<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Granitschale_im_Lustgarten</id>
	<title>Granitschale im Lustgarten - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Granitschale_im_Lustgarten"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Granitschale_im_Lustgarten&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-20T22:35:15Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Granitschale_im_Lustgarten&amp;diff=1297604&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;YMS: Für den zuvor erwähnten Karlshamn-Granit siehe Karlshamn#Geschichte, aber was soll nun Kalsham-Granit anderes sein?</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Granitschale_im_Lustgarten&amp;diff=1297604&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2024-10-06T21:26:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Für den zuvor erwähnten Karlshamn-Granit siehe &lt;a href=&quot;/index.php/Karlshamn#Geschichte&quot; title=&quot;Karlshamn&quot;&gt;Karlshamn#Geschichte&lt;/a&gt;, aber was soll nun Kalsham-Granit anderes sein?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Johann Erdmann Hummel Granitschale im Berliner Lustgarten 1831.jpg|mini|hochkant=1.4|[[Johann Erdmann Hummel]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Granitschale im Berliner Lustgarten&amp;#039;&amp;#039;, 1831, [[Alte Nationalgalerie]] Berlin (links: Bauinspektor und Steinmetz Cantian mit Zylinder)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Johann Erdmann Hummel - Grinding of the Granite Bowl - 1831 8945.jpg|mini|Johann Erdmann Hummel: &amp;#039;&amp;#039;Polierte Granitschale in der mit Dampf angetriebenen Schleifanlage&amp;#039;&amp;#039;, 1831, Alte Nationalgalerie Berlin]]&lt;br /&gt;
Die Große &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Granitschale im Lustgarten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; vor dem [[Altes Museum|Alten Museum]] im [[Lustgarten (Berlin)|Berliner Lustgarten]] hat einen Durchmesser von 6,91&amp;amp;nbsp;Metern und ein Gewicht von etwa 75&amp;amp;nbsp;[[Tonne (Einheit)|Tonnen]]. Sie wird als &amp;#039;&amp;#039;Biedermeierweltwunder&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dhm.de/sammlungen/zendok/lustgarten/index.html Geschichte des Berliner Lustgartens.] DHM&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{LuiseBMS |Autor=Volker Koop |Titel=Kein Kampf um Berlin? |ID=reza |Nr=11 |Jahr=1998 |Seite=109–115, hier S. 115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist mit einem Umfang von 69{{Bruch|1|7}} [[Fuß (Einheit)|Fuß]] (ca.&amp;amp;nbsp;21,7&amp;amp;nbsp;Meter) die weltweit größte aus einem einzelnen Stein gefertigte Schale.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.berlin1237.de/werdn.php |text=Berlin 1237 |wayback=20080207042731}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Granit]]schale, die der preußische König [[Friedrich Wilhelm III. (Preußen)|Friedrich Wilhelm&amp;amp;nbsp;III.]] bestellte, sollte zunächst in der [[Rotunde]] des Museums aufgestellt werden. Da sie größer wurde als ursprünglich geplant, musste sie vor dem Museum Platz finden. Die Schale war in jener Zeit nicht nur ein viel bestauntes und beachtetes technisches Wunderwerk, das der Maler [[Johann Erdmann Hummel]] in mehreren Skizzen und auf Gemälden abbildete, sondern galt auch als „vaterländisches Symbol“, „Kultgestein“ und „Mythos“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gegensteine auf den Rauenschen Bergen.jpg|mini|Der Große und der Kleine Markgrafenstein in einer Darstellung von 1821]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rauener Steine I.jpg|mini|Der Rest des &amp;#039;&amp;#039;Großen Markgrafensteins&amp;#039;&amp;#039;, 2005]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Akademie-Ausstellung in Berlin von 1826 zeigte der Bauinspektor und [[Steinmetz]] [[Christian Gottlieb Cantian]] eine kreisrunde Granitschale mit 6&amp;amp;nbsp;Fuß (1,83&amp;amp;nbsp;Meter) Durchmesser und zwei weitere kleinere Schalen aus Stein, an denen der englische [[Gesandter|Gesandte]] [[William Cavendish, 6. Duke of Devonshire]] Gefallen fand und die ihn veranlassten, eine solche steinerne Schale zu ordern.&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist allerdings nicht bekannt, ob Cantian den Auftrag des Engländers ausführte und eine zusätzliche Schale angefertigt wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als der preußische König Friedrich Wilhelm&amp;amp;nbsp;III. dies erfuhr, beauftragte er 1826 Cantian, ebenfalls eine solche Granitschale anzufertigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Einholz 1997, S. 41&amp;quot;&amp;gt;Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;41.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese sollte die britische Schale übertreffen. Der König fügte hinzu, dass „das größte Produkt der Art im Lande bleiben soll“.&amp;lt;ref&amp;gt;Acta Geh. Preuß. Staatsarchiv Nr. 20471, pag.&amp;amp;nbsp;1. Zit. n. Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;41.&amp;lt;/ref&amp;gt; Cantian sicherte die Lieferung einer Schale mit 17&amp;amp;nbsp;Fuß (5,34&amp;amp;nbsp;Meter) Durchmesser zu und betonte, dass sie noch beeindruckender ausfallen werde als „die herrliche [[Porphyr]]schale aus [[Nero]]s [[Goldenes Haus|Goldenem Haus]] in der Sala Rotunda des Vatikans“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Einholz 1997, S. 41&amp;quot; /&amp;gt; Der preußische Oberlandesbaurat [[Karl Friedrich Schinkel]] plante daraufhin, diese Schale in der [[Rotunde]] des im Bau befindlichen Alten Museums aufzustellen, um Besucher dort „für den Genuss und die Erkenntnis“ der Sammlung „empfänglicher zu machen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Bestätigung Schinkels am 25. November 1826; er schlug weiter vor, die Schale in der Mitte des Raumes auf bronzene Löwen zu stellen. Zit. nach Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;58, Anm. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen 600 Tonnen schweren Granitblock beim Schulamt Neuendorf/Bezirk [[Oderberg]] hatte Cantian zunächst für geeignet gehalten, schon ab 1825 hatte er damit begonnen, ihn zu spalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Michael Niedermeier (Kunsthistoriker)|Michael Niedermeier]]: &amp;#039;&amp;#039;Goethe und der steinige Weg wissenschaftlicher Erkenntnis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gegenworte. Zeitschrift für den Disput über Wissen.&amp;#039;&amp;#039; Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Heft 9, Frühjahr 2002, S.&amp;amp;nbsp;84.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da sich der Stein aber als zu spröde erwiesen hatte, entschied sich Cantian für den &amp;#039;&amp;#039;[[Markgrafensteine|Großen Markgrafenstein]]&amp;#039;&amp;#039;, einen riesigen [[Findling]] von schätzungsweise 700–750&amp;amp;nbsp;Tonnen Gewicht und einem Alter von 1420&amp;amp;nbsp;Millionen Jahren. Diesen aus rotem Karlshamn-Granit&amp;lt;ref&amp;gt;„Schuddebeurs &amp;amp; Zwenger (1992) haben das Gestein als Karlshamn-Granit identifiziert. Dieser kommt aus dem mittleren Südschweden und ist etwa 1240&amp;amp;nbsp;Millionen Jahre alt. Ihre Bestimmung ist mittlerweile mehrfach bestätigt worden.“ Zit. n. Ferdinand Damaschun, Uwe Jekosch, J.&amp;amp;nbsp;H. Schroeder: &amp;#039;&amp;#039;Die große Granitschale im Lustgarten&amp;#039;&amp;#039;. S.&amp;amp;nbsp;119, Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg, Nr.&amp;amp;nbsp;6., hrsg. v. J.&amp;amp;nbsp;H. Schroeder, Selbstverlag Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg e.&amp;amp;nbsp;V., Berlin 2006, ISBN 3-928651-12-9.&amp;lt;/ref&amp;gt; bestehenden Findling hatte die [[Saaleeiszeit|Saale-]] oder [[Weichsel-Kaltzeit|Weichseleiszeit]] aus [[Karlshamn]] im mittleren Südschweden bis auf die Stauchendmoräne der [[Rauensche Berge|Rauenschen Bergen]] transportiert, wo sich ein weiteres Großgeschiebe aus Karlshamn-Granit befindet (Zwenger 2000).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rohling für die Granitschale wurde im September 1827 vom größeren der beiden Markgrafensteine abgespalten. Cantian teilte dem König nach erfolgreicher Spaltung mit, dass nach ersten Untersuchungen eine Größe der Schale von 22&amp;amp;nbsp;Fuß (6,90&amp;amp;nbsp;Meter) möglich sei, und er möge befehlen, wie er vorzugehen habe. Der König ordnete die Größe von 22&amp;amp;nbsp;Fuß an.&amp;lt;ref&amp;gt;Acta Nr.&amp;amp;nbsp;20471, pag.&amp;amp;nbsp;46. Zit. n. Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;58 Anm. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Schale in dieser Größe passte nunmehr nicht mehr in die Rotunde und brachte Schinkel in eine schwierige Situation, weil einerseits die Schale den Mittelpunkt der Rotunde bilden sollte, andererseits die Raumästhetik von einer solch großen Schale negativ beeinträchtigt werden könnte. Schinkel schlug deshalb vor, die Schale vor der Freitreppe des Museums in ein Halbrund zu stellen, und legte dem König zur Entscheidungsfindung Zeichnungen der Rotunde mit den unterschiedlich großen Schalen vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Zeichnung Schinkels in Acta Nr.&amp;amp;nbsp;20471, pag,&amp;amp;nbsp;13 vom 4. September 1827. Zit. n. Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;58 Anm.&amp;amp;nbsp;7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach mehrfachem Vortrag konnte Schinkel den König überzeugen und dieser genehmigte schließlich am 21. Februar 1829 die Aufstellung im Freien.&amp;lt;ref&amp;gt;Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Granit als vaterländisches Symbol, Kultgestein und Mythos ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Altes Museum vor 1854.jpg|mini|Granitschale und Museum, vor 1854]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lustgarten, 1913.jpg|mini|Lustgarten mit Schale im Jahr 1913, im Hintergrund das [[Berliner Schloss|Stadtschloss]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Ausprägung der Nationalstaaten in den vor- und nachnapoleonischen Zeiten entwickelten Herrscher öffentlich sichtbare Symbole von Macht, Einfluss und Größe. Entsprechend dieser Denkweise wurden in Ägypten und anderen antiken Regionen alte Baudenkmale abgebaut und in europäischen Metropolen aufgestellt, und wenn man davon nichts abbekam oder noch mehr haben wollte, wurden neue Objekte geschaffen; eben auch die Berliner Schale. [[Sibylle Einholz]], die 1997 den Auftrag erhielt, die Eigentumsverhältnisse der Granitschale zu klären, stellt das Biedermeierweltwunder in einen umfassenderen Zusammenhang. Die bisherige Betrachtung der Großen Granitschale als [[Biedermeier]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;weltwunder, als technisches Wunderwerk der Bearbeitung und des Transports der Schale durch Cantian und dessen künstlerische Würdigung durch den Maler Hummel reiche nicht aus. Sie wertet Granit darüber hinaus als Bedeutungsträger in der Biedermeierzeit, als „vaterländisches Symbol“, „Kultgestein und [[Mythos]]“. Ferner hat der Aufstellungsort der Schale eine besondere Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vaterländisches Symbol ====&lt;br /&gt;
Neben der Faszination des äußeren Erscheinungsbildes von Granit in seinen unterschiedlichen Farben und glänzenden Reflexionen wurden in der Biedermeierzeit diesem Gestein menschliche Eigenschaften zugeordnet, so Einholz. Granit ließ sich mit den damals üblichen Arbeitsweisen und Werkzeugen nur schwer bearbeiten und bis zur Politur bringen. Granit bildete somit ein Symbol für Festigkeit und Standhaftigkeit. Diese These wird dadurch belegt, dass Friedrich Wilhelm&amp;amp;nbsp;III. am 1.&amp;amp;nbsp;September 1818 bei der anstehenden Entscheidung über den Entwurf des [[Lutherdenkmal]]s in Wittenberg auf einem Sockel aus Granit beharrte, weil nur dieses Material für ihn dem Charakter Luthers von unerschütterlicher Festigkeit gleichkomme.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Einholz 1997&amp;quot;&amp;gt;Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie weist darauf hin, dass Granitfindlinge nicht nur mit menschlichen Eigenschaften ausgestattet, sondern auch mit dem [[Eigenschaft|Attribut]] „vaterländisch“ versehen wurden. So schrieb [[Johann Gottfried Schadow]] 1818 an [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]] über das geplante [[Gebhard Leberecht von Blücher|Blücher]]-Denkmal in [[Rostock]], dass „das [[Piedestal]] von neun Fuß (2,82&amp;amp;nbsp;Meter) aus vaterländischem Granit“ für ihn nur in Mecklenburger Granit zur Ausführung kommen könne.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Einholz 1997&amp;quot; /&amp;gt; Goethe sah sich dabei in seinem Aufsatz „Granitarbeiten in Berlin“ (1828) in seiner alten These bestätigt, dass die riesigen Findlinge nicht von fern her kamen, sondern „an Ort und Stelle sind sie liegen geblieben, als Reste großer in sich selbst zerfallener Felsmassen“.&amp;lt;ref&amp;gt;zit. nach: Niedermeier 2002, S.&amp;amp;nbsp;82.&amp;lt;/ref&amp;gt; Cantian selbst präsentierte seine Arbeiten in Ausstellungskatalogen der Akademie als aus „vaterländischen Granit“.&amp;lt;ref&amp;gt;Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;59 Anm. 21 und 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Devise bzw. der „nationale Index“ war die „größte Schale aus größtem Granitfund“, so Einholz.&amp;lt;ref&amp;gt;Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;59 Anm. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vergleichbarer Monumentalismus scheiterte am geplanten Blücher-Mausoleum, das von einer Kuppel mit dem Durchmesser von 4,25&amp;amp;nbsp;Metern nach dem Vorbild des [[Theoderich der Große|Theoderichgrabmals]] in Ravenna aus einem Granitfindling namens „Blücherstein“ vom [[Schlesien|schlesischen]] [[Ślęża|Zobtenberg]] überdacht werden sollte. Das misslang gänzlich, weil sich der 650&amp;amp;nbsp;Tonnen schwere Granitblock wegen technischer Schwierigkeiten nicht transportieren ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die regional aufzufindenden Granitfindlinge wurden in der Biedermeierzeit zu Nationalsymbolen überhöht. Die Verklärung des Granits zeigte sich unter anderem darin, dass der König von Preußen Granit ohne Angabe eines Verwendungszwecks aufkaufte. Alle Teile des Markgrafensteins fanden prominente Verwendungszwecke.&amp;lt;ref&amp;gt;Acta Nr. 20471, pag.&amp;amp;nbsp;145. Zit. n. Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;59 Anm.&amp;amp;nbsp;23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kultgestein, Mythos und Aufstellungsort ====&lt;br /&gt;
Dass Granit zu Beginn des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts zum „Kultgestein“ stilisiert wird, liegt für Einholz darin begründet, dass es im Biedermeier eine feststellbare Ambivalenz zu überkommenen Kulten gab. Die beiden Porphyrwannen aus den Trümmern der [[Diokletiansthermen]], die [[Wilhelm von Humboldt]] 1810 in [[Rom]] für das Museum erworben hatte, sollten als [[Sarkophag]]e der Königsfamilie dienen. Die Anknüpfung an die Bestattungstraditionen der [[Römische Antike|Römischen Antike]] und der florentinischen [[Medici]] war beabsichtigt. Diese These wird an anderer Stelle bestätigt:&amp;lt;ref&amp;gt;Dietmar Reinsch: &amp;#039;&amp;#039;Natursteinkunde. Eine Einführung für Bauingenieure, Architekten, Denkmalpfleger und Steinmetze.&amp;#039;&amp;#039; Enke, Stuttgart 1991, ISBN 3-432-99461-3, S.&amp;amp;nbsp;124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Sowohl der Stein Porphyr als auch die Farbe Purpur waren relativ selten und somit bereits bei den Römern den Kaisern vorbehalten (beispielsweise für Sarkophage aus Porphyr). Diese Tradition hat sich in vielen späteren Kulturkreisen vererbt, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Byzantinische Kunst|Byzanz]], [[deutsches Kaiserreich]] unter den [[Staufer]]n, z.&amp;amp;nbsp;B. Bischöfe der chr. Kirche und, vielleicht zuletzt, bei den [[Medici]]ern in [[Florenz]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren haben Granit und Porphyr einen identischen Mineralbestand und sind beide rötlich gefärbt. Die Parallelen sind offensichtlich, zudem war die Porphyrschale Cantian bekannt, der ja bekanntlich eine noch „herrlichere“ herstellen wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner wurde der „Heilige Berg Schlesiens“, der [[Ślęża|Zobtenberg]], als Ort des Blücher-Denkmals vorgeschlagen, auf dem sich seit dem 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert keltische und germanische Kultstätten befanden. Schadow hatte hierfür einen Entwurf gefertigt, der sich nicht verwirklichen ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;53.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einholz leitet aus Goethes &amp;#039;&amp;#039;Schrift über Granit&amp;#039;&amp;#039; von 1828 ab,&amp;lt;ref&amp;gt;Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;55.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=dass der Granit als Keimzelle, als Träger einer Ur-Information über die Gestaltungsregel der Erde zu begreifen ist. Der Dichter spricht von der Würde des Gesteins, das nicht nur die Grundfeste unseres Planeten, sondern zugleich das Höchste und das Tiefste sei. Dem edlen Gestein&amp;amp;nbsp;– Edelstein&amp;amp;nbsp;– ist nur eine Verarbeitung zum exquisiten Solitär angemessen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst war die Aufstellung der Schale an der exponiertesten Stelle innerhalb des Museums geplant und der Wechsel direkt vor den Eingang des Museums lässt vermuten, dass es einen tiefen Bezug zu diesem Ort gibt. Die Schale ist nicht nur Teil der Architektur des Museums, sondern transferiert Inhalte. Einholz interpretiert Goethe dahingehend,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=dass er an anderer Stelle das Museum als eine Art neuen Heiligtums begriff, zu dem der Mensch einem Pilger gleich wallfahre, so müssen wir an den ausgestellten Gegenständen eine besondere Aura zusprechen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinausgehend sieht sie einen überzeitlichen Zusammenhang:&amp;lt;ref&amp;gt;Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Dem in der Vorhalle geplanten Bilderzyklus Literatur über die Entwicklung des Lebens auf der Erde […] entspräche der in einen Granitsolitär gefasste Grundgedanke über die Gestalt der Erde als geologische Quintessenz&amp;amp;nbsp;– ob nun in der Rotunde oder vor der Freitreppe, bleibt sich gleich.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anfertigung der Granitschale ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram 1833, Fels.jpg|mini|Großer Markgrafenstein: N&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;ursprüng&amp;amp;shy;liche Lage, S&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;nach der ca. 90°-Drehung, ac bzw. bd = 5&amp;amp;nbsp;Fuß (1,57&amp;amp;nbsp;Meter) dicker Rohling &amp;lt;small&amp;gt;Vorgangsbeschreibung unter &amp;#039;&amp;#039;#Steinspaltung&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram 1833, Schale.jpg|mini|Profil der Schale]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schale am Markgrafenstein.jpg|mini|Federzeichnung von Cantian: Drehen der Schale in den Rauenschen Bergen. Der Schalenkörper ist auf der Skizze links etwa 30° als heller Balken schräggestellt erkennbar; er wird von mehreren Männern unterstützt. Links auf der Spitze des Felsen auf einem Balken hat sich vermutlich Cantian wiederum selbst dargestellt, der die Kommandos an die rechts und die rechts darunter befindlichen Arbeitskräfte an den Winden gibt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bearbeitung des Rohlings, der Transport und das Schleifen in Berlin wurden von der Öffentlichkeit mit großem Interesse verfolgt. Mit der Dokumentation wurde der Maler [[Johann Erdmann Hummel]] beauftragt, der mehrere Ölgemälde und Skizzen schuf. Einige sind erhalten, ein Bild vom Wenden der halbfertigen Schale in Berlin ist im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] im [[Märkisches Museum (Berlin)|Märkischen Museum]] verbrannt. Hummel interessierte sich nicht für die Symbolik der Schale. Neben der Präzision des gemalten Bildes in der Darstellung der Perspektive und der Spiegelungen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/fachbereich_physik/didaktik_physik/materialien/materialschlichting/reflexionen_im_alltag_openeyes_kurzfassung.pdf |text=Vergleich des Spiegelglanzes von Granitschale in Berlin und Porphyrschale in Rom |format=PDF; 1,3&amp;amp;nbsp;MB |wayback=20091229202200}}&amp;lt;/ref&amp;gt; auf der Schalenunterseite ist bemerkenswert, dass sich Cantian (der Herr mit dem Zylinder) sowie die Söhne Hummels und deren Cousine auf einem der Bilder befinden.&amp;lt;ref&amp;gt;Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;51.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steinspaltung ===&lt;br /&gt;
Die Arbeiten an der Schale begannen im Mai 1827. Arbeitstäglich waren 20 Steinmetze beschäftigt. Ein bis zwei Schmiede waren mit Formen und Härten der Steinmetzwerkzeuge an den Markgrafensteinen angestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde der Große Markgrafenstein von etwa 700–750&amp;amp;nbsp;Tonnen Gewicht (Maße: Länge 7,8&amp;amp;nbsp;m, Breite 7,5&amp;amp;nbsp;m, Höhe 7,5&amp;amp;nbsp;m) unter Einsatz von zehn [[Seilwinde|Winden]] bis Mitte Juni erstmals um etwa 90&amp;amp;nbsp;Grad gewendet (Abb.: von N nach&amp;amp;nbsp;S). Dieser Vorgang war die Voraussetzung dafür, dass ein entsprechend großes Steinstück am 24.&amp;amp;nbsp;August 1827 durch die Verwendung von 95 [[Steinspaltwerkzeuge|Eisenkeilen]] optimal abgespalten werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Spaltung gelang nicht optimal und es mussten größere Steinüberstände mit Handwerkzeugen mühselig abgeschlagen werden. Die zweite Spaltung Anfang November gelang ebenso nicht optimal. Erneut musste weiterer Steinüberstand durch Abkeilen großer Steinstücke und mittels Steinmetzarbeit mit [[Fäustel]] und Meißel abgeschlagen werden. Es dauerte noch bis zum 23.&amp;amp;nbsp;Dezember 1827, die 5&amp;amp;nbsp;Fuß (1,57&amp;amp;nbsp;Meter) dicke Steinplatte (Abb.: bd-ac) zum Bearbeiten der Schalenunterseite zu wenden (Abb.: ba nach unten). Nach der Fertigstellung der Unterseite musste die 225&amp;amp;nbsp;Tonnen schwere Platte mit 23 [[Hebezeug]]en und mit Hilfe von 100 Beschäftigten erneut gewendet werden. Dieser Vorgang wurde am 26.&amp;amp;nbsp;April 1828 abgeschlossen; anschließend erfolgte die Aushöhlung der Schale bis zum 4.&amp;amp;nbsp;August.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Transport und Endbearbeitung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Verladung der Granitschale.jpg|mini|links|Schiffsverladung der rauen Granitschale, die auf einem Holzrahmen liegt. Cantian vermutlich 3.&amp;amp;nbsp;von links.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Herstellen der profilierten Schalenaußenseite und weitere Arbeiten an der Schale sowie spezielle Transportvorbereitungen, beispielsweise der Bau eines Holzbalkenrahmens, wurden Mitte September 1828 abgeschlossen. Während der Arbeiten konnten zum Frühstück auf dem Schalenrand 44 Arbeiter Platz finden.&amp;lt;ref&amp;gt;Ausstellungskatalog &amp;#039;&amp;#039;Geschichte in Stein&amp;#039;&amp;#039;, S.&amp;amp;nbsp;57–58.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schale, die zu diesem Zeitpunkt zwischen 70 und 75&amp;amp;nbsp;Tonnen wog, wurde mit Hilfe von Holzrollen zur [[Spree]] transportiert. Eine Bohlenbahn und eine Straße durch den Wald bis an die Spree wurden angelegt; die [[Trasse (Verkehrsweg)|Trasse]] ist heute (Stand: 2008) noch erkennbar. Der Transport dauerte sechs Wochen; täglich kam man 600&amp;amp;nbsp;Fuß (188&amp;amp;nbsp;m) voran. 54 Personen wurden benötigt, um die Schale auf ein für diesen Zweck eigens ausgesteiftes hölzernes Schiff zu verladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fertig poliert hätte die Schale während des langen Transportweges mit großem Aufwand gegen Kratzer und andere Beschädigungen gesichert werden müssen. Deshalb wurde zunächst lediglich ihre äußere Form fertiggestellt und diese mit rauer Oberfläche transportiert. Auf dem Weg nach Berlin musste die [[Grünstraßenbrücke]] erheblich abgestützt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 6. November 1828 erreichte die Schale Berlin. Unweit vom Aufstellungsplatz am Alten Museum wurde sie in ein eigens errichtetes Gebäude am Packhof verbracht. Darin befand sich eine Dampfmaschine mit zehn [[Pferdestärke|PS]] Leistung, mit deren Hilfe die Schale in zweieinhalb Jahre dauernden Schleif- und Poliervorgängen verrundet und auf Hochglanz geglättet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war deutschlandweit das erste Mal, dass ein solches [[Hartgestein]] mit Maschinenunterstützung poliert wurde, wobei das Polieren von Rundungen und Aushöhlungen eine zusätzliche Erschwernis darstellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Schleifen stellte sich heraus, dass die Schale drei Risse hatte. Diese Risse waren entweder natürlichen Ursprungs oder beim Spalten in den Rauenschen Bergen entstanden. Namhafte Naturforscher jener Zeit, wie von Klöden und Wöhler, untersuchten 1831 die Schale, und auf Drängen Cantians wurde sie im Winter unter ein Schutzdach gestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;45–46.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vermutlich führte 1981 einer dieser Risse, die durch Frosteinwirkung im Laufe der Zeit vertieft wurden, zum Bruch der Schale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstellung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-P016623, Berlin, Blick vom Dom, Lustgarten, Neues Museum, Nationalgalerie.jpg|mini|Blick vom Dom zur Nationalgalerie mit der hierhin versetzten Granitschale, um 1938]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Museum wurde 1830 eröffnet. Cantian wollte die Schale auf hohe Säulen stellen. Dem widersprach Schinkel, der die Schale bodennah vor der Museumstreppe auf schlichten Granitsockeln aufstellen wollte. Der König gab dem Gesuch Schinkels statt. Die freie Aufstellung auf drei Sockeln ermöglichte den Blick ins Schaleninnere. Die Schale wurde am 14. November 1831 zunächst provisorisch aufgestellt und am 10.&amp;amp;nbsp;November 1834 offiziell an das Königliche Museum übergeben. Der Preis für die Schale war mit 12.000&amp;amp;nbsp;[[Taler]]n veranschlagt und betrug letztendlich 33.386&amp;amp;nbsp;Taler. Diese Summe wurde erst nach einer Revision offiziell genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Acta Nr. 20471, pag. 126. Zit. n. Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;59 Anm.&amp;amp;nbsp;17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Umgestaltung des Lustgartens zu einem Paradeplatz 1936 wurde die Granitschale in die Grünanlage nördlich des Doms versetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Schoppe-Markgrafenstein.jpg|Lithografie des Großen Markgrafensteins von [[Julius Schoppe]], wie er noch Pfingsten 1827 zu sehen war (Cantian rechts unten mit Zylinder).&lt;br /&gt;
Datei:Jahrhundertausstellung 1906 KatNr. 0763.jpg|Das Umdrehen der Schale in Berlin nach dem Polieren der Unterseite. Vorne links sind die Winden zu sehen (Cantian vor der Schale).&lt;br /&gt;
Datei:Johann Erdmann Hummel, Polieren der Granitschale für den Berliner Lustgarten, 1831,32.jpg|Abbildung der Schleifanlage mit Drehgestell, wobei der Schleifbügel die äußere negative Form der Außenschale hatte (rechts Cantian mit Zylinder)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zustand und Namensgebung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lustgarten 3.JPG|mini|Schale im Jahr 2004 (v. links: Palast der Republik und Staatsratsgebäude der DDR)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johann Wolfgang von Goethe]] erwähnte das Polieren von Granit, äußerte sich bewundernd über die 22&amp;amp;nbsp;Fuß (6,9&amp;amp;nbsp;m) messende Granitschale und nannte sie „Granitbecken“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Johann Wolfgang von Goethe]] |Titel=[[Über Kunst und Altertum]] |TitelErg=Sechster Band, zweites Heft |Verlag=Cotta |Ort=Stuttgart |Datum=1828}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Berliner gaben der Schale den Spitznamen „Suppenschüssel“. Später erhielt das Kunstwerk den Beinamen „Biedermeierweltwunder“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;TsSp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/berlin/erneut-vandalismus-auf-berliner-museumsinsel-jugendliche-beschmieren-granitschale-vor-altem-museum/26305176.html &amp;#039;&amp;#039;Jugendliche beschmieren Granitschale vor Altem Museum&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Tagesspiegel]]&amp;#039;&amp;#039;, 24. Oktober 2020, abgerufen am selben Tag.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da die Schale wegen ihrer Größe nicht an ihrem ursprünglich geplanten Aufstellungsort in der [[Rotunde]] innerhalb des Alten Museums aufgestellt werden konnte, war sie zum einen der [[Witterung]] ausgesetzt und wurde wegen ihres Standorts im öffentlichen Raum auch durch unsachgemäße Behandlung in Mitleidenschaft gezogen. Der Standort war unter anderem in der [[Weimarer Republik]] Schauplatz von Kundgebungen und Aufmärschen. Dabei wurde die Schale als Aussichtsplattform betreten und die Oberfläche zerkratzt. 1934 wurde sie nördlich des [[Berliner Dom|Doms]] versetzt, weil sie den [[Zeit des Nationalsozialismus|Nazis]] für ihre Aufmärsche im Wege war und sie den Platz pflasterten. In der [[Schlacht um Berlin]] im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde sie durch [[Granate|Granatsplitter]] beschädigt. In der DDR wurde der Lustgarten Teil des neuentstandenen Marx-Engels-Platzes. Die Schale lagerte lange zwischen den Baracken der Berliner Dombauhütte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Einholz 1997, S. 57&amp;quot;&amp;gt;Einholz 1997, S.&amp;amp;nbsp;41.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis sie im Jahre 1981 anlässlich des 200.&amp;amp;nbsp;Geburtstags von Schinkel wieder an ihrem früheren Platz aufgestellt wurde. Sie hatte einen Riss, der verkittet wurde und deutlich sichtbar ist. Eine größere Fehlstelle am Rand der Schale, die durch Kriegseinwirkung entstanden war, wurde mit einer sogenannten [[Vierung (Steinmetz)|Vierung]] aus rotem Granit ausgebessert (siehe Abbildungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach rund 190 Jahren im Freien hat die Politur der Schale gelitten. Das Ölbild der fertiggestellten Schale von Johann Erdmann Hummel aus dem Jahr 1831 zeigt die ursprünglich spiegelglatte Oberfläche. Die Schale steht heute unter [[Denkmalschutz]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{LDLBerlin|09012501}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Oktober 2020 wurde sie von Jugendlichen mit teils [[Vulgarität|vulgären]] [[Graffiti]] besprüht, was deutschlandweit wahrgenommen wurde und zu scharfen Kommentaren von Kulturfunktionären führte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;TsSp&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2020/10/vandalismus-berliner-museumsinsel-granitschale-beschmiert.html &amp;#039;&amp;#039;Erneut Vandalismus auf Berliner Museumsinsel&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Rundfunk Berlin-Brandenburg|rbb]]&amp;#039;&amp;#039;, 24. Oktober 2020, abgerufen am selben Tag.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot; caption=&amp;quot;Schadensbeseitigung an der Granitschale&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
   Granitschale-Lustgarten-Riss-Ausschnitt.jpg|Gekitteter Riss der Schale&lt;br /&gt;
   Riss der Granitschale im Lustgarten in Berlin.JPG|Profil und der gekittete Riss in Detailansicht&lt;br /&gt;
   Granitschale im Lustgarten damage4.jpg|Ersatzstück ([[Vierung (Steinmetz)|Vierung]]), ein ausgebesserter Kriegsschaden&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendetes Gesteinsmaterial ==&lt;br /&gt;
Die Granitschale besteht aus einem mittelkörnigen Granit mit [[porphyr]]ischer Textur aus dem Gebiet um [[Karlshamn]] in Südschweden. Der 60 bis 70 [[Volumenprozent]]-Anteil rosafarbener [[Feldspat]]kristalle geben der Schale ihre rötliche Farbe. Es handelt sich um [[Mikroklin]]e (Alkalifeldspat) mit häufigen &amp;#039;&amp;#039;Karlsbader Zwillingen&amp;#039;&amp;#039;. Daneben sind [[Plagioklas]]e (Kalknatronfeldspäte) mit 9 bis 11 Volumenprozent und [[Quarz]] mit 10 bis 14 Volumenprozent am Gesteinsaufbau des Granits beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Zwenger: [https://www.researchgate.net/publication/379856535_Petrographie_und_Heimat_der_Markgrafensteine_in_den_Rauener_Bergen_bei_Furstenwalde_Spree &amp;#039;&amp;#039;Petrographie und Heimat der Markgrafensteine in den Rauener Bergen bei Fürstenwalde (Spree)&amp;#039;&amp;#039;], vom Dezember 2000. In: Archiv für Geschiebekunde 2(12). S. 897–903&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Neugestaltung des Lustgartens von 1997 bis 1999 wurde der Sockel aus grauem [[Lausitzer Granit]] durch einen rötlichen französischen Granit ersetzt. Die Granitschale und die drei Schalensockel bestehen aus Granit aus Südschweden aus dem [[Präkambrium]]; die Sockelumrahmung von dem aus der [[Bretagne]] stammenden Granit &amp;#039;&amp;#039;Rose de la Clarté&amp;#039;&amp;#039; ([[Karbon]]). Das die Schale umgebende Pflaster besteht aus &amp;#039;&amp;#039;Oberdorlaer Muschelkalk&amp;#039;&amp;#039; ([[Trias (Geologie)|Trias]]) aus dem Ort [[Oberdorla]] in [[Thüringen]] sowie aus &amp;#039;&amp;#039;Chinesischer [[Grauwacke]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ferdinand Damaschun, Uwe Jekosch, [[Johannes Herbert Schroeder|J. H. Schroeder]] |Hrsg=Johannes H. Schroeder |Titel=Die große Granitschale im Lustgarten |Sammelwerk=Naturwerksteine in Architektur und Baugeschichte von Berlin: gesteinskundliche Stadtbummel zwischen Alexanderplatz und Großem Stern |Reihe=Führer zur Geologie von Berlin und Brandenburg |NummerReihe=6 |Auflage=2., erw. und verb. |Verlag=Selbstverlag Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg |Ort=Berlin |Datum=2006 |ISBN=3-928651-12-9 |Seiten=119 |Sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere große Steinschalen ==&lt;br /&gt;
Die Berliner Schale im Lustgarten ist keineswegs ein Solitär aus jener Zeit.&lt;br /&gt;
* In der [[Eremitage (Sankt Petersburg)|Eremitage]] in [[Sankt Petersburg]] ruht eine ovale [[Schale aus Revnev-Jaspis]] in einer Größe von 5,04&amp;amp;nbsp;m ×&amp;amp;nbsp;3,22&amp;amp;nbsp;m auf einem etwa zwei Meter hohen Sockel. Die Herstellung der [[Jaspis#Verwendung als Schmuckstein|Jaspis]]-Schale dauerte von 1820 bis 1843. Bemerkenswert an dieser Schale ist, dass sie aus dem weltgrößten Jaspisstück, einem [[Schmuckstein]], aus dem sonst Schmuckgegenstände gefertigt werden, hergestellt wurde. Der Umfang der Schale beträgt 12,55&amp;amp;nbsp;Meter (knapp 40&amp;amp;nbsp;[[Fuß (Einheit)|Fuß]]).&lt;br /&gt;
* Die [[Porphyrschale]] aus einem Stück im [[Vatikanische Museen|Vatikanischen Museum]], die wahrscheinlich aus [[Nero]]s [[Goldenes Haus|Goldenem Haus]] stammt, ist mit einem Umfang von 13,97&amp;amp;nbsp;Meter (44,5&amp;amp;nbsp;Fuß) etwa ein Drittel kleiner als die Granitschale im Berliner Lustgarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Mitte/Alt-Kölln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Sybille Einholz: &amp;#039;&amp;#039;Die Große Granitschale im Lustgarten. Zur Bedeutung eines Berliner Solitärs.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der Bär von Berlin. Jahrbuch des Vereins Geschichte für Berlin&amp;#039;&amp;#039; 46, 1997, S.&amp;amp;nbsp;41–62.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Dominik Bartmann]], Peter Krieger, Elke Ostländer&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Nationalgalerie Berlin Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz&lt;br /&gt;
   |Titel=Galerie der Romantik&lt;br /&gt;
   |Verlag=Nicolai Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=1986&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-87584-188-3&lt;br /&gt;
   |Seiten=148–150}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Ludwig Scherhag&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Bundesinnungsverband des Deutschen Steinmetz-, Stein- und Holzbildhauerhandwerks&lt;br /&gt;
   |Titel=Der Steinmetz und sein Material. Natursteinarbeiten in Deutschland. Beispiel Berlin&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Ausstellungskatalog&lt;br /&gt;
   |Verlag=Ebner&lt;br /&gt;
   |Ort=Ulm&lt;br /&gt;
   |Datum=1978}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Ludwig Friedrich Wolfram&lt;br /&gt;
   |Titel=Lehre von den Baustoffen. Erste Abtheilung. Von den natürlichen Bausteinen&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Vollständiges Lehrbuch der gesamten Baukunst&lt;br /&gt;
   |Verlag=Hoffmann&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart / Wien&lt;br /&gt;
   |Datum=&lt;br /&gt;
   |Kommentar=1833–1835}}&lt;br /&gt;
* {{MittVereinGeschiBerlins |Autor=Paul Ortwin Rave |Titel=Die Granitschale im Lustgarten |Jahr=1942 |Heft=3 |Seiten=110–118 |zlb=110}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Granite bowl (Lustgarten Berlin)|Granitschale im Lustgarten}}&lt;br /&gt;
* {{LDLBerlin|09012501}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.zlb.de/schlossplatz/geschichte/granitschale.htm |text=Abbildung vom Drehen der Schale |wayback=20091216123618}} zlb.de&lt;br /&gt;
* [http://www.kristallin.de/s1/f_karlsh.htm#Anker1 Abbildung von Karlshamn-Granit.] kristallin.de&lt;br /&gt;
* [http://www.literaturport.de/index.php?id=19&amp;amp;no_cache=1&amp;amp;user_literaturlandschaft_pi1%5Blid%5D=2026053142 Die Markgrafensteine.] literaturport.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=52.5191065|EW=13.3991629|type=landmark|dim=10|region=DE-BE}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesenswert|19. April 2008|45065972}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weltkulturerbe Museumsinsel Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturgeologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berlin-Mitte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Granitskulptur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Skulptur (1829)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;YMS</name></author>
	</entry>
</feed>