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	<title>Gustav Ichheiser - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T17:06:19Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gustav_Ichheiser&amp;diff=1860572&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;PaulTanenbaum: /* Bücher */ Corrected a title</title>
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		<updated>2025-03-05T01:46:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Bücher: &lt;/span&gt; Corrected a title&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gustav Ichheiser&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[25. Dezember]] [[1897]] in [[Krakau]], [[Österreich-Ungarn]]; † 8. oder 9. November [[1969]] in [[Chicago]]) war ein US-amerikanischer [[Sozialpsychologie|Sozialpsychologe]] und [[Soziologie|Soziologe]] österreichischer Herkunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== In Wien ===&lt;br /&gt;
Ichheisers Familie siedelte 1914 von Krakau nach [[Wien]] über&amp;lt;ref&amp;gt;Biografische Angaben nach Gerhard Benetka/Lisa-Terese Woller: &amp;#039;&amp;#039;Ichheiser, Gustav&amp;#039;&amp;#039;, in: Uwe Wolfradt (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Deutschsprachige Psychologinnen und Psychologen 1933–1945. Ein Personenlexikon.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-01480-3, S. 207 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dort besuchte er das letzte Jahr des Gymnasiums und nahm von 1915 bis 1918 als Soldat der [[Österreich-Ungarns Heer im Ersten Weltkrieg|österreich-ungarischen Armee am Ersten Weltkrieg]] teil, wobei er [[Trauma (Psychologie)|traumatische]] Kriegserlebnisse erlitt. Nach Kriegsende studierte er an der [[Universität Wien]] erst [[Rechtswissenschaft]], dann [[Psychologie]] sowie [[Philosophie]] und wurde 1924 von [[Karl Bühler]] [[Promotion (Doktor)|promoviert]]. Anschließend verbrachte er ein Jahr mit [[Niccolò Machiavelli|Machiavelli]]-Studien in [[Italien]] und arbeitete danach als [[Journalist]] in Wien. Ab 1926 arbeitete Ichheiser beim [[Berufsberatung]]samt der Stadt Wien und der [[Niederösterreich]]ischen [[Kammer für Arbeiter und Angestellte|Arbeiterkammer]]. 1928 wurde er Leiter der Psychologischen Abteilung, für kurze Zeit (1929/30) war [[Marie Jahoda]] dort seine Assistentin. Gleichzeitig lehrte Ichheiser Soziologie und Angewandte Psychologie an der Wiener [[Volkshochschule]]. Von 1934 bis 1938 lehrte und forschte er auch zeitweilig in [[Warschau]] am &amp;#039;&amp;#039;Institut für soziale Probleme&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Emigration ===&lt;br /&gt;
Nach dem „[[Anschluss Österreichs]]“ an das [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutsche Reich]] im März 1938 floh Ichheiser, der jüdischen Glaubens war, erst in die [[Schweiz]] und dann nach [[London]]. Seine Mutter, sein Bruder, seine Schwägerin und seine Nichte wurden im [[Konzentrationslager|KZ]] ermordet. In London arbeitete er bei [[Karl Mannheim]] an der [[Universität London]]. 1940 [[Auswanderung|emigrierte]] er in die [[Vereinigte Staaten|USA]], wo er 1950 eingebürgert wurde. Dort arbeitete er anfangs in Chicago im Verlagsgeschäft, dann am Departement für Soziologie der [[University of Chicago]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1944 bis 1948 war Ichheiser Professor für Psychologie und Soziologie am College in [[Talladega]] ([[Alabama]]). 1948 kehrt er nach Chicago zurück, konnte aber keine Anstellung an der Universität bekommen. Erst auf Vermittlung von [[Louis Wirth]] bekam er projektgebundene Verträge und forschte in dieser Zeit zum Verhältnis von Weißen und Schwarzen und über „Jüdische Identifikation“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Psychiatrisierung und Freitod ===&lt;br /&gt;
1951 musste er von Mitteln der Sozialfürsorge leben und wurde nach einem psychischen und physischen Zusammenbruch auf Betreiben der Fürsorger mit der Diagnose „[[Schizophrenie#Paranoide_Schizophrenie|paranoide Schizophrenie]]“ in das State Hospital in [[Peoria (Illinois)]] eingeliefert, wo er elf Jahre verbrachte. Seine wissenschaftliche Tätigkeit setzte Ichheiser in der Anstalt fort. Er wurde 1963 als einer der ersten Patienten in häusliche Pflege entlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1965 erhielt er ein Stipendium der [[Rockefeller-Stiftung|Rockefeller Foundation]], und 1966 wurde er wieder Mitarbeiter der University of Chicago. Nachdem er ein weiteres Stipendium erhalten hatte, nicht aber die ersehnte Festanstellung an einer Hochschule, nahm sich Ichheiser während der Vorbereitung für die Sammelausgabe seiner englischsprachigen Werke das Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über seine psychiatrische Internierung verfasste er 1966 das unveröffentlicht gebliebenes Manuskript &amp;#039;&amp;#039;Was I insane – or was I „railroaded“ to a state hospital? My own retrospective introspection.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Gustav Ichheiser: &amp;#039;&amp;#039;Was I insane – or was I „railroaded“ to a state hospital? My own retrospective introspection.&amp;#039;&amp;#039; Unpublished manuscript, University of Chicago 1966.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaftliches Werk ==&lt;br /&gt;
Im deutschen Sprachraum bekannt wurde Gustav Ichheiser durch seine 65-seitige [[Broschüre]] &amp;#039;&amp;#039;Kritik des Erfolges. Eine soziologische Untersuchung&amp;#039;&amp;#039;. Sie erschien [[1930]] als Band 11 in der von [[Richard Thurnwald]] herausgegebenen Reihe „[[Forschung]]en zur [[Völkerpsychologie]] und [[Soziologie]]“ und begründet eine „Soziologie des [[Erfolg]]es“ als [[Kritik]] des Erfolges bzw. erfolgreicher Menschen. Diesen Aspekt nahm [[Hannah Arendt]] im ersten Teil („[[Antisemitismus (bis 1945)|Antisemitismus]]“) ihrer &amp;#039;&amp;#039;[[Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft]]&amp;#039;&amp;#039; im Rückbezug auf die schon vor dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] entstandene „theatralische [[Szenenbild|Kulissenkultur]]“ der [[Metropole]] Wien in ihrer Kritik der international-[[kulturbetrieb]]lichen „[[Prominenz]]“ im Europa der [[Zwischenkriegszeit]] wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA wurde Ichheiser zu einem der Wegbereiter der modernen [[Attributionstheorien|Attributionsforschung]],&lt;br /&gt;
wobei er sich besonders für die soziale Bedingtheit und die sozialen Auswirkungen&lt;br /&gt;
von fehlerhaften [[Etikettierungsansatz|Zuschreibungsprozessen]] interessierte. Beachtung&lt;br /&gt;
fanden auch seine Beiträge zu einer politischen Psychologie, in denen es um ethnische, insbesondere aber antisemitische Vorurteile ging.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Benetka/Lisa-Terese Woller: &amp;#039;&amp;#039;Ichheiser, Gustav&amp;#039;&amp;#039;, in: Uwe Wolfradt (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Deutschsprachige Psychologinnen und Psychologen 1933–1945. Ein Personenlexikon.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Wiesbaden 2015, S. 208.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
=== Bücher ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Begriff der Einheit in der Mannigfaltigkeit in der Ästhetik. Eine prinzipielle Kritik&amp;#039;&amp;#039;, abgelehnte Philosophische Dissertation, Universität Wien 1923&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gegenstand der Aesthetik. Philosophische Dissertation&amp;#039;&amp;#039;, Universität Wien 1924 (Maschinenschrift)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kritik des Erfolges. Eine soziologische Untersuchung&amp;#039;&amp;#039;, C. L. Hirschfeld, Leipzig 1930. (1970 als Raubdruck bei „Rotdruck“ erschienen)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wypadki przy pracy ze stanowiska psychologii&amp;#039;&amp;#039;, Instytut Spraw Społecznych, Warschau 1935 (poln., dt.: „Arbeitsunfälle aus psychologischer Sicht“)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zagadnienia selekcji zawodowych. Analiza i krytyka&amp;#039;&amp;#039;, Instytut Spraw Społecznych, Warschau: 1937 (poln.; dt.: „Probleme der Berufswahl. Analyse und Kritik“)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Diagnosis of antisemitism. Two essays&amp;#039;&amp;#039;, Beacon House, New York, N.&amp;amp;nbsp;Y. 1946&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Misunderstandings in human relations. A study in false social perception&amp;#039;&amp;#039;, University of Chicago Press, Chicago, Ill. 1949&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufsätze ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Antinomie zwischen Politik und Moral nach Machiavelli&amp;#039;&amp;#039;, in: Zeitschrift für Völkerpsychologie und Soziologie, 1927, S. 294–309.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Why Psychologists Tend to Overlook Certain „Obvious“ Facts&amp;#039;&amp;#039;, in: Philosophy of Science 10 (3) 1943, S. 204–207.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ideology of Success and the Dilemma of Education&amp;#039;&amp;#039;. Ethics 53 (2), 1943, S. 137–141.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Social Perception and Moral Judgment&amp;#039;&amp;#039;, in: Philosophy and Phenomenological Research 26 (4), 1963, S. 546–560.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;On „Tolerance“ and „Fanaticism“: A Dilemma&amp;#039;&amp;#039;, in: Philosophy and Phenomenological Research 29 (3), 1969, S. 446–450.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Amrei C. Joerchel: &amp;#039;&amp;#039;Memories of Gustav Ichheiser. Life and work of an exiled social scientist&amp;#039;&amp;#039;. Springer Science+Business Media, New York 2018, ISBN 978-3-319-72507-9.&lt;br /&gt;
* [[Christian Fleck]]: &amp;#039;&amp;#039;Etablierung in der Fremde. Vertriebene Wissenschaftler in den USA nach 1933.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main / New York 2015, ISBN 978-3-593-50173-4, S. 295–332 („Who is Ichheiser?“ – ein an sich und der Welt Gescheiterter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|117091588}}&lt;br /&gt;
* [http://ichheiser.weebly.com Gustav Ichheiser Archiv] mit Foto.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=117091588|LCCN=n98067416|VIAF=162123143}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Ichheiser, Gustav}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialpsychologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologe (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Talladega)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Österreich-Ungarn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Cisleithanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1897]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1969]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Ichheiser, Gustav&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=US-amerikanischer Soziologe und Psychologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=25. Dezember 1897&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Krakau]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=8. November 1969 oder 9. November 1969&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Chicago]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;PaulTanenbaum</name></author>
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