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	<title>Gregorius - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Inhalte: &lt;/span&gt; + wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel| behandelt das literarische Werk Gregorius; für weitere Bedeutungen siehe [[Gregorius (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Der gute Sünder&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;guoter sündaere&amp;#039;&amp;#039;) ist eine in [[Versdichtung|Versen]] verfasste [[mittelhochdeutsch]]e höfische [[Legende]] von [[Hartmann von Aue]], welche um 1186 bis 1190 datiert wird&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Neumann / Waltraud Fritsch-Rößler: Hartmann von Aue – Gregorius. Reclam, Stuttgart 2011. S. 321&amp;lt;/ref&amp;gt; und auf einer französischen Vorlage eines unbekannten Autors basiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Im [[Prolog (Literatur)|Prolog]] des &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039; entwickelt Hartmann allgemeine theologische Gedanken über Schuld und Buße. Herausgehoben ist seine Warnung vor dem &amp;#039;&amp;#039;zwîvel&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[desperatio]]&amp;#039;&amp;#039;) (V. 56–75) und die Darstellung des biblischen [[Barmherziger Samariter|Samaritergleichnisses]] (Lk. 10, 30–35; V. 97–143). Dieses vermengt er mit anderen biblischen [[Gleichnis]]sen und deren zeitgenössischer Auslegung. Außerdem warnt er vor dem &amp;#039;&amp;#039;vürgedanc&amp;#039;&amp;#039;, worunter wohl die Sünde der &amp;#039;&amp;#039;[[praesumptio]]&amp;#039;&amp;#039; zu verstehen ist (V. 7–34).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die eigentliche Erzählung beginnt mit der Vorgeschichte des armen Sünders, nämlich der Biographie seiner Eltern (V. 177–922). Der Herr des Landes [[Aquitanien]] (&amp;#039;&amp;#039;Equitânjâ&amp;#039;&amp;#039;), der nach dem Tod seiner Gattin seine zwei Kinder allein aufzuziehen hat, gerät selbst unerwartet auf das Sterbebett und wird hier von Reue erfasst, die Tochter nicht versorgt zu haben (V. 239–242). So empfiehlt er das Heil der Tochter dem Sohn (V. 259ff.) und präfiguriert so den [[Inzest]] der beiden (V. 273–410), zu dem die Einflüsterungen des [[Teufel]]s noch beitragen. Die Frucht des geschwisterlichen Beischlafes ist dann das später Gregorius genannte Kind (V. 411–500), das auf den Rat eines väterlichen Freundes in einen Kasten gesteckt und in einem Kahn auf das Meer geschickt wird, auf dass Gott es – gemäß seiner Bestimmung – verderben lasse oder an ein fernes Ufer treibe, wo es gerettet werde. Derweil begibt sich der Bruder auf einen [[Kreuzzug]] und stirbt (V. 501–922). Zu dem Knaben im Kasten werden aber 20 Mark Gold und eine Tafel beigelegt, die die vornehme Herkunft des Kindes bescheinigt (V. 719–751).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das weitere Heranwachsen des Kindes wird nun in Vers 923–1824 (bzw. 1841) beschrieben: Der Knabe wird auf eine [[Kanalinseln|Kanalinsel]] getrieben und von dem Abt eines Klosters aus dem Wasser gefischt und in die Obhut einer Fischerfamilie gegeben, derweil der Geistliche selbst die Erziehung und auch die Taufe des Gregorius (V. 1136) übernimmt. Eine umfangreiche Bildung des Knaben und auch einige argumentative Finten des Abtes vermögen jedoch nicht zu verhindern, dass der herangereifte Knabe, statt sich in den Stand der Geistlichkeit zu fügen, [[Ritter]] werden will, was aber auch daher kommt, dass er von seiner sündigen Herkunft erfuhr. Der Standeswechsel wird aber mit der Übergabe der Herkunftstafel belastet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurde mit den Wassermotiven, die an den [[Bibel|biblischen]] [[Jona]] und deutlicher noch an [[Mose]]s erinnerten, noch eine Heilswendung in Aussicht gestellt, verfertigt sich mit dem Verlassen des Klosters nun erst einmal das [[Ödipus|ödipale]] Inzest-Motiv des Eingangsberichts. Die Verse 1825–2750 berichten, wie der Jungritter eine Stadt von einem Belagerer befreit. Dass es sich bei der Herrin der Stadt, die als alleinregierende Frau so die Begehrlichkeit eines „Römerherzogs“ (V. 1999) geweckt hatte, um die Mutter des Gregorius handelt, ist schon mit den Versen 899–922 aufgedeckt worden, sodass die „Verfertigung des Schicksals“ durchsichtig bleibt. Der um seine &amp;#039;&amp;#039;êre&amp;#039;&amp;#039; bemühte Gregorius stellt sich so dem Zweikampf mit dem Belagerer und freit, nachdem er diesen gewonnen hat, die Herrin der Stadt, die so zu seiner Gattin wird. Erst eine Magd (V. 2295ff.) entdeckt das Geheimnis des neuen Herren, der seine auf der mitgeführten Tafel dokumentierte Abkunft täglich beweint, und verrät dies an ihre Herrin, die so erfährt, dass sie Mutter und Gattin desselben Mannes ist (V. 2471ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Reue]] wegen der Tat, die für die Mutter zudem eine Wiederholungstat ist, fordert empfindlichere [[Buße (Religion)|Bußen]]. Während die zuvor schon einem christlichen Lebenswandel zugeneigte Mutter den Schleier nimmt und auf [[Hab und Gut]] verzichtet, zieht sich Gregorius auf einen Felsen zurück, auf den er sich von einem Fischer ketten lässt. Die Verse 2751–3136 beschreiben diese ungewöhnlich scharfe und 17 Jahre (V. 3139) währende Buße. Nach dem Tod des [[Papst]]es in [[Rom]] (V. 3144) erscheint der [[Gott|Herr]] den zwei als Papstnachfolger favorisierten Kardinälen und verkündet ihnen, einen [[Heiliger|heiligen Mann]], der auf einer Insel in Aquitanien lebe, als nächsten Papst bestimmt zu haben. Die Verse 3137–3740 berichten, wie der „Erwählte“ gesucht und gefunden wird. Der Romreise, Papstkrönung und Lossprechung der Mutter (V. 3741–3958) schließt sich dann noch ein resümierender und vermeintlich falsche Schlussfolgerungen (&amp;#039;&amp;#039;[[praesumptio]]&amp;#039;&amp;#039;) abwehrender [[Nachwort|Epilog]] (V. 3959–4006) an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturgeschichtliche Einordnung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Codex Manesse Hartmann von Aue.jpg|mini|Herr Hartmann von Aue (idealisierte Miniatur im [[Codex Manesse]], fol. 184v, um 1300)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Gregorius im Werk Hartmanns ===&lt;br /&gt;
Die Entstehung des &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039; lässt sich zwischen [[1187]]/[[1189|89]] oder [[1190]] und [[1197]] datieren. Im Werk selbst steht wenig, was helfen könnte, es zeitlich genau einzuordnen. Innerhalb der Werkchronologie Hartmanns wird er aus stilistischen Gründen als zweites Großwerk nach dem &amp;#039;&amp;#039;[[Erec]]&amp;#039;&amp;#039; und vor dem &amp;#039;&amp;#039;[[Der arme Heinrich|Armen Heinrich]]&amp;#039;&amp;#039; und dem &amp;#039;&amp;#039;[[Iwein]]&amp;#039;&amp;#039; angesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des Prologs, in dem sich der Dichter von den auf weltlichen Lohn zielenden Werken seiner Jugend abwendet, hat man den &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039; lange als Alterswerk Hartmanns gesehen. Die programmatischen Aussagen müssen jedoch keine biographische Relevanz besitzen, sondern sind durch den Legendenstoff weitgehend [[Topos (Geisteswissenschaft)|topisch]] vorgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stoff und Quelle ===&lt;br /&gt;
Der Stoff des Gregorius dürfte Hartmann in der anonymen [[altfranzösisch]]en Erzählung &amp;#039;&amp;#039;[[Vie du pape Grégoire]]&amp;#039;&amp;#039; bekannt geworden sein, dieses französische Werk gilt in der Wissenschaft als „direkte Vorlage“.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Neumann / Waltraud Fritsch-Rößler: Hartmann von Aue – Gregorius. Reclam, Stuttgart 2011. S. 322&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Datierung des französischen &amp;#039;&amp;#039;Grégoire&amp;#039;&amp;#039; ist umstritten, wird aber meist in der Mitte des 12. Jahrhunderts angesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Cormeau, Christoph; Störmer, Wilhelm: Hartmann von Aue. Epoche, Werk, Wirkung. Zweite, überarbeitete Auflage. München 1993. S. 123&amp;lt;/ref&amp;gt; Hartmann von Aue hat dabei die Grundideen der Erzählung unverändert gelassen, jedoch besonders im Religiösen sowie in der Darstellung des Höfischen Ergänzungen vorgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv des Mutter-Sohn-[[Inzest]]s, der anschließenden Selbstbestrafung und schließlich der Reinigung des Helden führt bis zur antiken [[Ödipus]]-Sage zurück, die jedoch allenfalls auf Umwegen über andere Erzählungen in die mittelalterliche Literatur vor 1200 eingegangen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderer Traditionsstrang war der Typus des christlichen Sünderheiligen, wie ihn [[Maria Magdalena]] repräsentiert. Seit dem 10. Jahrhundert war die besondere Form des Inzestheiligen bekannt, dessen ältester Vertreter [[Metro von Verona]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein doppelter Inzest ist Gegenstand der [[Albanus]]-Legende aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Aufgrund der zeitlichen Nähe zu den Gregorius-Erzählungen ist eine Beeinflussung möglich, wegen der ungenauen Datierung beider Werke ist das Abhängigkeitsverhältnis jedoch kaum zu ermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutungsansätze ===&lt;br /&gt;
Der Gregorius der Legende lässt sich mit keinem historischen [[Gregor|Papst dieses Namens]] identifizieren, doch wird zumeist angenommen, dass die Geschichte insbesondere volkstümliche Erzählungen über [[Gregor der Große|Gregor den Großen]] verarbeitet: Dieser war 593 der erste [[Mönch]] gewesen, der zum Papst gewählt wurde, und dieser Umstand bildete wohl den Ausgangspunkt der fiktiven Berichte über eine obskure Herkunft und ein sündiges Vorleben. Dies muss nicht heißen, dass ein mittelalterliches Publikum die Vita als fiktiv angesehen hätte. Bereits im Prolog wird thematisiert, dass mit der Erzählung „Wahrheit“ vermittelt werden soll. Die Überlieferung des &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039; mit anderen historisch-heilsgeschichtlichen Werken belegt, dass er tatsächlich nicht als erfundene Erzählung verstanden wurde. Das belegen auch [[Patrozinium|Kirchenpatrozinien]] wie [[St. Gregorius im Elend]] (&amp;#039;&amp;#039;St. Gregorius im [[Elend (Zustand)|Exil]]&amp;#039;&amp;#039;), die sich auf die Bußjahre des Gregorius beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesamte Erzählung wird in der Forschung sehr gegensätzlich interpretiert, nur der Zielpunkt ist unumstritten: Gregorius erreicht mit dem Amt des Papstes die endgültige Entsühnung und Heilsgewissheit. Kein Konsens in der Forschung herrscht jedoch bei der Frage, ob Gregorius durch das Verlassen des Klosters sich erneut schuldig macht oder dies ein zwingender Schritt zu seiner Heilserlangung sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überlieferung und Leserinteresse ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Gregorius3r.jpg|mini|Eine Handschrift des Gregorius aus dem 2. Viertel des 14. Jahrhunderts (Salzburg, Universitätsbibl., Cod. M I 137, 2r–3v).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039; ist in sechs [[Manuskript|Handschriften]] und fünf [[Fragment (Literatur)|Fragmenten]] von der Mitte des 13. bis ins 15. Jahrhundert überliefert, die mehrheitlich dem [[oberdeutsch]]en Sprachraum angehören. Nur vom &amp;#039;&amp;#039;Iwein&amp;#039;&amp;#039; gibt es unter den Werken Hartmanns mehr Textzeugen. Nur zwei Textzeugen überliefern allerdings auch den Prolog des „Gregorius“.&amp;lt;ref&amp;gt;Cormeau, Christoph; Störmer, Wilhelm: Hartmann von Aue. Epoche, Werk, Wirkung. Zweite, überarbeitete Auflage. München 1993. S. 20&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Codices sind sorgfältig ausgeführt, [[Buchmalerei|illustrierte]] Repräsentationshandschriften sind jedoch nicht darunter. Der Prolog fehlt in den beiden ältesten und in der jüngsten Handschrift, ansonsten ist die Überlieferung relativ konstant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vollständigen Abschriften finden sich alle in [[Sammelhandschrift]]en, die [[höfische Epik|höfische Epen]] aus dem historisch-[[Heilsgeschichte|heilsgeschichtlichen]] Bereich überliefern, wie [[Der Stricker|Strickers]] &amp;#039;&amp;#039;Karl&amp;#039;&amp;#039; (Handschrift A) oder [[Seifrit]]s &amp;#039;&amp;#039;Alexander&amp;#039;&amp;#039; (E), oder in Kombination mit höfischer Versdidaktik [[Freidank]]s (D) und des [[Winsbecke]]n (L). Ab dem 14. Jahrhundert wird der &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039; auch mit [[Heiligenlegende|Legenden]] und anderen geistlichen Texten überliefert. Nur in Handschrift B (14. Jahrhundert) findet sich mit [[Konrad von Würzburg|Konrads von Würzburg]] &amp;#039;&amp;#039;Alexius&amp;#039;&amp;#039; eine ähnliche höfische Verslegende. Stoffe, die als fiktiv verstanden wurden, sind nicht in die Sammelhandschriften aufgenommen worden – ein klares Indiz dafür, dass auch die &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039;-Erzählung als ‚Realität‘ aufgefasst wurde. Auch die anderen Romane Hartmanns gehören nicht zur Mitüberlieferung des &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bearbeitungen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039; wurde bis 1450 in drei lateinischen und zwei deutschen Adaptionen verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutend ist insbesondere die lateinische Bearbeitung [[Arnold von Lübeck|Arnolds von Lübeck]], Abt des [[St. Johanniskloster (Lübeck)|Johannisklosters]] in [[Lübeck]]. Seine &amp;#039;&amp;#039;Gesta Gregorii Peccatoris&amp;#039;&amp;#039; entstanden bereits zwischen 1210 und 1213 im Auftrag des [[Welfen]]herzogs [[Wilhelm von Lüneburg|Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg]]. Arnold veränderte vor allem die laienhaften theologischen Aussagen des höfischen Dichters zum Teil stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit etwa 1330 ist der Stoff in ganz Europa durch die Aufnahme in die [[Exemplum|Exempelsammlung]] &amp;#039;&amp;#039;[[Gesta Romanorum]]&amp;#039;&amp;#039; verbreitet gewesen. Die Gregorius-Legende geht wahrscheinlich eher auf den altfranzösischen &amp;#039;&amp;#039;Grégoire&amp;#039;&amp;#039; zurück, als auf Hartmanns Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Sammelhandschriften aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts enthalten den &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039; in einer lateinischen [[Hexameter]]fassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1300 entstand ein deutsches [[Plenar]], in dem die Legende als Exempel an eine Predigt gekoppelt wurde. Das Plenar wurde 1492 in Lübeck und später mehrfach in [[Basel]] gedruckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Prosaauflösung|Prosaversion]] ging Hartmanns Werk in die populärste deutsche Legendensammlung &amp;#039;&amp;#039;[[Der Heiligen Leben]]&amp;#039;&amp;#039; ein (über 150 Handschriften und mehr als 40 Drucke zwischen 1471 und 1521). Der &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039; wird hier dem 28. November zugeordnet. Noch 1692 nimmt der Kapuzinerpater [[Martin von Cochem]] diese Fassung in sein &amp;#039;&amp;#039;Außerlesenes History-Buch&amp;#039;&amp;#039; auf. Über den Weg des Predigtexempels gelangte sie im 18. Jahrhundert in die Sphäre des [[Volksbuch]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Zürcher Handschrift des 15. Jahrhunderts (C 28) gelangte der &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039; in einen anderen Überlieferungskontext. Die Zusammenstellung weltlich-erbaulicher Unterhaltungsliteratur mit der [[Willehalm]]-Trilogie, der Prosaversion des &amp;#039;&amp;#039;Georgs&amp;#039;&amp;#039; von [[Reinbot von Durne]] und anderen Texten aus den &amp;#039;&amp;#039;Gesta Romanorum&amp;#039;&amp;#039; und des &amp;#039;&amp;#039;[[Schachzabelbuch]]es&amp;#039;&amp;#039; von [[Konrad von Ammenhausen]] steht im Zusammenhang mit der zeitgenössischen [[Ritterrenaissance]], die einer vergangenen höfischen Kultur nachtrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem 15. Jahrhundert ist eine Buchanzeige aus der Schreibwerkstatt des [[Diebold Lauber]] überliefert, die eine Handschrift von &amp;#039;&amp;#039;sante gregorius dem súnder&amp;#039;&amp;#039; zum Kauf anbietet. Welche Version sich dahinter verbarg, ist heute nicht mehr festzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Editionsgeschichte ===&lt;br /&gt;
Seit [[Karl Lachmann|Lachmanns]] Gregorius-Ausgabe von 1838 wird Handschrift A als Leithandschrift genutzt. Die nur noch in Abschriften vorliegende Handschrift B wurde jedoch zunehmend für die Texterstellung herangezogen, so von [[Burghart Wachinger]], der 1984 die Edition der [[Altdeutsche Textbibliothek]] neu bearbeitete. Diese war erstmals 1882 von [[Hermann Paul (Germanist)|Hermann Paul]] herausgegeben und seit 1929 von [[Albert Leitzmann]], ab 1959 von [[Ludwig Wolff (Germanist)|Ludwig Wolff]] mehrfach überarbeitet worden. 2004 edierte [[Volker Mertens]] den Gregorius für die [[Bibliothek deutscher Klassiker (Deutscher Klassiker Verlag)|Bibliothek deutscher Klassiker]] neu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Moderne Bearbeitungen ===&lt;br /&gt;
Mit der Romantik wurde das Interesse an den alten [[Volksbuch|Volksbüchern]] wach, und auch der &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039; wurde 1839 von [[Karl Simrock]] in eine Kompilation &amp;#039;&amp;#039;für jeden gefühlvollen Leser&amp;#039;&amp;#039; aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neuzeit bearbeitete [[Franz Theodor Kugler|Franz Kugler]] den &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039; in einer [[Ballade (Gedicht)|Ballade]] (1832), die [[Carl Loewe]] als fünfsätzige &amp;#039;&amp;#039;Legende&amp;#039;&amp;#039; für Gesang und Klavier vertonte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bei weitem bedeutendste Bearbeitung erfuhr das Hartmannsche Werk in dem Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Der Erwählte]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Thomas Mann]] (1951).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Düsseldorfer [[Theater der Klänge]] erarbeitete 2004 aus den beiden Stoffen von Hartmann von Aue und Thomas Mann die Theaterfassung „Gregorius auf dem Stein“. 2012 folgt die Verfilmung dieses Stoffes durch das Theater der Klänge / Klangfilm.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.theater-der-klaenge.de/produktionen/gregorius/zentrum.php?lang=1 www.theater-der-klaenge.de – Gregorius] abgerufen am 22. Februar 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Textausgaben ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hartmann von Aue: Gregorius, Der arme Heinrich, Iwein&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. und übersetzt von Volker Mertens. Frankfurt am Main 2004 (Bibliothek des Mittelalters 6; Bibliothek deutscher Klassiker 189). ISBN 3-618-66065-0&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gregorius&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. v. Hermann Paul, neu bearb. v. Burkhart Wachinger (Altdeutsche Textbibliothek 2), Tübingen 2004. ISBN 3-484-20001-4&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gregorius.&amp;#039;&amp;#039; Nach dem Text von [[Friedrich Neumann (Germanist)|Friedrich Neumann]] neu hrsg., übers. und kommentiert von Waltraud Fritsch-Rößler. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-018764-7.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gregorius – Der arme Heinrich. Text – Nacherzählung – Worterklärungen&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. von Ernst Schwarz. Darmstadt (WBG) 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einführungen ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Eine gute Einführung zum Gregorius bietet Volker Mertens im Nachwort der Textausgabe. Umfassende Bibliographien finden sich im Artikel [[Hartmann von Aue]].&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Christoph Cormeau]], Wilhelm Störmer: &amp;#039;&amp;#039;Hartmann von Aue. Epoche – Werk – Wirkung.&amp;#039;&amp;#039; 2., überarb. Auflage. Beck, München 1998, ISBN 3-406-30309-9.&lt;br /&gt;
* [[Hugo Kuhn]], Christoph Cormeau (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hartmann von Aue&amp;#039;&amp;#039;. (= &amp;#039;&amp;#039;[[Wege der Forschung]]&amp;#039;&amp;#039;; Bd. 359). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1973, ISBN 3-534-05745-7 &amp;lt;small&amp;gt;(Sammlung wichtiger älterer Aufsätze)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Ulrike Beer: &amp;#039;&amp;#039;Das Gregorius-Motiv. Hartmanns von Aue „Gregorius“ und seine Rezeption bei Thomas Mann&amp;#039;&amp;#039;. Meldorf 2002.&lt;br /&gt;
* D. Duckworth: &amp;#039;&amp;#039;Gregorius. A Medieval Man’s Discovery of his True Self&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Göppinger Arbeiten zur Germanistik]].&amp;#039;&amp;#039; Band 422). Kümmerle Verlag, Göppingen 1985, ISBN 3-87452-648-8.&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Ernst]]: &amp;#039;&amp;#039;Der „Gregorius“ Hartmanns von Aue. Theologische Grundlagen – legendarische Strukturen – Überlieferung im geistlichen Schrifttum&amp;#039;&amp;#039; (=Ordo 7). Köln u.&amp;amp;nbsp;a. 2002&lt;br /&gt;
* Oliver Hallich, &amp;#039;&amp;#039;Poetologisches, Theologisches. Studien zum „Gregorius“ Hartmanns von Aue&amp;#039;&amp;#039; (=Hamburger Beiträge zur Germanistik 22). Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. u.&amp;amp;nbsp;a. 1995.&lt;br /&gt;
* Sylvia Kohushölter: &amp;#039;&amp;#039;Die lateinische und deutsche Rezeption von Hartmanns von Aue „Gregorius“ im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation Münster 2000/2001. Niemeyer, Tübingen 2006, ISBN 978-3-484-15111-6&lt;br /&gt;
* [[Volker Mertens]]: &amp;#039;&amp;#039;Gregorius Eremita: Eine Lebensform des Adels bei Hartmann von Aue in ihrer Problematik und ihrer Wandlung in der Rezeption&amp;#039;&amp;#039;; (=Münchner Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, hg. v. d. Kommission f. dt. Literatur d. Mittelalters der Bayerischen Akademie d. Wissenschaften, 67). Zürich u. München 1978.&lt;br /&gt;
* R. Zäck: &amp;#039;&amp;#039;Der „guote sündaere“ und der „peccator precipuus“. Eine Untersuchung zu den Deutungsmodellen des „Gregorius“ Hartmanns von Aue und der „Gesta Gregorii Peccatoris“ Arnolds von Lübeck, ausgehend von den Prologen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Göppinger Arbeiten zur Germanistik]].&amp;#039;&amp;#039; Band 502). Kümmerle Verlag, Göppingen 1989, ISBN 3-87452-739-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://cgi-host.uni-marburg.de/~mrep/liste_inhalt.php?id=149 Handschriftencensus] (Verzeichnis der überlieferten Handschriften)&lt;br /&gt;
* [http://bibliographien.mediaevum.de/bibliographien/gregorius.htm Bibliographie bei Mediaevum.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Hardenacke</name></author>
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