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	<title>Gustav Neustädter - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Neustädter Gustav und Paula, 1920.jpg|mini|Gustav Neustädter mit Ehefrau Paula im Hochzeitsjahr 1920]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gustav Mordechai Neustädter&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[27. September]] [[1892]] in Sulzbürg, heute Ortsteil von [[Mühlhausen (Oberpfalz)]]; † unbekannt)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hagalil.com/archiv/98/00/ingolstadt.htm Ingolstädter Mitbürger jüdischen Glaubens]&amp;lt;/ref&amp;gt; war der letzte Vorsteher der [[Kehillah|Jüdischen Kultusgemeinde]] in [[Bad Kissingen]] und Gründer des „[[Schochtimverband Bayern|Schochtimverbandes Bayern]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Stolpersteine 04.JPG|mini|Stolperstein für Judenvorsteher Gustav Neustädter]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stolpersteine 03.JPG|mini|Die drei Stolpersteine für&amp;lt;br/&amp;gt;Gustav Neustädter, Ehefrau Paula&amp;lt;br/&amp;gt;und Sohn Ernst David Neustädter]]&lt;br /&gt;
Neustädter war der Sohn des Viehhändlers Jakob Neustädter (1849–1915) und dessen Ehefrau Jette (1866–?). Nach der Volksschule besuchte er zur Vorbereitung auf das Lehramt für zwei Jahre die [[Präparandenanstalt]] in [[Höchberg]], machte 1912 sein Examen in [[Regensburg]] und arbeitete dann als Kultusbeamter und Lehrer für [[jüdische Religion]] in [[Cham (Oberpfalz)]]. Nach Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] meldete sich Neustädter im Oktober 1914 als Kriegsfreiwilliger und diente als [[Gefreiter]] im [[Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment Nr. 28|28. Infanterie-Regiment]]. Für seinen Kampfeinsatz mit dreimaliger Verwundung in 1915 ([[Lorettoschlacht]]), 1916 ([[Bezirk Oberelsaß|Ober-Elsass]]) und 1917 (Putna, [[Rumänien]]) erhielt er das [[Frontkämpferabzeichen]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link |datum=2018-04 |url=http://1914-1918.invisionzone.com/forums/lofiversion/index.php/t39763.html |text=Fronteinsätze von 1916 bis 1917 |archivebot=2018-04-13 06:37:30 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://1914-1918.invisionzone.com/forums/index.php?showtopic=40003&amp;amp;mode=linearplus |wayback=20151213121610 |text=Verwundung von 1915 |archiv-bot=2019-04-15 03:50:33 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1920 heiratete er Paula Bacharach, mit der er drei Kinder hatte. Nach der Hochzeit war Neustädter in [[Jüdische Gemeinde Adelsdorf|Adelsdorf]] und [[Maßbach]], schließlich seit 1924 in Bad Kissingen tätig. In der Kurstadt war er [[Schächten|Schächter]], [[Chasan (Kantor)|Hilfskantor]] und Lehrer der jüdischen Gemeinde. Im Mai 1926 rief er erstmals zur Gründung eines „Schochtimverbandes Bayern“ (Schächterverband) auf, dessen Generalversammlung er am 25. Dezember 1927 in Nürnberg durchführte und dessen Vorsitzender er zugleich wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link |datum=2018-04 |url=http://www.digitalisiertedrucke.de/search?f=author&amp;amp;p=Neust%C3%A4dter%2C%20Gustav&amp;amp;ln=de |text=Zentrales Verzeichnis digitalisierter Drucke |archivebot=2018-04-13 06:37:30 InternetArchiveBot}} – Erst 1930 wurde aus vier Landesverbänden ein übergeordneter Reichsverband gegründet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zunächst wohnte die Familie in der Spitalgasse 10, zog dann aber ins Erdgeschoss des jüdischen Gemeindehauses (heute [[Promenadestraße 2 (Bad Kissingen)|Promenadestraße 2]]), das neben der damaligen [[Synagoge]] stand. Politisch stand Neustädter der konservativen [[Bayerische Volkspartei|Bayerischen Volkspartei]] (BVP) nahe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als vier Kissinger Nationalsozialisten im Oktober 1928 die Hütte für das jüdische [[Sukkot|Laubhüttenfest]] im Hof der Synagoge verwüsteten und das Bad Kissinger [[Amtsgericht]] nur milde Geldstrafen gegen die Täter verhängte, forderte Neustädter von der [[Staatsanwaltschaft]] [[Schweinfurt]] eine härtere Bestrafung und hatte Erfolg. In der [[Berufung (Recht)|Berufungsverhandlung]] von 1930 wurden die Geldstrafen tatsächlich in Haftstrafen umgewandelt. Doch im März 1933 schlugen die Kissinger Nationalsozialisten zurück: Neustädters Wohnung wurde durchsucht, seine Ferngespräche abgehört, über ihn eine Brief- und Telegrammsperre verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Emigration Ludwig Steinbergers, Vater des späteren [[Nobelpreis für Physik|Physik-Nobelpreisträgers]] [[Jack Steinberger]], übernahm Gustav Neustädter 1938 dessen Amt als erster Kantor und Lehrer.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.alemannia-judaica.de/bad_kissingen_synagoge.htm Allemannia Judaica, Bad Kissingen]&amp;lt;/ref&amp;gt; Am Morgen nach der [[Novemberpogrome 1938|Pogromnacht]] von 1938 wurde er zusammen mit 27 anderen Kissinger Juden verhaftet, doch nach einigen Tagen „[[Schutzhaft (Nationalsozialismus)|Schutzhaft]]“ wieder freigelassen. Während seine Söhne Jakob und Siegfried sofort nach [[Vereinigte Staaten|Amerika]] bzw. in die [[Schweiz]] emigrierten, blieben seine eigenen Bemühungen um Ausreise ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1939 wurde Neustädter nach dem Tod des langjährigen Vorgängers Nathan Bretzfelder Vorsteher der jüdischen Kultusgemeinde. In dieser Funktion sah er sich am 26. April 1939 gezwungen, die Ruine der in der Pogromnacht ausgebrannten Synagoge für ein Zehntel der ursprünglichen Baukosten – rund 16.000&amp;amp;nbsp;[[Reichsmark]] statt 160.000&amp;amp;nbsp;RM – mit Gemeindehaus und Grundstück [[Maxstraße (Bad Kissingen)|Maxstraße 10]] an die Stadt Bad Kissingen zu „verkaufen“. Er selbst musste mit seiner Familie in die [[Hemmerichstraße (Bad Kissingen)|Hemmerichstraße]] umziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die jüdische Gemeinde nun keinen Ort für Gottesdienste hatte, beantragte Neustädter bei den Kissinger Behörden, dies in einem gemieteten Zimmer in der Hemmerichstraße tun zu dürfen. Obwohl die [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] in [[Würzburg]] keine Bedenken hatte, lehnte die Bad Kissinger [[Struktur der NSDAP#Kreisleiter|NS-Kreisleitung]] diesen Antrag ab. Neustädter bat daraufhin die jüdische Kultusverwaltung in Würzburg um Hilfe, die tatsächlich im Januar 1940 bei der Würzburger Gestapo Erfolg hatte: Die Bad Kissinger Gemeinde, von einst 500 auf nur noch 50 Mitglieder geschrumpft, durfte ihre Gottesdienste in der Wohnung abhalten. Allerdings wurde Neustädter umgehend gezwungen, im Februar 1940 in einer Vorstandssitzung dem Beschluss zur Aufhebung der Selbstverwaltung seiner jüdischen Gemeinde zuzustimmen, diese der „[[Reichsvereinigung der Juden in Deutschland]]“ zu unterstellen und damit der Willkür und Kontrolle der Gestapo zu unterwerfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 24. April 1942 wurde Gustav Neustädter mit Ehefrau Paula und dem jüngsten Sohn Ernst ins [[Ghetto Izbica]] bei [[Lublin]] deportiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelia Binder, Michael Mence: &amp;#039;&amp;#039;Last traces. Last traces of German Jews in the Landkreis of Bad Kissingen&amp;#039;&amp;#039;, 1992, Seite 112&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie und wann er dort oder in einem der nahen [[Vernichtungslager]] zu Tode kam, ist nicht zu ermitteln. Gustav Neustädter, Ehefrau Paula und Sohn Ernst wurden nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] laut Beschluss des Amtsgerichts Bad Kissingen für tot erklärt. Als Todestag gilt der 31. Dezember 1945.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. Januar 2010 verlegte der Kölner Künstler [[Gunter Demnig]] zur Erinnerung an Gustav Neustädter in Bad Kissingen vor dem damaligen und auch heutigen jüdischen Gemeindehaus ([[Promenadestraße 2 (Bad Kissingen)|Promenadestraße 2]]) einen [[Liste der Stolpersteine in Bad Kissingen|Stolperstein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Herbert Schultheis: &amp;#039;&amp;#039;Juden in Mainfranken.&amp;#039;&amp;#039; Würzburg 1980, S. 352 f.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und [[Meier Schwarz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern.&amp;#039;&amp;#039; Band I. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2007, ISBN 978-3-89870-411-3, S. 242&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Gustav Neustädter}}&lt;br /&gt;
* [https://www.biografisches-gedenkbuch-bk.de/datenbank/38559.Datenbank.html?detID=512 Gustav Neustädter]. In: Biografisches-Gedenkbuch-BK.de&lt;br /&gt;
* [https://www.badkissingen.de/stadt/geschichtliches/juedisches-leben/badkissinger-stolpersteine/37056.GUSTAV-NEUSTAeDTER-1892----letzter-Vorsteher-der-juedischen-Gemeinde-Promenadestrasse-2.html Gustav Neustädter]. In: BadKissingen.de&lt;br /&gt;
* [https://www.bllv.de/projekte/geschichte-bewahren/erinnerungsarbeit/lehrerbiografien/gustav-neustaedter/ Gustav Neustädter]. In: BLLV.de&lt;br /&gt;
* [https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html.de?id=936973 Gustav Neustädter]. In: Bundesarchiv.de&lt;br /&gt;
* [https://juf.stadtarchiv-digital.de/render/85?IdNr=37644&amp;amp;friedhofsquelle= Gustav Neustädter]. In: Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken&lt;br /&gt;
* [https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&amp;amp;itemId=765096&amp;amp;ind=2 Gustav Neustädter]. In: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=|GNDfehlt=ja|GNDCheck=2019-05-06}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Neustadter, Gustav}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chasan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pädagoge (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musiker (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Judentums (Bad Kissingen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im Durchgangsghetto Izbica]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person, für die in Bad Kissingen ein Stolperstein verlegt wurde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1892]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schullehrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Neustädter, Gustav&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Neustädter, Gustav Mordechai (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=letzter Vorsteher der Jüdischen Kultusgemeinde in Bad Kissingen und Gründer des „Bayerischen Schochtimverbandes“&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=27. September 1892&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=Sulzbürg, heute [[Mühlhausen (Oberpfalz)]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=20. Jahrhundert&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TaxonBot</name></author>
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