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	<title>Grundrechte - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Grundrechte&amp;diff=999939&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Horst Gräbner: Unfug rückgängig</title>
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		<updated>2025-09-28T20:11:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Unfug rückgängig&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Lückenhaft|Grundrechtsgeschichte, -theorie, Ideengeschichte und Rechtsphilosophie sind lückenhaft dargestellt|In diesem Artikel&lt;br /&gt;
}}[[Datei:Declaration of Human Rights.jpg|mini|[[Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] 1789]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grundrechte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind wesentliche [[Subjektives Recht|Rechte]], die Mitgliedern der [[Gesellschaft (Staatsrecht)|Gesellschaft]] gegenüber [[Staat]]en als beständig, dauerhaft und einklagbar garantiert werden. In erster Linie sind sie [[Abwehrrecht]]e des [[Bürger]]s gegen den Staat, sie können sich jedoch auch auf das Verhältnis der Bürger untereinander auswirken („Drittwirkung“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsquellen ==&lt;br /&gt;
Grundrechte werden in der Regel in der [[Verfassung]] formuliert oder auch nur aus allgemeinen Rechtsprinzipien abgeleitet. So erkannte das [[Bundesgericht (Schweiz)|schweizerische Bundesgericht]] bis zum Inkrafttreten der [[Totalrevision der Schweizer Bundesverfassung 1999|Bundesverfassung von 1999]] ungeschriebene Grundrechte an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alfred Kölz |Titel=Neuere schweizerische Verfassungsgeschichte |Band=Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Ihre Grundlinien in Bund und Kantonen seit 1848&amp;#039;&amp;#039; |Verlag=Stämpfli |Ort=Bern |Datum=2004 |ISBN=3-7272-9455-8 |Seiten=817–819}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Andererseits enthalten etwa die [[Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft]] (Art. 7 ff.) oder das [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland]] (Art. 1 ff.) und die Verfassungen der jeweiligen [[Gliedstaat]]en ([[Kantonsverfassung|Kantone]], [[Landesverfassung (Deutschland)|Bundesländer]]) Grundrechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im [[österreich]]ischen Rechtssystem gibt es Grundrechte. Diese wurden aber mangels Einigung nicht in die 1929 entstandene Verfassung aufgenommen, sondern im aus dem Jahr 1867 stammenden [[Dezemberverfassung#Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger|Staatsgrundgesetz]] festgeschrieben. Zusätzlich ist die [[Europäische Menschenrechtskonvention]] in Österreich in Verfassungsrang in direkter Geltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundrechte können auch in sonstigen [[Gesetz]]en enthalten oder durch [[Völkerrechtlicher Vertrag|völkerrechtliche Verträge]] vereinbart sein. So stellt etwa die Europäische Menschenrechtskonvention einen [[völkerrecht]]lichen Vertrag dar, welcher Grundrechte beinhaltet. Die [[Charta der Grundrechte der Europäischen Union]] ist am 1. Dezember 2009 – mit Inkrafttreten des [[Vertrag von Lissabon|Vertrages von Lissabon]] – in Kraft gesetzt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhältnis Grundrechte und Menschenrechte ==&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Grundrechte ist eng mit der Idee der [[Menschenrechte]] verbunden. Die Menschenrechtsidee wiederum findet ihre philosophischen Wurzeln in der Idee des [[Naturrecht]]s, wonach es „Rechtsgrundsätze gibt, die stärker sind als jedes positive Recht“ ([[Gustav Radbruch|Radbruch]]). Menschenrechte werden nach der naturrechtlichen Auffassung nicht durch [[Rechtsetzung]] geschaffen, sondern sind dem Recht vorgegeben und bedürfen keiner [[konstitutiv]]en Begründung. Das Grundgesetz der [[Deutschland|Bundesrepublik Deutschland]] bezieht sich auf diese Zusammenhänge, indem es das Bekenntnis des deutschen Volkes zu „unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten“ enthält ({{Art.|1|gg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 GG), und als Konsequenz hieraus alle [[Staatsgewalt]] an die Grundrechte „als unmittelbar geltendes Recht“ bindet ({{Art.|1|gg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;3 GG). In ihrer heutigen Ausprägung werden die Grundrechte des Grundgesetzes als [[Positives Recht|positivrechtliche Ausgestaltungen]] der fundamentalen Menschenrechte verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitunter wird der Begriff der Menschenrechte abweichend von der hier gewählten Terminologie verwendet. Als Menschenrechte werden dann etwa Grundrechte bezeichnet, die nicht nur [[staatsbürgerschaft]]sbezogen sind, sondern jedermann zustehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regelung in einzelnen Staaten ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Grundrechte (Deutschland)]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Grundrechte (Österreich)]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Grundrechte (Schweiz)]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die supranationale Rechtsordnung der [[Europäische Union|Europäischen Union]] anerkennt neben den [[vier Grundfreiheiten]] des EU-Binnenmarkts auch [[Grundrechte (EU)|Europäische Grundrechte]]. Sie sind mit der [[Charta der Grundrechte der Europäischen Union]] mit dem Vertrag von Lissabon am 1. Dezember 2009 in Kraft getreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Menschenrechte#Geschichte|titel1 = Geschichte der Menschenrechte}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== England und Niederlande ===&lt;br /&gt;
Die Anerkennung von Grundrechten geht auf den Verfassungsstaat der Moderne zurück, dessen Anfänge die [[Amerikanische Revolution|Amerikanische]] und [[Französische Revolution]] darstellen. Erste Dokumente, die individuelle Rechte verbriefen, lassen sich ins Mittelalter zurückverfolgen. Oft galten diese Rechte zugunsten des Parlaments und der dort vertretenen Stände und waren nur selten allgemeingültige Individualrechte. In der &amp;#039;&amp;#039;[[Magna Carta]]&amp;#039;&amp;#039; von 1215 garantierte der König jedem [[Freie]]n in [[England]] ein gewisses Minimum an [[Rechtsschutz]] gegen Willkür. Mit der Petition of Rights (1628) bestätigte der König in erster Linie Rechte für Besitzbürger. Weitere Grundrechte wurden im &amp;#039;&amp;#039;[[Habeas Corpus (England und Wales)|Habeas Corpus Act]]&amp;#039;&amp;#039; von 1679 schriftlich fixiert. Sie enthielt einen Schutz vor willkürlicher Verhaftung und das Recht, einem [[Richter]] vorgeführt zu werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Regina Kiener, Walter Kälin, Judith Wyttenbach |Titel=Grundrechte |Reihe=Stämpflis juristische Lehrbücher |Auflage=3. |Verlag=Stämpfli Verlag |Ort=Bern |Datum=2018 |ISBN=978-3-7272-2037-1 |Seiten=2}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1689 brachte die &amp;#039;&amp;#039;[[Bill of Rights (England)|Bill of Rights]]&amp;#039;&amp;#039; das [[Petitionsrecht]], das Verbot von Verhaftungen ohne richterliche Anordnung und eine Reihe von königlichen Machtbeschränkungen zugunsten des Parlaments.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andreas Kley |Titel=Verfassungsgeschichte der Neuzeit: Grossbritannien, die USA, Frankreich und die Schweiz |Reihe=Stämpflis juristische Lehrbücher |Auflage=4. |Verlag=Stämpfli Verlag |Ort=Bern |Datum=2020 |ISBN=978-3-7272-8712-1 |Seiten=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neueren Forschungen zufolge gilt auch die &amp;#039;&amp;#039;[[Dordrechter Ständeversammlung]]&amp;#039;&amp;#039; als eine wesentliche Keimzelle von verfassungstextlich und politisch wirksamen Grundrechten in der [[Neuzeit]]. Am 15./16. Juli 1572 kamen Repräsentanten der meisten Städte der [[Niederlande]] in [[Dordrecht]] zusammen. Sie beschlossen ihre Unabhängigkeit von [[Spanien]] und machten [[Wilhelm I. (Oranien)|Wilhelm von Oranien]] zu ihrem Anführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== USA ===&lt;br /&gt;
1776 erklärte die &amp;#039;&amp;#039;[[Virginia Declaration of Rights|Virginia Bill of Rights]]&amp;#039;&amp;#039;, dass alle [[Mensch]]en von Natur aus gleich und [[Freiheit|frei]] sind und ihr Leben und [[Eigentum]] unverletzlich sind. Hierbei handelt es sich um die erste verfassungsmäßige Normierung von Grundrechten. In der [[Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten|Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung]] wurden das [[Leben]], Freiheit und das &amp;#039;&amp;#039;Streben nach [[Glück]]&amp;#039;&amp;#039; zu &amp;#039;&amp;#039;unveräußerlichen Rechten&amp;#039;&amp;#039; ([[Naturrecht]]) erklärt und das Recht auf Leben garantiert. Die &amp;#039;&amp;#039;[[Bill of Rights (Vereinigte Staaten)|Bill of Rights der USA]]&amp;#039;&amp;#039;, d.&amp;amp;nbsp;h. die ersten zehn Zusätze zur [[Verfassung der Vereinigten Staaten|US-amerikanischen Verfassung]] (beschlossen 1789, ratifiziert 1791), stellten die erste einklagbare und somit durchsetzbare Grundrechteordnung dar. Sie sind heute noch in Kraft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Regina Kiener, Walter Kälin, Judith Wyttenbach |Titel=Grundrechte |Reihe=Stämpflis juristische Lehrbücher |Auflage=3. |Verlag=Stämpfli Verlag |Ort=Bern |Datum=2018 |ISBN=978-3-7272-2037-1 |Seiten=3}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frankreich ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Libertés publiques}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1789 wurden in der [[Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte|Französischen Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte]] die [[Freiheit]], die [[Gleichheit]], die Meinungs-, Glaubens- und Gedankenfreiheit festgesetzt sowie das Eigentum garantiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bilderrevolution0163.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Die Grundrechte des deutschen Volkes&amp;#039;&amp;#039;, kolorierte Lithografie von [[Adolph Schroedter]], Frankfurt am Main 1848]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Grundrechte (Deutschland)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Frankfurter Nationalversammlung]] erließ am 21. Dezember 1848 die [[Grundrechte des deutschen Volkes|Grundrechte des deutschen Volks]] als Reichsgesetz. In der [[Paulskirchenverfassung]] wurden sie wiederholt. So waren die [[Freizügigkeit]], die [[Berufsfreiheit]], die [[Auswanderung]]sfreiheit, das [[Briefgeheimnis]], die [[Meinungsfreiheit]], die [[Pressefreiheit]], die [[Religionsfreiheit|Glaubensfreiheit]], die [[Gewissensfreiheit]], die [[Versammlungsfreiheit]] und das Recht auf Eigentum garantiert. Die größeren Staaten Deutschlands lehnten Reichsgesetz und Verfassung aber ab, und so kam den Grundrechten kaum praktische Bedeutung zu. Schon im August 1851 wurde der Grundrechtskatalog von der [[Bundestag (Deutscher Bund)|Bundesversammlung]] auch formal wieder aufgehoben, gleichzeitig mit dem [[Bundesreaktionsbeschluss]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Bismarcksche Reichsverfassung|Verfassung des Deutschen Reichs von 1871]] selbst verbürgte dagegen keine Grundrechte; teilweise wurden sie später in Einzelgesetzen geschützt, teilweise wurden die Grundrechte in den Landesverfassungen für ausreichend gehalten. Erst die [[Weimarer Verfassung|Weimarer Reichsverfassung]] von 1919 knüpfte dann an die Paulskirchenverfassung an und erweiterte den Katalog noch um soziale Grundrechte, unter anderem die [[Grundpflicht]] und das Grundrecht auf Arbeit (Art.&amp;amp;nbsp;163 WRV). Allerdings konnte der Bürger die Grundrechte immer noch nicht als unmittelbar geltendes Recht einklagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Zeit des Nationalsozialismus]] wurden mit der [[Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat|Reichstagsbrandverordnung]] von 1933 die in den Art.&amp;amp;nbsp;114 (Freiheit der Person), Art.&amp;amp;nbsp;115 (Unverletzlichkeit der Wohnung), Art.&amp;amp;nbsp;117 (Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechgeheimnis), Art.&amp;amp;nbsp;118 (Meinungsfreiheit), Art.&amp;amp;nbsp;123 (Versammlungsfreiheit), Art.&amp;amp;nbsp;124 (Vereinigungsfreiheit) und Art.&amp;amp;nbsp;153 WRV (Eigentumsgewährleistung) festgeschriebenen Grundrechte außer Kraft gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundrechtstheorie ==&lt;br /&gt;
Die Grundrechtstheorie beschäftigt sich mit der Untersuchung der Grundrechte als Rechtssätze. Dabei sind verschiedene Grundrechtstheorien nach Art ihrer Interpretation der Grundrechte zu unterscheiden. [[Ernst-Wolfgang Böckenförde]] unterscheidet die „liberale (bürgerlich-rechtsstaatliche) Grundrechtstheorie“, die „institutionelle Grundrechtstheorie“, die „Werttheorie“, die „demokratische-funktionale“ und die „sozialstaatliche Grundrechtstheorie“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ernst-Wolfgang Böckenförde |Titel=Grundrechtstheorie und Grundrechtsinterpration |Hrsg=Ders. |Sammelwerk=Wissenschaft, Politik, Verfassungsgericht. Aufsätze von Ernst-Wolfgang Böckenförde |Auflage=3. |Verlag=Suhrkamp |Ort=Berlin |Datum=2019 |Seiten=160 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;liberale (bürgerlich-rechtsstaatliche) Grundrechtstheorie&amp;#039;&amp;#039; sieht die Grundrechte als Sphären bürgerlicher Freiheit, die als negative Kompetenznormen staatlichem Wirken entgegenstehen und dadurch Freiräume individueller Betätigung sichern. Diese Funktion wird von der &amp;#039;&amp;#039;[[Virginia Declaration of Rights]]&amp;#039;&amp;#039; von 1776 und dem ersten amerikanischen Verfassungszusatz von 1791 mit wenigen Worten klargestellt, wenn es dort heißt: „congress shall make no law (…) abridging the freedom of speech (…).“ Dieses Verständnis liegt bis heute auch den [[Freiheitsrechte]]n des Grundgesetzes zugrunde.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;demokratisch-funktionale Grundrechtstheorie&amp;#039;&amp;#039; versteht die Gewährleistungen der Grundrechte als im Interesse des demokratischen Prozesses zur politischen Betätigung übertragene und von ihm auszuübende Kompetenzen des Einzelnen. Demnach unterliegt die Teilnahme am demokratischen Willensbildungsprozess konstitutiv dem Grundrechtsschutz. Dabei wird jedoch außer Acht gelassen, dass auch die Nichtteilnahme am demokratischen Willensbildungsprozess und die Abstandnahme von politischer Betätigung gerade auch eine Betätigung individueller Freiheit darstellt.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;[[sozialstaat]]liche Grundrechtstheorie&amp;#039;&amp;#039; zielt darauf, die rechtlichen Gewährleistungen der Grundrechte zu effektivieren. Danach soll, im Zweifel durch besondere staatliche Leistung, sichergestellt werden, dass ein Gebrauch der grundrechtlichen [[Freiheit]]en möglich ist. Trotz aller prinzipiellen Zulässigkeit, die Wahrnehmung von Grundrechten durch Organisation von Verfahren sicherzustellen und zu effektivieren, kommt eine darüber hinausgehende Umdeutung von originären Abwehrrechten in Leistungsrechte nicht in Betracht.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;institutionelle Grundrechtstheorie&amp;#039;&amp;#039; versteht Grundrechte nicht primär als staatsbezogene Abwehrrechte des Individuums, sondern als objektive Ordnungsprinzipien. An Stelle rechtlich undefinierter Freiheit als Inhalt der Grundrechte tritt eine objektivierte, bereits normativ und institutionell gestaltete Freiheit. Erst die grundrechtlichen Freiheitsverbürgungen ermöglichen und verwirklichen Freiheit (&amp;#039;&amp;#039;siehe auch:&amp;#039;&amp;#039; [[Peter Häberle]]).&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Werttheorie der Grundrechte&amp;#039;&amp;#039; begreift den Gehalt der Grundrechtsnormen als Ausdruck der Wertgrundlagen des staatlichen Gemeinwesens (&amp;#039;&amp;#039;siehe auch:&amp;#039;&amp;#039; [[Rudolf Smend (Jurist)|Rudolf Smend]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grundrechte als subjektive Rechte ===&lt;br /&gt;
Die Freiheitsrechte gelten als klassische Grundrechte. Sie ermöglichen dem Einzelnen, Eingriffe des Staates abzuwehren, und werden deshalb als Abwehrrechte angesehen. Sie schaffen eine staatsfreie Sphäre, einen &amp;#039;&amp;#039;[[Statuslehre (Recht)|Status negativus]]&amp;#039;&amp;#039; des Individuums. Nach dieser Auffassung erteilen die Freiheitsrechte weder einen Anspruch auf staatliche Leistung noch eine Garantie, dass der Staat das Individuum vor Grundrechtseingriffen Dritter schützt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Saladin |Titel=Grundrechte im Wandel: Die Rechtsprechung des Schweizerischen Bundesgerichts zu den Grundrechten in einer sich ändernden Umwelt |Auflage=2. |Verlag=Stämpfli |Ort=Bern |Datum=1975 |ISBN=3-7272-9624-0 |Seiten=292 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gewisse Grundrechte vermitteln justiziable Abwehrrechte, die vor staatlichen Übergriffen schützen sollen. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird nur dann gewahrt, wenn Hoheitsträger einen Eingriff in die körperliche Integrität unterlassen. Diese Abwehransprüche gelten nicht absolut; der grundrechtliche [[Schutzbereich]] kann eingeschränkt werden. Abwehransprüche sind in erster Linie auf Freiheitsrechte zugeschnitten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Regina Kiener, Walter Kälin, Judith Wyttenbach |Titel=Grundrechte |Auflage=3. |Datum=2018 |Seiten=32 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Grundrechtstheorie hat ihre Wurzeln in der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]]. Im Vordergrund stand Ende des [[18. Jahrhundert]]s der Schutz gegen den übergriffigen, [[Obrigkeit|obrigkeitlichen]] und [[Absolutismus|absolutistischen]] Staat. Die französische Erklärung der Menschenrechte von 1789 «war das eherne Gesetz, das die staatliche Macht hinfort in ewigen Schranken zu halten bestimmt war. [...] [D]ie Menschenrechte [waren] zur (absolutistischen) Staatsordnung antithetisch gedacht.»&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Saladin |Titel=Grundrechte im Wandel: Die Rechtsprechung des Schweizerischen Bundesgerichts zu den Grundrechten in einer sich ändernden Umwelt |Auflage=2. |Verlag=Stämpfli |Ort=Bern |Datum=1975 |ISBN=3-7272-9624-0 |Seiten=293}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Grundrechte, die in den Verfassungen von [[Französische Verfassung (1791)|1791]], [[Französische Verfassung von 1793|1793]] und [[Montagnard-Verfassung|1795]] in Frankreich verbrieft wurden, waren in gesonderten Erklärungen enthalten, die der Staat durch Verfassungsänderung gar nicht antasten konnte – so groß war das Misstrauen. Dass die Grundrechte nicht verfassungsrechtlich garantiert waren, hatte aber zur Folge, dass sie unzureichend verwirklicht waren. In den [[Vereinigte Staaten|USA]] wurden zunächst keine Grundrechte verfassungsrechtlich anerkannt, weil befürchtet wurde, dass dadurch deren [[Naturrecht|naturrechtliche]] Geltung und damit ihre Stellung geschwächt würde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andreas Kley |Titel=Geschichte des öffentlichen Rechts der Schweiz |Auflage=2. |Verlag=Dike |Ort=Zürich |Datum=2015 |ISBN=978-3-03751-705-5 |Seiten=306 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grundrechte als objektives Recht ===&lt;br /&gt;
Darüber hinaus können Grundrechte auch eine objektive Dimension aufweisen. Wenn Menschen in Kontakt mit dem Recht kommen, geschieht das über [[Gesetz]]e und [[Verordnung]]en – die Grundrechtsgarantieren stehen nicht im Vordergrund. Umso wichtiger ist es, dass der freiheitsschützende Gehalt der Grundrechte auch im einfachen Recht zum Tragen kommt gelten. Damit wird die [[Recht#Allgemeines|objektivrechtliche]] Bedeutung der Grundrechte angesprochen: Über den subjektivrechtlichen Schutzbereich hinaus durchdringen die Grundrechte staatliche Institutionen und verpflichten sie, das Recht grundrechtskonform auszugestalten und [[Auslegung (Recht)|auszulegen]]. Von Bedeutung ist das insbesondere bei der [[Rechtsetzung]] durch das Parlament; es ist stets angehalten, bei der Ausgestaltung der Gesetze die Grundrechte mitzudenken.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Pierre Tschannen |Titel=Staatsrecht der Schweizerischen Eidgenossenschaft |Auflage=5. |Datum=2021 |Seiten=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Lüth-Urteil]] aus dem Jahr 1958 hielt das [[Bundesverfassungsgericht]] fest, die objektiv-rechtliche Dimension diene dazu, den Gehalt der Grundrechte gegen Bedrohung und Substanzverlust (flankierend) zu schützen.&amp;lt;ref&amp;gt;BVerfG, Urteil des Ersten Senats vom 15. Januar 1958, Az. [https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/1958/01/rs19580115_1bvr040051.html 1 BvR 400/51]  – Lüth (Nr. 23 ff.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus einem solchen &amp;#039;&amp;#039;konstitutiven&amp;#039;&amp;#039; Grundrechtsverständnis können zwei Konsequenzen gezogen werden: Drittwirkung der Grundrechte und staatliche Schutzpflichten. Eine unmittelbare Anwendung der Grundrechte im einfachen Recht wird kaum verlangt. In Deutschland und in der Schweiz wird aber eine mittelbare Drittwirkung anerkannt. Die Ausstrahlungswirkung zielt auf die grundrechtskonforme Auslegung des einfachen Gesetzesrechts, insbesondere die Grundrechtsbindung des Gesetzgebers im Privatrecht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Häfelin, Walter Haller, Helen Keller, Daniela Thurnherr |Titel=Schweizerisches Bundesstaatsrecht |Auflage=10. |Verlag=Schulthess |Ort=Zürich Basel Genf |Datum=2020 |ISBN=978-3-7255-8079-8 |Seiten=72–75}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutzpflichten bestimmen die Aufgabe des Staates, den einzelnen Bürger vor Übergriffen Dritter zu bewahren und durch das Ergreifen geeigneter Maßnahmen Rechtsgutsverletzungen zu verhindern. Neu ist dabei, dass staatliche Schutzpflichten unmittelbar aus den Grundrechten und nicht bloß aus Staatszielbestimmungen folgen. Entscheidende Frage dabei ist, wieweit die staatliche Schutzpflicht aus dem objektiven Gehalt der Grundrechte den Staat dazu ermächtigt, in Grundrechte Beteiligter einzugreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Axel Tschentscher |Hrsg=[[Oliver Diggelmann]], [[Maya Hertig Randall]], [[Benjamin Schindler]] |Titel=Schutzpflichten |Sammelwerk=Verfassungsrecht der Schweiz |Band=2 |Datum=2020 |ISBN=978-3-7255-7996-9 |Seiten=1320 ff}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese „Schutz-durch-Eingriff“-Problematik wird am Beispiel des Urteils zum Schwangerschaftsabbruch deutlich. In der vom Bundesverfassungsgericht ausgesprochenen Verpflichtung des Staates zugunsten des ungeborenen Lebens liegt zugleich ein Eingriff in die Rechte der Schwangeren, der einer Rechtfertigung bedarf. Ob hierfür die objektive Seite der Grundrechte herangezogen werden kann, ist in hohem Maße umstritten und ungeklärt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Axel Tschentscher |url=https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv039001.html |titel=BVerfGE 39, 1 – Schwangerschaftsabbruch I |werk=Das Fallrecht |abruf=2024-03-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sicherstellung eines effektiven [[Grundrechtsschutz durch Organisation und Verfahren|Grundrechtsschutzes durch Organisation und Verfahren]] von besonders grundrechtsrelevanten Bereichen der staatlichen Machtausübung soll den Grundrechtsschutz als flankierende Maßnahme unterstützen und das einzelne Grundrecht vor Substanzverlust schützen. Relevant wird diese Rechtsprechung vor allem bei der Planung von Großverfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bürgerrecht]]e&lt;br /&gt;
* [[Statuslehre (Recht)]], Kategorisierung von Grund- und Menschenrechten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* [[Robert Alexy]]: &amp;#039;&amp;#039;Theorie der Grundrechte.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-28182-8.&lt;br /&gt;
* Robert Alexy: &amp;#039;&amp;#039;Grundrechte.&amp;#039;&amp;#039; In: H. J. Sandkühler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; Hamburg 1999 ([https://www.unesco-phil.uni-bremen.de/Texte%20zur%20Vorlesung/Grundrechte-EPh.pdf PDF]; 51&amp;amp;nbsp;kB).&lt;br /&gt;
* [[Walter Berka]]: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch Verfassungsrecht.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage. Springer Verlag, Wien 2005, ISBN 3-211-21868-8.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Hrsg=D. Merten, H.-J. Papier |Titel=Entwicklung und Grundlage |Sammelwerk=Handbuch der Grundrechte |Band=1 |Verlag=C.F. Müller |Datum=2004 |ISBN=3-8114-1837-8}}&lt;br /&gt;
* [[Volker Epping]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundrechte.&amp;#039;&amp;#039; In Zusammenarbeit mit Sebastian Lenz und Philipp Leydecker. 3. Auflage. Berlin 2007, ISBN 978-3-540-73807-7.&lt;br /&gt;
* Claudio Franzius: &amp;#039;&amp;#039;Grundrechtsschutz in Europa – Zwischen Selbstbehauptungen und Selbstbeschränkungen der Rechtsordnungen und ihrer Gerichte.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht]].&amp;#039;&amp;#039; Band 75, 2015, S. 303–412 [https://www.zaoerv.de/75_2015/75_2015_2_a_383_412.pdf (PDF)].&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Lars C. Kroemer |Titel=Drittwirkung der Grundrechte. Die Unterscheidung zwischen Staat und Gesellschaft als staatstheoretische Bedingung der Drittwirkungsproblematik |Reihe=Studien und Beiträge zum Öffentlichen Recht |NummerReihe=67 |Verlag=Mohr Siebeck |Ort=Tübingen |Datum=2024 |ISBN=978-3-16-163505-2 |Kommentar=Dissertation, Universität zu Köln, 2023 |Online=https://www.mohrsiebeck.com/10.1628/978-3-16-163505-2 |Abruf=2024-04-04 |DOI=10.1628/978-3-16-163505-2}}&lt;br /&gt;
* [[Sabine Leutheusser-Schnarrenberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Angst essen Freiheit auf. Warum wir unsere Grundrechte schützen müssen.&amp;#039;&amp;#039; wbg Theiss, Darmstadt 2019, ISBN 978-3-8062-3891-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Grundrecht}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4022344-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4022344-9|LCCN=sh85026371|NDL=00566521}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grundrechte| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsphilosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsphilosophie]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Verfassungsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verfassungsrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsstaat]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Horst Gräbner</name></author>
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