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	<title>Gruppenzwang - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T20:49:35Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-06-06T04:37:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:InternetArchiveBot&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:InternetArchiveBot (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;InternetArchiveBot&lt;/a&gt; hat 0 Archivlink(s) ergänzt und 1 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gruppenzwang&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;[[Konformität]]s- oder&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Gruppendruck&amp;#039;&amp;#039;, engl. unter anderem &amp;#039;&amp;#039;Peer pressure&amp;#039;&amp;#039;) gilt als Auslöser für die Anpassung des [[Sozialverhalten|Verhaltens]] oder der [[Einstellung (Psychologie)|Einstellung]] von Personen innerhalb einer [[Soziale Gruppe|Gruppe]]. Angepasstes Verhalten zeigt sich vor allem dort, wo Konformität als Bedingung der Zugehörigkeit gilt und die Gruppe begrenzt ist. Da wechselseitige Orientierung innerhalb der Gruppe eine ordnende Funktion erfüllt, ist Verhaltensanpassung vermutlich [[Evolution|evolutionär]] begründet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Werner Stangl|url=https://lexikon.stangl.eu/15535/gruppenzwang|titel=Gruppenzwang|werk=Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik|abruf=2022-10-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffliche Einordnung und Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Der Begriff setzt sich aus den beiden Wörtern [[Soziale Gruppe|Gruppe]] und [[Zwang]] zusammen und beschreibt ein [[Gruppendynamik|gruppendynamisches]] Phänomen, das in der [[Sozialpsychologie]] von zentraler Bedeutung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Menschen als soziales Wesen ist die Aufnahme von [[Soziale Beziehung|Beziehungen]] zu anderen Menschen ein angeborenes [[Grundbedürfnis]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Elliot Aronson, Timothy Wilson, Robin Akert|Titel=Sozialpsychologie|Auflage=4|Verlag=Person|Datum=2004|ISBN=978-3-86894-217-0|Seiten=320}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Interaktion]]en zwischen Personen in sozial vergleichbarer Lage sind oftmals geprägt von einer Demonstration der Zugehörigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Heinz Abels|Titel=Außenleitung – die Orientierung an den vielen Anderen (David Riesman)|Sammelwerk=Soziale Interaktion|Verlag=Springer|Ort=Wiesbaden|Datum=2020-02-28|ISBN=978-3-658-26429-1|Seiten=145-156}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem wirken Gruppen [[Identität|identitätsstiftend]]. Mit der Gruppenzugehörigkeit einher geht eine Ausgrenzung von und eine Abgrenzung zu Außenseitern. So werden Individuen zum einen durch den Wunsch nach Anerkennung und zum anderen durch einen drohenden bzw. befürchteten [[Exklusion|Ausschluss aus der Gruppe]] zu einer Anpassung ihres Verhaltens veranlasst. Mit einem stärker werdenden Wir-Gefühl wächst der Druck, die Gruppennormen einzuhalten, gemeinsame Ziele und Wertvorstellungen zu entwickeln und zu verfolgen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Elliot Aronson, Timothy Wilson, Robin Akert|Titel=Sozialpsychologie|Auflage=4|Verlag=Person Ort|Datum=2004|ISBN=978-3-86894-217-0|Seiten=320}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Indem sie Nonkonformität sanktionieren, versuchen Gruppen, ihre Mitglieder zu Konformität zu bewegen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Sarah Meyer-Dietrich|Titel=Konformität als soziale Rationalität. Wie das Bedürfnis nach sozialer Akzeptanz das Verhalten rationaler Konsumenten bestimmt|Verlag=Tectum Wissenschaftsverlag|Ort=Hallbergmoos|Datum=2012|ISBN=978-3-82885-489-5|Seiten=95}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diesem [[Konformität#Normativer sozialer Einfluss|normativen sozialen Einfluss]] steht ein [[Konformität#Informativer sozialer Einfluss|informativer sozialer Einfluss]] gegenüber, bei dem andere Gruppenmitglieder in uneindeutigen Situationen als Informationsquelle herangezogen werden. Durch Anpassung soll die Unsicherheit darüber, wie man sich angemessen verhält, verringert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analogien ===&lt;br /&gt;
Vergleiche mit gruppendynamischen Verhaltensweisen im Tierreich legen nahe, dass menschliche Anpassung als [[Instinkt|instinkthaftes]] Verhalten gewertet werden kann. Bekannte Beispiele sind das [[Herdenverhalten]] an Finanzmärkten, der [[Schwarmtrieb]], allgemeines [[Schwarmverhalten]], eine [[Laufhund|jagende Meute]] oder die [[Metapher|metaphorische]] Redewendung vom [[Liste deutscher Redewendungen#W|&amp;#039;&amp;#039;Heulen mit den Wölfen&amp;#039;&amp;#039;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gruppendenken und öffentliche Meinung ===&lt;br /&gt;
Die Wirksamkeit eines Konformitätsdruckes zeigt sich auch im [[Gruppendenken]] und der Anpassung individueller Überzeugungen an eine vorherrschende [[öffentliche Meinung]]. Als [[Schweigespirale]] wird eine dynamische Entwicklung bezeichnet, die durch eine Schweigetendenz bei einer von der vermeintlichen Mehrheitsmeinung abweichenden individuellen Auffassung verursacht wird. Übereinstimmung dagegen fördert die Rede- und Zeigebereitschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einflussfaktoren ==&lt;br /&gt;
Unterschiedliche Faktoren können die Anpassung des Verhaltens an die [[Gruppennorm]] beeinflussen. So erhöhen ein starkes Solidaritätsgefühl, hierarchische Strukturen und eine hohe Meinungsübereinstimmung innerhalb einer Gruppe den Konformitätsdruck. Im Zusammenhang mit militärischen Einheiten und Sicherheitsbehörden werden [[Korpsgeist]] und [[Polizeikultur|Cop Culture]] als Ausprägungen eines besonders ausgeprägten [[Gruppenkohäsion|Wir-Gefühls]] thematisiert, das sich verselbstständigen und Fehlverhalten ermöglichen oder begünstigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Mohamed Amjahdin|url=https://taz.de/Korpsgeist-in-Sicherheitsbehoerden/!5716251/|titel=Korpsgeist in Sicherheitsbehörden: Im Namen der Solidarität|werk=taz|datum=2020-10-08|abruf=2022-10-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kultur der Polizisten „produziert Konformität und [[Assimilation (Soziologie)|Assimilation]], aber keine [[Entgrenzung]]“. Sie „fördert den Exzess nicht, sie entschuldigt ihn aber manchmal.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=[[Rafael Behr]]|url=https://akademie-der-polizei.hamburg.de/contentblob/2664584/c276fc3e466b16fd16679de9d600306b/data/pdf-korpsgeist.pdf|titel=Korpsgeist oder Binnenkohäsion?|titelerg=Ein Essay zur Organisationskultur in der deutschen Polizei|hrsg=Hochschule der Polizei Hamburg|seiten=4|abruf=2022-10-08|format=PDF|offline=ja}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in spontan gebildeten Menschenansammlungen kann eine mitreißende Gruppendynamik entstehen, durch die sich normalerweise friedfertige Personen zu grenzüberschreitendem, gewalttätigem Verhalten verleiten lassen. Meist lassen sich innerhalb der anonymen Masse „soziale Verdichtungen“ eingeschworener Gruppen ausmachen, die für die Stabilisierung der Gewaltanwendung aus der Masse heraus eine wichtige Rolle spielen. Der Soziologe [[Stefan Kühl]] beschreibt hier ein wechselseitiges Verhältnis, bei dem Massengewalt rückwirkend die eskalierende Gruppe stabilisiert: „Die sinnstiftende Gewalterfahrung kann dann dazu beitragen, dass solche Gruppen förmlich Situationen suchen, in denen sie diese Erfahrung wiederholen können. Die Wiederholung der Gewaltrituale am [[Erster Mai|Ersten Mai]] […] oder auch die regelmäßigen Schlägereien am Rande von Fußballspielen hängen maßgeblich damit zusammen, dass die durch die gemeinsame Gewalterfahrung zusammengehaltenen Gruppen auf der Suche nach Situationen sind, in denen sich der Rausch der Massengewalt entfalten kann.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Stefan Kühl|url=https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/240911/gewaltmassen-zum-zusammenhang-von-gruppen-menschenmassen-und-gewalt/#footnote-target-5|titel=Gewaltmassen. Zum Zusammenhang von Gruppen, Menschenmassen und Gewalt|hrsg=Bundeszentrale für politische Bildung|datum=2017-01-20|abruf=2022-10-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sekte|Religiöse]] und [[soziale Randgruppe]]n können ebenfalls durch einen besonders hohen Anpassungsdruck nach innen gekennzeichnet sein, während sie sich nach außen einer Assimilation an die Orientierungen der [[Mehrheit|Majorität]] widersetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Hugo Stamm|url=https://hpd.de/artikel/sekten-sind-immer-anderen-20057|titel=Sekten? Das sind immer die anderen|hrsg=Humanistischer Pressedienst e.&amp;amp;nbsp;V.|datum=2022-01-25|abruf=2022-10-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den persönlichen Faktoren zählen ein starkes Bedürfnis nach Bestätigung und Gewissheit sowie ein geringes [[Selbstwertgefühl]] als Verstärker des Konformitätsdrucks. Viele Menschen fühlen sich unwohl oder unsicher, wenn sie abweichende Meinungen vertreten. Sie befürchten, damit bei anderen Gruppenmitgliedern [[Antipathie]] und Abneigung hervorzurufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Elliot Aronson, Timothy Wilson, Robin Akert|Titel=Sozialpsychologie|Auflage=4|Verlag=Person|Ort=Hallbergmoos|Datum=2004|ISBN=978-3-86894-217-0|Seiten=295}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Gruppenerwartung beeinflusst auf diese Weise das Verhalten ihrer Mitglieder. Wenn sich Gruppenmitglieder nicht konform verhalten, laufen sie Gefahr als Abweichler ausgegrenzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je mehr dieser Faktoren zutreffen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Anpassung der Einzelnen an die Gruppennorm.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Thomas Wimmer|Titel=Rauchen, ein ganz normales Konsumverhalten?|Verlag=Springer VS|Datum=2013|ISBN=978-3-658-00337-1|Seiten=56|Online=https://books.google.de/books?id=VEau1PUo7qwC&amp;amp;lpg=PA56&amp;amp;dq=Gruppenzwang%20Solidarit%C3%A4tsgef%C3%BChl&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA56#v=onepage&amp;amp;q=Gruppenzwang%20Solidarit%C3%A4tsgef%C3%BChl&amp;amp;f=false}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Experimentelle Untersuchungen ==&lt;br /&gt;
Bekannte Sozialpsychologen, die den Konformitätsdruck experimentell erforschten, waren [[Muzafer Sherif]] (1935) und [[Solomon Asch]] (1951).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Muzafer Sherif]] nutzte 1935 den &amp;#039;&amp;#039;[[Autokinetischer Effekt|autokinetischen Effekt]],&amp;#039;&amp;#039; eine [[optische Täuschung]], bei der ein feststehender Lichtpunkt in einem vollkommen abgedunkelten Raum als bewegt wahrgenommen wird, zur Untersuchung des Gruppeneinflusses. Während die Probanden in aufeinanderfolgenden Allein-Durchgängen zu stark voneinander abweichenden Ergebnissen bei der Einschätzung des Bewegungsumfangs kamen, glichen sich die Urteile im Gruppenkontext nach wenigen Durchgängen einander an. Diese Übereinstimmung blieb auch in den darauf folgenden Einzel-Beobachtungen erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Elliot Aronson, Timothy Wilson, Robin Akert|Titel=Sozialpsychologie|Auflage=4|Verlag=Person|Ort=Hallbergmoos|Datum=2004|ISBN=978-3-86894-217-0|Seiten=272-273}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Solomon Asch]] führte 1951 ein [[Konformitätsexperiment von Asch|Konformitätsexperiment]] durch, bei dem Probanden die Länge gerader Linien und ihr Verhältnis zueinander einschätzen mussten. Es zeigte sich, dass der Konformitätsdruck in einer Gruppe die Einschätzung einer Person dahingehend beeinflussen kann, dass sie eine offensichtlich falsche Aussage als richtig bewertet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;klein&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|autor=[[Stefan Klein (Journalist)|Stefan Klein]]|url=https://www.zeit.de/zeit-magazin/2018/22/ideologie-soziologie-wahrnehmung-wirklichkeit-macht-demokratie|titel=Wie entsteht Ideologie?|werk=Zeit-Magazin|datum=2018-05-23|abruf=2022-09-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Originalexperiment wurde später in einer Vielzahl von Varianten repliziert, die darauf hinwiesen, dass sich der Konformitätsdruck mit zunehmender Größe der Gruppe verstärkt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Elliot Aronson, Timothy Wilson, Robin Akert|Titel=Sozialpsychologie|Auflage=8|Verlag=Person|Ort=Hallbergmoos|Datum=2014|ISBN=978-3-8273-7084-6|Seiten=269-281}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2005 wiederholte der [[Neurowissenschaften|Neurowissenschaftler]] Gregory Berns das Asch-Experiment und überwachte die Gehirnaktivität der Probanden mithilfe der [[Magnetresonanztomographie|Magnetresonanztomografie]]. Während sich die Versuchspersonen entgegen ihrer eigentlichen Wahrnehmung der Mehrheitsmeinung anschlossen, war keine Aktivität in den Hirnarealen festzustellen, die für den [[Kognitive Dissonanz|Umgang mit Widersprüchen]] zuständig sind. Stattdessen war der Bereich für das räumliche Vorstellungsvermögen aktiv. Dieses Ergebnis wurde dahingehend interpretiert, dass das Gehirn die visuelle Wahrnehmung an die Erwartung anpasst und eine [[optische Täuschung]] erzeugt hatte, sodass die Probanden tatsächlich sahen, was sie sehen sollten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;klein&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Vince Ebert|url=https://www.tagesspiegel.de/meinung/evolutionsbiologisch-sind-wir-hollander-6638494.html|titel=Individualität als Massenphänomen: Evolutionsbiologisch sind wir Holländer|werk=Tagesspiegel|datum=2014-01-26|abruf=2022-10-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011 veröffentlichten Wissenschaftler vom [[Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie]] in [[Leipzig]] und dem [[Max-Planck-Institut für Psycholinguistik]] im niederländischen [[Nijmegen]] eine Studie, bei der sie das Verhalten von 96 Vierjährigen untersucht hatten, die Inhalte eines Bilderbuchs benennen sollten. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Kinder dazu neigten, sich der [[Mehrheitsmeinung]] anzuschließen – selbst dann, wenn sie diese eigentlich für falsch hielten. Die Forscher vermuteten grundlegende soziale Erwägungen als Beweggrund, etwa den Wunsch, von der Gruppe akzeptiert zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;mpg.de vom 25. Oktober 2011: [https://www.mpg.de/4611532/gruppenzwang_vorschulalter &amp;#039;&amp;#039;Gruppenzwang schon im Vorschulalter&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
spiegel.de Oktober 2011: [https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/gruppenzwang-bei-vorschulkindern-kleine-opportunisten-a-793945.html &amp;#039;&amp;#039;Kleine Opportunisten&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Verstärkt zeigte sich die beobachtete Anpassung an die Mehrheitsmeinung wider besseres Wissen, wenn die Kinder ihre Meinung öffentlich machen mussten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Christian Weber|url=https://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-konformisten-im-kindergarten-1.1173374|titel=Konformisten im Kindergarten|werk=Süddeutsche Zeitung|datum=2011-10-26|abruf=2022-10-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2014 wurde ebenfalls am MPI in Leipzig untersucht, ob sich Konformitätsdruck noch früher nachweisen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Daniel B. M. Haun, Yvonne Rekers, Michael Tomasello|Hrsg=Association for Psychological Science|Titel=Children Conform to the Behavior of Peers; Other Great Apes Stick With What They Know.|Sammelwerk=Psychological Science|Band=25|Nummer=12|Datum=2014-10-29|Seiten=2160–2167|Sprache=en|DOI=10.1177/0956797614553235}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu wurde das Verhalten zweijähriger Kinder mit dem junger Schimpansen verglichen, die vor die Entscheidung gestellt wurden, eine Aufgabe richtig zu lösen und dafür eine Belohnung zu bekommen, oder sich einer falsch liegenden Mehrheit anzupassen und leer auszugehen. Während sich die Schimpansen nicht beirren ließen, richteten sich die Kinder nach der Gruppe, besonders dann, wenn sie dabei beobachtet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Jan Osterkamp|url=https://www.spektrum.de/news/schon-zweijaehrige-kennen-den-gruppendruck/1315963|titel=Schon Zweijährige kennen den Gruppendruck|werk=Spektrum.de|datum=2014-10-31|abruf=2022-10-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stanford-Prison-Experiment ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Stanford-Prison-Experiment}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein umstrittenes sozialpsychologisches Experiment zur Erforschung menschlichen Verhaltens in Gefangenschaft wurde 1971 unter der Leitung des Sozialpsychologen [[Philip Zimbardo]] mit 24 Studierenden der [[Stanford University]] durchgeführt. Nach einem Losverfahren wurden die Probanden in zwei Gruppen eingeteilt, von denen die eine in einem realistisch nachgestellten Gefängnissetting als Wärter, die andere als Gefangene agieren sollte. Nach 6 Tagen wurde das Experiment wegen eskalierender Gewalt abgebrochen. Zur Erklärung wurde neben einer [[Deindividuation]] durch die zugewiesene Rolle, einer Legitimation des eigenen Verhaltens durch Regeln und Vorschriften sowie [[Kognitive Dissonanz|kognitiver Dissonanz]] auch der Konformitätsdruck in der Gruppe der Wärter für das zunehmend gewalttätige Gruppenverhalten verantwortlich gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Philip G. Zimbardo|url=https://www.prisonexp.org/german/|titel=The Story: An overview of the Experiment|werk=Dokumentation des Stanford Prison Experiments|abruf=2022-10-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Gábor Paál|url=https://www.swr.de/wissen/1000-antworten/was-war-das-stanford-prison-experiment-100.html|titel=Was war das Stanford-Prison-Experiment?|werk=SWR2|datum=2021-05-11|abruf=2022-10-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Basierend auf den Ereignissen schrieb [[Mario Giordano]] 1999 seinen Roman &amp;#039;&amp;#039;Black Box&amp;#039;&amp;#039;, der 2001 unter dem Titel [[Das Experiment (Film)|&amp;#039;&amp;#039;Das Experiment&amp;#039;&amp;#039;]] verfilmt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== The Third Wave ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|The Third Wave}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;The Third Wave&amp;#039;&amp;#039; wurde ein Sozialexperiment bekannt, das der Geschichtslehrer Ron Jones 1967 an der Cubberley High School in [[Palo Alto]] mit Zehntklässlern zum Verständnis des Nationalsozialismus durchgeführt hatte. Angestoßen durch die Frage, wie es sein konnte, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung vorgab, nichts von der Judenvernichtung gewusst zu haben, wollte Jones seinen Klassen die Faszination eines totalitären Systems mit einem Rollenspiel verständlich machen. Er führte einen autoritären, auf Disziplin und Gehorsam ausgerichteten Unterrichtsstil ein, gab der Schülergruppe den Namen „The Third Wave“ und wies ihnen Rollen mit unterschiedlichen Einschränkungen, Insignien und Verhaltensnormen zu. Nach wenigen Tagen brach Jones das Experiment ab, weil ihm bewusst wurde, dass er die Kontrolle über die Gruppendynamik und die Distanz zu seiner eigenen Rolle als Diktator verlor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Christian Hambrecht|url=https://www.spiegel.de/geschichte/schul-experiment-die-welle-a-946745.html|titel=Schul-Experiment &amp;quot;Die Welle&amp;quot;. Nazis für fünf Tage|werk=Der Spiegel|datum=2008-03-11|abruf=2022-10-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Grundlage dieses Experiments entstand 1981 der Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welle (Roman)|Die Welle]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Morton Rhue]], 2008 ein [[Die Welle (2008)|gleichnamiges deutsches Filmdrama]] unter der Regie von [[Dennis Gansel]] mit [[Jürgen Vogel]] in der Hauptrolle und 2019 die Jugend-Serie &amp;#039;&amp;#039;[[Wir sind die Welle]]&amp;#039;&amp;#039; auf Netflix.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Mode]]&lt;br /&gt;
* [[Soziale Kontrolle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Eddy von Avermaet: &amp;#039;&amp;#039;Sozialer Einfluss in Kleingruppen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfgang Stroebe]], Miles Hewstone, Geoffrey M. Stephenson (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sozialpsychologie.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-540-61268-8, S. 503–543.&lt;br /&gt;
* S. Brehm, S. Kassin, S. Fein: &amp;#039;&amp;#039;Social Psychology.&amp;#039;&amp;#039; 6. Auflage. Houghton Mifflin, Boston 2004, ISBN 0-618-40337-X.&lt;br /&gt;
* [[Manfred Sader (Psychologe)|M. Sader]]: &amp;#039;&amp;#039;Psychologie der Gruppe&amp;#039;&amp;#039;. Juventa Verlag, Weinheim/München 1994, ISBN 3-7799-0315-6.&lt;br /&gt;
* Elliot Aronson, Timothy Wilson, Robin Akert: &amp;#039;&amp;#039;Sozialpsychologie&amp;#039;&amp;#039;, 8. Auflage, Pearson-Verlag, 2014, ISBN 978-3-86894-217-0&lt;br /&gt;
* Heinz Abels: &amp;#039;&amp;#039;Soziale Interaktion&amp;#039;&amp;#039;, 1. Auflage, Springer-Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-658-26428-4&lt;br /&gt;
* Wolfgang Rechtien: &amp;#039;&amp;#039;Gruppendynamik&amp;#039;&amp;#039;. In: Elisabeth Auhagen, Hans-Werner Bierhoff (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Angewandte Sozialpsychologie&amp;#039;&amp;#039;, 1. Auflage, Beltz-Verlag, Weinheim 2003, ISBN 3-621-27522-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle|autor=[[Stefan Klein (Journalist)|Stefan Klein]]|url=https://www.zeit.de/zeit-magazin/2018/22/ideologie-soziologie-wahrnehmung-wirklichkeit-macht-demokratie|titel=Wie entsteht Ideologie?|werk=Zeit Magazin|datum=2018-05-23|abruf=2022-10-08|kommentar=mit Überlegungen zur Frage, welche Vorteile &amp;#039;&amp;#039;homo sapiens&amp;#039;&amp;#039; durch den sozialen Anpassungsdruck hat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4164970-9|LCCN=sh88002571}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gruppendynamik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;InternetArchiveBot</name></author>
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