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	<title>Gulaschkommunismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gulaschkommunismus&amp;diff=610082&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;3mnaPashkan am 1. November 2024 um 13:55 Uhr</title>
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		<updated>2024-11-01T13:55:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gulaschkommunismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von [[Ungarische Sprache|ungar.]] &amp;#039;&amp;#039;[[Gulasch|Gulyás]]&amp;#039;&amp;#039;) wurde die Ära des ungarischen Poststalinismus bezeichnet, die sich unter [[János Kádár]] (daher auch &amp;#039;&amp;#039;Kádárismus&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Iván T. Berend: &amp;#039;&amp;#039;Central and Eastern 1944–1993. Detour from the periphery to the periphery.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 1996, S. 152; János M. Rainer: &amp;#039;&amp;#039;János Kádár (1912–1983). Der letzte Generalsekretär der ungarischen Kommunisten.&amp;#039;&amp;#039; In: Martin Sabrow, Susanne Schattenberg (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Die letzten Generalsekretäre. Die kommunistische Herrschaft im Spätsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2018, S. 65–90, hier S. 88; Jürgen Dieringer: &amp;#039;&amp;#039;Das Politische System der Republik Ungarn. Entstehung – Entwicklung – Europäisierung.&amp;#039;&amp;#039; Opladen 2009, S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt; nach dem [[Ungarnaufstand]] [[1956]] herausbildete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
Der Begriff des &amp;#039;&amp;#039;Gulaschkommunismus&amp;#039;&amp;#039; geht angeblich auf [[Nikita Sergejewitsch Chruschtschow|Nikita Chruschtschow]] zurück, der die wirtschaftlichen Entwicklungen Ungarns hervorheben wollte. Der Begriff wurde im Westen dann als Synonym der ungarischen Politik der politischen Linientreue in Verbindung mit wirtschaftlichen Erleichterungen verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.at/books?id=DgRPVjzKFtcC&amp;amp;pg=PA117&amp;amp;lpg=PA117&amp;amp;dq=gulaschkommunismus+begriff&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=Od3xxz7qHy&amp;amp;sig=4GI7HqEORv2YmsoIrHvSAzOvTOM&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=AwU3SqXJEYeG_AaquOHQDQ&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result Hinweis auf Chruschtschow als Urheber des Begriffes] bei Kurtán, Sándor / Liebhardt, Karin / Pribersky, Andreas: &amp;#039;&amp;#039;Ungarn&amp;#039;&amp;#039;, München 1999 (Beck’sche Reihe; 880; Länder), ISBN 3 406 39880 4, S. 117.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ungarischer Volksaufstand von 1956 ==&lt;br /&gt;
Auf die extreme Unterdrückung unter [[Ungarische Kommunistische Arbeiterpartei|KP]]-Parteichef [[Mátyás Rákosi]] (1944–1953) folgte im Zuge der ersten „[[Entstalinisierung]]“ eine vorübergehende Reformphase unter [[Imre Nagy]], die allerdings mit der Niederschlagung des [[Ungarischer Volksaufstand|Ungarischen Volksaufstandes]] 1956 durch die sowjetische &amp;#039;&amp;#039;[[Rote Armee]]&amp;#039;&amp;#039; abrupt endete. Während Nagy noch mit Moskau über einen Sonderstatus Ungarns verhandelte, hatte sein junger Stellvertreter [[János Kádár]] hinter seinem Rücken bereits um eine russische Militäraktion gegen den Aufstand gebeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Sowjetarmee wieder Herr der Lage war, wurde János Kádár neuer Parteichef der [[Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei|Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei]] und zunächst auch [[Ministerpräsident]]. Als Parteichef hielt er die Geschicke Ungarns bis 1988 in seinen Händen. Nach drei Jahren äußerster Härte, die für 20.000 Ungarn Gefängnis oder Tod bedeutete und 1958 in Nagys Hinrichtung kulminierte, ließ Kádár jedoch schrittweise Erleichterungen zu. Als sie Ende der 1960er Jahre auch kleine [[privatwirtschaft]]liche Möglichkeiten brachten, entstand dafür in alter Tradition [[Österreich-Ungarn]]s die Wortschöpfung vom „Gulyás-[[Kommunismus]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== János Kádár ==&lt;br /&gt;
Die große Mehrheit der Bevölkerung sah den neuen Machthaber Kádár als Verräter am Volk und seiner Revolution – dies umso mehr, als er sich namens seiner „Revolutionären Ungarischen [[Arbeiter-und-Bauern-Staat|Arbeiter- und Bauernregierung]]“ offiziell dazu bekannte, die Sowjetunion um den Einmarsch am 4. November 1956 ersucht zu haben. Die Sowjetunion zitierte dieses Ersuchen jahrzehntelang, um den Schein einer [[völkerrecht]]lichen Legitimation zu wahren. Zwar war der [[Warschauer Pakt]] schon am 14. Mai 1955 von den acht Ostblockländern unterschrieben worden – genau einen Tag vor dem [[Österreichischer Staatsvertrag|österreichischen Staatsvertrag]]. Doch wurde der „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“ in Ungarn als entmündigend abgelehnt. Auch musste ihn der damalige Regierungschef [[András Hegedüs]] in der deutschen Fassung der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] unterschreiben, weil eine ungarische gar nicht existierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas gemindert wurde die Situation durch den im Herbst 1955 erfolgten Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen aus [[Österreich]], das nur ein Jahr später 200.000 [[Flüchtling]]e aufgenommen hatte. Der Aufenthalt sowjetischer Truppen in Ungarn erschien dadurch überflüssig, doch erst 1957 wurde ein Stationierungsvertrag mit der [[UdSSR]] abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ablehnung der neuen Herrschaft ==&lt;br /&gt;
Anfangs waren weder die revolutionären [[Student]]en noch die Intellektuellen und schon gar nicht die während der Revolution gegründeten [[Arbeiter- und Soldatenrat|Arbeiterräte]] bereit, die so genannte „Arbeiterregierung“ zu akzeptieren. Kádár und seine [[Államvédelmi Hatóság|Geheimpolizei]] beantworteten den Widerstand mit drakonischer Strenge: etwa 20.000 am Aufstand Beteiligte wanderten hinter Gitter, hunderte Prozesse endeten mit dem vorbestimmten [[Todesstrafe|Todesurteil]], und der Geheimprozess gegen den zum Nationalhelden gewordenen [[Imre Nagy]] mit dessen [[Hinrichtung]] durch [[Hängen]] im Juni 1958. Gleichzeitig wurde der im Asyl der US-[[Botschaft (Diplomatie)|Botschaft]] ausharrende [[József Mindszenty|Kardinal Mindszenty]] zu einer zweiten Symbolfigur des magyarischen Freiheitswillens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Jahres 1958 ließ allerdings János Kádár erkennen, dass er nicht zu einer [[Diktatur]] im Sinne von [[Josef Stalin|Stalin]] oder Rákosi zurückkehren wollte. Zwar rückte die KP keinen Fingerbreit von ihrem für den Ostblock fundamentalen Machtmonopol ab, ebenso wenig wie von der „unverbrüchlichen Treue“ zur Sowjetunion und den „brüderlichen“ Beziehungen zu den sozialistischen Nachbarländern. Dennoch suchten Kádár und die Partei durch eine Öffnung das Misstrauen der Bevölkerung aufzulockern und so gleichzeitig der Wirtschaft die dringend nötigen Impulse zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorsichtige Erleichterungen ==&lt;br /&gt;
Nach mehreren Jahren Gleichschaltungs- und „Befriedungs“-Politik konnte Kádár gegenüber der [[Sowjetunion]] das Zugeständnis einiger Freiheiten erreichen. Sie betrafen hauptsächlich die vorsichtige Einführung einer bescheidenen [[Privatwirtschaft]] – wie den Anbau und Verkauf von [[Gemüse]] oder kleine [[Dienstleistung]]en – und zielten darauf, nach den [[Wirtschaftskrise]]n der 1950er Jahre unter Rákosi die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern und gleichzeitig ein bisschen [[Freiheit]]sgefühl aufkommen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Regime begann auch – mehr als in den „[[Sozialistische Bruderländer|Bruderländern]]“ – den Landsleuten seine Absichten darzulegen. Zu dem, was ihn selbst bewegte, sagte Kádár einmal: „Es gibt Situationen, in denen man das machen muss, was nur wenige verstehen. Aber man muss es doch tun in der Hoffnung, dass die Gründe im Nachhinein begreiflich werden.“ Hinsichtlich der Beziehung zwischen Regime und Bevölkerung gab er sich mit der Devise zufrieden: „Wer nicht gegen uns ist, ist mit uns.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge dieser Entspannung und vorsichtigen Reformen – die teilweise auf Imre Nagys „Kommunismus mit menschlichem Antlitz“ zurückgingen – kam auch ein gewisser [[Tourismus]] in Gang. Politisch unbedenklichen Personen wurden einzelne Reisen in den Westen bewilligt, wenngleich die [[Familie]]nmitglieder zunächst daheimbleiben mussten. Für anerkannte Wissenschaftler war der Besuch ausländischer [[Tagung|Kongresse]] möglich, auch wenn eine anfängliche Überwachung durch den [[Államvédelmi Hatóság|Geheimdienst]] vermutet wurde. Der umgekehrte Weg war allerdings leichter, und ab 1975 war zum Beispiel die Teilnahme westlicher Forscher an den [[Interkosmos]]-Programmen sehr erwünscht. Etwas später wurde für das Nachbarland Österreich die [[Visum]]pflicht aufgehoben (für die [[Schweiz]] und [[Deutschland]] bestand sie länger), was einen kleinen Grenzverkehr mit [[Transdanubien|Westungarn]] möglich machte und dessen Wirtschaft ankurbelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis zu den Katholiken ==&lt;br /&gt;
Fanden diese wirtschaftlichen Erleichterungen rasche Zustimmung, so war es umso schwieriger, nach den Jahren der [[Christenverfolgung|Repression]] das Misstrauen der [[christlich]]en Bevölkerung abzubauen. Noch immer wurde die [[Seelsorge]] behindert, in Schulen ausschließlich der Marxismus gelehrt, die Geschichte geklittert. Bis etwa 1980 waren die meisten [[Diözese]]n vakant und die wenigen [[Bischof|Bischöfe]] in ihren Aufgaben behindert. Daher war der von der KP erstrebte Friedensschluss mit der Kirche ein einseitiger Wunsch, der deutlichere Zeichen der Öffnung erfordert hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst als einige neue Bischöfe bessere Kontakte zum Regime hatten – und ihnen umgehend eine Hörigkeit nachgesagt wurde – besserte sich das Verhältnis langsam. Im Jahr 1971 ließ sich Kardinal [[József Mindszenty]] überreden, sein 15-jähriges [[Asyl]] in der US-Botschaft gegen die Ausreise nach [[Österreich]] zu tauschen. Unter Kardinal [[László Lékai]] (ab 1976) entspannte sich das Klima zwischen Katholiken und Kommunisten merklich und er konnte 20 Jahre nach dem [[Ungarischer Volksaufstand|Volksaufstand]] der Kirche einige Freiräume sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Resümee ==&lt;br /&gt;
Die zunehmend gewährten Freiheiten – und auch jene, die das Regime gegenüber der Sowjetunion errungen hatte – erleichterten den Ungarn die riskante Entscheidung, im Frühjahr 1989 den [[Eiserner Vorhang|Eisernen Vorhang]] abzubauen, die Flucht von unzähligen Urlaubern aus der DDR über die grüne Grenze im Sommer zuzulassen und im darauffolgenden September in Ungarn verbliebene DDR-[[Flüchtling]]e via Österreich nach Westdeutschland reisen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der [[Ungarnaufstand]] wurde auch der Gulaschkommunismus durch [[Polen]]s konsequenten Widerstand gegen den Kommunismus ermutigt, schon lange vor [[Solidarność]]. Beide Länder haben, ebenso wie die [[Entspannungspolitik]] und andere Entwicklungen in [[Mitteleuropa]], zur politischen Wende 1989 wesentlich beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* János Kornai: &amp;#039;&amp;#039;Der Preis des Gulaschkommunismus. Ungarns Entwicklung aus wirtschaftspolitischer Sicht&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Europäische Rundschau]] 25 (1997), S. 75–113.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Gulaschkommunismus}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaft (Ungarn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volksrepublik Ungarn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kommunismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;3mnaPashkan</name></author>
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