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	<title>Guidonische Hand - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T04:35:05Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Guidonische_Hand&amp;diff=113518&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler am 4. Oktober 2025 um 06:00 Uhr</title>
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		<updated>2025-10-04T06:00:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Guidonian hand.jpg|mini|Ein Beispiel der guidonischen Hand aus einem Manuskript aus Mantua, spätes 15.&amp;amp;nbsp;Jh.]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Guidonische Hand&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war vom [[Musik des Mittelalters|Mittelalter]] bis in die Frühe Neuzeit ein Hilfsmittel zur Orientierung im [[Tonsystem]]; sie diente als Anschauungsobjekt und als [[Mnemotechnik|Gedächtnisstütze]]. Jedem der vierzehn Fingerglieder zuzüglich der fünf Fingerspitzen ist dabei eine bestimmte Tonstufe des [[Hexachord]]systems zugeordnet (vgl. Nummerierungen 1–19 zuzüglich „E la“ in der Abbildung). So ergeben sich in der Innenseite der Hand insgesamt zwanzig diatonische „Tonorte“, ein Tonvorrat, der dem Umfang der in den Vokalkompositionen zum Einsatz kommenden Stimmen im Regelfall entsprach. Ein solches Hilfsmittel mag bereits von [[Guido von Arezzo]] (etwa 992–1050) benutzt worden sein, der Anleitungen zum Erlernen von Chorälen und zum Notenlesen schrieb. Die Hand als Anschauungsobjekt taucht schon vor Guidos Zeit in einigen Schriften auf; die endgültige Form findet man jedoch erst ab dem 12.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, etwa bei [[Sigebert von Gembloux]] (1030–1112). Das System gilt als eine der ersten Methoden der später so genannten [[Gehörbildung]], geht allerdings hinsichtlich der Unterrichtsinhalte weit über die Zielsetzungen dieses jüngeren Faches hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktionsweise ==&lt;br /&gt;
Guido von Arezzo legte eine sechsstufige [[Tonleiter]] mit den Silben &amp;#039;&amp;#039;ut, re, mi, fa, sol, la&amp;#039;&amp;#039; fest (Hexachordsilben). Dabei handelte es sich um die Anfangssilben der jeweils um einen Ton höher beginnenden Verse der ersten Strophe des [[Johannes-Hymnus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mittelalterliche Musiktheorie kannte drei Hexachorde (durum, naturale, molle), die, über drei [[Oktave]]n verteilt, ineinandergriffen. Der Wechsel von einem Hexachord zum nächsten wurde Mutation genannt. Entscheidend dafür war die Lage des Halbtons, der immer auf die Silben &amp;#039;&amp;#039;mi&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;fa&amp;#039;&amp;#039; fallen musste. Auch Schülern, die noch keine musikalische Vorbildung besaßen, konnte mit diesen Hexachorden der [[Gregorianischer Gesang|gregorianische Gesang]] leicht beigebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Guidonische Hand ist stark mit der neuen Musiklehre und den neuen Musiklehrmethoden Guidos, mit Hexachorden und [[Solmisation]] verbunden. Die Idee ist, dass jeder spezifische Teil der Hand eine spezifische Note innerhalb des Hexachordsystems repräsentiert, welches sich nahezu über drei Oktaven erstreckt, von „Γ &amp;#039;&amp;#039;ut&amp;#039;&amp;#039;“ (sprich „[[Gamma]] &amp;#039;&amp;#039;ut&amp;#039;&amp;#039;“, also „[[Gamut]]“, was wiederum auf den gesamten Tonumfang hinweisen kann) bis „ee &amp;#039;&amp;#039;la&amp;#039;&amp;#039;“. In der modernen westlichen Musik entspräche das einem Umfang von G am unteren Ende bis zum hohen e&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Unterrichts konnte der Lehrer oder Chorleiter durch Anzeigen der Position auf der linken Hand exakt die Tonfolge vorgeben. Das entsprach ungefähr der Methode, mit Handzeichen zu solmisieren. Es gab eine Reihe von Variationen in der Position von bestimmten Noten auf der Hand, und keine der Varianten ist als vorrangig zu betrachten; im angefügten Beispiel wurden die Noten des Gamut gedanklich auf den Gliedern und Fingerspitzen der linken Hand platziert. „Γ &amp;#039;&amp;#039;ut&amp;#039;&amp;#039;“ (zwei G unterhalb des mittleren c) entspricht der Daumenspitze der linken Hand, „A &amp;#039;&amp;#039;re&amp;#039;&amp;#039;“ ist am mittleren Daumenglied lokalisiert, „B &amp;#039;&amp;#039;mi&amp;#039;&amp;#039;“ an der Innenseite des Daumenballens, „C &amp;#039;&amp;#039;fa ut&amp;#039;&amp;#039;“ am ersten Glied (Mittelhandknochen) des Zeigefingers und so weiter gegen den Uhrzeigersinn in einer Spirallinie bis zum mittleren „c &amp;#039;&amp;#039;sol fa ut&amp;#039;&amp;#039;“, weiter über das „dd &amp;#039;&amp;#039;la sol&amp;#039;&amp;#039;“, bis man das „ee &amp;#039;&amp;#039;la&amp;#039;&amp;#039;“ erreicht, welches neun Töne über den mittleren c liegt. Dieses „ee &amp;#039;&amp;#039;la&amp;#039;&amp;#039;“ ist die einzige Note auf der Rückseite der Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Anzeige der verschiedenen (Kirchen-)Tonarten entstand hierdurch auch eine mit der heutigen Benennung der Töne verbundene, auf der Guidonischen Hand und daraus erstellten Tabellen beruhende, vom Mittelalter und in italienischen Musikschulen bis in die Neuzeit als „Eselsbrücke“ benutzte Nomenklatur, die (bezogen auf die mit Do beginnende diatonische Skala) mit &amp;#039;&amp;#039;Befami&amp;#039;&amp;#039; (für B - Fa - Mi) den auf der siebten Stufe beginnenden Modus, mit &amp;#039;&amp;#039;Cesolfaut&amp;#039;&amp;#039; (C - Sol - Fa - Ut) den auf der ersten Stufe beginnenden, mit &amp;#039;&amp;#039;Delasolre&amp;#039;&amp;#039; (D - La - Sol - Re) den auf der zweiten Stufe, mit &amp;#039;&amp;#039;Elami&amp;#039;&amp;#039; (E - La - Mi) den auf der dritten, mit &amp;#039;&amp;#039;Fefaut&amp;#039;&amp;#039; (F - Fa - Ut) den auf der vierten, mit &amp;#039;&amp;#039;Gesolreut&amp;#039;&amp;#039; (G - Sol - Re - Ut) den auf der fünften und mit &amp;#039;&amp;#039;Alamire&amp;#039;&amp;#039; (A - La - Mi - Re) den auf der sechsten Stufe beginnenden Modus bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Jerry Willard (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The complete works of Gaspar Sanz.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände, Amsco Publications, New York 2006 (Übersetzung der Originalhandschrift durch Marko Miletich), ISBN 978-0-8256-1695-2, S. 13 (&amp;#039;&amp;#039;Translator’s Notes&amp;#039;&amp;#039;) und 80–84 (&amp;#039;&amp;#039;General Warnings for Accompaniment with a Guitar, Harp, Organ, or Any Other Instrument, Summarized in Twelve Rules and Counterpoint Examples […].&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Raphael Georg Kiesewetter|R. G. Kiesewetter]]: &amp;#039;&amp;#039;Guido von Arezzo. Sein Leben und Wirken.&amp;#039;&amp;#039; Breitkopf und Härtel, Leipzig 1840, S. 35.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die guidonische Hand erlaubt es, Tonstufen zu visualisieren und dabei auch zugleich zu erkennen, wo die halben Stufen der Tonfolgen liegen. Außerdem konnte man erkennen, wo die Verbindungsstellen der Hexachorde liegen. Das System wurde im Laufe des Mittelalters in vielfältiger Form reproduziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reizverknüpfung ist auch heute lernpsychologisch ein wichtiges Mittel unbewussten Lernens ([[Konditionierung]]). Das Singen, Sehen und Greifen der Töne führt im Sinne des Wortes zum Begreifen. Heutige Methoden der [[Haptische Wahrnehmung|haptischen Erfassung]] sind die stumme Tastatur und flexible Konzepte wie die Tontreppe oder die Tonsäule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| align=&amp;quot;center&amp;quot; class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Das mittelalterliche Hexachordsystem&amp;lt;br /&amp;gt; (&amp;#039;&amp;#039;c&amp;#039;&amp;#039; = mittleres c&amp;#039;)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|   !! colspan=&amp;quot;7&amp;quot; | Mutation&lt;br /&gt;
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!colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| ||style=&amp;quot;background-color:#8B008B;&amp;quot;|1.||style=&amp;quot;background-color:#CD0000;&amp;quot;|2.||style=&amp;quot;background-color:#00CD00;&amp;quot;|3.||style=&amp;quot;background-color:#8B008B;&amp;quot;|4.||style=&amp;quot;background-color:#CD0000;&amp;quot;|5.||style=&amp;quot;background-color:#00CD00;&amp;quot;|6.||style=&amp;quot;background-color:#8B008B;&amp;quot; |7.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Tonbezeich. ||  colspan=&amp;quot;7&amp;quot; |&lt;br /&gt;
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! Heute !! colspan=&amp;quot;1&amp;quot; | Guido !! colspan=&amp;quot;7&amp;quot;| Solmisation&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Guidonischehand.gif|450px|Guidonische Hand]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Hexachord ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Hauptbeitrag:&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
[[Hexachord]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hexachord ist eine Erweiterung des griechischen [[Tetrachord]]s, das im 9. Jahrhundert (etwa bei [[Hucbald]]) einen Ton abwärts auf die Endtöne der vier [[Gregorianischer Choral#Modalität|Modi (Kirchentonarten) im gregorianischen Gesang]] d, e, f und g verschoben wurde. Oben und unten wurde an den Tetrachord (d, e, f, g) ein Ganztonschritt hinzugefügt (c, und a). Mit einem zweiten, nach demselben Muster aufgebauten Hexachord konnte nun durch Überlappen der beiden Hexachorde eine Oktave abgedeckt werden. In jedem Hexachord sind die beiden mittleren Töne (mi–fa) einen [[Halbton]]schritt, alle anderen einen [[Ganzton]]schritt voneinander entfernt. So war mit dem Hexachord der größtmögliche Ausschnitt des Tonvorrats (G–e&amp;quot;) erreicht, der mindestens eine Oktave mit zwei gleichartig strukturierten überlappenden Skalenausschnitten abbilden konnte. Die Hexachorde wurden auf G, C oder F aufgebaut, dementsprechend ergaben sich drei Arten von Hexachorden: das &amp;#039;&amp;#039;hexachordum durum&amp;#039;&amp;#039; (hartes Hexachord) G–A–H–c–d–e, das &amp;#039;&amp;#039;hexachordum naturale&amp;#039;&amp;#039; (natürliches Hexachord) c–d–e–f–g–a, und das &amp;#039;&amp;#039;hexachordum molle&amp;#039;&amp;#039; (weiches Hexachord) f–g–a–b–c&amp;#039;–d&amp;#039;. Durch insgesamt sieben Hexachorde (auf G, c, f, g, c&amp;#039;, f&amp;#039; und g&amp;#039;) wurde der Tonumfang der mittelalterlichen Musik von knapp drei Oktaven (G–e&amp;quot;) abgedeckt und gegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Guido von Arezzo]] unterlegte die Töne des Hexachords mit den [[Solmisation]]ssilben ut, re, mi, fa, sol, la, die er dem [[Johannes-Hymnus]] &amp;#039;&amp;#039;Ut queant laxis&amp;#039;&amp;#039; entnahm. In der Schrift [[Micrologus]] führte er sehr ausführlich aus, wie man mehrstimmig singt und komponiert. Aus den Namen &amp;#039;&amp;#039;hexachordum durum&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;hexachordum molle&amp;#039;&amp;#039; leiten sich die Bezeichnungen unserer heutigen [[Tongeschlecht]]er [[Dur]] und [[Moll]] ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontext ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Hauptbeitrag:&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
[[Gregorianischer Gesang]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gregorianische Gesang oder die westliche mittelalterliche Musik im Allgemeinen war durch die [[Jüdische Musik#Musik in der mittelalterlichen Diaspora|jüdische Musik]] und die östlichen Kirchentraditionen beeinflusst. Auch Musiktraditionen, die heute in der türkischen und [[Maqam (Musik)|arabischen Musik]] zu finden sind, fanden ihren Niederschlag. Das führte dazu, dass es schwierig war ein einheitliches theoretisches System zu entwickeln. Die Weitergabe über mündliche Überlieferung und Nutzung von Handzeichen hatte Tradition. Ausschlaggebend für die Aufzeichnung war auch eine politische Aufforderung von [[Karl der Große|Karl dem Großen]] in seiner [[Admonitio generalis]] vom 23. März 789, &amp;#039;&amp;#039;Et ut scolae legentium puerorum fiant. Psalmos, notas, cantus, compotum, grammaticam per singula monasteria vel episcopia et libros catholicos bene emendate; […] et si opus est evangelium, psalterium et missale scribere, perfectae aetatis homines scribant cum omni diligentia.[…]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;MGH Cap. Bd. 1, S. 60: [http://www.mgh.de/dmgh/resolving/MGH_Capit._1_S._60 online]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Karl der Große forderte in dieser Schrift dazu auf, für die Übermittlung des kulturellen Erbes eine schriftliche Grundlage zu schaffen.&lt;br /&gt;
„Die besten Schreiber des Zeitalters sollen mit aller Sorgfalt damit befasst werden, …“ Nachdem die Kirche als Verwaltungsorgan gebraucht wurde, sollte nach dem römischen Modell alles vereinheitlicht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Klerus und Krieg im früheren Mittelalter: Untersuchungen zur Rolle der Kirche beim Aufbau der Königsherrschaft.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart: Hiersemann 1971. (Monographien zur Geschichte des Mittelalters. 2) ISBN 3-7772-7116-0.&lt;br /&gt;
(Monographien zur Geschichte des Mittelalters,…). Stuttgart 1971, Seite 101 und 91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Das Frankenreich.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, München 1995, ISBN 3-486-49693-X, Seite 35&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehörte auch die Liturgie mit ihrem gregorianischen Gesang. Dies führte dazu, dass die bisher in notationslosen Sammlungen überlieferten Gesangstexte ab dem 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert mit Zeichen versehen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmut Möller, Rudolph Stephan (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Musik des Mittelalters&amp;#039;&amp;#039;. Laaber 1991, S. 54ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese teilweise aus der Rhetorik übertragenen, teilweise mit den Dirigierbewegungen das &amp;#039;&amp;#039;Cantors&amp;#039;&amp;#039; verbundenen &amp;#039;&amp;#039;[[Neume]]n&amp;#039;&amp;#039; („Winke“) ermöglichten es einem kundigen Sänger, eine in ihrer melodischen Gestalt bereits durch Vor- und Nachsingen erlernte Melodie mit allen Nuancen ins Gedächtnis zurückzurufen und vorzutragen.&amp;lt;ref&amp;gt;Eugene Cardine: &amp;#039;&amp;#039;Gregorianische Semiologie&amp;#039;&amp;#039;. Solesmes 2003, Kapitel XX sowie Zusammenfassung im Anhang&amp;lt;/ref&amp;gt; Verwendet wurde eine Vielzahl unterschiedlich gestalteter [[Einzeltonneume]]n und [[Gruppenneume]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eugène Cardine]]: &amp;#039;&amp;#039;Gregorianische Semiologie&amp;#039;&amp;#039; Solesmes, 2003, Kapitel I-XIX sowie die Neumentafel S.&amp;amp;nbsp;6&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Luigi Agustoni]]: &amp;#039;&amp;#039;Gregorianischer Choral. Elemente und Vortragslehre mit besonderer Berücksichtigung der Neumenkunde&amp;#039;&amp;#039;. Freiburg im Breisgau 1963&amp;lt;br /&amp;gt;[[Johannes Berchmans Göschl]]: &amp;#039;&amp;#039;Von der Notwendigkeit einer kontextgemäßen Auslegung der Neumen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Gregorianik 13/14. Cantando praedicare. Godehard Joppich zum 60. Geburtstag&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;53–64&amp;lt;/ref&amp;gt; Diskutiert wird auch, ob den Schreibern ein schriftlicher, inzwischen verschollener Archetypus vorgelegen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Kenneth Levy: &amp;#039;&amp;#039;Charlemagne’s Archetype of Gregorian Chant&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the American Musicological society&amp;#039;&amp;#039;. Band 40, 1987, S.&amp;amp;nbsp;1–30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe von wenigen Jahrhunderten erfuhr diese „Akzentnotation“ einen grundsätzlichen Wandel hin zu [[Neume#Adiastematische und diastematische Neumen|diastematischen]] Notationen. Guido von Arezzo erfand ausgehend von der [[Dasia-Notation]] 1025 das Vierliniensystem im Terzabstand und zwei [[Notenschlüssel]], den F- und den C-Schlüssel.&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmut Möller, Rudolph Stephan (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Musik des Mittelalters&amp;#039;&amp;#039;. Laaber 1991, S.&amp;amp;nbsp;153 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Davon ausgehend entwickelte sich die Notenschrift zur [[Quadratnotation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Musik: Die ersten Zeiten der neuen christlichen Welt und Kunst. Die Entwickelung des mehrstimmigen Gesanges&amp;#039;&amp;#039;. 1864. Band 3: &amp;#039;&amp;#039;Im Zeitalter der Renaissance, bis zu Palestrina&amp;#039;&amp;#039;. 1868, Geschichte der Musik: Band 2. Wilhelm Bäumker, 1864, S. 175; [http://books.google.at/books?id=S8oqAAAAYAAJ&amp;amp;dq=De%20Speculatione%20Musices&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA175&amp;amp;ci=51%2C691%2C877%2C778&amp;amp;source=bookclip google.at]&lt;br /&gt;
* [[Christian Berger (Musikwissenschaftler)|Christian Berger]]: &amp;#039;&amp;#039;Cithara, cribrum und caprea. Wege zum Hexachord.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Martin Kintzinger]], [[Sönke Lorenz]], [[Michael Walter (Musikwissenschaftler)|Michael Walter]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schule und Schüler im Mittelalter. Beiträge zur europäischen Bildungsgeschichte des 9. bis 15. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Köln u.&amp;amp;nbsp;a. 1996, ISBN 3-412-08296-1 (&amp;#039;&amp;#039;Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte&amp;#039;&amp;#039; 42), S. 89–109 ([http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/375 uni-freiburg.de]).&lt;br /&gt;
* Christian Berger: &amp;#039;&amp;#039;Hexachord (I.-V.).&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ludwig Finscher]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik.&amp;#039;&amp;#039; Sachteil Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Hamm – Kar.&amp;#039;&amp;#039; 2. neubearbeitete Auflage. Bärenreiter u.&amp;amp;nbsp;a., Kassel u.&amp;amp;nbsp;a. 1996, ISBN 3-7618-1105-5, Sp. 279–286.&lt;br /&gt;
* Christian Berger: &amp;#039;&amp;#039;Hexachord und Modus: Drei Rondeaux von Gilles Binchois.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Basler Jahrbuch für historische Musikpraxis&amp;#039;&amp;#039;, 16, 1992, {{ZDB|550278-0}}, S. 71–87 ([http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/388 uni-freiburg.de]).&lt;br /&gt;
* Christian Berger: &amp;#039;&amp;#039;La quarte et la structure hexacordale.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;L’enseignement de la musique au Moyen Age et à la Renaissance.&amp;#039;&amp;#039; Rencontres de Royaumont, les 5 et 6 juillet 1985. Éd. Royaumont, Royaumont 1987, S. 17–28 ([http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6002 uni-freiburg.de]).&lt;br /&gt;
* [[Jacques Chailley]]: &amp;#039;&amp;#039;„Ut queant laxis“ et les origines de la gamme.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Acta Musicologica]]&amp;#039;&amp;#039;, 56, 1984, {{ISSN|0001-6241}}, S. 48–69.&lt;br /&gt;
* Klaus-Jürgen Sachs: &amp;#039;&amp;#039;Musikalische Elementarlehre im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Frieder Zaminer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Musiktheorie&amp;#039;&amp;#039;. Band 3: Michael Bernhard u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Rezeption des antiken Fachs im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1990, ISBN 3-534-01203-8, S. 105–162.&lt;br /&gt;
* Marcus Aydintan, Laura Krämer, Tanja Spatz (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Solmisation Improvisation Generalbass – Historische Lehrmethoden für das heutige Musiklernen&amp;#039;&amp;#039;, Hildesheim, Zürich, New York 2021 (Beiträge im Kontext der Gehörbildung von J. Brandes, L. Krämer, T. Spatz, F. Stähmer, M. Streib, O. Tchipanina, R.D. Thöne u. a.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://ieee.uwaterloo.ca/praetzel/mp3-cd/info/raybro/solmization.html Hand of Guido.] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.medieval.org/emfaq/harmony/hex.html Hexachords, solmization, and musica ficta] Ausführliche Darstellung (englisch)&lt;br /&gt;
* {{YouTube |id=IRDDT1uSrd0 |titel=Solmization and the Guidonian hand in the 16th century |abruf=2018-04-13 |kommentar=sprache=en}}&lt;br /&gt;
* {{Grove Music Online|26154|Andrew Hughes|Solmization}}&lt;br /&gt;
* {{Grove Music Online|11968|Claude V. Palisca|Guido of Arezzo}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tonlehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gregorianik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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