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	<title>Granate - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T12:57:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Granate&amp;diff=44637&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Cjuerg: Typo</title>
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		<updated>2025-10-22T21:06:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert die Granate als Munition. Für eine andere Bedeutung in der Heraldik siehe [[Granate (Heraldik)]]; für das Mineral Granat und Schmucksteine siehe [[Granatgruppe]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Brockhaus and Efron Encyclopedic Dictionary b60 609-0.jpg|mini|Artilleriegranaten des 19. Jahrhunderts (1 bis 24) nach [[Brockhaus-Efron]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:400mm Artillery Shell, France.jpg|mini|hochkant|Französische 400-mm-Granate]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein mit Sprengstoff gefülltes [[Geschoss]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Wolfgang Pfeifer |Titel=Granate |Sammelwerk=Etymologisches Wörterbuch des Deutschen |Auflage=Edition Kramer |Verlag=Rhenania Buchversand |Ort=Koblenz |Datum=2012 |ISBN=978-3-941960-03-9 |Seiten=469 |Zitat=Granate f. &amp;#039;mit Sprengstoff gefülltes Geschoss&amp;#039;, Entlehnung (um 1600) aus gleichbed. ital. &amp;#039;&amp;#039;granata&amp;#039;&amp;#039;, eigentl. &amp;#039;Granatapfel&amp;#039; […] Der übertragene Gebrauch &amp;#039;Sprengkugel&amp;#039; schließt sich sowohl an die äußere Form als auch an den Bau der Frucht an, so wie der Granatapfel mit bes. vielen Kernen, so ist die Granate mit einer Sprengladung gefüllt.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Granate |Sammelwerk=Meyers großes Handlexikon |Auflage=15. |Verlag=Meyers Lexikonverlag |Ort=Mannheim / Wien / Zürich |Datum=1989 |ISBN=3-411-02152-7 |Seiten=336 |Zitat=[lat.] mit Sprengstoff gefülltes Geschoß.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; das aus [[Geschütz]]en oder [[Granatwerfer]]n abgefeuert oder von Hand ([[Handgranate]]) geworfen werden kann. [[Artilleriegeschoss|Artilleriegranaten]] sind das hauptsächliche [[Munition|Wirkungsmittel]] der [[Artillerie]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Granate |Sammelwerk=Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte |Band=1 |Auflage=1. |Verlag=Militärverlag der DDR |Ort=Berlin |Datum=1985 |Seiten=255 |Kommentar=Liz.5, P189/84, LSV:0547, B-Nr. 746 635 0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Bundeswehr]] unterscheidet zwischen Granate und Geschoss. Nach ihrer Definition ist die Granate ein Wirkungsträger, der mit der Hand geworfen oder mittels einer Vorrichtung oder Waffe, jedoch nicht aus dieser, verschossen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Bundesministerium der Verteidigung, Streitkräfteunterstützungskommando |Titel=Zentrale Dienstvorschrift 30/41 |Ort=Bonn |Datum=1999 |Seiten=132}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Gegensatz dazu ist ein Geschoss ein Wirkungsträger, der aus einer [[Rohrwaffe]] verschossen wird und seine Beschleunigung durch eine von außen wirkende Kraft erhält.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Bundesministerium der Verteidigung, Streitkräfteunterstützungskommando |Titel=Zentrale Dienstvorschrift 30/41 |Ort=Bonn |Datum=1999 |Seiten=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsbildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039; heißt nach der Frucht des &amp;#039;&amp;#039;Granatbaums&amp;#039;&amp;#039;, dem [[Granatapfel]]. Wie man diesen wegen seines reichen Inhalts von Kernen ([[latein]]isch „granum“) „malum granatum“ nannte, so erhielt die mit Pulverkörnern&amp;lt;!-- vermute eher: kleine Pulverportionen --&amp;gt; gefüllte Wurfkugel den Namen &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039;. Die deutschsprachigen Streitkräfte entlehnten das Wort um 1600 aus {{itS|granata}}; es bürgerte sich dann während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] ein. Die &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; wurden ursprünglich mit der Hand geworfen. Der Name ging dann später auf [[Langgeschoss]]e über.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Wort und Brauch im deutschen Heer.&amp;#039;&amp;#039; Transfeldt – v. Brand – Quenstedt, 6. vermehrte Auflage, Hamburg 11 H.G. Schulz 1967, S. 190 (§&amp;amp;nbsp;261) „Woher hat die Granate ihren Namen?“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039; ist in der Regel ein Hohlkörper mit einer dem vorgesehenen Bekämpfungszweck entsprechenden Gefechtsladung, die von einem [[Zünder]] ausgelöst wird. Als Artilleriegranate wird sie mit einer [[Treibladung]] ([[Kartusche (Munition)|Kartusche]]) oder mit einem Raketentreibsatz verschossen. Eingeteilt werden die &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; nach ihren Funktionsmerkmalen und dem [[Kaliber]] ihres Feuermittels. Manche Geschosse ohne Gefechtsladung (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Wuchtgeschoss]]e) werden auch oft als Granaten bezeichnet, obwohl sie technisch gesehen keine sind, wohl weil die Waffen, aus denen sie verschossen werden, üblicherweise Granaten verschießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Handgrenades Ingolstadt.jpg|mini|Keramische Granaten des 17. Jahrhunderts aus Ingolstadt]]&lt;br /&gt;
[[Datei:old-granate.jpg|mini|Historische Granate aus Eisen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten mit einer Sprengladung gefüllten Hohlgeschosse der Artillerie tauchten vereinzelt im 14. Jahrhundert auf. Die Entwicklung der &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039; begann in Europa Anfang des 16. Jahrhunderts, als neben den massiven Stein-, Keramik-, Glas- und Metallkugeln als [[Bombe]]n bezeichnete Hohlgeschosse aufkamen. Sie waren mit [[Schwarzpulver]] gefüllt und mit hölzernen Zündröhren ausgerüstet, die mit einer langsam brennenden Pulvermischung gefüllt waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geibig&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Alfred Geibig]] |Titel=Spreng- und Streukörper, Schneid- und Trümmerprojektile |Sammelwerk=Die Macht des Feuers – ernstes Feuerwerk des 15.–17. Jahrhunderts im Spiegel seiner sächlichen Überlieferung |Verlag=Kunstsammlungen der Veste Coburg |Ort=Coburg |Datum=2012 |ISBN=978-3-87472-089-2 |Seiten=177–226}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mehrere Hundert keramische Granaten aus dem 17. Jahrhundert, die beim Bau einer Tiefgarage im Jahre 1983 zu Tage gefördert wurden, sind aus der [[Landesfestung Ingolstadt]] erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andreas Franzkowiak, Chris Wenzel |Titel=Keramikgranaten aus Ingolstadt – Ein außergewöhnlicher Fund |Sammelwerk=Waffen- und Kostümkunde – Zeitschrift für Waffen- und Kleidungsgeschichte |Band=60 |Nummer=1 |Datum=2018 |ISSN=0042-9945 |Seiten=65–80}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Granaten wurden zuerst von Hand, mit [[Schleuder (Waffe)|Handschleudern]] oder [[Katapult]]en verschossen. Metallgranaten wurden später aus [[Steilfeuergeschütz]]en ([[Haubitze]]n oder [[Mörser (Geschütz)|Mörser]]) verschossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geibig&amp;quot; /&amp;gt; Neben Spreng- und [[Brandgeschoss]]en wurden als Vorläufer der [[Kartätsche (Munition)|Kartätschen]] Kugelbehälter mit „Hagel“ (Eisenstücke und Steine) verwendet. Im 17. Jahrhundert begann man, die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039; auf alle Hohlgeschosse von [[Kanone]]n und &amp;#039;&amp;#039;Haubitzen&amp;#039;&amp;#039; anzuwenden, während die Geschosse schwerer &amp;#039;&amp;#039;Mörser&amp;#039;&amp;#039; bis ins 19. Jahrhundert weiterhin &amp;#039;&amp;#039;Bomben&amp;#039;&amp;#039; hießen. Vor 1700 waren die &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; teilweise mit eisernen Spitzen versehen, um an Palisaden und anderen Holzbauten festzuhaften. Vom 17. bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurden &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; aus Eisen und Glas in mehreren Lagen in große topfartige &amp;#039;&amp;#039;Bomben&amp;#039;&amp;#039; gefüllt („Granathagel“) und als Streuschuss aus &amp;#039;&amp;#039;Mörsern&amp;#039;&amp;#039; oder schweren &amp;#039;&amp;#039;Haubitzen&amp;#039;&amp;#039; abgefeuert. Andere Geschossarten waren glühende Kugeln sowie Stangen- und Kettenkugeln. Insgesamt bot die &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039; jedoch die beste Wirkungsmöglichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl beide die Form einer Kugel hatten, unterschieden sich Bomben und Granaten zunächst auch dadurch, dass die schweren Bomben eine gleichmäßige Wandstärke hatten und darüber hinaus Ösen besaßen, mit denen sie auf die Treibladung gesetzt werden konnten, während die Granaten der Haubitzen einen verstärkten Boden gegenüber dem Brandloch besaßen, wodurch ihre Flugbahn sehr unregelmäßig wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Hoyer: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeines Wörterbuch der Artillerie.&amp;#039;&amp;#039; 1804, s.&amp;amp;nbsp;v. Granate; [[Bernhard von Poten]]: &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; 1879, s.&amp;amp;nbsp;v. Granate; Ortenburg: &amp;#039;&amp;#039;Waffe und Waffengebrauch im Zeitalter der Kabinettskriege.&amp;#039;&amp;#039; 1986, S. 68–75.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Konstruktion näherte sich an, als dann beide mit Hilfe von „[[Treibspiegel]]n“ abgefeuert wurden. Daher wurde später allgemein der Begriff Granate auf kleinere Geschosse eingegrenzt und nur noch schwerere (d.&amp;amp;nbsp;h. großkalibrigere) Geschosse wurden als Bomben klassifiziert.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Christoph Adelung: &amp;#039;&amp;#039;Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart.&amp;#039;&amp;#039; [http://www.zeno.org/Adelung-1793/A/Granate,+die]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert verwendete man anstelle der unzuverlässigen Schwamm- und Luntenzünder Säulen- bzw. Ringzünder. Sie waren mit einem Pulversatz versehen, der beim Abfeuern von der Treibladung in Brand gesetzt wurde und nach einer bestimmten Zeit das Geschoss zerlegte. Eine wichtige Neuerung war das 1803 erfundene, auch &amp;#039;&amp;#039;Granatkartätsche&amp;#039;&amp;#039; genannte [[Schrapnell]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre moderne Form als &amp;#039;&amp;#039;Langgeschoss&amp;#039;&amp;#039; erhielt die &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039; um 1850 mit dem Übergang der &amp;#039;&amp;#039;Artillerie&amp;#039;&amp;#039; von glatten [[Vorderlader]]n zu gezogenen [[Hinterlader]]n. Versuche mit walzenförmigen &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039;, unter anderem mit kugelförmigen Spitzen und einem Bleiring, der den Spielraum im glatten Rohr schließen sollte, hatten bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts stattgefunden. Das &amp;#039;&amp;#039;Langgeschoss&amp;#039;&amp;#039; wurde durch einen Mantel mit mehreren Wulsten und später durch Ringe aus Blei im Rohr geführt; es erhielt durch die Rotation um seine Längsachse ([[Drall (Waffe)|Drall]]) die notwendige Stabilität. Für die Füllung der &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039; stand ab Mitte der 1880er-Jahre anstelle des [[Schwarzpulver]]s hochwertiger [[Sprengstoff]] wie beispielsweise [[Dynamit]], [[Pikrinsäure]], später auch [[TNT]] zur Verfügung. Für die &amp;#039;&amp;#039;Treibladungen&amp;#039;&amp;#039; kam &amp;#039;&amp;#039;raucharmes Pulver&amp;#039;&amp;#039; zur Anwendung, das die Sicht beim Schießen weniger behinderte. Die Zündung erfolgte zunächst durch ein [[Zündhütchen]], etwa ab 1890 durch eine &amp;#039;&amp;#039;Zündladung&amp;#039;&amp;#039; ([[Detonator]]) mit [[Sprengkapsel]]. Mit den neuen &amp;#039;&amp;#039;Sprengstoffen&amp;#039;&amp;#039; konnte die &amp;#039;&amp;#039;Splitterwirkung&amp;#039;&amp;#039; der &amp;#039;&amp;#039;Sprenggranaten&amp;#039;&amp;#039; (kurz: &amp;#039;&amp;#039;SpGr&amp;#039;&amp;#039;) erheblich verbessert werden. Sie erhöhte sich noch bei den neu konstruierten &amp;#039;&amp;#039;Ringgranaten&amp;#039;&amp;#039;. Die Führungsringe aus Kupfer gewährleisteten im Vergleich zu den bisherigen aus Blei eine straffere Geschossführung auch bei hoher [[Mündungsgeschwindigkeit]] und eine insgesamt bessere Stabilisierung der &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039;. Als Geschossmantel fand anstelle von Gusseisen Stahlguss Verwendung, der scharfkantige Splitter ergab. Die Sprengladung wurde in geschmolzenem Zustand in Formen aus Pappe, später aus Zinkblech gegossen und in die Geschosshöhlung eingeführt. Gegen widerstandsfähige Ziele wurden zunächst &amp;#039;&amp;#039;Hartgussgranaten&amp;#039;&amp;#039; verwendet, die starken Stahl- oder Betonpanzer durchschlugen und dann erst detonierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der seit 1861 gebräuchliche empfindliche [[Aufschlagzünder]] bewirkte die sofortige Zerlegung des Geschosses bei der Ziel- oder Bodenberührung und damit die weitere Ausbreitung der meisten Splitter. Daneben gab es den [[Verzögerungszünder]], der die &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039; tief in Deckungen eindringen oder zum nachfolgenden &amp;#039;&amp;#039;Luftsprengpunkt&amp;#039;&amp;#039; (Abpraller) abprallen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurden sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Doppelzünder&amp;#039;&amp;#039; verwendet. Sie ergaben entweder einen Sprengpunkt auf einem vorher berechneten Punkt der Flugbahn oder funktionierten als &amp;#039;&amp;#039;Aufschlagzünder&amp;#039;&amp;#039;. Ihr Zeitmechanismus beruhte auf einer abbrennenden Pulverseele, später auf einem Präzisionsuhrwerk. Für kleinkalibrige [[Schnellfeuerkanone]]n setzte sich um die Jahrhundertwende die Vereinigung von &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Kartusche&amp;#039;&amp;#039; zur &amp;#039;&amp;#039;Patronenmunition&amp;#039;&amp;#039; (auch: Granatpatrone oder patronierte Munition) durch, die später auch bei leichten Feldkanonen, Panzerabwehr- und Fla-Geschützen, aber auch in [[Kampfwagenkanone|Kampfwagen-]] und Sturmkanonen zur Anwendung kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Brisanzgranate]]n, die um 1890 aufkommenden Sprenggranaten, waren mit einem brisanten Sprengstoff gefüllt. Zum Einsatz kamen beispielsweise Pikrinsäure und Zellulosenitrat (Nitrozellulose, Schießbaumwolle). Sie hatten erhebliche Auswirkungen auf die Kriegsführung, da klassische [[Festungsanlage]]n mit Wällen aus Mauerwerk und Erde den neuen Granaten nicht widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ersten Weltkrieg verfügte die Artillerie über verschiedene Arten von &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039;, zum Beispiel Sprenggranaten, Leuchtgranaten, Betongranaten und Schrapnells. Kartätschen waren nur noch zur Selbstverteidigung der Feuerstellung vorgesehen. Mit der chemischen Kriegsführung kamen auch Gasgranaten zur Anwendung. Das Aufkommen gepanzerter Kampfwagen ab 1916 zwang zur Entwicklung spezieller &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; mit Bodenzünder (Panzerabwehrmittel). Bei der Feldartillerie kamen [[ballistische Haube]]n in Gebrauch, mit denen die &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; den Luftwiderstand leichter überwanden und eine größere Schussweite erreichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche und österreichische Artillerie verfügte zu Beginn des Krieges zudem über [[Einheitsgeschoss]]e, welche die Funktionen von Sprenggranate und Schrapnell in sich vereinigten und so die Munitionsversorgung vereinfachen sollte. Da diese Geschosse in der Herstellung jedoch sehr teuer waren, gingen die Mittelmächte nach dem Kriegsbeginn bald wieder zu herkömmlichen Geschossen über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg führte die gesteigerte Kampfkraft der Panzerwaffe zur Einführung hocheffektiver panzerbrechender &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; ([[Hohlladung]]sgranaten), die mit trichterförmig angeordnetem Sprengstoff bei der Zündung einen Gasstrahl bzw. später „Metallstrahl“ von hoher Energie entwickeln, der die Panzerung durchschlägt. Da der Drall der panzerbrechenden &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; die Durchschlagskraft des Gasstrahls mindert, werden bei moderner Bewaffnung die &amp;#039;&amp;#039;Hohlladungsgranaten&amp;#039;&amp;#039; zumeist aus glatten Rohren abgefeuert. Während des Krieges entstanden auch &amp;#039;&amp;#039;Unterkalibergranaten&amp;#039;&amp;#039; (Wuchtgeschosse), deren Hartmetallkern dank der hohen Materialdichte, dem geringen Querschnitt und der vom Geschosskörper übertragenen zusätzlichen Energie selbst starke Panzerungen durchschlagen kann. Die technische Entwicklung führte weiter zu verbesserten Leucht- und Leuchtwurfgranaten, die in ihrem Mantel einen Brennsatz mit Fallschirm enthalten, der nach eingestellter Zeit durch eine spezielle Ladung ausgestoßen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Anstrengungen unternommen, um durch die Qualität der &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; eine weitere Kampfwertsteigerung von Geschützen und Werfern insgesamt zu erreichen. So lassen sich mit aktiv-reaktiv Geschossen die Schussweiten beträchtlich vergrößern. Dabei erhält die &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039; ihre Anfangsgeschwindigkeit durch eine konventionelle Treibladung und wird durch ein Raketentriebwerk auf einem Teil der Flugbahn zusätzlich beschleunigt. Die Stabilisierung der &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039; erfolgt entweder durch Drall oder durch Flügel oder Leitflossen. Zielsuchende &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; können die Treffgenauigkeit verbessern, wobei in den 1970er-Jahren die sogenannte Endphasenlenkung der &amp;#039;&amp;#039;Granate&amp;#039;&amp;#039; entsprechend dem Prinzip der halbaktiven Zielsuche durch Laserenergie Einsatzreife erlangte. Bei der [[Truppenluftabwehr]] bzw. der [[Luftverteidigung]] spielen Infrarotsensoren in den Zündern der &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; eine bedeutende Rolle. Andere Selbstlenkungs-Verfahren fußen auf dem [[Radar]]prinzip, auf der optischen Umriss-Erkennung oder auf dem elektronischen Ansprechen des von metallischen Zielen erzeugten Magnetfelds. Bei den Panzerabwehrmitteln dominieren neben den &amp;#039;&amp;#039;Lenkraketen&amp;#039;&amp;#039; flügelstabilisierte &amp;#039;&amp;#039;Unterkaliber- und Hohlladungsgranaten&amp;#039;&amp;#039; mit hochenergetischen Treibladungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine maximale Feuerwirkung zu erreichen, wurden gegen Ende des letzten Jahrhunderts &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; der Kaliber 175 und 203&amp;amp;nbsp;mm und teilweise auch der [[Kaliber 155&amp;amp;nbsp;mm]] zum Verschuss von Kernladungen eingerichtet. Besondere Erwartungen wurden auf die als Kassettengeschosse konstruierten &amp;#039;&amp;#039;Granaten&amp;#039;&amp;#039; der Geschosswerfer gesetzt, die unter anderem als Kugelsplitterkopf, Nebelkopf oder Mehrfachminenkopf der Raketen ausgelegt sind. Mit solchen Geschossen soll im Flächenfeuer eine Wirkung erreicht werden, die derjenigen leichter Kernwaffen nahe kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Granaten können auch mit [[Granatwaffe]]n der [[Infanterie]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Schießbecher]] für [[Gewehrgranate]], [[Granatwerfer]], [[Reaktive Panzerbüchse]]) verschossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
60cm Thor Granate.jpg|60-cm-Granate des [[Mörser Karl|Mörsers „Thor“]]&lt;br /&gt;
M-61Grenade.jpg|[[M26 (Handgranate)|Handgranate M61]]&lt;br /&gt;
PIAT Projectile CMHM Brantford.jpg|Granate der Panzerabwehrwaffe [[PIAT]]&lt;br /&gt;
Type 2 rifle grenade launcher and grenades.jpg|Gewehrgranate&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Giftgranate IMG 1727.JPG|mini|Deutsche [[Grünkreuz]]-Granate aus dem Ersten Weltkrieg]]&lt;br /&gt;
[[Datei:HL Damals – WWI – Flandern – Granateneinschlag – 1917.png|mini|Einschlagende Granate (1917)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der einfachen Sprenggranate gibt es spezielle Anordnungen der Wirkladung, um eine höhere Effektivität gegen bestimmte Ziele zu erreichen. Beim inneren Aufbau kann die Effektivität gegen bestimmte Ziele zum Beispiel durch eine [[Hohlladung]] vergrößert werden. Der äußere Aufbau („Mantel“) besteht meist aus Stahl und ist vorfragmentiert, um eine [[Splitter (Munition)|Splitterwirkung]] zu erzielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Granate kann je nach Füllung folgende Wirkungen erzielen:&lt;br /&gt;
* Durchschlag&lt;br /&gt;
** kinetisch&lt;br /&gt;
** kumulative Sprengung (Hohlladung)&lt;br /&gt;
* Zerstörung durch [[Druckwelle]]&lt;br /&gt;
* Splittern ([[Schrapnell]])&lt;br /&gt;
* Rauch bzw. Nebel&lt;br /&gt;
* [[Leuchtgranate|Beleuchtung]] zur Gefechtsfeldbeleuchtung&lt;br /&gt;
* Brandauslösung (Brandstoffe z.&amp;amp;nbsp;B. [[Thermit]], [[Napalm]], [[Phosphor]])&lt;br /&gt;
* Gift- oder Infektionswirkung ([[Chemische Waffe|chemisch]], [[Biologische Waffe|biologisch]])&lt;br /&gt;
* [[Radioaktivität]]&lt;br /&gt;
* [[Blendgranate|Blendung]]&lt;br /&gt;
* Propaganda (Flugblätter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwendung chemischer und biologischer Waffen ist durch das Völkerrecht ([[Genfer Protokoll]], [[Biowaffenkonvention]], Chemiewaffenkonvention) geächtet, ebenso die Verwendung von Spreng- und Brandgeschossen mit einem Gewicht von weniger als 400&amp;amp;nbsp;g ([[Petersburger Erklärung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschosse für Granatwerfer (Mörser) mit glattem Rohr sind nicht drall-, sondern meist flügelstabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Blindgänger ==&lt;br /&gt;
[[Blindgänger]] nennt man eine Granate, die im Ziel angekommen, aber nicht explodiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Taschenbuch&amp;quot;&amp;gt;Vgl. Emil Matt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Taschenbuch für die Feldzeugtruppe.&amp;#039;&amp;#039; Folge 1, Wehr und Wisman Verlagsgesellschaft, Darmstadt 1958, Seite 100, Pkt 4&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Ursache können nass gewordene Zünder sein. Bestimmte Zünder verwenden Schwarzpulver als Zündmittel. Wenn Schwarzpulver nass wird, zündet es auch nach der Trocknung nicht mehr, weil der Schwarzpulver-Bestandteil [[Nitrate#Salpeter|Salpeter]] auskristallisiert ist. Auch ein weicher Untergrund an der Einschlagstelle kann bewirken, dass eine technisch einwandfreie Granate nicht explodiert. In diesem Fall bietet der Untergrund nicht ausreichend Widerstand, um den Aufschlagzünder auszulösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn eine Granate mit hoher Geschwindigkeit auf eine Wasseroberfläche [[Stoß (Physik)|prallt]], kann der Aufschlagzünder die Granate explodieren lassen. Die [[Kompressibilität]] von Wasser ist gering („Wasser wird so hart wie Beton“ ist eine gängige [[Metapher]]).&lt;br /&gt;
Bei einem senkrechten Aufprall auf die Wasseroberfläche ist die Explosions-Wahrscheinlichkeit maximal. Je kleiner der Winkel zwischen Flugrichtung und Wasseroberfläche, desto geringer ist diese Wahrscheinlichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kartätsche (Munition)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Thomas Enke: &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik.&amp;#039;&amp;#039; Walhalla Fachverlag, 4., aktualisierte Auflage, Regensburg 2023, ISBN 978-3-8029-6198-4.&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Alfred Geibig]]|Titel=Spreng- und Streukörper, Schneid- und Trümmerprojektile|Sammelwerk=Die Macht des Feuers – ernstes Feuerwerk des 15.–17. Jahrhunderts im Spiegel seiner sächlichen Überlieferung|Verlag=Kunstsammlungen der Veste Coburg|Ort=Coburg|Datum=2012|ISBN=978-3-87472-089-2|Seiten=177–226}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Grenades|Granate}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Artillery ammunition|Artilleriemunition}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4283297-4}}&lt;br /&gt;
* [http://science.howstuffworks.com/grenade.htm How Grenades work] (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4283297-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Granate| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artillerie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschützmunition| 002.Grana]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Cjuerg</name></author>
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