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	<title>Gruppe Harich - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T18:39:36Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Gruppe_Harich&amp;diff=1007476&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Koschi73 am 3. März 2026 um 15:35 Uhr</title>
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		<updated>2026-03-03T15:35:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gruppe Harich&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Harich-Gruppe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, war die Bezeichnung der [[DDR-Justiz]] und der gleichgeschalteten DDR-Medien für die Angeklagten der Strafprozesse gegen den &amp;#039;&amp;#039;Kreis der Gleichgesinnten&amp;#039;&amp;#039; und sein Umfeld im Jahr 1956. Benannt war sie nach dem Hauptangeklagten [[Wolfgang Harich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der [[Entstalinisierung]], insbesondere nach der [[Geheimrede Chruschtschows]] auf dem [[XX. Parteitag der KPdSU]] bildeten sich wie in Polen und Ungarn ([[Sándor Petőfi|Petőfi]]-Kreise, -Clubs) Mitte 1956 auch in der DDR spontan informelle Gruppen marxistischer Intellektueller, die parteiintern Reformen mit vorwiegend national-kommunistischen Zielstellungen einforderten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Leipzig traf sich der &amp;#039;&amp;#039;Bloch-Kreis&amp;#039;&amp;#039;, in Berlin entstanden der &amp;#039;&amp;#039;Kreis der Gleichgesinnten&amp;#039;&amp;#039; um [[Walter Janka]] und [[Gustav Just]], der &amp;#039;&amp;#039;Donnerstags-Kreis&amp;#039;&amp;#039; um [[Fritz J. Raddatz]] und der Kreis um [[Fritz Cremer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;Kreis der Gleichgesinnten&amp;#039;&amp;#039;, den vorrangig Mitarbeiter und Autoren des Aufbau-Verlages und der Wochenzeitung &amp;#039;&amp;#039;Sonntag&amp;#039;&amp;#039; bildeten, war die bedeutendste dieser Diskussionsgruppen. Es bestanden Kontakte zu [[Georg Lukács]], [[Ernst Bloch]], [[Paul Merker]] und [[Johannes R. Becher]]. Der Philosoph und Journalist [[Wolfgang Harich]], der „Formulierungsstärkste“, wurde beauftragt, die Diskussionsergebnisse zusammenzufassen. Er verfasste die Schrift &amp;#039;&amp;#039;Plattform für den besonderen deutschen Weg zum Sozialismus&amp;#039;&amp;#039;. Der wesentliche Inhalt waren die Forderungen:&lt;br /&gt;
* Ablösung [[Walter Ulbricht]]s als Partei- und Staatschef,&lt;br /&gt;
* freie Wahlen, Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit,&lt;br /&gt;
* volle Souveränität der DDR und Abzug der sowjetischen Truppen,&lt;br /&gt;
* wirtschaftliche Reformen mit dem Ziel einer höheren Eigenverantwortung der Produzenten,&lt;br /&gt;
* Annäherung zwischen SED und westdeutscher [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] – als Voraussetzung für:&lt;br /&gt;
* deutsche Wiedervereinigung als neutraler, entmilitarisierter Staat mit sozialistischer Prägung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Plattform&amp;#039;&amp;#039; sollte als Grundlage einer umfassenden parteiinternen Diskussion dienen und in der Partei-Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Einheit (SED-Zeitschrift)|Einheit]]&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht werden. Harich übergab jedoch ein Exemplar dem sowjetischen Botschafter [[Georgi Maximowitsch Puschkin|Georgi Puschkin]] in Berlin, von dem er sich Unterstützung gegen den „Stalinisten“ Ulbricht versprach. Puschkin informierte diesen aber. Ulbricht warnte Harich in einem persönlichen Gespräch vor weiteren Aktivitäten, der informierte jedoch [[Rudolf Augstein]] und Mitarbeiter des [[Ostbüro der SPD|Ostbüros der SPD]]. Westdeutsche Medien verbreiteten den Inhalt der &amp;#039;&amp;#039;Plattform&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin wurden am 29. November 1956 Harich, [[Bernhard Steinberger|Steinberger]] und der Journalist [[Manfred Hertwig]] verhaftet, Janka eine Woche später. Gustav Just, der Rundfunkkommentator Richard Wolf und [[Heinz Zöger]], die als Zeugen für Harich auftraten, wurden im März 1957 im Gerichtssaal festgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prozess ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei [[Schauprozess]]e gegen Mitglieder der Gruppierungen fanden im März und Juli 1957 vor dem [[Oberstes Gericht der DDR|Obersten Gericht der DDR]] statt. Die führenden Persönlichkeiten der intellektuellen DDR-Elite, so [[Anna Seghers]], [[Helene Weigel]] und [[Willi Bredel]], saßen als Zuhörer im Gerichtssaal. Der Generalstaatsanwalt [[Ernst Melsheimer]] beschimpfte den Hauptangeklagten Wolfgang Harich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ich glaube, ich habe im Laufe meines Plädoyers die Natur Harichs, den Menschen Harich, in all seiner Feigheit und Angst, in all seinem Ehrgeiz, in all seiner Anmaßung, in all seiner Überheblichkeit, in all seinem Karrierismus genügend geschildert. Er verdient eine schwere Strafe. Ein langjähriger [[Umerziehung]]sprozess ist bei Harich notwendig.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dradio&amp;quot;&amp;gt;http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/602928/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolfgang Harich – womöglich unter dem Druck des Schauprozesses&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alexander Amberger |Titel=Wolfgang Harich: Große Gedanken und viele Visionen |Sammelwerk=[[nd|nd.DerTag]] |Datum=2023-12-14 |Seiten=13 |Online=[https://www.nd-aktuell.de/artikel/1178495.wolfgang-harich-grosse-gedanken-und-viele-visionen.html Online-Artikel] |Abruf=2025-09-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; – äußerte sich bereuend und dankte den Untersuchungsorganen:&lt;br /&gt;
:„Mir ist es klar, dass der [[Staatssicherheit]] zu danken ist, dass sie also unseren Staat vor größerem Schaden bewahrt hat&amp;amp;nbsp;[…] Ich wäre nämlich nicht mehr aufzuhalten gewesen. Ich war wie so ein durchgebranntes Pferd, das man nicht mehr durch Zurufe aufhält. Mit diesen Ideen im Kopf bin ich eben durchgegangen, und wenn sie mich nicht festgenommen hätten, dann wäre ich heute nicht reif für die zehn Jahre, die der Herr Generalstaatsanwalt beantragt hat, sondern für den Galgen. Und deshalb&amp;amp;nbsp;[…] sage ich der Staatssicherheit also dafür meinen Dank.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dradio&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walter Janka dagegen erklärte seine Unschuld:&lt;br /&gt;
:„Die Erklärung, die ich abgeben möchte, bezieht sich auf die Charakteristik&amp;amp;nbsp;[…], dass ich zu einem Hasser der [[Arbeiter-und-Bauern-Staat|Arbeiter-und-Bauern-Macht]] geworden bin, dass ich meine Partei verraten habe, dass ich hinterlistige Pläne, konspirative Pläne, [[konterrevolution]]äre Pläne zur Liquidierung der Arbeiter-und-Bauern-Macht, zur Wiederherstellung des [[Kapitalismus]] wissentlich oder bewusst angestrebt oder verfolgt oder unterstützt habe. Ich erkläre&amp;amp;nbsp;[…], dass es völlig ausgeschlossen ist, dass ich zu einem Hasser und zu einem Verräter an der Arbeiter-und-Bauern-Macht geworden bin oder jemals werden kann. Von meinen 43 Lebensjahren sind fast 30 Jahre&amp;amp;nbsp;[…] mit der [[Arbeiterklasse]], mit der [[Kommunismus|kommunistischen Bewegung]] verbunden&amp;amp;nbsp;[…] Es ist kein leeres Wort, dass ich mich lieber in Stücke reißen lasse, als dass ich Konzessionen machen würde und dem Kapitalismus jemals die Hand reichen würde.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;dradio&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wegen „Bildung einer konspirativen staatsfeindlichen Gruppe“ wurden verurteilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wolfgang Harich zu zehn Jahren Zuchthaus,&lt;br /&gt;
* Walter Janka fünf Jahren Zuchthaus,&lt;br /&gt;
* Gustav Just und Bernhard Steinberger zu vier Jahren Zuchthaus,&lt;br /&gt;
* Richard Wolf zu drei Jahren Zuchthaus,&lt;br /&gt;
* Heinz Zöger zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus und&lt;br /&gt;
* Manfred Hertwig zu zwei Jahren Zuchthaus.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-1990-0328-019, Berlin, Oberstes Gericht, Kassationsverfahren.jpg|mini|Kassationsverfahren vor dem Obersten Gericht 1990. Manfred Hertwig (2. v.l.), Wolfgang Harich (4. v.l.) und Bernhard Steinberger]]&lt;br /&gt;
== Spätere Entwicklungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Urteil des Obersten Gerichts am 5. Januar 1990 wurden die Angeklagten rehabilitiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Wilhelm Fricke]]: [https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/536356/politische-strafjustiz-im-sed-staat/#footnote-target-35 Politische Strafjustiz im SED-Staat], in [[Aus Politik und Zeitgeschichte]] 4/1993, abgerufen am 20. September 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lückenhaft|Gab es noch Aktivitäten der verbliebenen Mitglieder der Gruppierungen? Bedeutung des Prozesses in der DDR-Geschichte. Spätere Auseinandersetzungen Raddatz und Janka vs. Harich zu den Ereignissen.|2=Diesem Artikel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Siegfried Prokop: &amp;#039;&amp;#039;1956 – DDR am Scheideweg. Opposition und neue Konzepte der Intelligenz&amp;#039;&amp;#039;; Berlin: Homilius, 2006; ISBN 3-89706-862-1&lt;br /&gt;
* Christoph Links u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wer war Wer in der DDR. Ein biographisches Handbuch&amp;#039;&amp;#039;; Berlin: Ch. Links, 1995; ISBN 3-596-12767-X&lt;br /&gt;
* Wolfgang Harich: &amp;#039;&amp;#039;Keine Schwierigkeiten mit der Wahrheit: zur nationalkommunistischen Opposition 1956 in der DDR&amp;#039;&amp;#039;; Berlin: Dietz 1993; ISBN 3-320-01801-9 (auf S. 112–160 W. Harichs &amp;#039;&amp;#039;Plattform für einen besonderen deutschen Weg zum Sozialismus&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Brigitte Hoeft (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Prozess gegen Walter Janka und andere. Eine Dokumentation&amp;#039;&amp;#039;; Reinbek: Rowohlt, 1990; ISBN 3-499-12894-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle|autor=[[Karl Wilhelm Fricke]]|url=https://www.deutschlandfunk.de/anklage-staatsverrat-100.html|titel=Anklage: Staatsverrat|titelerg=|werk=|hrsg=Deutschlandfunk|datum=2007-03-09|seiten=|format=|sprache=|offline=|archiv-url=|archiv-datum=|abruf=2025-06-08|abruf-verborgen=ja|kommentar=|zitat=}}&lt;br /&gt;
* Andreas Malycha: [https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/29787/reformdebatten-in-der-ddr/ &amp;#039;&amp;#039;Reformdebatten in der DDR&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;Krisenjahr 1956&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Aus Politik und Zeitgeschichte 2006&amp;#039;&amp;#039;). bpb, Bundeszentrale für politische Bildung, 20. April 2006.&lt;br /&gt;
* [[Martin Jander]]: [https://buecher.hagalil.com/sonstiges/jander.htm &amp;#039;&amp;#039;Aufbau-Verlag 1956: Zerschlagene Hoffnung auf ein „Tauwetter“&amp;#039;&amp;#039;]; aus: Martin Jander: &amp;#039;&amp;#039;Berlin (DDR): Ein politischer Spaziergang&amp;#039;&amp;#039;; Berlin: Ch. Links, 2003; ISBN 3-86153-293-X.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Walter Leonhardt]]: [https://www.zeit.de/1991/20/war-die-ddr-zu-retten &amp;#039;&amp;#039;War die DDR zu retten? Warum Wolfgang Harich und Walter Janka scheiterten und einander seitdem hassen&amp;#039;&amp;#039;]; Die Zeit, Nr. 20/1991 vom 10. Mai 1991&lt;br /&gt;
* [https://www.zeit.de/1957/12/das-programm-eines-sed-rebellen &amp;#039;&amp;#039;Das Programm eines SED-Rebellen&amp;#039;&amp;#039;]; Die Zeit, Ausgabe vom 21. März 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (DDR)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Koschi73</name></author>
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