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	<title>Guimarota - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T00:48:37Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Guimarota&amp;diff=741372&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Meloe: kleine Einschränkung</title>
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		<updated>2023-01-25T12:11:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;kleine Einschränkung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Guimarota&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Stilllegung|stillgelegte]] [[Kohle]]grube in der Nähe von [[Leiria]] in Portugal. Einige Jahre nach der Einstellung des Bergbaus erlangte die Grube 1961 weltweit Bekanntheit als die größte und bedeutendste [[Fossillagerstätte]] für frühe [[Säugetiere]] und andere [[Wirbeltiere]] aus der Zeit des [[Oberjura]]s (vor etwa 150 Millionen Jahren).&amp;lt;ref name=&amp;quot;NACHRUF&amp;quot;&amp;gt; {{Webarchiv|text=Thomas Martin: &amp;#039;&amp;#039;Professor Bernard Krebs verstorben&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.palaeontologische-gesellschaft.de/palges/palaktuell/palaktpdf/Palakt44%20LR.pdf |wayback=20051107094002}}, Paläontologie aktuell, Heft 44, Juli 2001, Seite 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1982 mussten die Grabungen eingestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Ausgrabungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten Funde wurden von dem Berliner [[Paläontologie|Paläontologen]] [[Walter Georg Kühne]] im Jahr 1959 auf der [[Halde]] der Grube gemacht. Zu dieser Zeit war die Grube, in der zwei [[Flöz]]e unter Tage abgebaut wurden, noch aktiv. Erste [[Grabung]]skampagnen wurden 1960 und 1961 von Mitarbeitern der [[Freie Universität Berlin|Freien Universität Berlin]] mit Unterstützung der Minenarbeiter weitere Funde in der abgebauten Kohle gemacht. Nach Stilllegung der Grube konzentrierte sich die Grabungstätigkeit auf Material aus den Halden, bis diese Aufsammlungen 1968 eingestellt wurden. Diese erste Grabungsperiode erwies sich als extrem erfolgreich, es wurden insgesamt 74 Kiefer und mehr als 1300 einzelne Zähne von jurassischen Säugetieren gefunden, wodurch Guimarota schon damals die bedeutendste Fundstelle [[Mesozoikum|mesozoischer]] Säugetiere war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1972 begann in Guimarota eine der größten und erfolgreichsten Unternehmungen in der Geschichte der Paläontologie. Unter der Leitung von [[Bernard Krebs]], einem ehemaligen Assistenten Kühnes, und seines Kollegen [[Siegfried Henkel]], zwei [[Paläontologie|Paläontologen]] der Freien Universität Berlin, wurde der [[Untertagebau|Untertagebetrieb]] der Grube für rein wissenschaftliche Zwecke wieder aufgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NACHRUF&amp;quot;/&amp;gt; Bis 1982 wurde so die Kohlengrube mit den lokalen Minenarbeitern unter Leitung der Freien Universität Berlin betrieben, wobei große Mengen [[fossil]]er Wirbeltiere sowie andere Fossilien zu Tage kamen. Finanziert wurde dieses Unternehmen von der [[Deutsche Forschungsgemeinschaft|Deutschen Forschungsgemeinschaft]] (DFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Ausgrabungen wurde Kohle unter Tage gebrochen und dann an der Oberfläche von lokalen Helfern in kleine Stücke gespalten und nach Fossilien untersucht. Erkannte Fossilreste wurden markiert und die Kohlebrocken in [[Plastiktüte]]n eingeschweißt, um später in den [[Labor]]en in Berlin [[Präparat|präpariert]] zu werden. Die restliche Kohle wurde chemisch aufbereitet und durch Siebe gewaschen ([[Schlämmanalyse|geschlämmt]]), um auch sehr kleine Fossilreste zu gewinnen. Durch diese Methode wurden in Guimarota zehntausende Reste von Wirbeltieren geborgen, die einen einmaligen Einblick in ein jurassisches [[Ökosystem]] gewähren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1982 wurden die Grabungen eingestellt, da die Instandhaltung der Mine nicht mehr finanzierbar war. Seitdem ist die Grube mit Wasser vollgelaufen und nicht mehr begehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Funde ==&lt;br /&gt;
Obwohl Guimarota hauptsächlich durch die Säugetierfunde weltweit Beachtung fand, fanden sich dort Reste nahezu aller Wirbeltiergruppen eines [[terrestrisch]]en [[Ökosystem]]s aus der Jurazeit. Fische sind sowohl durch [[Haie]] als auch [[Knochenfische]] belegt. Bei den [[Amphibien]] kommen hauptsächlich [[Albanerpetontidae|Albanerpetontiden]] vor, eine Gruppe kleiner, [[Salamander]]-ähnlicher Tiere mit grabender Lebensweise, die erst im [[Miozän]] ausgestorben ist. [[Schildkröten]] sind nur mit sehr fragmentarischem Material belegt, das auf mindestens drei verschiedene Arten hindeutet.&lt;br /&gt;
[[Bild:Goniopholis BW.jpg|mini|Lebendrekonstruktion von &amp;#039;&amp;#039;Goniopholis&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Sehr [[Artenvielfalt|divers]] ist die [[Eidechsen]]-[[Fauna]]. In Guimarota kommen insbesondere frühe Vertreter der [[Scincomorpha]] und der [[Anguimorpha]] vor, was in beiden Fällen mit zu den ältesten Nachweisen dieser Gruppen gehört. [[Krokodile]] gehören zu den häufigsten Funden in Guimarota. Besonders häufig sind kleine, [[amphibisch]]e Krokodile, wie etwa die Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Goniopholis]]&amp;#039;&amp;#039;. Daneben fanden sich jedoch auch Reste des riesigen [[Meereskrokodil]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Machimosaurus]]&amp;#039;&amp;#039; und eines kleinen, terrestrischen Krokodiles, &amp;#039;&amp;#039;[[Lisboasaurus]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr artenreich ist auch die [[Dinosaurier]]fauna. Auffallend ist dabei, das praktisch alle Reste von kleinen Tieren stammen, was vermutlich mit dem Ökosystem und den Erhaltungsbedingungen ([[Taphonomie]]) zusammenhängt. Ebenfalls ungewöhnlich ist, dass die überwiegende Mehrheit der Reste von fleischfressenden Dinosauriern ([[Theropoda|Theropoden]]) stammt, darunter einer der ersten [[Tyrannosauroidea|Tyrannosaurier]], &amp;#039;&amp;#039;[[Aviatyrannis]]&amp;#039;&amp;#039;. [[Sauropoda|Sauropoden]] sind nur durch Zähne, vermutlich die eines [[Brachiosauridae|Brachiosauriden]], repräsentiert, und [[Ornithopoda|Ornithopoden]] sind durch den kleinen, basalen [[Euornithopoda|Euornithopoden]] &amp;#039;&amp;#039;Phyllodon&amp;#039;&amp;#039; und mindestens einen unbestimmten [[Iguanodontia|Iguanodontier]] vertreten. Einzelne Zähne legen zudem nahe, dass auch der Urvogel &amp;#039;&amp;#039;[[Archaeopteryx]]&amp;#039;&amp;#039; in Guimarota vorkam, was somit der erste Nachweis dieses Tieres außerhalb der [[Solnhofener Plattenkalk]]e wäre. Dies wurde aber später von anderen Paläontologen bestritten.&amp;lt;ref&amp;gt;Antoine Louchart, Joane Pouech (2017): A tooth of Archaeopterygidae (Aves) from the Lower Cretaceous of France extends the spatial and temporal occurrence of the earliest birds. Cretaceous Research 73: 40-46. [[doi:10.1016/j.cretres.2017.01.004]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild:Henkeloth.jpg|mini|[[Nachbildung]] des nahezu vollständigen Fossils von &amp;#039;&amp;#039;Henkelotherium&amp;#039;&amp;#039; in Fundlage]]&lt;br /&gt;
Von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung ist die Säugetierfauna von Guimarota. Ein primitives Säugetier ist der [[Docodonta|Docodonte]] &amp;#039;&amp;#039;[[Haldanodon]]&amp;#039;&amp;#039;, ein kleines, grabendes Tier, darin vermutlich einem heutigen [[Europäischer Maulwurf|Maulwurf]] ähnlich. Es sind zahlreiche Fossilien von [[Multituberculata|Multituberkulaten]] entdeckt worden, insgesamt 18 Arten konnten [[Erstbeschreibung|beschrieben]] werden. Multituberkulaten sind eine urtümliche Säugetiergruppe, welche im Mesozoikum die ökologische Stellung der [[Nagetiere]] einnahm und erst mit der Ausbreitung der echten Nagetiere ausstarb. Von besonderem Interesse sind die [[Eupantotheria|Eupantotheren]], die die fortschrittlichsten Säugetiere ihrer Zeit waren und bereits dem Ursprung der modernen Säugetiere ([[Theria]]: [[Beuteltiere]] und [[Plazentatiere]]) nahestehen. Zwei Gruppen der Eupantotheren kommen in Guimarota vor, die [[Dryolestidae|Dryolestiden]] und die [[Peramuridae|Peramuriden]]. Zu den letzteren gehört das erste nahezu vollständige Skelett eines jurassischen Säugetieres, das gefunden wurde. Dieses Skelett wurde 1991 von [[Bernard Krebs]] als &amp;#039;&amp;#039;[[Henkelotherium]]&amp;#039;&amp;#039; beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensraum ==&lt;br /&gt;
Anhand der Fossilfunde und der [[Sedimentologie]] von Guimarota lässt sich der [[Palökologie|Lebensraum]] rekonstruieren. Demnach handelt es sich offenbar um einen Küstensumpf, der periodisch vom Meer überschwemmt wurde, wodurch sich die [[Lagebezeichnungen (Geologie)|marinen]] Faunenelemente, etwa die Haie, erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Thomas Martin (Paläontologe)|Thomas Martin]], Bernard Krebs (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Guimarota. A Jurassic Ecosystem.&amp;#039;&amp;#039; Pfeil, München 2000, ISBN 3-931516-80-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.scinexx.de/dossierartikel/der-fund-in-der-kohlenmine/ &amp;#039;&amp;#039;Der Fund in der Kohlenmine. Ein fossiles Eldorado – der Jurassic Garden wird entdeckt.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;scinexx.de&amp;#039;&amp;#039; vom 14. Juni 2002&lt;br /&gt;
* [https://idw-online.de/de/news27297 &amp;#039;&amp;#039;Jurassic Park der Säugetiere: Sensationelle Fossilienfunde in der Kohlengrube Guimarota.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;idw-online.de&amp;#039;&amp;#039; vom 21. November 2000&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.fu-berlin.de/tour/geschichtsausstellung/wissenschaft/molekuel/palaeontologie/index.html | wayback=20080505065114| text=FU Berlin: &amp;#039;&amp;#039;Paläontologische Grabungen in Guimarota.&amp;#039;&amp;#039;}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.paleontology.uni-bonn.de/FDMNovember2007.htm | wayback=20090722111837| text=Universität Bonn: &amp;#039;&amp;#039;Henkelotherium guimarotae – ein Urahn aus Portugal.&amp;#039;&amp;#039; (mit bildlicher Umweltrekonstruktion und Lagekarte)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4609210-9|VIAF=243865703}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fossillagerstätte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stillgelegtes Bergwerk in Portugal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kohlebergwerk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bergwerk in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Leiria]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|NS=39.7|EW=-8.8|region=PT-10|type=landmark|dim=10000}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Meloe</name></author>
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