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	<title>Gustav Doetsch - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;John Red: Ergänzung</title>
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		<updated>2024-03-07T14:04:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Ergänzung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Doetsch,Gustav 1930 Jena.jpg|mini|Gustav Doetsch, 1930 in Jena]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gustav Heinrich Adolf Doetsch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[29. November]] [[1892]] in [[Köln]]; † [[9. Juni]] [[1977]] in [[Freiburg im Breisgau|Freiburg]]-[[Günterstal]]) war ein deutscher [[Mathematiker]], der vor allem wegen seiner Entwicklung der Theorie der [[Laplacetransformation]] bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Gustav Doetsch besuchte 1904 bis 1911 das [[Wöhlerschule|Wöhler-Realgymnasium]] in [[Frankfurt am Main]] und studierte danach bis 1914 Mathematik, Physik, Versicherungswesen und Philosophie in [[Universität Göttingen|Göttingen]], [[Universität München|München]] und [[Universität zu Berlin|Berlin]]. Im Ersten Weltkrieg war er Artilleriebeobachter (ab 1916 als Leutnant im Fliegerkorps vom Flugzeug aus) und wurde sogar für den [[Pour le Mérite]] vorgeschlagen – das Kriegsende verhinderte die Verleihung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg studierte er weiter in Frankfurt und Göttingen, wo er 1920 bei [[Edmund Landau]] promovierte (&amp;#039;&amp;#039;Eine neue Verallgemeinerung der [[Émile Borel|Borelschen]] Summabilitätstheorie der divergenten Reihen&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;{{MathGenealogyProject|id=47733}} abgerufen am 7. März 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1921 [[Habilitation|habilitierte]] er sich an der [[Universität Hannover]], war 1922 bis 1924 in [[Halle (Saale)|Halle]] Privatdozent für angewandte Mathematik, danach bis 1931 ordentlicher „Professor für darstellende Geometrie“ in [[Stuttgart]] und danach bis zu seiner Emeritierung 1961 an der Universität Freiburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], wo er ab 1940 als Hauptmann der Reserve (später Major) im [[Reichsluftfahrtministerium]] als Organisator der Luftfahrtforschung diente (ab 1944 leitete die Abteilung Theoretische Ballistik im Luftfahrtforschungszentrum „Hermann Göring“ in [[Braunschweig]]), wurde er bis 1951 als Professor in Freiburg suspendiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Weimarer Republik war er noch aktiver Pazifist. Er unterstützte z.&amp;amp;nbsp;B. 1931 einen Aufruf von [[Emil Julius Gumbel]] und distanzierte sich wegen des Baus eines Panzerkreuzers 1928 vom [[Deutsche Zentrumspartei|Zentrum]]. In den 1930er Jahren vertrat er nationalsozialistische Standpunkte, trat 1931 aus der Kirche aus und begrüßte 1933 die Vertreibung jüdischer Mathematiker wie die seines Lehrers Landau und seines Koautors [[Felix Bernstein]] aus ihren Ämtern. In der [[Deutsche Mathematiker-Vereinigung|Deutschen Mathematiker-Vereinigung]] unterstützte er 1934 [[Ludwig Bieberbach]] in der Propagierung der [[Deutsche Mathematik|Deutschen Mathematik]], als dieser aufgrund seines offenen Briefes an [[Harald Bohr]] zurücktreten musste. Er war nicht in der NSDAP und war wegen seiner pazifistischen Vergangenheit auch ständig Anfeindungen von Seiten der Nationalsozialisten ausgesetzt. Ab 1936/1937 scheint seine Begeisterung für die Sache der Nationalsozialisten auch abgeflaut zu sein. Während des Kriegs arbeitete er die meiste Zeit in der Forschungsführung der mathematischen Abteilung der [[Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt|&amp;#039;&amp;#039;Luftfahrtforschungsanstalt Hermann Göring&amp;#039;&amp;#039;]] in [[Braunschweig]]. Hier wurde seine Position mit zunehmender Zeit schlechter. Dies hatte vermutlich mit seinem fehlenden Einfluss auf wichtige Personen des Dritten Reichs und seinem direkten, unbequemen Charakter zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Suspendierung  nach dem Krieg, vor allem auf Betreiben von [[Wilhelm Süss]] (einer seiner Hauptkonkurrenten in der Wissenschaftsorganisation im Dritten Reich&amp;lt;ref&amp;gt;Süss war 1937 bis 1945 Vorsitzender der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, 1934 bis 1958 Direktor des Instituts für Mathematikdidaktik in Freiburg, erster Leiter des Mathematischen Forschungszentrums Oberwolfach und 1940 bis 1945 Rektor der Universität Freiburg&amp;lt;/ref&amp;gt;), erfolgte hauptsächlich wegen der ihm vorgeworfenen Denunziationen. Er denunzierte u. a. [[Ernst Zermelo]], weil dieser sich weigerte, seine Vorlesungen mit dem [[Hitlergruß]] zu beginnen. Doetsch erreichte zwar seine Wiedereinsetzung, war aber in Freiburg, wo man ihn fast einhellig ablehnte, weitgehend isoliert. Er mied die mathematische Fakultät, besuchte keine Fakultätssitzungen und hielt seine Vorlesungen nicht im Gebäude der Mathematischen Fakultät, sondern im Hauptgebäude der Universität. 1950 war er Gastprofessor in [[Santa Fe (Argentinien)]], 1952 in Madrid und 1953 in [[Rom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl er mit dem Ausbau der Theorie der Laplacetransformation ein für viele Anwendungen (Elektrotechnik, Regelungstechnik) wichtiges Werkzeug schuf, war er den Anwendungen der Mathematik gegenüber skeptisch eingestellt, wie seine damals viel beachtete Antrittsvorlesung in Halle im Jahresbericht der Deutschen Mathematiker-Vereinigung 1922 zeigte.  Seine grundlegenden Arbeiten zur Laplacetransformation führte er in den 1920er Jahren durch, teilweise in Zusammenarbeit mit Felix Bernstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doetsch war Mitglied der [[Deutsche Friedensgesellschaft|Deutschen Friedensgesellschaft]] und des [[Friedensbund Deutscher Katholiken|Friedensbundes Deutscher Katholiken]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/116170018/Doetsch+Gustav+Heinrich+Adolf Personenartikel] auf &amp;#039;&amp;#039;leo-bw.de&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Mitglied der [[Real Academia de Ciencias Exactas, Físicas y Naturales|Königlich spanischen Akademie der Wissenschaften]] und der [[Heidelberger Akademie der Wissenschaften]].&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriele Dörflinger: [http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/16931 &amp;#039;&amp;#039;Mathematik in der Heidelberger Akademie der Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039;]. 2014, S. 18–19.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Theorie und Anwendung der Laplacetransformation&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1937.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Laplacetransformation&amp;#039;&amp;#039;. 2 Bände. Birkhäuser, Basel 1950, 1955.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Theorie und Anwendung der Laplacetransformation&amp;#039;&amp;#039;. Birkhäuser 1958, 3. Auflage 1976 (englisch 1974)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Anleitung zum praktischen Gebrauch der Laplacetransformation&amp;#039;&amp;#039;. 1961, 3. Auflage, Springer 1967.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Funktionaltransformationen.&amp;#039;&amp;#039; In: Sauer, Szabo (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mathematische Hilfsmittel des Ingenieurs&amp;#039;&amp;#039;. Springer 1967.&lt;br /&gt;
* [http://gdz.sub.uni-goettingen.de/no_cache/dms/load/img/?IDDOC=248980 Doetsch „Der Sinn der angewandten Mathematik“, Jahresbericht des DMV 1922]&lt;br /&gt;
* [http://gdz.sub.uni-goettingen.de/no_cache/dms/load/img/?IDDOC=248872 Doetsch „Über das Problem der Wärmeleitung“, Jahresbericht DMV 1923]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Volker Remmert: &amp;#039;&amp;#039;Griff aus dem Elfenbeinturm. Mathematiker, Macht und Nationalsozialismus: das Beispiel Freiburg.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen der Deutschen Mathematiker-Vereinigung.&amp;#039;&amp;#039; (1999), S. 13–24.&lt;br /&gt;
* Volker Remmert: &amp;#039;&amp;#039;Mathematicians at War: Power Struggles in Nazi Germany’s Mathematical Community: Gustav Doetsch and Wilhelm Süss.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Revue d&amp;#039;histoire des mathématiques&amp;#039;&amp;#039;, Band 5 (1999), S. 7–59.&lt;br /&gt;
* Volker Remmert: &amp;#039;&amp;#039;Offizier – Pazifist – Offizier: der Mathematiker Gustav Doetsch (1892–1977).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Militärgeschichtliche Zeitschrift&amp;#039;&amp;#039;, Band 59 (2000), S. 139–160.&lt;br /&gt;
* Dieter Hoffmann, Mark Walker: &amp;#039;&amp;#039;Physiker zwischen Autonomie und Anpassung: Die Deutsche physikalische Gesellschaft im dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Wiley-VCH, Weinheim 2007, ISBN 3-527-40585-2.&lt;br /&gt;
* [[Sanford L. Segal]]: &amp;#039;&amp;#039;Mathematicians under the Nazis&amp;#039;&amp;#039;. Princeton University Press, Princeton 2003, ISBN 978-0-691-16463-2.&lt;br /&gt;
* [[Paul Trommsdorff]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Lehrkörper der Technischen Hochschule Hannover 1831–1931.&amp;#039;&amp;#039; Technische Hochschule Hannover, Hannover 1931, S. 11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.mathematik.uni-halle.de/history/doetsch/index.html |text=The Gustav Doetsch (1892–1977), Universität Halle |wayback=20110813205327}}&lt;br /&gt;
* {{MacTutor|id=Doetsch}}&lt;br /&gt;
* [http://www5.in.tum.de/lehre/seminare/math_nszeit/SS03/vortraege/de-math/ Mathematik während der NS-Zeit, TU München]&lt;br /&gt;
* [https://zbmath.org/authors/dotsch.gustav Gustav Doetsch] in der Datenbank [[zbMATH]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116170018|LCCN=n83826848|NDL=00521234|VIAF=109314636}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Doetsch, Gustav}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Stuttgart)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Friedensbundes Deutscher Katholiken]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1892]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1977]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Georg-August-Universität Göttingen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Doetsch, Gustav&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Doetsch, Gustav Heinrich Adolf (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Mathematiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=29. November 1892&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Köln]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=9. Juni 1977&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Freiburg im Breisgau|Freiburg]]-[[Günterstal]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;John Red</name></author>
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