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	<title>Grignard-Verbindungen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T19:06:27Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Grignard-Verbindungen&amp;diff=19462&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Johannes Schneider: Bild eingefügt</title>
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		<updated>2025-06-21T15:53:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bild eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Viktor-grignard (cropped).jpg|mini|[[Victor Grignard]]]]&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grignard-Verbindung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; [{{IPA|ɡriˈɲaːr-}}] ist ein [[Organometallverbindungen|metallorganisches Reagenz]], welches nach [[Victor Grignard]] benannt wurde. Für diese Entdeckung bekam er 1912 den [[Nobelpreis für Chemie]]. Grignard-Verbindungen entstehen, wenn ein [[Alkylhalogenid]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Brommethan, BrCH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) oder ein [[Arylhalogenid]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Chlorbenzol]] C&amp;lt;sub&amp;gt;6&amp;lt;/sub&amp;gt;H&amp;lt;sub&amp;gt;5&amp;lt;/sub&amp;gt;Cl) in Anwesenheit von [[Lösungsmittel]]n mit metallischem [[Magnesium]] reagiert. Die [[Grignard-Reaktion]], die mit Hilfe dieser Reagenzien durchgeführt wird, ist eine wichtige [[Namensreaktion]] in der [[Organische Chemie|Organischen Chemie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung ==&lt;br /&gt;
Diese Reaktion spielt sich auf der Oberfläche des Metalls ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brückner&amp;quot;&amp;gt;[[Reinhard Brückner (Chemiker)|Reinhard Brückner]]: &amp;#039;&amp;#039;Reaktionsmechanismen.&amp;#039;&amp;#039; 3. korrigierte Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, 2007, ISBN 978-3-8274-1579-0, S. 774.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Magnesium-Atom fügt sich in die [[Kohlenstoff]]-[[Halogen]]-Bindung ein. Im Folgenden wird das Halogen [[Brom]] benutzt, wobei auch eines der Halogene [[Chlor]] oder [[Iod]] verwendet werden können. Im ersten Schritt der Synthese der Magnesium-organischen Verbindung, welcher analog der [[Sandmeyer-Reaktion]] ist, wird ein Elektron von dem Metall auf das Alkyl- bzw. Arylhalogenid übertragen, wobei ein Radikalanion entsteht. Wegen der schwachen Kohlenstoff-Halogen-Bindung zerfällt das Radikalanion zu einem Organylradikal R• und dem Halogenid. Im letzten Schritt entsteht die Grignard-Verbindung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grignard Verbindung Bildung3.svg|zentriert|rahmenlos|hochkant=3.7|Bildung der Grignard-Verbindung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Reaktion wird in nukleophilen Lösungsmitteln, die keinen aktiven Wasserstoff besitzen, wie wasserfreiem [[Diethylether]] oder höheren Ethern (Dibutylether, [[Anisol]], [[Tetrahydrofuran]]) durchgeführt. Je zwei freie [[Elektronenpaar]]e von diesen Ethermolekülen sind komplex an das [[Magnesium]] gebunden und stellen das zur Stabilität notwendige [[Elektronenoktett]] her, was in der Literatur,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Organikum&amp;quot;&amp;gt;Heinz G. O. Becker, Werner Berger, Günter Domschke, [[Egon Fanghänel]], Jürgen Faust, Mechthild Fischer, Fritjof Gentz, Karl Gewald, Reiner Gluch, [[Roland Mayer]], Klaus Müller, Dietrich Pavel, Hermann Schmidt, Karl Schollberg, Klaus Schwetlick, Erika Seiler, Günter Zeppenfeld: &amp;#039;&amp;#039;Organikum.&amp;#039;&amp;#039; 19. Auflage. Barth, 1993, ISBN 3-335-00343-8, S. 564.&amp;lt;/ref&amp;gt; hier am Beispiel des Tetrahydrofurans, so präsentiert werden kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grignard Verbindung Lösungsmittel2.svg|zentriert|rahmenlos|hochkant=0.7|Grignard-Verbindung in Lösungsmittel (Tetrahydrofuran)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lösungen von Grignard-Reagenzien können zahlreiche andere Spezies enthalten, die über labile Gleichgewichte miteinander in Beziehung stehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Greenwood&amp;quot;&amp;gt;N. N. Greenwood, A. Earnshaw: &amp;#039;&amp;#039;Chemie der Elemente.&amp;#039;&amp;#039; 1988, ISBN 3-527-26169-9, S.&amp;amp;nbsp;162–169.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schlenk-Gleichgewicht ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Schlenk-Gleichgewicht}}&lt;br /&gt;
Das Schlenk-Gleichgewicht, welches nach [[Wilhelm Schlenk]] benannt wurde, beschreibt die molekulare Zusammensetzung der Grignard-Verbindung in Abhängigkeit vom Lösungsmittel. Je nach Lösungsmittel, welches die Grignard-Verbindung in einem [[Komplexchemie|Komplex]] stabilisiert, werden unterschiedliche Strukturen der Grignard-Verbindungen ausgebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
Die Grignard-Verbindung hat die allgemeine Formel &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;RMgX&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, wobei X für die Halogene Chlor, [[Brom]] oder Iod steht. Dabei fällt die Reaktionsgeschwindigkeit vom Iodid zum Chlorid. Mit Chlorid erhält man eine bessere Ausbeute als mit Bromid oder Iodid.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=K. Schwetlick |Hrsg= |Titel=&amp;#039;&amp;#039;Organikum&amp;#039;&amp;#039; |Sammelwerk= |Auflage=23. |Verlag=Wiley-VCH Verlag |Ort=Weinheim |Datum=2009 |ISBN=978-3-527-32292-3 |Seiten=563–572}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Alkyl- bzw. Arylfluoride reagieren normalerweise nicht zu einer Grignard-Verbindung. Sehr reaktive Verbindungen, wie Iodide, können Nebenreaktionen unterliegen, z.&amp;amp;nbsp;B. der [[Wurtzsche Synthese|Wurtz-Kupplung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Grignard-Verbindung trägt das Magnesium eine positive [[Partialladung]] und das benachbarte Kohlenstoffatom eine negative Partialladung. Diese Polarisierung ist so stark, dass z.&amp;amp;nbsp;B. ein [[Nucleophil|nucleophiler]] Angriff an einem positiv polarisierten C-Atom stattfinden kann. Man kann die Stärke der [[Polarität (Chemie)|Polarität]] durch den Ionencharakter ausdrücken, welcher 35 % beträgt. Somit verhält es sich ähnlich wie ein [[Carbanion]] und kann somit auch als Resonanzformel dargestellt werden, welche eine ionische Bindung mit Ladungstrennung besitzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=K. P. C. Vollhardt, N. E. Schore |Hrsg=H. Butenschön |Titel=Organische Chemie |Auflage=4. |Verlag=Wiley-VCH Verlag GmbH &amp;amp; Co. KGaA |Ort=Weinheim |Datum=2005 |ISBN=3-527-31380-X |Seiten=348–349}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grignard-Verbindungen reagieren mit Substanzen, welche aktiven Wasserstoff besitzen, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Wasser]], [[Alkohole]], [[Phenole]], [[Carbonsäuren]], [[Thiole|Thiol]] oder [[Amine|Amin]]-Gruppen. Dies liegt daran, dass Grignard-Verbindungen stark basisch reagieren. In folgender Abbildung wird die Grignard-Verbindung zum entsprechenden Alkan und Metallhalogenidhydroxid (Mischsalz) hydrolysiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grignard Verbindung mit Wasser2.svg|zentriert|rahmenlos|hochkant=2.1|Hydrolyse der Grignard-Verbindung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung der Grignard-Verbindungen ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Grignard-Reaktion}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Grignard-Reaktion handelt es sich um eine [[Namensreaktion]] in der Organischen Chemie, welche nach ihrem Entdecker [[Victor Grignard]] benannt wurde. Diese [[Organometallchemie|metallorganische]] [[chemische Reaktion]], bei der Alkyl- oder Aryl-Magnesiumhalogenide (Grignard-Verbindung) als [[Nucleophil]] an elektrophile Gruppen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Carbonylgruppe]]n reagieren, dient zum Aufbau von [[Kohlenstoff]]-Kohlenstoff-Einfachbindungen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=V. Grignard |Titel=Sur quelques nouvelles combinaisons organométalliques du magnèsium et leur application à des synthèses d’alcools et d’hydrocarbures |Sammelwerk=CR Hebd. Séances Acad. Sci., Ser. C |Band=130 |Datum=1900 |Seiten=1322–1324 |Kommentar=frz.; dt. &amp;#039;&amp;#039;Über einige neue metallorganische Verbindungen von Magnesium und deren Anwendung auf Synthesen von Alkoholen und Kohlenwasserstoffen&amp;#039;&amp;#039; |Online={{Gallica|ID= bpt6k3086n|Seite=1322}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grignard Reaktion Übersicht2.svg|zentriert|rahmenlos|hochkant=2.5|Übersicht der Grignard-Reaktion]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Grignard-Verbindungen liegt darin, dass sie sehr gute [[Nukleophilie|Nukleophile]] sind. Sie reagieren unter der neuen Bildung einer [[Kohlenstoff]]-Kohlenstoff-Bindung mit [[Elektrophilie|Elektrophilen]], wie beispielsweise mit [[Ketone]]n, [[Aldehyde]]n, [[Ester]]n und [[Nitrile]]n.&lt;br /&gt;
Grignard-Verbindungen reagieren mit [[Kohlenstoffdioxid]] zu Magnesium-Salzen von [[Carbonsäuren]]. Analog reagieren Grignard-Verbindungen mit [[Schwefelkohlenstoff]]. Die Hydrolyse der Umsetzungsprodukte mit Kohlendioxid liefert Carbonsäuren, R–CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;H, bzw. Dithiocarbonsäuren, R-CS&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;H. Bei der Reaktion von Grignard-Verbindungen mit elementarem [[Selen]] bilden sich durch eine [[Insertionsreaktion]] Substanzen des Typs RSeMgX; deren [[Hydrolyse]] liefert unter Sauerstoffausschluss [[Selenole]], in Gegenwart von Luft[[sauerstoff]] entstehen durch Oxidation der Selenole [[Diselenide]]. Eine Methode, um [[CH-Acidität|CH-acide]] Verbindungen in einer Probe mit Grignard-Reagenzien quantitativ zu bestimmen, ist die [[Zerewitinow-Reaktion]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Früher hatte eine [[Elektrochemie|elektrochemische]] Variante der Grignard-Reaktion, also die Reaktionen von Grignard-Verbindungen eine Bedeutung bei der Herstellung von [[Tetraethylblei]], einer dem [[Motorenbenzin|Benzin]] zur Erhöhung der [[Klopffestigkeit]] zugesetzten [[Organische Bleiverbindungen|organischen Bleiverbindung]]. In der Synthese von [[Arzneistoff]]en und anderen Feinchemikalien wird die Grignard-Reaktion häufig angewandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hauserbasen]]&lt;br /&gt;
*[[Turbo-Hauserbasen|&amp;#039;&amp;#039;Turbo&amp;#039;&amp;#039;-Hauserbasen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heinz G. O. Becker]], [[Werner Berger (Chemiker)|Werner Berger]], [[Günter Domschke]]: &amp;#039;&amp;#039;Organikum&amp;#039;&amp;#039;. 22. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2004, ISBN 3-527-31148-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4158201-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stoffgruppe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Magnesiumorganische Verbindung| Grignard-Verbindungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Johannes Schneider</name></author>
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