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	<title>Grundsatz I - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T12:08:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Grundsatz_I&amp;diff=786017&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;At40mha: Abschnittlink korrigiert</title>
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		<updated>2023-03-29T18:48:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abschnittlink korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grundsatz I&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch: &amp;#039;&amp;#039;Eigenmittel-Solvabilitätsgrundsatz&amp;#039;&amp;#039;) war im [[Bankwesen]] eine bis 2006 gültige [[Verwaltungsvorschrift]] des ehemaligen [[Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen|Bundesaufsichtsamts für das Kreditwesen]], die [[Kreditinstitut]]e verpflichtete, ihr [[Geschäftsvolumen]] auf das 12,5-fache ihrer [[Eigenmittel (Kreditinstitut)|Eigenmittel]] zu begrenzen. Der Grundsatz I wurde zum 1. Januar 2007 durch die [[Solvabilitätsverordnung]] und diese zum 1. Januar 2014 durch die [[Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Kapitaladäquanzverordnung)|Kapitaladäquanzverordnung]] abgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Das [[Kreditwesengesetz]] (KWG) trat im Januar 1962 in Kraft und enthält – auch heute noch – allgemein formulierte [[Generalklausel]]n über das [[Eigenkapital]] ({{§|10|kredwg|juris}} KWG) und die [[Liquidität]] ({{§|11|kredwg|juris}} KWG) der Kreditinstitute. Die Grundsätze I, [[Grundsatz Ia|Ia]], [[Grundsatz II|II]] und [[Grundsatz II#Grundsatz III|III]] entstanden im April 1962 als operationale [[Ausführungsverordnung|Konkretisierung]] dieser KWG-Vorschriften.&amp;lt;ref&amp;gt;Karlheinz Müssing (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gabler Bank-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1988, Sp. 1011 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsatz I präzisierte {{§|10|kredwg|juris}} und {{§|10a|kredwg|juris}} [[Kreditwesengesetz]] (KWG), indem er eine Risikobegrenzungsnorm definierte. Grundsatz I legte umfassend dar, nach welchen Kriterien im Regelfall die Angemessenheit der Eigenmittelausstattung beurteilt wird. Laut Grundsatz I mussten die Eigenmittel größer als die Summe aller Risiko-Anrechnungsbeträge (der [[Risikoposition|Gesamtrisikoposition]]) sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In {{§|1|kredwg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;12 KWG werden [[Handelsbuchrisikoposition]]en erfasst als [[Finanzinstrument]]e und darauf bezogene [[Sicherungsgeschäft]]e. Es handelte sich dabei um [[Adressenausfallrisiko|Adressenausfallrisiken]] und zins- und aktienkursbezogene Risiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Gültigkeitsdauer ==&lt;br /&gt;
In {{§|10|kredwg|juris}} KWG und im Grundsatz I wurden die in der Bankenrechtsrichtlinie (2000/12/EG) und der Kapitaladäquanzrichtlinie (93/6/EWG) vorgegebenen europäischen [[Mindesteigenkapitalanforderungen für Kreditrisiken|Mindesteigenkapitalstandards]] in nationales Recht umgesetzt. Dabei fanden auch die Regelungen der Basler Eigenkapitalempfehlung von 1988 ([[Basel I]]) weitgehend Eingang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsatz I galt noch bis Ende 2006 bei Instituten, die den einfachen [[Standardansatz]] ([[Basel II]]) 2007 einführen wollten. Institute, die 2008 den aufwendigeren [[IRB-Ansatz]] (Basel II) anwenden wollten, konnten Grundsatz I noch bis Ende 2007 nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Risikobegrenzung ==&lt;br /&gt;
Nach den Vorschriften des Grundsatz I mussten die Kreditinstitute ihre &amp;#039;&amp;#039;Risiken&amp;#039;&amp;#039; quantifizieren und mit Eigenmitteln unterlegen. Ziel war die Begrenzung von Kredit- und Marktrisiken, bei denen folgende Unterrisiken betrachtet wurden:&lt;br /&gt;
* [[Kreditrisiko]]: &lt;br /&gt;
** Adressenausfallrisiken, Sachwertausfallrisiken bei allen Positionen des [[Anlagebuch]]es (Bilanzaktiva, traditionelle und innovative außerbilanzielle Geschäfte), &lt;br /&gt;
** Liefer- und Abwicklungsrisiken nur bei Positionen des [[Handelsbuch]]es;&lt;br /&gt;
* [[Marktrisiko]]: &lt;br /&gt;
** [[Zinsänderungsrisiko]] und Aktienkursrisiko nur bei Positionen des Handelsbuches,&lt;br /&gt;
** [[Fremdwährung]]srisiko und Rohwarenrisiko bei allen Positionen, d.&amp;amp;nbsp;h. Positionen des Anlage- und des Handelsbuches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenmittelanforderung ==&lt;br /&gt;
Die Eigenmittelanforderung wurde wie folgt berechnet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;Eigenmittelanforderung = gewichtete Risikoaktiva \cdot 0,08 + Anrechnungsbetrag Marktrisikoposition&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Gewichtete Risikoaktiva waren zu mindestens 8 % mit haftendem Eigenkapital zu unterlegen. Der Anrechnungsbetrag für Marktrisikopositionen war mit mindestens 2/7 [[Kernkapital]] und höchstens 5/7 Drittrangmittel zu unterlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maßnahmen bei unzureichendem Kernkapital:&lt;br /&gt;
* Kernkapital erhöhen ([[Kapitalerhöhung]]),&lt;br /&gt;
* Risikoaktiva-Anrechnungsbetrag senken oder&lt;br /&gt;
* Anrechnungsbetrag für Marktrisikopositionen senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Risikogewichte ==&lt;br /&gt;
Es wurden zwei &amp;#039;&amp;#039;Präferenzzonen&amp;#039;&amp;#039; unterschieden. Die Staaten, die der [[OECD]] angehören, bildeten bei der Bestimmung der [[Risikogewicht]]e die Präferenzzone A, der Rest der Welt die Präferenzzone B. Alle [[Nichtbank]]en wurden einheitlich mit 100 % unterlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es erfolgte eine Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit anhand einer pauschalen Einteilung in drei Schuldnergruppen:&lt;br /&gt;
* [[Öffentliche Stelle]]n,&lt;br /&gt;
* [[Finanzdienstleistung]]s- bzw. [[Kreditinstitut]] (Institute) und&lt;br /&gt;
* Sonstige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fall von öffentlichen Stellen und Banken erhielten Forderungen aus Präferenzzone A ein niedrigeres Risikogewicht (20 %) als Forderungen aus Präferenzzone B. Bei Forderungen an Zentralregierungen der Präferenzzone A lag das Risikogewicht bei 0 %. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zentralbank]]en wurden gegenüber [[Geschäftsbank]]en besser gestellt. Die Eigenkapitalunterlegung ergab sich dann als Bemessungsgrundlage * Bonitätsgewicht * 8 %.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regulierung der Kreditausfallrisiken ==&lt;br /&gt;
Grundsatz I schrieb die [[Eigenmittel (Kreditinstitut)|Eigenmittel]]&amp;amp;shy;unterlegung von Ausfallsrisiken aus [[Risikoaktiva|Bilanzaktiva und außerbilanziellen Geschäften]], die nicht im [[Handelsbuch]] erschienen, vor. Die Regelungen entsprachen dem des [[Standardansatz|Standardansatzes]]. Die Höhe des Ausfallsrisikos wurde nur sehr pauschal erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Ausfallkredithöhe|Ausfallvolumen]] (abgekürzt EaD von englisch &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|Exposure at Default}}&amp;#039;&amp;#039;) wurde wie folgt bestimmt: &lt;br /&gt;
* Bei &amp;#039;&amp;#039;Bilanzaktiva&amp;#039;&amp;#039; war das Ausfallvolumen der [[Buchwert]] zuzüglich der als haftendes Eigenkapital anerkannten Vorsorgereserven nach [[Wertberichtigung]] (Einzel- und Pauschalwertberichtigung).&lt;br /&gt;
* Bei &amp;#039;&amp;#039;traditionell außerbilanziellen Geschäften&amp;#039;&amp;#039; ergab sich das Ausfallvolumen aus dem Produkt aus dem Betrag und dem CCF ([[Credit Conversion Factor]], Risikoklassenfaktor). Risikoklassenfaktoren betrugen entweder 100 %, 50 % oder 20 %. [[Kreditzusage]]n waren anrechenbar.  &lt;br /&gt;
* Bei &amp;#039;&amp;#039;innovativen außerbilanziellen Geschäften&amp;#039;&amp;#039; wurde entweder die Laufzeitmethode oder die &amp;#039;&amp;#039;Marktbewertungsmethode&amp;#039;&amp;#039; angewandt: &lt;br /&gt;
** Die &amp;#039;&amp;#039;Laufzeitmethode&amp;#039;&amp;#039; durfte nur bei [[Nichthandelsbuchinstitut]]en verwendet werden. Die Berechnung erfolgte mit dem Produkt aus Kontraktvolumen und dem laufzeitbezogenen Anrechnungssatz.&lt;br /&gt;
** Bei der Marktbewertungsmethode ergab sich das Ausfallvolumen aus „Current [[Exposure (Finanzwirtschaft)|Exposure]]“ und dem „Potential Exposure“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regulierung der Marktrisiken ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Zinsänderungsrisiko#Regulierung des Zinsänderungsrisikos|titel1=Regulierung des Zinsänderungsrisiko|Kursrisiko#Regulierung des Aktienkursrisikos|titel2=Regulierung des Aktienkursrisikos}}&lt;br /&gt;
Zu den Marktrisiken zählten [[Wechselkursrisiko|Fremdwährungsrisiko]], [[Lagerrisiko|Rohwarenrisiko]] sowie die [[Zinsänderungsrisiko|Zinsänderungsrisiken]] und [[Kursrisiko|Aktienkursrisiken]] des Handelsbuchs. Das waren alle [[Finanzinstrument]]e einschließlich der Absicherungsgeschäfte und Garantien, die mit zins- und aktienkursbezogenen Risiken behaftet waren. Die Vorschriften der Eigenmittelausstattung galten auch für reine [[Wertpapierfirma|Wertpapierfirmen]]. Die Handelsbuchrisikopositionen wurden gesondert erfasst, damit für gleichartige Geschäfte dieselben Vorschriften galten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Anrechnungsbetrag wurde der Betrag bezeichnet, der für Marktpreisrisikopositionen bzw. Risiken aus Optionsgeschäften tatsächlich an Eigenkapital vorgehalten werden musste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsatz I unterschied zwischen [[Staat]]en, [[Kreditinstitut]]en (&amp;#039;&amp;#039;qualifizierte Aktiva&amp;#039;&amp;#039;) und [[Unternehmen]] in Bezug auf die [[Anrechnungssatz|Anrechnungssätze]] für die Eigenmittelunterlegung besonderer [[Kursrisiko|Kursrisiken]]. Öffentliche Stellen der Präferenzzone A sowie [[Zinsderivat]]e waren mit 0 % zu unterlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kreditinstitute der Präferenzzone A sowie börsengehandelte [[Wertpapier]]e guter [[Bonität]] galten folgende laufzeitabhängigen Vorschriften:&lt;br /&gt;
* Laufzeit unterhalb von 6 Monaten: Anrechnungssatz 3,125 % (× 8 % = 0,25 %),&lt;br /&gt;
* Laufzeit zwischen 6 Monaten und 2 Jahren: Anrechnungssatz 12,5 % (× 8 % = 1 %),&lt;br /&gt;
* Laufzeit über 2 Jahre: Anrechnungssatz: 20 % (× 8 % = 1,6 %),&lt;br /&gt;
* Sonstige: 8 %.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anrechnung der Kreditbesicherung ==&lt;br /&gt;
Die erforderliche Unterlegung mit Eigenmitteln konnte durch [[Kreditsicherheit|Kreditbesicherung]] gemindert werden. Dazu gehörten Kredite, die mit einem [[Grundpfandrecht]] gesichert sind. Forderungen konnten beispielsweise mit [[Bürgschaft]]en oder auch durch [[Verpfändung]] von Wertpapieren gesichert sein. Dies führte zu niedrigeren Anrechnungssätzen. Insgesamt war die Kreditbesicherung im Grundsatz I gegenüber der heutigen Regelung eingeschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Solvabilitätsverordnung]] &lt;br /&gt;
* [[Mindestanforderungen an das Risikomanagement (BA)]]&lt;br /&gt;
* [[Risikotragfähigkeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4490659-6}} &lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzierung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;At40mha</name></author>
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