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	<title>Grenzkirche - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T06:41:44Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Altsprachenfreund: /* Böhmen */</title>
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		<updated>2025-11-09T16:09:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Böhmen&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Biedrzychowice, kościół św. Antoniego (Kirche Friedersdorf 1).jpg|mini|Grenzkirche in Friedersdorf am Queis ([[Biedrzychowice]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grenzkirchen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; waren evangelische Gotteshäuser, die nach dem [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] in [[Sachsen|sächsischen]] und [[brandenburg]]ischen Orten errichtet wurden, welche in unmittelbarer Nachbarschaft der von der [[Rekatholisierung]] betroffenen Länder [[Schlesien]] und [[Geschichte Böhmens|Böhmen]] lagen. Dorthin wandten sich evangelische Schlesier und Böhmen, denen in ihrer Heimat die freie Religionsausübung fortan verwehrt war. Sie waren meist von einfacher Bauweise, so dass viele heute nicht mehr existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Böhmen ==&lt;br /&gt;
Das [[Habsburger|habsburgische]] Herrscherhaus beanspruchte für sich in seinen eigenen Ländern das so genannte Reformationsrecht nach dem Prinzip &amp;#039;&amp;#039;[[Cuius regio, eius religio|cuius regio – eius religio]]&amp;#039;&amp;#039;, wie es der [[Augsburger Religionsfrieden]] 1555 festgelegt hatte. Das heißt, die Untertanen mussten die [[Konfession]] des Landesherrn annehmen. Wer dem nicht folgen wollte, die so genannten Dissidenten, durfte auswandern ([[Ius emigrandi]]). In den [[Krone Böhmen|böhmischen Ländern]] hatten die Habsburger dieses Prinzip vor dem Dreißigjährigen Krieg nicht durchsetzen können, vielmehr hatte Kaiser [[Rudolf II. (HRR)|Rudolf II.]] den Protestanten Böhmens und Schlesiens in den [[Majestätsbrief]]en von 1609 freie Religionsausübung gewähren müssen. Nach der Niederlage der Stände in der [[Schlacht am Weißen Berg]] und der Rückeroberung Böhmens fühlte sich Kaiser [[Ferdinand II. (HRR)|Ferdinand II.]] an diese Zusage nicht mehr gebunden und 1621 begann in Böhmen die gewaltsame Durchsetzung der [[Gegenreformation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den evangelischen Bewohnern in den nördlichen Grenzregionen blieb außer Emigration und Konversion als dritte Option der Besuch lutherischer Gottesdienste im angrenzenden [[Geschichte Sachsens|Sachsen]] und in der benachbarten [[Oberlausitz]]. Die aufgesuchten Dorfkirchen waren oft zu klein, deshalb ließen die sächsischen Kurfürsten und auch örtliche Grundherren für die Böhmen die Grenzkirchen errichten. Nicht selten war der Gang in die Grenzkirchen eine Vorstufe zur Auswanderung, denn die katholischen Obrigkeiten in Böhmen versuchten das &amp;#039;&amp;#039;Auslaufen&amp;#039;&amp;#039; ihrer Untertanen nach Sachsen mit polizeilichen Mitteln zu unterbinden und der Druck auf die Protestanten nahm mit der Zeit immer mehr zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit stellte die [[Višňová u Frýdlantu|Weigsdorfer]] Kirche dar, die bis 1848 als sächsische [[Exklave]] im böhmischen Teil des Dorfes lag, trotz restriktiver Maßnahmen konnte die Herrschaft [[Frýdlant v Čechách|Friedland]] nicht verhindern, dass ein Großteil der Bewohner der eingepfarrten böhmischen Dörfer protestantisch blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schlesien ==&lt;br /&gt;
Eine ganz ähnliche Entwicklung gab es zwei Jahrzehnte später in Schlesien, als die Habsburger auch dort gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges ihre Macht wieder festigten und mit der Gegenreformation begannen. An den Grenzen [[Niederschlesien]]s zur brandenburgischen Neumark und zur sächsischen Oberlausitz zählte man etwa 150 solcher Zufluchts- und Grenzkirchen. Mit dem Aussterben der letzten schlesischen [[Piasten]] (1675) gab es innerhalb Schlesiens keine evangelischen Territorien mehr. Außer in den drei [[Schlesische Friedenskirchen|schlesischen Friedenskirchen]] in [[Świdnica|Schweidnitz]], [[Jawor|Jauer]] und [[Głogów|Glogau]], die auf eine Bestimmung des [[Westfälischer Friede|Westfälischen Friedens]] zurückgingen, konnten die Protestanten nur mehr im Ausland an Gottesdiensten ihrer Konfession teilnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Grenzkirchen auf brandenburgischem Gebiet&lt;br /&gt;
in der [[Neumark (Landschaft)|Neumark]] in Lippen ([[Gmina Świdnica (Zielona Góra)|Lipno]]), Drehnower Vorwerk (Orzewo&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasz Kałuski, Marek Nowacki: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte von Schwiebus nach Gustav Zerndt. Kommentierte Register.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Polnischen von Magdalena Pietrzak. Muzeum Regionalne w Świebodzinie, Świebodzin 2014, ISBN 978-83-936878-4-8, S. 173 ([http://zbc.uz.zgora.pl/Content/31952/PDF/indeks.pdf#page=175 PDF; 2,5 MB]).&amp;lt;/ref&amp;gt;, heute Ortsteil von [[Gmina Świdnica (Zielona Góra)|Radomia]]), Logau ([[Gmina Dąbie (Powiat Krośnieński)|Łagów]]), Rothenburg ([[Czerwieńsk]]), Stockvorwerk/Stock (Stok&amp;lt;ref&amp;gt;Tomasz Kałuski, Marek Nowacki: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte von Schwiebus nach Gustav Zerndt. Kommentierte Register.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Polnischen von Magdalena Pietrzak. Muzeum Regionalne w Świebodzinie, Świebodzin 2014, ISBN 978-83-936878-4-8, S. 250 ([https://zbc.uz.zgora.pl/Content/31952/PDF/indeks.pdf#page=252 PDF; 2,5 MB]).&amp;lt;/ref&amp;gt;, heute Ortsteil von [[Gmina Łagów (Powiat Świebodziński)|Gronów]]), Trebschen ([[Trzebiechów]]), im Tschicherziger Oderwald (bei [[Gmina Sulechów|Cigacice]]) und Glauchower Oderwald (bei [[Gmina Trzebiechów|Głuchów]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Grenzkirchen auf sächsischem Gebiet&lt;br /&gt;
in der [[Niederlausitz]] in Christianstadt ([[Krzystkowice]]) am Bober und Jeschkendorf ([[Żary (Landgemeinde)|Jaszkowice]]) bei [[Sorau]] und in der Oberlausitz in [[Skerbersdorf]] und [[Grenzkirche Podrosche|Podrosche]] (zwischen 1936—1947 in &amp;#039;&amp;#039;Grenzkirch&amp;#039;&amp;#039; [[Germanisierung#Zeit des Nationalsozialismus|umbenannt]]) an der Neiße, Halbau ([[Iłowa]]), Dohms ([[Gmina Osiecznica|Luboszów]]) und Schöndorf am Queis (Wesoła, heute Ortsteil von [[Gmina Osiecznica|Ławszowa]]), Wingendorf ([[Jałowiec]]) bei [[Lauban]], Goldentraum ([[Złotniki Lubańskie]]), Friedersdorf am Queis ([[Biedrzychowice]]) und Nieder Wiesa [[Wieża (Gryfów Śląski)|(Wieża)]] am Queis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Grenzkirchen auf polnischem Gebiet&lt;br /&gt;
in Schlichtingsheim ([[Szlichtyngowa]]), Schlemsdorf ([[Gmina Bojanowo|Szemzdrowo]]) bei [[Bojanowo]] und Unruhstadt ([[Kargowa]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Grenzkirchen auf dem Gebiet des evangelischen [[Herzogtum Liegnitz|Fürstentums Liegnitz-Wohlau]]&lt;br /&gt;
in Kriegheide ([[Pogorzeliska]]), [[Grenzkirche Hummel|Hummel]] ([[Gmina Chocianów|Trzmielów]]), Herrnlauersitz ([[Gmina Jemielno|Luboszyce]]) und Rützen ([[Gmina Góra|Ryczeń]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Missionsstationen im Hochstift Münster|katholisches Pendant]] zu den Grenzkirchen gab es im Grenzgebiet des [[Hochstift Münster|Hochstifts Münster]] zur Republik der Niederlande.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Zufluchtskirche]]&lt;br /&gt;
* [[Schlesische Friedenskirchen]]&lt;br /&gt;
* [[Rezesskirche]]&lt;br /&gt;
* [[Schlesische Gnadenkirchen]]&lt;br /&gt;
* [[Toleranzkirche]]&lt;br /&gt;
* [[Schlesische Bethäuser]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Grenz- und Zufluchtskirchen Schlesiens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gerhard Eberlein: &amp;#039;&amp;#039;Die schlesischen Grenzkirchen im XVII. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Jg. 1901, S.&amp;amp;nbsp;31–64.&lt;br /&gt;
* Theodor Otto G. Wotschke: &amp;#039;&amp;#039;Die Grenzkirche in Weigmannsdorf. Ihre Patrone und Pastoren.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Korrespondenzblatt d. Vereins f. Gesch. der ev. Kirche Schlesiens&amp;#039;&amp;#039;. Jg. 1913, S.&amp;amp;nbsp;285–315.&lt;br /&gt;
* Günther Grundmann: &amp;#039;&amp;#039;Der evangelische Kirchenbau in Schlesien.&amp;#039;&amp;#039; 1970, Frankfurt/Main.&lt;br /&gt;
* Ulrich Hutter-Wolandt: &amp;#039;&amp;#039;Die Grenzkirche in Podrosche.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Schlesischer Gottesfreund&amp;#039;&amp;#039; 46 (1995), S.&amp;amp;nbsp;39–49.&lt;br /&gt;
* Alfred Schirge: &amp;#039;&amp;#039;Grenzkirchen und Zufluchtskirchen des 17. und 18. Jahrhunderts in der Kurmark Brandenburg für Evangelische in Schlesien.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte&amp;#039;&amp;#039; 62 (1999), S.&amp;amp;nbsp;77–81.&lt;br /&gt;
* Reinhard Fritsch: &amp;#039;&amp;#039;Die Grenzkirche zu Nieder-Wiesa&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Schlesischer Gottesfreund&amp;#039;&amp;#039;, März/April 2001, S.&amp;amp;nbsp;19–21.&lt;br /&gt;
* Reiner Sörries: &amp;#039;&amp;#039;Von Kaisers Gnaden – Protestantische Kirchenbauten im Habsburger Reich.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-412-20154-8, S. 104–108.&lt;br /&gt;
* [[Lars-Arne Dannenberg]], [[Matthias Donath]], Eike Thomsen, [Übers. Wojciech Wagner]: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Herr, Gott, du bist unsere Zuflucht für und für&amp;quot; : Grenz- und Zufluchtskirchen Schlesiens. &amp;quot;W Tobie, Panie, moja ucieczka&amp;quot; : Ślaskie kościoly graniczne i ucieczkowe.&amp;#039;&amp;#039; Via-Regia-Verlag, Olbersdorf 2012, ISBN 978-3-944104-01-0.&lt;br /&gt;
* Catharine Hof: &amp;#039;&amp;#039;Holzkirchen in Schlesien. Untersuchungen an Holzkonstruktionen des 16. bis 18. Jahrhunderts in der Woiwodschaft Waldenburg.&amp;#039;&amp;#039; Materialien zu Bauforschung und Baugeschichte 9. Institut für Baugeschichte der Universität Karlsruhe, 1999. [https://www.academia.edu/15417805/Holzkirchen_in_Schlesien_Untersuchungen_an_Holzkonstruktionen_des_16_bis_18_Jahrhunderts_in_der_Woiwodschaft_Waldenburg_Diss_TH_Karlsruhe_1999|a Digitale Version].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengebäude in Schlesien| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentumsgeschichte (Frühe Neuzeit)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Protestantische Architektur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Schlesien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Böhmens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum in Böhmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grenzüberschreitender Verkehr]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Altsprachenfreund</name></author>
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