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	<title>Grazer Hochschulstudio - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T05:50:24Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Grazer_Hochschulstudio&amp;diff=2596963&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Vfb1893: BKL Wanderbühne aufgelöst</title>
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		<updated>2023-07-20T13:49:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;BKL &lt;a href=&quot;/index.php/Wanderb%C3%BChne&quot; title=&quot;Wanderbühne&quot;&gt;Wanderbühne&lt;/a&gt; aufgelöst&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grazer Hochschulstudio&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war von 1946 bis 1950 ein [[Ensemble (Theater)|Theaterensemble]] von [[Student]]en in [[Graz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Das ‚Hochschulstudio&amp;#039; wurde nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] in Graz von Studenten als [[Studententheater]] gegründet. Neben dem realen Hunger nach dem Krieg, bedingt durch die Knappheit der Lebensmittel, versuchten die Studenten im Alter zwischen 20 und 30 Jahren auch ihren geistigen Hunger zu stillen und an die freie Literatur anzuknüpfen, die vor dem [[Nationalsozialismus]] da war und in Antiquariaten oder [[Flohmarkt|Fetzenmärkten]] gekauft wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hellmuth Himmel]], späterer Ordinarius der [[Universität Graz]], [[Rudolf Kellermayr]], späterer Direktor des [[Akademisches Gymnasium (Graz)|Akademischen Gymnasiums]] in Graz, Willy Haring, späterer Oberregierungsrat im Kulturamt der Steiermärkischen Landesregierung und [[Ulrich Baumgartner (Kulturmanager)|Ulrich Baumgartner]], späterer Intendant der [[Wiener Festwochen]], gründeten das ‚Hochschulstudio&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1946 wurde programmatisch mit [[Georg Büchner]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Leonce und Lena]]&amp;#039;&amp;#039; begonnen. Gleichzeitig begann die Gruppe mit dem &amp;#039;&amp;#039;Studentenbrettl&amp;#039;&amp;#039; ein literarisches [[Kabarett]] im Mensasaal des Studentenhauses, wo Hellmuth Himmel und [[Emil Breisach]], später steirischer Rundfunkintendant und Mitbegründer des [[Forum Stadtpark]], die meisten Texte beitrugen. Im Herbst inszenierte Harald Kopp, späterer Leiter der ‚Tellerwäscher‘ und Direktor der &amp;#039;Grazer Komödie&amp;#039; nach [[William Shakespeare]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Maß für Maß]]&amp;#039;&amp;#039; die damals noch gewagte Übersetzung von [[Hans Rothe (Schriftsteller)|Hans Rothe]] &amp;#039;&amp;#039;Zweierlei Maß&amp;#039;&amp;#039;. Die Bühnenbilder schuf der Maler [[Franz Rogler]]. Um das Akademische zu betonen, wurde zwischen den Szenen aus der Schlegel-Tieckschen Übersetzung gelesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald trat die erste Krise ein. Fast alle standen als [[Heimkehrer]] aus dem Krieg vor ihren Abschlussprüfungen. Die vielen Proben raubten die Zeit für das Studium. Das Ensemble schrumpfte. Aber es ergab sich, dass studierende Schauspieler der Universität dazu kamen. Das ließ das ‚Hochschulstudio&amp;#039; mit der Zeit zu einem wirklichen Theater werden. Es führte aber auch zu Konflikten mit der Bühnengewerkschaft, obwohl das Geschäftliche und Organisatorische immer sekundär blieb. Man spielte wie bei den alten [[Tourneetheater|Wanderbühnen]] auf Teilung: alle Mitwirkenden bis zum Billeteur und zur Kassierin erhielten pro Abend zehn Schilling. Bei geringen Einnahmen gingen Alle leer aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gespielt wurde in weiterer Folge [[Oscar Wilde]]s selten gespieltes Fragment &amp;#039;&amp;#039;[[Eine florentinische Tragödie]]&amp;#039;&amp;#039; und [[Klabund]]s Lustspiel &amp;#039;&amp;#039;X Y Z&amp;#039;&amp;#039;. [[Jean-Paul Sartre]]s  &amp;#039;&amp;#039;[[Geschlossene Gesellschaft|Hinter geschlossenen Türen]]&amp;#039;&amp;#039; war das erste Werk der Moderne und die erste Aufführung eines Werkes von Sartre in Graz. Universitätsprofessor [[Konstantin Radaković]], der wärmste Förderer des ‚Hochschulstudios&amp;#039; unter den akademischen Lehrern, hielt, wie auch später bei anderen Aufführungen noch oft, eine Einführungsrede. Die Aufführung von [[Hans Kaltneker]]s Drama &amp;#039;&amp;#039;Das Bergwerk&amp;#039;&amp;#039; war eine weitere Pionierarbeit, mit der das ‚Hochschulstudio&amp;#039; auch in [[Bruck an der Mur]] und in [[Kapfenberg]] gastierte. Dem folgte [[Émile Verhaeren]]s &amp;#039;&amp;#039;Philipp II.&amp;#039;&amp;#039; mit der Gastinszenierung von Ludwig Andersen, dem späteren Schauspieldirektor, dann [[Rabindranath Tagore]]s &amp;#039;&amp;#039;Chittra&amp;#039;&amp;#039; unter der Leitung von [[Karlheinz Böhm]] und auch eine Kindervorstellung mit [[Waldemar Bonsels]] &amp;#039;&amp;#039;Weihnachtsspiel&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Erfolg produzierte das ‚Hochschulstudio&amp;#039; auch Uraufführungen österreichischer Autoren: von Emil Breisach &amp;#039;&amp;#039;Der Maler&amp;#039;&amp;#039;, von Alfred Mikesch &amp;#039;&amp;#039;Der Konnetabel&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt; Das Stück mit dem Untertitel &amp;quot;Ein dramatischer Versuch&amp;quot; ist Teil des Nachlasses von Alfred Mikesch, der sich am [[Brenner-Archiv]] der Universität Innsbruck befindet.&amp;lt;/ref&amp;gt; vom Musikforscher und späteren Gründer des Instituts für Wertungsforschung (jetzt: Institut für Musikästhetik) an der Grazer Musikakademie (jetzt: [[Universität für Musik und darstellende Kunst Graz]]) [[Harald Kaufmann]] &amp;#039;&amp;#039;Vittoria Colonna&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Bei Kaufmanns Stück, das derzeit leider als verschollen gelten muss, handelte es sich sehr wahrscheinlich um eine dramatisierte Fassung der Novelle &amp;#039;&amp;#039;[[Die Versuchung des Pescara]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Conrad Ferdinand Meyer]].&amp;lt;/ref&amp;gt; und mit besonderem Erfolg in einer Freilichtaufführung im Garten des [[Luschinschlössl]] am Rosenberg die Komödie &amp;#039;&amp;#039;Des Teufels Zeitvertreib&amp;#039;&amp;#039; von Hellmuth Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1948 im Rahmen der österreichischen Hochschulwochen wurde mit einer festlichen Aufführung im [[Meerscheinschlössl]] [[Pedro Calderón de la Barca]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Das große Welttheater]]&amp;#039;&amp;#039; in der Übersetzung von [[Joseph von Eichendorff]] gespielt. Danach übergab Ulrich Baumgartner, der über zwei schwere aber erfolgreiche Jahre als Direktor, Regisseur und Schauspieler die Hauptlast getragen hatte, die Leitung an Heinz Gerstinger, späterer Chefdramaturg in Graz, Augsburg und Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Gastspielen des &amp;#039;&amp;#039;Welttheaters&amp;#039;&amp;#039; in [[Leoben]] und [[Seckau]] wurde in Graz [[Johann Wolfgang von Goethe]] &amp;#039;&amp;#039;[[Mahomet der Prophet|Mahomet]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Voltaire]] aufgeführt. Dann Avantgarde-Theater mit dem surrealen Stück &amp;#039;&amp;#039;Sankt Nikolaus&amp;#039;&amp;#039; von [[E. E. Cummings]], wo [[Rudolf Lenz (Schauspieler)|Rudolf Lenz]], der spätere Filmstar, erstmals auf der Bühne stand. Neue Brettl-Abende und [[Christian Dietrich Grabbe]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung]]&amp;#039;&amp;#039; in einer Bearbeitung von Gerstinger in modernen Kostüme in die Gegenwart versetzt, steigerte unerwartet die Beliebtheit des ‚Hochschulstudios&amp;#039;. Mit dem Dramolett &amp;#039;&amp;#039;Das tägliche Leben&amp;#039;&amp;#039; von [[Rainer Maria Rilke]], dem Lyrikliebling der Nachkriegsjugend, wurde Rilke als Dramatiker vorgestellt. Diese Aufführung wurde vom Grazer Rundfunk übertragen. Mit &amp;#039;&amp;#039;Der Brückengeist&amp;#039;&amp;#039; von [[Julius Maria Becker]] wurde ein vergessener Expressionist neuerlich bekannt gemacht. Mit [[Fjodor Michailowitsch Dostojewski]]s &amp;#039;&amp;#039;Hellen Nächten&amp;#039;&amp;#039;, dramatisiert von [[Jörg Liebenfels]], dem jüngsten Mitglied des ‚Hochschulstudios&amp;#039;, später führendes Mitglied des [[Deutsches Theater Göttingen|Deutschen Theaters]] in [[Göttingen]], gelang eine weitere, erfolgreiche Uraufführung. Ein &amp;#039;&amp;#039;Dämonischer Abend&amp;#039;&amp;#039; mit Werken von [[Hugo von Hofmannsthal]], [[Maurice Maeterlinck]] und [[Franz Kafka]] war theaterhistorisch bedeutend, weil mit dem Fragment &amp;#039;&amp;#039;[[Der Gruftwächter]]&amp;#039;&amp;#039;, der einzigen dramatischen Arbeit von Kafka, erstmals ein Werk von Kafka zur Aufführung gebracht wurde. Das Bühnenbild dieses Abends entwarf der Maler [[Hans Fronius]]. Jahre später beanspruchte ein kleines Theater in Paris die Welturaufführung für sich. Das Hochschulstudio konnte nicht gegen diese Behauptung auftreten, weil es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bestand. &lt;br /&gt;
Im Goethejahr 1949 war geplant, den &amp;#039;&amp;#039;[[Urgötz]]&amp;#039;&amp;#039; auf der damals noch halbverfallenen [[Schloßbergbühne Kasematten|Schloßbergbühne]] aufzuführen. In brieflichen Auseinandersetzungen mit der Stadt Graz erwirkte der Rektor der Universität, [[Johann Fischl]], die Erlaubnis, dass Studenten und Arbeiter der Universität unbezahlt die Schlossbergbühne als Freilichtbühne wiederherstellen ‚durften&amp;#039;. Walter Backes, ehemaliger Paradekomiker des ‚Hochschulstudios&amp;#039;, nun Beamter im Außenministerium, späterer Botschafter in Athen, vermittelte in diesem Konflikt, sodass die Aufführung stattfinden konnte. Fritz Stöckl, späterer Fabrikdirektor in Wien, spielte den Götz, Fritz Kern den Weislingen. Die Statisterie waren englische Besatzungssoldaten. Hellmuth Himmel hat die schwierige Aufgabe des Inspizienten übernommen. Sechsmal konnte die Aufführung vor 800 Zuschauern wiederholt werden. Die Vorstellung wurde vom Wirt des Schloßbergrestaurants bekämpft. Er spielte in seinem Gastgarten  während der ganzen Vorstellung Musik. So musste Adelheid von Weislingen bei den Klängen eines Tangos sterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst 1949 wurde dem ‚Hochschulstudio&amp;#039; angeblich aus hygienischen Gründen, die weitere Nutzung des Mensasaales verboten. Man übersiedelte in den Theatersaal der Schauspielschule Neuber-Gaudernack in der Bürgergasse. Deren Direktorin nahm das ‚Hochschulstudio&amp;#039; freundlich auf. Aber die typische [[Atmosphäre (Ästhetik)|Atmosphäre]] des ‚Hochschulstudios‘ konnte nicht mehr hergestellt werden. Als man Oskar Wildes &amp;#039;&amp;#039;[[The Importance of Being Earnest|Bunbury]]&amp;#039;&amp;#039; aufführte, wurde dem ‚Hochschulstudio&amp;#039; Konkurrenzkampf mit dem Grazer Stadttheater vorgeworfen. Letzter großer Erfolg war [[Georg Kaiser]]s &amp;#039;&amp;#039;Das Floß der Medusa&amp;#039;&amp;#039;, das mit Ausnahme von zwei Erwachsenen, durchwegs von Kindern dargestellt wurde, während man sich zeitgleich in Wien nur mit jungen Schauspielern über das Stück wagte. Es folgte zu Ostern vor dem Mausoleum das Passionsspiel &amp;#039;&amp;#039;Die Mutter des [[Gestas (Schächer)|Gestas]]&amp;#039;&amp;#039;. Als letzte Vorstellungen in der Theaterschule folgten [[George Bernard Shaw]]s &amp;#039;&amp;#039;Der Schlachtenlenker&amp;#039;&amp;#039;, als Uraufführung das Schauspiel &amp;#039;&amp;#039;Die Flucht&amp;#039;&amp;#039; von Richard Trauner, noch ein Brettl und vor dem Meerscheinschlössl das Schauspiel &amp;#039;&amp;#039;Kirke&amp;#039;&amp;#039; von Gerstinger in der Kriegszeit geschrieben, mit dem unglücklichen Titel &amp;#039;&amp;#039;Menschen, Götter, Liebe.&amp;#039;&amp;#039; Gerstinger schrieb dazu: &amp;#039;&amp;#039;die Liebe der Menschen und Götter schien uns verlassen zu haben, wir hatten wenig Geld und keinen Nachwuchs, vor allem keine Nachfolger für die Führung, denn wir waren inzwischen zu alt geworden, noch ein Studententheater zu führen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heinz Gerstinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Persönliche Erinnerungen an Hellmuth Himmel und das Grazer Hochschulstudio.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die andere Welt. Aspekte der österreichischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Festschrift für Hellmuth Himmel zum 60. Geburtstag.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von Kurt Bartsch, Dietmar Goltschnigg, Gerhard Melzer, Wolfgang Heinz Schober; Francke Verlag, Bern und München 1979, ISBN 3-7720-1449-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Theatername]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theaterensemble]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kabarett (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theater (Graz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 1946]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1950]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grazer Geschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Vfb1893</name></author>
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