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	<title>Grashaus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Grunpfnul am 24. November 2025 um 14:54 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Grashaus Aachen - das erste Rathaus der Stadt Aachen.jpg|mini|Grashaus Aachen (2016)|380x380px]]&lt;br /&gt;
Das unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grashaus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bekannte Gebäude am Fischmarkt in [[Aachen]] ist nicht nur eines der ältesten Häuser der Stadt, sondern als erstes Aachener Rathaus auch von historischer Bedeutung. Es wurde im Jahr 1267 fertiggestellt, steht aber vermutlich auf noch älteren Grundmauern aus eventuell [[Karolinger|karolingischer Zeit]]. Den Namen verdankt das Grashaus dem Gras, einem mittelalterlichen [[Dorfanger]], auf dem sowohl Hinrichtungen als auch Volksfeste und angeblich auch die Beerdigungen der Hingerichteten stattfanden.&amp;lt;!--Beleg?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Erbauung fiel in eine Zeit gesellschaftlicher Veränderungen. Die aufstrebende, durch den Handel und die Herstellung von [[Tuch]]en reich gewordene Bürgerschaft forderte von den in Aachen regierenden Kaisern und Königen ab dem 12. Jahrhundert zunehmend Mitspracherechte ein. Am 8.&amp;amp;nbsp;Januar 1166 kam es zur Verleihung der [[Stadtrechte]] durch Kaiser [[Friedrich I. (HRR)|Friedrich I., Barbarossa]] und auf Basis des so genannten &amp;#039;&amp;#039;Karlsprivilegs&amp;#039;&amp;#039; zu einer Befreiung sämtlicher Einwohner von der [[Lehnspflicht|Lehnshörigkeit]] sowie zur Zollfreiheit im [[Aachener Reich]]. Ab dem Jahr 1250 übernahm schließlich ein Stadtrat mit zwei Bürgermeistern an seiner Spitze die Verwaltungsgeschäfte des königlichen [[Schöffenstuhl]]s, der fortan vor allem für die Gerichtsbarkeit zuständig war. Die damit verbundene Errichtung eines Rathauses, &amp;#039;&amp;#039;burgerhuys&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;domus civium&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;burger grass&amp;#039;&amp;#039; genannt, hatte also auch einen symbolischen Charakter und es war zugleich ein Ausdruck des Selbstbewusstseins einer aufstrebenden Bürgerschaft. Dieser Bau fand darüber hinaus die Zustimmung des 1257 in Aachen gekrönten Königs [[Richard von Cornwall]], der sich mit einer großzügigen finanziellen Spende an den Kosten beteiligte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem das Grashaus als Rathaus für die vielen feierlichen Anlässe zu klein und nicht mehr ausreichend repräsentativ geworden war, errichtete der amtierende Bürgermeister [[Gerhard Chorus]] Mitte des 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts auf den Grundmauern der verfallenen Königshalle der karolingischen [[Aachener Kaiserpfalz|Kaiserpfalz]] das neue [[Aachener Rathaus]]. Das alte Bürgerhaus diente fortan neben dem bereits bestehenden königlichen Schöffengericht am [[Katschhof]] zunächst als weitere Gerichtsstätte sowie später bis zur französischen Besatzungszeit auch als Gefängnis und Richtplatz.&lt;br /&gt;
[[Datei:AC SO Grashaus ZFB 11 031.jpg|mini|Historischer Stich der Fassade von 1861]]&lt;br /&gt;
Beim großen [[Stadtbrand von Aachen]] am 2.&amp;amp;nbsp;Mai 1656 wurde das Grashaus stark in Mitleidenschaft gezogen und einige Jahre später umfassend restauriert. Über die damalige Raumaufteilung in seinem Inneren ist nur wenig bekannt. Der Ratssaal befand sich wahrscheinlich im Obergeschoss. Gelegentlich wurde auch vermutet, dass das Bürgerhaus aus zwei weiteren Gebäuden, einem Flügelbau und einem schmalen Treppenturm, bestanden habe, zumal bei der späteren Renovierung des stark zerfallenen Gebäudes in den Jahren 1886 bis 1889 eine zugemauerte Durchgangstür und eine in Holz geschnitzte Zeichnung entdeckt wurden. Hierbei könnte es sich allerdings auch um den Zugang zu einem Abort gehandelt haben, der in einem Erker untergebracht war. In einem Hintergebäude befanden sich vermutlich eine Kornkammer und ein Salzlager. Ursprünglich gab es neben dem heutigen, vermutlich im 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert vergrößerten Torbogen zwei weitere Bogenöffnungen, deren Umrisse im Mauerwerk noch deutlich zu erkennen sind. Der Straßenboden liegt im Verhältnis zur alten Grundmauer des Gebäudes heutzutage etwa einen Meter höher als im Mittelalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurden im unteren und im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert auch im oberen Teil des Gebäudes Gefängniszellen eingerichtet, die nicht zuletzt aufgrund der weitgehenden Vermauerung der drei [[Spitzbogenfenster]] sehr dunkel gewesen sein müssen. Die Zellen trugen oft die Namen der zum Tode Verurteilten, die dort auf die Vollstreckung warteten. Die Haftbedingungen waren jedoch offenbar derart katastrophal, dass die französische Verwaltung im Grashaus keine Untersuchungshäftlinge mehr unterbringen wollte und in dem 1802 aufgelösten Kloster der Minoriten bei [[St. Nikolaus (Aachen)|St. Nikolaus]] in der Großkölnstraße ein neues Gefängnis einrichten ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im oberen Mauergeschoss befinden sich sieben [[Blendarkaden]], in deren Nischen sich Statuen befinden. Lange Zeit ging man davon aus, dass es sich bei diesen Figuren um die älteste Darstellung der sieben Kurfürsten handelte, die im Mittelalter bis zur frühen Neuzeit den römisch-deutschen Kaiser gewählt haben. Doch der Historiker [[Armin Wolf (Historiker)|Armin Wolf]], ehemals wissenschaftlicher Referent am [[Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte]] in Frankfurt, vermutet, dass hier jeweils drei geistliche und weltliche Fürsten abgebildet seien, die [[Rudolf I. (HRR)|Rudolf&amp;amp;nbsp;I. von Habsburg]] im Jahr 1273 zum König gewählt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Armin Wolf: &amp;#039;&amp;#039;Wer sind die sieben Statuen am Aachener „Gras“? Brisante Konsequenzen für die Rechtsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[MaxPlanckForschung|MPG-Spiegel]]&amp;#039;&amp;#039;, 1987, Band 2, S. 9–11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser stelle selbst die Figur in der Mitte dar, deren [[Arkade]] die übrigen sechs deutlich überrage. Außerdem halte er in seiner Hand als Königssymbol die [[Heilige Lanze]]. Auch die Entstehungszeit stellt Wolf in Frage: Die Statuen seien nicht, wie ursprünglich angenommen, im Jahr 1267 unter König Richard von Cornwall aufgestellt worden, sondern mindestens sechs Jahre später, da der Brite lediglich drei Stimmen erhalten habe: jene der Erzbischöfe von Köln und Mainz sowie des [[Kurpfalz#Pfalzgrafen bei Rhein|Pfalzgrafen bei Rhein]]. Für Rudolf von Habsburg hingegen votierten gemäß Wolf im Jahr 1273 sechs Kurfürsten und der siebte, der König von Böhmen, [[Ottokar&amp;amp;nbsp;II. Přemysl]], habe selbst das römisch-deutsche Königtum beansprucht und daher an dieser Wahl nicht teilgenommen. Immerhin handele es sich, so Wolf, bei den Statuen um die älteste bekannte Darstellung der Königswähler. Die heute vorhandenen Figuren sind allerdings lediglich Nachbauten, die 1882 im Rahmen einer umfassenden Restaurierung des Figurenfrieses nach Plänen des Aachener Baumeisters [[Robert Ferdinand Cremer]] ersetzt wurden, wobei die Figuren selbst vom Aachener Bildhauer [[Wilhelm Pohl (Bildhauer)|Wilhelm Pohl]] zwischen 1886 und 1889 angefertigt wurden. Die Originale gelten seit Ende des Zweiten Weltkriegs als verschollen, lediglich die Überreste einer einzigen Statue lagern noch in der [[Burg Frankenberg (Aachen)|Burg Frankenberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Aachen stadtarchiv.jpg|mini|Eingangstor mit altem Torbogen und Inschrift unter dem Sims (2009)]]&lt;br /&gt;
Nach dem Ende der französischen Besatzungszeit fand sich keine Verwendung mehr für das Grashaus, sodass es immer mehr zur Ruine verfiel und im Jahr 1837 sogar abgerissen werden sollte. Doch Aachener Kunstfreunde veranlassten fast fünfzig Jahre später eine vollständige Restaurierung und Renovierung. Lediglich die Frontseite blieb erhalten; der Rest des Gebäudes musste nach alten Vorlagen neu errichtet, aber auch mit einem neuen Seitenflügel erweitert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Joseph Laurent]]: &amp;#039;&amp;#039;Das neuerrichtete Archiv und Bibliotheksgebäude der Stadt Aachen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins]]&amp;#039;&amp;#039;, 1897, Band 19, Heft 1, S. 1–20; [{{canonicalurl:commons:File:Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 19.pdf|page=11}} Wikimedia Commons]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ebenfalls um 1888 wurde die auf einem Steinband unterhalb des Gesimses zum Obergeschoss angebrachte Inschrift erneuert, die laut dem Aachener Chronisten [[Peter von Beeck]] offenbar bereits 1267 unter König Richard von Cornwall ins Grashaus eingemeißelt wurde und den Anfang der so genannten [[Urbs Aquensis|Aachen-Hymne]] beschreibt: &amp;#039;&amp;#039;VRBS AQUENSIS, VRBS REGALIS, REGNI SEDES PRINCIPALIS, PRIMA REGUM CVRIA&amp;#039;&amp;#039;, übersetzt: „Stadt der Wasser, Königsstadt, Hauptsitz der Könige, erster Königshof des Reiches.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.inschriften.net/aachen-stadt/inschrift/nr/di032-0010.html#content Eintrag] in [[Deutsche Inschriften Online]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Inschrift wurde ergänzt durch die Worte: &amp;#039;&amp;#039;HANC DOMVM FECIT MAGISTER HENRICVS ANNO DOMINI MCCLX SEPTIMO REGNANTE REGE RICARDO&amp;#039;&amp;#039;. „Dieses Haus hat Meister Heinrich im Jahre des Herrn 1267 unter der Regierung Richards erbaut.“ Nach dieser großen Umbauphase beherbergte das Grashaus das [[Stadtarchiv Aachen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktuelles ==&lt;br /&gt;
Das Stadtarchiv wurde 2012 aus Platzgründen in das Gebäude der ehemaligen [[Rhein-Nadel Automation|Rheinnadel GmbH]] am Reichsweg verlegt. Seit 2015 ist das Grashaus die &amp;#039;&amp;#039;Station Europa&amp;#039;&amp;#039; des historischen Stadtrundganges &amp;#039;&amp;#039;[[Route Charlemagne (Aachen)|Route Charlemagne]]&amp;#039;&amp;#039;. Im Grashaus befindet sich jetzt das &amp;#039;&amp;#039;EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen,&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;homepage-europe-direct&amp;quot;&amp;gt;[https://www.europedirect-aachen.de Website] des EUROPE DIRECT Informationsbüros Aachen.&amp;lt;/ref&amp;gt; die [[Initiative Europäische Horizonte]], die Karlspreisstiftung und das &amp;#039;&amp;#039;Europäische Klassenzimmer&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AZ-15.01.2015&amp;quot;&amp;gt;[https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region-aachen/aachen/in-diesen-mauern-steckt-jede-menge-europa/3403756.html &amp;#039;&amp;#039;In diesen Mauern steckt jede Menge Europa&amp;#039;&amp;#039;.] [[Aachener Zeitung]], 15. Januar 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Emil Fromm |Titel=Festschrift aus Anlass der Eröffnung des Bibliotheksgebäudes der Stadt Aachen |Ort=Aachen |Jahr=1897 |Sammelwerk=[[Aachener Geschichtsverein#Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins (ZAGV)|Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins]] |Band=19 |Verlag=Verlag der Cremerschen Buchhandlung (C. Cazin) |Online={{archive.org |bub_gb_XfhDAAAAYAAJ |Blatt=n0}}}}&lt;br /&gt;
* [[Richard Pick (Archivar)|Richard Pick]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Grashaus in Aachen.&amp;#039;&amp;#039; In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Aus Aachens Vergangenheit. Beiträge zur Geschichte der alten Kaiserstadt.&amp;#039;&amp;#039; Aachen, 1895, S. 213–269 ([http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/5408747 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Carl Rhoen]] |Titel=Zur Baugeschichte des Grashauses. |Sammelwerk=Aus Aachens Vorzeit |Nummer=2. Jahrgang, Nr. 6 |Verlag=Verlag der Cremerschen Buchhandlung (C. Cazin) |Ort=Aachen |Datum=1889 |ZDB=401839-4 |Seiten=81-89 |Online=[https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11575897?page=87 MDZ München]}}&lt;br /&gt;
* {{ZeitschrBauwesen |Autor=[[Robert Ferdinand Cremer|Robert Cremer]] |Titel=Das Grass in Aachen |Jahr=1861 |Heft=2 |Spalten=225–228 |Kommentar=Atlas: [https://digital.zlb.de/viewer/image/15239363_1861_07/33/ Blätter 33–34] |zlb=125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Grashaus|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* [https://www.baukunst-nrw.de/objekte/Grashaus--658.htm Eintrag.] [[baukunst-nrw]].&lt;br /&gt;
* [https://route-charlemagne.eu/stationen/grashaus/ Informationen.] Seiten zur &amp;#039;&amp;#039;[[Route Charlemagne (Aachen)|Route Charlemagne]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=50/46/28.3/N|EW=6/04/57.9/E|type=landmark|region=DE-NW}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4667294-1|VIAF=240099801}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Grashaus}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Aachen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rathaus in Nordrhein-Westfalen|Aachen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut im 13. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aachen im 13. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Gericht (Nordrhein-Westfalen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Aachen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Robert Ferdinand Cremer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altstadt (Aachen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gotisches Bauwerk in Aachen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Richard von Cornwall]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Grunpfnul</name></author>
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