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	<title>Gut Hebscheid - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gut_Hebscheid&amp;diff=2849040&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Landbote am 7. September 2025 um 19:33 Uhr</title>
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		<updated>2025-09-07T19:33:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Gut&lt;br /&gt;
| Name             = Gut Hebscheid&lt;br /&gt;
| Alternativnamen  = &lt;br /&gt;
| Wappen           = &lt;br /&gt;
| Kategorie        = &lt;br /&gt;
| Ort              = Aachen&lt;br /&gt;
| Ortsteil         = [[Lichtenbusch]]&lt;br /&gt;
| Gut              = Gutshof&amp;lt;!-- Art des Guts (Rittergut, Gutshof, ...) ---&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Bild             = Gut Hebscheid.JPG&lt;br /&gt;
| Bild zeigt       = Gut Hebscheid im Jahre 2011&lt;br /&gt;
| Plan             = Hebscheid osten vogelschau.png&lt;br /&gt;
| Plan zeigt	   = Gut Hebscheid von Osten aus der Vogelschau&lt;br /&gt;
| Gutsherren       = &lt;br /&gt;
| Hofeigentümer    = Familie von Bock, Familie von Brachel, Familie Pastor, Familie Hasenclever&amp;lt;!-- Alternativ zu Gutsherren ---&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Entstehungszeit  = erste Erwähnung 1391 als Grenzpunkt&lt;br /&gt;
| Neugestaltet     = 1544 Bau des Herrenhauses, 1880 Modernisierung, 1990 Sanierung&lt;br /&gt;
| Zustand          = Denkmalgeschützt&lt;br /&gt;
| Straßen          = &amp;lt;!-- umgebende ---&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Strassen         = &amp;lt;!-- Alternativ zu Straßen ---&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Gutsanlagen      = &lt;br /&gt;
| Hofanlagen       = Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude&amp;lt;!-- Alternativ zu Gutsanlagen ---&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Gutsgestaltung   = &lt;br /&gt;
| Hofgestaltung    = &amp;lt;!-- Alternativ zu Gutsgestaltung ---&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Nutzung heute    = biologischer Gartenbau, Gastronomie&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Geodaten ---&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Gutsfläche       = &lt;br /&gt;
| Breitengrad      = wikidata&lt;br /&gt;
| Längengrad       = &lt;br /&gt;
| Region-ISO       = DE-NW&lt;br /&gt;
| Poskarte	   = &lt;br /&gt;
| NEBENBOX	   = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gut Hebscheid&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Denkmalschutz|denkmalgeschützter]] [[Gutshof]] in Aachen-[[Lichtenbusch]], nahe dem [[Deutschland|deutsch]]-[[Belgien|belgischen]] [[Grenzübergang]] an der [[Bundesautobahn&amp;amp;nbsp;44]]. Das Anwesen ist in der [[Liste der Baudenkmäler in Aachen-Forst]] eingetragen. In der enzyklopädischen Darstellung [[Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz]]&amp;lt;ref&amp;gt;P. Clemen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz.&amp;#039;&amp;#039; Band 10 III: &amp;#039;&amp;#039;Die profanen Denkmäler und die Sammlungen der Stadt Aachen.&amp;#039;&amp;#039; L. Schwann, Düsseldorf 1924.&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Bibliographie général &amp;#039;&amp;#039;Les délices du duché de Limbourg&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Poswick Limbourg&amp;quot;&amp;gt;Guy Poswick: &amp;#039;&amp;#039;Les délices du duché de Limbourg.&amp;#039;&amp;#039; Archives veriétoises, Tome IV, Verviers 1951, {{OCLC|1072759191}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird Hebscheid als bemerkenswertes [[profan]]es [[Baudenkmal]] beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der historischen Bedeutung verdient die aktuelle Nutzung Beachtung. In einem für die Region [[Aachen]] beispielhaften Projekt dient Hebscheid seit der Jahrtausendwende der Rehabilitation und Integration von Menschen mit Behinderung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliche Bedeutung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gut Hebscheid Lage Tranchot-Karte.png|mini|Hebscheid – ein Weiherhaus umgeben von Wassergräben und Teichen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Infotafel Gut Hebscheid, Aachen.jpg|mini|Infotafel]]&lt;br /&gt;
Der historische Wehrhof wurde im Mittelalter als [[Festes Haus#Weiherhaus|Weiherhaus]] mit [[Landwirtschaftsbetrieb|Ökonomie]] erbaut. Der Wohnturm trägt einen Schornstein, der laut Überlieferung von &amp;#039;&amp;#039;alters her&amp;#039;&amp;#039; als Grenzmarke zwischen dem [[Herzogtum Limburg]], dem [[Herzogtum Jülich]] sowie der [[Reichsabtei Kornelimünster]] diente. Es sind Vorgänge wie Belehnung, Erbe, Heirat, Kauf, Teilung, Stiftung, Schenkung und gewaltsame Inbesitznahme, die das Schicksal dieser Territorien über die Jahrhunderte bestimmt haben. Schließlich waren im 18. Jh. der Kaiser in Wien, der Kurfürst in München und der Abt in Kornelimünster Landesherren und Obereigentümer von Hebscheid.&amp;lt;ref&amp;gt;H. Zintzen: &amp;#039;&amp;#039;Hebscheid, ein historischer Hof in der Region Aachen.&amp;#039;&amp;#039; [[Meyer &amp;amp; Meyer (Verlag)|Meyer &amp;amp; Meyer]], Aachen 1995.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war diese exponierte Lage als Grenzpunkt zwischen den Territorien souveräner Fürsten, die Hebscheid seine historische Bedeutung bis ins 19. Jh. verlieh. Im Auftrag der französischen Regierung hat der Ingenieur und Geograph Oberst [[Jean Joseph Tranchot]] die Region 1804/07 vermessen und kartiert. Das &amp;#039;&amp;#039;Blatt 95 Eynatten&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, Hrsg.: Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und v. Müffling 1803–1820, Blatt 95 Eynatten, Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde XII, 2. Abtlg. – Neue Folge 1973.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
zeigt Hebscheid mit den Jahrhunderte alten Territorial-Grenzen zwischen Limburg, Jülich und Kornelimünster, die am Schornstein des Herrenhauses zusammentreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist diese territoriale Verflechtung, welcher der Hof auch seine ersten urkundlichen Erwähnungen verdankt. Mehrere Schöffenurkunden der [[Walhorn|Hochbank Walhorn]],&amp;lt;ref&amp;gt;B. Willems: &amp;#039;&amp;#039;Ostbelgische Chronik.&amp;#039;&amp;#039; Band 1 u. 2, Verlag des Verfassers, Ixelles 1948/1949.&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Verwaltungsbezirk im Herzogtum Limburg, sind erhalten, die Hebscheid als Grenzpunkt erwähnen. Die früheste wird auf das Jahr 1391 angesetzt. In einer weiteren Urkunde vom 19. Oktober 1423 bestätigte König [[Sigismund (HRR)|Sigismund]] fast in wörtlicher Übereinstimmung mit dem Schöffenprotokoll aus Walhorn Hebscheid als Grenzmarke.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Kaemmerer: &amp;#039;&amp;#039;Aachener Quellentexte.&amp;#039;&amp;#039; Veröffentlichungen des [[Stadtarchiv Aachen|Stadtarchivs Aachen]] 1980.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ebenso testierte Herzog [[Philipp III. (Burgund)|Philipp der Gute von Burgund]], dem Limburg durch Erbe zugefallen war, am 12. August 1431 den Schornstein von Hebscheid als Grenzpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins]].&amp;#039;&amp;#039; Band 33, 1911.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in den folgenden Jahrhunderten taucht Hebscheid wiederholt in Schöffenbriefen, Abgabenlisten, [[Lehenswesen|Lehensbüchern]], Gerichtsprotokollen und anderen Urkunden auf – allerdings in verschiedenen Schreibweisen. Noch in den &amp;#039;&amp;#039;Jahrbüchern für Preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung&amp;#039;&amp;#039; von 1835&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Jahrbücher für Preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung.&amp;#039;&amp;#039; Band 46, Berlin 1835.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Scheitelpunkt der Grenze auf Hebscheid beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Name und seine Deutungen ==&lt;br /&gt;
Der Name &amp;#039;&amp;#039;Hebscheid&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Kompositum (Grammatik)|Kompositum]],&amp;lt;ref&amp;gt;G. Breuer: &amp;#039;&amp;#039;AQUISGRANUM … von den warmen Waesern, Siedlungsnamen der Stadt Aachen.&amp;#039;&amp;#039; [[Shaker Verlag]], Aachen 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt; das verschieden gedeutet wird. Zunächst bezeichnet das Grundwort &amp;#039;&amp;#039;...scheid&amp;#039;&amp;#039; eine territoriale Grenze, eine Weg- oder Wasserscheide. Eine andere Deutung steht im Zusammenhang mit der Besiedlung. In der Zeit der [[Geschichte des Waldes in Mitteleuropa|großen Rodungen]] im 12./13. Jh. entstanden linksrheinisch zahlreiche Ansiedlungen mit der Silbe &amp;#039;&amp;#039;...scheid&amp;#039;&amp;#039; im Namen. Das Wort wird verschieden ausgelegt:&amp;lt;ref name=&amp;quot;cramer&amp;quot;&amp;gt;F. Cramer: &amp;#039;&amp;#039;Rheinische Ortsnamen aus vorrömischer und römischer Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Dr. Martin Sändig, 1901. (Nachdruck 1970)&amp;lt;/ref&amp;gt; Es kann sinngemäß &amp;#039;&amp;#039;das für die Siedlung ausgeschiedene Land&amp;#039;&amp;#039; bedeuten oder aber der Name steht im Zusammenhang mit dem älteren keltischen/gallischen Wort &amp;#039;&amp;#039;keiton/cetum&amp;#039;&amp;#039; in der Bedeutung von &amp;#039;&amp;#039;Wald/Heide&amp;#039;&amp;#039;. Für diese Deutung spricht ferner, dass Hebscheid zu Ende des [[Mittelalter]]s auch unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Vorstbusch&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;oidtman&amp;quot;&amp;gt;Oidtman Sammlung: &amp;#039;&amp;#039;Haus Hebscheid b/Aachen.&amp;#039;&amp;#039; Stadtarchiv Aachen Band 2&amp;lt;/ref&amp;gt; genannt wird, eigentlich eine Dopplung für &amp;#039;&amp;#039;Wald&amp;#039;&amp;#039;, die hier in dem Sinn von &amp;#039;&amp;#039;Busch&amp;#039;&amp;#039; (Wald) beim [[Kirchdorf (Siedlungstyp)|Kirchdorf]] Vorst zu verstehen ist. Es ist jenes Vorst oder [[Forst (Aachen)|Forst]], das in einer Besitzurkunde der [[Schönforst (Adelsgeschlecht)|Herren von Schönforst]] aus dem Jahre 1369 genannt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;F. Mainz: &amp;#039;&amp;#039;Das alte Forst.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von der Stadtsparkasse Aachen, 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Ortsnamen &amp;#039;&amp;#039;[[Burtscheid]]&amp;#039;&amp;#039; findet sich das Grundwort &amp;#039;&amp;#039;–scheid&amp;#039;&amp;#039; ebenfalls: In früherer Schreibweise heißt Burtscheid borcetum – in der Bedeutung wahlweise von Wald am Biberbach, Wald am braunen Bach, Wald zur Schweinemast.&amp;lt;ref name=&amp;quot;cramer&amp;quot; /&amp;gt; Ähnliche Elemente in der Bildung von Ortsnamen, die auf Lage und Besiedlung hinweisen, sind die Grundworte &amp;#039;&amp;#039;...rod&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;...hagen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;...busch&amp;#039;&amp;#039;. Letzteres ist im Ortsnamen &amp;#039;&amp;#039;Lichtenbusch&amp;#039;&amp;#039; erhalten, der Ortsteil von Aachen, dem Hebscheid heute zugehörig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bestimmungswort &amp;#039;&amp;#039;Hep-/Heb-&amp;#039;&amp;#039; könnte von einem Eigennamen abgeleitet sein, wie er in den althochdeutschen [[Anthroponymie|Anthroponymen]] &amp;#039;&amp;#039;Habi&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Habo&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Happo&amp;#039;&amp;#039; erscheint. Weniger wahrscheinlich ist, dass das Bestimmungswort auf den bestimmten Artikel des Niederländischen &amp;#039;&amp;#039;het&amp;#039;&amp;#039; (das) zurückzuführen ist. Jedenfalls deutet auch der Name darauf hin, dass Hebscheid bereits deutlich vor der ersten urkundlichen Erwähnung bestanden hat. Anzumerken ist, dass es ein weiteres Hepscheid in der belgischen Eifel gibt – ein Dorf in der Gemeinde [[Amel]], [[Kreis Malmedy]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Besitzer des Hofes ==&lt;br /&gt;
Hebscheid war ein [[Lehnswesen|Ritterlehen]],&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Brockhaus Enzyklopädie.&amp;#039;&amp;#039; Band 13, F. A. Brockhaus, Mannheim 1990.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Lexikon des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; Band V, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt; das bis zum Ende des 18. Jh. im Besitz von Adeligen niedrigen Ranges war. Der [[Lehnsherr]] und Obereigentümer – auf Hebscheid waren dies die Herzöge von Jülich und Limburg sowie der Abt von Kornelimünster – überließ dem [[Lehnsmann]] das Gut im Untereigentum zu Besitz und Nutzung, der im Gegenzug dem Lehnsgeber Abgaben in Naturalien oder in Geld zu leisten hatte. Beim Tod des Herrn ([[Herrenfall]]) oder des Lehnsmannes ([[Mannfall]]) musste sich der Nachfolger erneut belehnen lassen und dem Grundherrn [[Huldigung|huldigen]]. Dieser Vorgang wurde in Lehnsbüchern oder Lehensregistern festgehalten, so etwa wurde Theodor von Brachel 1729 mit Hebscheid belehnt und siegelte im Lehensbuch von Schönforst. Lehen wurden jedoch schon im frühen Mittelalter erblich, sodass ein Anspruch auf Belehnung bestand. Als lehensfähig galten zunächst nur die Söhne von Ritterbürtigen, die waffenfähig und im Vollbesitz der Ehre waren. Waren diese Bedingungen nicht erfüllt, bedurfte es eines Lehnsträgers. Als Johann de Corte von Landau 1657 mit Hebscheid belehnt wurde, ist er vermutlich als Lehensträger der Erbin von Hebscheid, Gertrude von Bock, eingesetzt worden, die als Frau nicht voll lehnsfähig war.&lt;br /&gt;
[[Datei:Gut Hebscheid wappensteine tordurchfahrt.png|mini|hochkant|Gut Hebscheid – die Wappensteine der Familien &amp;#039;&amp;#039;von Bock/von Goltstein&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;von Brachel/von Hompesch&amp;#039;&amp;#039; in der Tordurchfahrt]]&lt;br /&gt;
Die Besitzer des Herrengutes in der Frühzeit sind nicht bekannt. Im ersten erhaltenen Dokument von 1431 [[Vermächtnis|legierte]] der Aachener Schöffe Peter von den Buck vier Aachener Klöstern, darunter dem [[Augustinerkloster Aachen]], das Hofgut Vorstbusch oder Hebscheid. Schon 1459 verkauften die drei anderen Klöster ihre Anteile an die [[Augustinische Orden|Augustiner]], die bereits 1431 den benachbarten Schellartshof mit Wald teils durch [[Schenkung]], teils durch Kauf in ihren Besitz gebracht hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christian Quix|Ch. Quix]]: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte der Stadt Aachen und ihrer Umgebung.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, J.A.Mayer, Aachen 1838.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1544 wird Junker Colyn von Bock oder Colin Buck als Besitzer genannt, er ist wahrscheinlich der Erbauer des Herrenhauses. In einem Notariatsakt vom 13. Januar 1537 wird bestätigt, dass der Junker die Ehe mit Catharina von Weims, gen. Wambach, einging.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Ariovist von Fürth: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge und Material zur Geschichte der Aachener Patrizier-Familien.&amp;#039;&amp;#039; 1. Band/074 Aachen 1890.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut Lehnsregister des [[Aachener Marienstift]]es&amp;lt;ref&amp;gt;Luise Freiin von Coels von der Brügghen: &amp;#039;&amp;#039;Die Lehensregister der Propsteilichen Mannkammer des Aachener Marienstifts.&amp;#039;&amp;#039; Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf, Signatur Aachen Marienstift, 4a, Buch 1–12 und 4b, Buch 1- x&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
besteht die Ehe noch 1565. In einem weiteren Eintrag aus dem Jahr 1574 wird Catharina von Weims als Witwe des Colyn Buck genannt. Dem steht jedoch entgegen, dass der Keilstein in der Tordurchfahrt von Hebscheid das Allianzwappen von Bock – von Goltstein mit der Jahreszahl 1544 trägt. Das spräche für eine Liaison zwischen dem Junker und dem angesehenen Hause von Goltstein, dessen Familiensitz Burg Goltstein im Herzogtum Jülich war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis auf ein kurzes Zwischenspiel (1657) wird der Hof durch Erbe oder Heirat über mehr als 200 Jahre (bis 1780) von Generation zu Generation weitergegeben. Der Sohn des Colyn, Johannes von Bock, war zu Beginn des 17. Jh. Besitzer. Spätestens jetzt trägt die Familie von Bock den Freiherrntitel. Johannes von Bock war mit Margarethe Katharina von Lysur (Lisoir) zu Freilingen verheiratet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;oidtman&amp;quot; /&amp;gt; Die Tochter Gertrude, die 1651 in einem Kaufvertrag als &amp;#039;&amp;#039;Tochter zu Hebscheid&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Ch. Quix: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zu einer historisch-topographischen Beschreibung des Kreises Eupen.&amp;#039;&amp;#039; J. A. Mayer, Aachen 1837.&amp;lt;/ref&amp;gt; genannt wird, heiratete in erster Ehe Johann Crümmel [[Eynatten (Adelsgeschlecht)|von Eynatten]] zu Raaf. Nach seinem Tod (vor 1637) ging sie die Ehe mit Hermann Adrian Theodor von Hanxler ein. Ihr Heiratsgut war Hebscheid. 1657 wurde Johann de Corte von Landau mit Hebscheid belehnt. Welche Beziehungen zwischen Gertrude von Bock und Johann de Corte bestanden, ist nicht bekannt. Auch sind die Umstände unklar, die zur Belehnung des Johann de Corte geführt haben. Möglicherweise nahm Gertrude von Bock den Johann de Corte als ihren [[Lehnswesen|Lehensträger]] für Hebscheid, da sie als Frau nicht voll lehnsfähig war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam das Gut durch Heirat an die Familie von Brachel. Die Tochter der Gertrude von Bock (verh. Crümmel / v. Hanxler) war Agnes Isabella Crümmel von Eynatten zu Raaf. Sie schloss 1649 die Ehe mit Philipp von Brachel zu Angelsdorf. Diese Familie nannte sich jetzt nach der neuen Besitzung &amp;#039;&amp;#039;v. Brachel zu Hebscheid&amp;#039;&amp;#039;. In den Preußischen Adelslexika&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Neues Preussisches Adels-Lexicon.&amp;#039;&amp;#039; Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1839; Leopold v. Ledebur: &amp;#039;&amp;#039;Dynastische Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Ludwig Rauh, Berlin 1855; &amp;#039;&amp;#039;Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon.&amp;#039;&amp;#039; Friedrich Voigt, Leipzig 1860.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
finden sich entsprechende Eintragungen über die Familie der Freiherren von Brachel oder Brackel:&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Diese vornehme Familie zerfiel nach ihren Besitzungen in die Häuser Hebscheid, Angelsdorf, Breidtmar, Oberembt usw.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
Philipp von Brachel und Agnes Isabella Crümmel von Eynatten hatten sieben Kinder. Zwei Söhne erbten das Gut Hebscheid. Zunächst Johann Lambert, der 1692 mit Hebscheid belehnt wurde. Von ihm übernahm der Bruder Karl Theodor Egide den Hof. Dessen Sohn, Friedrich Theodor Egide von Brachel, erhielt die Güter Hebscheid und [[Oberembt]]. Er ging die Ehe mit Anna Luise Elisabeth [[Hompesch (Adelsgeschlecht)|von Hompesch]] zu [[Rurich]] ein und verewigte sich und seine Gattin 1736 im [[Allianzwappen]] über dem Tor zu Hebscheid. Das Paar hinterließ zwei Töchter. Die ältere Tochter Wilhelmine Franziska, seit 1752 Gattin des kurpfälzischen Oberstleutnants und Jülicher Landkommissars Johann Wilhelm Theodor Freiherr [[Kolff (Adelsgeschlecht)|Kolff von Vettelhoven]], erbte den Rittersitz Oberembt und das freie Gut Hebscheidt, dessen Wert auf 3.500 Reichsthaler geschätzt wurde. Freifrau Wilhelmine von Brachel war noch um 1780 Besitzerin von Hebscheid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 1780 tauchte ein englischer Graf de Rice&amp;lt;ref&amp;gt;W. Hermanns: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Werke.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Mayer, Aachen 1974.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf. Seine persönlichen Daten sind nicht bekannt, nur weiß man, dass er in Begleitung von 15 Familien aus Irland anreiste, und dass er große Pläne hatte. Er wollte eine Pferderennbahn errichten &amp;#039;&amp;#039;… zur Herziehung und Unterhaltung der Fremden und ähnlichen Saisongästen sollte ein großer und bequemer Platz in dem Stadt-Aachischen Gebiete&amp;#039;&amp;#039; ... eingerichtet werden. Er erwarb 700 [[Morgen (Einheit)|Morgen]] bei [[Brand (Aachen)|Brand]] und [[Stolberg (Rheinland)|Stolberg]]. Dazu pachtete er einige Gutshöfe für 100 Jahre, darunter auch Hebscheid. Sein Vorhaben scheiterte jedoch, er wurde zahlungsunfähig. Bevor er untertauchte, überschrieb de Rice 1788 all seine Rechte – auch die an Hebscheid – an den Freiherrn Joseph Wilhelm Ghysens und verschwand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1792/94 besetzten die Truppen der französischen Revolutionsregierung die Region. Die linksrheinischen Territorien wurden von Frankreich annektiert. Laut Konsularbeschluss von 1802 verlieren &amp;#039;&amp;#039;linksrheinisch&amp;#039;&amp;#039; Kirche und Reichsadel ihre Souveränitätsrechte und Privilegien.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Irene Crusius]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zur Säkularisation geistlicher Institutionen im 16. und 18./19. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt; Geistliche und weltliche Grundherren werden enteignet, ihr Besitz zum [[Nationalgut]] &amp;#039;&amp;#039;(bien national)&amp;#039;&amp;#039; erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1803 bis 1813 fanden in Aachen, der Hauptstadt des [[Roer-Departement]]s, die Versteigerungen der Nationalgüter statt. Die Listen über die zu veräußernden Nationalgüter sind erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Schieder (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Säkularisation und Mediatisierung in den vier rheinischen Departements von 1803 bis 1813.&amp;#039;&amp;#039; Teil I, Teil V,1, Harald Boldt Verlag, Boppard am Rhein 1991.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hebscheid war zwar im adeligen Besitz, wurde aber nicht enteignet, denn die französische Verwaltung beließ dem niederen Adel das Grundeigentum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Säkularisation]] bewirkte eine Umschichtung der Gesellschaft sowie eine Umverteilung von Besitz und Vermögen. Die neue frühindustrielle Elite trat in die Fußstapfen der Feudalherren und erwarb die Klöster, Schlösser, Landsitze und Güter der Verstoßenen – es sind die großbürgerlichen Fabrikbesitzer, Kaufleute und Gewerbetreibenden. Auch Hebscheid kam nach mehr als 400 Jahren im adeligen Besitz jetzt in bürgerliche Hand. Hebscheid war nicht länger Sommersitz adeliger Familien. Die neuen Besitzer übergaben den Hof zur Bewirtschaftung an Pächter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Joseph Fell war um die Jahrhundertwende 18./19. Jh. Besitzer. In der Liste der Prälaten des Domkapitels am Königlichen Kronstift – nachmalig Hohe Domkirche zu Aachen – wurde er als Honorar-Kanonikus und Archivist genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Des Königlichen Stuhls und der Kaiserlichen freyen Reichs-Stadt Aachen Raths- und Staats-Kalender.&amp;#039;&amp;#039; Aachen 1786.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. [[Ventôse]] des Jahres XI (28. Februar 1803) verkaufte Johann Joseph Fell den Hof an Konrad Gotthard Pastor, Tuchfabrikant in Burtscheid. Er entstammte der angesehenen [[Pastor (Unternehmerfamilie)|Familie Pastor]], die schon im 14. Jh. im internationalen Tuchgewerbe der Stadt Aachen tätig war. Die Vorfahren nahmen im 16. Jh. die lutherische Konfession an und emigrierten in das Territorium der freien Reichsabtei Burtscheid. Hier zählten die Tuch- und Nadelfabriken der Familie Pastor bald zu den bedeutenden Unternehmen. Der Fabrikant und Gutsbesitzer Konrad Gotthard Pastor verstarb 1816, sein Bruder Wilhelm Anton übernahm Hebscheid. Auch er war Tuch- und Nadelfabrikant sowie Gutsbesitzer. Nach seinem Tod 1818 ging der Hof an seine Gattin Katharina Elisabeth geb. Fabricius. Der preußische Urkataster von 1825 weist Wittib Wilhelm Pastor als Eigentümerin aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hebscheid blieb im Besitz der Familie Pastor bis 1878. Dann ging das Gut an den Großindustriellen [[Robert Hasenclever]], Leiter der [[Chemische Fabrik Rhenania|Chemischen Fabrik Rhenania]] in Stolberg-[[Atsch]]. Überliefert ist, dass er die beiden Höfe Hebscheid und Schellartshof gleichzeitig erwarb und dafür 30.000 Taler (90.000 Mark) zahlte.&amp;lt;ref&amp;gt;Ch. Zintzen: &amp;#039;&amp;#039;Es ist höchste Zeit, so war das damals.&amp;#039;&amp;#039; Privatdruck, Bad Laasphe 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hebscheid ging 1902 auf seinen Sohn Edwin über. Er war verheiratet mit [[Prym (Familie)|Irma Prym]], Tochter aus dem Hause des ebenfalls in Stolberg ansässigen Unternehmens [[William Prym]] GmbH &amp;amp; Co. KG. 1928 starb Edwin Hasenclever, Erbin war seine Ehefrau Irma Hasenclever geb. Prym. Da sie keine direkten Nachkommen hatte, hinterließ sie den Hof in den 1960er Jahren der Erbengemeinschaft Hasenclever; von der Josef und Elisabeth Zintzen, Pächter auf Hebscheid, gemeinsam mit ihrem Sohn Herbert den Hof 1978 erwarben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Teilungen und Straßenverbauungen hatte Hebscheid so viel Grund verloren, dass der Hof nicht mehr als [[Haupterwerbsbetrieb|Vollerwerbsbetrieb]] bestehen konnte. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde 1988 nach mehr als 600 Jahren Bestand aufgelöst, aber es fand sich ein neues Konzept, das die Zukunft des Hofes sichern kann. Im Jahr 2000 ging das Gut Hebscheid in den Besitz von VIA zu Aachen über. Die gemeinnützige Organisation widmet sich der Rehabilitation und Integration von Menschen mit Behinderung. Im Rahmen des Konzeptes &amp;#039;&amp;#039;Rehabilitation durch Arbeit&amp;#039;&amp;#039; wird auf Gut Hebscheid jetzt [[biologischer Gartenbau]] betrieben, die historischen Gebäude werden für die [[Gastronomie]] genutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;VIA: VIA im Dienst behinderter Menschen, www.via-aachen.de, Aachen 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt; Träger des Projektes &amp;#039;&amp;#039;Hebscheid&amp;#039;&amp;#039; ist seit 2005 WABe e.V. Diakonisches Netzwerk Aachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Haus und Hof ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hebscheid codex welser 1723.jpg|mini|Gut Hebscheid im Codex Welser 1723]]&lt;br /&gt;
Hebscheid wurde als Weiherhaus in den Quellbereich des Holzbachs gebaut. Damit verfügte der Hof über eine ständige Wasserzufuhr für die Wassergräben und Teiche, die ihn von drei Seiten umgaben. Zusätzlich wurde Wasser aus einer ergiebigen Quelle am Dachsberg – Flurname &amp;#039;&amp;#039;am Pütz&amp;#039;&amp;#039; – eingeleitet. Noch zu Beginn des 19. Jh. sind die Wassergräben und Teiche erhalten, wie die Tranchot-Karte von 1807 zeigt. In der Bibliographie générale über Schlösser und Herrenhäuser im Herzogtum Limburg wird Hebscheid als &amp;#039;&amp;#039;château-ferme&amp;#039;&amp;#039;, als Herrenhof, beschrieben. Zutreffend wäre auch die Einordnung als Wehrhof – &amp;#039;&amp;#039;ferme fortifiée&amp;#039;&amp;#039; – eine verbreitete Form des mittelalterlichen Bauens, die in Belgien und im Norden Frankreichs häufig anzutreffen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die früheste Abbildung des Hofes geht auf den Freiherrn von Brachel zurück. Er ließ sein Ritterlehen in den &amp;#039;&amp;#039;[[Codex Welser]]&amp;#039;&amp;#039;, eine frühe Topographie des Herzogtums Jülich von 1723, aufnehmen. Das Bild der Hofanlage entspricht jedoch nicht der Wirklichkeit, sondern wurde nach stereotypen Vorlagen angefertigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Hinblick auf die bauliche Verfassung des Hofes sind drei Ereignisse bemerkenswert: Das Haus hat um 1430 gebrannt, 1880 ging die Ökonomie in Flammen auf und Ende des 20. Jh. bedrohte der Verfall Haus und Hof. 1880 ließ der Besitzer Robert Hasenclever die Ökonomie wieder aufbauen. Zur gleichen Zeit wurde auch das Wohnhaus &amp;#039;&amp;#039;modernisiert&amp;#039;&amp;#039;. Zur Hofseite und nach Westen wurden die mittelalterlichen Fester durch große, rechteckige Fenster in Haussteinrahmen ersetzt. Der dreigeschossige Vorbau erhielt ein [[Walmdach]] mit einem hölzernen Giebelvorbau auf Stützbalken für den Aufzug. Um den repräsentativen Charakter des Hauses zu betonen, wurde dem Dach ein Firstturm aufgesetzt. Das dritte wichtige Ereignis ist die bauliche Sanierung von Haus und Hof in den 1990er Jahren durch das [[Kolping-Bildungswerk]] Aachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dem Wirtschaftshof nach Süden angegliederte Herrenhaus aus dem 16. Jh. ist ein zweigeschossiger, im rechten Winkel angelegter Wohnturm, der zum Hof hin dreigeschossig vorgebaut ist. Das Mauerwerk besteht aus Walheimer Kalkstein – auch [[Blaustein (Naturstein)|Blaustein]] genannt. Von der historischen Substanz des Hauses sind die gotischen [[Kreuzstockfenster]] im Ostflügel erwähnenswert, die einzigen im ursprünglichen Zustand auf dem Gebiet der historischen Herrschaft Schönforst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wohnturm ist ein festes Haus, dessen hochgezogener Baukörper fortifikatorisch einigen Schutz gewährte. Gleichzeitig bot der Turm einen gewissen Wohnkomfort, alle Räume waren durch offene Kamine beheizbar. Zentrum des Hauses war die große Küche im Erdgeschoss. Im Obergeschoss zeigen die Räume bereits die bescheidene Wohnkultur des späten Mittelalters. Zu erwähnen ist ein großer Wohnraum mit [[Kölner Decke]], der Saal. Laut Überlieferung sollen auf dem Saal die Beamten der Grundherren von Limburg, Jülich und Kornelimünster zu ihren Amtshandlungen zusammengetroffen sein. Alle Fenster hatten Sitznischen – ein Hinweis auf das hohe Alter des Hauses, denn Seitenbänke in der Fensternische waren vom 12./13. Jh. bis zum Ende des 15. Jh. üblich.&amp;lt;ref&amp;gt;O. Piper: &amp;#039;&amp;#039;Burgenkunde.&amp;#039;&amp;#039; R. Piper &amp;amp; Co. Verlag, München 1912.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der oblonge Wirtschaftshof ist auf drei Seiten von Gebäuden umschlossen. Der West-Trakt der Ökonomie besteht aus Scheune und Kuhstall. Nach dem Feuer von 1880 wurden die Brandruinen aus Naturstein abgerissen und durch Ziegelbauten aus Feldbrand ersetzt. Der Ost-Trakt, die alte Schmiede, ist in seiner ursprünglichen Form erhalten. Ost- und West-Trakt der Ökonomie sind durch eine Zinnen-bewehrte Befestigungsmauer verbunden, die den Hof von der Landseite schützt. Über der Tordurchfahrt sind in der Kalksteinfassung die Allianz-Wappen der Familien von Bock (1544) und von Brachel (1736) zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
Hebscheid war den drei Grundherrn sowie der Kirche zu Abgaben verpflichtet. In einem Register über Zinsen und Pachten der Herrschaft Schönforst und der Vogtei Kornelimünster aus dem Jahre 1445 heißt es, dass Hebscheid &amp;#039;&amp;#039;V Mud Hafer&amp;#039;&amp;#039; als Abgabe zu leisten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Staatsbibliothek Berlin, Handschrift: Ms. Boruss. Fol. 748, Blatt 94r.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die [[Subsistenzwirtschaft]] in historischer Zeit waren die eigenen Ländereien sowie die Nutzungsrechte an den Besitzungen des Grundherrn oder der Gemeinde wesentlich, wie sie in der Region nach Sitte und Gewohnheit geübt wurden. Neben der [[Allmende]] und der Trift- oder Hutgerechtigkeit waren dies die [[Gerechtsame|Waldgerechtsame]] einschließlich der [[Holzgerechtigkeit]]. Das Waldrecht des Landes Kornelimünster und &amp;#039;&amp;#039;die Rechtweisungen der Schöffen und Mannen zu Kornelimünster den Hof Hepscheid betreffend&amp;#039;&amp;#039; aus dem 16. Jh. sind erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Weidegänge der Gemeinde Oedt etc. 1813–1815.&amp;#039;&amp;#039; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, 141.01.01-04 Generalgouvernement vom Nieder- und Mittelrhein, Signatur IV. Division 14/15/16 Nr. 10 (alt) / 978.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Waldrecht des Landes Kornelimünster betreffend u.&amp;amp;nbsp;a. Hof Hepscheid und Eilendorf 16. Jh., MW-Hauptstaatsarchiv Düs-seldorf, Bestand Kornelimünster, Akten Nr. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Holzgerechtigkeit Gut Ritscheid 1814, Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, 141.01.01-04 Generalgouvernement vom Nieder- und Mittelrhein, Renteioberaufsicht Aachen, Signatur 162 (alt) / 1742.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von besonderem Wert waren die umfangreichen Teiche und Wassergräben, die den Hof umgaben. Sie dienten nicht nur dem Schutz, vielmehr lässt die Art der Anlage darauf schließen, dass die Teiche für die Fischzucht und zum Betrieb einer Mühle genutzt wurden. Sie stand auf einer Flur, die auch heute noch &amp;#039;&amp;#039;Mühlenfeld&amp;#039;&amp;#039; heißt und zur Herrschaft Kornelimünster gehörte. Die Mühle ist verschwunden, aber zusätzlich zum Flurnamen gibt es einen weiteren Beweis für ihren Bestand. Im Totenverzeichnis der Pfarre [[St. Stephanus (Kornelimünster)|St.&amp;amp;nbsp;Stephanus zu Kornelimünster]] findet sich ein Eintrag, in dem der Mühlenteich auf Hebscheid erwähnt wird: Im Februar 1686 ist &amp;#039;&amp;#039;Hindrich Schein&amp;#039;&amp;#039; im Mühlenweiher zu Hebscheid ertrunken.&lt;br /&gt;
[[Datei:Hebscheid 1955.png|mini|Gut Hebscheid im Jahre 1955]]&lt;br /&gt;
Die Teiche wurden Ende des 19. Jahrhunderts trockengelegt, die Wassergräben verlandeten. Als 1938/40 der [[Westwall]] errichtet wurde, lag das Gelände von Hebscheid im Schussfeld der Artilleriebunker. Um dem Feind keine Deckung zu geben, wurden die Dämme, welche die Teiche einfassten, abgetragen und die Teiche teilweise zugeschüttet. In der großen Teichmulde östlich des Hofes ging die US Army 1944 mit einer Batterie schwerer Geschütze in Stellung und beschoss Aachen. Nach dem Fall der Stadt griff die US-Artillerie von hier in die [[Schlacht im Hürtgenwald]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hebscheid findet man heute unter der Anschrift &amp;#039;&amp;#039;Aachen, Ortsteil Lichtenbusch, Grüne Eiche&amp;amp;nbsp;45&amp;#039;&amp;#039;. Der Flurname Grüne Eiche ist nach 1900 entstanden. Der Weiler &amp;#039;&amp;#039;Grüne Eiche&amp;#039;&amp;#039; liegt im Augustiner Wald, der zum Gebiet des historischen Amtes Schönforst gehörte. Seinen Namen hat er von den Augustiner-Eremiten zu Aachen, die hier über mehr als 350 Jahre begütert waren. Am westlichen Rand des [[Aachener Wald]]es wurde um 1870 das Forsthaus Augustiner Wald errichtet, das seit 1900 Forsthaus Lichtenbusch heißt. In seiner Nachbarschaft wurde im 20. Jh. eine Zollsiedlung und das Ausflugslokal &amp;#039;&amp;#039;Grüne Eiche&amp;#039;&amp;#039; erbaut, das der Ansiedlung den Namen gegeben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.wabe-aachen.de WABe e.V. Diakonisches Netzwerk Aachen, Träger des Projekts Hebscheid seit 2000]&lt;br /&gt;
* [https://www.via-aachen.de Via Integration GmbH Gut Hebscheid]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur, Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4398371-6|VIAF=246265739}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- {{Coordinate|NS=50.729531|EW=6.113657|type=landmark|region=DE-NW}} ---&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gutshof in Aachen|Hebscheid]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rittergut in Nordrhein-Westfalen|Hebscheid]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Aachen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forst (Aachen)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Landbote</name></author>
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