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	<title>Grundeigentum - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Grundeigentum&amp;diff=329564&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gunnar.Kaestle: Link präzisiert</title>
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		<updated>2025-04-21T16:05:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link präzisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zur Zeitschrift siehe [[Das Grundeigentum]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grundeigentum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Grundvermögen&amp;#039;&amp;#039;; [[Umgangssprache|umgangssprachlich]] auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grundbesitz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist das [[Eigentum]] an [[Grundstück]]en, [[Grundstücksgleiches Recht|grundstücksgleichen Rechten]] oder [[beschränktes dingliches Recht|beschränkten dinglichen Rechten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Grundeigentum ist als unbewegliches Vermögen ([[Immobilie]]n) Teil des gesamten [[Vermögen (Wirtschaft)|Vermögens]]. Je nach [[Nutzung (Gebäude)|Nutzung]] der Immobilien ist zwischen unbebauten [[Liegenschaft]]en (Wald, Ackerland, Wasserflächen, Brachland), [[Wohnimmobilie]]n und [[Gewerbeimmobilie]]n zu unterscheiden. Eigentümer von diversen Immobilien wurden daher auch [[Realitätenbesitzer]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle [[Wirtschaftssubjekt]]e ([[Privathaushalt]]e, [[Unternehmen]], der [[Staat]] mit seinen Untergliederungen wie [[öffentliche Verwaltung]], [[Staatsunternehmen]], [[Kommunalunternehmen]] oder die [[Kirche (Organisation)|Kirche]]) können Eigentümer von [[Grund und Boden]] sein. &amp;#039;&amp;#039;Grundbesitzer&amp;#039;&amp;#039; sind streng genommen lediglich die [[Nutzung (Recht)|Nutzer]] von Grundeigentum als [[Pachtvertrag (Deutschland)|Pächter]], [[Mietvertrag (Deutschland)|Mieter]], [[Nießbrauch]]er oder [[Leasing]]nehmer; der Begriff des Grundbesitzes wird jedoch auch hier synonym für Grundeigentum verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Mit dem Sesshaftwerden entwickelte sich in der frühen Agrargesellschaft wahrscheinlich nach und nach die gesellschaftsverändernde Idee des Grundeigentums. [[Carel van Schaik]] und [[Kai Michel]] schreiben:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die Landwirtschaft erforderte, dass bestimmte Dinge nicht mehr allen gehörten. Wie sollte man etwas ernten, wenn sich vorher jeder bediente? […] Das neue Eigentumskonzept zu etablieren […] bedurfte eines enormen intellektuellen Aufwandes, der Idee, dass es nun Dinge geben sollte, die Einzelnen gehörten, in einer [[Gemeinschaft]] Geltung zu verschaffen. […] Mit dem Sesshaftwerden wurde eines der fundamentalen Gesetze menschlichen Zusammenlebens ausgehebelt, eines, das eine halbe Ewigkeit lang ein alltätgliches Gebot gewesen war: Nahrung muss geteilt werden! Die Idee des [[Eigentum]]s unterläuft die urmenschliche Solidarität. Plötzlich wird ein Allgemeingut – das Nahrungsangebot der Natur – monopolisiert. […] Hier wird eine alltägliche, lebensnotwendige Handlung – das Sammeln von Früchten – nicht nur untersagt; sie wird kriminalisiert. […] Das Sesshaftwerden setzte Prozesse in Gang, die das Wesen menschlicher Gesellschaft radikal veränderten. Weil es den [[Jäger und Sammler|Jägern und Sammlern]] nicht möglich gewesen war, Vorräte anzulegen, hatten sie in soziale Beziehungen investieren müssen, damit sie Notsituationen mit Hilfe gegenseitiger Unterstützung überleben konnten. [[Kooperation]] war alles gewesen, Solidarität eine Lebensversicherung. Das kehrte sich jetzt um: Die Privatisierung der Ressourcen machte die Bauern von den Nachbarn unabhängig. […]&lt;br /&gt;
 |Autor= Carel van Schaik und Kai Michel&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Carel van Schaik, Kai Michel: &amp;#039;&amp;#039;Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2016, S. 64 ff, ISBN 978-3-498-06216-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Germanen]] durften [[Herrenlosigkeit|herrenloses]] Land mit dem Wurf des heiligen [[Thor|Donnerhammers]] in Besitz nehmen, berichtete [[Jacob Grimm]].&amp;lt;ref&amp;gt;Jacob Grimm, &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Grenzaltertümer&amp;#039;&amp;#039;, in: Kleinere Schriften Bd. II, 1843, S. 121&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Hammerschlag war für die Germanen bei allen wichtigen Begebenheiten von Bedeutung, mit Hammerschlägen wurden [[Grenzstein|Marksteine]] gesetzt oder [[Siedlungsgrenze|Siedlungs-]] und [[Volksstamm|Stammesgrenzen]] markiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Hildegard Elsner/Hans Reichardt, &amp;#039;&amp;#039;Die Germanen&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 27&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie erwarben hierdurch das Land jedoch nicht für ihre Familie, sondern für größere Gemeinschaften wie die [[Sippe]] („pagi“, „[[Gau]]“).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gaius Julius Caesar]], [[De bello Gallico]], Viertes Buch, 55 vor Christus, IV 1&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei den Germanen hieß der gegenseitig anerkannte Grundbesitz „Laga“ (Ehe, Gesetz, später {{laS|lex}} oder „Echtes [[Eigentum]]“; danach althochdeutsch „laga“, das „Liegen, Gelegensein“), das Eigentum des [[Krieg]]ers hieß „were“. Hieraus entstand [[Gewere]] als das Recht des Kriegers auf sein Grundstück und die freie Verfügbarkeit hierüber.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=pPpbAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA367&amp;amp;dq=Germanen+De+Bello+Gallico+4+I+grundbesitz&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Germanen%20De%20Bello%20Gallico%204%20I%20grundbesitz&amp;amp;f=false Academie Impériale des Sciences, &amp;#039;&amp;#039;Bulletin de la Classe Historico-Philologique&amp;#039;&amp;#039;, Band 10, 1835, S. 369]&amp;lt;/ref&amp;gt; Germanen schrieben dem Boden eine eigene [[Rechtspersönlichkeit]] zu,&amp;lt;ref&amp;gt;Arnold Wagemann, &amp;#039;&amp;#039;Unser Bodenrecht&amp;#039;&amp;#039;, 1912, S. 19&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Fahrnis]] sahen sie dagegen als Zubehör des Grundbesitzes an. Viehzucht und Jagd erforderten einen ausgedehnteren Grundbesitz als der Ackerbau. Lebten in einem Gau mehrere germanische Sippen im Frieden nebeneinander, so durfte kein Mitglied der einen Sippe die Laga der anderen stören oder einen Angriff auf dieselbe wagen, um ihre Besitzungen zu entreißen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=wUxBAQAAMAAJ&amp;amp;pg=PA147&amp;amp;dq=grundbesitz+Germanen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=grundbesitz%20Germanen&amp;amp;f=false George Phillips, &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Geschichte: Band I, Geschichte der Germanen bis zur Gründung ihrer Königreiche&amp;#039;&amp;#039;, 1832, S. 147]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der den Germanen nach ihrer Eroberung durch die Römer zugeteilte Landstrich hieß {{laS|&amp;#039;&amp;#039;sors&amp;#039;&amp;#039;}} oder „lod“ („[[Bodenertrag]]“), woraus später das [[Allodium]] entstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Römische Republik|Römischen Republik]] unterschied man zwischen dem Staatsland ({{laS|[[ager publicus]]}}) und dem Privateigentum an Grundstücken ({{laS|ager privatus}}). [[Gaius Licinius Stolo]] erließ 367 vor Christus ein Ackergesetz, das den Grundbesitz auf 500 [[Joch (Maß)|Joch]] ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;jugera&amp;#039;&amp;#039;}}) beschränkte.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Honsell, &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht&amp;#039;&amp;#039;, 2015, S. 12&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch konnten die [[Ädilen]] viele Grundbesitzer verklagen, weil sie mehr Ländereien hatten, als ihnen gesetzlich zustanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Conrad Bursian, &amp;#039;&amp;#039;Jahresbericht über die Fortschritte der klassischen Altertumwissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, Bände 166–169, 1914, S. 218&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese nach Stolo benannten [[Ackergesetze]] ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;lex licinia agraria&amp;#039;&amp;#039;}}) sollten den [[Italiker|italischen]] Bauern Rechte und Land auf den [[Latifundium|Latifundien]] garantieren. Das [[Römisches Recht|römische Recht]] kannte unbewegliche Sachen ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;res immobiles&amp;#039;&amp;#039;}}) und Fahrnis ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;res mobiles&amp;#039;&amp;#039;}}) und behandelte beide möglichst gleichmäßig. Als Liegenschaften galten Grundstücke ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;praedium&amp;#039;&amp;#039;}}) und Landgüter ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;fundus&amp;#039;&amp;#039;}}) mit oder ohne Gutshof ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;[[villa]]&amp;#039;&amp;#039;}}). Je nach Nutzung unterschied man bürgerliche [[Wohnung]]en und [[Laden (Geschäft)|Geschäfte]] ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;praedia urbana&amp;#039;&amp;#039;}}) und landwirtschaftliche Grundstücke ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;praedia rustica&amp;#039;&amp;#039;}}).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=dae0BgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA78&amp;amp;dq=%22Gegenwart+behandelt+das+r%C3%B6mische+Recht+Liegenschaften%22&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=%22Gegenwart%20behandelt%20das%20r%C3%B6mische%20Recht%20Liegenschaften%22&amp;amp;f=false Paul Jörs/Wolfgang Kunkel/Leopold Wenger, &amp;#039;&amp;#039;Römisches Privatrecht&amp;#039;&amp;#039;, 1935, S. 78 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Grund und Boden galten als Staatsdomänen,&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Mommsen, &amp;#039;&amp;#039;Römisches Staatsrecht&amp;#039;&amp;#039;, Band III, 1888, S. 731 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; private Grundbesitzer besaßen lediglich ein [[Nutzungsrecht]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gaius (Jurist)|Gaius]] 2, 7 und 21&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter gehörte das Grundeigentum als [[Staatsdomäne]] dem Staat oder als [[Kammergut]] Kaisern, Königen, Adel oder Kirche ([[Kirchengut]]), die ihren oft umfangreichen Grundbesitz im Rahmen der [[Grundherrschaft]] abhängigen Bauern zur Nutzung überließen und hierfür von den Bauern Abgaben und [[Frondienst]]e verlangten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=WIVbSpfx2YUC&amp;amp;pg=PA83&amp;amp;dq=Grundbesitz+mittelalter&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Grundbesitz%20%20&amp;amp;f=false Hans-Werner Goetz, &amp;#039;&amp;#039;Leben im Mittelalter: Vom 7. bis zum 13. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, 1986, S. 117 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bauern mussten so viel ernten, dass sie nicht nur ausreichend Nahrung für sich erwirtschafteten, sondern darüber hinaus auch ihren [[Lehnsherr]]en noch Landprodukte (Steuern) abliefern konnten. In vielen Ländern galt als Maßstab für den [[Reichtum]] in der [[Ständegesellschaft]] nicht nur die Größe des Grundbesitzes, sondern auch die Zahl der [[Leibeigenschaft|Leibeigenen]]. Der Grundbesitz aller [[Freie]]n hieß [[Allod]], er war vererblich und stand dem ältesten Sohn zu ([[Primogenitur]]), der die übrigen Familienmitglieder aus dem Ertrag ernähren musste.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=SRxfAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA91&amp;amp;dq=Grundbesitz+mittelalter&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Grundbesitz%20mittelalter&amp;amp;f=false Johann Friedrich Hartknoch, &amp;#039;&amp;#039;Illustrierte Weltgeschichte, Das Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 1846, S. 91]&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese vom Grundbesitz ausgehende [[Feudalisierung]] des mittelalterlichen Lebens führte auch zum Aufstieg einiger Handelsbürger in den [[Landadel]], denn sie konnten ihren durch Gewerbebetrieb und Handel erworbenen Reichtum in Grundbesitz anlegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred von Martin, &amp;#039;&amp;#039;Soziologie der Renaissance und weitere Schriften&amp;#039;&amp;#039;, 2016, S. 18&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab Januar 1086 entstand in England mit dem [[Domesday Book]] ein Grundbuch als Verzeichnis über das Grundeigentum, es blieb jedoch unvollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldreichtum war in der Frühzeit des [[Deutsches Reich 1848/1849|Deutschen Reichs]] selten, aller Reichtum bestand in [[Ländereien]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=LM5DAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA200&amp;amp;dq=erstes+Hypothekenbuch&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=erstes%20Hypothekenbuch&amp;amp;f=false Ludwig von Rönne, &amp;#039;&amp;#039;Die Verfassung und Verwaltung des Preußischen Staates&amp;#039;&amp;#039;, Band 9, Ausgabe 1, 1854, S. 5]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bald machte deshalb der Grundbesitz den größten Teil des Vermögens aus, so dass sich die Verwaltungen entschlossen, ihn in ein eigens hierfür angelegtes öffentliches Register einzutragen. Das geschah zunächst regional in [[Köln]] ab 1130 mit den [[Schreinsbücher]]n, ab Dezember 1783 gab es überregionale Hypothekenbücher, seit Januar 1868 [[Grundbuch|Grundbücher]]. Die Hypothekenordnung der Preußen vom Dezember 1783 vereinheitlichte mit der Einführung eines Hypothekenbuches die bisher regional unterschiedlichen Formen. Das [[Allgemeines Preußisches Landrecht|Allgemeine Preußische Landrecht]] (APL) vom Juni 1794 sorgte für die Eigentumseintragung von Grundstücken in das Hypothekenbuch (I 10, § 6 APL). Die Verfügungsbeschränkungen des Grundvermögens im [[Lehnsrecht]] wurden erst im [[Liberalismus]] durch die Bodenbefreiung beseitigt. Als [[Rechtsgrundlage]] hierfür diente in [[Preußen]] das Edikt vom 9. Oktober 1807 (über den freien Gebrauch des Grundeigentums so wie die persönlichen Verhältnisse der Landbewohner), das eine ungehinderte Verfügungsbefugnis über das Grundvermögen mit sich brachte.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrike Köbler, &amp;#039;&amp;#039;Werden, Wandel und Wesen des deutschen Privatrechtswortschatzes&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 205&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl Marx]] propagierte 1867 die Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse durch [[Enteignung]] der [[Produktionsmittel]]. Auf dem Wege der &amp;#039;&amp;#039;Expropriation der Expropriateure&amp;#039;&amp;#039; sollte mit ökonomischer und politischer Macht das Privateigentum an Produktionsmitteln im Interesse der arbeitenden Menschen mehr oder weniger gewaltsam in gesellschaftliches Eigentum überführt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Marx, &amp;#039;&amp;#039;[[Das Kapital]]&amp;#039;&amp;#039;, 1867, S. 790 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Marxistische Wirtschaftstheorie|marxistischen Wirtschaftstheorie]] bestanden die Produktionsmittel unter anderem aus den [[Arbeitsgegenstand|Arbeitsgegenständen]], die unmittelbar in der Natur vorgefundenen (zum Beispiel der Boden, Fische) oder die durch [[Arbeit (Philosophie)#Philosophie der Arbeit ab Mitte des 19. Jahrhunderts|Arbeit]] von der Natur gelösten Rohstoffe&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Marx, MEW Band 23, S. 193 (Kapital Band I)&amp;lt;/ref&amp;gt; wie zum Beispiel das abgebaute Erz oder bereits bearbeitete [[Zwischenprodukt]]e (etwa Holzbretter, Textilien); sie werden im Produktionsprozess weiter [[Weiterverarbeitung (Produktion)|be- und verarbeitet]]. Die Aufhebung des privaten Grundeigentums galt für Marx als erster Schritt auf dem Wege der völligen [[Expropriation]] allen Eigentums, das [[Feudalabgabe|Rente]], [[Zins]] oder [[Gewinn]] abwirft. Er sah das Grundeigentum als einen besonders krassen Fall der [[Ungleichheit]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Diehl, &amp;#039;&amp;#039;Über Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus&amp;#039;&amp;#039;, 1920, S. 68&amp;lt;/ref&amp;gt; Marx forderte dazu auf, das private Grundeigentum in Form des Staatseigentums zum [[Kollektiveigentum|Gemeineigentum]] ({{enS|&amp;#039;&amp;#039;common property&amp;#039;&amp;#039;}}) der [[Bourgeoisie]] umzuwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem im Januar 1900 in Kraft getretenen [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] gab es eine systematische Darstellung des [[materielles Recht|materiellen]] [[Grundbuchrecht]]s, während sich die zugleich veröffentlichte [[Grundbuchordnung]] komplementär mit dem [[formelles Recht|formellen Recht]] befasste. Der Gesetzgeber regelte hiermit erstmals umfassend das rechtlich komplizierte Grundeigentum. Das im Juni 1811 in Kraft getretene österreichische [[ABGB]] verlangte die [[Eintragung]] eines Grundstückserwerbs „in die dazu bestimmten öffentlichen Bücher“ (§ 431 ABGB). Das [[Schweizer Zivilgesetzbuch]] trat im Januar 1912 in Kraft und behandelt das formelle Grundbuchrecht (Art. 942–957 ZGB) und das materielle Grundbuchrecht (Art. 958–977 ZGB) in einem Gesetz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Grundeigentum gehört in der [[Volkswirtschaftslehre]] zum [[Produktionsfaktor]] [[Boden (Produktionsfaktor)|Boden]]. Er erzielt die [[Bodenrente]] in Form von [[Pachtvertrag (Deutschland)|Pacht]], [[Mietvertrag (Deutschland)|Miete]], [[Nießbrauch]], [[Erbpacht]], [[Leibrente]] oder [[Leasing]]gebühren. Grundeigentum gehört heute entweder als [[Staatsvermögen]] dem Staat, als [[Kirchengut]] der [[Kirche (Organisation)|Kirche]] oder als [[Privateigentum]] nicht-staatlichen und nicht-kirchlichen Wirtschaftssubjekten. Der Staat stellt im Rahmen des [[Gemeingebrauch]]s Teile seines Grundeigentums etwa in Form von Straßen, Wegen, Flüssen, Kanälen, Parks oder [[Öffentliches Gebäude|öffentlichen Gebäuden]] der Öffentlichkeit zur Verfügung. Nur das [[Allgemeines Grundvermögen|allgemeine Grundvermögen]] ist von öffentlicher Benutzung ausgeschlossen. Auch Teile des Kirchenguts ([[Kirche (Bauwerk)|Kirchen]]) sind öffentlich zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bilanzierung]]spflichtige Wirtschaftssubjekte [[Aktivierung (Rechnungswesen)|aktivieren]] ihren gesamten Grundbesitz als [[Sachanlagevermögen]] („Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken“; {{§|266|hgb|juris}} Abs. 2 lit. II 1 [[Handelsgesetzbuch|HGB]]). Zu den [[Großgrundbesitzer]]n gehören heute neben dem Staat auch [[Großunternehmen]] und Privathaushalte, die – oft durch [[Land Grabbing]] oder [[Erbschaft]] – über großflächige Areale von mehr als 100 Hektar verfügen. Grundvermögen unterliegt in vielen Staaten einer [[Substanzsteuer]], in Deutschland [[Grundsteuer]] genannt und als [[Gemeindesteuer (Deutschland)|Gemeindesteuer]] erhoben. Der Erwerb von Grundeigentum unterliegt der [[Grunderwerbsteuer (Deutschland)|Grunderwerbsteuer]], einer [[Verkehrsteuer]] und [[Ländersteuer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundeigentum bedarf der Verwaltung, die über [[Immobilienmanagement]] oder [[Facilitymanagement]] sichergestellt wird. Der [[Grundstückskaufvertrag|Grundstückskauf]] kann durch [[Eigenfinanzierung]] und/oder durch [[Immobilienfinanzierung]] ([[Hypothekendarlehen]]) [[Finanzierung|finanziert]] werden. Als [[Kreditsicherheit]] stehen den Kreditgebern (meist Kreditinstitute) die [[Grundpfandrecht]]e ([[Sicherungsgrundschuld]], [[Grundschuld]], [[Hypothek (Deutschland)|Hypothek]]) auf den [[Beleihungsobjekt]]en zur Verfügung. Der [[Marktwert (Immobilie)|Marktwert]] der Immobilien bestimmt [[Beleihungswert]] und [[Beleihungsgrenze]] und damit die Kredithöhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil des Staatsvermögens ist unveräußerliches Grundeigentum ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;[[Res extra commercium]]&amp;#039;&amp;#039;}}) und besteht aus den unmittelbar der Erfüllung der [[öffentliche Aufgaben|öffentlichen Aufgaben]] und [[Öffentlicher Zweck|öffentlichen Zwecken]] dienenden Anlagen wie Straßen, Parks, Flüsse, Kanäle, Meeresanteile, Inseln, Verwaltungsgebäude, Schulen oder Krankenhäuser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfragen ==&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Grundvermögen&amp;#039;&amp;#039; besitzt als [[Rechtsbegriff]] eine [[Legaldefinition]] des {{§|68|bewg|juris}} [[Bewertungsgesetz|BewG]], wozu [[Grund und Boden]], die [[Gebäude]], die sonstigen [[Bestandteil]]e und das [[Zubehör]], das [[Erbbaurecht]], das [[Wohnungseigentum (Deutschland)|Wohnungseigentum]], [[Teileigentum]], Wohnungserbbaurecht und Teilerbbaurecht nach dem [[Wohnungseigentumsgesetz (Deutschland)|Wohnungseigentumsgesetz]] gehören. [[Bodenschatz|Bodenschätze]] sowie die [[Maschine]]n und sonstigen [[Vorrichtung]]en aller Art, die zu einer [[Betriebsanlage]] gehören (Betriebsvorrichtungen), auch wenn sie [[wesentlicher Bestandteil|wesentliche Bestandteile]] sind, zählen nach dieser für Besteuerungszwecke dienenden Vorschrift nicht zum Grundvermögen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infrastruktur ==&lt;br /&gt;
Zu unterscheiden ist die [[Infrastruktur]] als Zugangsmöglichkeit zum Grundbesitz und die Eigenschaft des Grundbesitzes, als Infrastruktur zu dienen. Die Verkehrsanbindung des Grundeigentums ist durch [[Wegerecht (Sachenrecht)|Wegerechte]] bereits gewährleistet oder kann durch [[Erschließung (Grundstück)|Erschließung]] hergestellt werden. Diese [[Verkehrsweg]]e stellt im Regelfall der Staat durch öffentliche Verkehrswege zur Verfügung. Als &amp;#039;&amp;#039;öffentlicher Verkehrsweg&amp;#039;&amp;#039; gelten die Wege, Plätze und Brücken, die durch [[Widmung (Recht)|Widmung]] für die Benutzung durch jeden bestimmt sind ({{§|68|TKG 2004|buzer}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 Satz&amp;amp;nbsp;2 [[Telekommunikationsgesetz (Deutschland)|TKG]]). Die [[Nutzung (Gebäude)|Nutzung]] des privaten Grundeigentums als Infrastruktur kommt dagegen seltener vor (etwa private Parkplätze oder Parkhäuser), während der Staat sein Grundeigentum überwiegend im Rahmen des [[Gemeingebrauch]]s für das Funktionieren von [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]] und Wirtschaft als Infrastruktur zur Verfügung stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundbesitz im Ausland ==&lt;br /&gt;
Manche Staaten schränken den Erwerb von Grundbesitz durch Ausländer ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/buergerservice-schutz-hilfe/vermoegensfragen/grunderwerb/|titel=Grunderwerb|hrsg=Bundesministerium Europa, Integration und Äußeres|zugriff=2018-05-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So regelt in Österreich das Ausländergrunderwerbsgesetz der einzelnen Bundesländer den Erwerb von Grundstücken durch Ausländer. In der Schweiz ist der Grundstückerwerb durch Personen im Ausland beschränkt und ggf. bewilligungspflichtig,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.bj.admin.ch/bj/de/home/wirtschaft/grundstueckerwerb.html|titel=Grundstückerwerb durch Personen im Ausland|hrsg=Bundesamt für Justiz|datum=2010-07-22|zugriff=2018-05-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; unabhängig davon, ob sich das Grundstück bereits in ausländischer Hand befindet und aus welchem Rechtsgrund das Grundstück erworben wird – etwa durch Kauf, Tausch, Schenkung, Erbschaft o.&amp;amp;nbsp;ä.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.bj.admin.ch/dam/data/bj/wirtschaft/grundstueckerwerb/lex-d.pdf|titel=Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland|werk=Merkblatt|hrsg=Bundesamt für Justiz|datum=2017-03-28|zugriff=2018-05-26}} Abschnitt 3 „Zweck des Bundesgesetzes und Grundsätzliches“.&amp;lt;/ref&amp;gt; EU/EFTA-Bürger, die ihren Wohnsitz in der Schweiz haben, sind dort beim Erwerb von Immobilien Schweizern gleichgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In manchen Staaten, etwa der Türkei, können Ausländer grundsätzlich kein Land erwerben (in der Türkei besteht jedoch eine Ausnahme in Form der [[Türkische Staatsbürgerschaft#Verlust|„blauen Karte“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der EU gilt grundsätzlich ein [[Unionsbürgerschaft#Diskriminierungsverbot|Diskriminierungsverbot]] sowie die [[Europäischer Binnenmarkt#Die vier Grundfreiheiten|Grundfreiheit]] des freien Kapitalverkehrs. Allerdings werden neuen Mitgliedstaaten bei ihrem Beitritt Übergangsfristen zugestanden, die ihnen für eine bestimmte Zeit erlauben, Erwerbsbeschränkungen für den Erwerb von Immobilien und landwirtschaftlichen Flächen durch EU-Ausländer beizubehalten oder neu zu schaffen. Zudem kann es Erwerbsbeschränkungen geben, die formal zwar In- und Ausländer in gleichem Maße einschränken, faktisch aber vor allem EU-Ausländer betreffen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dsa&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://www.dsa-ev.de/?/195-0-erwerbsbeschraenkungen.htm|titel=Erwerbsbeschränkungen|werk=www.dsa-ev.de|hrsg=Deutsche Schutzvereinigung Auslandsimmobilien e.&amp;amp;nbsp;V.|datum=2009-07-02|zugriff=2018-07-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzumerken ist, dass ein Grund- und Immobilienerwerb normalerweise kein Aufenthaltsrecht mit sich bringt. Umgekehrt bedeutet selbst ein Daueraufenthaltsrecht keinen Anspruch auf Grund- oder Immobilienerwerb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dsa&amp;quot;/&amp;gt; In einigen Staaten ist es Ausländern jedoch möglich, auf Basis einer hohen finanziellen Investition ein Visum oder sogar [[Einbürgerung|die Staatsangehörigkeit zu erwerben]], und diese Investition kann teils auch ein Grund- oder Immobilienerwerb sein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Alison Millington|url=https://www.businessinsider.de/countries-where-you-can-buy-citizenship-or-residency-2017-6|titel=17 countries where money can buy you a second passport or &amp;#039;elite residency&amp;#039;|werk=www.businessinsider.de|datum=2017-07-03|zugriff=2018-07-28|sprache=en|archiv-url=https://web.archive.org/web/20180315193609/http://www.businessinsider.de/countries-where-you-can-buy-citizenship-or-residency-2017-6|archiv-datum=2018-03-15|offline=ja|archiv-bot=2022-11-10 06:42:11 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.grundbesitzerverbaende.de Website der Grundbesitzerverbände]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4072130-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vermögen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sachenrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Städtebau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrarrecht]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gunnar.Kaestle</name></author>
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