text=Pressemitteilung: Unwort des Jahres 2011}}.&amp;#039;&amp;#039; 17. Januar 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2015 lautete die Begründung, dass im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsthema insbesondere auch diejenigen beschimpft würden, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe oder gegen [[flüchtlingsfeindliche Angriffe in der Bundesrepublik Deutschland]] einsetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.unwortdesjahres.net/fileadmin/unwort/download/pressemitteilung_unwort2015.pdf |titel=Wahl des 25. „Unworts des Jahres“ |werk=Pressemitteilung der sprachkritischen Aktion UNWORT des Jahres |datum=2016-01-12 |format=PDF |abruf=2016-01-18 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160118150503/http://www.unwortdesjahres.net/fileadmin/unwort/download/pressemitteilung_unwort2015.pdf |archiv-datum=2016-01-18  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/unwort-des-jahres-der-gutmensch-ist-zurueck-14010334.html &amp;#039;&amp;#039;Der gute alte Gutmensch ist zurück.&amp;#039;&amp;#039;] [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]] vom 12. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Wahl war beeinflusst durch das [[Flüchtlingskrise in Europa ab 2015|Flüchtlingsthema 2015]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gutmensch-ist-unwort-des-jahres-2015-a-1071545.html &amp;#039;&amp;#039;Sprachkritik: „Gutmensch“ ist Unwort des Jahres.&amp;#039;&amp;#039;] [[Spiegel Online]] vom 12. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Gutmensch“ wurde gewählt, weil der Begriff Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd diffamiere.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sueddeutsche.de/kultur/-gutmensch-ist-unwort-des-jahres-1.2814403 &amp;#039;&amp;#039;„Gutmensch“ ist Unwort des Jahres 2015.&amp;#039;&amp;#039;] [[Süddeutsche Zeitung]] vom 12. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kritik richte sich nicht nur gegen [[Rechtspopulismus|Rechtspopulisten]], sondern auch gegen Journalisten der [[Leitmedien]], die das Wort „Gutmensch“ gebrauchen würden.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/kultur/2016-01/unwort-des-jahres-2015-gutmensch &amp;#039;&amp;#039;Gutmensch ist Unwort des Jahres.&amp;#039;&amp;#039;] [[Die Zeit]] vom 12. Januar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ndr.de/kirche/Gutmensch-Ein-Wort-dass-sich-radikal-veraendert-hat,unwort140.html &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Gutmensch&amp;quot; - Ein Wort, dass sich radikal verändert hat&amp;#039;&amp;#039;]. [[NDR]] vom 18. Januar 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--- chronologisch ---&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Katrin Auer: [http://www.oezp.at/pdfs/2002-3-04.pdf &amp;#039;&amp;#039;„Political Correctness“ – Ideologischer Code, Feindbild und Stigmawort der Rechten.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 103&amp;amp;nbsp;kB) In: &amp;#039;&amp;#039;[[Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft]].&amp;#039;&amp;#039; 31, 2002, S. 291–303.&lt;br /&gt;
* [[Dietmar Bittrich]]: &amp;#039;&amp;#039;Achtung, Gutmenschen! Warum sie uns nerven. Womit sie uns quälen. Wie wir sie loswerden.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt Taschenbuch rororo 62264, Reinbek bei Hamburg 2007, ISBN 978-3-499-62264-9.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|9783902404411|Typ=wl|Kommentar=[[Bestseller|Jahresbestseller]] und 2. Platz [[Buchliebling]] 2008 für Geschichte, Politik, Wirtschaft}}&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Greiner (Literaturkritiker)|Ulrich Greiner]]: [http://www.zeit.de/2009/53/DOS-Gutmensch?page=1 &amp;#039;&amp;#039;Rechthaber und Samariter – Ein Vergleich zwischen dem Gutmenschen und dem guten Menschen&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr.  53/2009.&lt;br /&gt;
* Astrid Hanisch, [[Margarete Jäger]]: [http://www.diss-duisburg.de/2011/11/das-stigma-gutmensch/ &amp;#039;&amp;#039;Das Stigma „Gutmensch“.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung|DISS-Journal]]&amp;#039;&amp;#039; 22, 2011, S.&amp;amp;nbsp;3–5.&lt;br /&gt;
* Gerhard Müller: &amp;#039;&amp;#039;Gutmensch.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Sprachspiegel.&amp;#039;&amp;#039; 67, 2011, S.&amp;amp;nbsp;2–9 ([[doi:10.5169/seals-421988]]) und 50–54 ([[doi:10.5169/seals-421994]]).&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Kaube]]: [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/gutmenschgenese-geschichte-eines-unworts-14012770.html &amp;#039;&amp;#039;Gutmenschgenese&amp;#039;&amp;#039;]. FAZ.net vom 14. Januar 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-bin/wort_www?Wort=Gutmensch&amp;amp;site=1&amp;amp;cs=1&amp;amp;x=0&amp;amp;y=0 „Gutmensch“ im Wortschatz-Lexikon der Uni Leipzig] mit [[Linguistik|linguistischen]] und [[Grammatik|grammatischen]] Informationen, [[Synonymie|Synonymen]] und Verwendungsbeispielen aus renommierten deutschsprachigen Medien.&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20130603054204/http://www-oedt.kfunigraz.ac.at/oewort/1999/Gutmensch.htm &amp;#039;&amp;#039;„Gutmensch“ – Textbeispiele&amp;#039;&amp;#039;] (aus österreichischen Medien im Jahr 1999), zusammengestellt von [[Rudolf Muhr]], [[Karl-Franzens-Universität Graz]], 2000.&lt;br /&gt;
* [http://www.gavagai.de/zitat/philo/HHC103GM.htm &amp;#039;&amp;#039;Friedrich Nietzsche über den guten Menschen&amp;#039;&amp;#039;] (Textsammlung von Nietzsche-Zitaten), zusammengestellt von Herbert Huber, 2004.&lt;br /&gt;
* [http://www.gfds.de/gutmensch/ Herkunft von Gutmensch] mit Erstbeleg, [[Gesellschaft für deutsche Sprache]]&lt;br /&gt;
* Matthias Heine: [https://www.welt.de/kultur/article138678946/Wer-Gutmensch-sagt-verdient-sich-seinen-Shitstorm.html &amp;#039;&amp;#039;Wer Gutmensch sagt, verdient sich seinen Shitstorm&amp;#039;&amp;#039;.] [[Die Welt|Welt Online]], 23.&amp;amp;nbsp;März 2015.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Unwörter des Jahres}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethische Haltung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schimpfwort (Person)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politisches Schlagwort (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unwort des Jahres (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rhetorik]]&lt;/div&gt;</summary>
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