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	<title>Gulfhaus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gulfhaus&amp;diff=24622&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hirnholz: eine Aktualisierung nach eigener Beobachtung</title>
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		<updated>2026-04-30T12:04:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;eine Aktualisierung nach eigener Beobachtung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Gulfhaus 0318.jpg|mini|Gulfhaus im Landkreis Leer – Vorderhaus und Scheunentor]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gulfhaus Wangerland.jpg|mini|Gulfhaus aus Ziegelsteinen in [[Ziallerns]] im [[Wangerland]]. Rückseite mit Scheunentor (rechts) und Stalltor (links)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gulfhaus innen 0350.jpg|mini|Dachkonstruktion eines ostfriesischen Gulfhauses von innen, von der Tenne aus gesehen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landarbeiterhaus - Gulfhaus - Museumsdorf Cloppenburg.JPG|mini|Landarbeiterhaus im [[Museumsdorf Cloppenburg]]]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gulfhaus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch als &amp;#039;&amp;#039;Gulfhof&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Ostfriesenhaus]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, ist eine [[Bauernhaus]]form, die im 16. und 17. Jahrhundert vor allem in [[Nordwestdeutschland]] und den [[Niederlande]]n aufkam. Es ist ein Holzgerüstbau in [[Ständerbauweise]]. Das Gulfhaus verbreitete sich von den südlichen Niederlanden aus zunächst in den [[Marschland|Marschen]] und anschließend in den [[Frieslande|friesischen]] [[Geest]]gebieten. Das Verbreitungsgebiet erstreckte sich im [[Nordseeküste]]nraum von [[Provinz Wallonisch Brabant|Süd-]] und [[Provinz Brabant|Nordbrabant]], [[Provinz Limburg|Limburg]], [[Provinz Westflandern|Flandern]], [[Zeeland]] und [[Niederrhein (Region)|Niederrhein]] über [[Provinz Nordholland|Nordholland]], [[Provinz Friesland|Westfriesland]], [[Provinz Groningen|Groningen]], [[Ostfriesland]] und [[Oldenburger Land|Oldenburg]] bis nach [[Schleswig-Holstein]] und [[Nordjütland]] (hier als „agerumslade“). Unterbrochen wurde diese Linie durch das [[Elbe-Weser-Dreieck]], in dem sich die Form des (niederdeutschen) [[Hallenhaus]]es, besser bekannt als &amp;#039;&amp;#039;Niedersachsenhaus&amp;#039;&amp;#039;, bewahrte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bisher älteste in Ostfriesland bekannte noch erhaltene Gulfhaus soll der Gulfhof Rieken in [[Westerende-Kirchloog]] sein, dessen Wirtschaftsteil teils aus dem Jahr 1568 stammen dürfte.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriele Boschbach: &amp;#039;&amp;#039;Alter Gulfhof birgt eine kleine Sensation&amp;#039;&amp;#039;, In: &amp;#039;&amp;#039;Ostfriesen-Zeitung&amp;#039;&amp;#039;, 15. September 2018, S. 13. Diese Beobachtungen sind wissenschaftlich noch nicht bestätigt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Gulfscheune in [[Woquard]] wurde mittels [[Dendrochronologie]] auf 1579 datiert. Der Gutshof der [[Menkemaborg]] in [[Uithuizen]] (Groningen) soll bereits 1525 errichtet worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das theoretische Konzept des Gulfhauses, das erst durch Kurt Junge und andere [[Volkskunde|Volkskundler]] der 1930er Jahre geprägt worden ist, ist in Deutschland weiter gefasst als das seiner niederländischen Gegenstücke. In der deutschen Literatur zählt man zum Gulfhaus zusätzlich die sogenannten „flämischen“ Scheunen oder „granges en long“ in den südlichen Niederlanden, die Bargscheunen in Westflandern und bisweilen auch die quergeteilten Getreidescheunen in [[Zeeland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Niederlanden werden die [[Bauernhäuser]] des [[Oldambt (Landstrich)|Oldambtes]] (das eigentliche Ostfriesenhaus) sowie Bauernhöfe mit Scheunen des friesischen Typus in [[Provinz Friesland|Westfriesland]] und [[Hogeland|Nordgroningen]] zusammen mit den nordholländischen [[Haubarg]]e zur „nördlichen“ oder „friesischen Baugruppe“ gerechnet. Diese formale Typologie, die in den 1950er Jahren durch den Bauforscher Rob Hekker entwickelt wurde, gilt heute als veraltet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Interessengemeinschaft Bauernhaus]] ernannte das Gulfhaus zum &amp;#039;&amp;#039;Bauernhaus des Jahres 2026&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=NWZonline.de |url=https://www.nwzonline.de/wirtschaft/ostfriesland-gulfhoefe-werden-2026-zum-bauernhaus-des-jahres-gekuert-denkmalschutz-und-baukultur-im-fokus_a_4,2,1351275593.html |titel=Ostfriesland: Gulfhöfe werden 2026 zum „Bauernhaus des Jahres“ gekürt – Denkmalschutz und Baukultur im Fokus |datum=2025-07-18 |sprache=de |abruf=2025-07-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Schuren uit de Renaissance.jpg|mini|Datierte längstaufgeschlossene dreischiffige Durchfahrtsscheunen an der südlichen Nordseeküste etwa 1490–1620 (Quelle: Knottnerus 2022)]]&lt;br /&gt;
Seine Entstehung verdankt das Gulfhaus ökonomischen Gegebenheiten. Der Vorgänger des Gulfhauses war das [[Altfriesisches Bauernhaus|altfriesische Bauernhaus]], das sich aus dem hochmittelalterlichen [[Wohnstallhaus]], in dem Menschen und Vieh zusammenlebten, entwickelt hat. Diese niedrigen und langgestreckten Gebäude reichten den Landwirten räumlich weitgehend aus, da keine große Ernte einzulagern war. Getreideanbau war nur auf beschränkten hoch liegenden Flächen möglich, während die niedrigen Marschen sich vor allem als Gras- und Weideland eigneten. Durch Deichbaumaßnahmen und verbesserte Entwässerungstechniken, seit dem 18. Jahrhundert auch durch den Bau von Entwässerungsmühlen, konnten die fruchtbare Vorländer bedeicht und die tiefer liegende Marschgebiete und Binnenseen trockengelegt werden, wodurch man sie großflächig für Getreide- und Futteranbau nutzen konnte. Zur Bergung der wachsenden Erntemengen wurde ein Wirtschaftsgebäude mit großem Fassungsvermögen nötig, wofür die Gulfscheune sich eignete. Der Bau einer Gulfscheune oder Haubarg erforderte jedoch umfangreiches Kapital, weshalb diese Bauart mit dem Aufstieg des Agrarkapitalismus verbunden ist. Die ersten Gulfhäuser und Haubarge wurden oft auf Landgütern, herrschaftlichen [[Vorwerk (Gutshof)|Vorwerken]] und großen Pachthöfen errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grange abbaye de Froidmont.jpg|mini|Klosterscheune mit Durchfahrtsdiele der zisterzienser [[Kloster Froidmont|Abtei Froidmont]] (Oise), 13. und 14. Jahrhundert.]]&lt;br /&gt;
Die wichtigsten Vorlagen für diese große dreischiffigen Scheunen bildeten die spätmittelalterlichen [[Grangie|Kloster]]- und [[Zehntscheune]]n in Belgien und Nordfrankreich.&amp;lt;ref&amp;gt;Tobias Schöneweis:&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;[https://books.google.nl/books?id=lppUEAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA154&amp;amp;dq=%22durchfahrtsscheune%22 Die Architektur zisterziensischer Wirtschaftsbauten]&amp;#039;&amp;#039;. Münster 2020, S. 154.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der moderne Typus der großbäuerliche und gutsherrliche Getreidescheune mit Durchfahrtsdiele verbreitete sich seit Ausgang des 15. Jahrhunderts in den südlichen Niederlanden, sodann in Holland, West- und Ostfriesland mithin in Schleswig-Holstein und Dänemark. Die südniederländischen und dänischen Gutsscheunen enthalten keine Wohnräume und bisweilen auch keine Rinder- und Pferdeställe. Spätestens um die Mitte des 16. Jahrhunderts begann man, zuerst in den Haubargen Nordhollands, später auch auf den west- und ostfriesischen Marschenhöfen ein Teil der Wohnräume in die Scheune einzubauen. Im typischen Ostfriesenhaus befinden sich die repräsentativen Wohnräume häufig im Vorderhaus, währenddessen die tägliche Stube, die Küche und die Wirtschaftsräumen – hinter dem sogenannten Brandmauer – im Seitenschiff der Scheune situiert waren. Häufig war das Vorderhaus ursprünglich Teil eines altfriesischen Bauernhauses, bei dem das ältere Viehhaus später durch eine neue Gulfscheune ersetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gulfhaus war wegen seiner Effizienz ein erfolgreicher Bauform, der sich auch nach benachbarten Gegenden verbreite. Das ostfriesische Gulfhaus wurde um 1790 im [[Kronprinzenkoog]] eingeführt, von woraus es sich über [[Dithmarschen]] verbreitete und in einer angelaßten Form das einheimische quergeteilte Hallenhaus weitgehend verdrängte. Von Groningen und Ostfriesland aus verbreitete es sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert in den [[Provinz Drenthe]], ins [[Emsland]] sowie in die [[Wesermarsch]]en. Noch in den Nachkriegsjahren wurden Siedlerhöfe in den niederländischen [[Zuiderzeewerke|IJsselmeerpoldern]] sowie in Ödlandsiedlungen und [[Flurbereinigung]]sprojekten als quasi-Gulfhöfe errichtet. Auch in Nordamerika und auf niederländische Plantagen in Ostindien und der Karibik wurden gelegentlich Gulfscheunen gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Gulf&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet den Scheunenteil zwischen den vier zentralen Ständern im hinteren Teil des Gebäudes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.platt-wb.de/platt-hoch/?term=gulf |titel=Plattdeutsch-Hochdeutsches Wörterbuch für Ostfriesland |abruf=2022-05-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser häufig etwas tiefer als der Rest der Scheune gelegene kubische Stapelraum wird in Ostfriesland seit dem frühen 17. Jahrhundert als &amp;#039;&amp;#039;Gulf&amp;#039;&amp;#039; genannt. Im nordniederländischen Küstengebiet heißt er &amp;#039;&amp;#039;Golf&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Golle&amp;#039;&amp;#039;, in Ostengland auch &amp;#039;&amp;#039;Goaf&amp;#039;&amp;#039;. Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Gulv&amp;#039;&amp;#039; ist altnordischen Ursprungs und bedeutet Flur oder Vertiefung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wolfgang Rüther |Titel=Hausbau zwischen Landes- und Wirtschaftsgeschichte. Die Bauernhäuser der Krummhörn vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. |Ort=Münster (Westf.) |Datum=1999 |Seiten=79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es dürfte sich vor allem über die spätmittelalterlichen Klosterscheunen nach andere Regionen verbreitet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau ==&lt;br /&gt;
Das typische ostfriesische Gulfhaus besteht aus einem Vorderhaus ([[plattdeutsch]]: Vörderenn&amp;#039;), das den Wohntrakt darstellt, und dem angrenzenden Stall-/Scheunentrakt (plattdeutsch: Achterenn&amp;#039;). Dadurch, dass im hinteren Bereich das Dach weiter herabgezogen wird, entstehen Abseiten, so genannte „ūtkübben“, so dass der Scheunentrakt breiter ist als der Wohntrakt. Das Zentrum des Stall-/Scheunentraktes bildet der „Gulf“, eine Lagerfläche für Heu, Erntegut und Gerät, dem dieser Haustyp seinen Namen verdankt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der einen Abseite befinden sich Abteile zum Einstellen von Rindern (plattdeutsch: Kohstall). Der davor verlaufende Gang wird als „kaugâng“ (plattdeutsch: Kohhgang) bezeichnet. Am äußersten Ende befindet sich traditionell das [[Plumpsklo]] (gemak). An der Giebelseite des Scheunentraktes finden sich zwei Türen, ein großes Scheunentor (plattdeutsch: Schküürdör) auf der einen Seite, die den Zugang zur Dreschdiele (plattdeutsch: Döschdeel) und den Gulfen auch mit Wagen ermöglicht und eine kleine, zweigeteilte Tür (plattdeutsch: Messeldör) auf der anderen. Letztere erhielt ihren Namen daher, dass durch sie der Mist vom „kaugâng“ (Mist = mäers; entmisten = messen) abtransportiert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig findet man über der großen Scheunentür ein halbrundes Fenster im Metallrahmen mit einer Inneneinteilung in Gestalt einer stilisierten aufgehenden Sonne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vordere, am Giebel gelegene Teil des Mitteltraktes, in dem der Pferdestall (plattdeutsch: Peerstall) untergebracht ist, wird durch eine Trennmauer abgegrenzt und erhält eine Abdeckung, so dass ein zusätzlicher Boden (sg. hiel, plattdeutsch: Hill) entsteht, auf dem weiteres Heu für die [[Winterfütterung]] gelagert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dachlast tragen bei diesem Bautypus nicht die Außenwände, sondern ein innen liegendes Ständerwerk (plattdeutsch: Stapelwark).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dacheindeckung des Wohntrakts erfolgt traditionell vollständig mit roten Ton-Dachpfannen, während der Scheunentrakt im unteren Drittel mit ebendiesen Dachpfannen und im oberen Bereich mit [[Reet]] gedeckt ist. Das Dach ist mindestens auf der windzugewandten Giebelseite (meist der Scheunengiebel), manchmal auch an beiden Giebeln als [[Krüppelwalm]] ausgebildet, der auch heute noch vielfach von einem [[Maljan]] bekrönt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit vieler älterer Gulfhöfe ist die sogenannte Upkammer (plattdeutsch: Upkamer), ein Raum im Wohntrakt, der wegen eines darunter liegenden, halb oberirdischen Kellers höher angeordnet ist als die übrigen Zimmer. Dem entspricht bei solchen Gebäuden in der Außenansicht vielfach noch eine versetzte Anordnung der Fenster.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Upkammer ist als Museum zu besichtigen im [[Westmünsterland]] (heute jedoch [[Kreis Wesel]]) im [[Humberghaus]] in [[Dingden]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Konstruktionsplan des Gulfhauses findet (gelegentlich mit größen- oder lagebedingten Modifikationen wie z.&amp;amp;nbsp;B. einem seitlichen Eingang) Anwendung gleichermaßen bei großen Hofgebäuden (plattdeutsch: Plaats) wie auch bei kleineren Gebäuden bis hin zu Landarbeiterhäusern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:HollenSparkasse jpg.jpg|mini|Umnutzung: Sparkasse in einem Gulfhof in Hollen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alternative Verwendungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:DorfplatzGrootegaste934.jpg|mini|Museumsbauernhaus Neemann in Grootegaste]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Vechta Gulfhaus.JPG|mini|Jugendtreff „GulfHaus“ auf dem Gelände der [[Zitadelle Vechta]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im 18. und 19. Jahrhundert wurden Gulfhöfe auch für nicht-landwirtschaftliche Zwecke genutzt, beispielsweise für [[Ziegelei]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft und die Aufgabe von Höfen boten sich Chancen, Gulfhöfe auch anderen als landwirtschaftlichen Zwecken zuzuführen. So wurde in [[Loquard]] (Gemeinde [[Krummhörn]], [[Landkreis Aurich]]) ein ehemaliger Gulfhof zu einer Grundschule umgebaut. In Hollen (Gemeinde [[Uplengen]], [[Landkreis Leer]]) war die örtliche Sparkasse in einen ehemals landwirtschaftlich genutzten Gulfhof eingezogen. Durch den weiteren Strukturwandel im ländlichen Raum ist dieser Gebäudeteil zu einer Privatwohnung umgebaut worden. Der Naturschutzbund [[NABU]] betreibt in Wiegboldsbur (Gemeinde [[Südbrookmerland]], Landkreis Aurich) einen Gulfhof als Lehrhof für naturnahe Landwirtschaft und in Butjadingen wird der frühere Gulfhof Bree als Schullandheim und Jugendgruppenhaus betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem historischen Dorfplatz von [[Westoverledingen|Grootegaste]] wurde das frühere Gulfhaus von Steenfelde wieder aufgebaut. Durch das ehemalige Scheunentor betritt man das Museumsbauernhaus Neemann. Im Hinterhaus des Museums ist eine Sammlung historischer landwirtschaftlicher Geräte, Werkzeuge alter Handwerksberufe und der Torfgewinnung – von Erdkarren bis zu einer Feldschmiede zu sehen. In der ehemaligen Stallgasse findet man Ackergeräte und ein Plumpsklo mit altem Zeitungspapier. Außerdem kann ein Tante-Emma-Laden in der ehemaligen Küche des Gulfhauses und altes Mobiliar im Wohnbereich besichtigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Museumsverband Niedersachsen und Bremen:  {{Toter Link |datum=2025-06 |url=https://www.mvnb.de/museumssuche/detail/museum/museumsbauernhaus-neemann/ |text=&amp;#039;&amp;#039;Museumsbauernhaus Neemann.&amp;#039;&amp;#039; |archivebot=2025-06-07 06:47:11 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine skurrile Geschichte weist das Gulfhaus auf dem Gelände der [[Zitadelle Vechta]] tief im ehemaligen Stammesland der [[Sachsen (Volk)|Sachsen]] auf, wo man eigentlich keine Häuser im für die Frieslande typischen Stil erwarten würde: Das Haus ohne Wohnteil verdankt seine Entstehung Resozialisierungsmaßnahmen im Strafvollzug des 19. Jahrhunderts. Ein ostfriesischer Strafgefangener der JVA Vechta, Zimmermann von Beruf, erstellte 1886 die Holzkonstruktion während seiner Haftzeit, um sie nach der Entlassung in die Heimat zu transportieren und durch einen Wohnteil zu vervollständigen. Doch der Häftling verstarb während seiner Haftzeit in Vechta, wodurch das Gebäude auf dem Zitadellengelände verblieb und als anstaltseigenes Stallgebäude diente.&amp;lt;ref&amp;gt;Haus der Jugend Vechta GmbH: {{Webarchiv | url=http://www.gulfhaus.de/index.php?option=com_content&amp;amp;view=article&amp;amp;id=90&amp;amp;Itemid=132 | wayback=20140328213727 | text=&amp;#039;&amp;#039;Das GulfHaus: Architektur und Geschichte&amp;#039;&amp;#039;}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Heute gehört das Gebäude gemeinsam mit einem benachbarten Neubau als „GulfHaus“ zu einem von der Gesellschaft „Haus der Jugend Vechta“ betriebenen Jugendzentrum-Komplex.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Würdigung ==&lt;br /&gt;
Am 26. April 2026 wurde das Gulfhaus in einer Festveranstaltung im Buchenhof Westeraccum von der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB) zum Bauernhaus des Jahres erklärt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://igbauernhaus.de/de/2_projekte-und-aktionen/bauernhaus-des-jahres/gulfhaus.php |titel=Gulfhaus Bauernhaus des Jahres 2026 |sprache=de |abruf=2026-04-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Haubarg]]&lt;br /&gt;
* [[Zehntscheune]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Johann Aeils, Jan Smidt, Martin Stromann: &amp;#039;&amp;#039;Steinerne Zeugen in Marsch und Geest. Gulfhöfe und Arbeiterhäuser in Ostfriesland.&amp;#039;&amp;#039; Norden 2000, 3. AUfl. 2007&lt;br /&gt;
* Johann Ulrich Folkers: &amp;#039;&amp;#039;Zur Entwicklungsgeschichte des friesischen Hausbaus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Niederdeutsche Zeitschrift für Volkskunde&amp;#039;&amp;#039; 8 (1930), S. 65–110&lt;br /&gt;
* Johann Ulrich Folkers: &amp;#039;&amp;#039;Ein Nachtrag zur Entwicklungsgeschichte des friesischen Hausbaus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Niederdeutsche Zeitschrift für Volkskunde&amp;#039;&amp;#039; 9 (1931), S. 129–174&lt;br /&gt;
* Johann Ulrich Folkers: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.digi-hub.de/viewer/api/v1/records/DE-11-001929024/sections/LOG_0013/pdf/ Stand und Aufgaben der Gulfhausforschung.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Volkskunde&amp;#039;&amp;#039; 51 (1954), S. 17–36&lt;br /&gt;
* [[Volker Gläntzer]]: &amp;#039;&amp;#039;[http://ruralia2.ff.cuni.cz/wp-content/uploads/2018/04/58-75.pdf Das Gulfhaus in Ost-Friesland - eine Innovation des 16. und 17. Jahrhunderts.]&amp;#039;&amp;#039; In: Jan Klápště (Hg.), &amp;#039;&amp;#039;The Rural House from the Migration Period to the Oldest Still Standing Buildings.&amp;#039;&amp;#039; Prag 2003, S. 58–75 (= Ruralia IV)&lt;br /&gt;
* Rob C. Hekker: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.dbnl.org/tekst/fock001duiz01_01/fock001duiz01_01_0042.php De ontwikkeling van de boerderijvormen in Nederland.]&amp;#039;&amp;#039; In: S.J. Fockema Andreae, R.C. Hekker und E.H. ter Kuile: &amp;#039;&amp;#039;Duizend jaar bouwen in Nederland&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2. Amsterdam 1958, S. 195–376&lt;br /&gt;
* Menne Feike Helmers: &amp;#039;&amp;#039;Das Gulfhaus, Entstehung und Entwicklung.&amp;#039;&amp;#039; Oldenburg 1943&lt;br /&gt;
* Kurt Junge: &amp;#039;&amp;#039;Das friesische Bauernhaus. Seine Verbreitung und Entwicklungsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Oldenburg 1936&lt;br /&gt;
* Otto S. Knottnerus: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.academia.edu/85398157/Haubarg_Barghaus_Bargscheune_und_ihre_mittelalterlichen_Vorl%C3%A4ufer_Materialien_zur_Vorgeschichte_der_Gulfscheune Haubarg, Barghaus, Bargscheune und ihre mittelalterlichen Vorläufer: Materialien zur Vorgeschichte der Gulfscheune.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Probleme der Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet&amp;#039;&amp;#039; 32 (2008), S. 105–125&lt;br /&gt;
* Otto S. Knottnerus: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.researchgate.net/publication/388220776_De_stervende_boerderij_en_zijn_virtuele_wederopstanding_The_dying_farmhouse_and_its_virtual_resurrection_in_De_Vrije_Fries_102_2022 De stervende boerderij en zijn virtuele wederopstanding.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;De Vrije Fries&amp;#039;&amp;#039; 102 (2022), S. 39–59 (Datierung der ältesten Gulfscheunen)&lt;br /&gt;
* Wolfgang Rüther: &amp;#039;&amp;#039;[https://d-nb.info/991129784/34 Hausbau zwischen Landes- und Wirtschaftsgeschichte. Die Bauernhäuser der Krummhörn vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.]&amp;#039;&amp;#039; Diss. Münster 2006 (Webarchiv)&lt;br /&gt;
* [[Josef Schepers]] &amp;#039;&amp;#039;Das Bauernhaus in Nordwestdeutschland.&amp;#039;&amp;#039; Münster 1943&lt;br /&gt;
* Frank van der Waard und Volker Gläntzer: &amp;#039;&amp;#039;Hallenhaus und Gulfhaus um 1600. Studien zur Entwicklung der Bauernhaustypen.&amp;#039;&amp;#039; In: Peter Dragsbo (Hg.), &amp;#039;&amp;#039;Haus und Hof in Schleswig und Nordeuropa&amp;#039;&amp;#039;, Heide / Sønderborg 2008, S. 44–77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Gulf houses|Gulfhäuser}}&lt;br /&gt;
* [http://www.kulturportalweserems.de/index.php/kulturelleserbeostfriesland/112-ostfrkearchitektur/2760-das-niederdeutsche-hallenhaus-und-das-gulfhaus-2 Gulfhaus in der Weser-Ems-Region]&lt;br /&gt;
* [[Volker Gläntzer]]: [https://denkmalatlas.niedersachsen.de/viewer/themen/Gulfhaeuser/ &amp;#039;&amp;#039;Ostfriesische Gulfhäuser – Natur und Kultur prägen eine Hausform&amp;#039;&amp;#039;] im [[Denkmalatlas Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Friesische Kultur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauform von Bauwerken]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architektur (Niedersachsen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architektur (Schleswig-Holstein)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauernhäuser]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hirnholz</name></author>
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